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Full text of "Archiv für wissenschaftliche kunde von Russland"

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Archiv 



far 



wissenschaftliche Kiiiide 



von 



R u s s 1 a 1^ d. 



van 



Si e t» s^ehuter Baiid< 



Br«te« Heft. 

Mit einer Tafel. 



B e r 1 i n, 

Drtfck Mod Yerlag Ton Geerg Reimer. 

185 8. 






Rflise <te« KaneHifftt Rassisohen Obei«t«a V«a 
Baftiidfomii;ei ih das freie Swanetieh. 

tm Aiiit«i» iMWbtilel tob F. ?. Stein, Titolamth. 

(Mt STafelB.) 

(Schlnfs.) 



JiLudriah] bewirttiete die Gaste iin Hofe des. Geistlichen mit 
einem Abendessen, bei weichem es auch gute Kartoffeln gah. 
Er hatteiliese vop dem Obersten Koliubakin erhallen und 
baule si'e nun mit gu(eni Erfolge. Nach dem Mahle zeigte er 
den Preipden ein Toinascba (d. b. Spiel). Die durch den ger 
nassenen Arak elwas'erhitzlen Swanelen gabeu sich dieHande, 
bildeten einen Kreis und begannen zu tanzen und wild tonend^ 
Liedef zu singen 7- Die Bewegung ging im Kreise, war an- 
fangs ziemh'ch langsam/'wurde dann aber immer schneltei^ 
und zuletzt folgten Korperbewegungen, welche einem tanzen^ 
den Baren Ehre gemabhl haben wurdeh. Dad^^ch Kudriani 
blieb dabei hinter den Seinigen hicht zuruck; er jauchzte mit 
wilder SlimineWt und schleuderte seine Beine wie der Jiingste 
unter fhiien iimher. Wabrlich eine in ibrer Art einzige Sitten* 
einfall'ih etiieni Manne, der zur Zeit einen unbeugsamen Wiilen 
gezeigt und sUli unschala^bare Verdienste urn sein Vaterland 
erwdrben hatted 

Aui^ef MAWiikie) giebt es in der Gesellschaft MuUach 
nocU (bf^eiitte DSrfer: Guebra, Saardlasch, Arzchiel, Jamyscb, 

LaeBjnr ihid'Tschblasch. 

^ I .... • ■ • 

^) A«iiitt«bii %»l#le4ilid ftoch in imereHeti anter dem Nam^n Orinanb 
h^Wlft^ ^Mi^iiMi ftb^ 4tT!fisMw^ b«i (ktt Tn nguseii B rmafls 

EraaiH Rom. Arobiv. Ba.XyU. H, 1. . | 



Anf dem Wegc von Musclikiel begogavle <]«n 
welche von Kudrinni beglalet warden, tin ei|[«ii 
Abenleuer, wdchfs deutlich zeiglc, init welchen 
keiten Kudriani bei Gruadung soiiMr Kirche su kai 
k^tit lirbw in^ Sw tnifwwH ei*«UtwrE.«te Kir, 
Thiir ver»f!h\9^tajK^T. ..Man^b.yor^ d|^s.lfci|S,j$vc 
sei, una erst nacn langem okeite uod grofsem VVirriv. 
die Kirche gcSSnit. Dtr e^jCftUiahe Gtmmi war. ahmt 
die Bewohner filrchteteo,, viao.. ,«iwlle ihncn ihre 
raubeii und in die Kirche Kudoapia bringca. 

Id der Kirche des heiligeo Georg nahe bm S 
fandHerr v. Bartholoaiai auf einem groben •ilbernen 
bilde folgende iDSfhi^ll; »M6g« ' (&oig,dei 

Georg, die K^nigin der Kiiniginiu m ajnd ih 

Bagrat, welche dieses muliachiscli Etl6aar8 

gebung ihrer Silnden vertierten, Auf dei 

GJocke war folgende Inscfaiiift: Geoi;g,. b 

LomkalK Kugjdse, seine Gemabljp Fochter £1 

ses, und ihren Sohn, belt fur sie inwi am T 

Gerichts. Amen!" Auch folgendt auf etDem 

silbemen kecher war interessant: „ — Wir, der,-Pati 
SSnig Bagral und unaere Geinahlin I'^unarj weibten 
6echer,dem ErlSiser, damit er unsrie. Regurung fegjae 
gehorl der Prinzessin Tinalina." 

Darauf ging es in die felcb* \ 

frUhern nur 4 Wersl enlfer i^ fuhrl 

eiaen , felsigen llohlweg bii jice, wo 

in einer HShe mit df;D Wo >n nie t 

zender Schnee lag. Neben nei in i 

{ria|^(^ hohe, saOue KrSuter, welche dicht n4 Blimii 
(|ecU ifar<en., Aucii Blumen der iageTmuntiin^»i;hm 
kameh vor, aber sie waren bier wenig^tens t^nqal m 
Die Geaellschaft Mu^'al bettebt aua den 3 Darfern tfcbi 
ij;gllfly<^,,if(Kl., j^bjtU- , UurfwiMilbta iebt mf m Jumtti 
iuwUflPV' W fiir JMie GegeodM ItSehrt 9«bildMJBrMnir 
Iraf die Keiienden auch der erste-Rtj^, tvM dethab ba 



^iili'StiMii, ««^ tirtd iiVt^r^ VhWeRer ihs £^f/d' brIA|¥h, 

- mc R4MMi4*en- s%l«^««r h4i deiti in tfiesef 6M«llidkiift an- 

SSmlMMMw W>,'^^«!llStffei Veil tWWklisli KonbiiUir Jrtrf B^n'er 

Rttin 4atclt Sw»tte6en begleitet hatte and fed j^niir Zeit *iii 

* *tl l t ril < fe tit ^ •I' l itf tit WOT %6V««n ^ar, mb, vMir^iMhimit von 

^MMUttiMllkMl kufl^iHArie^^ »n«B AtitAaftfl tet^WHl RdU^n. 

' " "^ISHMtMSUflt'nelA #ikrde imr \m HHriAS^t v(ni itHi 

9k m^ eitMlls^Mll^ll Osdtkttl, Kal, l^itf, Ad^cft, Rfdl- 

Mf'-aiMlMttftA M d«Hi rti^»»i4iefr tnleHhah^nVferbaHd; spHkt 

^Wramw^mHt Mlk\i^lh(fiie no«h die tkehi«H OeseRtdiirft^tt 

lAnm uttd El mit RuTsland, und wir haben eben berichteir 

^M^tftrf *f. BliHh«»toiii SM (mi6k fiai^, ^ Ireid^ fetzten 

M #-€}^eftidliaffM dl^ 'ft%?eik ^waiiHiihis, die ndcb ilnab^ 

W| ^MMft %lA4«, batXi tinii L8iid/er, adf ihr ^^iles 

msmtSm y^mtiim M Ufl^'eM dtit- hisAlschteti C^ntertHan^ 

les aHgennnsten Aaaehens, weit ir i^tkRHh die VoiH-bflich^ 

Mi i^UHii^Weh bilitfs. Mft ft(S»eh4M hrtHisn hkH ihm 

iAiiA-i«k«Hl«MkeMljiK»ii^ t«(6ht^ k^iMHto, die mh eben ver^' 

M^^ilttt liiritr. ^«a'und- \»)»hl|^baai, bWfid, mR blettd^tf 

wajfaem Gcoietit, eroften bNden Ati|cif^ WMI eiiietn anihiftlU-i 

Hj^ UMh^ttfenM Li^lrifft, '^Ar Me das Bitd <iMei- voUettdelen 

^MrfMUr «M'«K]»iit| ^ VreitlileR «hn« SdHeti, ab«^ mBi 

4tte Blwei^i liitl giMHs orfVmSiUA^er Wsttll'. Sie «fhi>b 1^ 

iHeiUi dM"4B^V}«iiMen fltfek Hir tf MfiMt, iTMife^ich abfer ^Mdi 

«lli^ uM--MlM« N^ielThtifii^lMn^ hSehtiilM^diter ^1(^4 

ilM WdMaiM^. Sife tMg «Mr hMAeideNa Kfeid ^ tfiietn 

Wciie* fUMMMl Ollitel', a<»r WMfh WbWtie PlalMH imiMMMMn' 

llltilltia ■ WOf^A. 0«b«r ien Kopf war ein Tud» geworlen, 

JL 



und in dfUL.Qbren Umg.sie .iing£heiie«^..»(^n«' 
man st^ au^h^auf den.P«rbjBUs df|.KQ^|g>A Tami 
An dein Bacjbe AdyBofi-Tscfiala, wel.9t1ec.4en 
Ber|;«s Myat^ita ader .Xii4^ eti/:Ati'^i(i^ un<j p|i 
[n^r fSllt, liegt die GesellschaU Adysch mi^ 4?n,P(ii 
uad ^j>gei':|). Uiese G^ellsc^aft gleidit schr, 4«r 
jier; ,d«nt)i aie ist .^ans plebejiscli,.-d!\bej,,{tber ar 

arringt Jurclirgtj^.iAnaV«W»«'ieiW* \^^W ' 
Roggen und .Hafer. - r . ■ ,, ,..„.., . 

Die K«iieDiten bliebea, b^i A*"^ Sl'tC^Atw^jV" 
zeigten itiDen., U^* kleiiea TJicJiter it^d r^liojAt^ 
ttathe jties F|iraten I^Uuilailtt ge^t 4u,,;9etB.iti^,.9 
ge;LM8eB zu ^ab«n; iH^r>v, Barthptoia^i fljeifttt 
fiinf Jahren, weldie seit der Abceise^ (|e», p'iiirsU 
yoflouen, gvgen 114 Uiidcliw,.dei9 I^Qtis,. e^:lrU 
aeien. 1 . ..,:.: ., ■ . ■ ,.■, . 

In Aa GeseUschart Atly^ch ti^eo ftMf^.JVH^ ■ 
die iiber d«a Flufs hwgtt. die, Rjiinen eio^, alten 
^cbbsaeSf^dfls sichvon dRtt iibvigen , bji^^artigc 
our. di^rcb. sipine^ gross^rien Fes^ler uQler^cbeUpt. 
n»ch der Ersahlung der Eingeborenen allJahHicI 
(wabrscheiolic)) KjiQi£,4Ux.a(id^E)t.n^ia ^t,^}*' 
pfBns-und.^f^i.'ljmn wfiile^. 1, -, . . .;, ,.,- ., 

Von s\\\ea koiu^chflqiPefSKMien ,f;i-}i4slt .dj^.^U 
h^fndens !<yei,ioi ^»4w>en,,de8 VbU(^: ^Jifli^ 
ff«lifbfl,;da(;.Ce<ieihflo ^^s.^ap^B^i^^fj^dec, 

.la der kj^jfl«n, l^jfohft <t(!r QejieHwhpft fw4sJ 
sUb#rn^n.Krw4(ie. dip, lnscl«if|.: ,^^%^y iJj!lW>*iiC 
(pe»cliB.iiifi..Cbri»ti» j(ur,,.4i8. S^|B|ei„S)Bp8: f^e] 

Aties^if*,. .wida(*(«'> isii^s^iiWo^^ifi Av ,9^^* 

■ 'i Dtt aritUDWf i(iirP1>rf Gctegeirfieft dferliiei- im' Is 
idienden test gauz aai. 



Ot>6i^^tenl ^;^8tllioloinai etc. ji 

t«obli*VarI>vrl01UiMe«; dM fit- 

CJiobko) /aoft ttnd )iA«leA adf 

gp,,- - f«»mr*i^'W«W>etaiit'*ollem 

^'^.^|u«^*g^^^'T^.^JBht * ^v^ia^n-* g yi - i p ifa er i T ietfe getvowfeft mtif tuft 
tSi* ^ ^db^****-* » -»«ii^oellte/woia 80: Schrill beitogwi. 





*^1^^^***^ It^ffMW* tetgt, w#. i4ir fSclniae » den 
j7^*^ ^^**"^*^-^neht gaii» forlschmilzt. Die Gesellschaft Usch* 
ScW*3i^'**'^^ ^^ hem^ich von imeretischen Auswanderern bev5l- 
kal i^^ w^^"^* . ^^ ^^^ Mensehen spiechen daselbst grusinisch, 
kcrl ^^*^^*^\Ya8;en grusinische Kleidung, und die Dekano«e 
die Fra»*^^ le P"eslerr5cke und gelbe Kreuze auf der Brust 
iragen ^^^g^^^^ ^nd Haare wachsen. 

and lass^^ hkulcr xeichnen sich auch durch ihre vieJ milderen 
E^^ ^ . j^^i^nen nichl die Blutrache, todtelen auch nie 
SH*^*' ^^^borenen Madchen und beobachten slrcnge die Fasten. 
die ^^^^^ Aeusscrn gleichen sie sehr den Imeretiern, denn sie 
Atich i"^ \wSSs\ge Gcsichler und schwarze Haare. Sie be- 
hab^^ ^^^ 7,e\t der Konigin Tainara aus Ratscha ubersiedelt 
haupt^^^ ^^„ 

^.vord^*^ hneB erhieU sich auch noch am lebhaflcslen das 

(Jfit^** gtofsen grusinischen K^nigin, welche nach ihrer 

kndef^^^^ 1^^ einer ihrer Kirchen begraben ist, wie sich 

• Y>eV^^^^^uch die Triimnoer eines der Palasle dieser grusi- 

^ lii^*' rfiiramis befinden. Aber,weder diese Triiiumer noch 



4U Kinlw aah Hwr v. Botiioloaii, weU nicht 
SinkMl in 4er Stiaune 4<h Volkcs, die nir Erlcubi 
iritU BSlhig war, erniaht wKdcn luflBte. 

So war 4ki Reit* beefdigt, and im Ruciwc 
RonDdcn wied«r Ubw dm UtfuriMhcH Bctgriic 
£chl«ue Lttdfi, w«lcbM ImuM, d«r Udiwubtg vi 
WwAfaote, und wo die R«iiendMi eiDer lingmtt Ri 
Voa IjmI^ ging cs iiber- dM SMasofa, 4mb Ab«: 
ruclwB, wckber -daa ' QodtaBiolw flwanatiMi tc 
tKWt, und enl aitf dtm (kite ^r Fiinlin GcImi 
xwdtar HaH geouchL ¥•■ da gelangtw die Be 
DsdiUnadien ScMosse Lailaach uai d»a iwr Grii 
siik«a B«geTU-a] ^Godv. Kntait), w* aie di« ^i 
gesciiicklen Pferde vorfanden. Am Ab«wl« aneja 
Kloslas NikiM4Mi^d«, *o sic notb iJdm jaagc 
iwdMi wri^sr noa'deai BUgiaiiidMahaw Oad4i 
xu sainer Atufcildwig Iri nhaa g af ^bm ■maJma v«r> 
master — dlith Wnm si* is «Min Tagc IMth K 



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tehwatfgar). 

ttltag, I^geladec)). 

ttUeraaoht, Ijg|et. 

Morgenrothey Si nor. 

MoigeD, Lam. 
Abend, Nabpf. 
Heule, Ladk 
Uorgeiiy My char. 
MonUgt Doscht^ic^. 
Dienstf^ ,Tp chasph, 
Hittwocti, Djeiii^8|Cbf 
Donnerstagy Zaa^ch. 
Frcitae, Webisch. 
Sonnabend, 5aptj% 
SoDDlag, Myj|fl4^cht 
frSUiDg, LuoVc^b. 



Hagely Skarchal. 
Regen, Utschcba. 
Wind, Bikw. 
Frosty Kwaren. 
Dunkelheit, Mqbiir. 
Schnee, Mu«. 
Wasser, Lilz. 
Flub, Tschalai. 
Quelle, iSarag. 
Nebenflufs, Twibra. 
Erdc, Wer. 
Stein, Batsch. 
Berg, Tan§i (liachw> 
Gebirgsriick^, Sager. 
Felsen, Kodj. 
S^lqcht, Tschala. 
Wald, Lzch^k. 



.f 



6^ <Rfii^,%UC^»fl»i,.M. Herbat, Muigwer/ //L , 
Himiiid, DeU. ^ , . ,^j, Winter, Lint, 

H4«d, ftHiV^^OI^, ., , Hit«e, Alu; 
lUUiger, SCcli^lj^iV., . ., ^ , Kalte, Muti^^bj, j 
Kircbf, La9st^Y!i^«H (At^^WW^^ Wolke, ^^.j^p 
E^MiV i»e.ma»|f;>| , . . ScbaUen, Riw.(iyji^^}gal>. 

^mwhlAyji. , r,.r. , Blitz, LichlaJ. 

Vond, DoschiuL „, Blitzstrahl, Me^l;., 

Sleme, Anlchu^^iiir (^o^- Donner, Lir^huji^al. 



;>( 



HiatoriMb -lin^btiichB WlweMchBften. 



Feld, Mindwer. 
Brtickr, Bog. 
Weg, Schuk. 
Gras, Tschkiwar. 
Heu, Tscheni. 
filumen, Mugwai. 
Boggen, Manaasch. 
Hatiu-, ■Ma((dcn.aF.(SHit*^.. 

Gersl«, Tschenim 

Weizen, Ku-ezen. 

Erbse, Kog. 

Mehl, Pek. 

Brod, Diar. 

Rindfleisch, Legw. 

Schinketi, Ler (Apecht). 

Fett, Nafzmun. 

Fisch, Kalmach. 

WeJB, Gwinel. 

Meth, Twi (Sandj). 

Milch, Ludje. 

Ei, Lgre. 

Ochs, Chan. 

Kuh, Piir. 

Hammel, Gweliak. 

Pferd, Tschaaj. 

Hund, Jeg. 

Schaf, Surai. 

Schwein, Cham. 

Wolf, Tchere. 

Bar, DaschL 

Huhn, Kalal. , 

Hahn, Gchwitsch (MamiuJ). 

Vogel, Napool (Napr). 

Wachs, Djvfii, 

Ameise, Murscbk (Uypchch), : 

Schlaoge, Witscli. ' "' ' 



Mensch, Mare. 
Haus, Kor. 
Dorf, 5opel. 
Thurm, Murkwam. 
Dach, Lkar. 
Decke, Dir. 
Fursboden, Kwelp. 
M4uqr, TBciiW4d. 
F«ftsk«r, ii*chwr«. 
Zaun, NaschchaL 
Vorrathshaus, L^scl- 
Tenne, Kal. 
Spreukamtner, Tor^ 
MliWe, Lekwef. 
Pflug, Ganzwisch. 
Eggc, Lasadir. - 
Sense, Mertschil. 
Axl, Kada. 
Messer, Ghitsch. 
Tisch, Tabag. 
Stub), Skiliin. 
LSffel, KoBch. 
Glas, Tschik. 
Handtuch, Lakuzan 
Kamm, Lapcbnir. 
Ohrringe, Leschlim 
Rock, Osar. 
Pelz, Chesch^ 
LeiDwan<t, Kan (Sg' 
Hemd, Patanl 
Mutze, Pikw. 
Gtirtel, Larlk. 
Strumpfe, Zindar. 
Sliefel, Tschaptar. 
Pistole, Lagl^tap; 
Mann, G w aj m oV e. 



^A ^ l i Aui ifi' swanetischer Waller. 



t ' 



4 



' (•" • 



Fran, Tschecha. 

Valer, Mu. 

MuUer, Derfe (Di). ; ; 

Oheim, Buba 6i)er Vid^Oi. 

Tante, Giga. 

GroCivater, Baba. 

Greis, Metschi. ■ -^ 

Weib, SuraL 

Kind, Ichynt (Pajaw^tklr). 

Sohn, Gcsal. ^ 'y 

Tochler, Din a. 

Brader^ Musclibe. 

Schwester, D^'i^^fhar. ' 
Neffe, NebatfdMii.' 
Madchen, Aat/s; (AAisch). 
Diener, Pamli:*'^^ ' ' 
Atefflc, fyniiih " 
Kopf, Tchum. 
Gtsidir, Xi^ (yrfttfitichkr: 

Aagen, Tcrar, 
AQgenbracTen* W^gWctaf. 
Wimpern, Talapa/- 
Haare, Pat^ai'. ^ 
Wangen, CYfUt^or. 
Nase, Nepchtltia. 
Mund, Pila. ' 

Zahne, SchtikaV. 
Zunge, Nin. 

Kinn, Ntkt)a.''^\ 

Bart, LalEpar^^#>Bre).^ * 

Hals, KinUcftih: - ^^ 

Ohren,ar<;1ieaVnyir. ,'- 

Schuller, Bdfd/"' 



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Nagel, ZchartfV. 

Brustj Rwomirt*fWiit8cR«l)i 

Leib, ^had: 

Seite, Oha»il (Lcig).' -^^ 

Finger, Pchulel 



,, J i li ^^ ? *J i 



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* I : . . 






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* ' , t 






Knie, Kutul. 
Fiifs,TscTris6ltllf* *^ • '*'* 
Knochen, Dshi^tliN^i^? * 
Blut, Sisw (diwH).-"^*-^ '"' 
Blulrache, liitxiitl *^** '^-''^ 
Jahr, Sai. ^ '* ''** 
Woche, Nags I. 
Tag, Lad eg. 
Geschenk, Hod. *^^- " 
Eins, Eschrfa. ^ ' < 

2, Jori. ^ \ i^ 

3, Ssemi. -* ■ '• •^•'*' 

4, Woschlchw. ^ ' * -' ^- ■ 

5, Wochwfwh*.^ ■ c*^--'' 

6, Ussgv^^a. 

7, Ischgwid. 

8, Ara. 

9, Tschchara. ' • ' ' '' 

10, Jeschd. *• • '^ 

11, Jeschd jeschchy. * ■"' 

12, Jeschd iori, '- ^ i 

13, Jeschd «emi. *' '" 

14, Jeschd woscMblrfl^.'" 

15, Jeschd woch%^i^lidr'<' 

16, Jeschd aigiirii:'' ""'^ 

17, Jeschd ischWm;' '"""^^ 

18, Jeschd oroV ""'• •" -'- 

19, Jeschd iichW/nt}"'^ 

20, Jerweschd. ■•••^** ''•■^■'' 

21, Jerweschd-^WVwMh-# 

22, Jerw*8ch^)s«*# ««"«^ 






« 1 



.'->-', 



Hl*i»»krf«>l(**« ""aS!***!- 



30, femeaeh^- . . 

31, SniDifiith^ j.ficbfbp, 

40, WoschtchwesfjjK^ 

41, W0BC^l(!^«(pjl,l^ll4 

M, Wochniaeb^fichd. 
61, Wochi^acl^d^ckd 

60, (Jagwaap^i. 
70, Iaeligiif<lyffli|l. 
60, Araacbd. 
SO, Taeh«har|acb4- 
100, Aachir. 
1000, Alta. 
SchUn, Cbilaclio. 
HiUieb, Cbola. 
Gut, Jeaar. 
Biae, Leg. 

GnihD.g;4.(i;|nwba;. 
Klab, KotI {eimiff). 
R«tb, Zyroi. 
Scfawara, Meachclia. 
Wiift, Talwna. 
lab, ML 

Er, JedjL 
Wir, N«i. 
«».S«ilWi . 

Udo, Hiac|^|f^ 
Dain, UtRV 
Sain, Jalaebt. 
Unaer, Niffbg*- ■ 
Eoar, lag«. 



, WesBen, Iscfi^ 

Wer, Cheda. 

Hier, A me (Tfclm). 
. Oort, Jetff^p, 

Und, J. 

Von, Chan. 

Mil, Zachan. 

Ohne, (Jr. 

Ueber, Go. 
Auf. Jin. 
GeboD) Lise^Ul.. 
Lieg«ti, Lm^f. 
Sitcen, Litkifi^^. 

SiDgen, Ligrol. 
Sproeban, Li^yrS 
godi). 

Schweigen, |duti 

lirde. 
Streilfn, Lit^iyatf; 
Bitten, Ltchr^ 
Befehlan, Li»k94j 
Danken, A^^tiq^, 
Beteo, Limsiri. 
Geben, Liwdi. 
Nehmen, Lik«d. 
Scfalagvn, Liker. 
Verwunden, Lik^s 

Tddlni, i^^rv, 

B^aben, Lifcht 
Vfrktrgao, Liseh 
Zugen, Listt^De. 
Anm^l^ W^«4 



G«|«n T(^> Cll4M«^«w )•- vondvqlUPMfcvi, |p«r«)g% 
Gale Nfekl, Ch.Ufllli l«l. Coiij|«;tlionifo™,.; 

«HinlM dn, Mai 4i>liv s^n, (,irdi>. 

Ich will, Uaku. kb Ifil), Hf likri 

Ui wiH py^^t, ||bi4 imku. •>" ''•'' •' «''• 

leklicbe, MalaL «r H jf dji (^ 

Butt'. Cket,4, »i' ""il. »• «!M+ 

Wu sagat du, i»« ra^uia. 
Wm Hfil dii B|*i»« M«i<n- 
bawa-raky9^««j 

fmm M. l^*KK.«iacli- 

gwata Imi* (M«r> 

la guUN Vnwrh PMaelit 

i^MD, LitaehdaBa. 
Scbdbao, LirV 
laraea, VlfcWTi^ 
Sidi banfMvM <B«i|w'*' 

d« Hfiii^ im^rA aei er, leiai ja^^ 

da^ MmcMyiV^'fr Said, cbaawi ^^gf, , 

»«teMM»l*rWf'"''«^ lek I 
- - - »»W»HI|k#* J» * 

fia Haoaehan, inaraL Tf'if I 

VlVU-i ■■• ■ 



i BtilWHiittt-liDenhtlKlie W^AMM^r. 

ir lhut,»gi*!ioHJl*rt(»in. •■ er ging, jed/* 'an 
i« ihfah, j«djar its-chich. wir gingeit, ttM'vh 
illlhi*!? ■Art**i*#eAh.'f "I ihr ging*R *gU c! 
tf ftiatst, jii tfldheftfli/'-^ - ' sie'g<ng*iT,-)(fdj&r 
rthal, jedjnem tschetnin. ich werde gehen, 
'ir ihaten, na tschwemind. ielilnil'^ ' 

ir thftlet, «gia trcfhirtiHi J.''; drf'^iiril 'gideiiy 
e thaten, je'dj'a'rd''lffch'We- iaini. 

minich. ■■' ' " '' •'' '" er *ivii^ •gl^,- i 
ihwerdethun.ttii'eliW'itseHo lain!. " 

jelschuri^o."" ■' ' wir werden geheri 

u wirs^flftiA;' 'yi'chitschu 's'ela-rnyti 

jeiS(^'Un^».' ■ ■' '■' ihr wfefdef grfieii, 
r «tirdf'lftdViVjt^/a il^cliA seJlUhyl' 

, jetschung*. ■■' ■ ' '''' sre- W(*deB^g«tci 
ir werdeh thiiii, 'n'» cliwi i- is'tit^tn-^hl 

scRittf J^tsc^^ngo. ' eeft,-cHiVeHYtfa; 
If vntSit'lhvh, 'af^'ia' chit- geh er, isalaldec 
■^Scfife'dYetscliuii^'o. ' jfeht, ehis-elrttfa 
**'^fU^ Chttn/'^'je'dj'at gehen sie, istrlti 

ilitfKbV^"jfelschuii'go,"' jar. '»''»'i*i- 
huD.'lj'slthW'^dliJ-ii:' " '* Trinken, Lilr*/' 
ftite'fei', ''•*rschwemlriaii' Ich trinke, Mi feh 
'■'Me'tlJii'eA! ' -" "■"" ■ du IrirtfcstJ'ffi-^tht 
fi«,*T8ch'ipettiihd'«gia.' ' er trinkl, jedja i 
huen sie, Ts^<fhX^rktiiiiMii% wir tribken, na c 

jedjrf^d. ■ ^' ■'' ''''• ihr trinkl, i^is! c 
ehen, Ub'eHU^ '"/''^ ■'""' sie lrink4]'jidj 
h gSAc^Ml'afiVi'sffla!."'"" i6h'-ti-aMt|-mi%i 

I gehsl, 81 chiselal' ' du tranlst, '«i''&j 
■ gehtj edja 'iselal.' ' ; eylrank; \tij!at 
ir gehen,' na ctiWiselalt. wir'trailken, ha 
ir geht, ig'i'a Chbeitflt. '' itif Ifanlrt,' ' »gi 
e^efteijj'jedjafd' is'elalcfi. wach.' ' 

:h ging, mi chward. sie tranken, jedj 

II giogflt, *) chard. 'Wa«'ft;'''4 



) 



VtfselohiilCi twAnetiiolier WSTtec |3 

ich werde irinken, mi iach- du wirst essen, si loch- 

wtre. swebne. 

du wirsl trinken, «i lachlre. er wird easen, jedja laj- 
erwird Irinken, jedja laitre. swebne. 

wir werden Irinken, na law- wir werden essen, na loch- 

tred. wswebneL 

ihr werdel trinkeDi ^gialach- ihr wei del e^^sen, «gia Iach- 

Ired. .^^^hff^' 

816 werden lrmkd^|^W5l#HW nferJTO*essen, j^djard 

lailrech. ,, ^ ., ^. ^ . iftJ^J?*^'^ (?)• 

irinke^ lachsch si. lis, Lacham-«i. 

Vrinke er, iaiies jedjnenu eMe. er, loIama« jedjem. 

triokt, lachischd jgio^. Esset, iochemd tfgia. 

uwJk^^^' iridic tirt^b \uu lo.' .' • /J*f;d.-. 'u V'.rtitH.! 1 1 f ,-. .iv 



1 ' 



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*** •• I 



' r •'! ^t-sfh 






«« k»Mtg* MEmhh- kHtMWH elhit MiT ftVA- War 
m 6«uerho(e und &fcMnachleUfl auf dei»db«n ' 
I eincf der Sdiafe im Lamnen beniSeU; B 

\m4fn Vina4tttTjt aprach lu aeineW -^tfllNl-M 
riuiiKlif;er war: „Man sollUt lUch dieacAlMMe 
Slf^^ IM^ dian dies", vtnelste der ftAdiet 
h ttf<aitt' Oiitc* difraUi, dean ^ 4it gSbM 
\ At Wotf iknrdDMr ffesk^n." — i,hlMa <m*6\A 
titti „d«liA(MA itittetfa atmcnSdMfe AnUt^jB* 
i^^T^ ^ „WobfaR 4nUi, ea w«rde MiMt^^; 
lA Jt/tit d^ OterkitAi^ und soglcMt ^^ 
^ i^6i^ 3tMify)k. T/ileh wsr nua gut, AlHrr g(^ 
M «(ihlfe &ii6li iS^ EVM dca HtniiA Wh W«l 

n^ m^Miea GettAyiit dMi btidcli««MfMt Irtita 
(ttr dtgriinili, bat d«k- jBU^ere ltilMI%« dUi ! 
1 tf*Bi Wtfbi ittUi^lt BMstktfd lifcktt-Mi TMkVi 
wiU ifar..hdreii", aagtc dieser, .,•< entsUbl 
M darana, d«nii aie wird akien Sobn gabSrcr 
ir iMlet und seine Halter heJratbeL" Darai 

Aai dam 3- Theite <ler Skmmlung „Saaiii«R kftni 

Urinorta." 

„Rlwu NShem iibec kaadig* Mfinn«r" (titit£J&t) fl 

Mtm* BaadM. 



iiai £'e eiAes Sdhhies. 

Am anderen Morg^h seUleii iHe beiden Kuhn^in ihti 
ftiiiie f9H; abel^ 4er Ifler^ ^es t^liusei hiitte ihr« R^ddi g«- 
l^rt; e^ ^n^ iiiH lidkiiinerTollem Gemddte zu s^et f fail liA^ 
inirichletii ihr, ^as iHe MSrfner gewetssagt. Die Frau ersefthlfc 
lirob, und Seide Ubcrieglen nuri mii eihiindii', Wiia kii thA 
i& AW&Dgt wotltert *ie thr ^Kbl^in iS^n, ab^ M« '%\2^ 
Ifitihibg di^eft Klf^HhikMs '%^ichi^ a\i AiAx BIM>i titH 
\&a t(» b^btoiifiih aii, eii ki^ai>wa<ihseii lu tassen uiid M 
tif)M| Ifdhig iibtU^aiff^n, denii jenie h-dphetdfiiing kSiMitlB )ii 
atcti fal^ii i^fn. 

Nun kaiA der H«rbai and das iTesI Keyri *). bi 'sIsMa'cit- 

^ man da's LamM, iihd Eochtr, na6h iilieoi R^tfotbiiNtilL 

oaa Si^{>e jaraus. Ate die SSpp^ ferli| wa^, athlete ''tttiui 

i^VMtter tti^a li^ das Ftelsch iat^al, damit ei kalt ^-^SMi^ 

Ite^l^e alf)^ Sfimrde in SchOsselit Suf d<ih Tl^ch gelfb|;^ 

^ ^ to gu^kiin Vtmiiit gegesseti. Da gedacbtfc d^ tlaiis- 

Wfiatt tirophtzil^uag und sagte: „tJns^e GUsie waren 

*(^ t^^; dafs iii gi»weii»agt habeh. em Wolf w&rde <^ei 

liMai ir^fki, es *l^ ja min als Suppe vor linsf* ^ald ^i^ 

p Sdp^ 'w»*t!bH, iiB'ii ntih setHe aiieti <ias aUsgelot^ti 

Fhisfcll M dle1l\tiHie fcomi^e^; alteiri dfeaes war voni JE^enslelr 

iHiHA^I/ta^^ it63 iA dii &rde gelaUen uiid siebe'da -em 

t4lr f^MfcU^g; ehM die leliteh Bissen! ba'ui>erBet Atf^ 

4ib IMifer Sd^^eken; !({« sahCH den ersteti Theit tet Wen)^ 

iSiJiiB^Mb^ and tefOrelfUten nun ganz 'na(br¥rch, a'ats aue^ 

ilk-lwei% hf KytoHuiKit gfelien i^rde. h sejhei- Verzwe^ii^ 

ite Wi^ rk^ Hu Viitmthi aus* der ^fege iind welh'e M 

iblt^''^f«IUtdkflleideB; ibei^itre Mutter kam-scli'iieft' dT^- 

iWMUb ^i^'Mgte: ,,'Niite liii^er Kfnd nicJfiV wir ^v»l)^ 'g 

inber^ a«f em BreU gebunden, ihs ^eer wef^/ dknJL iaa'l 

«iir«iten, Mlh ^s wtfl> Nifn gut, <)er Vater slan^ voo 

tthetik' Vfll^fiEe' hB ) diYein er hatte schoh' liut de'ui messer 



9 Sieba Biuid 15 dei Archifs, Seite 3<6^67. 



esser 



- eipe'ltJUine. IVunde in 4*?. Kn^b^. Pntst g^t 
Mutter nahm das Kind in ihre Arme, wickelte t 
eio, b^nd es ^uf eine,Plaoke und g^b es m den V 
. , Daaarme Knablein wurde von dw Welleo I 
tiis. es esdiich bei eineni Klosler, das auE ei))er In 
laopte. AmStrande befandt'ri sich Arbeiler; di 
^as Kind ui^d bradilen ^ dem At>t^, Der wpr «ii 
kererMann: er behielt den KJeinen bei lich uni 
Djie,jZeit ver^iu,. ein Jahr folgle nufe aqd^e, u 
K«a^p wurde em tiichtiger Junger Biirschp. 
^erju;||(evachs^ war, befriedigte ihn aein einsamt 
nicht mehr, und er sehnle sich nach dem Festia 
W^U kennen gu lernap. Ejnstnials aftseerte er di 
c^^Qaeintn PQegevater; d«r sag;le: „Nun, w 
](^angeweile empfindest, so geh nur, mein Soh 
Jiiogling wurde also von der Insel auf das Fesi 
^erudert, daiait er ginge, wohin es ihm gefiele 
sich auch gleich ans, Wandem und - waoderte lai 
uin an einen Orl hi kommen, wo er Arbeit i 
fantle. En^licn erblicktf er einen Bauerbot u 
ein. Der.Hausherr war gerade im, Walde und 
aoivesend; sie frug den fteisenden, tv'oher, er. sei 
Gevyerjie er Ireibe. ^Ich bin ein unbeschariiale 
er zur'Antwort; „ich konune hiertier^ um %a erj 
Arteif und Br()<l £nden. kann." „Nunr Arbeit 
bei -vns", ^aglf diq Frauj ng^h' unser FiubenI 
flahin komaieo i^fterDiebe und stehlen sicb wa 
Armbrust mil, una erschiefse jeden, der iii die 
Der BMrscbe war de^s zufrieden, und ^^^b 
Sehiefswaffe an den^eriviibnten OrL Auf dem 1 
ein gr»I^>er bphfr Stein; in den SchaHen dess< 
•ich und spahle nach Dieben. 

fls .wabrle, nicht iange, da liefs, eiq Gefi 
Wald* sicb hiirenj der alle. Haushecr kam, 
Zaun in die Hiitung, brach sich eineSchurze -> 
woUte damit weiter nach Hause schlendern. I 



. *«^*--— *^** • *^^ • 



17 



dem ^s afoiit en^iingM War, scfeoss nuch iMi uwA irtf ckn 

Akeii so gut » dftss, er auf der Steiie lodt blibb. Dmih gitig 

der Jtegitiig auf den B«kMrJiof. Mrdek ond tMiMtey dass 4^ 

wirkfieh ^inen Diei^ itfcndergiBdehMaen babe. Non, dies Wm 

der H*iasfraii sdkoii gaoz tieb, nliein sic batte fur den Jiing- 

ling Iwiae' Arbeit diebr, da ibr Mann noeh nicbl smruckge- 

kehrt war. Uniterdess kam die Miitagsteit berah uiid die Frau 

bereilete- aan Mabl imd gab dem Jingling sn essen. Er idb 

sich salt und nriiledann aus, die Heimkehr des Herren eir- 

wartcsd. OteZeti vergHig, es beginn^hon zu dunkeln^ aber 

von dem Allen sab nan noch keine Spar. Da kam seiner 

Frau elwaa in den Skin, lind gie sagle zu sich setber: iySoHte 

mein Mmn >ieileiaht gar der 'Ersobossene sein ? Ich njuss 

sclmell g»Ii«i ond ntsehen ! '* Sie eiHe in diesen Gedanken 

nach der Hflinng, und der Jdngling begleitete sie, urn ihr die 

Stelie su Jieigen> wo er denlKeb gel5dtet habe* Als dii^Frau 

dMLefchnam erkannle, ri^f sie: Unglilckseliger -Fremdiing, dq. 

hast mtinea Mann erschossen ! *' — „AUein tcb babe ibn ja 

nkbl gekMol^ iiebe Gebieterin^', verseUle der junge Burscbe^ 

>,ifie soil ich «nen Unbekanalen kennen! Ich musste ibn ja 

Car eiilen IHcb Ibaften^*' — Was bfieb sii than? Die Ffau 

komley wem tm die Sacbe recht erwog, niemand i>esehttt* 

digen; denn me stdbet batte ja befohka, jeden :ni^dersuscbie8sen, 

der iii die Hfllung kihne. Da nicbta mebr zu 8ndei*n w^ir, 

so worde der Aite begraben; der Jilngling aber blt^b nadi 

daoi 'Woasdi* der Wiltwe auf deoi Gule, daimt sie eineli 

Measioh^ inttte, der die ttiaaadidMai ArbeMen thate. Einigc 

Zeit daraof nahm die- Wiltwe den Fremden sum Ehi^atien, 

da er ein lediger Mensdfa und also nichts im Wege war. — 

So'iebten sie derni ausaoimen, und eines Tages Iraf sich^s, 

di^ ^aie genaeiasefaaftiieb badeten. Da wurde an der Brust 

des jtikigeii iiannes die Narbe von jener Messerwunde stcht-^ 

bar, die erals IdeiAes Kniiblein erhahen, und seine Frau frug 

ihn .g^ch: i,Wiss fur eine Narbe isi dies?^ Er aniworlete: 

4ch iMW niebty ob ioh sie mil auf die Weii gebraohty oder 

ob sie TiM 'Ciaer Wuude herrubrt, die irh vielleicht ak Kind 

Ef««isitu|t.AMUT. Si.X¥U. H. 1. 2 



hekommta htke." — ,iNiui, w« hist dti ^vw-gebo] 
iHe Fr«i. — „D*s Trass ich auch nicht", gab er at 
^n ckiemKtofflcr Un ieh aHrgewachsen, und dabii 
«inst, Hut tititai Btette, vmi 4ta Ueenswdten g 
^Wche mir, wche!" rief da die Frau, „iki biit m«i 
icb Mchua fir todt gehaMen hMte! Acli, iaa Wot 
fremdlingD ist (lMh:wahr (^efvarden: itr W«)f li; 
Ijefreiseti,' tind wir sind nuii verheiratb«t, naehdei 
dciBcn Vster getfidtet hast!" — Da entsetate a 
junge Mann, als er solches hfirte, uad Beideo vi 
Hdx EU Muthe. — „Wbs woilen wir nun anfan 
flobhe Dinge getfaan ?" fragle der Sohn aeine Abtla 
•ntwortete sia, „raie sogldch ab, und lass gvl 
kiradige dir sagen, womit iinser Verbrechta get 
tann." 

Dcr Sohn folgte ihreni Rathe , begab aich 
itnd wandette mil kummervoUein Herzen eine 1 
Kch imnier vorhaltcnd, wie schauderhaft er g 
begegnete ihm ein alter Mencb, der dn Buch 
hielL Der junge Mann tnig ^iesem tctnc Sach 
dSnete derAlte setoBucb, blitlerle uberafl lieni 
cndUch: „Was du gethan, Elender, kana mt 
w«rden, ea iat tu greusoiiaft.'' Oieser Beach' 
deo uBglncklieliea Uann so ubeJ, dass er aeir 
bemeblern kennte und den Mdnch out viDen 
todt su B«4eii stfCcbe. Darauf ging . br weil 
water, bis ihm en aaderer nMh iillerer M&nch 
dieieiB eraldilke er' auch, wic er aa teinrai Etlbe 
daaa er suWxt . noch den Greis erschlagen faat 
rcdete aali in sein Buch, uod gab ihoi denst 
wia jener. Als der jnage Mann dies horle , 
Neuem wiithead, ersoUug anch diee'en Monch 
Wandcrung fart. — Nkfat lange OacUier k»tn 
Kkksleriiruder' mit Bfichern luterm Arm ent^ 
putge Rlanri eniihRe ouch difcsem seina Verbfi 
vagte: „Hein«n Valer habe idi ongebmchf, n 



.i 



ei«Al^n,ii.wteU sia mist teglM^ iiass,ij^s fiir ^lokhtiThttei 

MiiefiiMdKr, iilMilegie. ((te^Weiidben,' laaA •ptaoh dainiL ti|i 
im WnBderer: #Keui Votbieebsn iai «p fffofs^ dass.ei nkht 
§flilkat,i^erdUA'kdMi^afVienil4iilr diaiieue au(ritbiig i^ ibr 
Mb iMM anlrfMiieii *FeUmt|piheni; in deoFaitteii iinM«( d« 
e«iB9 Bmnmn, fcaiMiv bit^ endlich iWasser hexfmfkoinniA^ tmd 
Mttll«tbMdfDua% CMi aabwdr&es S^af aui dtm At mo halieiriii 
H.biga fi4tk.Rfm49 «|ek«n^i>i3 ulic.Farbe dea Sebaroi weiaa 

«Mb dertjuagf^'MaOB 4iea gefaSrt h^tAe, dankte. er ftir.den 
lUih, giog wieder nach Hali^ Ottriiek^ .uttd berifhUta aeistr 
Nttlkr, mai^ <Wr MSoeh.gMa^ Dann atiegMi aie .selbander 
aaf dta FaU^A, 4er Sohn oiil eiiieni Hauaiieo, um deo Bcuot 
Den aussuhauen, und 4Ue Muttar.JHit «ki^i» 8(^faivataea Sehaft 
aof dea Armen. Es verging viele Zeit, und der junge Mann 
arbeiteU beslandig, aber wie sehr er auch sich plagle, es 
trocktele nichts. Nun befand sich der Felsen dicht an der 
l^^Aterafsey und es wanderlen gute und schlechle Leute vor- 
filer. Eines Tages kani auch ein sehr Wohlgemuth aussehen- 
i^f feioer Herr, upd fragle d a» Mann, was er da ihue. Dieser 
eri^larle ihm die Sachey gestand, dass er Uebehhaten zu suhnen 
l^e, und frug dea Herren seinerseits, wer er sei und was er 
Ireibe. ^Jch bin% sagte der Herr, ,,ein so geschickter Mann, 
im ich krutnune Dinge gerade und gerade Dingo krumm zu 
Q^ea verstehe; eben geh' ich auf das Landgericht; auch 
dir kann ich wohl helfen, wenn du nur dafiir zahlest/' Da 
cfgriouale der juoge Mann sehr> dass er so harte Bufsarbeit 
thuQ musstCi dieweil Jener von scblechten Streichen lebte. 
seine vorige Wuth brach wieder aus, und er schlug den Herren 
^ seiner Hacke auf den Kopf, dass er todt niedersank. Kaum 
1^ er dies gethaDi als es Wunder zu schauen gab: der Fel- 
^ offnete sich von selbsi zu einem Brunnen mit Wasser, 
^ das schwarze Lamm in den Armen seiner Mutter wurde 
^fiisa! Beide staunten sehr, aber in dem jungen Manne stieg 

2* 



jeUt cioe neKe Sorge auf, iridem cr b«ladi(«, wi 
■«uen Todlschlag slihnen sollte. Was war zu thun? 
lich zu demsctbcn MSnche, von i%at er vorher den 
pfan)^!), und erzKhke, vrai er gethan. Znerit sag 
„der Bninnen iii fertig und dsi aehwartc Lsuiin isl 
wordeD." „Ei, wie k«[niiit dies?" frug dgr Greia , 
eigentlieh erst nach aechs W«etMn roil euerer A 
werden milMon." — Jetet ftihr der Junge Mann 
Herr, der sich ae und so gehaMe, k«m lu mir, tmi 
ieh todt gesehlagcn." — ),Niin, um lo besier", enl 
Alte, „es ist gut, dais du ihn getodtet hut; denn 
melir beleidigt, als du, darum ist eucra Bulacvei 
wordea — jettt kSnnt ihr ruhig leben." 

Auf dieie Weise wurde dat sftndh^e Paar s* 
thaten ledig, und lie leblen •dtdem gllickli^ sus 
Frau all Mutter, und der Mann als Sohn. 



Him Mfthieheii «ttt item fiwiiseliem iUreIi«« '). 



Bi^ war einmal ein Mann, der ging auf die Jagd. Indem er 

10 ^nbersehritt, gelangte er ansUfer eines Flusses; da begann 

er, rich umstischaaen, ob es was su schiessen gabe. Baid 

kaaacn drei Enten sorglos an das grasige Ufer geschwommen. 

Ms der Mann me gewabr wurde, duekte er sich hinter einen 

BMach, am vor ihnen verborgen zu bieiben, bis sie naher ge* 

k»«uiien iwaren; indeui ^r ihnen aber so auflauerle> h6rte er 

wtvnderbares ; die Enten fingen neailiefa wShrend des Schwitn- 

veais aOy mil einander sbu plaudem, indeni eine sur anderen 

ngt«: yywollen wtr nicht an Bad nehmen, da das Ufer bier 

90 niedrig un4 sehdn ist?"* So sprechend ^tiegen nezusaninien 

MS Land und verwandelten sieh augenblickli^ in drei reiaende 

N&^chen; diese warfen ibre Kidder ab und gingen wiederins 

WcMser, um zu baden. Der Mansi sab dies in srinem Ver- 

•tei^e und dachte: da diese Madchen so scbon sind, mdchte 

icla wohl die KMder der Einen an mich nehinen; vieileichi 

kevmn icb auf dtese Wdse ein Gesprach mil ibnen anknupfen. 

I)i^ denkendy erhob er sich sachte atis seinem Versieoke 

91^ beiniBch auf die Kleider Jos, wihite das besle davonj 

*»»^>arg cs, und ging wieder in seinen Scblupfwinkel. 

^) Der 6nni»ehe Text stebt 101 zweiten Bsftdt der SaCuJa ja tarU 
fl«i<a« 



) 



!* 



99 



tei Mmn so ^sieh konunen und sagie: ^^u slebtt in Rufe, 
Ailes vA 'gnȣBer Kiugbctl Mmzvitahren; bevteito nun, dast der 
Roff-iiiciilfMgel; du toUst mir bis iD»Tgett itiih eia Tischtucit 
mmkeUf auf wvlcbein Mond u»4 ^eriM dar(|^stellt «nd; kfc 
das Tiscbiuch in zebn Stunden nicht fertig, so haat du dcin 
I>#kta verwirkt.^' 

Ala d«r M attR dH» gehdrt, rarliess er kumniervoU die Uoi^ 

bU9]g immI gkig^naob Hause. Er balle seitier Frau noch nicbis 

gwffligti da las sie schoa in sdaen Blicken, daas etwaa voi|;e« 

ImU^^ act, «nul fragte: ,,warum bisl du so traurig, mein Liebar?'* 

^^eM ^^^^ woM Ufaaohe dasu**, aalworltte er^ und aagta ihr, 

^«^Jcr Kdoig iluo angemutbeU ,,Maeh dir darum kein^ 

^V9ft\- rerseiMbe sie, „dcr Morgan ia( kliiger als der Abend; 

Iage-4ich4 aiir robig achlafen.** Da der Ataiui nicbU anderes 

n ^km wussie, folgte er dem Ralbe seiaier Frau, und schlief 

baUtin, 4ie Fran aber darebwachie die ganae Nacht arbeitend, 

uttJ aia ihr Mann am Morgen aufsland^ war das rerlangle 

TisdUttch mit Mond und Steraen fertig, und er naboi es und" 

bMabke es 4iefn Konige. Dieser muaterte die Aibeil sehr 

gaai^ komnfte aber niobt das Geringste daran tadeln,. so sor^ 

fi%4md fehlerCrei war aie ausgcfiJ^L 

Damit Jkam* der Mann jedeeb niebt davon, der Konig iiber-* 
Jcgte MU-, »^i» er ihn auf andere Art verderben koimte und 
avdiift. daruoi wieder Kalb bei soaea Grolsen. Nach kuraeaci 
Baamien. ^fciubicii dieae daa Becbte gefunden su habea «^ 
aie kildeten aieh viel auf Uire KJugkeii ein — und mel* 
n^i^m- Kdnige, ^i>aa. ibnen eingefallen war. Dieser berief 
Maoe wieder a» sieh und sagfce ibm : ,^ sells t in meiaer 
iaifiilagiuTniii eiehl ao wekin gehen und nicbl so was 
baia§ee; kaiegal du dies nieki fertig^ so kouMiiai du um deinee 
Bepfi^^ Bm^. war ein Befeiri dea keinMeaach verslehen konnie! 
I^t'ueglitekiiclie Jfoon ging sehr niedergesehlagen wieder 
^Mii^< fJm bug aein Weilxikn wieder , 'Waruui er traurig sei. 
i4tk^..i«J| Jieb6 wekl Uraacbe'^ ent^agneU er, „da der K5nig 
eel^.^^gg 0tme Uraacbe (]piMlfc*\ und erzahlte waa ibm ange^ 
^'^^Lstm^^^^ ' ^'^^^'^ ^^ daruip^ keinee* fiooimdr**, si^iCe 



d>« (fraa^ ,^eh' rubig MhJaEen, ^r Morgeu islktiif;i 
Abends vielleicbt JSiil sioh R»tk. adialcii" Oi -non 
vor Venlrufls so vneh&ptt war, dai*. er lu oidnlB n 
iMttte, lo f(ab er dem Zweitn seiner Frui Mwh 
sick uur Ruhe. 

Ats die Frau ibren Mann feat eingeschlafen sa 
sic sich wieder an eine Arbeit nod niibte die gi 
fleissig. Auf diese Weise bekniu sie ein schoBet T 
fertig geniiht, und nin Moi^en reiehlc sie eg ihreun 
sagU : „WeDD du nun gehsl, Pr^ndchcn, das rbbm 
xu.GUcben, tvie dir belbhlea isl, se funeble.iuebl 
Biapfe dreist vorwilrts bi^ du au eineai Baiwrhaiu 
in. demselben Hause bringe die Nacbt lu. Siebat 
etwas Ungewohiilicbes, so sei ohne Sorge, hiinge < 
deine Mulse und Handscbube an einen Nagel,. i 
dann loi Zinunei' hen^n, als ob d» zu Hause wi 
Tueh schwinge dabei bin und her, und wisehe d 
Nase, damil man es seben kano." 

Der Mann machle sicb auE den Weg» und wan< 
fort bis sum Abend, kam aber njchl w csumd 
Doch macble ihm dies kcioe BekummetniM, ei 
immer weiler, his schwarae Nadtl ward, da kam 
grofse Burg. £r tent in den Vorhof vnd betract^ 
biinde, an deni er Wunderdinge betnerkle: ein d 
gebeader Zaun war oiis tauter Knocben erbaut, 
Spitae jedes ZaunpfabU sleokte der K«p( c«nes M 
«ner der Ptiihie war obne einen sol«ben. D 
Mann: „Hier kotnme ich ara, wenn ieh ua^omi 
icb gehe doch in die Burg, da ich einiual hier 
also und ging in eine Stube, in weloher. nienat 
sehr dicKcs altea .Weib jBit,laD|;ef. Naae. Ala e 
rief die Alle: ..,iei swb^doch, mir verli^^te eb 
sohenfleiscb, der kommLjeUt ger^de recht**. P> 
vnh] uianeher sicb enlsetal habea; alleln.d«r. 1 
der Warnung seiner Frau,. danioi,. iMfaoa .er 
ke^ NotJK,. sondern.:;bipg uUin BaMadL ftam 



'.n 



3ip 



miillinliir "^'^^'^ Na^oi aM»^ begetti in im*&aite md 
inimeir »w««WeB4«rti, «!• «^ ef -daheiaa wSre; Mgkkib 
i^nlrte «p. *« *0B- 8«i»*r Pran* gcnihte Tascheatatk ikil 
(kribnd, oder .wftscht* ^niit a«M»e Mase, um «ft.s«iM*<aii' 
luMD. Kaum katte. die Altie ^a« T«*h btomrht^. al^ ate^j,^ 
^MiUcbev. TMe sfegke: ,»£»,■ -^u Mit j* der Chfcgalte. iM|^ 
ItdAw nmer Mdnae! ^wh diarf ich nickt iMtfen; w»nm>' 
M^'aber. hrarlMr' gewandcrt.** ? - D#r Anlr»«Uiiling «MiyUt. 
il8..mh ms'far eat-GMchmft il«n< dier K«wg.^iarfgetenda*« 
„Wi«"? »p»ath.8k, ,y«« solah«s GtmehUk fiUiH dich Merii^?. 
BB^, mtUaMbi' k i wtP wir ^r faolfco^! I>«n ^{ii^lsM-BurJ 
mr Uhos! uad rief nut siarkeir ^tinune: »MafiB -tetaiest 
DiMMyhwi^ AU» faerbtt?* ! t S«sloteh hatt«<HAaB ijiiA»<«arfs 
Getiw, dtDB >Mhon liaitflA-'sie nchimVotkeh rtrgatptmlitt' 
D»i% *• Altes- „M»«8i»t ihr-, w>as das -bedtitMr >ilicte<»d< 
inUi<gcin»w>4inicht se W»s bringen'^? lile jurtwottelai' 
wt'Bft ♦hvenSiiwinar „^?rwr. wic«a'» nkta'V . fy A!Uek«*> 
m.4m ftwfoB; sn^dor.forl ««»^ ' »*«•• m d^.*la«na: ^idi, 
VM.anadMntr Saab« »iebt JB>lug wevden; ^tdMsabntsiMitevj^ 
l».4l.«ttaii«tatwl«re».B«rg» • w»« diett.i>t; Wwa*,. dfe 
mkst meme Schwesler, die verschafifl dir vielJeicht Kuot^. 
. hi» >dto 4knik dies gch***> ««fe*«» er: votuder Altetf und 
wiMl«*e:t*wlefc B»'Wg«rt» a«ho» *" duBkhto, ais «r cina) 
aders£«rgv«tMkhla. Hi«* woitote wie<fcr «ine>Gf6iM^ dis. 
alMr.ao«b>dick«r.tod lang>»»»»ger''W«'- ab die «r»fce.. AlaidieM. 
aaitiastadtt idea .Matoea «rkatoa»#V daas «r nijkro £ailiiiM' 
gdKiMlb^ imd..die-0r8ache f»#in»^^''wtf' vafB6BiiiMMi.|ialla,'» 
riaiiaia,; wi«die «Me grtkaa* «!*« »»»" Dianer «aalnmei, on* 
Btalhn ipan Arttelb© Fra§*, aber dwae \TMa8taB e»aitdi.niQto^ 
Bai ven^adrndate die Frau d<* Mann uod^sagleilaB: :,^! 
iaxliaaef<'ittKl ^enar Bidrtang, ^ mlral.'Aim, einer atMieceB/ 
Baif.falaiig«i«i w* iwk woch «li» SoWeatat iakettj die k*m 
lidkkbl A«tlk..achaiAr; -wo «***«; aa.arhlHal du. garlMiRan'V 
««.l»M •wiAuarl Da» »»««» daiAle «r die Waisaig :taw|! 
■adita akh -wieAat airf d«» ^*8' Ala «r ^an ,gife«.B Tag 
gm»dcffi»hlMwfSUr .abawa^ »w »«ch»,iin leiwuBwjp^ «a; 



reiltanie AHe wohnte, die abw^faH- VM 
SekwHtem \m4 .nii mch langerer Nue. DicM r 
rail»<ilw«iDMn«r lurfau, uai in dar -Angettgmheit it 
wn4tBD etwM voB ihne* hi . cniNhrcii. Gleit^ na 
Aifan liirtQ umi uin dw Burg tMiun eia Gtqia^ 
(|inck,'Wid>'<fer ganc.H«f IbIU» aich lut FTSwifiMt. 
Pni§e iderAltM sagten anoh dicM: „«» wisBra 
hW^mb «s wM Jrfah gar keinei", frug «« wiwter, „ui 
Mkak aJle WiaannMn''? „NoDh »l dor altMteTQu uo 
iMm die Fr&s«l)e, mid'it^eieb kan aach der akc 
wdeS'Jiof gehoftL Darauf' frug die Qtamt wiod 
w-Mfpeodw WeiiK-„wittet«il)r, was daa istj und^ 
diMe»Mu)« Kieht-so-wa* laulel"? „Ncin, daa 
oMhi'^h gaben m wiader.8UD». BMcWide, aber 
Pnnb.liupkd >wi dis^tau Jwran uad aprach: ,^h 
wat>ihr Tatlangl". Darauf sdiielta sie ihr« ttbnj 
fwl md baJahl dav all«» Frosebe, tna .aaM -aadei 
iHrUofaaiivedurraa, watt own ihn d«M gabriuo 
daatMarwc abar gab- m ■■ ihiwr Bong raiditieb ■< 
IK tri i l n W' M d bWcHate ihmj aU ibrciia Vanran^en, 

.I'Ali dtr ftlann am aBdoran Margwi mr Abwisi 
fiUttic ifan die jUta au dem fveadie und angle: „; 
■m Mrtar diaaem fraflchabcr uad-fcroliUjiieliks, 
du Mliaa ism Zweck demer Rnae". Oer Mana 
vraUi tnd l&eaa sich vaa dam Kmache,- dar v*«ttin 
da* Weg aetgmir So-wandcirten-iia Miaaammft 
Ahmd mid kanea andHek an «i»e Biutg ^ . d»r}«ai 
V** I'wekber^ lia aafgebrochan. Aaadena Uota 
Pi«wb aaf die.Ba«ipe;'idd.MRtte a>*h die Thti 
van «alber. Sodanni hitpttt er aoi 4an FIud^ -48 
aMfc- dia iitabaatMir veo selbst; tr hiipilto hii 
Ham MgtorMwb. id den Bwlan dar Stebe wwa 
LMh^4a ilinein* apraag- d«r Frsaali; dar Man« b 
rial, aaad mi -tftaug ibn iwelt, vewank ab«r bi 
i«v uqNr' dm 'Bwlni aft dais wwaain eb«ri 



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gen ^vHATd^, alletii ts war niemmi'to uhen>*«9d» 



liMv Nftf^ csmer MVwIe ward eifhin zw^linge itti** 



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>^^,em "Joger M schi>n«in Aiumge. Dieter warf ^fn.iig*. 
$^^|lh A> ^nd sdlitenderte 4arm in dtr Siube benm, dlni« 
?>J^^ im-Liswhe stelienden ansmrecfeii. Naehdefli «i» so 

t«i iipvanr, ^gte er* dodBek* Icffta 'Vor:sMi Uae 
^^l^cV\V>*%«^wft»r^ ^Was?'V€«tgi^gB^e eineSteflie «Us dni» 
j^^a ^ ^ ^jBikig ma fiasen^^ sagie iter Mam wii^giag^idiJMi 
^g^^ft^HEier %«i "inM abK. Ala cr diesgesa^ kom dii MhdterTiadb 
^a^OL %m ^«f«B,. 4«t vflJl Spieisen Uttd Gebfa«k# wan DeptA»4* 
g^mmflleQe seiifte steh davor, afa imd trank sieb^ aatt^vink 
Amm vife^d«r in vdriger W«jse^2<^]cht-a<Hwa»P' JfimV* 
im Stiaune wk i<iv<Mr« ,yNiiBa )ioH^''.taagta. der-ilaiMV 
^^d sogieieh war der Tisch Terschwund^j DafMuf^dflMiii 
.lJ%w 4m Tbdre md ging writer hinamai 
Dee tm -ftoch^ aUheada, wtkher fliitfitoattMtt.iAttM' f»« 
rakan und gehif i haUe , waa in der Sluhe vmphg^ vmfik^ 
dteWoHe dba Jigen gtU nod d«;ble: i^nui^.kieftilvtetit* 
|a TMauchmi ob 4eh abao das bekMsiaa.*' iDtmm miffH^ 
tapPMbe fai tdaamTme: ,^eh^acKvraaPV--H^^W]M%^*^vefl*A 
dtie Slimme ebe&so^ ,iBriPB0 Baaeni^'i ^ifiM^k dbrllamf 
kam ein Tisch in gkiah«r W«lse wk ilwaa Vwarajftt. 
er %a Acm J^ge^ gekomjiMis; rnir war 'diewnr TSaA *»•« 
^y&gta !^ ^ BO'^daaa der Maanf im Loeba «tehaaid ^ ms$m> ^"*** 
^Wieh 4er MaWttil sagl% ^r ^vMar:i „«W*.ao»«'»«^^ ^**^ ^ 
fiifikbtr» frtifr: ^Waa?"- „Niiniit foi*r> ««^^ ^ ^****^^'^'^ 
ghAi MTsohwAtid ms4tr 4^ ganai* Tiarth -*>^ ^!^A*» 
Hmqi- ;,0fe iftli woM di^aw Uaaicblfcaaren z« «*****^^^^jSk 
lWiaaa»«ttkatiii?''tiwlt^radkwiadMi- »>NHjhl-«*»'"'^^r^^^Mh 
*%*ilie;*<&lkai«e. -^tofc g^ aua -^om, fcoJ»*£^.*^^\fiB* 




■i9tt Lokeha nni' ging auf den Flnr; dttn MtH 
err „Nieht-«(»-was !" „Was?" enlgsgnelc di« 
'Un Mftioif'iin Pliir." — „Db bin ich bieh' scl 
itit gvlv' dan du da bisi," dachlc der Uann, Bchril 
llHk auf' (Be RwBpe. Jttst fliittM-le « tticder: 
'fea!^'— ~ jjWas?'' frug die Stimme. „ldi gehe 
htrabe.^ — -.^ giehe ich miL" — "In mir rec 
I," dftchtc der Andere and ging eine Strecka i 
r'M'' ihm wwder sein unsictitbarer Gefiillrte ei 
•ith; ^ der auch jettt noch um iiiieh iit?|' E' 
: |tNtclit*MMWa8!'' „Was?" gab die Stimme tuiij 
'Ltual BS casen "' sagte der Mann, und anf der f 
Tbdi'wieder vor iko, nnd der Mann ah sieb w 
teSpeisen n gut Waren; naehdem cr aker gege 
M Tisdi auf'dieselbe Art, nie das enteMal, w 
!;4A uiid daohle: ,itiun, ea ist gut, dass der i 
M-te<tnit gtht, jetet bat es keine Nolh -mehr, A; 

Wohlgemuth ging der Mann fiirbaas and kam 
WMiderang' an 4cn Strand det Heerea. Da 
;■>' GnlfcnMing cid-Sehiff, welches ina M*er hii 
■gbnn die Schiftir attaurofeD, dau aie ilin ge. 

pitnalMien vJiehttn.' Dieae Icamen auch mit 
Boole, ihn abmhoien. Der Mann stieg ein, fui 
Getthrle mdchte tnrii^l^en, er spraeh aisc 
*il-i^^»!" Ba enlgegnete: „WaB?" — „lcl 
CiAb^"'— n'ch deagleichen ," war die Antivi 
i^aas'idu vs tHs^," dachte der Mann und fuhr 

'Mf dicaem angdangt, erktmdigte er sich In 
leiB GtcfSHrleBoch nni' ihn sei, und der Uns' 
Me'Wie gfewohnt Daa Schiff segelte nun 
>«iaeaSpa9B es madien, liess' der Marin dure 
Mreii^ iHener 'jenen Eaatiach herachaffen un^ 
kite die gance Mannachaft. Die SfeKiffer be1 
1^ d«i ' wonderbiren "Tisch durdi Tauscli 
I MMh de likttfta A Wmderg0r»h, nAfaU< 



'oWkmi^'^wm. .w: 



ink, anf den num mir dreiaial mit Mkm HamMier -iA^sdikii* 
g«D brauohl»y so kaoMn zwiM sUrke Maimer Bum Vowrtnin 
ondthalfii VM mail ikmea anbetahi; diesen AmiKafiiiittivaAft- 
^fi^ ges^ ien^U'wAf Ton weLehein dtr Jtfann sie.MolK- 
iligl hade, austJAusobea. Nun, man liaodeUa mit riawiiai^ 
omI der Mann iU)erlieas den Schiffarn actnen 'fiaoh and )mkam§ 
aa dess^ SieHe ienen Ambois; aliein mit dam naaifibtbaraf 
GaBlataa sprach ^er Mm Tausche niciiU. . >.. i it. lu; 

Endlioh waran- ata am Kiele, ihrer Maerfahii; daa^BcM 
liefia eineo Haien em, and der Mano.siiag, mi4.dem.ailiga»* 
UaichteR Ambo£i ana L4Hid. Er waodepta..aitiip Zaiifaalg iiaaa^ 
warts, bia er miide wurde* Da daehte, er: ,^aAn mciB mm^ 
licklbarer Gefahrle mich noah begleilen aollta,. ao mioble iah 
jtlatgern eaaenr Er sprach also leise: „Nichi-saMn9)iaal?VX>ai^ 
au( frag ea wietkr: „Wa8?** ^Ichliabe Lust an esaea/* apaadl^ 
4er MiMi; und sogleich war derselbe Tiach iiaicdey da mid 
wohlbeaeM mil Speise und Trank. Das gefiel dem Maaoe 
d>eraa8 Wohl j is seiner Freude betracblele e^f bald dan iUn* 
Ma, bald den Tasoh, und dacbte: „'s iat .dock gui, da» iefa 
tva solehe Gei^tbe haboi da ist von kdner. Seite i^s an 
Ud^enP* £r a(s, e^ verw^ie an seinem Tiacbe und irank 
viel, bia er sclilafrig wurde und die Anfan ibm aufialen« 
ffWoUan** dacfate er, „ich babe |a keiim Eile,*' waii aadt dee 
Uhiga nach auf akn Rasen vmd schBef ein« 

Wie standen unterdess die Sacben auf dem SebiffaZ Die 
Miaatr vermetnten einen gi^ea Tauscb gaaaacbt j^ babani 
absr was b^ab aicb? Ala sie eihe Mablaeii baiten moUtan, 
da war der 8ch5ne Tisch toril Man iiberlegte die Sadm wU 
iprack tu ekmnder: ^O web, der Reiaepde bat dan tAajdmfc 
▼aa UB8 bekommen und den Tiscb auohmitgenmuamnlT Wak 
war su llian? Sie macbtea sicb auf, deaa Manne.naM»n» 
jagea, pb saa ihn noeb greifen kfinnten. Da er mm seblia^ 
10 wiirden sie ibn leicbt gefasst haben,. aliein sie maehMi aail 
Gaachrei und Gelrappei aolcben Rmnor, dass der Man^ mat 
ihrer Ankunft da von erwachte. Scbnell auEspringend, begriff 
er gleicb, dass es die Schiffer waren, die ibm nacbsetitan. 



«Uaf m Kiiior Nrth dreimJ Mt ^m Amb 
■«Al nvSU Manner mi triigm, wwu num 
iK die Schiffw, Jie »«■ •"k"''"' . ■""'" 
,. D. BOUlmJ .in gorallipr TiiniuU, »n 
eH« aaf die SchiBer lo», do" •» b<HMlie 
• unil endlidi ibiw Liingn oaok »>» »<«'«" 

w»dI^ ».welw>nde». 4I« »"■ S«il«« to 
r in befiirclilen iKtrt iw d«t.«ta»««iM 
On«lehlbK»i Obhnl unj ging, «»»oi Ai 
tr BaU eiMichte er aeine Heimtt vni 
, dv kaniiliehanB«s Hiet fekfl. miB . 
.eii»rF«m mit deiKtoig. Sllest.in Sohne, 
iuai tiaufen VolkeB «ch mengend, hioain 
■abr golar Spielmaon, so bal ar im> Erlau 
mg der Loale olWai auflflelen .u durfco. 

ibm, und er .pislU! « achiin, dasa AUa ih 
dan. Auch die Btaul labile Tk«ilnahm« oi 
a diasaa SpiebMima lu Irinken gebem vii 
. IroMieh mid apiaU nacb beaear." GWc 
, P«ll. BtannWein, ond die Brailt feiehto 

tiknar H«»d. Ale «■ die Palle amplangel 
■ Trink* aaineil Fingening hiaainfaUen, d 

bkkainneo, imd .lelKa ibr die leere Polle 
,„l bemetkta de«R.ng aat Mm Baden d<r 

^M»li und aagle: njabrt hea' ich «■■* ■»dH 

Kbaics'tnuea^ iMd wann 'if laieb in dre 
5 giaia arller Sdlle ill no* al* Lehen!' 
I dde SaelM-, •» apracheh: ;,e» iel dieser t 
AfEdD auf ihd ehi; der Maiin aber acblug di 
iloU die awSUiUiiuier kainen ihaax« HUlfi 
I naie Vott, ja logar die kanigCeke Fami 
1 die biakeiigBd Gewallhaber nichl mahr 1 
r Hub aain Weft lurack imd witrtle aell 
,g, >ro ar naeb jeirt gblcklick iel>l. 



'' '" Von Joh. Arl. Lind»lrSm'l. ' ' ■ -' 



olhig scheinen, jetzt noct 
'(3 fleimat za streilen, da d 

' Werk'e " so griindtich b 

in dem Hauplpunkte, un 
If, mil Kunik nicht uberein 
er Bezieliung nichts Ande 
neine Ansichlen von den seinigen ver- 
rlauft: der Abhandlung dqrften die Leser 
hi^dene Ansichlen zuriicknelune,' die ich 
^_^___, „, , :u beweisen,"das8 Rgrik und seine Wa- 

HerkunTt gewesen ," friilier au&gesprochen 

elches Jelil an Ausdehnung alieSla'aten der 
Ifft,, hat, wie die iibrigen Reiclie, viele upd 
ksale eriebt. Von genr^gem ' Apfiuw Kat 
r heiiligen Rjesengrofse sich einporgeaicpwim- 
it <|ie erste Organisation dieses lieiche^ niclit 
:ho^e enlsj^rungen, spndei-n einem frentden 
gewesen. Von Neslor, dem ersleii Cbro- 
^^j-.«j...w>. ., -islands, der IO06 geboren ward, Kaiien \yir 
^ aheatpn BcficJit , u^ter dieses fieiches Griindung ; '' seiiw 

^ Ifine Abhandnang in idiwediicheit Sprichs (Saom'I, 1*56, S, JT j^). 



le Mnd folgende: „Im Jahre 859 erhobei 
liung an der aiideren Seite des Meeres vc 
Slowenen, Merern und alien Kriwitochen." 
waren die Warager auf der anderen Sell 
man erlegle ihnen keine Schateung; man 
uch xu herrecheo; aUein es gab unter ihr 
igkeit, nn«- <5escHecht erttab sieh- wider G< 
'ar imwhMi Umo .gtsjfitisAfi^ Bikidbckitf 

inander su be^riegen und aagten selber zu 
ins einen FUrsten, der uns beherrsche und . 

nach Gesetz und Recht. Und sie gingen 
'jMBga-Russen ; denn diese nennen sich Wai 
fiwie die Anderen sich Schweden nennen, w 
nlinner, Angela, noch Andere Gothen. t 
uden, Slowenen und Kriwilschen und Alle 
r Land ist grofs und fruchtbar, aber es feJ 
net su regieren und zu herrschen iiber udj 
Njemezen wurden gewahlt drei Briider mit 

Und von diesen neugekomnienen Waragei 
' Zeit leitet sich her der Name Russland." 
berichtel, dass der Name Russland (Ro») im 
ikommen. Indessen scheiflt der ehrwiirdige N 
tinen Angaben nicht so ganz sicher lu sein, de 
ren SteUe sagt er: ,4ui Jahre 852, als Hich 
egieren [in Griechenland] , entstand der Name 
1 wir wissen , dass unter diesem Zar Ruasen 
bis Conslantinopel, wie geschrieben stehet in 
:hen Chronik. Darum werden wir auch hinfiihi 
ihlen angeben." Zwiscben 852 und 862 sind i 
irschied; auf welche von beiden Angaben soil 
verlassen? In einer No>vgorodschen Chronik 
Jahre 852, als Michael zu regieren anGog, kam 
iland aut Uiid ein Fiirst mit Namen Brawalin 
ren von Nowgorod zog wider die Griechen," [_ 
icIuCbrsnik erzahlt das naoalidie iafaJgcnderJ 
(aiser Micha«b Hegnnng (ttekten in J. 662 di 



^•''■^er etc. ffy 



m der Sladt Kie*f mit einem F'Ursten Hamm BtvwtMn n 
diKm Kriegssage wWei- die Gri^ichen." Nestor Rihrt aaaaet^ 
dflnRttssen unt«r ^«WMi auf, die fibers Meer ein#<>n ^^h 



Rttssen unter deflen auf, die ilbers Meer gingen, rich 
einen Fikslen su begehren. Oie Angabe Neslors, daSd der 
Nime 8e» im J. 862^ aufkai^ , ist von vielen S^^fariftslellem 
als untriigKche Wabrheit genomm^n worden, tin^ um dieae 
Mugabe dreht sieh die ganxe (Jniersocbutig Qbfer das Ydik 
Roi. Denn ^atirt dieser {^ai»e ^wirfclioh von 882, so muss 
erirgendwoher m Russiand eii»gerbracJit sevn; ist aber Ru« 
ein teit uraften Zciten im 5sllioheii Europa bekannter Name 
so GHb die Behaopiimg, ^afs er erst imt Ruiik daMngekom- 
meD, von selber. Es entoieht also die Frage: kann man aus 
kwioriscken Zeugmssen darthufi, dads <krNanie Ru^ in Russ- 
land urall isl? 

Viele Schriftsleller behaupten aus gutera Grande, ft ei 



od«rRa« erscbeine schon in dem Namen der alien Roxo- 
laner, von denenStrabo beriohtet, dass sie im J. 90 vor Chr. 
mil dem Pon&chen Konigc^ Mithridaies verbiindet gewesen 
viftd ihffi mil 6&000 Mann gege" d»e Romer beigestanden. 
MSlrabo wohnten sie auf den Ebenen zwischen Dnjepr 
mi Tanais, und dehnten skrli so weil nord warts aus, dass 
SUsbo kein noch nordlicheres Volk kannte. Sie halien Ra* 
stuBgen ausLedcr, Spiefse, Schvverler und Bogen, waren von 
zaMreichen Heerden umgeben , «nd spannten ZeJle uber ihre 
Raderwagen, wenn sie wanderten. Tacitus kennt sie urns 
Jahr 70ii. 2., als sie in Masien einfielen, aber von den Romem 
luraekgeirieben wurden. Sie waren damals schwer bewaffnet 
mk einem SpieCse (conlus) and einem iangen Schwerle, das 
sie mit beiden Handen ftihrten. Ihre HauplKnge batten un- 
durchdringliche Panzer aus Eisenplalten oder hartem Leder; 
es wurde ihnen schwer, sich zu erheben, wenn sie nieder- 
fielcn. Am gefahrlichslen waren sie als Reilerei. Zu Kaiser 
Hadrians Zeil (117 — 138) wohnten sie jenseit Dacien; ihr 
Konig war Roms Verbundeler. Ptolemaus (um 150) lasst sie 
iwischcn Don und Dnjepr sich ausbreilen. Im 4 ten Jahr- 
bttnderi waren sie, nach Jornomles, den Gotheh unterworfetf, 

Ermans Russ. Archiv. Bd.XVll. W. I. 3 



) sie biereits kn 3teD Ji^rhunderft ge^ 
batt«n. Um 374 u. Z. sehultclten sie 
It, welche .dimals vom Schwanen Me 
er Kwiueheo Don und Diina herrsobte 
scbad die»er Roxolan«ff mil den Ru# < 
^ik au[ das hefUgste, indsm eri obiv 
:» Griinden, Itebauptel, die Roxolaner s 
l^des Volk gewesan. Weiter sagt ei 
nur den Antangtdaut gemeiu. Man we 
bifiche i (in PreiDdworteni) den Laut s c 
MB das griecbische Alphabet keiaen Be 

in giiechiachen Diaiecten aelber we< 
Mf vergl. dtaaos, xqufoig neben den to 
>g, xQi^og. Es folgl also, dass Straba 

oxolanoi so genau, als ihm mogJich \ 
ich geachrieben. Noch jeUt werden die 
eremiasen Rusch, von den Syijauen I 
VUer Walirscheinliobkeil iiach bildete 
loi aus Ruscho- oder Russoland, wi 
lUB VVerueUnd den Namen VeriuiJai 
I annehm barer, da man fiir RoxoJani ai 
)EoiDoni, d.i. Rossmanner, hat Da 
wie zwischenRox und Ru«, zeigt sicli a 

Insei tiiigen; denn dieser er^icbeint bi 
m alien Schriltstellern in den Formen liu 
iBcia, Rue la, Rulbia, terra Rug 
lorum, Ruxanorum u. s. w. Dass die 
mit den Ru« identisch gewesen, ergiebt 
auch aus dem Ums^nde, dass schon die 
jchicbtscbreiber, welche doch wohl die Sa 

die Helmath des VoILes Ro« im Laode 
lucht haben. £s ist also die Idenlitat vou 
veilelbafi. Oder man weise nns im Sstlicb 
res Volk Ru< nacb, als die heutigen Ru 

Rox mdglicherweise verwaadt sein koi 
s aber nicht geschehen kann, so lauge i 



Veisuchlcr .»ew«te, &^m Rmrilt hvmI- sc^ne WarSger ete. ftg 

(esi, dass die R#% und die Ra* un^ores MJitelallerii i^hi una 
dasselbe Volk waren. Selbsi d^s einfaobe Riw kommt sclum 
sehr fruhseitig ^^t^ denti an Oonstaniins des Grofe^n H«fe 
befand sich eifl Hofimeisfccr oder ^ruohsess, der dn Iftwiw*^, 
d.ivonRtt«i8cher Abkmft war. Als *e Hmm^n in JSurdpii 
eittdwngen, wurde die Maehi der Roxolaner ^bKocheti, xxtA 
sedjenerZeit kommen sie unier ctiesem Namen sehr seltew 
vw. Die Griedien von ihrer Seite bekUmmerten sieh imr uii» 
soicke VSIker, iiitt welch«n si^ in eine gewisse Berdbrung* 
kamffi, und dies erklarl ihr StHlschweigcn Wnsichllicli 4^ 
Ri».Volke8 Ins aiifli Jahre 852. Erwagt matt daw den Uitt- 
stand, dass da^ fragliche Volk bis awJ Ruriks Ankunft vcm 
macfcligcn Nachbarcn , t. B* den Ciiasaren, unlerdriickt wafj 
so kaon man leicht sich vorstellen, dass sie in dem Zeitraiitne 
?on 374 bis 862 in ihrem eigwien Lande genug 2u thun hat- 
ten, und sonach keinen bedeutenden Heeraug waglen, der the 
Aufmerbamkeit anderer Volker ihnen zuwenden konnie. Nur 
voD einem Kiiege ausser Lrandos wird beriehlet, den das 
VA Rim im Jabre 852 wider die Griechen gefQhrt. Inrfess 
gjanrt dcr Name dieses Volkes sogar in den Zelten semer 
polJischen Unb^deulendheit , <lenii der persisehe Dichlel- l^ii^ 
iJwi, welcher Persiens Schieksale von Sitesler Zeii bis airf 
den Unletgang der Saaaniden besingi, kennl den Namen Ru< 
eieaso der Araber Tabari, weloher 922 oder 928 in Bagdad 
sUrb, Ja dieser Name kann, wenngleieh mehr in mylhischer 
Weisc, in den alleslen schriftlichen Ufkiinden wiederg^^fimden 
wctdcn*). . 

Ztt wekbem Volkslamme gehorlen aber nun diese R6af 
Oder Ro«? Mil was (ur einem Voike waren sie am nilchsten 
Terwandt? Diese Frage muas allerdings entscWeden werden, 
weflo man zu irgend riner , w«nn auch urivollkommetien 
Kenntobs des Ros-Volkes gelangen wUl. Da erhaUen wir 

•) Der Verfasser denkt Uier an das biblische W«h ROsch bei Eze- 
chieL Siebe Gesenius' „l.exicon mannale hebraicnm- unter dieBeoi 

WoTte, 

3* 



«me Mnt^tnAc A«lwort in den B^wtin't 
eseMvt wird, da» „*oii Kai«r Theophilus 

MB Jahrr 839 Gesanttle ab^^agcn an <t« 
r Ladwig den Frommcn, der dainals Id I 
dL Hit ilnen waren Einigc, die da sa^cn 
inein Volke Nainen» Rhoa, desaen Kooii 
t '). Er halle ae nach ConslanlinopeJ g«scl] 
hiadwD Kaiser seine Freundscliftfl hi beK«u 
kehren solltcn, wollle Tbeophilus Umcn nii 
•Iben Wei; wieder ^xiuchUgen, sondeni 
r GesaDdUcba(L nach dem Frankenreicrbe sich 
inem Bfiefe an tudwig bal er, dass diesi 
r aeiocm SchuUe durcb sein gaoaeB Reicfa ill 
irkstelligen diirflea- Bei naherer Erkundi^n 
eoden erfuhr Ludwig, dass sie actiwedisi 
■n und beachloss, sie suriick *a behallen, < 
ne nahm, die in irgend einer feindseligen Abs 
D das griechische als gegen das Frankenreich, 
I," Hier mcldel die Geschichte also zuin < 

das Volk Ros bereiU im Jahre 839 bekani 
eicb, dass es sur schwedischen Nation gt 
ere Angabe koaote noch mil anderen Griinden 
den. Deo Untersucbungen Keysers Eufolge 
idinavien zuieUt eingewaoderie Stamm (d. h. dei 
:ji Russland. Dies wird aus (olgendem klar. 
se golhische Nation einst an beiden Seiten des D 
gescbicbtlich festgestelll. Aber dieses Volk <. 

an die OsUee aus. Ptolemaeus uod Tacitus 
Uones, Gu Hones, GyUones an der Oi 
icbsel. Unge^br dieselbe Gegend nennen di« 
ler Reidgothaland. In ejnem all-istandischen 
ist es: „Oestlich von Polen ist Reidgolhalanf 

kommt Hunaland." Noch in spiiteren Zeiten 

) Den tatafueben Tilel Cliakan (ulirle ebes du Olierliau 



Versuebler -B**«», ^a«» Ittnrilc und Mtne Wiiriiger etc. 37 

der Wachwl eiiWn Ort Guttia n a oder Goolland. Gera«le 
in (fiaelbe Gegend vereetet eiii »ll.erer SchriOsleUer die Hei- 
naUi def R«xolancr. *) Also hat das Voft Rtf}( oder ftos 
unlcr Golhen gewobnt. Weiler oben ergab es sich, dasd sie, 
nach Slrabo, awschen Dnjepr un«i Tanais wohnlen, dabei so 
w«it nach Norden sich ausdehnen<J, dass er kem ndrdlicheres 
V«lk kannte, — somil ebeufaiis unler Gothen. Oben wurde 
jaeigl, dass die Ros zur schwediscslien Nation gehdrten; diese 
war aber urspriinglich golhiscli, also waren auch die Ros 
em ureprungli<* golhisches Volk- Tacitus erklart die Roxo- 
IsDHT fur eitj gales ReHervoflk , und dieSesr possl anch aaf die 
GoAen. Eine BeueBekrSftigung lieg< ih deiii Cmstafide, dass 
derRusse noch heutiges Xaftes von dem Littauer Gudas 
<Mehnahl Gudai) d. i. Goth e, der iichwede aber von dem 
finnen RoolsaJainen und Schw-eden Ruotsi, d. i. Ros, 
genaBUlwird. Es kann roi» unuinslofslicben Grunden bewie- 
sen werden, dass die Finnen den Schweden fruber in fiuss- 
land begegnet sind, als in Sca»itlina^«en, und dass sie sonacb 
im Namen Rds a««h auf Schweden ubertrugen, in dessen 
BewAnert. sie dasselbe Volk ©rkannl haden. VVohlbegrtind<^l 
i»l abe awh Keysers Behaopluog, dass zwischen Russen (Ros), 
ftwbalainem und Rosolanern (Roxolanen) eine Brfiderschaft 
beslehe. VoUkommcB wahr isl ferner Franzens Aussprudh, 
dass die „Rho8 em in Russland angesessenes Volk von detn- 
sflben Ursprung wie die Schweden an der anderen SeHe der 
Osbee gewesen." Hieraus folgt also auch, dass das Wort 
Ros, wie Kunik sagl, ein „icht-«lawisches isl. Gerade aus 
dem Umslande, dass in alVeren Zeiten em schwedisches Volk 
m Russland wohnle, lassen auch viele, m Scandmaviens alien 
Urkunden slehende Berichle sehr leicbt sich erklaren. Svegder 
Irifll auf seiner Reise nach Gudliein Verwandle in dem grofeen 

•) Kr sagt nanilicU: „Uem joxta oceanum eat patria, quae dicitur 
Roxolanoruni, Suaricum, Saaroiiiatuiii. Per quaoi patriam inter 
cetera transeunt ftumina, q»ae dicunlur, fluvios maximus, qui dicitur 
VwtuU, quia nimU undosus in Oceanum mergitur." 



I 



36 HIttoriMh-phUotogitebe WiaffOMrobaftoii 

Svithiod. Orvar Oddur aus Nauoiedalen in P 
im driUen Johrhuoderle aU K5nig von Gardarik 
Hroe waren Sohne des GuUorm, Kdniges vo 
Sten Jahrhunderte, Oesten Sigurdsson ur^ei 
Jabrhimdert Oardarike. Eigil Enhand beirathet 
dcs Konigs Hertryg in Russland, woselbst er s 
her in der Regierung nachfolgte. Ivar Wildfa 
Oeda, die sich nach Gardarike begab, vereheli 
ini^ Radbart. In der beriihmten Brivalla-Schlac 
Krieger aus Kenegard (Kiew). Hierdurch besta 
die Wahrheit der Worte Nesiors: „Aii selbigem 
M^0re babeo Warager sich niedergelassen nacf 
ostiich bis zum Gebiete des Sem.'* Suhm giebl 
dass die Warager bereits im 5ten Jahrhundei 
Kiew griindeten. Nun aber weiss man duch 
schichtei dass es bereits in allesten Zeiten swisc 
lichen und wesUichen Kiisienbewohnern der G 
horliche Kampfe gab. So kommt Konig Boo ir 
bunderte aus Russland, urn Raiders Tod zu ra 
vielen KfimpfeYi in nordtschen Landern landet ei 
und endlich in Griechenland. Solche Wikinger fi 
lich Mann^chaft aus ihren eignen Siaaten mil, t 
man sich erklaren, wie ein Volk Namens Ru« iu 
die Stadfc Seviila plUndern konnte. Dass an den 
ten Normannen-Zijgen ebenfails Leute aus den I 
lich von der Ostsee sich betheiligien , kann man 
annehmen, obschon die tieschichte dies nicht ; 
sagl. Sonach ist auf historischem Grunde darg< 
Ros ein seit urallen Zeilen im ostiichen Europe 
Name war, und dass der Stamm dieses Namens i 
^ur goihischen Nation gehorle. 

Wohin begaben sich nun Tschuden, Slowen 
schen u. s. w. um einen Fursten zu begehren? 
wortet hierauf, sie seien iibers Meer zu Warjago- 
gangen. Wo wohnte dieses Volk? Man anlwor 
mit einem Munde: „in Schweden, sinlemal die Fii 



<ii-«>T»«nir . ^•^«=»>™ Volhu„„e m i„ i 
• Schw^dta. N ' "'*''" •'"I'''"'' *""•« »' 

„X '■»°nt=- Bei keinem mdern Anlor, der B.wokn 

^e\'^j\.nuic\MeIdiins. Im Gegmlheil Cndel „.„ d, 

,«*»= Chroniken, wo sie auf irgend eine Wei.e no Sca> 

l<j=c »i> I» •prechen kommen, ihoen cbentalls ihre rochlu 

„,^e«=" B«l>™- So keont .chonNeslorSchwedeo Golhei 

^a t-aormann.r (Norweger). Aus Jaro.law', Verordnun, 

^,g,«c» Slrafseobaiis ergiebl siMi, dass a sclion 211 leiii^rZui 

-„TSo'«"8»'<>'' Pfeusson, Deulsclie and Golhlandet gad 

^ ^cMrdnel namenllich. dass „dU Gothen ei»e Slrafseb.ue, 

,„ttem »»o ]e«an-« Muhle ab, an Herald. Muhle ,o,bri u„j 

^^»el to »ur BuljaUn-SlrassB." „|„ jj,,^ Il30tain«i 

I ^^^^ woD der anderenSeUe desMeeres von den GoUien" — -™ 
_A» JahrcU42 kam der Fa«l von Schweden mil dan Bi, 
mcbv^at in 60 Saecken (Fahrzeugen)." . , ' 

Uebrigena musste docb Noator seine Ro. irgend woher 
tat^^a, da «r lie unler die Vollier Scandinaviens verselzl SVo 
»» -also die Quelle seiner Angabe? Hal er diesc aus Hpraa. 
U>'*M, entoehmen kannen? Oder kanole er aelbal inSehweden 
o» Volt dieses Namen.? Der Grieche Procopiu, woljW 
'"* Slen JahrhuDderl leble, etwiibnl swar mehrere Volisliimi» 







Bialarbefa'phUalogiiohe WiiMMeMlen. 

can^aviM, das er Thtale tvenni, aber kcin 
Prinzess Anna Cooinena, weiche lange dmIi 
I, kennl ebenfalU IwinVolk inThutc uDler <lie 
so weniger hat also Nasttrr aus Hainarlolus ir 
von einein Voike Ros in Scandinavien erhal 
id einen Finnen ktmnte Nestor, der in Kiew 
t iiber Volker Scandinaviens consulliren, deni 
nter ihnen gewiss nicht Schweden, Gothc 
iner genannt, da diese Namen den Finnei 
it sind. E)s kann also das bei Neater vorkomn 
ie Ros nicht von dein finnischen Fluotsi 
7 bei genauerer UnlerGuchung liisst sich docl 
Behauptung Neslors leidit entdecken. Rt 
Rurik und dessen Brndern, als sie die Ei 
iland annnhinen: „von jenen neu angekom 

and von jener Zeit leitet sich der Nat 
:or war also vollkominen uberzeugt, daes 
I siierst den Namen ertiallen. Dabei mus: 
1 gedacht haben, dass an der andcren Sei 
nd etn Volk Rus exislirte, sinleinal sie die$ 
brachlen. tils war also wiederum seine ei 
erxeugung, dass ein Waiager-Volk Rus jeni 
lirle. Auf Nestors alleinige Auloritiit stiilz 
abe belrefTend ein Volk Bus in Scandina' 
liens dieser transmarinen Rus nureineAnn. 
chreibers, dies erhellt auch aus der obei 
tors. Wie st6rend und geradezu unterb 
1 auf den Zusammenhang dieWorte: „dei 

Warjago-Ru«, wie die Anderen sicli Sch 
?" Sieht man nicht deullich, dass die cil 

sehr verungliickte Glosse in die Erzal 
? Andere Annalisten, denen die Aiigabe 
sich erwies , iibergehen sie ganzlicb* und 
;en iiber's Meer zu den Waragern von Ru, 
ckle zu den Waragern, und diese kamei 
ires nach Rus", u. s. w. Bei Historikeri 



Venacbter Bawws, dass Rnrik tmd seine Wariiger etc. 41 

yel man oft almliche seHsame INotizeD iiber nordische Vol- 
Icr. So warde lange erzahU, itn IVorden gcbe es eine soge- 
naiiDte Weibcmalion (gens A m a z o num), und lu die Classe 
solcber Ruodeo gehort auch Nestors obiger Bericht. 

Munch sagl in der Einleitung Kta seinem „Spracbbau des 
Ah-Schwc*schen und Alt-Noruvogischen," das Nordische sd 
larch den nordischenVolkslamm in Scandinavien und aufden 
Inseb eiBgefuhrl worden, und iinsere Altvordem seien wahr- 
8€h(»nEd) in awei grofecn Abtheilongen aus dem Norden des 
heutigea Russlands in Scandinavien eingewandert In meiner 
erslen Abhaodlung habe ich darzutfiuii gesucht, dass diejeni- 
gen FinnenslamiDe, die jetd in den nordliehen und miUleren 
Gegenden des europaischen Rnsslands wohnen, schon lange 
▼er Gbristi Geburt daselbst angesessen gewesen, and dicscr 
UmsUDd seUt natarlich varaus, dass schon damals die Sehwe- 
den den Finnen bekannt waren ; sonach mussle auch der Name 
R08 aui Russland und nicht aos Schweden gekoromen sein. 
Konik behauplel, die listen hatlen offenbar aus dem Munde 
iei Schweden vernommen, wie diese sich selbsl nannten, und 
kwcr als die iibrigen Finnen den tiefen Wurzelvoeal der Ur- 
fcnn auftewahrt. Die Esten mnsslen also, dieser ErkKrung 
iafolge, „uber den Slroin nach Wasser gehen." Wenn aber 
oim Esten und Finnen aus dem schwedischen Rodhs ihr 
Roots und Ruolsi machien, so hallen auch die Lappen vor 
aUm Uebrigen diesen Nanaen kennen miissen, da sie in den 
alleslen Zeiten ganx in der Nahe des heuligcn Roslagen 
wohntcn.*) Aber gerade der Unostand, dass die Lappen den 
NamenRaotsi nichl kennen, beweisl, dassRoden, Rodhen, 
Roen Oder Rodhsin, auf welche Kunik sich beruft, jiingere 
Benennungen aind, und dass die Lappen den Schweden wei- 
had cinen anderen Namen gegeben. Dagegen kennen die 
Lappen den alten Namen Scandia; sie nennen es die Insel 

Aof Aland hat man noch die Namen Lappbole, Lappvesi nod 
Lappo; in Schweden nennt man noch Lappengrnben und Lap- 
pengraber. 



42 HMtoris€h-philologiM*e WksmcMtM. 

(suolo) Skadesi. Erst durch Finnen haben die 
Namen Ruotsi kennen gelemt* 

Herr Kunik will fur seine Behaoptung, dass 
men Ros die Bedeulung Ruderer stecke, iwei I 
funden haben. Den ersien liefert ihm der Gric 
Logothetes, nach dessen Angabe die Ros auf ein* 
fen kamen die er Laufer oder Schnellfahrer {dqoi 
Waren die Ros zufailig zu Fufse oder ui Lande 
so wurde man sie gewiss nicht Laufer oder t 
{SQOftirai, Dromi(ae) genannt haben. NachKunil 
war aber der Name Ros in Italien schon tu Ani 
telaiters bekannl gewesen, weil damals Drom 
an der Kiiste Ilaliens landeten! Den anderen Be 
er auf den Umstand, dass das Wort roots xwei 
hat: 1) Stock, Stange; 2) Schwede und Sch^ 
hier muss bemerkt werden, dass zwei orsprungli 
schiedene Worter im Estnischen gleiche Forui ei 
Das erste roots (Gnnisch ruodet, lappiscfaruo^ 
dem englischen rod, deutschen Ruthe u. s* ^ 
aber dem finnischen ruotsL Auch bedeulet lei 
den Sprachen nur das Land Schweden und di< 
Sprache, nicht aber das schwedisehe Volk. 

Kunik gesteht zu, Rodslagen bedeuie 
schaff*, und sonach liegt dem rods das VV 
Grunde, und in Folge dessen ist das s hier i 
Aber in Pjcb gehort c (s) zum Wortstaaiai^ a 
und Rodhs ganz verschiedene Worter. Man 
nehmen, dass in der Benennung Rodhs ein* 
und Land oder Volk oder sonst was zu ergans 
in Nyland mil Namen auf s der Fall ist, z. B. I 
Tyskas, Kaupas, Kjopasu. s.w. Sch^^ede 
vinzialgesetze y in welchen der Name Kodhs 
riihren aus den ersten Zeiten nach der Einfiih 
stenthums. Die Einlheilung in Schiffergeseils 
auch alter gewesen zu seiii als die in Rude 
denn die erstereu kamen, fast mochte ich sa 



Vennchter Beweis, dass Rorik und seine WarSger etc. 48 

Norwegen und sehr oft in Schweden vor. SMle aber der 
Name Kns wirklich von dem schwedischen Rodhs herriihreo, 
warum behielten da nicht die Schweden diese Form immer 
beiy sondern veranderten sie in Rysse? Deutet dies nicht auf 
eine andere Herleitung? Wenn Nestor mit seinen Warjago* 
Ru« Einwohner Scandinaviens oder genauer die Schweden 
ineinte, so hatte er ihnenjn sotanem Falle vier Namen ge- 
geben: Warager^ S<;hw^den, waragische Russen, 
Deutsche — und ist dies Alles wahrscheinlich? Da aber 
nun weder auf bistorischem noch auf philologischem Wege 
bewiesen werden kann, dass Rus und Rodhs nur irgend ver- 
wandt sind, so durfte wohl auf der Hand liegen, dass der 
Name Rux ein ganz anderes Etymon hat, Oben ist geseigt 
worden, dass Rus und Rox urspriinglich ein und derselbe 
Name siod. Die Roxolaner waren aber besonders wegen 
ihrer Reiterei beruhmt; kann also Ros nicht verwandtsein 
mit den germanischen Wortern hross, horse, hryssi, rysse, 
Ross, die alle s. v. a. Pferd bedeuten? 

Eioen wichtigen Einwand gegen die Behauptung, dass 
Runk und seine Warager in Schweden zu Hause gewesen, 
kann oaan gewiss in dem' Umstande finden, dass keine Ur- 
lunde Scandinaviens meldet, ein Rurik und seine Briider seien 
im J. 862 Beherrscher von Russland geworden, wogegen die 
Unterwerfung Kurlands durch Konig Olof im J. 854 erzShlt 
wird. Wie hatten die Schweden, denen ihre Voreltem immer 
sehr am Herzen Jagen, eine so hochwichtige Begebenheit wie 
die Grundung des russischen Reiches — und obendrein durcfa 
ihre eignen Stammesgenossen — vergessen konnen! Es mus«- 
sen also diese Reichstifter anderswoher gekommen seia. 
Nach meiner Ansicht ist ihre Heimat in Finnland zu suchjen, 
eine Vermuthung, zu welcher mich mehre Umstande veran- 
lassen. Nestor nennt in seinem Volkerverzeichnisse VVe«er, 
Mordwer, Sawoiok*sche Tachuden (Tschuden hinter dem Wo- 
lok), Permier, Petscherer, Jeoaer, Littauer u. s. w. Weiter kennt 
er Schweden, Gothen und Normanner, aber von dem I^ancle 
zwischen Schweden und den Sawolok'schen Tschuden scheint 



44 lll8tomdi-ptiitologi8cti€ Wissensdraften. 

er auf den ersten Blick gar nidht su sprechtn. A 
dei'en Stelle sagt Neslor, an dem'Warager-C 
Ostsee) halten Warager diesseit und zwar 
bis sum Gebiete des Sein (der von Sem abgel 
ker) sich niedergelassen, und hieraus ersiehl 
Warager an Finnlands Kiisten angesessen waren. 
sache wird auch aus anderen Quellen feslgesle] 
denklichen Zeiten hnben Stamme von golhischcr ^ 
nigstens die siidlichen Gegenden Finnlands besess 
kann nicht umhin zu vermuthen, dass Nestor g 
der allgenieinen Benennung Warager — denn ei 
Namen kannte er nieht — die sudlichen Kustenbev 
lands verstand; denn es ware sonderbar, wenn ei 
die VolkerScandinaviens und die Tsehuden jense 
kannte, hinsichtlich des eigenllichen Finnlands voU 
geblieben ware. Hier verdienl auch Beachtunfg, 
russischen Annalen das Deutsche Land und 
Gebiel als in Finnland liegend beteichnel \ 
erwiihnen sie die Deutsche Sladt Wiborg n 
Nun sagt aber Neslor, von den Njemezen, d. 
seien drei Briider mit deren Familien gewahtt ^ 
erhellt, dass Rurik, Sineus und Truvor in Finnic 
und dabei von golhischer Herkunft gewesen. 
sich auch leicht erklaren, waruni lelztgenannle 
gleich der Geburt nach dem stolzen gothischen 
gehorend, in Scandinaviens Annalen nicht gen 
denn diese kiimmern sich nicht urn solche Wikin^ 
Beriihrung mit Scandinavien bheben. Dass z\ 
lands golhischem Voike und den Ros im osll 
als Stammesverwandlen, in alteren Zeiten lebl 
bestand, darf man als ausgemacht annehtnen, 
auch Cronholms nachstehende Aeusserung vol Ik 
„Waren die Warager den auf der anderen Se 
angesiedelten Finnischen und i^iawischen Slam 
kannt gewesen, aufser allein durch ihre Bedruc 
(s. oben) von 859 bis 862, so war es wenig c 



Versnehter Beveis^ dass Rnrik iib4 seine Waiager etc. •4& 

ikse Slawen und Fioiien ibre Bebercscher von d^D Wara- 
gern sich geholi halten."' Der Propsl Hipping, bekannt ob 
vider werthvoJler Forfichiingen ia der Finpischen Gescbichtei 
machl folgende Bemerkung: „Merk\viirdig isl's, da$s vom 
lOten Jabrbandert bis ins 12te der Verhaiinisse Schwedens 
lu Finnland nichi im geringsten ErWabnung gescbiebt, wo* 
gsgen die Beziebungen zu Russland baufiger werden. Sollte 
dies nichi eine Auswanderung, wenigslens der Vomebmsten, 
aos Finnland nach Russland argwobnen iassen?"" An einer 
anderen Slelle sagt er: y,Wahrend man die VVarjago-Russeii 
w^er sucbte, ist man stillscbweigend an Finnlands 3iid- 
koste voriibergegangen, die seit uralter Zejt von Eingebornen 
Schwedens colonisirt wurde und npeb colonisirt wird, dereo 
Voreltem, audi in Erwagung der geograpbiscben Lage, mehr 
als Andere qualificirt sein mochten, dureb Uebersiedlung au9 
dem minder fruchibaren Finnland die Leitung der Angelegen- 
heilen von Nowgorod zu iibemehmen.'' 

Wenn aber Rurik und seine Warager aus Finnland wa- 

ren, so soUle man vermutben, dieses Land, zum wenigslen 

sme oslbcben Provinzen, und Russland waren in Folge des- 

seo ein Reich geworden. Nun, aucb dafiir giebt es Beweise. 

Okt in Anschlag zu bringen, dass zwiscben Kareliern und 

Rossen in den altesien Zeiien ein besonders freundscbaftlicbes 

Verhaltniss besiand, und dass sie einaader als Bundesgenossen 

Hiilfe leisleten, lenken wir nur auf folgende Umstande unsere 

Aufmerbamkeit. Aus Nestor weiss man, dass von Rurik's 

Briidern Sineus in Bjelo-osero und Truvor in Isbor«k am 

sudHchen Ufer des Pejpus sich niederliefsen. Hieraus erbelU, 

dass das neugebildete Russland, was die Regierung anlangt, 

in dreiXbeile gelbdlt war: ein nordlicbes, ostliches und west- 

iiches. Rurik selbst residirte in der alien Sladt Ladoga. Was. 

fur rin Tbeil Russlands war also unter seiner Verwallung? 

Aogenscbeinlich. der nordlicbe, also Finnland. Zwei Jabre 

<iarauf starben Rurik's Bruder, worauf er im Miltelpunkte des 

Reiches, in dem von ibm erbauten Nowgorod seinen Wobn- 

^U nabm. Propst Hipping hebt noch einen anderen (Jmstand 



46* 



Historiseli-pMleloglsGhe WitseBsdiatteB. 



hervor; er sagi: „Neslor zaMt eme Menge Volker 
seiner Zeit an Russland Schaleung zahlten, und ui 
auch ernes, dessen Name noch heuUutage sich er 
die H am e eta is el (Nestor nennt sie Jemer). 
glauben, was jedoch von Einigen bezweifelt wird ^ 
schon lange vorher in Finnland angesessen ^varei 
man fur ausgemacht hallen, dass ihre Abbangigkc 
Epoche sich datirle, als Rurik mil seinen Waragen 
Kiisten verliefs, um den Thron in Nowgorod ein 
denn ein Kriegszng nach diesem Lande wird w 
ibm, noch unter seinen Nachfolgern erwahnt, wo{ 
weiss, dass die Rassischen Waffen sowohl im inn 
als wider andere, im Suden belegene Reic^e ui 
slritten. In solchem Falle ist auch wabrscbeinlich, 
Hameelaiset oder, wie sie in schwedischen Urk 
mer heissen, Tavaster, eine Zeit lang es versat 
gewohnle Schatzung zu enlrichlen; denn aus ander 
iSsst sich nicht erklaren, warum Jaro^law^s Sohn 
im Jahre 1042 in ihr Land eingeriickt und sie bes 
soliie, obschon die Seuche, die unter den Pferden 
daten ausbrach, ihm nicht gestattete, den Krieg so 
zusetzen als er vielleicht gewiinscht hatte.'* Au^ 
schicbte weiss man, dass Wladimir der Grofse itn 
die christhche Lehre annahm und in seinem Reiche 
Von Seiten der Russen ist das Christenthum aucl 
land zu allererst verkundigt wordeti, denn das \ 
mattu fur die Uibel, und kummi fiir Taufzeu^c 
gram Ota und kum enlslanden/) Zwar berichtel 
sische Chronik, dass Jaro^law W^ewoiodowitsch i 
Priester nach Karelien schickte und dessen Einwoh 
KeCs; aber die eben citirten, urspriinghch russisch 
nungen beweis«n, dass die chrislliche Lehre schon fr 
die Russen unter den Finnen ausgebreitet worden 



*) Gramota selbst ist nichts ancleres als das etwas yerd 
cbische yqafifxaiK^ Plural von yqafifui* 



Verfucbter Beweis,' class Rurik und seine Warager etc. 47 

hatten besagte W5rter sonst nach dem Jahre 1227 so allge- 
mein im Lande werden konnen? Innerhalb 70 Jahren waren 
die schwedischen Worter fiir beide Begriffe allgemein ver- 
standen worden, wenigslens im ganzen westlichen Finnland; 
aus welchem Grunde sollte man da nach Karelien gegangen 
sein, um russische zu holen? Hieraus ergiebt sich also ohne 
Widerrede, das Finnland zu Wladimirs Zeit den Russen hul- 
digte, und dass durch sie die christliche Religipn, wenigslens 
von Seilen ihrer aufseren Gebrauche, im Finnischen Norden 
bekannt geworden war. Aeltere schwedische Schrifisteller 
sind auch der Ueberzeugung, dass die christliche Lehre zu 
allererst durch Wladimir in Finnland bekannt geworden. In 
den Jahren 1015 und 1024 schickte, wie die russische Chronik 
meldet, Jaro^law iiber's Meer nach Waragern, und alles dies ver- 
rath, dass dieses 'an der anderen Seite des Meeres belegene 
Land sowohl ganz nahe lag als auch eine russische Provinz 
ausmachte. In Folge jener friiheren Kussischen Obergewalt 
nennen die Lappen noeh heutigesTages einen Russen Karjel 
(Karelier) und Russland das Karelenreich. Zufolge dem 
was wir bis jetzt erdrtert, diirfte es also nicht absonderiich 
erscheinen, dass, nach dem Zeugnisse der Russischen Annalen, 
im J. 1264 die Sawoloker, Kolo (Kola) und Tr oder Ter 
fein Theil der Russischen Lappmark) unter Nowgorod geslan- 
den. Noch im 13ten Jahrhundert kommt Russland in einem 
geographischen Werke uiiler dem Finnischen Namen Ruri- 
m a a (Rariksland) vor, welcher deutlich herausstellt, dass Rurik 
den Finnen bekannt war^ wogegen die Schwedische Geschichte 
nichls von ihm weiss. Da aber Rurik und seine Briider nach 
Russland kamen, so war es auch naliirlich, dass sie, geieitet 
von Gefuhlen der Verwandtenliebe, dem neugeschaffenen 
Reiche einen Namen gaben, der auf friihere Stammverhalt- 
nisse hinwies, und eben darum nahmen sie den alten Namen 
Ros auf, und- gaben ihn dem neuen Staate. 



(Jeber die Kryurschea Tata 



Die BevSlkerung der Kryin gewShrt ein so bi 
nichfalligeB Geinalde, wie kauin ein anderes L 
Auf dein mafsigen Raume von 475,6 Quadralme 
daselbst, noch ausser den Russen, fast alle Eun 
nen, wie: Zigeuner, Judeo, Armenier, Griechei 
ergiebig aber auch (iir den Forscher die Mi 
dieser eingewanderteo Stamme seio mag, ud 
Russen, die DeuUchen Colonisten und die Ks 
deo am Eahlreichsten vertrelen sind, so wen< 
seine Aufmerksamkeit unwiilkurlich auf die CrI 
Halbinsel, die Talaren, welche alle andereo Si 
mengenommen an Zahl UbertrefTen,, und niit III 
mannlichen Geschlechts, die Hauptmasse der Bev 
luachen. 

Die Krym'schen Tataren gehoren twar 
moDgolischen Staiume, baben aber nicht iiber. 
fiprunglichen 'I'ypus bewahrt. In ihrein Aeusse 
man drei ziemlich scharf gelieiinte Absljfungen. 
Resten der Nogaischen Mamiue, welche die n6r 

') Wjulnik I' Ruisk. Geogra|ib. obtcliUchetiwa. 1856. ; 
') Knt in dicieni „unil *o waiter" miiuten docli al 

lich EDroiiiischen Nationen enlliaKen aein, mn Jie Au 

fuaer* til betlaligen. 



i 



Ueber die Krynrschen Tataren. 



49 




hi 



'^sel und die dj< 
nallen. 



^ine 
•>d ein 



kl 




iinter 




— _ — esseits der Landenge von Perekop ge- 

^ezirke einnehmen, hat sich der reine Mongolische 

Die Kennzeichen desselben sind ein nichl 

^er gedrungener Wuchs, eine dunkel gelbliche Ge- 

^, die bisv^eilen in's Kupferrolhe libergehl; dunkle 

■ "eine und fast immer plalte Nase, schwarze 

sehr dunner Bart. Am auffalligslen sind der 

^uf^en und der Backenknochen. Die Iclzteren ragen 

^•^ vorne und die Augen, welche lief in den auf diese 

^ebildelen Augenhohlen liegen, scheinen verengl und 

*Tiief nach oben gewandl. 

ie Gebirgs- Tataren, weJche an der Nordoslkuste der 

chen Berge in Sleppen und Thalern wohnen, unter- 

_5n sich in vielen Heziehungen von den Nogaiern. Sie 

-^oss und schon gewachsen. Ihre Gesichlsfarbe isl heller 

ihevl sich der Farbe der Kaukasischen Race. Ihre Augen 

unkel und gross , ond ihre Haare und Barle dicht und 

z. Ueberhaupt sind diese Berg-Talaren ein schoner 

^enschlag. 

e Bewohner der Sudkusle, welche sich gieichfalls zum 
ekennen, sind von gemischler Abkunft. Sie haben viel 
iches Blul in ihren Adem. Sie sind von hohem Wuchs 
iirkein Korperbau. Ihre Gesichlsfarbe isl dunkel aber 
;elb wie bei den ISogaiern. Ihre Gesichler sind langlich 
'allig, mil grader nichb sellen griechischer oder romischer 
nd^'Jchwarzen Haaren und Augen. 
:i Allgeineinen bemerkt man an a[(en Talaren der Krym 
lesonderen Ban des Ohrs, welcher von der Sille be- 
^ eine schwarze M'ulze von Schaffellen zu Iragen herruhrl. 
Aren sind namlich bei alien diesen Talaren oben plall 
m Kopfe ab gedriickl, so dass ihre Breile nichl sellen 
e uberlriffl. Ebenso auffallend isl an deni weiblichen 
«chl eine Weisse der Haulfarbe und besonders des 
tes, welche bet den Frauen der arbeilenden Klassen 
aukasischen Stai«»"en sellen vorkomml. Der Grund 
liegt in der besonderen Sorgfall mil der die Muhame- 

IVuss.ArcbW.Bd.XVlI.H.l. 4 



1 



50 HiitoriBch-lingnUtUohe WisBenacbafte 

danischen Franen ihr Gesicht verhiillen, w 
Freien beCnden. Diese ThaUache kano nussi 
Bewtise der Ansicht dienen, dass die dunk 
der Talaren durchaus nicbl von der Anwesen 
Ihumlichen Piginentes in ihrer Haul herriihr 
eine Foige kliinatischer und atmospharischer 

Ehe wir zu der Beschreibung der Leben 
der drei genannlen Talorenstainme iibergehen, 
wendig, die Gewohnhcilen und Silten zu erw. 
Bewohnern der Krym'schen Halbinsel gemeii 
und welche auf diese Weise die drei gesoi 
desselken Volkes zu einem Ganien veieinen. 
schafllicben GewobnbeiLen beeiehen sich meisl 
ligibsen Uebeizcugungen der Talaren und auf 
eng verbundene, biirgerliche Gesettgebung. I 
des Koran dienen beiden aU GrunOlage und 
linnpen die Muhamedanischen Tataren so fesl 
lieferungen ihver Vorfabren und an den iibrigen 
delen Gesclzen. 

Von der Religion der Krym'schen Ta 
ihrem Bildung&sustand. 

Die ersle Pflicbt eines jedcn Rechlgliiubigen 
Worle des Proplielen, das Gebcl, welctiem stels 
Wirksamkeit nnerliissliche Abwaschung vorangeJ: 
Talaren befolgen dieses GeseU iiiisscrsl genau. 
wichligen Gelegenhellen, wie z, B. vor der Hoc 
der Uiickkchr von einem Begriibniss, wird eint 
des ganzen KSrpers geforderl, Vor ilem gewi 
lichen Gebele begniigen sicb aber die ftleisl 
Waschung des Gesicliles, der Hiinde und der F 

Der Verfasscr isl oflers Augenzeuge der Son 
niit der die Talaren die Stunile des Gebelts heob^ 
sie onderweilige Besrhafligiingen unlerbrechen ode 
in einer Arbeit anbullen. Bin alter Mulla, mil deni , 






) 



Ueber die Krym^aehen Taturmi. -M 

}^52 von Baktsehi«arai durch die Perekopiscbe Steppe lewle, 
btJeb miilen in derselben ploldich slehen, hohlte in eineoi 
'\#\oiikruge Wasscr aus dem Fuhrwerk, vollzog seine Wasche 
MXii breilete daan eine FiUdecke uber den Erdboden, auf der 
er, mil Yerhulltem Kopfe und beslandig nach Sud-Osl ge- 
wandlcra Gesichle, betete. Ersl nach Beendigung dieses Ge- 
belM ging er daran den Wagen abzuladen, die Pferde auszu- 
spaonen und seine beseheidene Mahlzeit zu bereilen. 

Ein anderes Mai bei einer dreitagigen Jagd, welche ich 
in Gesellschaft van 15 Talaren in den dichten Waidungen des 
Tscbaiyrdag abhiell^ iibernachleten wir in einer der viel^ 
H6hlen, die in dem Jurakaike am Abhange der Krym'schen 
Berge vorkommen. Als wir uns des Morgens auf den Vfeg 
tnaehien, fiel es mir auf, dass keiner meiner Gefahrten betete. 
Es fand sich aber bald eine Erklarung, denn als wir nach 
einer Stunde eine klare Quelle erreichlen, blieb die ganze Ge- 
selisehafl steben um sich zu waschen und darauf betelen sie 
AJle, ehe die Reise fortgesetzl wurde. 

Die fropameren und goltesfurchligeren Tataren, und na- 

«»«Mlich die bejahrleren, belen nach Rosenkranzen. Die X^- 

laosehen Weiizeuge dicser Art beslehen aus 60 hplzernen 

^iigcln, die auf einen Faden ger/eihl sjnd, Man betel dreimal 

taglich, und da ein Rechtglaubiger seinen Rosenkranz dreipial 

dorchtDachen soil, so spricht er in einem Tage 540 Gebete. 

Die Sitlc der Abwaschung grundet sich auf dem Sprucl^ 
des Prophelen, "die Reinlichkeit ist der Schllisse] zinn Gebet,'* 
und sie gill deshalb zu dessen Wirksamkeit fur unerliisslieb. 
Die acbten Muselmanner dehnen dieses Gesetz noch w^ilf r ^ 
aus, indem sie, um ibren Korper noch reiner zu erhalten,:dfyi 
^op[ rasiren und die Nagel sorgfiiltig abschneiden. 

Der PrQphet nennl ferner das Gebel "den Schljjssel zum 

^^'^^diese und den Eckstein des Glaubens," and er schreibl 

^^^ fanfmal iSglich zu belen. In den reicheren OrlschafL^, 

^^ es Minorels peken den Metchelen (oder ^ogenannten Mo- 

'T ^cn) giebl, verkiindet der Mulla den Bewohnern das Herqn- 

'^^'^^n einer jeden Gebetszeil und rufl die Glaubigen durc^ 

4* 



1^ Hittoriwih-lingaiftlfdiB iriMenichKH«n. 

eineo einfBrmigen und Iriibselig klingenden Gesai 
djesei' Rufe erfolgt sogleich nach Sonnenaufganj 
im Milfag, der dritte nach Sonnenunlergang und 
die Talaren auch des Nachts noch iweimal bete 
ich bisweilen aelber gesehen, wie ein Malla b 
starkein Regen eine Laterne anzlindele, um sich 
naret sa begeben und den Vorschriften des Koi 
Finslerniss und des Unwettera iii geniigen. Die 
laren vollfuhren iibrigens ihre Gebete nur an Fre 
Melscheten, in denen sie sich ausserdeiu auch an 
tagen und wiihrend der Fasten versamoieln. Oaf 
Gebet wird (gewohttlich) in den Wohnhausern i 
Felde, in den Metscheteu aber nur von aUen Le 
lei. An Feiertngen beacbhesst der Mulla tien Go 
einer kurzen Ermahnung und mil einem allgeii 
(Ur das VVohlergehen des Kaisers und dea Kaiserli 

Bemerkenswerlh sind noch folgende Gebrai 
die Tataren bei ihren tiebeten nuts strengste 
ZuersI, das9 sle sich zu deiisetben durch Afa 
Sehmuckea und aller Koslbark^ten und durch mi 
fachheit in der Kleidung vorberetten, sodann dasi 
niemals nrit den Miinnern in den Metacheten xusj 
und iiberhaupt nur selten uud in besonderen Slu 
tu diesen Tempein ' erhallen. Die Tataren beol 
in den Metscheten die grossfe Sauberkeit un<J 1 
Wande derselben sind glatl und ohne jeden Zieri 
sleinerne Fussboden isL uiit Sliicken von Woiloi b 
Tataren vertneiden iiberhaupt aufs geSissenllichsle 
lektonischen oder andeweiiigen Zierrath. 

Als eine zweite Vorschrirt des Alkoran ist i 
wie zum Oesetze geworden. Nach dem Tode ei 
gch&rt ein Drhtheil seines Vermogens an Mekka 
Armen. Bei Lebzeiten werden die Ahnosen niei* 
und nichi in Naluralien ertbeilt, obgleich keine 
die Freigeblgkeit der- Rechlglaubigen in dieser Be 
schrSnken. 



Ueber die Kryiu'seben Tataren. ga 

Di« Fasten, als eine der wesenlKchslen Anfordcrungen 
dcs MahcmedanisiMs, ^verden in der Kryni iiussersl streng 
beefcactlel. Wahre«d:,eiri«s ganzen Montis, der der Erinne- 
rung aft ewes der wesenilichslen Ereignisse, namJich an die Ver- 
leihuDg des Koran durch den Prophelen gewidoiet ist, esseii 
die Tataren iiis sum Sonn^nuntergang durchaus nichls, erfiil- 
b abcr hierdurch die Vorschriften ihrer Religion doch jnur 
IkeilweJsi Der wahre Mu^elmann muss sich wahrend der Fasten 
nicfcl Dur der Speiseo enihalten, sondernauch nocli iwei an- 
im Beduigungen erfu 11 en d. h. weder dqrch Worte ooch 
durch Thaten sundig^n und sich aller weltlichen Sorge^ enl- 
scMagen, \im seine Seele deslo entschiedener der Gottheit m 
nahern. Da die Zeit der Erscheinung des Koran ^uf der 
ErJe nicbl mil Sicberheii bekannt ist, so bleibl aucli uber die 
Feier der Fasie© oder des Ramasan, welche zur Erinnerung ^ 
an jdies Brcigniss bestimnnt sind, einige Willkur. Uin einen 
IrHhom moglicbsi zu vernieiden, feiert nwn den fiamasan in 
jedem Wgenden Jahre um einen Monat spaler und so k6iiiiiit 
w4cnn m Verlaufe von 12 Mondjahren jedenfaJls einmal vor - 
Jawman in demjenigen Monale faslet, in Wflchem die Ver- ^ /'^ 
Mkwg des Koran erfolgt ist. ^ ' <-, 

Die Gewissenhafligkeit, tnit der die Kryni'schen Tataren ^^'>:c 
<lie8cbweren Pflichten der Fastenzeil beotiaehten, ist ftusserst 
roerkwiirdjg. In der heissesten Jahreszeit, wahrend des stiirkw 
sleij Belriebes der Feldarbeilen, wenn ein Jeder durch die 
sengenden Sonnenslralen und durch schwere Arbeit ge- 
schwachl und der Sliirkung durch Speise am meisten bediirf- 
tig isl, entschliessl sich doch Keiner dem Gesetze zuwider za 
handeln. Mil wunderbor^ler Geduld ertragen sie die Qualen 
dci Dursles und vcrsagen sich sogar ihre liebsle Beschafti- 
ping das Tabackrauchen. Aller Aogen sind mit Ungeduld ^' 
uach VVesten gerichtet und warlen auf das Verloschen des' *^ 
leUien Sonnenslrals am Hinimel und die Verbreilung dS^r 
Dammerung uber die Ebene. Die Wahrnehmung eines 5tcr- 
nea veranlasst endlich die nouden Arbeiler ihr Tagewerk am 
mlasien und ihre» schwindenden Kraflen zu Hiitfc z^ kom* 



A- 



i 









54 HUtotlBcli-liiigfi^fltffiche Wissenfcbaften. 

meD. An den Feuerptatzen, an denen man sich 
eilt dann ein Jeder seine Pfeife anzurauch^rt , 
ekimal gebetel und endlich sur Abendmahli^t ges< 
Herftaeh werden frdhliche G^sprache oft bis Ian, 
t?^rnacht fortgesetzl. 

Eine solche Lebensart und die lang^ Datie 
wirken aber nichl sellen verdeibKch auf die Ge 
es gelingt nur den reicheren Tataren die iibler 
Faarlen voIt«l3ndig zii vcrmeiden. — Das Ge 
Ausnahmen von der allgemeinen Kegel ftur Heh 
jungen Kindern, kranken Frauen and Greisen , 
wirklich ausser Stand sind den Vorschriften de 
gc^ntigen. 

Noch ist zu bemerken, dasd nidil al!e Kfym's 
einerlei Faslenregein befolgen. An einigen Ortei 
ste, noch ausser der Enlhallung von Speisen, den 
iiber ein liefes Schweigen und hallen jede nicht 
Arbeil und jede Anslrengung fur eine arge SOn< 
aber dabei dem eigenen Dafiirhalten eines Jeden 
lassen und nur Wenige erheben sich vollstandig a 
dieser slrengeren Regel. Einem driUen Grade <fc 
terwerfen sich endlich nur die Muhamedanische 
und einige wenige Privatleute. Obglcich es natnli 
Mohatnedanern keine eigentiichen Monche giebt 
doch viele Mullas ihr ganzes Leben dem Gebei 
dienst und diese bleiben dann auch die ganzen 
nor bei dem Koran und dem Roserikranz. Pij,. 
Personen, die sich der Well ganz entziehen woll 
Inslilute und Gebaude, welche den Kt5stern der Chr 
sind, sich aber von diesen dadurch unterscheiden 
Obere der Gesellschaft beslandig darin wohnt \ 
auch denjenigen VerbHiderlen eine Zuflucht gcwaf 
gesellschaftenweise durch das Land gehen und b 
bigen Almosen sammeln. Nach einer solchen Reis^ 
Mdnche eine Zcillang in dem Klosler und verbrinff^ 
zeit mil Filsleti lind Gebet Ich sah ein solches Klo^ 



Ueber die Krym*schen Tataren. 55 

(im Grundriss (?)) elliptisch gestallet aus weissem Kalk ge- 
baut und niit einem Ziegeldache versehen ist, zu Baktschi^nrai, 
erhielt aber nicht die Erlaubniss sein Inneres zu belreten. Rs 
entbalt ausser einem Saale flir die gemeinsamen Gebele eine 
Menge von Zellen zur Aufnahme der wandernden i\li)nche. ') 
Der Vorsteher stand als ein Nachkotnme Mahoineds bei alien 
Bewohnern der Umgegend in grossem Ansehn. 

So yiel ich bemerken konnle, unterscheiden sich die be- 
(rfffenden Monche von den Weltlichen im Aeussem nur da- 
durch, dass die ersteren den Schnurrbart abschneiden und nur 
den Kinnbart wachsen lassen. 

Zu den religiosen Verpflichtangen, welche der Koran den 

glaobigen Muselmannern auflegt, gehort (bekannllich) auch die, 

dass man wenigslens einmal im Leben nacii Mekka gehe und 

das Grab des Prophelen begriisse. Wegcn der Beschwerden 

and Gefahren, die in der Krym mit der Ausfiihrung dieser 

V©rschrift verbunden srnd, wird dieselbe nur fiir geislliche 

Personen bindend erachtel. Die Mullas welche ihr geniigt 

habcn, erhalten nnch ifarer Riickkehr aus Mekka den Tilel 

Gadji-Mulla und die Erlaubniss einen griinen Turban zu 

frapen, welcher iibrigens nur der hohen Geisllichkeit und den 

oachsten Nachkommen ftlahonied^s zukommt. ') 

Eine Reise von der Krym nach Mekka erfordert zuui we- 
nif^slen anderlliaib Jahr und ist mit ungeheuren Kosten ver* 
kniipftw Nach der Aussage eines Krym*schen Mulla muss man 
alletn (iir die Erlaubniss den Tempel von Mekka zu belreten, 
200Silber-Rubel bezahlen und dann fast ebensoviel, um ibn 
wieder verlassen zu dtirfen. Ausserdem hat man eine bedeu* 
(ende Sumine unler die Annen zu vertheilen und da hierzu 



•) Woher der Verfasser dieses weiss, da man ilim docli den Bintritt in 
4aa Gebaode Terweigvrt^, bleibt zweifelbaft. 

Der Uebers. 

*) UeberliaDpt ist die grane Farbe die ehrenroilste , weil sie in Matio- 
ned^s Paradiese yorberrscht. Nur wenige Personen haben deshalb das 
Reditu grane Kleider za tragcn. 

Der Ueberi. 



56 



Historisch -lingoistiscbe Wiss^nschaften. 



^J 



noch die Reisekosten kommen, so sind nur wei 
der Krym im Stande das belreffende Gebot des 
erfullen. 

Auf dem Wege nach Mekka ist eine Slell 
Jeder, der die Kaba ku begriissen geht, einen 
fen hat. In Beziehung auf diesen Gebrauch er 
Mulla die folgende Tradition, welche ich de 
zulheilen versuche. *) 

Ich habe nun noch Einiges iiber die Vorsicl 
manner in Beziehung auf Speisen und stark 
erwahnen. Das Verbol des VVeines erstreckt 
Alle und Jeden. Die meislen Krym'schen Ta( 
der Meinung, dass Brantwein niit Wein nicht 
und trinkeVi deshalb den ersteren eben so gut 
oder Unglaubigen. Die jungen Talaren, welch 
mil den Vorschriften des Koran nicht eben sire 
digen besonders in dieser Beziehung, und sie w< 
die Gegenwart der Allen und der Geisllicher 
lichen Gebrauche berauschender Getranke abgel 
dem trinken alle Talaren die sogenannte Bus 
Keis bereilel wird, und bei einem siiuerlich siis 
einigen Alkoholgehall besilzl. Die Steppen-T 
iibrigens hiervon eine Ausnahme: sie enlhalten 
aller geistigen Getranke auPs slrengste, sonder 
das Essen von Weinlrauben fur siindhaft. De 
selbst aus diesen bereiten, wird sogleich nac 
verkauft. 

Ueber den Talarischen Gebrauch kein Scl 
esscn, erzahlle man mir folgende Legende. 
erging sich einmal, bei irockenem und heissem 
ein Talarischer Rlulla mil einem Russischen 
Sleppe. Urn die MiUagszeit wurden die W^ 
durslig, suchlen aber vergebens nach einer Q^ 



*) In dem Russischen Aafsatze fofgt aber nichts von 



^•ber die K-rym'schen .Ttfaf«ii« 57 

^f*^**^ Endlieli beruhrte der Russe mil seiQem Sla^c einen 

^i0^^ ^^^ sogl^ieb sprang nvn unler deiuselben das reinsle 

%^3/B^^ hervor 0-)» nait dem sie ihre lechzenden Gaumen er- 

^^ptten und dara«f xusamip^n nach Hause zuriicUehrlen. 

^ MulUi ^irar 3ber neidisch iiber das Wonder (!!) welches 

^ Rosse in seiner G^eowart volbogen haHe, und er dachte 

Uage d^rob^r naeh^ wie er es dem Gjaur zuvorziithun und 

JlU ^^nerseils in Verwuaderung «u setz^ hab^, Zoletzl 6el 

jt Folgeiule^ ein. Er ^uachle einen ungeheu^ren Schlaucb 

BuSelhauien » lie£» iho niit Wasser fiUlen und in solcher 

^ ^« OMt einiger Erde bedecken, dass man seine Qeffnuqg 

\^^^^l blo^slegen^ konnte. Dana forderte er seinen Preund zu 

^^'^ laSpaiuer^apge auf und fuhrle ihn darauf an den Ort wo 



£- 



^ (Jeberra^cW^i^g bereitet war. Zu seinem Unglucke war 

^e^ ^^^ S^lauch wahrend der Nacht von Schweinen ausge- 

^i^crl \vor4^n. Sie faatlea die Erde iiber demselben aufge* 

^«Hll un4 walzlen sich eben in dem neu entslandenen Sumpfe. 

AleB Aerger ergriff der Muila eines der Thiere, welche das 

MiMliogen des Talarischen Wunders verur^achl halten, an einem 

Betiie, schleuderle es in denKolh und verfluchle sein Geschlechi 

tfod seine Nacbkommen. Seit dieser Zeii gilt das Schwein 

Taiaren fur unrein und wird nie gegessen, pbgleich einige 

ihoen mil Bedauern versichern, dass, wenn sie nur wussten 

welchem Bei^e der Mulla das schuldige Thier ergriffen 

baUe, sie nur dieses Bein fur verflucUt hallen, die iibrigen 

Tbeile des Schweioes aber mit Freuden essen wurden. *) 



\ 



*) Diese Sage ist so ungewolinlicb albern, dass sie entweder darch Miss- 
TeratSndniste enistellt, oder deren Bench terstatter, zor Abfertigmig 
seiner ^ell^icMittiifeeqiieiiteii Nadlfbricli«ngeii fiber die Landesgitten, 
. aofgebirdet wor4ltii za aeis scheint. Die mit dem Koran ?er(raate 

1 Geiatliehlieit mQsa dock wisseo, dass das Yerbot des Schweine- 

fleiscbes sicli in dicsem, ebenso wie anter den noch alteren diatetischen 
Gesetzen «1er Jnden, findet; kann demnacli nnr etwa znr Verhohnnng 
ibrer Zahorrr belianpten, dass dieses Yerbot erst mehr als 1000 Jahre 
spater, <l. b. nacli der Niederlatsung Ton Riissen in der Krym ond 
aoch dazo bei einem fingirtea Ereigniss entstanden sei^ welches jeder 



1 



58 



Historiftch-lingslatitehe WiiteiiicfatCfein 



It] 



5 *^ 



Das Blut der geiodt^len Thiere wird dem 
Koran gemass niemals gegessen. Vor jedem F 
Mulla in das Haus in dem es gefeiert werden 
E)r segnet dann die zu schlachtenden Thiere uni 
ihre.Kdpfe und Haute. Alle Tataren lieben das 
dagegen wird aber das Pferdefleisch nur von 
angewendet. *) Sie schneiden ^s in lange Strei 
legen sie beim Reiten unler den Sailel, anstati i 
Oder zu bra(^. Die Talaren satzen nie Am F1< 
trocknen es an der Sonne und bewahren es so 
brauch. 

Was das im Koran enthaitene Verbot der 
so wie jedes Spieles um Geld belrifft, so* hat 
sehcn, dass es von den Krym^scheii Tataren 
wird. Sie ergeben sich vielmehr der verderblieJ 
in solchem Mafse, dass sie oft alk ihre Habe bi 
verlieren. Man siebi dieses besonders haufig 
rischen Kaffehausern und namentlich in Sympheri 
taren, die mit Waaren und Rohprodukten in die £ 
beeilen sich^ Alles was sie dafiir einnehmen z\x 
oft auch noch ausserdem fremde Getder. Tro 
und der feierlichen Schwiire nie wieder Karlei 
zu beriihren, verfallen sie aber bald darauf wie> 
ben Fehler, bis dass sie zu entsdiiedenen Tauc 
hiilflosen Betilern werden. Der^leichen Herg 
keineswegs tibertreibe, wiederholen sich leider i 

Zur Beurtheilung des Bildungszuslandes d< 
Talaren sowohl, wie aller Muharaedanischen V 
genannlen) Orient, hat man vor allem die Ui 
zu betraehten, welche dem Volke zu Gebete si 

Es giebt bei den Talaren keine offentlictten S^ 
der Valer will dass sein Sohn etwas lerne, s 



Wahrscheinlichkeit entbehrt, nnd dem Getchmacke 
der, einem DngfSabigen Wunder zoschreibt! 
*) Und fon alien ^ibirischen Tataren nnd andren T&rkiac 



o«v 






ii 







*> 




« Schiil 
zu ilvr 
und auss 
^ die Miltel 
«en D&rf«rn 
•ttJltrricHVen 



(«h«n TktaTen. 



59 



) 






/^Ki!'^*** Wumlla mrk«l bezahll daffir eme gewtsse 
niutta v««-pfticHtet sich dem Knaben Lesen und 
vxnd d^r Unterricht dauerl, je nach den 

n 2 bM zu 5 und sogar bis su 

. J a lire 1>leiben die Knab):n gane 

m ihr ganzes Leben lang, wenn 

besiLzi sie einem Mulla zu iibergeben. 

is% ( oft?) nur ein Tutar im Stande 

zu lassen. Es gohen aber nicht bloss 

^nem schreibkurk^ligen Mulia in die Lehre, sondern 

^^I^^^AViwer, \Krer»n sle sich gedrungen fiihlen in den 

^ %VtA. 1SX Vrelen. l>ie gesammle Bildung der Ta- 



^, 




^jti\ ubrigens darin , <t«n Koran lesen und die Lan- 
nul A^rabischen Scliriftzrichen schreiben en bSnnen.*) 

^e lesen k9nn«n, fin del roan sehr selten*) (wobei ich 
jgen absebe, >!velche den Russen ihre Bildung ver- 
nd aocb diese ausnahrasweise Gebildvten vcrstehen 
za add\r«n und *« sublrakiren. Von andern Wissen- 










^ 



m 






ttUW^^i^ »ieVi€n bier i^och tjinige «llgemeine Pbrasen, die wir 
-^^l\V^MWU wegen aus!a»»en. So «. B. das Folgemle: **Der Zweck 
,gg,i^^ .1. ;-^ tier Jugend oder dem Voike die Grundlagen der 

de^ y^Y^l\\\ beixubfingen. er soil die geistigen Faliigkeiten entwickein 
Jf*=^ y^ h be»ian«*»g« Tbatlgkeit obea ond aus diesetn Grunde 
^ n«T cf Eiii*ro<^t w»* geneiniame UeberEeogangenrer- 
^^T^.,.Y, \ peraevt "bei dtnTttarcn giebt es gar keine 
^^ ^'* ^^ Unterricht (naotschnoe pbrasowanie)'* was dent 

^ol«nd!n wideravricht, so wie audi: "die Fratien haben daselbst 
k • R ht auC geistige Kntwicklung.'* Wenn man aber den Man- 
• Us ciebt 80 kSnnen die Fraaen doch nicbt weniger empfangcn ! 

Der Uebers. 

n IVI ulte Aocb ohet auch die Fftbigkeit anzertrennlich die ge- 

i« Atab'scUe L«ilt©r»4iir xn beimtzeB^ derea matberaatiscber, 

. . ^ medicinischer und anderweitiger Inhalt bekanntlicli 

dorcbans nicht\u verachten, und z. B., bis vor Korzem, noch bel 

weicem bedentender war als der der Russischen. 

Der Uebers. 

*) W8rtH«A (ib«rf«Ut. 



gar 
neTn 




60 



Historisch - lin^tuitis|i;|ie W|4tc*q%ohafteB. 



schaften ist bei den TaUren keine Spur, deim 
Landbau lernen sie nur prakUsch v^n ihrpo V|it 
ken nicht daran, ibre ^rbeit ^llimit^ljcb u|.v«r 
sondern Ireiben sie in dem von Alters, her iiblic 
und so wird de^n aupji kein Haiidvv;er|( vpo dei 
i^rfolg gQiibt und ihr Handei iqit,,de9[) Osteo y 
mehr. — 



Von den hfiiislichen Silten der'Tai 
Htrcirzeitsgebra'uche; 

04^ weiUichen S^iten des.Fami^ifiUAbftfts de 
mit den relig^osien in engi{r Bje^^iehung. $ie skic 
ran begrundet, weicber Vorschrifjten tiir. alio v 
komninisse des m^nschiichei^ Lebens e^thall 
einem biirgerlich^n G^&ekzbi^ehe sehr n^h^.kotv 

In Bezaehuog Auf dx^ Fmniliepleb^ «pH 
geseUe eine wicht;ge EloJile. Bei den Taljirei 
alien Muselmannern, die Polygamie g^seizlich j 
Koran beschriinkt die Zahl der geseldichen Ehc 
GiSubigen auf vier. Von den meisien tond n 
den Beguterlen und den Mullas werden aber, n 
weshalb, sieben Ehen fur besser als vier gehalt 
indessen bemerken, dass die Einkiinfle der T^ 
Umslande in denen sie sich beCndea^ ih^ea e 
zwei und seltener drei Frauen zu hetralhen 
denen nach dem Gesetze eine Jede ein eigenc 
einen eigenen Tisch, den sie selbsl besorgt, hal 
Mann isl abwechselnd bei der Einen und bei 
Gast. Die Frauen gellen im AUgemeinen fiir 
Wesen und haben vor dem Gseseliie diircha^is 
Bei der Theilung der Erbsehaft erhalien sie n 
wie die mannnlichen Nachkommen imd spielen 
lergeordnele und hochsl Iraurige Rolle. Ein 
es nicht, bei der Theilung des Nachlasses ihres 
zu erscheinen. Nur die Verwandlen dea/Vc 



^ Mt metv, trtnketi uiad * .^^^^ ^;vv^^" rti^iJen, oline dfe 
Ftau, writhe tuc\\\ eittma^ ^ Qeg^UlK • ^^"" ^^'''^ Unrechl g^e- 
sAicht Sie tnu^Mch *"V..^\^et\ -^r^^' '^^^'^ bequemeh ihre 
Kff%er ^e\fehrWa* zti ^^"^^ l 1 > Bei iebzeilen des Man- 
TOsViTibcn dJeFraueti die sen i^t^ „^,j grobsten Verpflich- 
toDgm. Sie iTtxgen Hob anil Wa^ser, (refben das Vieh aus 
und ein, besorgen die Abwaschungen fur sich, Wr ihre Manner 
ttiKf ihre Kidder tmd vefricWen tiVn eineoi Worle alle haus- 

Bdien Atbeilcn gani alleio. Die Tretinung der Eheleute ist 
bei den Tataren eiti sebr gevv^hnliches und gesetzlich gere- 
geftes'&^ignis^; DW Winn tartn sich a5er, ehe er die Schei- 
dang tolkteht, *rei*Wal von seiner Frau bssagen und sie aus 
im Hatfs-e jagen. * Geschiedene Eheleirte dBrfen sich feinclndfer 
m\A ^eder hdJralfhen, abet nichls verhitidert weder den Mann 
noch £e Fhau einc* artflere Ehe einzugehen. Das einzige Recht 
welches das "Gesfeli dt^n F^auen eififraumt, beslehJ IJarin, dass 
neihr^Mann' verlassen k6rrten, wenn ei* s5e schlechl hehan- 
4* Dic» gescbtehk abe^ ^ehen und dfe nieislen Scheldungen 
etWgtii adf Vferlangen tfes Manhes. Zur Volkiehung einer 
8dMfttong' werden d€fr Mulh und einige angesehene Bewohner 
<hiOorfes «ingel^dert und die ganze Ceremonie besleht in 
der Vdllliehung eirtiger reh'^grosten Gebrauche. 

'• Die Bedingtingfen and 'FttrniKchkeiren der Elieri sind durch 
das Ge^ls -b^tliMmt, vvelches abet ffber das After der sich 
Yw^Mndcttde*- <iic*ft« "AasmachC. Die Manner heifalh^n iibrigens 
wRc^vor/Ablauf ihreS dreissigsten Jahres, di^ Madchen aber 
Didil sdl^ mH J5 und sogiir mil 13 Jahren. Der Valer der 
Braot giebl *€se nur selten umsonsL Meislens handeli er 
mil dcm BfSuttgatn *uTid' ftimmi Von ihm cinen in Vieh oder 
GeM ia erh^nd«fi/*Ka^fprd?^, ilber dessen Gl-6sse man sich 
em iiach ein«aa Jahte Oder nach hbcH fangerer Zeit ver- 

' - " ' ' '• • * 

*•) DftiiB kaoji »i^ aU<^ nicht ai>wesend sWn! Aitcli-iBthwr i^v von eiae,* 
Fnn die Rede, wahrend die Theihing doch wol.l zwischen den fruher 
eiwSHnten «wei Sis sie lien erfolgen muss. t)eT Uebers 



( 



Hi 



^ Historitoh-lingiiiitbclie WitteMolialtoii. 

einigt. Wahrend dieser VerbiDdluogen \md bis 
der Hochzeit, ist cs dein Brautigam nicht eiiau 
zu seheDy selbsi wean der Vater es zagabe (na< 
mung der Muller wird gar nicht gefragt). E 
ohne die Braut in den Melschet un4 findet d 
Schwiegervater, den Muila und einige Giiiie ui 
Oer MuIla spricbi ein kurzes Gebet und die E»ki 
fiir eiBe gesetzliche, 
n Sehr oft wird auch anstalt jener langen ' 

und nam^tlieli wenn der Brautigam die Ans 
kunfligen.Schwiegervaters fur ungehiihrJich od 
hak, die Braul bei Nacbtzeit und ohne den VVil 
tern aus dem Hause entfiihri. In diesfm Falle v 
Anstands halber wenigslens drei Mai uoi Hulfe 
ist nur dann in ihrem Rechte, wenn sie diese 1 
fiillt hat. Der Brautigam setzt sie darauf hialer 
Pferd und jagt mil ihr durch die Steppe nacli 
folgenden Tage macht der Schwiegervater sein< 
und wenn der Brautigam darauf ei^geht, so gil 
durchaus geseizUch und man belt den Mulla um 
Gebete zu sprechen. Nach der Vollzie^ung dies< 
beginnen in dem Metschet die Vorbereitungen z 
lichen Hochzeilsfeier. Drei Tage sLuvor wird a 
Hause des Brautigams Aiies aufgeraumt und 
Seine Freunde versauimeln sich daselbst uad 
an den musikaiischen Leistungen von Zigeuneri 
Bewirlhung der Frauen mit alien moglichen 
Leckerbissen. Am Nachmitlag des drittei^ 'I^^fic 
alle zu Pferde ui)d warlen mit Ungeduld auf 
einer sogenannten Madjara d. i. eines bedeckte 
dem sich die Koniginn des Festes befiiidet. We 
1^1 einem anderen Dorfe wohnl, so sprtngt di 
und zwei ihn begleiiende Reiler der Ankommenc 
so bald sich ihr Aufzug in der Ferne seigt. 
MSnner reilen vor demselben und tragen ein z^ 
Stangen ausgebreileles rolhes Tuch. Aus deii 



W«b«r die Ktjtu^mAtm Tttanii. £3 

W«gen reichM Frauen, die meislens ait sjnd, den fteitern 
bonle bmmwoUme Tiicher, die eJn Jeder an das Kapf«fuit 
seines Pferdes bindel und urn welche sich sagieich ein Streit 
iwiscben den Emprangern enlspinnt Bel dieser Gelegenheil 
bemuhen aieh die juijgen Tataren einanderjn Gewandtheil 
bom Reileo su ubertreffen. - Wer ein Tuch eriiallen Jiat 
sprengt sogleich in die Sleppe. Die.Anderen verfolgen iJ 
m es ihm zu enlreissen, und es verbJeibt endlicii dem Slark- 
«»?« Oder Geschicklesten. Bei der Ankunft in dem Dorfe be 
ginnen alJerlei sellsame Scherae. An den erslen Hausern wird 
ier Zug unl9r Musikbegleitung angehalten und von den Be- 
mhnnn eine Beeahiung fiir die Erlaubnias eur Einfahrl veil 
laogJ. Es beginnt ein Slreit. Aiis 500 Silberrubeln weiden 
Mch einigen Unterhandlungen, 6 Rubel, und nach BezahluiJ 
derjeiben, nahert rich endlicli die ganae GeseJischaft dem Hause 
de. Brauligams. Die Mad>ra, in der sich die Braut mil 7 
bis 8 alien Weibern befindel, fahrl so nahe ais moglich an die 
iH?drige,Hau8tI*ur., Alie Manner Irelen aus dem Hause und 
trtfenien sich. Die Braut, die von Kopf bis Fufe in weisse. 
bM^voiletie Gewander gehulll ist, legl sich auf das Tucb, 
w«tt« vor dem Zuge getragen wurde, und wird von den 
mm aus der Madjara geiragen, wobei es nicht sellen ge- 
Mliiebt, dass die ungeachickten Alten sie stossen und vor 
Sch»er« Qchreien roachen. Den ganien Abend fiber, bJeibt 
im die Braut in dem hinleren Zimmer und wird von Nie- 
oundeii geseh«n. 

Wewi es in der Nahe des Dorfes welches der Brautjgan* 
b«wohnl, ein Lajidgul oder ein Henenhaus giebl, so fordert 
die SiHe,.4as8 deren BesiUer von dem Brauligam zur Hoch- 
»«l «eladen werde und ihm dafur ein Geschenk mache, wel- 
ches in ein»i» gesJicklv» Tuch fur die Braut, einem Tabacka- 
bwtel Oder aycb.nur in einem Hemde zu bestehen hat. Ge- 
woJmJich beschafligt sich ober die Braut selbsl wahreod der 
Vorbereitungen w Hochzeit mit der Anfertigung dieser 
Je.cJ.enke (?!,). Sie ist meislens verpflichtet eine gewisse 
IM von TOchera ^u slicken, welche die Tataren als Zierdp 



64 Historisch-tingnistisclie Wissenscbaften. 

ihrer Wohnungeri an die Wande hangen. Mancher Br^lutigain 
verhandelt sogar umstandlich uber die Zah! dieser Tucher. 



Von den Begrabnissen. 

Das Vei'fahren der Talaren bei den Begrabnissen ist mil 
ibren Vorstellungen iiber ein Leben nach dera Tode im engen 
Zusammenhang. Die Muselmanner glaubeh dass der Todes- 
engel, der die Seele von dem verganglichen Korper ab- 
rnft, sie sofort einem andern Engel iibergiebt, welcher sie zu 
einem bessern Leben und zu den Genussen des Paradieses 
vorbereitet. Die Seele des Gerechten verlasst den ti^ensch- 
lichen Leib sanft und ohne Schmerz, w3hreild die Seelen der 
Bosen lange niit dem Feuer des Todes kam|^fen und nur nach 
langem und qualvollein Widersland, die siindharten KSrper ver- 
lassen. Nach dieser Lehre bteibl daher die Seele auch nach 
dem Begrabniss^ noch wiihrend derjenSgen Zeit \i\ dem Korper, 
die zu ihrer Untersuchung nothig ist und zu den Voibereitun- 
gen, welche die zwei untersuchenden Geisler mil ihr vorneh- 
men. Damit der Verstorbene hierbei alien Anstandsregeln 
geni^gen konne, bauen sie ihm das Grab so, dass er ddrin 
siizend auf die ihm vorgelegten Fragen iiber seinen Glauben 
und sein vergangenes Leben antworten kSrine. Wenn die 
Untersuchung giinstig ausfailt, so fliegt die belreffende Seele 
sogleich zum Himmel, wo sie bis zum jiingsten Gerictit ver- 
bleibt. Der Korper geniessl aber unterdessen, ohne sein Grab 
cu verlassen, alie Freuden des Mahometischen Paradieses. 
Findel sich der Verstorbene dagegen der himmlischen Beloh- 
nung unwiirdig, so wird sein Korper enlsetzlichen Qualen und 
den Bissen von neun und neunzig, siebenkiSpfigen Schlangen 
unterworfen und die Seiele kehrt auf die Erde zurQck, wo sie 
ruhelos umherirrt und danach in die siebente Ablheilung der 
Unterwelt hinabgestossen vvird. 

Wir haben scfaon erwahnt, dass die Tataren ihre^Todten 
in sitzender Stellung begraben, nachdem ihr Korper in weisse 
Tucher gehulit worden ist. Man zieht ihm Strfimpfe und Pan- 



Ueber die Krym^isetien Tateren. g5 

toffeln auf die Fiisse und selzt ihm eine Miltte (jermolka) 
mil weisser Puschel auf den Kopf. Neben dem Leichnam 
werden Brod^ VVasser, eine Pfeife, Taback und Feiierzeug in 
das Grab gelegt, damit der Verstorbene bis zur Ankanft der 
untersuchenden Engel keine ^ioih leide. Das Grab ist gegen 
8 Fuss tief und hat einen horiiontalen Forlsatz von 3 Fufa 
Lange, der zur Unterbringung der Beine des Verstorbenen 
bestimmt ist. Nachdem der K^rper in das Grab gesenkt und 
in die gehSrige Stellung gebracht ist, werden iiber ihm vier 
bis sechs Stangen, die von dem Kopfe bis iiber die Fiisse 
reichen, in geneigter Lage angeforachir und darauf das Loch 
so zugeschiiUety dass der KOrper in einem mit Luft i^efdll* 
ten Raume sitzen bletbt. Die Freunde und nachsten Ange- 
horigen des Verstorbenen graben selbst das Grab und tragen den 
Korper; dann folgen die ilbrigen Verwandien und der Mulia, 
unter allgemeinem Weinen und lautem Geschiuchze/ zwisehen 
welchen fortwahrend die Worte: "Allach, Allach!" geh5rt 
werden. Beim Begrabniss entfernen sich AUe von dem Grabe. 
T^ur der MuJla bleibt innerhalb 10 Schritt von demselben, iegt 
sidi mit dem Gesicht auf den Beden, indem er laut betel und 
macbt dem Verstorbenen allerhand Fragen, wie He folgenden: 
''Was machst Du? Geht es Dir gut im Grabe? Btst Du mit 
Deinem Begrabniss zufrieden? Hast Da die find die gesehen? 
Was machen sie?'* u. s. w. Der MuUa antWortet hierauf selbst, 
mil verstellter Stimme. Man hSlt aber das was er sagL fiir 
Antworten des Verstorbenen und je nachdem sie geniigen, 
muss der Priesler mehr oder weniger fur die Ruhe der Seele 
und des Korpers belen und wird mehr oder weniger belohnt. 
Wenn man nacfa Hause zuriiekgekehrt ist, setzen sich di6 
Gaste zu einem vorher bereiteten Mahl und gehen sogleich 
daran, die Hinterlassenschaft, nach dem Gesetze und nach dem 
lelzten VVillen des Verstorbenen, zu vertheilen. Am 3. und 
9. Tage versammeln sich die Verwandten wiederum zu einem 
Erinnerungs - Mahle und dieselbe Feiejr wird nach. 3 J\lona(en 
und nach 3 Jahren wiederfaolL Einige Worte iiber das aiissere 
Ansehen und die Anordnung der Tatarischen Begriibnissplatze 

Ermans Ru^. Archiv. Bd.XVII. If. 1. 5 



gf, HitloTM^ -linguidiMbe Wmeiuclisft«n. 

Gcheinen hier aieht iiberfliissig. Man Godet sich : 
wenn mnn suf derglerehen Mahomedatiischen Bei 
etwos Aehniiches wie auf den chrisllicliea erw< 
nun sieht auf ihnen weder rej^eimasaige Steig 
BauDtpflanzutigen oder Denkmaler der Verst 
kahler Plalz, obne Schatlen und ohiie Grun 
Re>te der verslorbenen Krym'schen Tataren. - 
kind ohne alle Ordnung vertheill. Unregeimasai 
SLeinen bedeck«n den ganien PlaU und besei 
grabnissstellen. An dem Fufs-Eode eiaes jedet 
ches nach Osten gekehrt ist,') steht ein roh bi 
desun oberea Bnde ^e abg«run4el« GesUlt ] 
Grabe lugekehrte Seite desa«lben, ist mil einei 
Behen, welche fiber den Namen und iiber die 
Verstorbenen RecbeoschaJX giebt. Diese Sleinc 
immer aus weissem Muschelkalie, welcher in • 
des Dorfes Badrak in gro8s«r Menge gebrocl: 
sud biaweileu mil blauer Farbe gestrichei) und d 
Bleht dann aiu rolhen odergoldenen Buchstabei 
del' Geistlichen sind vor denen der ui>rif;en Tati 
auegezeichnel. Der Grabatein tragt bei ihnen, i 
gfirundeles Endes, die Darstellung einea Turbans 
den Sleinen*) werden an elner grosseo, dre 
Stange gewiase Lappen und ein Ueines GefSss 
freiwilliger Gaben der Giaubigen, zum Besten c 
der Metachete> aufgehiingt. Auf eynem solche 
icb auch inamer zwei kleine Bretlchen bemerkt, vi 
an jedeni Ende desselben aufgealelU war, und 
von einerlei Gestall, namlich nach obea breiler 
bis vier Eiuschnilten versehen waren. 



') Hierdurcli enUtebl aber doch ein Patallelisaua t]«r 
RagelmSiiigkeit, welcbe auf clirisUicben Begrabniasi 

»> K» •cheint nach dw»en «tw«B nnklaren Aoiilracke 
G^bet mehcerer GciBUicliu beuammea ond ,o„ j, 
Bewobaer abBeMiiilert. ' 



Cebeff die Krym'seben Tataren. g^ 

Ausser den jahrlicben Festen der Tataren » liber die ich 
spaler einige Worte zu sagen habe, wird bei ihnen auch die 
Beflchneidung gefeiert Sie haben diese wabracheinlich von 
den Juden entnommen, denn sie isl iin Koran mit keinem 
Worle erwahrtt.*) 

Diese Feier, weiche deswegen von hoher Bedeutung ist, 
weilsie den EintriU des Knaben in die Gemeinde der Glau^ 
bigen b^ezeichnet und bei ihnen die Taufe vertriU, wird ge* 
wohDiich,von alien Bewohnern des Dorfes oder Fleckens be* 
gangen. Nach einem gemeinsamen Schmause, w&hrend desscn 
be$lanJig musicirl wird, bringt man alle Knaben von ftinf bis 
neunJahren in den Metschet nnd lasst daselbst die Operation 
von eigens dazu angestellten Individaen vollziehen, weiche 
j«doch kdne geisiliche Wiirde besilzen. VVenn die Knaben 
schreien, so reibt man ihnen unter gewissen Zureden (oder Be- 
sprechungen (?) sagoworami) den Rticken mit einem ge- 
wohnlichen Talglicht. Nur die mannlichen Verwandten haben 
iabei Zutrill in dew Melschet. ~ Fremde und namentlich 
Ckrislen, werden ntir sellen und aus besonderer Hpehachtung 
wpladen. — Sie miissen dann dem Kinde ein Geschenk 
•wckcB, welches gcwdhnlich in einem jungen Pferde besteht, 
IVicii Voliziehung der Ceremonte erheben die Umstehenden 
fin Freudengeschrei , an weicbem oft die Kinder selbst theil- 
nelunen, ohne den Grund desselben zu verslehen. 

Die jahrlichen Fesle der Kryni'sehen Tataren sind: 1) der 
kleineBairam oder Orassa-Bairan (Ur^sa-Bairan), 2)dergrolse 
Bairam oder Kurban^Bairam und 3) Boteria^^Bairam oder 
^^ Neujahrsfeier. 

Der kieine Bairam wird im Laufe des Monats Ramasan 



') Dasi erst die Kryin*scl)en Tataren die B^scbneHloog von ihten JU^ 
dischen Nachbarn entnommen hatten, b«darf kaom der Widerlegung 
(la diese Sitte bekanntlicb ini frdhesten Altertham den Aegyptem 
Arabern und Aethiopiern mit den Nachkommen Abrahams gemein 
war and noch |etzt auch bei Kopten und christlichen Abyssiniem 
ebenso wie bei den IVIoslims herrscht. Der Ueberd. 

6' 



Historncli-linguistiichc WiucnscharEFti. 

h den grorsen Fasten begang^ und dai 
ier isl bei weiteni nicht so larmetxl wie ■ 

Sammtlictie Einwohner versanimein sii 
emsamen Gebet, nach dem sicti jede F< 

Hause bereilelen Schmause begiebL 
demnachst mil gegcnseitigen Besuchen 
\a a. dergl. begangen. 

grofse oder Kurban-Bairam iailt in di 
pferungen in Mekka. Er wird von dei 
: nach ihren VermogenBumstanden, vo 
ig gefeierl. Am trsteii Tage muss je 

SchaC schlachten. Die reichen Tatare 
elin uDd bisweiien auch einen Ochsei 
: sur Opferung bestimmten Thiere ein 
seine Miihe deren Kopfe und Haute, 
iich der reichste Bewohner an dem Fei 
, ifsi bei ihm und geht dann tail ihc 
ritleD und soEort, bis zuletzt das ganza 
zHsamuienkommt, der diese Besuche 
etztere ist verpflichtet die ganze Bev 
wd tranken und eben deshalb wird da 

gewiihlL In dem Gebirge werden zur 

Schaukeln gebaut und andere Vergni 
seiche wahrscheinlich von den Russen c 
uen nehmen nicht Theil an der .all^ 
n den ganzen Tag zu Hause, pulzeo sic 
vandten und Bekannien, wetche sie b 
hrend des 3. Feierlages, oder dem N 

Woche nach den Ruasischen Ostern 
lagegen die Frauen ins Freie gehen. 
;n ganzen Tag uber, den sietrotzKiilt 

mil verachiedenen Spielen und Gesi 
I subringen. Diese durfen sich ihnen i 
io reden, sind aber meistens zu Pfer 
wci bis drei Tage. 



Ucber die Krym^schen Tatareo. gg 

Besondere CharaklerzUg e der Krym'schen Talaren. 

DerHauptzug in dena Charakter der Krym'schen Tataren 
isi die ungewobnliche Hulie und der Gleicbmulh, die sie unter 
alien Umstanden bewahren. Die drei Zweige dieses Stammes 
besitzen diese Eigenschaft in gleichem Grade. Nimmt man 
Jiienu den Umstand, dass sie sich AUe mit ausserst Wenigem 
begniigen und dass ihre Anspruche sehr gering sind, so er- 
kliri sich ihre ungewohnliche Tragheil. In der Steppe liegt 
ein Hirt den ganaen Tag iiber auf dem Graise, dreht sich lassig 
von einer Seite auf die andere und kiimmert sich sehr wenig 
um die Sicherheit des ihm anvertraulen Viehes. Wenn sich 
ein Unwetler erhebt, so kehrl er das Gesichl zur Erde und 
behalt im Uebrigen seine Stellung. Die Heerde sucht isich 
aber selbst, so gut sie es versleht, eine Zuflucht. Um einen 
Hof m fegen, braucht ein Tatar miiidestens einen halben Tag. 
Ich habe oft gesehen, ^vie alte und slarke Manner die Jeich- 
leslcn und einfachsten Arbeilen mil unaussprechlicher Tragheil 
voBiogen und es isl nichi zu verwundem, dass es bei solcher 
GleiAguIligkeit fiir ihre interessen, um ihre Wirthschaflcn 
scWecht slehl. Alle sonsligen Umslande begunstigen dort eine 
sc/inelle Enlwicklung der Industrie und des allgemeinen Wohl- 
standes und dennoch giebt es nirgends eine so allgemeine Ar- 
mulh wie bei den Talaren. Ihre Anspruche und Bedurfnisse 
sind freilich geripg, aber sie denken auch selten daran sich 
Vorralhe fur die Zukunfl zu verschaffen ; ein Stuck Schwarz- 
brod, Milch, Kase und Tabak, das isl AJIes was sie gebrauchen 
and sobald ein Tatar uber diese Dingo fiir einige Tage ausser 
Sorge ist, hort cr sogleich auf zu arbeilen und iiberlasst sich 
seiner gelicbten Faulheit, 

Ungewohnliche Redsehgkeil und Neugierde bilden emen 
andercD Charakter-Zug der Krym'schen Talaren. Nur bei der 
Arbeit sind sie schweigsam und miirrisch, dafiir belebl sieh 
aber ihre Physiognomie, sobald die Ruhezeil anfangt Alle 
scbliessen dann einen Kreis und beginnen endlose Gesprache 
aber die verschiedenslen Gegenslande. Die Pfeife ist eine un- 



70 HiitorlHih-lineiiittiiche WiuentebafU 

erlassliche Bedingung der TatarischeD Unterh 
iiisweilen Slunden Jang dauern, so dass sie 
langen und angreifenden Jagd, der Mtidigkei 
Mitlemacht schwatten. Diese Oesprachigki 
aber nur zeitweise; sobald sie dagegeti ein a 
ringfugiges Geschiift haben, vollziehen sie es i 
und diese Kuhe bei der Arbeit giebt sogai 
der hiesigen Moaleitia einen eigenthiimlichei 
habe nur einen Tetaren von immer freudigetn 
gelernl. Seine sehr kleinen und schiefen A 
bestSndiger Bewegung, und immer schwebl 
snnen Lippen. Nach jeder Antworl lachte 
aeinen grauen Bart urn die linke Hand. E 
Mulla, der Mekka beaucht hatte, lesen und 
und sogar einige Kenntnisse besass, was b 
leuten zieailich selten vorkommt! 

Ein Tatar entwickelt bei allem was er t 
angeborene Wilrde. Wahrend des Gebeles li 
nichts Eerstreuen. Beim Einlritt in ein Ka 
sich mit untergeschlagenen Beinen, mit wic 
die Pfeife im Munde, greift dann su einer kle 
und leert sie tangsam und wUrdevoli in klei 

Es giebt noch drei Eigenschaften, die w 
tarisch'eD Charakter gehoren, nSmlicii eine b 
fur die Reinlichkeit in den Wohnungen, Ehrlj 
seitigen Umgange und Gastfreundschaft geg< 

Unter Reinlichkeit hat man zunachst s 
beslindtge Ordnung, in der sich das Hausge 
sodann die Sauberkeit, die man auf den V 
Fufsboden und an der Decke des Zimmers . 
rischen HSuser sind sehr klein und meist< 
Personen bewohnt, demungeachtet gieht ee 
ranlichkeilen in ihnen. Oer Fukboden isl 



') )m Ruui«clien stebl wohl mitCnreclii ''krumma A 



Uober die Kryin*Bclien Tataren. 7t 

Fihdecken (Woiloki) bedeck! , auf >velche dea IHachU eine 
HeDge von Kissen gelegl werden. in einem Zimmer von 
ineisleDs nur 3 Sa/en Lange und 2 <Sa;en ( 14 Fufs) Breite^ 
scUafen gewohnlich sechs bis acht Person^n* 

Wenn man das Zimmer des ilrmsteo Taiaren zu einer 
beliebigen Jahres- und Tageszeit betriii, so ijodet man es 
immer reinlich und ordentlich. Ebenso reinlich aber hallen 
die Tataren auch ihren Korper, und mi^n findel bei ihnen hochst 
selteo zerrissene> wenn auch ofters geflickte Kleider. 

Die Ehrlichkeit gegen einander liegi so aehr im Charakler 
der Tataren und der Diebsiahl ist so selien uuier ihnc^lif dass 
die Hausthiiren fortwdhrend mid sogar des Nachls ge acinic s* 
sen,^) das GeUaide aber auf dem Hofe zugedecki und bis 
sum Gebraudie voUig unberiihrt bleibt. Sojcher Redlichkeit 
befieissigen sich aber die Tataren nur gegen ihre Glaubens-* 
genossen. Anderen Leuten stehlen sie sehr oft Pferde, Schaf^ 
and Rindvieh. 

Die Gaslfreundschaft erzeigen sie dagegen nicht blob 
GUbensgenossen , sondern einem Jeden, der unter ihr Dach 
tiitt. 1st der Wirlh zu Hause, so kann man in das Zimmer 
gelieQ; ist er aber nicfat da, so erwartet ihn die Hausfrau und 
dem Fremden ist der Eintritt erst bei seiner Ruckkehr erlaubt. 
Ueberoacbten kann man bei den Tataren ohne jede Besorgniss 
urn seine Besitztbumer> denn von einem Taiaren der einei^ 
Cast eiomal aufgenommen hat^ wird dessen Habe niemals be* 
rubrl Die begiUerten Tataren bereilen auch sogieich ein Mahl 
Tor den Gast oder doch wenigstens Kaffee mid bieten ihm ein^ 
Ffeife. Der Wirth bleibt im Haqse um den Gast zu unter- 
balten. Die Weiber begeben sich aber noch vor seinem Ein- 
triltin ihre Zimmer. Die armsten Tataren, welche gewohn- 
lich nur ein Zimmer neben der Kiiche besilzen, schicken, wenn 
^ Gast kommt, ihre Frauen entweder in die Kiiche oder zu 



') Im Rossiscken steht : dweri ostajut^ja sapertymi, welches sich 
nicht anders aberseUen lasst, obgleicb man das Gegentheil erwarten 
lollte. Der Uebers. 



72 HiitorlMh-liiiffvlftHcIw WinanMbaftei 

einen Naebbar, und nur bei ganx alleo und 
Bekannten eriaubt die Sitte den Frauen und M 
selben Zimmer init dem Gasle zu bleiben. leh 
sehen, mit welcher Freundlichkeit die Mitglie 
rischen Familie ihre Mahkeit theilen und so 
ihrem armlichen Abendbroi traf, wurde ich zui 
demselben eingeladen. Nach ErfUllung emig 
dingungen, die ein Fremder beim Eintritt in 
Wohnung eu brobachten hat, wie z. B. sein Sc 
Ziehen, ehe er das Haas betritt, wird ein T< 
Aufnahme verweigem und die retcheren we: 
Anbieten von Bezahlung fUr eine Beleidigong 
die Aermeren fordetti niemals dergleichen , n 
Geschenke an, die aus Taback oder Geld be 
Gasl hSrt dann ioinier von ibnen die VVorle: 
Dir teliebt."') 

Die vorziiglichsten Charakteriiige der T 
man zwar an den Maanern und Frauen in 
Die Frauen zeichnen stch aber noch durch < 
fichkeit aus, die zu ihren wesenUicbaten B^iget 
ich meine die Neugierde. Durch daa Geseli 
Granien des hauslichen Lebens eingeschlossen 
mSgiichen Mitlel um in das offenliidie Lefaeti 
dies fiir sie ein Gegenstand der Bewunderui 
80 eigenlhUmhchen Keiz besitzt, dass sie Tag« 
Fensler auf die krumme und enge Strafse sel 
wenigstens eintgermarsen die unertragliche L 
ewig hSusltchen Lebens zu Tertreiben. Jed 



Dat itt die ReilenBart: 'lichto pojBluilst' <) 
liebt, deren ikh hei (tenelbcn Gelegenheit ancti 
namentlich in Sibirien und andmen enllegc 
diant, und welclie, wis Vieici Andre von aeir 
jiier geiciiilderten Tatarisctien aufs senanate 
wobl die atte Berahrang; mil den Tataren im Ku 
all die spaterc mit Turkiichen Sllaimen im Aaiat 
UebeteinilitntnunE: beigittragen. 



0«ber aie Kr jm*tcheii Tatacen. 73 

nebderhalbgeofifneien Thlkre eines Hauses nahert, erblickt meh- 
rere rothe mit Goldmunzen ausgenahte Fe^e, aus denen zahl- 
lose Zopfchen iippig hervorquellen ; kaum hat er aber fllnf 
iSchrilte luniekgelegi, so schwindet das fliichlige Schauspiel 
b daslnaere des Hau&es imd es bleibt ihm nur etwa im Traame 
eioe Vorstellung von der Schdnheii der orientalischen Frauen. 
Wenn einmal Tatarinnen bei chrisilichen Frauen zii Gaste 
kommen, so isl die Vervvunderuug der ersteren endlos. Alles 
Id den Zimmem erregt* ihre Aufmerksamkeit und wenn es erst 
an die Rletdungen geht, so wird ihre Bewunderung so heftig, 
dass sie regiingslos stehen bleiben und nur leise von Zeit zu 
Zeitdie Worte ^Alla, Alia" ausrufen. 

Der Ausdruck der Freude durch Tanzen und Musik ist 
den Talaren so eigenthuinlich,^ass ich diesen Gegensland nicht 
miberuhrt lassen kann. Ihre Bewegungen wahrend des Tan- 
MQs sind gleichzeitig so einfach und so originell, da^s man 
sie im vollsten Sinne des Wories aslhetisch nennen muss. 
Versetien wir uns einmal wahrend eines Feiertages in eine 
Taftarische Wohnung. In einem sehr reinlichen Zimmer sitzen 
ie Gaste i3ng^ der Wande aof weichen Kissen. Ein gemassig*- 
tes aber sehr angenehmes Lieh) dringt durch die mit jdunnem 
Pixj^ete verkleblen Fensler. In dnem Winkel neben der Thiir 
befinden sich die unten zu erwahnenden Musikanten* his beginnt 
toerst eine Melodic, bei welcher zwei Madchen in die Milte 
des Zimmers und einander gegeniiber Irelen. Ihr VVuchs ist 
hoch und schlank und zahllose schwarze Zapfe hangen iiber 
ihre SchuHern. Ihre Gesichter sirid sanfl und fast leidenschafts- 
los und ihre Augen niedergeschlagen. Kaum beschleunigt 
sich aber der Takt, so beieben sie sich. Ihre Arme erheben 
adi bis sa den Seholtern, selten hoher, mit anmutfaigen Bie- 
gungen. Sie fangen an sich auf den Hacken zn drehen und 
machen Iheils einzein, theils zusammen, ausserst einfache aber 
d)enso schone Figuren. Dann folgen leisere Tone, langsamer 
aof einander und gleichzeitig verlangsamt sich ihr Tanz und 
cndei endlich zugleich mit der Melodie. Ich besuchte einmal 
eine Kalkhohle, in der ieh scbon mebrmals freundlich aufge- 




fj^ Histomch-Iingnisttsohe WUseiBtcimften. 

nommen worden war. Das Waclrtfeuer war 
I5schen und die anfangs gerStheten Wandc vei 
allmahlig. Ich halle schon langst den Mulla g« 
seine Talaren veranlasste vor mir zu singen 
und versprach sie dafiir mil unsern Melodic 
maehen. Auf seinen Befehl tralen nun endli 
Manner oder Frauen (Russ. junoschy, wel 
deulungen hal) aus dem Hinlergrunde der Hoi 
begann einen langsamen und gedehnlen Gei 
jenen AnkSmmlingen mil lanzenden Bewegt 
wurde. Ihre hohen Schalten fielen auf die V 
Tanz schien mir von Geislern ausgefiihrl, war 
dentlich sch6n und viel bedeulungsvoller als 
frohlichen Weslen, in denen man anslall eini 
tischen Genusses nur wilde Leidenschaflen ut 
Speculalionen findel. Hier lanzen die Rnaben 
Madchen von ihrem achlen Jahre an, den Frau 
Tanzen bis zu ihrem vierzigslen Jahre eriaubl.* 
zen Manner und Frauen zusammen, und darin 
ungeheuere Unlerschied und wie man geslefaec 
leuchlende Vorzug der orienlalischenTiinze 
paischen. Der Bewohner des Orients*) lanzl 
und der Europaer fast immer fiir seine Tanzei 



') Also ein protja^'noe pje«no (gedehntes Lied 
diejenigen Gesange nennen, welche als Begleitu 
wohl mit denTatariscben, als mit den Maaris 
ganz ubereinkommenden mimischen Tanzen gehqi 

*) So stebt inn Rnssischen, die Meinnng des Verfasse 
standlicb, wenn man nicbt aus seinen Worten scl 
den Tatarischen MSnnern die alter all 40Jabre 
Terboten sei! 

') Anstatt der iiberbaopt ganz nnzalassig gewordenen . 
and Occident waren hier, um einigen Sinn i 
bringen, etwa respective alterthumliche und 
der zu setzen. Denn mimische Tanze aind bei 
len, den Intulanern des grossen Ocean, bei den Al 



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Ueber ^ie Kryiii*icben Tataren. 75 

VoD diesen ifanen darch Geburl uberkommenen oder na- 

luriichen Taoxen^ hat man einige zu unterscheiden, die sie von 

den Guropaem enlnoDimen haben. — Die Zigeuner spielen 

ofters fur sie, verdorbene Polka^s und Walser, uDd Tatarische 

Hirten, weiche oft mit den lastigen Kiem^Rassen verkehren, 

lassen sich dann berbei, den bei diesen so beiiebten Kosatchok 

sa tanzen. Die Melodieen dieser Gesange (der Zigeuner) sind 

ehvas lebhafler, von schnellerem Tempo, aber doch immer ein* 

iSnnig und langsam. Bei ihnen hort man bisweilen auch Musik 

oiine Gesang und Tanz, und ihr Hauplcharakter besteht dann 

in der Anwendung einer grossen Trommel oder, in Crmange- 

long derselben, eines Tamburins. Wandernde Zigeuner sind 

die gei^dhnlichen Musikanten der Tataren; namentlich isi der 

Violinspieler immer ein Zigeuner. Ein voUstandiges Orchester 

bestehl aus vier Mann: der eine spielt die Geige, der zweite 

dn« Flole oder eine Clarinelte, der drilte schlagt die Pauke 

and der vierte die grosse TrommeL Isi eine solche nicht yor- 

kandcD, so giebt es meistens zwei Geigen. Ihre Geigen sind 

VI drei Saiten und haben einen sehr acharfen Klang. Sie 

«eT4eii von dem Spielenden nicht an das Kinn, sondern auf 

das Knie gesiiilst und mit eiiiem Bogen von eigenthumUcher 

Cooistruciion gestrichen. 

Die Geigen beginnen das Spiel, danach fallt die Clarinette 
eiiE, und es werden endlich die durchdringenden Tdne dieser 
b»den Inslrumenle, durch den Klang des Tamburins und der 
Trammel gemildert Die Musik der Tataren vervoUkommnet 
sicli durchaus nicht und beleidigt ein an geregelte Tonfolge 
ge^ivdhntes Europaisches Ohr durch fortwahrende Dissonanzen. 
Bei dtii Tataren von Nogaischer Abkunft, besteht die ganze 
Miasik in dem Gebrauch einer Pfeife und einer grossen Trommel 
wxmd wird folgenderma&en ausgeiibt: der Trommeler schlagt 
vi^rst mit sehr kurzen Pausen zwanzig bis dreissig Mai; dann 



men a. s. w., ebento gebraachlich gewesen, wie bei denen, die man 
In frvheren Jahr bander ten wohl Orientalen za nennen pflegte! 

Der Uebers. 



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1 

1 

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76 Historisch-lingDistiscbe Wissenschaften 

lasst sich die Pfeife eine Zeit lang horen un 
wieder ein oder zwei Mai aufs heftigste die Trom 
und endlich, wenn deren Fell nicht geplaUt isl, 
nen Wirbel geschlossen. 

Viel angenehmer macht sich die hell tonen 
sie von einem Hirien bei Sonnenuntergang ges[ 
Nordabhang der Krym'schen lierge geht von 
Farbung ins Rolhe und darauf in ein herrlichc 
in der Luft ist es stille, die Ebene wird in Scl 
und das Abcndroth verbreilet sich iiber sie; da 
aucfa die rnuntere Hirtenfl5te und verleiht dei 
eigenlhiimlichen Reiz. 

Die Dichtkunst. 

Bei den Bewohnern der Krym ist die Zeit 

und des Glanzes der orienlaiischen Poesie scho 

sieht man aus den armlichen Resten von Dich 

bis jetzl noch im Volke leben, aber kautn d 

Poesie verdienen. Sprichworter, die gewissen 

eigenihilmlich sind, haben sich noch am besten 

erhalten und der Grund hiervon liegi in dem 

hiesigen Mahomedaner die kleinsten Lebenserei 

glaublicher Fesligkeil in miindlicher Tradition 

In den Freistunden beschaftigen sie sich gewc 

zahlungen von beruhmten Raubern und Rillern, < 

Hf tiber Gegeristande des gewohnlichen Lebens. V< 

. J Dichtungen kenne ich nur zwei, von denen di 

M terem Urspmnge ist. Sie besingt Baklschi^ara 

j^der FesllicHkeit gebraucht. Die andere ist i 
\ verfasst, und hat den bekannten Kunstler Aiw 

^genstand, der von Armjanischer Abkunft ui 
, \ geboren, ausserordenllich gut Talarisch spricht 

;;j viel Gutes thut, dafur aber aUch bei den Tatare 

ii!*: Achtung geniesst. 

:j| Die Sprichworler, welche nur die gebildele 

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Ueber Hie Krym*8cben Tataren. 77 

nen, sind seiir sinnreich. Ich habe einige davon durch Ver- 
mittelung einer Dame, die Tatarisch spricht, von einem an, 
der Siidkiiste der Krym lebenden Mulla gehort. Es sind fol- 
gende: 

Wer Golt fiirchtet, brnucht nichts (anderes) zu fiirchten. 

Wer sich kennt, kennt auch seinen Schopfer. 

Ou bist Geschopf, aber er ist Schopfer. 

So lange ein Schaf nicht fell isl, rlihrt es der Schlachter 
nicht an. 

Weise ist, wer einmal spricht und zweimal zubort 

Gott allein weiss das Zukiinfiige. 

Habe die Aagen ofifen, sonst wird man sie Dir mit Ge- 
wait offnen. 

Die Gelehrlen sind die Wegweiser des Menschenge- 
schlechts. 

Gelehrsamkeit und Sludium bilden die Vernunft. 

Reichlhuoa und Gliick machen den Menschen grossmiitig. 

Faulheit und Verschwendung fdhren in's Verderben. 

Unterwirf Dich nicht Jedem. 

Vergiss nicht des Menschen, dessen Brod Du gegessen hast. 

Ein tuchliger Mann erkennt den tiichligen. , 

Der Stein sclilagt den Kopf ein. 

Wer den Derwisch liebt, liebt Gott. 

Nicht jeder Betller ist ein Derwisch. 

Wenn der Derwisch nichts besitzt, so hat er die Achtung. 

Ein weiser Mann thut keinen Schritt ohne.'sich vorzusehen. 

Wenn die Katze Fleisch sieht, das sie luclil eriangen kann, 
so sagt sie, ich werde warten. 

Von b5sen Leuten erwarte nichls Gutes. 

ie thaliger ein Mensch ist, desto mehr Gliick erlangt er* 

Besser besehaftigt sein als miissig. 

0& Satle versleht den Hungrigen nicht. 

Jeder Hahn kraht auf seinein Hofe. 

Miissiggang ist alter Laster Mutter. 

Der Berg kommt nidit zum Berge, ober der Mensch zuui 
Menschen. 






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.jg Histomoh-lingaiitische Wiaienschaftei 

Jeder Vogel ruhml sein Nesl. 
Kaufe nicht das Haus, kaufe den Nachba 
Fahrsl Du langsamer, so kommst Du we: 
Schmiede das Eisen, so lange es warm i 
Mil fremden Handen ist es leicht die Gli 

scharren. 

Jeder Vogel singt nach seiner Weise- 
So wie man sael, so arndtel man. 
Ohne Arbeit giebt's nichls Gules. 
Das Gesichl des Liigners wird an Feiert 
Ein kluger Feind isl besser als ein duajn 
Wer mil Wenigcm nichl zufrieden is*, v< 
Tausend Freunde sind zu wenig, ein Fei 
Wer nichl Arbeiter war, kann nicht Meia 
Wer viel gelebt hat weiss noch wenig, 

isl weiss viel. 

Der Versland liegl nicht in den Jabren, 84 

Jeder Zwang ist cine Lehre. 

Den Pfriem kann man in dem Sack nicl 

Bauart der Tatarischen Wohnungen. 

Andre Gebaude. 

In dem Bau ihrer Wohnungen, ebenso v 
lichen Einrichlungen und in der Klcidung be 
ren einerlei SiUe, wir werden dies weiter un 

Oestlich von der Tschongarischen Briick 
von Mehtopol, zwischen Berdjaixk und dem M< 
leben in grossen DSrfern die eigenllichen Noj 
set an Orten die ganz nahe bei den deulscl 
gen, mil spilzwinkhchen Ziegeldachern gedecl 
Glasfenslern versehjen sind. Bei reicheren , 
selben sieht man sogar mil Schnilzwerk gezierl 
und Stiihle. Nichls dergleichen findet sich 
Wohnung eines Taiaren oder Nogaiers, der a 
ncr Vorfahren hangU Dergleichen Wohnunj 



. • 

Ueber die Kryin*t€hen Tataren. 79 

jetit nur aus Hoh und Lehin gebaut. Steine werden dabei 
nicht angewendet und noch weniger Eisen. ^ Die Dacher sind 
meislens mil Schindeln gedeckt, auch ist aDzunehmen, dass 
vor 60 Jahren noch viele Nogaier nach Art der jetzigen Kal- 
myken in Filz-Hiitten wohnten. Sie- beginnjen den Bau ge- 
wobnlich ohne ein Fundament zulegen. Die Luflziegel welche 
sie zu den Mauern gebrauchen, bestehen aus einem in den Step* 
peniiberall unter der Damm-Erde vorkommenden reinen Thone. 
Sie stechen diese aus drei bis vier Fuss Tiefe, werfen ihn 
locker in Haufen auf und fugen dann eine angemessene Menge 
alien Slrohes und hinlangliches Wasser hinzu, urn einen zum 
Ziegelformen geeigneten Teig zu bilden. Zu besserer Men- 
gUDg der Bestandlheile lassen sie Pferde daruber galoppiren 
Oder ihn von Meoschen trelen. Sobald die Masse fertig ist, 
wird sie von zwei JVlannern geebnet und auf einen Rasenplatz 
gelragen, auf dem zwei andere Manner die holzerne Form in 
Bereitschaft halien^ welche einen Fuss lang, acht ZoU breii und 
ireiZoU hoch ist. Sie wird immer mit Wasser benetzt. Man 
drlickt dann den Teig in die Form, glattet ihn zuletzt mit der 
Hdnd und nimmt ihn wieder heraus. Vier Manner konnen in 
eiomTage lOOOsolcherZiegel machen/ welche 5 bisGSilber- 
Rfibel kosten. Im Sommer bei gutem Wetter miissen diese 
Ziegel vier bis sieben Tage lang trocknen und wenn sie gut 
gearbeitet sind, so bilden sie dann, fur nicht allzu hohe Bauten, 
cin sehr zuverlassiges und angemessenes Material. An dem 
Plalze auf dem das Haus stehen soli, wird der Rasen ausge- 
slochen und der Bau geht so schnell vor sich, dass nach zwei 
^ drei Tag«i schon Tiinf Fuss hohe Mauern dastehen. Der 
Dachverband besteht aus dunnen Sparren, welche in den 
Wohnungen der Berg-Talaren unter einem sehr stumpfen 
Winkel und namentlich unter 130 bis 140 Grad verbunden 
Werden. Solcbe Sparren laufen durch das ganze Haus und 
^ sind ihrer scchs bis acht, die mittelst holzerner Trager an 
'em Gesimse befestigt auf den Wanden ruhen. Die ausscren 
^den dieser Sparren sind noch mit QuerhSlzern verfestigt 
"ha iiberdeckt sie mit langen aber moistens krummen Balken 



* 



80 Bistorisdi-finguisttsctie Wissemchitfte 

von denen sich auf jeder Seite drei bis viei 
dann werden sie mil einem FJechlwerk ver 
dieses Erde geworfen, welehe endlich mil 
Dachziegein (?) Russisch: tscherepiza) be 
dieses Alles geschehen, ist die Wohnung fast 
Fensler verursachen dann nicht mehr viel M 

• 

weder Laden noch Scheiben; es werden vielniel 
von 2 bis 2^ Qtiadratfuss aus der sie bestehc 
leislen eingesetzt und auf^diese von Innen di 
klebt. Nur an einer Stelle des Fensters befii 
der eine kleine Oeffhung oder ein eingeselstes 
die man nach aussen sehen kann. Die einzij 
von dem Hause in die Sleppe filhrt, isl im 
gerichlel, und eine ein Fuss hohe Sehwelle 
alien orientalischen (??) Gebauden, eine 
Iheil des Hauses aus. Die Thiiren sind ni 
bis 4 Fjuss und der Einlretende muss, wen 

id die Beine brechen noch den Kopf stossen wil 

biegen. Das Innere der Tatarischen Wohnun. 

!|| geweisst, dieDeckehat k^ine Bretterbekleidui 

von dem Dache selbsl gebiidet — Die Gob 
slreichen ihre Wohnungen oft mil einem wei 
. Die Anwendung des Kalkes kennen sie noch ni 
Mursen, welehe mehr oder weniger von den 
nommen haben, lassen sich iibrigens die Wd 
nach Russischer (?) Sitle') bauen. Der ' 
Haus selbst, und gebraucht dazu kein ander 
das Bell und eine Keiihaue, deren stumph 
Hammer dient. 









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') Das hier gebraucbte riissisehe Wort rychljak b 
jedes lockere Gestein un<} hat daher einen boehst i 

') Die eigentlicU russische Landessitte verlangt al 
holzerne Hauier, und Steinbaaten geho^cn zu d 
men Ton derselben. ' 



Ueber die Krym'sehen Tateren. gj 

EintriU in das Haus cities begiiterten Dorfbewoh- 
iwre, sieht man auf jeder Seite ein Zimmer: das eine derse^ 
ben ist fur die Gasie and die Manner, das andere fiir die FratieB 
bestimmL Die armen Taiaren haben nnr eip Zimmer, auf der 
rechlen Seite der VYohnnng. An der vorderen Wand liegt 
der Ofen und die Kiiche nimmt das Uebrige ein^ Das Zug- 
rohr von der Kuche und vom Ofen liegl am Ende eines diin- 
nen Balkens, der aus der Mauer hervorragt und mit Saulen 
gesliitzt ist. Es beginnt 2^ bis 3 Fuss (ibcr dem Fussboden. 
In der Kiiche giebt es keinen Heerd, anstatt dessen %vird aber 
die Wamte durch Kohlen unterhaiten, wdche auf don ebnen 
and aus JBlrde bestehenden 'Fussbeden lan^am vergiimmen. 
Die Wirthin legt ehe sie schlafen geht, ein neues Stuck ge- 
trockneten Kuhmistes (Russisch: Kisjak) zu den Reslen des 
Feuers und die Glut wird dadurch die Nacht iiber untei^* 
halten. Das Zugrohr, welches aus LufWegeIn besteht, ver- 
engt sich gegen das Dach zu und mundel in eine kleine 
Rohre, die bei den Gebirgs-Talarcn aus Reisem geflochlen 
wird.*) Der Slubenofen der hinler der Kuche hegi und mit 
te einerlei Abzugsrohr ha(, ist nichts anderes als ein sechs- 
seiliger odcr achtseitiger Raum^ der sich nach oben verengt^ 
mid den man mit LufUiegeIn umgeben und mit einem eekigen 
Oder ronden kuppeHormigen Aufsaiz versehen hat Dieser Ofen 
wrd mit Thon oder mit Mergei bestrichen und heizt sidi 
eben so gut wie ein Wind- oder Bratofen. Die Bauart der 
Tatarischen Oefen und Kiiehen entspricht voUstandig den Be- 
dingungen eines guten Ofen. 

Wahrend meines dreijahrigen Aufenlhaltes in der Krym 
habe ich keinen einzigen Brandschaden gesehen und dies war 
mir um so aufTallender, als ich in meinem Geburtsort Danzig 
vier bis fdnfmal in einer Nacht Feuerlarm gehdrt und an 
danklen Abenden, twei bis drei Feuerscheine am Horizonl 

*) Vergfeiche uber die geflochtenen and mit Letten bescblagenen Ka- 
minrobren ontl iiber die vortrefflichen Eigenschaften der zugehorigen 
Brennraaoie hei den Ostjaken and bei den laiuten, Eriuan^s 
fieUe mH die Erde Abili. 1, Bd. 1 und Bd. 2. K. 

Brmans Russ. Arcliiv. B J. XVII. II. 1. ^ 



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g2 Historisch-lingiiitUsehe Wissenschafte 

gesehen hatte. Die Oefen der Taiarischen V 
den schnell warm und bleiben lange so, wei 
den gerichtete Fenster im Winter mil einem 
einem Kissen zugeselzt, das aiidliehe aber v< 
Die Lufi in dem Zimmer bleibt immer warm 

Was das Haus- und Kiichengerath beir 
jtJI man zu^st in dem Vorbause, rechls von der 

bis drei Fusb hohes Fass, wekhes oben brei 
imd entweder saure Mikb^ oder bei den Gebii 
genniolken enthalt. Hinter oder neben diet 
der . einsi^e Tisch des Hauaes. Bei den Ma 
l^rt der Tiseh nur in die Kiiche und ersch 
dem Zimmer, wenn es von Europaern besi 
erwahnte.ist 4 bis 5 Zoli hoch und besteht s 
zeUdicken Brette, von zwei Fuss im Durch 
aaf einem dicken, naoh unten dreilheiligen, 1 
diesem Tische wird das robe Fleisoh gescbnil 
und der Teig geroUt. Weiierhin findet ma 
welches ebenso wie die in Deutschland iibi 
grober gearbeiiet isi, einige Holzklotze als i 
einen oder zwei eiserne Kessei und bisweiiec 
und einen Morser. Der M5rser wird. aus eii 
von ^ Fuss im Durchmesser gemacht, indei 
km oberen E)nde aushohU* Man gebraucbi i 
su siossen. An den KCichenwanden hangen 
und einige AckergeraUie wie: Sensen, Sich 
Beile. Die Thongefasse, welche vorsiiglich ii 
branni werden, sind hoch, mit engem Bauch 
gradem Halse. Sie werden in den Tatarischen ] 
Art und Grosse geordnet. Aus der Kuche tr| 
gebiiokl, durch eine 3 bis 4 Fuss hohe Thiii 

Um einer Silte gerecht %u werden, wc^ 
Menschen') fiir heilig gilt, muss der Besuchei) 
spiel der Mahomedaner seine Fussbekleidul 

_ I 

*) So steht im Russischea^ aiuitaU der ublicbea A 
« Uonen, fur die ZaM der Mahomedaner. j 



tTeber die Krym'sohen Tataren. 93 

jederTaUre, bis sum kl einsten Knaben, betritt den mit Woitok' 
Meclten Fussboden nur mit Strumpfen. Wenii es in deni' 
Dorfe sehr kotfaig ist, «o gebrauchen dieTalaren, ausserihre^ 
Men Fussbekleidun^ auch nech eine eigenthamliche Art 
Sehuhe welche folgendertnafsdn gemachl sind. Aus leichtem- 
floize und meistens von Schwarapappeln, werden zwei dioke 
Bretler von sechs Zoll Liange und etwa von der Form eiiier 
Folssohle, ausgeschnitten. In ibr Vordertheil and NMgel gei 
scUagen, um das Laufen auf denselben su erleiohtern. Diese 
soMenli^migen Bretter sind mit zvvei«B 3 bis 6 ZoU bohan 
Poerbrettern zusammengehalten, um <fiese ist ein breiter Riem^ 
nach Art eines Steigrieinen , befestigt, welcher den Schuh oM 
dm Fusse verbindet. Bei den reichen Tataren sieht ntan 
defgleichen Sehuhe die sehr sch6n geschnitleii, polirt tind so- 
gar mit Perlmullcr ansg^leg' sind. Das Tragen Shnlidier Hoh- 
•chuhe ist aber von den Tataren audh auf die aroieren Be*- 
wolmer der kolhigen Sad-Russischen SlSdte fibergegangen, so 
iisB man jetit im Herbs te auch in Sympheropol viele Leute 
ml dergleichen Schuheo auf den Markt gehen sieht. 

An dem Gesimse der Zimmerwande sind WandbreUet 
anfgdiingt, auf denen roan werlhvolle GegenstSnde aufbewahrl 
*& alte Flasdien, TrinkglSser, Schachteln us.w. oder, mit 
tinein Worte, Gegenstandc welche der Orient nicht hervoi4» 
fcringt Um diese Wandbretler hangen, als besondere Zierde des 
Zimmers, geslrickle, gewebte und sogar geslickle Tucher, 
welche die Hausfrau und ihre TSchler gearbeilet haben. Wenn 
die Tatarischen Madchen das ii.annbare Alter erreichen, so 
sticken sie je nach Umstanden eine grosse oder kleinere Zahl 
voa Tiichern, um sie als Milgift in das Haus ihres Brautigatns 
lu bringen. In dem am Ofen gelegenen Winkel des Zimmers, 
wo das Wandbretl endel, beCndet sich der Koran, wenn die 
Familie ein Exemplar dieses heiligen Buches besitzt. - Der 
kinler dem Ofen gelegene Rest des Znnmers isl bisweilen 
iorch einen Abschlag gelrennt und zur Aufnahme verschie- 
dener weibUcher Bedttrfnisse bestimmt. Wenn der Hausbe- 
iiUer wohlhabend ist, so laufen weicheSitze aus H bis 2 Fuss 



( 






34 HistorUch-linguistische Wissenscbaftei 

breiten Kissen an den Wandcn rings um da 

Ueberziige dieser Kissen nabt die Wirlhin aus s 

Tuche, welches mit Verzierungen von kaffebrai 

Farbe gestickl ist. Die armslen Leute legen 

einige solche Kissen auf dem Boden, welch^ 

liber in einem Winkel des Zimmers sorgfali 

gelegt und noit Teppichen bedeckt werden, d 

schiedenen Sloffen darslelll. Bei den Reich 

aus schwei'em tiirkischen Seidenzeuge, von re 

Farbe und bei den Armen aus einem dicken r 

wollenzeuge, mil bunlen gradlinigen Mu8tern« 

man auch einfache kattunene Decken iiber d 

Unler denselben Teppichen stehen auc 

ein oder zwei KoSer die nur roh aus Tannc 

aber blau oder roth angestrichen, an mehi 

Weissblech bekleidet und mil einem Vorhang 

sind. Ich habe mich in den Sladten wo die 

duslrie am meisten bliihei, vergebens nach de 

umgesehen. Man findet sie dagegen in K 

jedem Laden unter andern Russischen Erzeu 

kann deshalb wie ich glaube, mit Wahracheinli 

dass die Tataren den Gebrauch solchei 

den Russen erlernl haben und zwar in der 

dieselben herrschten. *) 



*) Dass zwischen Tataren und Russen eine Ueberlie 
im Text erwahnten Kunstfertigkeit ( welche iib 
Klein-Russland, sondern in einigen Uralischen H 
weise ausgeubt wird) stattgefunden habe, sonde 
ferong dt^r Fabrikation von Saflan oder Cordon 
dieser gefarbten Leder zu den jetzt so genannt 
der Seifenfabrikation, der Anfertigung and des 
gellack, YOn gepolsterten Kissen und die yon 
Indnstriezweigen, ist wohl noch Yon Niemande 
der die zwei betreffenden Nationen in ihretn j 
seben bat. Ebenso entscbieden bat aber bis jel 
Beobacbter iiber die Richtung dieser Traditi( 



' n 



tJeber die Krym^sclien Tataren. 85 

Mil Malereien verzierte Wande habe ich in der Krym nur 
selten gefunden, und diese wenigen Versuche der Talaren 
in der Zeichenkunst stehen wahrscheinlich im Zusammenhange 
mil den Vorslellungen welche sie sich, so wie alle mahome- 
danischen Voiker, von den Freuden des Paradieses tnachen. 
Bei naherer Ansicht der Talarischen Zeichnungen bemerkt man 
auf denselben bauinartige Verzweigungen und an deren Enden 
Figuren w'elche Blaltern und Vogein ahnlich sind. Im Uebri- 



theil von dem was Herr R. behauptet, angenommen namlich eine ar- 
sprung liche Krfindnng dnrcli die mahomedanisch-tiirkische Nation 
und etne Nachabmnng von Seiten der cbristlicb-russiscben. Hat 
denn Herr R. nicbt erfahren dasa in Russland die von ihin erwahnten 
Koffer, nor unier demTatarischen, oderricbtigergesagtTijrkiacbeir, 
Namen Sanduk bekannt sind? und dass man sie desbalb eben so 
wenig fur eine Rnssische Erfindung balten kann, wie die^Polster, den 
Siegellack, das farbige Turkische Leder u. s. w., welche in Russland 
ibren wahren Ursprung, respective durcb die ansscbliesslich iiblichen 
Tarkiscben Namen: Tupbjkk, Surgfltscb, Sapbikn u.s.w. aat*s 
unleogbarste bekunden? Wenn der Verf. aber ferner noch beaohtet 
dass grade in Beziebung auf die genannten und auf mebrere andere 
iiiluatrieUe Leistungen, diejenige vollkommene UeberettistimmnBg 
zwischen den Russen und zwischen den sudlichen Spaniern stattfin- 
det, auf welche wir frilher hingedeutet baben (in diesem Arcb. Bd. XIII, 
S.232 o. f.)9 so wirder sich doch wohl entschliessen miissen, in den ma- 
bomedanischen Erbaaern des Alcazar und der Alhambra und in deren 
oatlichen Glaubensgenossen und Verwandten, die Lehrer, in deren 
chriatlichen Untergebenen dagegen, sowoblin Russland wie in Andalu- 
sien die Lernenden zu erkennenl Denn ausser dieser Annahme 
bliebe ihm ja nur die, docb wohl altzn ungereimte, Voraussetzung, 
dass in der tJrzeit die Eingebornen von Nowgorod und Mos- 
kau mit denen von Sevilla und Cordova anfs innigste 
commanicirten und dass darauf das was sie sich mitgetheilt batten 
einerseits an die Krym^schen Tataren und anderseits an die Manren 
ubergegangen sei. — Wir haben auch a. a. O., schon einmal bemerkt, 
dass sich inteUigente Russen der Lehrer welche das Schicksal ihren 
Voraltern angewiesen hat, durchaus eben so wenig schamen dUrfen, 
wie die jetzigeu Spanier es ableugnen, dass ihr Land unter den 
Maoren in vieler Beziebung eine jetzt schmerzlich vermisste Bluthe 
nreicht hatte. ^- 



i', 



1 



y6 Historisch-lingQistwohe Wissenschai 

gen findet man nur einfache gradlinige Fij 
phantastischen Vorstellungen vom Paradiese 
medaner den Tubu-Bautn oder Glucksbaum 
lichsien Bestandtheil desselben, denn dieser 
iiber die Wohnungen sammtlicher Rechtglai 
und mil alien Arten von Friichten und V5| 
Es kann wohl sein dass eine Darstellung die 
I } Tatarischen Zeichnungen su Grunde liegt. — 

welcher die Enden der Dachsparren in einer ' 
verbindet, findet man das verschiedenste H 
mil Flachs, dergleichen mit gerupfter Wolle 
Taback, Peitechen, Messer a. s. w. Der ( 
einen besonderen Zierralh, denn er IVagi d 
Em KafTeekessel von Messing mit einem ] 
kurzen Diille, steht auf einer runden bleeher 
urn denselben 3 bis 6 Tassen, die halb so gi 
se-Ei mit gebogenen Hankeln von entsprech 
mit schweren messingenen Untertassen ver 
haben nun noch yon den Gerathschaften mi 
larische Wohnung versehen ist, das Spinnra 
stuhl zu erwahnen. Diese beiden Werkzeug( 
dass man, bei Vergleichung derselben mit den 
zum Spinnen und Weben, nur mit hochst 
sehen kann, dass sie irgend etwas leiste 
larischen Frauen und Madchen spinnen mit d< 
die zerzauste Wolle auf einen cylindrischet 
Ende einer auf einem runden Brette befestij 
Sie Ziehen darauf mit der linken Hand die 



i 



1 'i 






*) Hiec vergiast der Verfasser dass beim Spinnen ai 
nenkrafty die eigentliehe Dampfmascfaine nie et 
bocbst einfachen Hin- and Rockgang bewirkt, ^ 
coraplizirteren Tbeilen des neaen Apparates oft f 
macbten Lebtangen, bei der arspriinglichen An< 
menscblichen Hand und keineswegs von 
zeuge aosgeiibt warden, mit welchem diese ih 
zu Hulfe kam. 



Ueliec di« Krym'soluen Tatareii. . 87 

Katniii» wahiHMid sie in 4er rechien eine 5ZoU iaage SpittfM 
balten, die an ibrem oberen dicken FUide eine Spule xur Aut* 
wickelung des Fadens tragt Die Arbeiterin yersetzt nun die 
Spindel mit der rechten Hand so kunsivoU in Uaidrehimgy da^ 
m drei Fuss langer Wollfaden gedrillt wird. . Sobaid dieser 
Faden straoim wird, losen sie ihn ab und die. Umdrebiui^s*. 
geschwindigkeit der Spindel reicht dann bin daa Fetiige auf 
die Spule su wickeln. Darauf dreben sie den Faden Ytfn Muem 
an, Ziehen neue Wolle aus deipKaDawr und drehen diet Spin- 
del mit dem MiUel- und Zeigefioger der reeht^ Hahd..: Oer 
W^tubl ist in smen wesentlichen Theilen von daoiEure* 
paischen mcht zu unlerscheiden. Ef i9i $fihv grab gearbeiiefc 
und wird nur dann a^usammengestellt, weuo man ein Stfick 
Zeug zu weben und die dasu erforderliche Menge.voft Ga^ 
(ertig hat* Die y^wei borizonlaien Balken welebe den gatiz«n 
Webstuhl tragen, sind 4 bis 6 Fu^s iang und der vordere RaJtueU 
hat 4iFuss Hohe und 3 Fuss Breite. Das Garu wird. an dem 
oberen Querbalken des vorderen Rainen befestigt* auf dem 
mh die Arbeiterin siut uihd sie lauft von da schrag nadi 
VQleo zu dem geg^iiiberliegenden Ende des Stuhles^ wo sie 
m eine Welle gewickell ist. Von dieser WeUe wird eine 
Halfte der Fiiden durch Oesen gezog^n, die sich in gleicben 
&ilfernungen von einander, auf einer zweiten Welle befindeU) 
welche frei liegl und den oberen Auf^ug d^s Sluhles ]}ilA^t* 
Die andere Halfte der Faden ist auf gleiche Weise angeordneV 
und bildet den EinschJag. Die beiden Wellen auf denen sich 
die genannien Oesen befindep, werden in das Oberiheil de9 
Webstuhies eingehangt und mitlelst eines unlen angebrachten 
Trittes, senkrecht auf- und abwarts bewegt. S\e bleiben dabei 
voa einander in dem fiir den freien Durcbgang des Schiffcbeus 
•othigen Abslande. Die neu aufgejwgenen Faden werden unt- 
^ eines Kaoimes gegen dea Einschlag geaogen, Dam\^ ^^ 
Jiese Faden regelmiissig iagern, sind sie darcb emeu engcu, 
W^ugeiogen, dessen Unter- undObertheil ioa\\ dtotven Wl- 
'fiwen Slreifen verbunden sind. Die Tatarisoheu Zieuge sind 
l^viaaiAich sehr scbmal Die linnenen Gevv^*>^ Vvaben uicbt 



OS Hiiloriieh'lingnialUcfae WiueiiMbften. 

vbw I FuM Brdle. Dae gtaUe Wellenxeug v 
Ki^aD«i) gebrauoht wird, ist bis zu 2 Fuss breit 
und braun gemnsterle Stoff zu den Decken isl 
Das Farben der Wolle ist den Tataren noch u 
Es ist draussen Winter. Ein entselzlichi 
Schneeslurm braust in der Steppe und weht 
gagen die bescheidenen Wohnungen der 3rn 
An der Nerdseite jeder Hiitle Hegt eine weisa 
SchneeuiBsse , die bitweilen bis an das unzuv 
rcicht. ' TretM) wir nun eroBDdet und um uns 
eingsolcfae Wohnung von Irnurigem Ansehn, b< 
ein durchwfirmtes Ziioiner und ein mit glimi 
(4. h. gelrocknetem MisI) gehcizter Ofen. EHe 
sogl«ch die Kissen auseinander, alle legen aich 
auf den weiehen Fill, raucben thre Pf^fen an unc 
Welch ein Gemiae! und doch ballen ibn die me 
ftir armlieh. In der That ist aber ein Ta|ai 
wahrend des Winters ein wahres Paradies, fiir c 
offmien Steppe icommt Die Mufleimanoer s- 
diee sehr gut, denn sie gehen den ganzen Wi 
vom Ofen. Der gulc Hauswirth raucht jeden 
Morgengebete seine Pfeife an, und setzt aich m 
genen Beinen an den Ofen. Es vergeht eine ^ 
der er kein Wort spricht, sondem nur mit de 
und rauchL Sobald eine Pfeife geteert ist, 
einmal an seine Ehehiilfte mil dem Verlang 
Wasser oder Molken, welchem von dieser soft 
Dann fangt er von neuem an zu rauchen und sit: 
gend mit emslem Gesichte an den Ofen gele 
nach Verlauf einer halben Stunde fragt er se 
die Kuh oder das Pferd macht, und diese muss I 
Wetter aus dem Hause gehen um ihrem Her 
bringen, der unterdessen fortrahrt zu rauchei 
Fiisse zu warmen. In aolchem Mtissiggange 
Talarischen Manner einen grossen Theil des W 
rend des ganien Winters riihren sie nie eine 



Ueber die Kjryni^sohen Tataree. 89 

an. Wenn em Tatar mi% seiitem Verraih an Lebensiiiitteln 
zuEnde isl, so gefat er %ix irgend eineiii Nachbar und meislens 
tu einemRussiscfaen Kronsbauern, um ein Tachetwerl R^ggen 
la borgen und er erslaitet dann das EntUehene mit Prozenteiii 
enlweder durch Arbeit "ivaVirend des Sommera oder von dem 
Crtrage der nachsten Aerndte. 

Auf dem Hofe findei H%an neben dem Haose dieselbe Rein<- 

ficbkeU wie im Innern desselben. Bei den Nogaiern und den 

DordUc^CT wohnenden Gebirgs-Talaren beslehen die Umtau* 

ADo^n aus alien Ziegein, die man zu einer Mauer zusamm^i- 

fagk. oder aus Erde und sogenanniem Burjan. Im letzAen Falle 

I legt^ man auf eine Schiclii Erde eine Schicht dieses . Burjan, 

der ausReslen von vertrocknelen Laubbaumen wieXantium 

spi »osa, aus versciwedcneH Artoi von Carduus und aus 

^^^Sfaurea ovina beslehl und bisweilen ein praeblvolles 

\ KVTiplex und Cheno podium enlhalt. Wenn viele der- 

gieicfaen Erd- und Burjanschichlen iibereinander gelegt sind, 

80 entsleht daraus mil der Zeit ein sehr fester Zaun. Ein 

J grosser Theil der Berg-Tatarcn, welche an der Sudkuste der 

HaUiinsel leben, gebrauchen auch zu ihren Hausern nicht Zie- 

gdwitiicy sondem aus Strauchwerk gefiochlene, die von aussen 

^^ Thon oder Mergel bekleidet sind. Die Ausbesserung der 

'^"^Unungen geschieht im Herbs!, wenn der Burjan ferUg, 

^ K voVkstandig verlrocknet ist. — Als oberste Schicht 

I NVetden aul die Zaune Ueberreste von stachligen Gewachsen 

ffcwotfcn, damii das Vieh sie nicht ilberscbreiten kann, wel- 

dies auf diese Weise im Hofe zunickgehalt^ wird. In Hun- 

gerjaiiren kommt es jedoch vor, dass das Rindvieh und die 

Scbafe den Winter Uber den Buijan aus den Mauern fressen 

and dies gesdiieht namentlicb; wenn sowohi das Heu wie das 

SiraQehwerk aufgezehrt ist. Von Slallen findet man bei den 

Steppen-Tataren nur sehr wenige und auch diese in sehr 

sciilechlem Zusland. Das Vieh weidet bei ihnen den ganzen 

Winter iiber und wird nur dann von der Weide getrieben, 

irenn der Schnee sich lange auf den Feidem erhait. Pferde 

tUKl Ochsen bleiben auch die Nacht iiber auf der Weide, die 



90 Historiich-linguittisobe WisseBMbafte 

Ktihe und Sehafe werden aber naeh Hause 
dem Hofe einer Talarenwohnung siefat m£ 

} ] grossen Haufen von Brenninateria], von dem e 

zwei Arten giebt. — Es wird namlich Rei 
auf den Feldern gesammelt, aber dies ges< 
wenn das zweile und bessere Material, der K 
schon zu Ende ist. EHeser wird an den Ortei 
und das Rindvieh den Winter uber gestanden 
gestochen. Er besteht aus den mil Stroh ge 
menten dieser Tfaiere. Beide Bestandlheile 
Fiissen des Viehes so voUstaadig zusammengi 
Arbeiter den Kisjak nur auszustechen und 
trocknen hat. 

^ In den regelmassig eingericbteten Sohfifs 

paischen Gulsbesitzer, in weiche nach Inter 
bis fiinf Tagen frisches Stroh gestreut wird. 
Winter uber so viel Kisjak, dass man im 
4 Zoll dicke Schtchten dieser Substanz herau 
men Tataren iniissen den auf den Wegen 
Kuhmisi saminein und ibn an der Sonne tro< 
Schafmist gewonnene Kisjak ist unvergleichlic 
vom Rindvieh staminende. Der erstere gie 
mehr Warme als Rothbuchenholz und bat voi 
gebrauchlichen Torf den Vorzug, dass er beiir 
beitzenden und unangenehmen Ranch enlwicl 
Urn den frischen Kisjak zu trocknen, h^ 
li| 3 bis 4 Fuss hoheo, innen hohlen Pyr^miden zi 

von dem Winde frei durchzogen werden. Die 



I: 



^, verstecken sich sehr gern in diesen Pyramid 

;* \ auch in denselben zu nislen. — Wenn der K 

so wird er in lange eifdrmige und 6 Fuss I 
sammengelegt, die man mit frischem Koth be 
wohl den Inbalt vor dem Einflusa der atmaspF 
tigkeit zu schiilzen, als auch die Haufen vo 
und daraus entatebenden Unordnungen. In gc 
ten kostet eine Kubik^ajen guten Kisjaks 10 | 




Ueber die Kfym^soheii Tataren. 



91 



bel, mid for die Ladung einer Mad/ara oder eines vierradrigen 
Wagen der bis zum Rande mil Kisjak gefiilU ist, bezahll man 
2 Silber-RabeL 

Im Winter 1853 ---1854 stieg bei Kertecb der Preis des 
Kisjaks zu 20 bis 33, ja sogar bis 40 Silber-Rubel fiir die 
Sajen, Die vortrefiTliche Pottasche welche der Ki$jak naeh 
dem Brennen hinterlasst, wird von den Dorfbewohnem an einer 
Stelle zusammengefahren, wo sie sich naeh einiger Zeit zu 
einem haushohen Hiigel erhebt. Ein solcher Pottaschen-^Hiigel 
iriklet dann ein werlhvoUes aber voUig lodtes Capital der Ge- 
meinde. In dem friiher erwahnten Dorfe Katschalki befindet 
sich ein solcher Haufen von belrSchilicher Hohe. Ich babe 
Herm Schatilow, den Besitzer der angranzenden Lande- 
reien, auf den Nutzen aufmerksam gemacht den dieser reiche 
Vorrath von PoUasche gewahren konnte, wenn er ibn enl- 
weder aoslaugi, oder zur Diingung seiner Felder vervtrendete. 
HeiT Schatilow iiberzeugte sich hiervon und versuchte auch 
den belreffenden Ankauf, von dem aber die Tataren durchaus 
mchts horen woUten. leh habe bemerkt dass die Dorfbewoh- 
oersehr an diesen Aschenhiigeln hangen. Man sieht des Abends 
iffloier einige Manner auf denselben silzen, ihre Pfeife rauchen 
und in die feme Steppe hinaassehen. Sogar die Dorfhunde 
aossem Anhanglichkeit fiir diese Aschenhaufen, indem sie sich 
immer auf die Gipfel derselben legen. Eine Erhohung von 
8 bis 10 Fuss muss wohl far die Tataren welche die weiten 
Steppen bewohnen einen bedeutenden Werth haben, da sie 
sich trotz ihrer Armuth nicht entschliessen konnen sich fiir 
Geld von ihr zu trennen. 

Neben den Kisjak*Haufen steht auf den Tatarischen Ho- 
fen auch das beruhmte FuhrweiiL des Hausherm. Bei'den 
Aermeren ist dieses ein zweiradriger Karren, den roan at-atba 
nennt, bei den Beguterten aber ein vierradriger, der MaAjata 
genannt wird. Der Wagen des Tataren enihalt ebensovyctng 
EiseD, wie sein Haus. Seine Axen besiehen aus detuttoU 
der Krym'schen Eiche (Quercus pubescens). Sie s^i^^ '^^^^"' 
kantig, 6 Zoll dick, an den Enden cylindrisch abgeronA^V u\\4 



92 Hisloriicli- lingo iiliiche Wisaenscliafte 

werden bisweilen init Scharstalg geschmiert 
(ahren aber meistens niit ungeschinierten Ra 
merkt (laher bei feuchtem Welter und schwt 
Annaheruiig eines solchen Wagen schon aus d 
ein tautes Knarren und Pfeifen. Dcr Radkr: 
bis 6 Felgeii, von 5 bis 6 Zoll Dicke und 7 Zo 
mengesetzl. Die Rolhbuche liefert das beste 
sen Felgen. Eine jede von itineti ist durch 
rait der Nabe des Rades verbundeii, welche 
(karagatach ) gearbeitel ist und einen Cyli 
II ZoU Diirchnifsser ausmacbt. Diese ISab* 
tiigespilzt und kehrt ihr stumpferes Ende gegi 
cylindrischen Theile der Axe. Die Hinterra< 
haben 4 bis 5 Puss im Durchmesser und sind d 
iich hoch; die vorderen aber elwas niedrige 
Axen werden durch drei Langbiiume verbum 
einer durch die Mitlen beider Axen, die beid 
diagonal unter dem Boden des Wagens laufer 
von dem rechten Ende der Hintcraxe zum lir 
ren, der andere von dem linlen Ende der 
rechlen der vorderen. 

AuF das aus diesen Theilen gebildete G 
Wagenkasten gesetzt, der auf zwei Balken ruhl 
eincn Spannriagel mit dem Gestell verbindel. 
Tiitaren gubrauchen anstalt dessen iiur einc 
Korb ohne Boden, bei den Reicheren biidet al: 
kasten ein kieinesHaus mit zwei bis drei Fuss 
selruthen geflochtenen Wiinden und mil einem 
vier aufrechten Bogen ruhl. Dieser Boden de 
enlweder a'us Leinwand oder aua Woilok gema 
werk erhalt sodann nach hinlen, eine aus Re 
Wand und vorn eine hohe Schwelle iiber we] 
aufrechl eintreten, sondern nur in gebiickter Si 
kann. Obgleich diese Fuhrwerke keinc Fede 
bei uns iibliche Befiueinlichkeiten besitzen, st 
darin doch zieuilich angenehm, wenn sie mit C 



Ueber die Krym*schen Tataren. 93 

meelen besp«nnnt sind. Man muss nur nicht aufrecht darin 
silzen, sondern die Tatarische Sitte sich ausgeslreckt in den 
Wagen zu legen, befolgen. *) 

Im Innern des Wagen wird ein dicker VVoilok iiber das 
Reisegepack gebreitet, so dass man an eine aus dem leizien 
gebildete Erhohung, den Rticken und Kopf ebenso bequem wie 
an ein Kissen lehnen kann. 

Ich habe die Reisen durdi die Steppen in einer Madjara 
sehr bequem gemncht und fiir einen VVeg von 100 Werst, 
von Sympheropol nach der Tschongarischen Briicke, nur 
0,7 Silber-Rubel bezahlt. Die Madjaren haben theils eine ein- 
fache, ibeiJs eine doppelte Deichse]; im ersteren Fdle werden 
sie mil Jochochsen bespannt und im andern mil zwei Pferden 
auf jeder Seite von denen die iiusseren Strange an. die vor- 
dere oder faintere Axe gehen. 

Wir haben nun alles beschrieben was man auf dem rein- 
lichen Hofe eioer Tatarenwohnung findet. Etwas weitei: von 
demselben wird gewohnlich ein Brunnen angelegt. B^i den 
eigentlichen Nogaiern, welche die Kiiste des Asowschen Mee- 
res bewohnen, hat jede Famiiie ihren eigenen Brunnen und 
dieser ist eben so gebaut wie in den Dorfem der deutschen 
Colonisten d. h. das VVasser wird aus ihm mittelst eines Rades 
oder einer Pumpe gehoben. Diesseits Perekop und Tschon-* 
gar findel man Radbrunnen nur sellen und nur an den Land- 
strassen. Die Krym'schen Steppen - Tataren bekleiden die 
Wiinde ihrer Brunnen mit Balken, gegen welche sie Erde 
stampfen, so dass nur eine 1^ Fuss weite Oeffnung bleibt. 
Auf (?) dieser liegt ein langer Trog. Den Gebrauch von Eimern 
kennen die Tataren noch nicht. Sie bedienen sich anstatt der- 
selben zum Wasserschopfen, aus Schaffellen genahter Schlauche 
oder auch dichter wollener Sacke von 1 Fuss Tiefe und 7 
bis 8 Zoll im Durchmesser. Zwei Slabchen werden kreuzweis 



*) Bekanntlicb ist diese Sitte in den Reisewagen und Schlitten zu lie- 
gen, and die oben beschriebene Anordnung des betretfenden Lagers 
dnrebaos ebenso Ruasiscb wie Tatariseb. E. . 



i 



\ 



I 



94 Historitch-Ung*aistiiche WiMensnhaften 

in die Oeffnung dieser Siicke gelegt, damit \t 
Wfinde nicht zusammengehen. Urn Wasser ai 
zu- schopfen werden diese Sacke an Stangei 
zweiter Hof der eben so wie der beschriebei 
ausserdem noch mit einetn Graben umgeben i 
hinier dem Tatarischen Hause. Auf diesem 
rathe von Heu, Stroh und Rogcen. Obgleich 
den meislen Taiarischen Wirlhin so diirftig 
Korn nach Verlauf eines Monats vollstandig 
gedroschen ist, so siehi man doch auf den mei 
ralhe von gedrosehener Hirse. Dieses isl c 
meisten Wirthschaflen bei den Nogniem und 

Wenn man in einem Dorfe ausser den 
rischen Hiitten noch andere Gebaude sucht, s 
erst auf ein Haus aufmerksam, welches aus re 
und Thon gebaut mit Ziegeln (oder Schindelr 
repiza) gedeckt und ohne Hof ist Dieses i 
taren . heilige Stiilte und nichts anderes als 
welchem der MuUa an Freitagen und wahr 
seine Gebete vollziehl. Die Bethauser der fi 
sind sehr unschdn, weil sie von ihren gerii 
nicht viel auf deren Bau verwenden kdnnen. 
Berg-Tataren errichten sie dagegen mit gross 
einem Taiarischen Tempel steht immer ein M 
mit Treppen verseKene Erhohung, von welch< 
Glaubigen zum Gebete luft. 

Ausser den Bethausern sind noch die Do 
wabnen, von denen es zwei Arlen giebt. Die 
auf einem feslen Grundbau aus Ziegeln von 5 
auf dem ein 6 bis 7 Fuss hoher Kasten errichi 
oder dUnnen holzernen Brettern gedeckt wir 
desselben beslehen dagegen aus einem mit S 
Flechtwerk. Die Welle der Muhle tragt 6 b 
Sparren gebaute Fliigel. Diese haben kein< 
einige OeffnungeUi so dass die Muhle bei scl 
still steht. Zur Anfertigung der Zahnrader 



M 



Ueber die Kryin*schen Tataren. 95 

Hol* eines auf den Bergen wachsenden Mespilus. Es 
j^ ^^m Festigkeit ^w^egen zu diesem Gebrauche aussersl ge- 
eigii^*' wird aber auch Iheuer bezahll. 

{>and-Muhlen v^erden von Pferden gelrieben, aber nichl 

5P ^e die mil geneigter Ebene, sondern es wird fiir dieselben 

eioe ^^^^ ^*®^ zweiarmige Welle gebaut, an welche man die 

pjerde spannt. Die Pferde werden urn die Welle gelrieben, 

Web* dadurch in eine kreisende Bewegung verselzt wird.*) 

Eine Talariache Muhle mahlt nur 10 Mafe (?) groben Mehles 

in 2A Slunden. Als Beweis der feslen Bauart dieser Miihlen 

haben wir anzufuhren, dass der ungeheuere Sturm am^2. No- 

[ vember 1855 die Ru&sischen Windmiihien und anderen Ge- 

^ b'ande zerstorte , wahrend die Talarischen Muhlen fast ohne 

jed^ Beschadigung blieben. Dies ist aber setir naliirlich, weil 

Jie Wande dieser Muhlen, sowohl wie die von anderen Ge- 

y^^^en in den Steppen, durchbrochen sind, so dass der Wind 

<x^ Vvindurchgeht. Wassermuhlen findel man sehr haufig an 

^«i. Bachen in der Kiym. Sie gehoren aber den Russen, 

f AroDJanern und deutschen Colonisten und werden von den 

Talaren nur gepachtet. Die Tataren der Siidkiisle mahlen 

ihre kleinen Kornvorralhe auf Muhlen die sie an Waldbachen 

aii/egen. Alias bisher von den Steppen -Tataren gesagte, gilt 

mit folgenden wenigen Ausnahmen auch von den Tataren der 

5adJ[uste und des Gebirges. Die Wohnhau&er sind bei den 

Jelzteren mit einem flachen, nur nach einer Seite geneigten 

Dache versehen. Ihre Schornsteine sind ebenfalls geflochten, 

sehr weit und nur drei Fuss hoch. An Orten die reich an 

Sieinen sind, werden die Mauern aus Bruchsteinen aufgefiihrl 

und mit Thon getuncht. Die Umzaunungen bestehen nur aus 

Bruchsteineuy die ohne Mortel iiber einander gelegt sind. An 

der Sudkiiste siod die Dacher zwar abschiissig, aber unter 

eiaeai sehr slumpfen Winkel, so dass sie das Ansehen von 

Terrassen besitzen. Wenn der Bewohner irgend eines andem 



*y l>iese» AUea toll wohl lieiBsen dass jone Muhlen Go pel sind. 



96 



Historigch-lingobClsclt^ "W isse nscsliaf i< 



n* 



Landes io ein Krym'scbes Dorf koiximi, so 
aus Versehen auf das Dach einer Tatarisch 
ralhen und darauf liber Dacher fortgehen ^A^k 
Landstrasse zu sein glaubt Im Soinizier wer 
von den Talaren als TrockenplUIze benutzt ur 
oft die zu trocknenden FriicKte auf densell 
Des Abends versammeln sich aber die Ma 
Dachern um zu schwa tzen und zu rauehen 
Talaren werden neben den Wohnhausern * 
chen fiir das Hausgefltigel gebaui, S" 
geflochten und haben Aehnlichkeil- mit j^^ . 
Bngewandlen Schanzkorben. Sie sind nir K* •• 
und von 2 bis 2^ Fuss im Durchmesser r 
wolbt und hat das Ansehen einer fl K * 
Zaunen ist noch zu bemerken d " ^i 

Zweigen des sogenannten ChristdornsTp "^^i^^ ^ 
bewirft. Dieses ist an der Sudk' ^^^nu 

erfiillt vollstandig den Zweck das H*^^^ ^^^^ i 
und dem Vieh den Uebergang ube/ ^^ ^^^ ^' 
gen Zaun zu verwehren. .Die.M » ^^^ ttieis 
sind, namenliich bei den sladlia K ^^ ^^^ ^er 
Sie sind immer von qwadratisch ^^ ^^"^«ind< 
und mit einem spitz ^ulaufend ^*^ .*^*'^'^dris 
Wande sind mil Holz bekleid ^^ ^^S^^dach 

Tiirkischem Gesch£nack ^ ^^^ ^^^ S 
Nur auf der Seile Welch ^^*"**^ru 

belwand vbllig glalt Auf den^r**" '^""arel ti 
die bis zu dessen Spii^^ ^ . ^»naret fuhrl »" 
50 Fuss iiber dem Boden un?*^ I>iese S ' 

der Treppe fiihrt eine enge L^*'**^^ in eineJ" 
10 Fuss unlerhalb der Spit^^'^"'* '^iedrige Th 
Gallerie mil steineraer Bru^* "^^Siebt den M- 



isl dazu besJimml die Gla!„^^»^»-- Dieter 4^"u 

" ■■ sleigl auf de. MinC,'^»8e.» ^^oT « . ^^ 

e. die Einwohne. '^t ^^ S^^^t U„J*^«' 



MuUa 
indetn 



an dem Balicon als an H ***»f5rmi., ^^^i^ 



des Mi 



*nar( 



Ceber die Krym*8chen Tataren. 97 

^der glati oder mit eilormigen Gypsfiguren verzieri. In 
€f en Ddrfern, wo die Eihwehner nur geringe Einkiinfte haben, 
^word^n anstatt der Minarets treppenarlige Erhohongen aus 
Kaf ksf ein gebaut. Auf der Oberflache derselben ist dann im- 
amor dn kleiner Thurm angebracht, der in eine Spilse mit dem 
H^IbcKBonde auslaufl. 

Von der Kleidung der Manner und Frauen. 



ie Kleidung ist in wesenUichen Theilen fast bei aHen 
dieselbe. Die weiteli Aermel ein^ kleinen Hemdes 
reiohon entweder bis zuin Eilbogen aus einer engen Jacke 
^cr^f>^9 oder sind unter derselben gar nicht sichtbar. Die erste 
Art der Aeroiel sieht man nbrigens nur bei alien Mannern. 
X>ie jungen Leule Iragen iiber dem Hemde cine enge Jacke, 
^velche entweder mil vollstandigen oder bis zum Eilbogen 
aafgesehlitzten Aermein versehen ist. Im leUteren Falle be- 
^den sich aber an diesen Kn^pfe und Oesen aus Sehnur, mil 
denen man sie zukndpfi. Von der Stelle wo der Kragen Ett-> 
^;jcasd&pft wird, bis auf den Baueh, reieht eine Reibe von 
Knopfen die nieist mit dem Zeuge au» welchem die Jacke 
^^ Vtaleht uberzogen sind. Die reichen Leute tragen aber me^ 
Udlene und sogar silberne Kndpfe. Die Jacke wird immer 
Th aus kostbaren Stoffen genaht. Die armen Taiaren gebrauchen 
dazu ein baumwollenes Zeug mit rofhen oder blauen Sireiten. 
Die reicheren Leuie nahen ihre Jacken aus Tiirkischena Sei- 
deozeugy auf welchem sich gewohnlich gelbe Muster odet 
schmale Strcifen auf hellrolhem Grunde beCnden. Sebr 'Wei^ 
Hftten (RuBgisch: s<:harowari) werden iiber 4i« ^^^ 
getogen, roil Haken mgemachi und ofoen mit einer S^*^*^*^ ^-^^ 
^ ivisammengezogeti, dass sie tveite Fallen bUden. '^^^^V'i 
Taille tragen die Talareri einen Gurter(Russiscli: ku^^^e^V^'^ 
^r bei den jungeren Leulen schmaV ^^^ den alien ab^'^ 
^«l und von verschiedener Farbe ist.*) 

^^ - ^^ 

') I>iese Kl^iclong itimint einerseits aufs gen^mMtc mit deneni^^ 

^"»«»» Uiiss. Arcbiv. Bd. XYll. H. 1 . - 



98 ^ Historiioh-litguiidtcbe WiMensehaften 

. Nur die hdheren Geisilichen tragen imm^ 
Ausaer diesen allem (ragt die arbeiiende KJa 
, immer einen weiten Ueberrock (Tiirkisch u 
kaftan) aus grobein Tueb^ welches die F*ra 
das mitt dunkelbrauner Farbe gef^rbt isL^) Di 
Li dass er bis zu den Knieen reicht und hal ei] 

Kragen und sehr weile Aermel. Da die Bew 
kiiste ein warmeres Klima geniessen, so tragen 
nur die Jacke und man findet bei ihnen nur selt 
dem einen kuraen Rock (Russisch: chala.! 
tail (?)). Im Sommer gebrauchen die Tataren 
der anstati MehlsScke. Um Mehl hinein zu Ic 
ebere und das unlere Ende der Aermel zugebt 
elwas Saekahnliches daraus entstebt Einen so. 
tragen &ie daiih entweder, indem sie ihn an de 
anfassen, oder iiber einen Slock gezogen auf < 
Die Steppen-Tataren und die Nogaier tragen in] 
Schafpelz. *) Die Bewohner der Sudkiiste ur 
Ziehen abei* ihre Peize nur dann an, wenn das ^ 
isi, dass man sie nicht entbehren kann. Der 

JMulla tragen einen diinnen Mantel mit stehendea 
blauem oder braunem Tuche.') Die Knaben wc 



risdien iibemn, die sidi noch jetzt in den sogenanni 

\; Marcia uad Granada erbalten haben und yon di 

ist das Meiste was sie von den modernen Kuropais 

anterscbeidet, auch bei den Rossiscben Banern in G« 

i I> 

] *) Man korinte annehmen dass dieses Zesg, efoenso wi 

KarB#e|a der Russucben Baiieni, aas migeMeiQiitei^ 
gewebt Mfih wenn das Obige nidit wortlkh aos dem Hi 
setzt ware, Es widerspricbt mitbin der fraheren A a 
Tataren die WoUe gar nicht zu farben wissen. ^\ 

') Rbenso wie die Tataren aof den Dorfern In der Ume. ^ 

^) Also einen sogenannten Spaniscben Mantel. -i 

^1 



D^ber die Krym'token Tatavea. 99 

TaUreti, schon von ihretn vterten Jahre an, ebenso wie dicf 
Erwaehsenen gekleidet, bis daiiio geben sie aber cinfach im 
Hemde und einer Jacke mil engen Aermek). Den Kopf be* 
decken alle Mahomedaner der Krym nut einer Miilze von -I 
bis 1 Fuss Hohe, aus gegerbtem Schaffelle. Der Bcnien dieser 
Hiltse bestehl enlweder blofs aus geglatietem (ealhaarien?) 
Fell odn* aus Tuch mil gesiickten Figuren. Das Recht einen 
Turban zu tragen, baben nur die Mulias. Sie binden Urn oach 
Turkischer Silte kreuzweis um die Kappe, die aie auf dem 
Kopf tragen und sleeken die Enden nach innen. Der Turban 
isl immer weiss und die Kappe von verschiedener Farbe. Die 
FVistbekleidung bestebt bei den Beguterten aus rothen Striimpfen, 
iiber welche geibe Halbsiiefel aus Schaffell (Scbafleder!?) 
Oder 6chuhe mit hohen Hacken gezogen wenlcn. Ueber dieses 
Alles zieben aber die Tataren noch starke schwarae SliefeL 
Jedes Schuhwerk laufl in eine SpiUe aus und das Vorderlbeil 
derselben isl nach Arl eines Vogelschnabels aufwarts gebogen. 
Die Leule der arbeilenden Rlasse des Volkes, umwickeki das 
nnkle B«in bis zum Knie im Winter mil einem Sliick wol- 
leooi Zeuges und im Sommer mit grober Leinwand, und be* 
Mgen daruber Sandalen aus Sehafftll. Durch eine Oeffhaog 
derSandale wird ein Riemen geeogen, den man darauf um 
4js Bein schlingl und unler dem Knie zusammenbindet* Eine 
solche Fussbekleidung heissl bei den Tataren Kjtis. 

Die Frauen zieben uber ein, aus grobem Tuche von eigner 
Arbeit gemachtes, Hemde, weite wollene Hosen aus buntem 
Toche, vrelche unler dem Knie, milleisl einer durehgezogeoen 
Sehnur, in grosse Fallen gelegl werden* — Die Aermel.des 
Hemdes- siod an der Oeffnung weit^ ebenso wie die der hkSsk* 
oer, ond reichen fast bis 74ir MiUe der. Hand. Sowobl das 
Hemde wie die dbrigen Tbeile der weibliohen Kieidung, lassen 
den Hals und die obere Haifle der Brusl unbedeckt. Die 
Frauen der iirnieren Tataren tragen (iber den Hosen eine grobe 
wollene Jacke die iiber den Hiiflen, milleisl einer durcbgezo- 
^eoen Schnur, in Falten gelegl isl. Bei warmem Welter be- 
ietVen die Tatarinnen den Oberkorper mil einem baamwol- 

7* 



i 1 



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jQQ Historitoh - lingoittische Wissensf^afte 

lenen Ueberrock, dessen Aermel nichi bis z 
reichen. Der Rock selbsl gcht ihnen bis zu ci 
mil einem bunten Zeuge gcfuUert, aber niemal 
dieses Somnierkleid Ziehen die alien Frauen, 
Welter auch die jiingeren, ndch einen zweiten 
ebenso wie die Mannsliberrocke gemachl ist^ 
sind ehger als an diesen leUleren und mit 1 
sclmittenen Aufschlagen verseben. Die Nalhe 
Seile der Aermel wcrden mil 6—9 kleinen nael 
beselit. Der Winterrock hal einen niedrigen 
gen und seine Lange isl, je nach den Jahren 
fiir den er beslimml isl, vcrschieden: bei allei 
dieser Ueberrock immer bis zu den Knoche 
Madchen aber nur bis zum Knie. Junge verh* 
tragen selbstgemachte Schiirzen, aus aussersl sch 
Frauen die in den Stadten aufgewachsen oder 
wahlen zu diesen Schiirzen, anslall der grob 
Zeuge, feine hellfarbige und meisl mit grossei 
sehene. Der Sille gemass werden die Frauen 
wie die der Manner, iangs der Saume mit eini, 
bemer oder goldener Schnure beseUl. Der K< 
aus dem iiberall im Orienl (!?)*) gebrauchl 
M welchen die Frauen nur im Hause nichl Iragei 

Talarin ihren weissen Schleier angelhan hat, ui 
Slrasse zu gefaen, so bedeckl derselbe nicht bU 
bis zu den Augen, sondern auch ihre ganze G 
^1 Madchen gehen bis zu ihrem 14 Jahre ohne S< 

^ aber anslatt dessen die Fe»ka, d. i. eine kleinc 

hohe Miilze, aus rolhem Tuche, mil einem plati 
den eine lange Puscbel befesligl isl, deren Fa 
iiber die Miilze hinaj)hangen. Die Fe^ka bilde 



II 






1*. 
Ill 



*) Das Verschleiern der Frauen ist aber unter anderi 
Ostjaken am Obi nnd bei den Kamtschadale] 
l^tzteren kann man yon Buropa aas mit ganz gleicl 
cidentalen oder Orientalen neoneq. 



Ueber 4ie Krjni'Mben Tatorea. JOl 

lichsten Schmuck der Tatarischen Schonen, den sie nur nach 
der Verheirathung ablegen. Sie versieren ihn mit allerhand 
joUenen oder doch glanzenden MunseD, die ^ber nie weiss 
sind.') Diese werden theils gradezM auf die Feska genabt, 
theils, auf Faden gezogen, an den Randern derselben befestigt 
iVenn ihnen noeh eintge Mtinzen ubrig bleifeen, so nahen sie 
dieselben auf gekreuzte Bander und haogen diesen Schmuck 
ttber den unbedeckten Theil der Brust Die Tatarinnen haben 
iweieriei Haartracfaten , von denen die eine von den Verhei* 
ralbelen, die andere von den MSdchen gebraucht \Vird. Die 
Uadchen flechten ilire dunkelblonden Haare in eine Menge 
kkiner Zopfe, von denen einige auf die Schultern gelegC, die 
andern tiber den Riiciien gehiingt werden. Die verhdratheten 
Fraaeo vereinen dagegen die vorderea Haare in zwei Biin-» 
del and befestigen diese auf den Schlafen, ohne dasu Naddn 
oderSpangen zu gebrauchen. Sie werden durch den leineoen 
Sebleier gehallen. Die iibrigen ungeflochienen Haare bangen 
ober issa Kticken. Im Hause bejdecken die Frauen den Kopf 
QUI ^em leinenen Tuche, von 8 Fuss Lange und 12 Fuss 
Bnile. Sie umwinden damit kreuzweis den oberen Tbeil des 
'^optn, und verstecken die Enden des Tuches so geschickt, 
i^ der Kopfputz sich ohne jede Haamadel, sogar bei star- 
rer Arbeit seiner Tragerin, ganz unverandert erhalt. Daa eifie 
Eode jenes Tuches hangt iiber den Kiicken bis zum Kreu^ 
and bedeckt die Haare. Eine jede Frau verbessert ihre Kopf* 
Meckung, sobald sie das Haus verlasst, selbst wenn sie nur 
Q^ch einem der benacbbarlen Gehofte desselben Dorfes zu 
gebeo bat Die Fussbekleidung der Frauen besteht aus gelben 
Schnabeischuheny von Safian aus Schaffellen. Wenn sie aus 
dem HaiBe gehen^ ziehen aber die Frauen iiber diese Schuhe 
iioch schwarze, und bedienen sich auch, wenn es kolhig ist^ 
<lsr oben beschriebenen hdizernen Ueberschuhe. 

Einen Lieblingsschmuck der Nogaiischen Frauen bildet 



') Die Tscliuwascbinnen gebranclien silbMrne Munzen za ilirem ganz abn*- 
lichen Kopfputz ami Brustlatz. K. 



'*■, 



1 

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102 Historisch-lingiilsiische WiamenMobafU 

der schwere silberne Ring von 1^ ZoU im Di 
sie durch das finke Nasenloch Ziehen, Ohrrii 
sie nichl, dafiir sirid aber Ringe, Armbander, 
reiche Giiriel mil denen sie ihre Rocke iiber 
sammenschnuren, slark in Anwefidung. Wei 
nichl einmal einen einfach gearbeiteten silber 
1 Zoll Breile tragi, sa beweisl dies ihre au 
Reiche Madchcn Iragen dagegen Giiiiel von 
Form und Beschaffenheil. In der Mille dieses 
rande Scheibe, von 4 bis 6 Zoll im Durchmess 
welche mil kUnsllichen Steinen von rother un< 
geschmiickt ist. Man hat sie theils glatt, tbej 
nen Muslern veraert. An der Stelle wo sich 
befindet, ist der Giirtet sehr schmal; er verbpe 
da wo er die Hinlerseite des K5rpers umgiet 
iibrigens nur selten aos massivem Metal], sondern 
lich nur aus Silbcrdralh geflochten. 

Die Tatarischen Frauen und Madchen hal 
die Sille ihre Haare und Nagel roth zu farbei 
atiPs slrengsle befolgen. Eine Tatarin giebt ihrei 
hellrolhen Anstrich, ehe sie es flichl, selbst wei 
tur eine schone dunkle Farbe besilzt. Die al 
Frauen hangen mil besonderer Leidenschaft an 
und hapten es fiir ganz unerlasslich ihrein Haar 
eines Fuehsbalges zu geben. 

Sie gebrauchen dazu ein gewisses veget^ 
ver, welches aus Persien eingefuhri wird. Nacl 
sebn zu schliessen, wird es aus irgend einer VVi 
Es bleibt nun noch die religiose Sille zu er\ 
welcher bei den Tataren Manner und Frauen von 
ihre Gebele als einen schiitzenden Talisman bei 
Diese Gebele werden von der Geisllichkeil gekai 
mitZinnober auf ein dreieckiges Stiick Papier ges( 
werden in einem ebenso gestalteten ledernen Ti 
dem Rucken getragen. Das Papier ist theils voJl 
in diesem Ueberzug, theils wird der letztere nu 



Uebcr die Krym*8cben Tataren. 103 

Knopfe geschiossen. Junge Madchen nahen ihre Gebete in 
eini dreieckiges Stiick Leder und flechten diese in ihre Zopfe; 
auch tragen sie bisweilen auf diese Weise nicht nur ein, son« 
dem mehrere Gebete. AlteLeute tragen dieselben immer auf 
der Brust. Nicht selten sleckt man auch noch das Gebet, zu« 
sammen mit dem Lederuberzuge, in eine grosse ovale Kapsel, 
welche bei den reicheren Tataren aus Silber und bei den ar- 
noeren aus rothem Safian bestebt Die auf dem Papierchen 
geschriebenen Wprte schmzen, dem Tatarischen Glaubeh zu 
folge, ihre Besitzer. Sie werden aber niemals aus dem Ueber- 
zuge genommen, auch wissen die meisten Tataren nichts von 
dem Inhalte ihrer Gebete. 



Die ersten botanischen Nachrichte 
Amurland, 

Brste Abtheilung. 

Beobacbtangen Ton C. Maximowitsc 
redigirt vom AkailemifceT Rutirectit.' 



M,it grosser Ungeduld sieht man gegenwartig 
ligsten Nachrichten enlgegen, die sich auf das 
aufgeschtosaene Gebiet des- Amur beziehen. D 
den lelzten Jahreti, seiner ganzen Lange nach, 
einheimischen gebildeten Beisenden, in verschi< 
gen der Begierung, beschifft worden. Von 
sind bis jetzt nur die ganz allgemein gehall 
L. Schrenk's, des Reisenden unserer Akadei 
V. Middendorff eingelroffen und im Bulletin 
zur allgenieinen Kunde gebracht worden. Mai 
Schrenkund Maximowitsch auch in den Uss 
lichen HaupUulluss des Amur, vorgedrungen 
Maximowitsch, der im Auflrage des Kaisei 



■) Wir tbeilen lo Tolls^naig die Meiniing der Verfaase 
Balletin phytico-roatli^msliqne de I'Acad. de SI. Pel 
No, 414 n.f. entbaltenen, Abhandlang, iiber dag latere 
ten Vecbreitung denelben, dau wir lie liiermit den 
chivi un*erkiinl iiiiltheilen. 



Die ersten botanisclien Nachrichten aber das Amurland. 105 

^ffci^^^ Garlens jene Gegenden bereist, iiberschiekte mir nun 

sa^ Kuraem voin unieren Amur einige Beobachtungen iiber 

p^^rzen des Amurlandes mil der Bilte, die Redaktion dersel- 

l,5fi zu ttbcrnehnnen , da er, abgeschniUen von allem Verkehr 

y^d ^^^^ Nachrichten, ausser mir in St. Petersburg Nieman- 

JeO ^^^^^i Aem er die Herausgabe seiner botanischen Bemer- 

^^ogen und die noihwendigen Erganzungen der Liicken, die 

jjj semr Lage unvermeidlich entstehen mussten^ anvertrauen 

diirft^) andererseils aber die in denseiben enlhaitenen Mitthei- 

lang^n» bei einem langeren Zogern, in Gefahr gerathen, vieles 

vQD ihrer Neuheit su yeriieren^ da sich selbe natiirlich zuerst 

auC die meisten der dort allgemein (in ihrer Art) bekannten 

Pflanzen beziehen, zu deren Erforschung er alle Bequemlich- 

ie^ilen und Annehmlichkeilen eines civiiisirten Lebens opferte. 

^^^v^iss sind auch unter solchen VerhaJtnissen zwei lange harte 

>jj^ inter, und Tage an welchen oft nichts als Schiffszwieback 

YCi Wasser geweicbt auf den Tisch kam, keine Kleinigkeiten. 

\j^ht erklarlich und billig ist daher der Wunsch, dass solche 

Amslrengungen auch mit Erfolg gekront werden mogen. Ab- 

gcsehen von seiner eigenen Person hatte aber Herr Maxi- 

mowitsch in noch hoherem Grade dafur be^rgt zu sein, dass 

sogleich mit seinen ptersoniichen Priorilats - Interessen auch 

diejenigen der Anstalt welche ihn ausgesendet, in demselben 

Maasse auf dein Spiele standen. 

Es ist leicht moglich, obgieich mir unbekannt, dass schon 
gegenwartig einiges hier veroffentlichte, bereits in auslan* 
dischen, besonders englischen oder nordamerikanischen Zeit- 
scfcriften besprochen worden ist, in Folge von Landungen an 
verschiedenen Funkten der ostmandjurischen Kiiste wahrend 
der Zeit des Krieges; denn seit Capt. Beechey's Reise inter- 
essiren sich nicht sellen Marine-Offiziere und Aerzte auch fiir 
^atiirprodukte unbekannter Lander. Gewiss batten aber bei 
eioem ferneren Aufschieben zur nachsten so selten sich dar» 
bjetenden Gelegenheit der Absendung, die Mittheilungen mei- 
nefl Freundes Vieles an Neuheit und Interesse verloren, weil 
'Di^Merweile Herr R. Maack mit seinen am Amur erbeuteten 



IQg ph;atkaliBcti' malhamatiiche Wiasenscbaf 

SammluDgen gfucklich hier eingetrofifen war 
die er gleichfaUs mil nichl geringen Beschwerd 
(Jen Amur slromaufwiirla brachte, wobei die Bi: 
EUgange uberraschl, einfroren. — Seine botar 
slande erhielt ich nun von der Kaiserli 
phischen Gesellschaft auf Antrag des Reisendi 
gabe und awar zu gleicher Zeil mil jenen Mil 
Maximowitscli. Es wiiide mir aelbst achwer 
au entscheiden, welcher Seite die Prioriliil de 
deckungen suzuachreiben sei, wenn nicht Herr 
in Erwagung der Uinslande mil nicht genug 
iichter VVissenschafllichkeit erklart hatte, freiwill 
zu wo Hen. 

In Folge dessen iibergebe iqh zuerat die 
vonMaximowitschiiber die BaumeundStr^ui 
landes, lu deren Priifung und syslematischei 
auseer einigen Tafeln oiit Zeichnungen, auch ein 
mit einzelnen getrocknelen Probe-Exemplarei 
wurde, welche, obgleich iiber 5 Monate unterw 
gelilten und zur Unlersuchung brauchbar ware 
Riicksicht erforderte, mich zuersi streng nur ai 
rial zu beschranken und in Fallen, wo das vo 
hinreichte, itm zu einem definitiven Resultate 
nicht zui- Saminlung Maack's meine Zulluch 
sondem die Aufschliisse, welche diese geben 
zweite Abtheilung: die Amurpilanzen des Herr 
xuheben, sogar in Aussicht, nach Prufung die 
mich selbst zuweilen verbessern zu miissen. 

In meinen Zusiilzen habe ich mich nur aul 
digste beschriinkl, namlich die systematlsche Be 
Namengebung, wo selbe nicht bereita angegebe 
diagnostische Merkmale und vergleichende Beti 
durch die NamenschifTre am Schlusse zu erke 
ctwaige Unvollkomiiienheit mir allein auV Last 
les andere riihrt von dem Verfaeser selbst her 
nicht ohne Vergnugen bemerken, wie sorglallig 



Die ersten botaiiUcbeii Nacbriehten uber das Amnrlanfl. }07 

ristik im Grossen aufgefasst und wiedergegeben isi. Fiir noth- 
wendig habe ich iiberall eracbtet, nach den Beiiennungen Ci- 
tate hinsuzufiigen, die sowohl auf die Bestimmung der ^rten^ 
als auch auf die Vergleichung von getrockneten Exempiaren, 
Abbildungen oder Bescbreibungen derselben Art aus den nach- 
sten Landern Bezug haben, indem dadurcb zugleici) der geo- 
graphbche Charakter der Art, die Uebereinstimnoung derselben 
mil jenen der benacbbarten Floren deutlicher wird und ein 
Licht wirffc auf die allgemeine Verwandtscbaft der Amurflora 
mil anderen. 

Die ersle Quelle zur Vergleicbung boten die Mi d den- 
do rffschen Pflanzen von den siidwesllicben Gegenden des 
Ocbotzkischen Meeres (Udskoi u. s. w.), welche von Traut^ 
vetter und iVley^r bearbeilet und bereits berausgegeben 
sind: ihre Ortginalien sind zur unmiltelbaren Vergleicbung be- 
ntitzl worden. Eine andere bildet Turczaninow's Flora 
Baicalensi-Daburica, deren Exemplare ebenfaiis in dem 
Herbarium der Akademie vorbanden sind. Als^drille Quelle 
citirte ich Bunge's Enumeratio planlaruni Cbinae bo- 
Tealis, dereh Belege gleicbfalls bei der Akademie deponirt 
siod; Supplemente dazu erhielt die Akademie auch von den 
^paleren russischen Missionen, z. B. durcb P. Kirilow, iiber 
dessen Pflanzen Turczaninow im Bull, de la soc. nat. Mosc. 
1837 schrieb. Ich conlroliirte ferner sorgfaltig Sie hold's und 
Zuccarini's Flora Japonica; die meisten Pflaitzen dersel- 
ben sind in Original -Exemplaren von Siebold vorhanden; 
weniger beriicksichligte ich Thunberg*s Flora J apon\ca, 
wenn nichi Pflanzen derselben vorhanden waren, v/e\cue 
Thonberg im Jabre 1811 an die Akademie einscbicWl^ 



AUgemeinere Resultale zu ziehen, muss ich aut del* ^^ ^^^ 
jelzt nieht roil Slillschweigen iibergehen, obgVeicVi d^*"^ -^ V»«^' 



der iweilen Abhandlung verschieben. DocK kann i^"^ -cVvetw 



bereits^ andersvvo bei Gelegenbeil der Japatiisclien ^'^^«»<5V^^ 
merki worden isl, wie sehr mich die AehnlichkcH ^^^^%\^"^^^ 
Amurpflanzen mil Pflanzen aus den osilichen und ^^^^^^^^"^^ 
Theilen der vereiniglen Slaalen Nordancierika's in ^^^ 



JQ8 phjiikaliaoli-nialliemaliBclie Wiwenenhafte 

gesetzt hoi; eine Affinilat in GalUingen und A 
grosser isl, als mil jenen dcr benachbarten Lar 



Ueberdiewichligeren Baume und Sir 
Amurlandes 



Ich iheile der bequeroeren Uebersichl hall 
weilen ohtie Werlh darauf zu legen, das inir bi 
land in 4 Vegelalionsionen ein, namlich: 1) Die 
enlhallend den unlerslen Lauf des Amur bis z 
chaiiowskoe, elwa 150 W erst des Flussufers uii 
bis elwa zum 52j Breilegrad, die Kiislen des L: 
Talarischen Golfes, vielleichl so weit siidlich, a 
hafen (in elwa 40" Br.). Charaklerisirl durch r.- 
Kliina, sclineereiche Winter; Bergland mil dii. 
wiildern und moosigen nassen Sirecken. 2) | 
Amur, von den Umjjebungen des Dorfes Midi 
mm Gebirgsslocke Pessui (elwa 100 Wersl noi 
Garin-Miindung). Land nicht so bergig, Klima 
schneearmer, Nadelwald herrschl vor, auf ebi 
treten jedoch Walder von Weissbirken (Belul 
Zilterpappeln (Populus Iremula) auf. Gegen 
bin zeigen sicb sporadisch hobe Zirbelkiefer (Pii 
a. excels a) und die kleinblaltrige Linde. 1 
vielleicbt nocb der Oberlauf des in die Nahe de^ 
in'9 Meer fallenden Tumdja-Fiusses. 3) Der n 
von dem Gebirgsslocke Pessui bis zu der Mundu 
gariflusses oder dem gleich oberhalb gelegenen 
Bokki. Hieher vielleicht zum Theil die Flussgeb 
und Chungari. Das Land wird ebener, nameni 
Ufer. Laubvvald ungefiihr dem Nadelwolde di 



Die ersten botanischen Nachricliten iiber das Amariand. J 09 

tend, arlenreicher. — Die baumfSrinige Zirbelkiefer haufiger 
Bestandtheil aller Nadelvvalder. An der GhuDgari-Mundung 
ersles Auftrelen eines neuen Wallnussbaumes (allein am 
Chungariflusse nach Aussage der Eingeborenen nicht wach- 
send!). 4) Siidlicher Amur, vom Bokki-Gebirge bis zur Us- 
suri-Miindung iind wahrscheinlich bis zum gleich oberhalb des 
5ungari liegenden Ghinghan-Gebirge, ferner der Lauf des 
Ussuri, wenigstens der Unterlauf (der Oberlauf scheint Berg- 
land zu sein). Die Bergketten enlfernen sich in*s Innere. 
Uferland meist eben, ja niedrig. Region des Laubvvaldes mil 
fast undurchdringlichem Unterholz von Corylus mandshu- 
rica und anderen Strauchern. Artenreiehthum des Laubwal- 
des. Zuriicktreten der Nadelwalder auf die enlfernt streicben- 
den Bergrticken. — Das Land oberhalb des Ghinghan scheint 
sich nach den diirftigen Nachrichten^ die ich davon bisher 
babe, mehr Transbaikalien anzuschhessen und das Ghinghan- 
Gebirg vielleicht Florengriinze zu sein. 



Nach dieser Vorbemerkung gehe ich uber zur Aufzahlung 
ier Baume und Straucher, nach ualijrlichen Faniilien geord- 
Del. Einen inleressanteji Baum, iiber dessen Familie ich aus 
den gesammelten Friichtexemplaren nicht ganz sicher werden 
bnnte und dessen Rinde unter dem Namen Kochto bei den 
Eingeborenen slatt Kork gebraucht wird^ babe ich wegge- 
lassen. *) 

Schizandraceae. 

1) Maximo wilschia Am urensis R. Siebe Nova genera. 

DiocJscher Strauch mit scbwach aromatischer Rinde, wohl- 
riechenden blass-rosenrotben Bliithen und essbaren sauerlichen 



Von diesem Baume ist kein Exemplar eingeschickt worden; ebenso 
▼Oh No. 1, 8, 9, 10, 12, 24, 44, 49, 52 (R). 



Q f hysikalitcli- mattwrnKtiidie Wittanadiaften. 

horiachrolhen Bcereti. Klimml aii benachbarien 
I bis 25 Fusshoch. 

Am miulcren und siidlichen Amur an Randern d. 
aider, hauGg. Bliiht gegen Ende Mai, Friichle r 
igust. VVird von den Eingeboieneii OlUcha: Ki 
,n den Goldi: Rolsialla geaannt. 



Tiliaceae. 
Tilia coidata. Miller, Duroi 1772 sec. spec. 
Habilus der europaischen Tilia luicropliy lla. 
;re 4—6" dicke und 30' hohe, an Ireiern Stellen 
aum hat einen geraden Stamin mit dichtbelaubU 
rone. Alte bis 3' dicke, oft mehrslammige , 40 b 
,8he erreichende Baume haben aieisl geneigte und 
lamnie mil sehr ausgebreilelen Kronen. Die Rindc 
elgrau, lief rissigturchig. — Bliiht in den erslen 1 
uli und hat im Anfange August's reife Frflchte. Di 
leichen an Farbe und Form denen von T. euroj 
ind ebenso schwach wohiriechcnd. 

Tritt zuersl auf im siidlichen Theil des nordlicl 
beim Dorfe Puissa unweil Barbi) und kommt An 
uf Flachland in lichten Gehblien in der Gesellschafl 
lulus IremuLa vor, isl am milllern Amur sehr 
Valdrandern und in Laubwaldern anzutrefTen und s* 
eine grossle Enlwickelung zu erreichen, ist jcdoch 
Udlichen Amur und liings dem Ussuri ein gewohnlic! 
>aum. — Bei den Einwohnern tungusischen Slamine 
md Goldi) Kilda genaunl. 

3) Tilia mandshurica. 

Species e niagniludine el indumento foliorum 
r. argenleae Dec, sive T. albae W, Kit. 1; 
eadem videtur ac T. alba Ailon HorL K«\v, 17&Q 



Die ersten boURiscben Nachricbton uber das Amurland. 1 1 1 

americana perhibita, ia edil. 2da Horl. Kew. 181 1 in huhgari* 
cam corrigitur. Tiliam boreali-americanatn tonienlo T. ar- 
genteae nuliam adhuc vidi. T. alba Michx. ex icOne valde 
differt ab hungarica et mandshurica longiUidine foltorum prae- 
valente, qua in re cum T. heterophylla Vent, convenil, 
quacum a Decandollio eiReichenb. jungilur; Torrey el 
Gray qui iterum sejungunt, monent, folia sublus vix albida 
esse. Mandshurica offerl folia basi aequaliter cordata, pe- 
tioles et ramos (imo annotinos) dense slellato-pubescentes> 
bracleas sessiles lato-lineares basi non atienuatas, inaequaliter 
cordatas et fructus erostatos;') sed in speciminibus e diversis 
lods Bannalus et ex Asia ininori fere omnes cbaracteres de- 
scriptos communes offendimus, exceptis fructibus seii)|>er ovalis 
minoribus et dislincte rostralis. Fructus T. mandshuricae 
neodum plene maiuri monospermi, obovatoglobosi, 3 — 4^ lin., 
erostrati. Vidi specimen T. Pekinensis a D. Kirilovv, a 
mandshurica tantum diversum: foliis superioribus trilobis, bra- 
cleis breve pedicellatis basi angustioribus, sursum latioribus 
&palhulatis (R.). 

Wuchs der vorigen, nur scheint die Mehrslammigkeit bei 

JieserArt noch haufiger zu sein. Rinde wie bei der vorigen. 

Wofa weiss, sehr weich. Stamme aus einer Wurzel weil di- 

vergirend, mit weit ausgestr^ckten Aeslen und sparsamerem 

Laabe als bei der vorigen; bis, 4(y hoch, bis 6" dick. 

Von mir bisher nur an den Abhangen des Chochzier- 
Gebirges an Waldrandern beim Dorfe Turrme (an der Ein- 
raiindung des Ussuri in den Amur) beobachlet. — Wird von 
den Eingeborenen von der gewohnlichen Linde nichl getrennt. 

» Acerineae. 

4) Acer Dedyle (Maxim.) 
Simillimum A. spicato Lam., Torr. el Gray Fl. bor. 
smer. p. 246, sed floribus quidpiam majoribus et praecipue 
iobis foliorum profundioribus longioribus magis attenuatis di- 

') So ktwohl anstatt des: ecostatos ini Ball* de TAcad. etczu losen. E. 



112 



Physikalisch- mathematische Wissenscbmf te 



k 



slinguenduin ; Fruclus speciei americanae- paulo 
amurensis nonduin plene maturi, sed configuratit 
A. Ukurunduense Midd. Ochol. n. 78, arb 
fmilima litorali, cum hac specie comparandum, i 
1. c. tab. 20 depictis, alls nimifum basi distincte 
A. Dedyle piaulo breviores sunt et laliores, ali 
quidem anguslala sed vix emarginata, poiius li 
in nuculam pariler pubescentem decurrens. 
varial? Vidi A. s pica turn americanum a c 
tnissum, alis fructuum basin versus evidenter Jai 
apice, quod proinde pro nova specie habendum 
Ein 20—30' hoher, bis 6" dicker Baum, mit 
runder Krone, hellbraunlich-grauer, feinrissiger 
lichem harlem Holze, hellgelben Bliilhen. 

In der Kiistenregion am Tatarischen Golf ui 
so wie am nordlichen Amur einzeln an Waldran 
fingerdicke Baumchen zusammen mitjungen Lan 
rylus mandshurica in Nadelwiildern haufig gi 
gen bedeckend. Am mittlern Amur in Nadel- u 
dern, immer jedoch vorzugsweise an feuchten 
siidlichen Amur sellener. 

Gillakisch: Tebbrhe, bei den Eingeborc 
Stammes: den Orolschen: Dediila, den Oltsch 
Dediila oder Dedjgula. Beginnt zu bluhen ge^ 
Mai's, reife Fruchle im August. 

5) Acer tegmentosum (Maxim.) 
Accedit ad A. talaricum L. propter folia 
differt praecipue foliis (eliam floralibus) glaberrimi 
dium latioribus breve Irilobis, lobis allenuato-ac 
ceroo simplici pendulo, samaris angulo fere recti 
Bractea floralis subpoHicaris oblonga, dense villoso 
Die Bliilhentrauben entstehen in der Achsei 
lichen Knospendeckblalles, daher der Name. Blutl 
Sepala ausser durch ihre Schmalheil von den P^ 

») Bullet. U.S. w. pag. 126 ist: von der Fetalis wohl 



Die eniem botankcben Nacbriehten uhtr das Amurland. |13 

venchieden. Die 8 SlaubblaUer sind in die Zwiscfaenrauine 
cincs achllappjgen dicken Drusenringes ioserirt. Trauben An- 
fangs nickend, spaler hangend. 

Elwa 3(y hoher, bis 8" dicker Baum niit geradem Slammey 
sehr glaller, safiiger, grungrauer Rinde, weiasem, uemlich 
weichem HoUe, nichl sehr dichl belaubter, mehr ausgebreite- 
ler Krone. 

Am nordUchen Amur sehr sellen und klein, am mittlem 
mehr an Waldrlindem, am sudlichen in Laubwaldem iwar 
bau6g, allein immer mehr einzeln. — Bei den^) Goldi: Mdk- 
tschela oder Mdktschola. Bliiht mit dem vorigen, reife 
Frachle im Juli. 

6) Acer Ginnaia (Maxim.) 

Folia ovala apice in acumen aUenuala, margine Iriph'cato- 
serrata, sublobata^ lobo inferiori distinclo acuto^ 3 poll. longa 
(ere 2" lala, glabra. Racemus fruclifer simplex, erectus. 
Fruclus A. tataricj,a quo praecipue serraturis profundiori- 
W et lobo lerminali magis atlenuato recedit (R.). 

Meisl 10—15' hoher, sehr asliger und breiter, dichtbe- 
Wler Skrauch; sellener 2(y hohes, bis armdickes, schlankes 
Baumchen mit schoner dichter Krone. Laub dunkelgriin. 
Riode grauy feinrissig, Hols hart, braunhchgelb. Bliithen un- 
l^ekannl, 

Auf angeschwemmtem Lande und Inseln am Amur und 
(issori, auf Wiesen und in Gebiischen, seiten an WaJdrandem 
nic im eigentlichen Walde. Nach den Worten der Eingebo- 
renen aber soil dieser Ahom im Gebirge bis 1' im Durch* 
mcsser erreichem — Bei den*) Goldi: Ginnala. Bliiht gegen 
NHle Juni's, reife Frilchte im August. 

7) Acer Mono (Maxim.) 

Proximum A. truncate Bunge Pekin. n. 62, sed flores 
in corymbis magis congesti et dupio minores; petioli eglandu- 

')Wohliiicht:dein Goldi oder der Goldi ,wieim Ballet. p.l26^127n.f. 

Ennans Rtiss. Arcbiv. Bd.XVII. H. 1 . g 



114 piiysikaliidi-mathematische WiMen»chaf< 

losi. Accedit quoque ad A. cull r alum Wal 
laya, sed folia minora, flores glaberrimi (nee 
pictum Thunbg. Japon. p. 161 describilur fc 
parvitalem illoruin lacet (R.)- 

Habitus von Acer platanoides, bis aul 
mren Blaller. Wird bis I' dick und nahe gc 
Rinde graubraunlich, feinrissig; Hok harler als 
gen hiesigen Acer-Arlen, gelblich. Blulhenfarbe 
plalanoides. Die Friichle habe ich leider zu 

sauml. 

Am nordlichen Amur an Waldrandern seJ 

mitllern haufig und ist am sudlichen gewohnlicJ 
herrschender Waldbaum. 

Gillakisch: Pach Tigrsch, d. h. Slein-I 
Amurtungusen : Mono. Bluhl in den leUlen 
Mai's. Reife FrUchte im August. 



4 

. "J 



Celaslrineae. * ) 

8) Evonymus europaeus? 

Fetala oblonga acula viridescenlia. 

Bis icy hoher schlanker Strauch mil ziemlic 

Laube. 

Am nordlichen Amur sekener, am uuiU^n 

haufiger, auf Flachland, Inseln und seltetier an I 

AmurUingusisch hcisfien alle Arten: Tocli 

d. i. Haten-Lonicere (Peare heissl Loniceras. 

Maximo wilschii R.). Bliiht in den ersten Ta 

reife Friichle Ende August's. 



«) Von keiner dieser 3 Arten sind Kxemplare eingesend( 
Gattang Evonymus fehUe bisher im ganzen asiatisch 
lands (R.)« 



Die ersten botanischen NaehHcbten itber dm Amnrland. ||5 

9) Evonynius verrucosus. ' 

Die gesammellen fruchttragenden Exemplare slimmen voil- 
konimen luit der Diagnose Ledebour*s uberein. Bis 5' hohe 
Slraucher mit sparsamer Belaubung. 

Am milUem und sudlichen Amur an Felsen und steinigen 
Abbangen. 



10) Evonymus laiifolius? 

Ein 15' hoher, schlanker, wenig asliger, sparsam belaub* 
ter Strauch. Kapseln rosenroth. 

Am mittlern und nach den E^ngeborenen auch in Berg- 
waldem des nordiichen Amur , in Nadelwaldern und an Na- 
delwaldrandern. 



Rhamneae. 

II) Rhamnus davurica Pallas (ad fl. Argun ubique). 

Planla $ foliis oblongo-ellipticis, basi inlerdum cordatis 
congruit cum spec. Turcz. e fl. Tschikoi (Fl. Baic. Dab. n.280); 
$ foliis basi evidenter altenuatis. Fruclus nondum quidem 
maturi, sed manifeste dispermi, ul a Pa 11 a si o describuii* 
Uir(R.). 

Bis y dicker y 30'' hoher Baum mit krummeoi StanHne 
und AesteOy dunkelgrauer, sehr rissiger Rinde, gelbrothem 
geflammtem sehr harlem Holzc, vieltheiKger recfat dichter 
Krone. Diocisch. Bltithen griinlicfa. . 

Am stidliehen Amur in bergigen Laubwiildern haufig^ an 
Waldrandem einzeln, seltener auf FlacMand und Weideninse^. 
Bei den Ooldi: £ni ala. Blilht Ende Mai's, reife Friichte Ende 
Aogusl's ? 

8' 






||g ptiysikaliteh-maUiematisthe Wissentcliaften, 



13 



Juglandeae. 

12) Juglans naandjurica (Maxim.). 

Ramuli hornolini lomenlo parco fusco-luleo lee 
marum legraenla densissime fuscoluleo-villosa. Fol 
rum juniorum brachii crassitie, 3— 4 pedalium ) icnpai 
3-iuga, odorala; petiolus superne canaliculatus su 
(ramulis cicatrices Irigono - Irilobas imprimens) atqi 
subsessilia basi obliqua ovata vel oblongo-ovata a 
argute serrata, superne parce, inferne ad nervos d< 
menlo stellate obtecta viscidulaque. Ramuli fruclifer 
terminale 5^" longum, 2^ ' latum, laleralia paulo 
Amenta mascula perianthio 5-phyllo, antheris circitei 
nectivo non producto; ciliae adsunt in margine phy 
apicibus antherarum. Stylus brevis, stigmata 2 ovali 
Fructus ovatus vel ovato-oblongus, epicarpio lenu 
pubescente (aromatice odoro); putamine crassissii 
sulcalo-rugosissimo, utrinque abrupte acuminulato; 
nibus subundulatis fere planis (nee ut in J. regia 
edulibus, quam in J. regia minoribus (Maxim, mss 
lys. ined.)* 

Einen Fuss und mehr im Durchmesser haltendei 
hober Baum, roil gradem, auf etwa SO' von Aesten 
tern Stamme und brciter buschiger Krone, grauer, 
rissiger, der Esche sehr ahniicher Rinde. 

Beginnt zuerst auf nach Slid gerichteten, bewal 
hangen der DSrfer Dzongdo und Chungar, an der 
des Flusses gleiches Namens, ist im Hochwalde ai 
gebirge (100 Werst hiflier) ein haufiger Waldbaum 
uberall in hdhern Waldern am siidlichen Amur ui 
angetroffen. — Heisst bei den Goldi: Kdtschoa oder 



Die ersten botanischen Naclirichtea iiber das Amiirland. 117 



Papilionaceae. 

13) Maackia Amiirensis. Siehe Nova genera. 

Am nordlichen Amur stellenweise, sellen und straucfaior- 
mig, am' miUlern und siidlichen und am Ussuri auf Flachland 
und Inseln in Gebiisehen und auf Wiesen als Sirauch uiid 
knoeheldickes Baumchen, in Laubwiildem und an Waldran- 
(iern als schlanker bis 4ff hoher Baum niit mattgriinem Laube. 
Stamm weit hinauf ohne Aeste; Krone schlank, locker. Als 
3^ hoher Strauch auf sonnigen Stellen schon bliitheniragend. 

Bei den Oltscha: Koltola, bei den Goldi: Kdttolang 
Oder Khdttolang. Bliiht Anfangs Juli, die FrQchie reifen 
sehr spat im Herbst und bleiben bis in den nachsten Sommer 
hinein am Baume hangen. 

14) Lespedeza juncea Pers. 

Leguinina calyee pauIo longiora, quod eliam in specc. * 
Turcz. e fluv. Amur, nee non in aliis davuricis (FI. Baic. Da- 
hur. n. 359), ex habitu el characteribus minime abludenti- 

bus (R.). 

Kleiner hochslens 2' hoher rulhenformig asliger Halb- 

strauch. 

Auf Irockenen Abhangen am Ussuri stellenweise hiiuGg. 

Am Amur nur beim Dorfe iS^argu. Bliiht Anfangs August. 

15) Lespedeza bicolor Turcz. (e. fl. Amur), Ledeb. 

Fl. Ross. 

Campy loiropi chinensi Bunge quodammodo accedit 
propter calycis dentes superiores fere connatos, sed carina ob- 
tusa Lespedeza e. Insigniter heterophylla; folia inferiora 
maiora, non emarginata, superiora sensim minora racemis mul- 



f .i. 



."1 



t 



j ., IIB Physikaliscli-math^inatlsche WiBsenscbaften. 

ioties breviora; omnia poiius ovnlia quam elliptica, adu 
glabrescentia. Racemi copiosissimi longe ct tenue pedic 
floribus juvenilibus, propter calyces tantum conspicuos, 
„ sericeis parvulis. Legumina juniora oblique ovata, incui 

H acuminata, reticulato-costata, pilis albis densis adpressis 

calycem plus duplo excedentia. Comparavi specimen T 
H incomplelum quidem, at ex foliis, racemo et floribus ideni 

calyces ianiom magis sericei, pallidi. Eandetn specier 
e Pekin, calycibus magis coloratis respectu specim. M; 
Inter americanas accedit L. p rostra t a Pursh. ramul 
crophyllis L. bi color is (R.). 

Bis 3' hoch. Der kurze fingerdicke Stamm theil 
sehr bald in Zweige, die in ihrem obemTheile eine zv 
rige Dauer zu besitzen scheinen, indem die iiu unteren 
^i| eines Zweiges entspringenden zahlreicfaen Aeslchen scl 

ersten Jahre und noch krautig Bllithen tragen, wahrei 
obere sie iiberragende Theil stets vertrocknet gefunder 
Im Jahre darauf treibt der unterdessen verholzte neue 
aus seinem untern Theile neue Bliithenzweige , wahr< 
selbst in seinem obern Theile vertrocknet. Solche I 
H Astbasen, Ursprungsstellen mehrerer nahe zusammens^ei 

Astbasen, sieht man am Strauche hiiufig und er gewinni 
diese Wachsthumsweise, Irotz seiner ruthenformi^en 
Zweige, ein sehr buschiges rundes Ansehen. Die 
I bald hellern, bald dunklern Blulhen riechen sehwaci 

! il Cilronen-Schale. 

I Am mittlern und siidlichen Amur, am erslern in ti 

J Cedernwaldern auf Bergabhangen stellenvveise, ain lelz 

5 Waldrandern gewohnlich, am Ussuri Hauptunterliolz d 

¥ waldes, ganze Slrecken desselben mil seinem Bluihenre* 

schmiickend. 

i Bei den Goldi: ^Sukto. Bluht im August 



ih.': 



Die eMen botanisehen Naclirichten uber das Amurland. 1|9 

Amygdaleae. 

16) Primus? Kolomikla (Maxim*). 

Ramus annotinus coiitce fusco-purpurascenley lenticellis 
crebris; ramuli bornolini pollicares fere glabri, (oliis 4 — 5 evo- 
lalis et floribus instructi. Stiptilae nullae; earum loco in ra- 
idbIo bomolino lerminali sterili petiolorum basis incrassala. 
Foiia petiolis eglandulosis pollicaribus insidentia, raaxinoa fere 
5 poll. late ovalia in apicem saepe incurvum altenuala, basi 
cordala, margine argute dupiicato-serrata, serraturis palentibus, 
ceterum lenuissimay ulrinque pilis adpressis brevibus diniorpbis 
(eda; in foliis junioribus pili seeus costam et nerves primarios 
densiores crispulL Flores tenuissime pedicellati ^bserotini 
axillares; in raiuulo iBferiori 4 soiitariiy in superiori propter 
diniBiiGcationeni (3) pedicellomoiy 2 v. terni ebracteati. St" 
pala exlus glabra, 21in. longa, 1 lin. lata, rotundata, ad i par- 
tem in tubum brevissimum connala, bine (lores in sicco spe- 
doiine a facie interiori, nee a latere visibiles ut in seqq. 
Prunis. Petala 5 — 7, rotundata 3 lin., basi cum staminibus 
^nmilo calycis? inserta. Stam. 20 vel plura, antherae lato- 
lineares | Itn. Versailles. Germen subglobosum liberum. Sty* 
Im et fructuQi conspicere non licuit, bine stirps quoad genus 
Mia, In Pad] s interdum flores inferiores in axUlis foliorum, 
sed superiores racemum coDstituunt apliyllum (K.). 

Der fingerdicke aufrechte bis 7' hobe Stanmi Iragl klei- 
oere bliitbentragende Zweige und bis 2 Fadea lange horizon- 
lale diinne peilschenformige Zweige, deren Blatter an der Ba- 
sis von denen der iibrigen Zweige nichl abweichen, gegen 
die Spitze bin aber immer kleiner werden und zwiscben sicb 
immer langer und liinger gestreckte Internodien besitzen. Die 
Blatter des Hauptslammes, der Bliilhenzweige und der Wur- 
zekcbossen conform mit denen der Auslaufer - Aeste, nur 
grosser und etwas breiter. Bliithen unter dem dunkeln Laube 
gam versteckt, von aussen nicht wahrnehmbar, weiss, sehr 
wohlriechend (etwas ahnlich aber nocb angenehmer alsPru- 
nus Padus). Fruchltragender Kelch zuruckgeschlagen , die 



tl 



;l 



120 Physikalisch-matheraatische Wissenscbaften. 

2" langen fadenformigen Fruchtstieie sammt der ^- 
I" breiten, elliplisch eiformigen glatten, init den 5ks 
Narben gekrbnlen*) hangenden Friicht, ausserordentli 

abfallend. 

Mehr in Nadelwaldern, am nordlichen (ob iibei-stll 
mend?) und am milllern Amur ofFenere grasige Wai 
siehend, am sudlichen selten und klein in sehr s 
Laub- und gemischten Waldem. Oft kemmt er in 
Bodenvertiefungen vor, diese ganz ausfiillend und ^vo 
seine iangen Ruthen weithin uber*s Gras weg auf ber 
Straucher hinlegend. 

Bei den Oltscha: Pullmukta, bei den Gold 
mikia Sder Koiomikla. Ihren Aussagen nach 
Prucht schwarablau, sehr wohlschmeckend. Bliiht 
letzten Wochen des Juni, Ende Juli's waren die Frii 
reits abgefallen. 

Prunus glandulifolia. 

Ramus annolinus rubro-fuscus, splendens, ientice. 
CIS; ramuli hornotini copiosi allernantes brevissimi, sub 
basi perulati. Stipulae 3 lin. filiformes petialum eglan> 
subaequantes. Folia juniora late elliplico - lanceola 
2 poll.; basi interdum ovaia, apice acuminata, marginc 
et inaequaliter serrata, serratuns patentibus apice glai 
subtus ad nervos adpresse pilosa et tola pagina glandi 
bris opacis punctata. Folia adulta fere 4 poll, longa 
lata, basi rolundata vel ovata, apice acuminata, glabrc 
ceterum non diversa a junioribus. Flos coetaneus in 
rulas gemmae solitariae aphyllas subsessilis, saltern b 
exsertus, unicus. Calyx 2| lin. lubulosus pubescens 
lobis obtusis. Pclala oblonga 2 lin. Stylus longitudini 
stigma orbiculatum. Putamen ovali-elliplicum 2 lin. m 
rugulosum, non compressum, uno latere marginatum (I 



') Diese Worte sind mir dnnkel gefolieben; eine neue Tilia 



cc 



Die ersten botaniichen Nacfarichten iiber dat Amarland. 121 

Baum bis iff hoch, bis 1' dick, mil geradem, weit hinauf 
nacktem Siamme und sehr kleiner recht dichtbelaubter Krone. 
Die dunkelrolhbraune Rinde, ganz von dem Charakter von 
Betula davurica, in grossen Fetzen um den Stamm her- 
umflaiiernd. Holz sehr weich, weiss. Bliiihen weiss. Fruchle 
von der Grdsse eines Kirschkernes, schwarz, mit sehr spar- 
samem Fleische von zusatnmenziehend-saurem Geschmack. 

In Laub- und Nadelwiildern des mittlern und iheiiweise 
des nordlichen Amur, einzeln und selten. 

Bei den Goldi: 5iksengkora. Biuhi in der letzlen 
Halfte Mai's, reife Fruchle im Anfange Juli's. 



18) Prunus Maximowitschii R. 

Ramus annotinus corlice opaco griseo, leniicellis paucis 
obscuris; ramuli hornolini inferiores brevissimi 2 — 4 phylli, 
lerminales elongali villoso-pubescentes, foUis altemis et sti- 
pulis linearibus acuminatis serratis longitudine petiolorum 
3 — 4 lin. cano-viilosorum. Foiia inferiora 1—2 poll, ovala 
duplicaio-serrata, sublus ad costain ei nervos dense el ad- 
press*e, ad venulas vero transversales parce pilosa; superiora 
paulo majora longius acuminata et interdum supra medium 
paulo latiora. Hamulus hornolinus florifer 2 poll, aphyllus 
bracteis (9) obovalis 3—4 lin. allernis v. subopposilis superne 
serratis. Flores subserotini in axillis bractearum 5 superiorum 
latiorum singuli, pedicellis ^ poll, insidentes et racemum de- 
pauperatum subfasligiatum constituenles. Calycis tubus late 
obconicus 1^ lin., dentes 1 lin. aculi subserrati, extus cum pe- 
dicellis adpresse pilosus. Pelala rolundata 2 lin. Antherae 
minimae ovalo-globosae. Stylus longitudine florum, stigmate 
orbiculalo. Germen oblongum hberum. Ex inflorescentia cum 
P. Mahaleb comparanda (R.). 

Armdicker, bis 20' hoher, oft mehrstammiger Baum oder 
grosser Slrauch, mit ausgebreiteten Aesten und lichter Belau- 
bung. Rinde braun mit hellern Lenticellen, genau von dem 



t 



.' 



1 



122 Pliysikaliscli - inadiematisclie Wissenscliaften. 

Ansehen der hiesigen Syringa-Rinde. Bliilhen weiss. 
iinbekannL 

Er isjt von niir bisher nur in einem geschulzten I 
ten Kesselthale ini sDdlichen Theile des nordlichen jA 
obachlet worden (beiai Dorfe Borbi). Den Einwohno 
unbekannt. In den ersten Tagen des Juni biuhend. 



Pomaceae. 

19) Crataegus pinnatifida Bunge Pekin. n. 1&7, 

Pekin. n. 74. 



Tomentum s. villositas pedunculoruiii-in specc. ft 
m evanescit, quod eliam planta Pekinensis teslalur, cu 

I foliorum inlerdum minus argute serratus, ut in nostra 

Bis 15' hoch und bis beindick. Dorniger knorrigr^Y- % 
Blulhen weiss, Friichlc roth, rund, gegen die Spitze hi 
verbreiterl. 

Am Amur, iiberall, auf Flachland und an offenen 
^ randem, jedoch nirgends haufig. 

Bei den Eingeborenen fiihren alle Crataegusarlet 
risch, bei den Gillaken den Namen: Kysin, bei den 
senslammen: Djarachta. 

t 20) Crataegus (sanguinea Pall, fi.) villos 

* 

Folia florendi tempore utrinque erasse viliosa- pe 
cum calyce albo-villosi; sed haec villositas, excepto forl< 
ipso, persistit, bine facile propria species et diversa a ( 
guinea, cui in reliquis simillima. Rami annolini in 
non fusco-purpurei, sed grisei, quod rarius in C. sanjH 
Propter villosilalem omnium parlium simiiis C iomei 
L., corallinae Tausch., subvillosae Schrad. et 
adhue C. nigrae Willd., sed propter figuram folioru 



Die ertten boUniichen Naclirichten uber das Amariand. 123 

ium affinis C. s anguine a €. Singularis haec subspecies aliubi 
in Sibiria orientali aut Kamtschatka obvenire videtur, nam in- 
ter Stellerianas reliquias quoque vidi. Pallas in Fl. Ross, 
lypum C. sanguineae suae describit peliolis et foliis in tota ' 
pagina inferiori pubeseentibus, germine villoso, pedunculis vero 
glabris; Ledebour in Fl. Ross, et Turcz. in Fl. Baic. Dah. 
D. 436 folia florendi tempore utrinque pubescentia, demum 
glabrata; space. Ochotensia Middendorfii etiam maxime ju- 
venilia glaberiima sunt et hoc respectu typum nostrae oppo« 
situm const! tuerunt (R.). 

Straucb und bis 2(y holies Biiumchen, mit sehr sparsamen 
Domen oder ganz dornenlos. Fruchte roth. 

An Laubwaldrandern und in Gebiischen, am nordlichen 
Amur sehr selten, am raittlem und siidlichen hauGg. Bluht 
Ende Mai und Anfang Juni. Reife Frlichte im August? 



21) Pyrus baccata L. fi. leiosiyla. 

A iypica davurica differt stylis basi glabrisr Folia ellip 
tica, coetanea supra ad nervos adhuc albo-pilosa. Poma (ex 
sicco) basi baud umbilicata videnlur. P. spectabilis Ait. 
magis distaty non solum stylis basi barbalis, sed g^rroine la- 
nato, frudibus majoribus, petalis orbiculatis (R.). 

Ein 20' hoher knorrig-astiger, meist krummstammiger 
Baum und Strauch, bis i' im Durchmesser. Bliiihen \veiss, 
von schwacb angenehmem Geruche. Fruchte roth. 

Auf angeschwemmtem Lande iiberall hiiufig, seitener und 
straucbformig an Felsen. 

Gillakisch: der Baum: Udingi, die Frucht:. Urnt alss 
(alss heisst Beere). Bei den Finwohnern iungusischen 
Stammes: Unichta muo. Bliibt Ende Mai. Anfang August's 
reife Friicble. 



I! 



]24 Piiysikalisch - mathematische Wissenscliaften. 

22) Pyrus Ussuriensis (Maxim.). 

Ramus slerilis suppetens similis P. betulaefoli st e 
Pekin. n. 161; folia lamen cum peliolis glaberrifna, nr 
riacea, ovato-subrotunda, majora tamen in acumen 
producta, abruple acuminata (nee sensim atlenuata), sc 
marginales evidenliores argulae concinnae selaceae (I 

Biiume 25' hoch, buschig mil geradem, bis 4" 
Slamme und breiter Krone, von dem Wuchse von 
Mai us. — Friichte eiformig-rund, «ipfelf6rinig, z 
schmutzig grijn, sauer. 

Auf Flachland und in lichten Pappelgeholzen an 
stellenweise. Nach den Aussagen der Eingeborenen i 
siidlichen Amur beim Dorfe Sarga, jedoeh sehr seller 

13ei dem Goldi: Chingalichta. Bliilhen unbek; 



23) Sorbus sambucifolia (Cham, el Schl., M 

Ochol. n. 123 ). 

Foliola magis puberula, fere semper duplicator 
serraturis profundioribus; adsunt tamen inter Ochotensi 
modi specimina (R.). 

Kleiner armlicher bis 5' hoher Strauch. Bliithen 
geruchlos. Friichte zinnoberrolh, sehr gross (bei S. i 
paria mennigroth, kleiner). 

In nassen moosigen NadelwSidern am Tatarischc 
(Bai de Castries), am Liman (Cap Lazarew), am nor 
Amur, gewohnlich, an denselben Oertlichkeiten am t 
Amur sellen. Bliiht Anfang Junius, reife Friichte 
August's. 

AUe Sorbus-Arlen heissen gillakisch: Misla b 
Tungusenslammen, Oltscha: Mirenlschura der Baum 
Mirenkola der Baum, Milekta die Fruchl. Bliiht i 
fange Juni's, reife Friichte im Anfange August's. 



Die eraton botaaitcben Nacfarichteo uber das Amurland. J 25 

24) Sorbus Aucuparia L., Turci. Baic. Dahur. n. 441. 

Am nordJichen und milUern Amur gewohnlich, am sud- 
Hchen mehr in nach Noid gelegenen Nadelwaldern, einzein. 



Philadelpheae. 
25) Philadelphus lenuifoJius. 

Proxinius Ph. la li folio Schrad. propter formain folio- 
rum el colorem ramorum divaricalo-palenlium ; differentiae ta- 
men adsuni nolabiles sequenles. Ramuli hornolini purpuras- 
cenies diyaricalo-pilosi; rami lenuiores. Folia omnium spe- 
cierum mihi cognilarum tenuissima, subtus paree pilosula fere 
glabra, margine pubescenlia. Calyx exlus viridis fere glaber, 
3 linealis. Flores pauci subracemosi, lerminales sublerni la-' 
lerales nudi vel braclea una alterave suffulli; accedunt inter- 
dum bini in axillis foliorum, lunc raceroum consliluenles (R.). 

Ein 3—4' hoher, sparrig^asliger, sparsam belaubler, reich^ 
bliilhiger Slrauch. Bliilhen weiss. 

Am nailtlern und sudlichen Amur in lichlern Nadel- und 
Laubwaldern, namenllich haufig in Pappelgeholaen. Ende Juni 
verbliihend. 



Araliaceae. 
26) Panax sessiliflorum. 



Rami pallidi glabri, parce aculeali; aculei l| lin. hori- 
soQiales, parum reversi, basi compressi et valde dilatali, de- 
mum saluti; in petiolo communi et apice eju« mullo minores 
parci. Pelioli longitudine foliorum, 4 poll., superiores brevio- 
res. Folia quinato-diptala breve peliolulala glabra, interme- 
dium maximum late elliplico-lanceolatum inaequaliter serratum, 






126 PhynkalMeb-matheinatische WitseMobaften. 



. ;'■ 



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It 



chartaceuiB, lateralia similia sed paulo minora. Capiiul 
pedunculis ^ — i pollic. albo-Ianalis insidentia, term 
inferiora 4 mascula. Flores arete sessiles. Stylus 
I i interdum inanifesle bifidus, partitionibus rarius iteri: 

Bacca immatura bilocularis, disperma. Proxiina sp 
P. quinalum Sieb. et Zucc. e Japonia, diversa flo 
mum longe pedicellalis^ foliis subtus dense pubesce: 
ramis subineribus. P. aculeatum Ait., Jacq. Icon 
tab. 631 e China, item floribus pedicelJatis, foliis tern 
leis tantum stipularibus et stylis 3 basi connatis m 
Stat (R.). 

Bliithen schmulzig-braun mit weisslicheh Anthers 
ren schwarz, elliptisch oder eiformig-elliptisch, gehai 
' l(y hoher, jedoch schon 2' hoch bliihender Strauch, s< 
und buschig-belaubt. 

Am siidlichen Amur und am Ussuri an Laubwah 
und im Walde selbst, am letztern Flusse jedoch seltei 

Wangrangkuri der Goldi. Bluht in den lelzte 
des Juni. Reife Priichte Anfang Septembers. 

J 27) Hedera? senticosa. 

Facies fere Panacis quinati, sed rami cum rai 

petiolis dense obsiti aculeis acicularibus 3 Hn. vel bre 

deorsum vel ad basin petiolorum sursum versis subvert 

Folia quinalo-digitata distincte petiolulata obovato-< 

j apice acuminata, utrinque sparse hirsuta, margine arei 

plicato-serrata. Umbella terminalis 1^ poll, longepedu 
pedunculo longitudine petioli 3 poll., basi umbellis s 
sed depauperatis brevius pedunculalis. Flores subdioi< 
dicellis gracilibus ^ poll. Stylus 1, desinens in stigma r 
forme obscure lobalum. Fructus (siccati) 5- rarius 4-an 
loculis et seminibus totidem. Ab Hedera minus dii 
bitu (H. aculeala D o n Nepalensis folia 7-nalo-diffital 
et discrimine sexus, quam potius eiidocarpio chartace< 
ceo in elemenla carpica solobili. Semina malura non \ 






Die enleft boCmnisclieB Nachriebten ober das Araorland. 127 

Bis 15 — 7ff hoher Slrauch. Mehrere, bis solldicke Slamme 
init sparsamer aufirechler Verastelung, die dunnern (bis fioger- 
(ficken) Slamme und Zweige init EaMreichen schwachen, urn* 
gleichlangen Domen besetzt BelaubuDg uogleich, stellenweise 
diciit, dunkeL Polygainisch-diocisch. ZwiUerbliilhen hell-lilla, 
weibliche Bliithen schmutzig-gelblich. 

Ad Nadelwaldrandern und in Laubwiildern am Amur und 
Vssm, nur den nordlichsten Theil des erstern ausgenommen. 
Aach auf Sud-Sachalin (Dr. Weyrich!). 

Gongolache bei den £ingeborenen timgusischen Stam- 
mes. — Biuhend Milte Julias; reife, schwarie, runde Friichte 
Ende August's. Die Friichte sind saflig, von siisslich-bilter* 
lichem Gescbmack. 

28) Aralia mandjurica. 

Valde affinis A. spinosaeL. characleribus ei habilu, ut 
ex comparatione herbarii, iconum Plucknetii el Comme- 
lyni, nee noD descriptione apud Torrey ei Gray Fl. bor. 
amer. liquet. Formam quodammodo asialieam illius reprae* 
senlal et non parum quadrat ad descriptionem A. chinensis 
L (excl. syn.), si excipis folia villosa, in nostra glabra. Acu- 
leis parcis in petiolo coinmuni et ad trichotomias, floribus et 
froctibus subtriplo minoribus differt ab A. spinosa. Umbel- 
lae terminates racemorum frucliferae, reliquae steriies mascu- 
lae, unde Dimorphanthus Miq. D. elatus Miq. e Japonia 
differt pinnis ellipticis et racemis terminalibus umbellatis, folio 
multo brevioribus; videtur aulem affinis A. eduli Sieb. et 
Zucc. Fl. Jap. tab. 25, quae planta herbacea inermis, nostrae 
parum similis (R.). 

Ein 15—20' hohes aslloses gerades Baumchen. Stamm 
bb zoUdieki einfacb, gerade, niit dunkelgraubraunlicher, ziem- 
lich glalter Rinde und kurzen starken, kaum aufwartsgeboge- 
nen, mit breiterer vertical gestreckter Basis aufsitzenden, 
Domen besetzt. Blatter zerstreut, in etwa 3 — 4f vom Boden 
l>«ginnend, unten kleiner (f lang), nach oben an Grosse all- 



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128 Physikalisch-matbematiscke Wissenscbaften. 

malig zunehmend bis zu 1^' Lange. Internodien etws 
Jang. An der Spilze mehrere S' 8" lange, 2^ 8'' breil 
ter in einem Buschel mit sehr kurzen Internodien zuss 
gedrangt, sonst den unlern ganz analog, nur langer 
in der Art der Palmenkronen zusammengestelit. Hie 
Umrisse dreieckig-eiformig, doppeltgefiedert , die unl 
die obern Sjochig: unterste Pinna 4paarig mit ein< 
paaren Blatlchen an der Spilze und einein an der 
zweile Pinna zweipaarig, sonst analog, lerminale 2pa2 
der Basis unpaares Blattchen fehlend. Slamm oberhi 
Blattbiischels spannelang, zerstreut dornig, nach oben h 
lich-gelbflaumig, Stacheln schwach gelbflaumig. Stiitzbl 
Biiilhenstandes den untern Slammblattern an Grosse 
in seiner Achsel einen fusslangen weisslich-gelblichen B 
thyrsus tragend. Darauf ein kleines Intervall und < 
den Stamin endigende, aus seiner Spitze entspringende 
blattlose Thyrsi. Aile Theiie des Biiilhenstandes ei 
gelbiich-weisslich. 

Am siidlichsten Amur in Laubwaldern und an Lau 
randern, selten; am haufigsten noch am Fusse des Cho 
Gebirges, an der Ussuri-Miindung. 

Bei den Goldi; Gongolache (?). Bluht in den 
Tagen des Juli. 



Loranthaceae. 



29) Vis cum album L. 



Folia lineari-oblonga obtusa, in sicco 3 — 5 nervia 
Hayne Arzn. IV.), maxima vix 2 poll, ad sumuiuin 
lata. Baccae immaturae in dichotomiis subsessiles sul: 
riae, adhuc viridulae. Vidi specc. europaea omnino sir 
et Pekinensia diversa tantum ramis (non ramulis) subv 
latis, interdum in V. a I bo Rossiae merid. recurrentibus 
forma proxime accedit ad V. stellatum Don e Nepal 



Die enlM boteaiNbeii NadirMbteA iber 4«t AmurluKl. Iftf 

verticillatisy foliis brevioribus et latiopibos. V* crocia- 
turn Sieber offert glomeruios 4istiitcte pe4icelkilos in^idio- 
tomiis vel in axillis foliorutn. In V. orieniaii Willd. bac* 
eaepurpureae sunt et in planta Decandolii glomeruli lantum 
udllares sat longe pedicellali (R.). 

Ein Fuss hoher, 1^' im Durchmesser erreichender, sparrig- 
verasteller, sehr buschiger Halbstrauch, mit elwas verholfcter 
Stammbasis. 

Am siidlichen Amur und U«uri» auf Populus tremula 
uDd Pyrus baccata /?. beobachtet, nach den Worten der 
EiDgeborenen nicht selten. Ende Jul! mit unreifen Friichten, 

Bei den Amur-Goldi: Poktzola, bei den Ussuri-Goldi: 
Ph6ktola, mandshurisch: Niotchore. Dient den ^ingebo* 
reDen getroeknet als Tabackssurrogat, 



CappifoUaceae. 

30) Frutex cum dabio ad banc familiam a D. ftlaximo- 
wicz relaUw. Forluita in hoc- reeognoscere puto Celaatruro 
sive Bvonymum a latum Thunb. FL Japon; p. 98 propter 
aias ramorum suberosas, glandulas 2 in superiore parte, pedi* 
cellonim, numerum. variabtlem valvularua productanun cap* 
sulae, magoitudinem fruticis et fbliorum ejus, serraturas te* 
nues foliorum^. Differenttas minus netabiles invenio in raniis 
plantae nostras baud, erectis, sed patenti ^ divaricatit rigidis 
sobpungentibus ; foliis oculo nudo tantum ^giabrisy amalo vero 
ad costam et nervos primarios brevissime pubeseeniibus. 
Planlam Japonicam Thunbergii posthac eel. Blume pro 
genuino Evooymo recognovit et 1826 E. Thunbergianum 
dixit, capsiftias vero quadrilobas disscribit, forte plene evolu* 
las (R.). 

Strauch KV hoch, meist kleiner^ sparsam sparrig vertweigt, 
out 2zeilig beblatterten Aesten, zuweilen die diinntni AeaU 
mit 4zeilig-gestellter diifin^r Korklamelle veraehen. Bltilhen 
uabekannt. Ende Juli mit unreifon Friichtan* 

Ennaos Russ. Arcbiv. BJ.WII. II 1. Q 



30 PbjsUikliieb- matheinUiMlie WiiunishkrtM. 

. An siidlicben Amur and Ussari, in dichlem Lau 
ibertll sellen. Den Einwobnern unbekannl. 



31) Xylosteuin coeruleum (L., Midd. Ochot. n 

. Davuria') (Pallas, Turcz.)- Surculi memorali 
pecc. Ochot el aliis ohservanliir (R.). 

Ein bis 2' hoch, sparrig verastelt oder einfach. 
chosaen mit eigenthiimlicber StipularbiMung und st 
irer Knospenstellung. Bliilheii heligelb, ohne Geruch. 
cheinen blau zu sein, sind elliplisch. 

Am iiordJichen und miltlern Amur, in der Kijst 
1 Nadelwaldern und an Waldrandern nichl selten. F 
lubend, Anfangs Juni mit unreifeii Frucbten. 



32) Xylosteum gibbiflorum. 

Species adeo affinis X. ctirysantbo Turcz. e 
t varielatem diceres.floribus bail inanifeste et conala 
ia; imo folia inferiora injuria quadam in gemmis ] 
inu lato erosa in utrisque animadvertuntur. Compai 
'I. Bate. Oahur. n. 54S diBTereotiae aliae .facile de 
'ilamenla in nostra pibs patenlibus oblecta, spice a 
aharica usque ad apicem piles adpreuos offerunt. > 
antbum in rupibus crescit el deacribitur caule i 
pice tantum adscendente , quod omnino a nostra 
luUa mentio dJsposilionis foliorum et florum odorator 
Lim Golorem diversum esse, suspicari licet. Terti. 
aide affinis circa Pekinuu obvenit floribus raiisain 
)Iiia late rhomboideo-ellipticis, nee rhomboideo.lanc« 
1 prioribuB (R.). 

Ein 10—15' hohw, astiger, aparlich und fa«t . 
«blfitteTler Strauch, mit in eine Ebene ge«ldllen dunn 
') DsTDrU, DahariB, DauriB Bteben in Herrn R,*b Atttaa.tx 



Die ersten botaniMlien Nachrtchten iitor das Amnrland. 131 

gen. Bliithen helUdiistergelblich, sehr wohlriechend, sehr zahl- 
reich. Friichte kugelrund, frei, schariachrolh. 

Am Anrnr (mit Ausnahrtie des ndrdlichsten)' und am Us- 
suri, an Nadelwaldrandern und im Laubwalde^ iai Siideii sehr 
haufig, den Wald urn die BiiUhezeit schmiickend und mit Wohl- 
geruch erfiillend. Ende Mai die ersten Blumei)* Milte August 
reife Friichte. 

Bei den Amur-Tungusen: Gerpe oder Gelpe. , 



33) Xylosteum Maximpwitschii R. 

Species inter vicinas forte conaparanda cum X.Chamis- 
' soi Bunge, Midd. Ochot n. 163, sed optime diversa colore 
fructuum, pedicellis 2 — 3plo flores superantibus, fqliis majori- 
bus, longius peliolatis, late ovatis, longe cuspidatis, numquam 
glabris. Multo magis accedit ad X. orientate Lamck. (L. 
caucasicam Pall.) propter figuram, reticulationem et con-> 
sistentiam foliorum, bracteas, baccas connalad et forte co'Iorem 
Oorum; sine diffieultale autem separatur: foliis margins; et 
subtus hispidulis, peduncuiis floriferis longis dimidiom folii 
subaequantibus, baccis non ad apicem usque, connatis cocci*' 
neis (nee atro-coerulescentibus). In specimine misso baccae 
nondum matnrae ad latus ovarium alterum hebetatuoi adna* 
turn gerunt; nonne Jgitur fructus maturus ex ovario unico in- 
terdum perfieitur? X. ligustrinum Wailich, quidpiam si- 
mile, sed microphyllum, pedunculo floribus breVlore etc. in* 
structum X. oblongifolium Goldie iongius jam distal (R.). 

Ein IC hoher sehr buschiger dichtbelanbter Straueh. B!U- 
^b«n schmuttig-rosenroth. Beeren spitzlich kegeifBrmig, in 
cine zweih5rnige scharlachrolhe Flrueht ungefahr bis cur Mitte 
verwachsen. 

Am ganzen Amur, slellenweise sehr haufig^ an Waidran- 
dern und in Gebiischen. Mitte Juni bllihend, Anfang Septem- 
bers mit reifen Friichten. 

Gillakisch: Womkch, Amur-Tungusisch: Pea re. 



PbTNk«lt*«b-n»tbeinatiMl)e WiHemebaften. 



34) Sambucus racemosa L., Midd. Ochel. 

Ein 3— 20* hoher Slrauch.^ Beeren roth, rund 
Ueberall am Amur und Uiuri zerstreut, in W 

tener, als an Waldrandern und Irocknen steinigen 

BJuht vor Ende Juni'a. 

Gillakisch: Kong ei, Amur-Timgusiscli : Hnn 



Cupaliferae. 

35) Corylus maiidshurica (Mnxim. 

EiHidein ni falior, fructibiis immaluris, e Fl. Pt 
valde similem C. rostratne Ait. boreali-americi 
raro tuandjuricae el Pekinensis omnino homomor 
imericanae in eo differunt, quod lobi mar^alea 
lucti et acuti sint. Squamae bracteiformes am 
enspidatae. A Cory I o heterophylla Turcz 
Dah. n. 1064 longius differt non solum fructibus 
foliis Iriplicato-serratjg sublobutis, lobo apicali late 
pnales disUocte excedenle (R.). 

Ein 10— Id' hoher mehrstitmmiger Slrauch, e 
jer geapreizteti Stammen, sparriger Veriistelung ui 
Beloubung. Basen dor Frucht-involucra dichi nu 
ttriichig-sproden Borstenhaaren beselzt. 

•Am Amur, mit Ausnahme der KuBlenregion, 
dern, hauptsachlich in LaubwSldern ein sehr dich 
bildend. Am U«uri ziemlich selten. 

Amur-Tungusiach: bei den Oltscha: Atzia 
Jen Goldi: Alsiangkura. ~ Die Nusb heisst 
Biiiht Ende Aprils. Niisse reif iro September. 



IMe ersten boUaiichen Nacbncfaten nber das Anmriand. |33 

36) Qoercus mongolica Fisch., Turcs. Fl. Baic Dab. 

n. 1065. 

Specimioa ex loco Gmelini (Argun) cum nostra bene 
conveniuiii. Folia juniora subtus sparse pilosa; adultiora gla- 
hrescentia, supra splendentia, laevissiuia, lobi interdum variant 
icuti. Cupula squamis gibbosis murica ta. Q.obovataBunge 
Pekin. n. 348, Turcs. Pekin. n. 185 jam foliis supra scabrius- 
calis opacis subtus cum ramulis homolinis dense pubescenli- 
lomenlosis ei fruclibus dignoscitur (R.). 

Ei^va 4CK hoher bis 2' dicker und 3 Faden hoch noch un- 
Teraslelier Baum, out seltea geradem, bald und oft kernfaulem 
Stamme, dunkelgrauer tief rissiger Riode, braunlichem grob- 
faserigem Holxe, knorrigen ^weigen, dicfatbelaubter ruwUicber 

Krone. 

Am ganzen Amur von der Miindung an bis sum U«uri, 
und bober binauf?, femer am U«urL fan Norden verkry|)pelt9 
beiadicky bochstens 15 — 20' boch, strauch- selt^ier baum- 

fermig. 

Gillakisch: Kmyi, bei den Oltscha: Horontschura, bei 
den Amur-Goldii^H^ronkola, bd den U.furi«6oldi: Maga 
mu6^» d. L hartes Hols. En^ Mai's und Anfangs. Juni's blu* 
bend, reife Friichte im Anfange September's. 



Salicineae. 
37) Populus suaveolens Fisch., Midd. Ochot. n. 273? 

Foraia foliorum et longitudo petiolorum cum Ochotensi 
convenit; sed folia subtus reticulatione elevata concolori, ra- 
muli DOti dense cicatricoso-nodosi, cortex ramorum opacus 
fuscorubens, nee lucidus vileltinus vel adultior griseus. Hae 
differentiae forte pendent e loco el tempore, quo surculus de- 
cerpkus fuii* Petioli dense pubescentes et gemmae magnae 
glutinosae non impediunt. Majoris forsan momenti sunt trun- 
cus tortuosus et cortex obscurus rimosus, nam P. suave- 



4 Pbrilkalliah- DiadiHiitiKhe Wiasenacbaf 

en a apud nos planlata trunco semper strictt 
:e patlido taevi dignoscitur. 

Krummstammiger und Lrummastiger, etwa 
dicker Baum mit dichtem Laube und voller 
itikelgrau, rissig. Bliithen und Friichte unbel 
Am Amur, auf angeschwemmtem Lande un 
I selten. Am hSufigsten noch langa dein li 
idlichen Amur. — Bei den Gflldi: Wakol P 

38) Populus tremula L. 

Pallas in Davuria et rariorem in tractu i 
il; H. MerteoB in Kamtacbatka circa Petropi 
iaximowitach pro diversa specie habuit, sed 
iSerenliam nuUam exlricare licuii (R.). 

Habiitu von Populus tremula. Baum 81 
ick, mit geradem Stamme,*) griintichgrauer gta 
aidischen uemlicb grossen Lenticellen veraeher 
tern Baumen durch die endlicli verfliessendeti 
eoUcellen rauh, grau. 

Am gansen Amur und Uauri bSufig, vorzugc 
ivialland, am mittlern Amur seine grSsste Eat' 
eicbend. 

Amur-Tungusisch: bei den OUscha : Pdio od 
en Goldi: P61oa. Bliiht Anfangs Mai, fnictific 
is Anfang Juoi. 

Uimaceae. 

39) Ulmus glabra Mill, Kchb. fig. 

U. campeslris a. Smith, Planchon mo 
umilam Pallas Fi. Ross, ex parte, slirpem i 
lis inajoribus, hue amandat Comparavi europ 
nam (R.). 

') Der Kamteohatiicbe wjrd zu Flntifaliriengen tmigeboli, 
faeiwei Wkuer enraiteit: 



Die eriten boUnitclieii Nackdcbtan fiber dat Anktirland. |35 

Kruflom- und kavzBltimmige, knorrig-astige, etwa 40^ hohe, 
bis 3^' dicke Baume mit breiter Krone, rissiger graubrauner 
Rinde. 

Am nordlichen Amur sehr selten, am miltlern und sud- 
lichen stellenweise, zuweilen kleine Gehoke bildend (Chome). 
In trockenen Bergwaldern, an Felsen u»a. 0. MiUe Mai mit 
unreifen Friichten gesammelt, 

Gillakisch: Harngii bei den Goldi: Muasj'igda oder 
Miitsigda. 

40) Ulmus major Smith, var. heterophylla. 

Forma fruclus media inter U. men tan am Sm. Rchb. 
fig. 1332 et (J. m.ajorem Rchb. 1335. Folia scabra U. ma- 
jo ris, sed superiora lobis 2—5 longe acuminatis pollicaribus. 
Varietatem similem etiam in arbore europaea vidisse remini- 
scor (R.). 

So viel ich geseheri habe, waren es geradstammige dicht* 
belaubte, bis 30' hohe, 5^ dicke Baume mit breiter Kre^ne, 
Rinde graubfaunlieh, langsrissig, in feine langliche Stficke 
zerspalten. 

Am mittlem ond stidlichen Amur in trockenen 'Berg* - 
Laubwaldem, sehr selten an'« Ufer hinabsteigend (Borbi, 
Geonggebirge), nach den Eingeborenen ein Gebirgsbaum. 
Ende Mai Friichte noch unreif. -^ Bei den Goldi: Chavraeh^. 



Betulaceae. 



41) Alnobetula fruticosa. Rupr., Midd. Ochot. n. 295.' 

Mebrstammiger bis 20^ boher schlanker Straueh. 

Ueberall am Amur in feuchten Waldern, am nofdJieben 
haufiger^ am siidlichen nur an schattigen feufibteOy nach Ner^ 
den gerichieten Bergabhangen. Bildet mandifnal Gefaoise. 



GiUftkiscli: Heungi, beidenGoldi: Dulgi 
Ue Mai. 



42) AInus incana j3. liirsuta. Turcz. M: 
n. 296. 

Beindicke Baume mil rothbrauner glatler Ri 
a LcDticellcn, hiibscher dichter Krone. 

Id der Kustenregion und am nordlichen Am 
Ulern UDd siidiichen nur in nach Norden geri 
hkeiten. 

Amur-Tungusisch : Pungda. Bliiht in der 
it FrSchle im August 

43) Belula Maximowilschii R. 

Simillima e characleribus B. davuricae P 
deciivitate aquarum ad Q. Amur tendeiiliuin ci 
SKit, eptdennide corlids sponte sua solubili n 
saepea peregrinatore nostro comparalionis gr 
m praesenle specie ne quidem combinatur et pi 
n alienum praecipue epldermidem non solubiler 
apoDttur. Bracleae amenti $ et nuculae, refere 
ijores, quam in B. alba, sed nuculae ala angusti 
omniiio in nostra, sed bracleae aaepissime inae< 
ae, lobi laterales sursum speclanles el lobum ii 
a plene atlingentes, quod an in B. davurica ila 
1 recentiores silent. Amenta $ erecto-patentia, b 
me arcualis fere squarrosa , 7 — 10 lin. longa. , 
■na sessilia. Rami verrucosi. Foiia ad coslam 
imarios adpresse [^losa, adulta glabrescenlia; p, 
mter adpresse pilosi, character pro B. davurica 
ilia adultiora rhomboidea, juniora ovala basi rotund 
nina fruclifera B. davuricae nullibi in herbarii 
iBCuIa et 9 jiiniovu aut sterilia a nostra non diffe 
Kruimner Baum mil oufrechten Zweigen, sonst 



Die ersten botMiicchen Nacbriehten uber das Amurland. 137 

bitus von B. alba, nur gedrungener. Rinde der Aeste wie 
bei B. alba, nur brauner, 6" — 1' dicker Stamtne dunkelgrau. 
compact, rissig, unabschalbar. Holz fester als bei B. alba. 
Fruchlkalzchen cylindrisch, hochstens drei Mai langer als dick, 
an der Spitze mehr als an der Basis verengt. 

Am miltlern Amur selten, dagegen am siidlichen und am 
U^ri an alien Waldrandern und trocketien Stellen haufig. 
Bliihi gegen das Ende Mai, im August mit reiren Friichten. 
►i den Ohscha: Tigbira, bei den Goldi: ZTekbora. 



44) Belula alba L., Midd. Ochol. n. 289. 

Haufig am nordlichen und miltlern Amur, am siidlichen 
und U^uri sellener. — Gillakisch: Hiwssj, Amur-Tungu- 
sisch : P a. 



Coniferae. 

45) Picea Pichla (Fisch., Midd. Ochot. n. 297.). 

Squamae cooi pauIo latiores et breviores, nee non basi 
profundius reniformes, quam in specc. Uralensibus; sed planta 
Ochotensis transitum offert (R.). 

Eiwa 50^ hoch, bis |' dick. Rinde glatt grau. Aeste bei- 
nahe horizontal, kaum herabgebogen. Belaubung sparsam^ 
Krone sclimal cylindrisch-kegelfdrmrg, Zapfen aufrecht oral, 

2 — Hy' lang. 

Bildet am n5rdlichen und mitllern Amur, so wie in der 
Kustenregion Walder, auch in Bergwaldern des sudlichen 
Amur, nach den Einwohnern des U«uri inlegrirender Bestand- 
Iheil aller Nadclvvalder. 

Gillakisch: Ngarni, Amur-Tungusisch: Wankta. Ende 
Mai^s und Anfang Juni*s bliihend. 



138 PhjtUaKsch - DiBtliemMiBche Wi 

46) Larix dahurica. Turcs., Midd. OcJ 

Bracleae squamarum coni obtusae; in specc. 
irero bracleae vel oblusae vel acuminatae in 
ejusdem rami (R). 

Habitus von Ltrix europaea. , Baum bis 
)' im Uurchmesser. 

Beatandtheil aller Nadeiwiilder, namentlich 
ist aber auch andererseits ei[l^eln, aber in schor 
an nacklen steinigen Abhangen anzulieffen. 

Gillakisch: Kdi, Amur-Tungiisisch : Ssesse. 

47) Abies ajanensis. Midd. Ochot n. 

Baum bis 70* hoch, bis 3' dick. Stamin ge 
horizontal, die obern etwas aufgerichtet, die unlen 
abgebogen. Rinde grau, schwach rissig, rauh. 
recht. Jiingere Nadein blau angelaufen. 

Verbreilung der vorigen beitten. Hauplbesta 
NaJelwalder. 

Gillakisch: Twissj'k. Amur-Tungusisch: Ch 

48) Abies obovala (Ledeb., Midd. Ochot. i 

Blwa 50' hoch, gerade, bis |' dick, sparsame 
diinner belaubt als die vorige, Laub diister branny 
deln mit weissen Punklreiben auf den Flachen verseh 
grau, rissig, bei jiingern Baumen von der von A, a 
nichl zu unterscheiden, bei iillern von unten ouf in 
nen Linien lief rissig, fast vom Aussehen der Es 
Zapfen aufrecht? 

Am miltlern Amur in der NShe der Garin-Mi 
Nadelv^aldem , nach Aussagen der Bingeborenen c 
selbst selten (Darachta im nSrdlichen Theile), aber . 
Nebenflussen h^ufig (am Hyngu, Amgun der Russen, 



]>ie entea boteaiidica Nackricktem iber du Aavrland. J39 

am Tumdjha der in den tatarischen Golf fallt, um den Kaiser- 
hafen haufiger als die vorige. 

Bei den Oltscha: Oikta, bei den Goldi: Diachta oder 
Dsjachta. Bluht Ende Mai's. 

49) Pinus Cembraa. pumila. Pali, Midd. OchoL n. 302. 

Auf Nord- i:nd Mittel-Sachaiin (L. Schrenk!), in der 
Kiislenregion und am nordiichen Amur auf nacklen Bergkam- 
men ausschliesslich die Flache bedeckend, an Waldrandeni 
and in Nadelwaldem seltener. 

Bei den Oltscha; Boljtschkta. 



50) Pinus Cembra {fi. excelsa. Max.) Pall.?, Turcs. 

Baic. Dahur. n. 1070? 

Folia longiora el latiora, quam in uUo specimine sibi- 

rico (R.)- 

Bis 3^ dicke, 70^ hohe, sehr dichtbelaubte Banme. Zapfen 

aufrecht. 

Am mitllem Amur in Nadelwaldern, sellener eigene Wal- 
der bildend, nach den Aussagen der Einwohner am Garin. 
Am siidlichen Amur und U«uri mehr auf Gebirgen. 

Gillakisch: Miisj'irsch Amurtungusisch: K61dong« 

51) Juniperus davurica. Pallas Fl. Ross. t55, f. A.; 

Midd. Ochot n.303. 

Herabhangender, nicht mehr als 2' langer, fingerdicker, 
sehr astiger Slamm. 

An Felsen des mittlem und siidlichen Amur, skellenweise 
haufig und sie ungefahr ebenso tapezirend, wie in der Kiisten- 
region Empeirum nigrum. — Anfang Juli's mit unreifen 
Frfidilen. ^ 

Amuriungusisch : Apangkura, am Garin: Arizia. 



V 

;0 Flifiikaliscfa-DialbematiBclie WiMenscIiafle 

52) Juniperus communis L. Midd,, Ocl 

Strauch und bis 7' hohes kegelfiirmiges I 
dickem Stamme. Die Diagnose von J. nam 
mmen mit der Amurpflanze iiberein. 

Am D&rdlichen, weniger am miltleraj sehr : 
hen Amur an Nadelwaldrandern, iinmer eiiize 

Name wie beim vorigen. 

53) Taxus baccata L. Thunb. Fl. Japo 

Specimen sterile missum plene congruit 4 
hunbergii et caucasicis. Endlicher in mi 
ientalis indicat. Guropam orientalem et &biri^ 
igit Taxus cuspidala Sieb. et Zucc. prti 
Tsissima, 

Nur als Strauch und 15* hohes BUumchen { 
In mit denen von T. baccata iibereinstimmei 

Am inittleren und siidlichen Amur, auf Ber. 
i Ufer in Nadelwaldern und dann nur slrauchf 
n Bingeborenen ein Gebirgsbaum mit sehr hai 
]ize, fusstlickem geraden Stamme. 

Amurtungusisch: K^ndala. Bliithen? Friich 
ngeborenen roth. 



Nova genera. 

Maxiinowitschia R, 

ichizandracearum genus novum: Maxii 

Flores dioici. Perigonium coroltinum, 6~ 
lyllis aequalibuB carnosis. Masculis: Stamina i 
evisaimis, in columnani brevem crassam varia al 



^. -.4^ H^*^*'^'* N^elwiditiB mhtt das AMvriand. 141 

nalis anttiewmm *^^ conneclivo magno longitodiiMdiler 

d ads cxlTOTsvB Ti^* VttngiludinaK debisceDtibas^ connective 

inlcrdum pet \va^ ^^^^ subconnalis. — Femincis: SUnuniim 

vestigiuin imftttm. '^^™» subcyKndraceus brcvilcr stipiUlus, 

ovariis numctosis «^«ssus. Ovaria compressa bilocularia. 

Slicmala duo crassa simpticia vel subbifida vcl biloba, a qun 

bus inleiiorc tc\ a Dftargmc ovarii toram apeclante vel ab utro* 

que saeiHUs larana cellulosa ad torum usque producia eocum- 

que connaU. Ovula in loculis soliiaria, ex \pice pendula. 

Carpidia baccala numerosa in loro valde elongalo laxe spi- 

caia, pulposa. Senaina duo superposila funiculis laxe pulpo- 

so-cellulosis, a pariele pendula, in pulpa nidulanlia. Semen 

subreniformc, hilo in curviAura silo, tesia exlerha coriacea, 

interna tenuissUne cellulosa. Embryo in cavitate parva albu- 

minis copiosi camosi prope hilum locatus parvulus, radicula 

hilutn spectanle supera brevissima, coiyledonibus oblongis, 

crassiusculis. — Frulex sarmentosus, arbores vicinas ad alli- 

tudinem 20 — ^25 pedum ascendens, corlice fuscescente subodo*- 

rato, foliis sparsis oblongis utrinque altenualis acutis dentatis 

glabris, floribus dioicis pendulis 1—4, pallide roscis, grate 

odoris, pedunculis elongatis, baccis eduiibus acidis loroque 

coccineis (Maxim. L c). 

Genus affinius Schizandrae boreali-americanae, quaui 

asiaticis: Sphaerostemmae et Kadsurae. Schisandra 

(coccinea Michx.) ex analysi apud Gray Gen. bor. Amer. 

tab. 22 mullum congruit cum Maximowitschia: spica frucU- 

fera elongaia, receptaculo florum $, ovariis et stigmatibus, se- 

mine et situ radiculae, carpellis puiposis dispermis, columtia 

antherifera floris J ; — dififert autem floribus monoicis ple- 

rumque pentameris (rarius sepala et pelala 6) et columna 

staminum regular!,. loculis antherarum semper in margine con- 

nectivi adnatis. Sphaerostemma Blume propter fruclus 

laxe spicatos magis accedit, quam Kadsura, sed potissimum 

slaminibus numerosis dislin'guiiur. Kddsura Juss., cujus 

iypus K. japonica (Linne) Dunal, ex icone tab. 17 io 

Sieb. et Zucc. Fl. Japon. offert stamina 40 — 50 pluriseriata 



2 PhjiitRltMh-mathenittliiehe Wiuenicliafl 

in capitulum disposUa, inter se libera, cont 
re; praeterea in omnibus Kadsurae speci 
piluluin aggregatae. Hortonia Wight pari 
positis, ovulis solitariis, Blaminibus circiter 7, 
^hyllo, phyllis exierioribus persistenlibus. ( 
time de Schi zandraceis merilus, inonet ( 
ne familiam a Magnoliaceis distingui quoqi 
itum aromaticarum ; hac in re autem Max 
cepUonem sistit. Altera Maximowitschia 
idsura chinensis Turcz. in plant. Kiril 
rsa h'uclibus obtuse rostratis, foliis latioribu: 
alis; specimina 3 quae vidi Pekinensia Kir ilo 
itruclo, folia late obovato-ovalia apice acuti 
rvos pilosula olTerunt, ceterum ovaria juniors 
tam jam indigitant, cortex aromaticus, odore 
[usdam, sapore amaro-aromatico (R.). 

Icon tab. A. fig. 1. Flos femineus, magn. i 
iculum ex fig. 1. m. n. 3) recept. idem, auctum 
ribus remotis. 4) Ovaria aliquot formae diverse 
et crista irregulari; a. ovula pendula. 6) Sp 
n. ad vivum delin. 6) Stamina varia allitud 
OQ connata, antherae extrorsum dehiacenles; 
Columna staminum cum laciniis 2 perigonii, 
vivum delin. el quinquies aucta. 8) Carpidi 
n. 9) idem longitud. sectum; m. n. 10) Se 
emtum, m. n. II) idem diaseclum, m. a. 12) E 
lecedente. 



Maackia. 

Genus novum e Papilionaceis Soph 

Calyx basi inaequaljs subinflatus obtuse 4 de 
leriore majore. Corolla papilionacea. Petals 
igitudine subaequalia: vexillum a medio ereclun 
undala emarginata, alae oblique hastatne, car 



Die erUem botoMteben Nachriebten ober das Amvrland. 143 

2 semisagittalis inarginibus subcoalitis, apice unguibns ba»que 
liberis (M>n8lans. Slamina 10, breviter monadelpha, inaequalia; 
filamenta subalata, antherae omnes fertiles Versailles, bilocu- 
lares, ioiigitudinaliler dehiscenles. Germen brevestipitatura, 
tnguste oblongum, paiiciovulaliini hirsuUiin. Stylus mediocris, 
gbber; stigma ptmciiforme imberbe. Legumen scariosum s. 
herbaceum tenue reliculatum , valde compressum^ ad suturam 
semtniferam marginataiu s. tricostalam deiiiscens, deinum bi- 
valve, substipitattttB, lineari-oblonguoi 1— dspermum. Semi- 
Dum testa strophiolala, endopleura tumida. Cotyledoaes sal 
crassae, carnosae; radicula crassa hilo proxkna, exserla, quid- 
piain curvata; plumula minuta bifida (Max., R.). 

Arbor 30— 40 pedalis, trunco semipedali. subreclo, rarais 
flexuosis, fronde sat densa. Corlex Belulae davuricae 
iiistar laipinis tenuibus papyraceis dilaceralus, riifas; lignum 
duriusculum brunnescens. — Folia imparipiimala 3 — 4juga, 
opaca; foliolis plerumque oppositis, non stipellalis, inferioribus 
mmonbus lale ovalis, acutatis, mediis ovatis, ovato-oblongis 
vel oblongis breviler acuminatis, oblusiusculis, terminali ob- 
longo vel obovato-oblongo, breviter acumiDalo, omnibus inte- 
gerritnis. Racemi sioipiices vel basi ramosi ramulos hornoti* 
nos terininantes, muUi-atque densiflori. Flores ex axillis 
braclearum minularuin singuli — terni pedicellali, pedicellis 
rarius bifloris bracleas longe superanlibus. Fiores albido-vi- 
rescentes. 

Genus inter Sophoreas coliocandum, propter folia ex- 
stipulata, legumen sulura- seminifera marginatum (ut in Cal- 
purniis), petala unguieulata, seraina strophiolala et radieulam 
parum curvatam, cotyledones crassiusculas, licet slamina ima 
basi connexa monadelpha (quod ceterum in Calpurniis non- 
nullis). Praesertim semina quoad magnitudinem, formam, co- 
lorem, hilum, strophiolum et curvaturam radiculae simillima 
sunt iis Virgiliae, cujus typus V. lutea Michx. tab. 78; 
differt autem haec a Maackia: Glamentis omnibus inter se 
invicem liberis, petalis carinalibus liberis ulroque complicalo, 
calyce 5-lobo, lobis subaequalibus. Sop bora recedit legumi- 



144 PhysikaUich-mathematische WiaseBsobaften. 

nibus ventricosis moniliformiter constrictis, stamitiibus omnibus 
iiberis; S. japonica L. (Styphnolobium Sphoit), quae 
ex habitu forte cum Maackia comparari posset, stamina dia- 
delpha, legumina pulpa repleta elc. o£fert. Haud minus dif- 
fert Layia Hook, et Arn. in Beechey Voy. t. 38 e Cbina, 
legumine isthmis spongioso-fibrosis spurie 3 — 4 locuiari, locu*- 
lis subpulposisy valvis erasse coriaceo-lignosis. Robinia lon* 
gius dislat seminibus non strophiolatis, foliolis stipellatis, legu* 
mine sulura utraque marginato, siaminibus diadeipbis stylo an* 
tice barbate, calyce 5 dentate , stipulis saepe spinescentibus, 
racemis axillaribus (R.). 

Icon tab. B. fig. 1. Flos parum auctus, ut reliquae figg. 
2) Calyx consolto fissus per dentem superiorem a. 3) Vexil- 
lum. 4) Alae in margine utroque inler nervos transverse un- 
dulatae. 5) Carina e petalis 2 conglulinatis potius quam coa* 
litis. 6) Columna staminum 10 fissa ; antberae aliquot delapsae. 
7) Gernien villosulum cum stylo el siigmate. 8) a) Antbera a 
dorso, b) a ventre. 9) Legumen maturum m. n. 10) Semen 
maturum (cinnamomeum), m. n. 1 i) idem, a margine inferiore, 
ut hilus et strophiolum adpareat. 12) Embryo. 13) idem^^co- 
tyledonibus dissectis. 14) idem, cotyledone altera remota, ut 
plumula in conspectum venial.. 



Botanische Nachrichten fiber das Amtirland. 

Beobacbtatigen Ton C. Maximo wits ch, 
redigirt yom Akademiker Ruprecht. 



, ,' 



/ 



N a c h t r a g. 

Novae specifes herbaceae. 
Glossocomia U^uriensis. 

Caulis lenuis volubilis parce ramosus. Folia sparsa bre- 
viler petiolala, ovala, oblonga vel elliplica oblusa inlegerriiTta 
margine selulosa, ramoruni majora per 2 — 4 congesla. Flores 
ex axilla folioruni in apice ramorum el caulis, 1 — 2 peduncu- 
lali, poUicares, sordide purpurascentes, inlus in parte tubi in- 
flala sordide purpureo-Iineolali et fossis 5 inter staminb positis 
pallide nigrescentibus impressi. Calyx paten lissimtis. Oapsiila 
seminifera depressa apice plana, ibidemque rimis 3 radiiformi- 
bus loculicide*) dehiscens, — In sylwis frondosis ad rivulos et 
in locis humidis frulicelorum ad U«uri fluvium passing: Turrme 
ad ostia flavii parce, frequenlius infra Noor. 'Fine Jiilii flo- 
rens, medio Aug. fruct. maturis (Maii'tft.)* ' "^ 

Proxioia noslrae est G. horteh'sis (Campariu'moie^ 
lanceolata Sieb. et Zucc. Fl. Jap. tab. 91), quae originis 
sinensis v. Koraiensis dicilur el in horlis Japoniae nunqUkni 
fructificat; sed in U^uriensi planta caulis (in ^icco saltern) ^I-* 
bidus, folia involucralia pollicaria v. minora, oValia oblusa {ti€t 
elliplica), pedicelli'frucHf^ri pleruittijue tiudijn'axiffis fdfit'catr-' 

») Sic! sed quid? ' " E.'i !5) 

Rrmans Russ. Arcliiv. Bd.XVII. M. I . JQ 



ijg phyaikaliich - mathematiiclie WiisoMCh after 

lini minoris, calyx horiiontaliter patens ; vix i. 
hortensis erit. Genus Campanumoea BIu 
ferl ab ulraque specie; capsula globosa multivc 
parlita sinubus profundis, limbo calycia trunca 
jnvolucri lobis opposila (nee sepalis). — Affin 
species volubiles e Himalayae monlibus: G. viric 
folifiv purpurea, ihalictrifolia, in Dec; 
dromo ad Wohlenbergiam §. Megasanthes 
differunl a cetei-is Wahlenbergiis corolla magi 
semper 3-loculanbus, sUgiiiale magno trilido el 
Indice sem. horti Petrop. X. (1845) p. 46 exposili 
genus Glossocomia D.Don. Prodr. FJ. Nepal 
tuilur, quod idem est cum Codonopsi Wall 
Dec. ref. in Prodr., capsula 5 loculari el seminil 
verso). Species Nepalensis ex iconibus Roy 
ovarii el capsulae conicum exHibent; in Udurien 
a D. Maxiinowltsch data, vertex depresso*-p( 
rudimento apiculatus, dissepimenta 2 capsulae ir 
dnos iendunt, tertium vero in nervum medium 
dehiscenlia rimosa, si e specimine sicco judicare 
in valvarem abit. G, clematidea, a D. Schrei 
Alatau reperla, ex habitu ab omnibus supra memt 
socontiis valde recedit (R.). 

Phyllanthus Usuriensis. 

Annuus, a basi ramoaua, rarais proslralis 6—8 j 
compressis ala angusta. marginatis. Folia alterna bh 
• setulia elUpUca v. lanceolata integerrima uoinervia 
ad basin (oliorum parvae hyalinae oblique ovalae 
minalae subdenlatae. Flores axillares monoici, f. 
masculi 1—2 breviter pedunculati bracleis niinul 
^qeris stipati, secundi, deorsum curvati, utinuti, vi 
i^e^dine suffusi, feminei maaculis mullo oajores. 
arenosa fluminis U«uri frequens, initio Aug. flor. el 
turis (Max.). 



Die erstea botaniscliMi NaehrichtMi iiber das Amwluid. 147 

Ph. Cantoniensis Hornem. (1813 pessime descriptus) 
ex diagnosi apud Sprengel 1826 el spec orig. Home* 
manni, verosimiliter idem ac Ph. Niruri L. p, p. sciL ex 
synn. Rheede, Rumph, Burmann el Plucknell, raniis 
compressis marginaiis, capsulis muricatis el seminibus iineis 
transversis elevatis parallelis cosiulalis ad Ph. U^uriensem 
accedil, sed propter folia complicala Irapezoidea primo oblula 
diasimilis; inPh. U^uriensi folia apice nequaquam rolundata 
sed sensim angustata v. acula, capsula verrucosa, testa semi- 
num splendens transverse subtilissime striata et vemicis par- 
vis nigricantibus obsessa. Hae verrticae eliam obveniunt in 
seminibus Ph. obovati Miihlbg., ceterum ex habttu omnino 
diversi propter folia obovata tenuiora. In horlis adhuc tertia 
species obvenit valde similis Ph. obovalo, sed fructibus longe 
pedicellatis potissimum diversa; haec est Ph. Niruri Linn£ 
p. p. (Hort. Cliff, et Upsal.) reform. Willd. el Sprengel 
sive Ph. Niruri Marlyn et Rand., sive Ph. carolinensis 
Walter. Ph. (J^uriensi similior est Ph. quidam Sene« 
gal en sis, capsula tamen laevi et seminibus minoribus reti* 
calatis, caule primario distincto et ramis baud compressis re- 
cedens (R-)- 



.7 



10' 



' ViBgetationS"Skizzen des Amur 

geiiirilheU 'Ton ileni RriMnilcn ites KaWrl. Bolaniacl 

St. Petenbnrg:, Herrn. Maximowiticl 

nrl'St Bemeiknngen ub«r die von deiuielben eingeiend 

Strauclier, yam Diructor K. Regel. 



i) Einleilung. Was isl PfUnzi 

Zur Elrganzung <lei' vorGlelienden botanisch 
.Ufaer das Amurland, von dern Beisenden des I 
^olanischen Gartens Herrn Maximowi tsch, 
AkademikerRuprecht redigirl hat, lag dero K 
seil langerer Zeil ein schSnes Material von 
iiber die Vegetation jener interessanten Gegen 
selbe Reisende dem Institute eingesendet. Sch 
den dieselben verdETenllichl worden seiii, biilten 
auvor den Exemplaren der angefiihrlen Ptlanzi 
sehen, um das Nothwendige zu erganzen, was 
mil den Baumen und Slraiicbern geschehen ks 
Herr Maxiniowilsch halle das Herrn B 
gesandte Manuscript nebst den getrockneten Pi 
uns bekannt, fiir das Inslitut bestimmt, dem ii 
licher Hinsicht vonustehen der Referent die I 
der schwierigen Communication wusste Herr Mi 
bei Absendung desselben nur von dem Tode C 
sehr wahrscheinlich aber nicht dass Herr R up r 
Institute ausgetreten und sowohl die Stetle des 



Vegetations- Sktztew dWs Anvorlaniles.. ' '|4$ 

die der beiden Herreri' Conservatoren seitdem neu Ik^elii 
worden wareii. Das iinter der Adresse der Kaiserlic he'll 
Akademie an Herrn Ruprecht ziir Verdfientiichong ^^etH 
deie Manuscript nebst Pflanzen/ging, nach dem was wir wissen,' 
demselben in der Meinung zu, derselbe sei nbch aim Insliluie 
angestellt. 

Der Referent ist diese Ei-klariing dem Inslitutey das er 
vertrilt, so wie alien denen schuldig^ weictie dardber verWun-^ 
derl sein durflen, dass jene Arbeit nictH ran dem Institute 
eingereicht ward, dem Herr Maximo witsch dient. Fiir die* 
jeni^en, welche die Sachlage icennen ist dies auch vobi 
Herrn Ruprecht (oben) angedeutet worden, wo es ausge-. 
sprochen ist, dass unser Reisende in St. Petersburg keinen^^ 
andern kenne, dem er die Redaction und Ergahzung der nolh-^ 
wendigen Liicken seiner bolanisclien Bemerkungen anver-f, 
Irauen konne, Fiir die welche die Sachlage nicht niiher ken- 
neii, yvare aber vrelleicht Raum zu Missverslandnissen ge^- 

lassen. 

Der Referent freuet sich iibrigens der scbnellen Verof- 

fenllichung, die jene Arbeit gefunden, wenngleich er nicht der 

vorn. Herrn Ruprecht ausgesjirochenen Ansichl ist, dass daiBit 

auch dem Botanischen Garten die Prioritat volist^ndig erhal-^ 

ten ward. 

Bevor wir zur Miltheilung der Vegelalions • Skizzen des 
Amurlandes schreiten, erlauben wir uns noch einen Blick anf 
die vorstehend aufgefiihrlen Baume und Slraucher des Amur- 
landes zu werfen. Die Exemplare zu denselben sind seitdem. 
unserm Institute eingehandigt worden. Es diirfte daher gerecht- 
fertigt erscheinen, wenn wir unsere hier und da abweichendeii 
Ansichlen (iber eine Arbeit aussprechen, vVelche gleichsamim- 
Naaien unseres Institutes (vgl. d. vorstehendsen Aufsatz), aber 
unier anderer Redaction verofFentlicht wurde. 

Der Standpunkt, den wir bei der Beurtheilung der Pflaim 
a&enari einnehmen; basirt sich auf im Garten wie in der freien 
Natur geaiachte Beobachtungen. Es zeigen diese, dass es 
viele PIlanzen^Arten giebt, welche unter Einfhiss verschiedefter 



160 Pbjilkkliidi-inBtliemitiMbe WitaeaMhafte 

ktimatischer Verhallnisse, verschieden«r Bodenarl 
ort^i auch verschiedene Pormen annehmen. Bei 
Kennlniss einer P&ansenart, d. h. bei Unkennlnis 
kreises, in dem sie sich in Folg'e solcher Verhalt 
kaon, werden daher nur zu ort Formen der gl 
neue Arten beschrieben. 

Der richlige Standpunkt zur Beurlheilung t 
art, kaon nach der Ansicht des Referenten auf zn 
gswonnen werden; kiinnen beide Wege zugleich 
werden, so wird dai ResulUt ein um so sichereri 
beiden Wege sind: kritische Vergleichung 
Exemplare der verwandten Formen vo 
scbiedeoBten Standorten, — und Cultui 
sich verwandten Pflanzen im Garten ui 
arligen Verhiiltnissen. 

Leider ist es ein nur zu haufiger Missgriff, 
atellung der Arten irgend einer schwierig^i Pfl; 
alle diejenigen Exemplare keine Beachtung Gr 
dubiSse Formen bis auf weiteres zur Seite g 
welche nicbt in die Diagnose passen. Solche di 
aber liefern den sichern Beweis, dass der Aul 
klar sah oder vielleicht das nicbl seben wollti 
seine Diagnose spracb. — Aui der andern Seit 
schreibung einer neuen Pflanze nach einem i 
Exemplaren, wenn dtese nicht in Charaktere 
welcbe kritiscjie Beobachtung an verwandten Ar 
aus zuverlassig crwiesen hat, stels ein WagesI 
auch der redlichste Forscher Fehllritte macber 
genaueste Vergleichung von zablreicben Exe 
wandter Pflanzenarten , auf Zuverlassigkeit di 
nach denen man die Art aufzustellen gedenkt 
die Berechtigung, wenn man nicbt riskiren wil 
neuen Arten nur wieder Synonyme zu schaffen. 
^e solche Pfianse nur in derartigen Charakte 
Uniuverliissigkeit eigne Beobachtung leicht r 
oder die Beobachtung Anderer bereits nachgew 




^^^*^ ^W^ ridiUg erkannien Principifn, wmn 
\xA^^^^%^fy^^ ^Bw^rn^ deiiiiQ€fa ak new Arl in die WtU 

man iiefew 

jchickt ^ ^'^v^^^ae Vergleiehuiig einea reichcn MftWi^s 

^^^ Z%^^^^ ^^enaplare sebon einen guUn Pru(sia«i,rur 
wild gesatMO p^ai^m^mart a^ die Hand giebl, so giebl ini6 an- 
die Guie dev ^^Viur im Garten ein noch sicliereres MiU^,.dift 
4ereva«^Vs ^^^:^^ong benuUten Charaktere auf dcren BesUioK 
"W^ ^*^ tu^^^* ^^ wird der Garten dadurch das wichligsto 

digkeu * ^^<^eVU^^^^ Arlcn au erproben, weil hier die unler 
^muei> ^^^2^Y\igeft Einfldssen entsiandenen Formen wiede^r 
veTs<^ GeBialtungen nach und nach annehmen. — Als 

^ l£.^ordigsles Beispiel der Arl fiihre ich ein seiaer Zeit 
*^^ 1^ ^n der Bo I. Zeiiung besprochenes an, namlich d|^ 
!il"hringiA polygonoides. Von mir selbst gesamuiellf 
«\d in den Ziircher Garlen verpflanzle Exeniplare, verander*^ 
ten allm^l^^'^ ihre Tracht und nach einigen Jahren waren 
- 2ur M5hringia muscosa geworden. Mithin stellte sich 
das uberraschende ResuUat heraiis, dass die erstere nur die 
Form der Kalk-Riesen der alpinen Region, von der in der 
montaneii Region zwischen Sieinen im SchaUen wachsenden 
M* mucosa sei. 

Bei der Priifung soicher zweifelhafter Arten iiu Garten, 

muss jedoch niit der grossten Vorsicht verfahren werdeu, 

^venn seiche Versuche ein brauchbares und sicheres Material 

fiir Beuriheilung der Arl liefern solien. Werdj^n Jebende Elxeoi- 

plare mehrjahriger Pflanzen in den Garten versetzt, so soil 

luaa gleichzeilig Exemplare derselben Irocknen. Doch wird 

man auf ^iese Weise nicht immer, oder oft nur sehr spal 

einen Priifstein fiir die Art erhallen, da viele Formen be- 

kannilich eine gewisse Bestiindigkeit in den angenommen^n 

EigeDthiimlichkeiten aeigen, wie dies x. B. von den Formen 

mit geschlitztem Laube, hangenden oder niederliegenden 

Aesteii u. a. bekannt isL 

Viel sicherere Kesultate werdep in dieser Beziehu^g genau 
conlrollirte Versuche mitlelst Aussaat ergeben, welche durch 



33 PhTiikMlseh-inalhematiiclie Win^nacbaften 

leWere' Generationen hintlurch iortgeftihrt wet 
ind jediDch drcierlei Vorsichtsinafsregeln nothw< 

1) Sammler, welche von ciner dubiSsen A 
erideri, solltett es nie versaumen, auch getrockn< 
'on"d6V8db6fti'''Drni einsuseiiden. 

1) Werden die Pflanzen durch mehrere Gar 
tit-ch irA Garlen gepriift, so ist eS nolhwfrndig , 
'•ir' Generation Exemplare eingetegt und gehS 
rttieti. 

Es muss sorgfUhig vermieden werden, di 
^irsucheh ' irn Gat-ten beslimmten POanzen s< 
tfer xu 'sltfllen, dass eine gegenseilige Befrucht 
laH Verwandlen staUfinden kann. Der Kefer 
abhrfach darauf aurmerksam gemacht, dass die , 
Sattungenj so von Aquilegia, Cirsium, Hiei 
ix u. a. zur freiwilligen Bildung von Bastarde 
itlgefl seh^ geneigt sind. Man miisste daher ga: 
illtate erhalten, wiirde nnan nicht die Form 
ussere Einfliisse, und andererseits die Bildung 
ind Mischlingen sehr sorgrallig auseinander halt 

Nach der Ansicht des Heferenten ist es eint 
ten Aufgaben liir bolaniache Garten, Versucht 
ngedtuteten Richtung anzusteilen. — Besondei 
lies ^iiSe vvicbtige Aufgabe lijr unser Institut zu 
ene zahlreichen, unler sich nah verwandlea P 
[es grossen ruasischen Reicbes zu pHifen, unc 
u entscheiden, was Art, was Form, oder mil ai 
felche Churaklere unter gleicharUgen Verhallnis 
irekhe unbesliindig sind. 

Nachdein wirim Vorhergehenden den Gesich 
lem mr die Pflanienart belrachten, dahin fesis 
irirallediejenigen PormenalsArt zusam 
k^elche eine Pflanze unter Einfluss vei 
usserer Verhaltnisse eingehen kann, n 
lehrere Generalronen mitlelst gesch 
''erinehlung durcltlebt hat, geben wir ger 



Vegetetioas* SknxtB des Aonirlaiides. 153 

lieser Besidiung erst noch mancher Gesitlitsputikt gefnndeti 
werden moss, ond dass man sich hier auch ebenso sorgfalUg 
Tor dem andern Extrem zu hiiten hat. Wir sind daher aueh 
weit dsTon enlfenit, den Slab uber alie diejenigen brechen 
m woUen, welehe einmal eine Form als Art aufstelUen. Es 
wild 8«gar jeder Botamker zavveilen diesen Fehler begehen, 
km es am gehdrigen Material, d. h. an alien jenen Zwischen- 
formen fehlte, die die exiremen Typen einer Art verbinden, 
oder der keine Gelegenheit hatte, in dieser Beziehung bei den 
oachst verwandlen Arten Erfahrungen zu sammeln. Je mehr 
und je besser aber heat zu Tage die Flora eines Landes be- 
Umit wird, je mehr wird es nach unserer Ansicht die Pflicht 
eines jeden Bolanikers, in dieser Beziehung mil offenen Augen 
ztt beobachlen, jede Form zw sammeln , sich von dem herge- 
brachten Schlendrian des Auloritalenwesens loszureissen und 
das, was wirklich zusammengehort, zusammenzulhun, und soli- 
ten dabei selbsl friiher aufgeslellte Arten geopfert werden 
mQssen. In dieser Beziehung erscheinl es uns ein grosseres 
Verdienst, in einer Familie oder selbst nur in einer Gattung 
aufzutaumen, als 100 neue Arten aufzustelien. Ein paar Haare 
mehr oder weniger, nicht relatives Grossenverhahniss, Belap- 
pong und Theilung, eine spitze oder slumpfe Spitze u. s. f. 
i^ODnen beim jetzigen SUnde der Wissenschafl eine neue Art 
nieht begriinden, wenn dazu nicht andere wichtigere Charak- 
lere in Tracht und Form treten. Die Nalur in ihrer unwan- 
delbaren Gesetzmassigkeit, wie in ihrer Formbiidung richtig 
za erkennen, das isl eine der Aufgaben, weiche immer voll- 
kommner zu losen, die Wissenschafl vooi Syslematiker ver- 
langt. — 

Schliesslich noch ein Wort iiber Gartenpflanzen, denen 
bis jetzt in den Herbarien ein sehr unlergeordneler Werlh 
brfgfelegt wa'rd. Warum wohl fragen wir geschah dies? Nur 
deshalb, weil sie die lypische Form irgend einer aufgestellten 
Art nicht mehr reprasenliren und oft eine ganz andere Form- 
biidung zeigen. Legl man nun solchen Garten -Exemplaren 
nur in der Beziehung einen unlergeordneten Werlh bei, dass 



154 PliyiikaliMli-nattiematiacfie WiMentebafti 

man es nicht wagl auf geringe Unlerschiede 
Art' KU griinden, so erklart sich Referent mit di 
punkt vollstandig einverstanden. Unrecht aber 
luonographischen Bearbeilung von GaUungen 
Oder selbsl Floren, den im Garten gesaionielli 
nicht voile Aurmerksamkeit zu schenken. Kritis 
derselben wird sie steta zu sehr widitigen Bau: 
urtheitung der Art inachen. Diejenigen Galtuni 
man weiss, dass deren Arlen im Garten zur 
gcneigt sind, miissen freilich, so weit es nicht 
Arlen siod, sorgfallig ausgeschlossen werden. A 
Exemplaren von Gartenpflanzen aber, die in Fo 
trollirler Versuche aus dent Garten eingelegt 
sogar ein entscheidender Werth fiir Beurtheilut 
geriiumt werden miissen. 

Der Rererent bezeichnete durch die vorhe 
«inandersetzung nicht bios den Standpunkt, d 
folgenden Beurtheilung der Amurpflanzen eioni 
suchte hierdurch uberhaupt den Standpunkt fes 
er bei der Belheiligung an den Arbeilen fiir R 
einneliinen wird. Cine grossere Arbeit in die 
wird bald vollendet sein. In ihr sind die glei< 
punkle feslgehalten, was schon jetzt auagesproc 
der Referent bei dieser, wie bei jeder folgendt 
flur seine auf Beobaclitung gestiitzte Ueberteug 
tind dabei kein anderes Streben kennt, als di 
^kenntniss der Pflanzenart zu fSrdern. Die Ansi 
und Abart sind aber noch so verschieden, di 
laehr gerechlferligl erscbeinen dElrfle, wenn der 
specielle Ansicht in dieser Beziehung vorausse 
bei Beurtheilung der AmurpRanzen in einzein 
derer Ansichi, als der Herr Akademiker Rupre( 
Verdienste um die russische Flora allgemein i 



YeseCalioiii-SkiiBeB det AmwrlMilM. i56 



})ADsichCen aber die dorch Hrn. Maximowitsch 

eipgesendeten Pflanzen. 

Die im YorstehendeD anfgefnhrteD BSame and StrSocher 

des Amorlandes.^) 

2) Tilia cordata Mill. 

Herr Ruprecht hat hier mil voUsler Berechtigung den 
altesten von Miller gegebenen Namen wieder zur Gellung 
gebrachty ku der Tilia silvestris Desf., T. inicrophylla 
VV. und T. parvifolia EhrL als hauplsachlichste Synonyme 
gehoren. Mil Unrecht zieht Candolle iin Prodromus die 
T. cordata Mill, zur T. plalyphylla Scop. Dieser leli* 
ieren muss der von Miller gegebene Name T. europaea 
wieder zuriickgegeben werden. Ausser T. plalyphylla ge- 
hort T. gran d if o Ha Ehrh. als bekanntes Synonym zu T, 
europaea. 

Die PQanze vom Amur unterscheidel sich durch elwois 
weniger Fiiz in den Achseln der Venen auf der unteren Blall- 
seite von der gewohnlichen T. cordata. 

3) Tilia argentea H. Par. (Tilia mandjurica Rupr.). 

Die grossen an der Spilze abgerundeten Friichte sollten 
die Art begriinden. Es zeigt aber die Vergleichung mil vielen 
Exemplaren anderer Lokalilaten, dass dies kein zuverlassiges 
Kennzeichen isl. 

Ein Original -Exemplar aus dem Pariser Garten besitzt 
allerdings kleinere rundliche, vorn in eine scharfe aufgeselzte 
Spilze ausgehende Friichle, die nicht berippl sind. Von Besser 

') Wir fabren dieselben nacli den dort befindlichen Nammern aaf. Mit 
den nicht genannten Nammern sind wir entweder einverstanden, oder 
es war wegen mangetbaften Materials die Bildnng einer Ansicht nicht 
moglich. 



166 PlijsrkaliKh-iniithetnatiselie Wi»ortscl>afl< 

in Poilolien gesammelle Kxeinplare zeigen nieli 
gespitzle und deullich berippte Frijchte. An in 
Reichenbach ausgegeberien Exenipiareti sin 
so gross wie bei unserer Ptlanze und vorn enl 
lich oder ink kieinen nufgesetzten Spitzchei 
schwach. An Garlen-Exemplaren ist die Spita 
bald kiirzer, bald nielir bald wetiiger spilz. I 
von Merlens befindel sich sogar ein Exempliir 
dem gleiclien Zweige slumpfe und spilze Friiclifi 
lich legt audi Desfonlaines Itei seiner BeDrbe 
lien keinerlei Gewiclit nnf die Form der Frucht. 
Die Trachl der Pflanzen vom Amur gleichl 
den Exemplaren aus Ungarii, PoUoIien und dem 
len. In den Blaltern findel sicb kein Unterscf 
Gnden sich bei dem vorliegenden Exemplare vo 
2 Friichle, von denen die eine ebenfalU die A 
einem Spilzclien zeigt. Wir kiehen diese Pflanze 
denklicb zur T. argentea, und zwor oline sie 
Form restztilinllen, deren innn sonst gleich 4 — 
miisste, die der T. mandjurica vollkoniiiien ^ 
sein wiirden. 



i) Acer spicatum Lam. (Ac. Dedyle Kujtr. 

^liiiimt so vollkoimiien mil der Pflanze Nordam 
ein, dass wir keinen Uiiterschied Unden konticn, d 
eine Form begiunden konnte. Wie bei alien Act 
variiit auch hier die Belappimg, die bald nacbur 
so tief als bei der Pflanze vom Amur. Die ljliitb< 
volIstiindJg iiberein. Bei dieser, wie bei niehrer 
Pflanzen, stelll sicb die iiberraschende Thalsnche h 
die gleichen Pflanzcnarten in Nordamerika und 
wachaen. Auch von der Tilia argenlea findet si 
barium Merlens ein Exemplar, wo Nordamerika al 
angegeben ist. Dieses Hinitbertrelcn nordamerikanisi 
sen nacli dem Amur Gebiete, isl gewiss fur die W 



Vegetations- Skizzcn des Amurlandes. |^7 

nicht weniger inleressanl, als wenn iii:aD sich bemiihen sollU 
nachzuweisen, cinss nur eine Verwandlscliafl der Arlen slallGnde. 



5) Acer legmen tosum Riipr. el Maxim. 

Diese Pflanie ist nichl mil A. lalaricum L. zu ver- 
gleichen, wie dies Hen* Ruprecht thut, sondern mit A. pen- 
sylvanicum L, Trachl, Form der Blaller^ Bliilheiistund^ 
Blumen und Fruchl stimmen voUkommen mil dieser lelzlern 
Art uberein; nqr besilzt die Aiuur-Pflanze durchaus kahle 
Blaller, die aus Nordamerika dagegen, besonders auf der 
Kiickseite mil einem roslbraunen spreuigen Ucberzuge auEfal- 
lend bekleidele Blaller. Es isi daher wahrscheinlich, dass A. 
legmentosum nur die kahle Form von A. pensylvani- 
cum ist. 

6) Acer lalaricum L. /?. laciniatum*) (A. Ginnala 

Rupr. el Maxim.). 

Nur eine Spieiarl ()es A. lalaricum, mit eiugescbnilte- 
nen, nach oben verdlinnlen Blattern. In Kullur isl diese Form, 
lange bekannl, und es liegen uns sogar vollig iibereinslim- 
mende Exemplare aus dem hiesigen Garten vor. 

7) Acer la alum C. A. M. Verz. d. Pfl. des Caucas. u. Casp. 

Meeres p. 206. 

Acer Iruncatum Bunge. Mem. de PAcad. Imp. de St. Pe- 
tersb. 1835 (A. Mono Rupr. et Maxim.) 

Ledehour ziehl A. laelum. C. A. M. (fl. ross. I. 457) 



*) Aug unserer in der Einleitong gegebenen Ansicht iiber die Pflanzen- 
drt gelit zagleich ^uch IierTor, dass wtr aUes das fur Porm haUen, 
VM dorch Zwisclienfornien verbunden, die nicht dMrch Bastardiruflg 
entstanden sind, — oder was iinter verandertea Bedingangen darcU 
gescblQchtliclM Fortpfl^nzaiig zur Stami^drt ziiriic)Jceliren kann. 



158 Pliyiika1Ucli-malhem«luche Wiuenseha< 

init tJnrechI zu Lobelii Ten. Wir geben hii 
Unterschiede zwischen diesen beiden Arten: 

A. Lobelii Ten. Bei diesem tragen ged 
mil sehr genSherlen Knolen und dunkelbraunei 
den jungsten Theilen mil weissem Reife bele^ 
men. Die sterilen Aeale besitzen dagegen he 
und auseinander geriickte Knoten. Blatter hai 
tappig, von 7 Hauptnerven durchzogen, von de: 
leret) am langsten und gleich lang, der dritte 
vom Mtttelnei'ven schon bedeutend kii 
unterste sehr kurz. Auaserdem sind die Blallei 
sehr fester Texlur, dunkelgriJR, und auf der l 
Seite sitzt etn mehr oder weniger starkei 
Achsein der sich von dem Hauplnervcn 
den Venen. Die Lnppen reichen nichl ganz 
den mit einander einen spitzen, nur im Grun 
wenigei- ausgerundelen Winket, sind oval (in d 
breitesten), mit lang zugespilzter Spllse; dif 
Friicht slehen fast wagerecht, an derSp 
gebogen und daher fledermausartig i 
und sind gleich breil. 

A. laetum C. A. M. Auch die bliithentra 
besilzen entfernt geslellte Knotengebilde nnd hell 
Die Blotter von ahnlicherStruklur; es sind jedod 
leren Hauptnerven fust gleich lang und 
tersle sehr kurz oder zuweilen gar nicht entwii 
ist das Blatl heilgriiner, von zarler Consistenz i 
in den Achsein der Nerven fehlt. Die b 
Blatter reicht weniger tief, die Lappen sini 
am breitesten und bilden einen flach at 
ten Winkel mit einander; wie die von A. 
sie in eine lange Spilze vorgezogen. Die F 
endlich stehen gespreizt auseinander, 
aber nach oben gebogen und fast noch 
breit als am Grunde. 

Mit A. laetum haben wir nun BUflacbsl A. 



Vegetations -Skizzen des Amariandes. ]59 

Bunge vereinigt. Bunge vergleicht denselben nur dem A. 
platan oides. Meyers Art scheint ihm damals nicht bekannt 
gewesen zu sein. Von ihm gegebene Exemplare befinden sich 
in einem sehr friihen Zustande der Enlwickelung, die Belap- 
pnng der Blatter ist viel liefer als beim ausgebildelen Blalte, 
and die Blattstiele tragen kleine Driisen. Bei durchaus gleicher 
Tracht zeigen von Kirilow bei Peking gesaminelte etwas 
mchr vorgeruckle Exemplare einen dem A. laetum giinzlich 
gleichenden Blattschnitt und die Driisen des Blattstiels fehlen 
ganz, ader man findet nur einzelne derseiben, woraus sich 
schliessen lasst, dass diese beim altern Blatle abfallen und 
nur an ganz jungen Blaltern noch vorhanden sind. Es bleibt 
also kein constanter Unterschied, denn auch ein anderer Cha- 
rakler, die Zahl der Hauptnerven, deren bei A. laetum im- 
mer7, bei A. truncalum oft nur 5 vorhanien sind, ist nicht 
consianty indem auch bei letzteren Blatter mit 7 Hauptnerven 
vorkommen. Die von Maximo witsch gesammelte Pflanze 
endlich, unlerscheidet sich nur durch etwas kleinere und dichter 
geslellte Blumen von A. truncatum, denn an den Blatlslie- 
len finden sich ebenfalls kleine Driisen, die Blatter sind eben- 
falls noch sehr jung und diirften spater ganz die Form und 
Consistenz des A. laetum erhalten, zu dem wir diese Pflanze 
unbedenklich ziehen. Leider sind alle uns vorliegende Exem- 
plare von A. laetum im Fruchtzustande, und die der beiden 
aadern im Zustande der Bliithe. 

Nach diesem uber die Unzulanglichkeit der zur Unter- 
scheidung gebrauchlen Charaktere gesaglen, konnten wir also 
von A. laetum folgende Formen unlerscheiden: 
A. laetum C. A. M. a. genuinum. Blatter stels 7-nervig. 
— — /?. truncatum. Blatter meisl 5-nervig (A. trun- 
catum Bunge). 
■- — y. par.viflorum. Blatter meist 5-nervig, Blumen 

kleiner als bei der Form /?. (A. Mono Rupr. 
el Maxim.) 



160 Plijiikaliidi - mathematiiche WiHeiwchalti 

16) Kiilomikta (Pruniis Kalomikla Rup 

Diese Pflaiize ist fragiicli zu der Galtun 
slellt, geliurl aber keineswegs Attzu. Wir hall 
cine hoclist eigenthiimliolie nrue Galliing der T 
legen ihr als solcher voilauGg <len Nainen Kale 
juricn bei. Wir sagen vorlaufig, denn das vorl 
plai' eriaubt es niclit mil vollstiindiger Sicherhei 
Choraklere fesUulegen. 

Die wichtigsten, diese Gatliing charakteri 
male, eoweit wir soiche feststeilcii konnen, sim 

Von deii Seitennerven des Blattes gehei 
zweilen Grades aus, welclie mit einander ana^ 
die Seitennerven ersten Grades querbalkenai 
ganz wte dies bei den Blaltcrn der Tiiac 
Kelcb utilerstandig, lie[5lheilig, und nicht vo 
Fruchtbodens ausgekleide t, 5 — 7 Blutner 
und mehr Slaubfadeo, welche eineni den F 
umgebcndcn, aber mit demselben nicht 
nen Torus inserirt sind. Staubbeutel 
near, zweirdchrig, in der Mitte befesUgt, 
nach aufspringend. Der Fruchlknoten fi-ei run 
ganzen obern Seite mit warzenforniigt 
gen bedeckt und auf der Spitze einen £ 
nearen, sitzenden, d em Fruchlknoten ai 
Narben (?) tragend. 

Die Bildung dcs Torus, die langlidien . 
endlich der Frucblknolen, entfernen diese Gat 
Prunus. Wir glauben, (lass sie der Gruppe d 
in der Familie der Tiliaceen einzurcihen sei. 
Fruchtbildung noch unbekannt, uiid es nocli un 
ganze warzige Oberseile des Fnichtknotena, ode 
lineai'er, ausserordenllicii kJeiner, naibenartiger V 
auf dem Mitlel des Fruchtknolens, als Narbe zu 
so kann die Gatlung noch keine defliiilive Stell 
raklerisiruiig erhallen. 



Vegetatioat-Skizzen det Amartmi^ef, 161' 

25) Philadelphus coronarius L. (P. tenuifolius Rupr.) 

Herr Ruprecht vergleicht seine neue Ark mit dem P« la» 
ti foil us mit dem sie aber gar nichls zu ihun hat. Sie ge- 
hdrt sicherlich a&u P. coronarios L. und ist ausserdem mA 
P. floribundus Schrad. nahe verwandL Nur duroh den 
einzig an der Spiize getheilten Griffel unterscheidet sie sich 
von P. coronarius. Von den gewdhnlichen Garten -Exem- 
plaren isi die Pflanze des Amur atierdings ausserdem durch 
zartere Blatier miterschieden, gleicbl dogegen einem bei Stmr 
am Nagelfluh^Felsen gesammelleh und von Keichenbalch aus* 
gegebenen Exemplare, in Wuchs, Farbung und Dicke der Ae$ke, 
Blatt, Behaarung) Bliithenstand und Biumen. 

Der ebetiCaiis nah verVvandte P. floribundus, der siiih 
aur durch starkere Behaarung auf der unlern Blattseite unter*^ 
scheidet, liefert zugleich den Beweis, dass auf die Theilung 
des Griffels bei Philadelphus gar kein Gewicht zu legeh ist. 
Es sind namlich an den Original-Exemplaren im Schraderschen 
Herbarium, die Griffel bald bis unter die Spitze verwachsen, 
wie dies Schrader angiebt, bald bis fast zum Grunde getheilt 

30) Evonymus Thunbergianus BI. Bydragen, 1146 

(Celaslrus aiafus Thbrg.?) , 

Herr Ruprecht fohrt diese Pflanze, welche Maximo- 
witsch for eine Caprifoliacea hielt, BWeife4haft als E; 
Thunbergianus Bl. an, zu dem Blume den Celaslrus 
alatus Thbrg. zieht Wir haben unsere Pflanze einer sehr 
genauen Priifung unlerworfen, in Folge deren wir mit voilster 
Ueberzeugung versichern konnen, dass sie trotz der eigen- 
thiimlichen Fruchibildung, der Gatlung Evonymus zugezahlt 
warden muss. Vergleichen wir ferner Blum e's Diagnose und 
Thun berg's Beschreibung, so scheint sie uns sicher zu E. 
Thunbergianus 6). zu geh5ren. Ob aber der C. alatus 
Thbrg. dazu gehSrt^ das kdnnen nur Original-Exemplare eiil^ 
scheiden. 

Krmans Ru«8. Archiv. Bd.XVII. H. I. || 



JJ PbytiktKicb-inMhemfttiialie WiHcnaebaden 

Von Thunberg's Beschreibung unterscht 
narptlanze durch Bliitler, die unlerhalb auf de 
hart. Die wimperartigen Sagesahne des B] 
»taU des BlatleB, die korLigen FItigel des Ste 
it Thunberg'B Beschreibung. Die achselslani 
file neont Thunberg liarftirmig und einblunji 
<a 2 DriiBen, die am BItilhenstiel fiber desse 
Hen. Blume nennt dagegen die BliillienBUele 
sides lasst sich vereinigen, denn die Bliithenst 
■h ilirer Anlage nach 3 blnmig, ineist schlage 
en fetd Mnd deren Rudimenle sind es, die T> 
up.recht Driisen nennen. Bei unserer Pflani 
enstiel meist 1-, selten 2-bluiiiig und tragi im 
ir dad Rudiment einer Blume. Uanz eigentb 
rer Anlage nach 4-iappige, 4-Uappige Kapsel 
Kapeeltappen wachst nun bald nur 1, bald 2 
in karpeilartige, lineare, gekrummle Verlanger 
ir an ihrem Grunde verwachsen sind, und 
so spater am Grunde der ausgewachsenen J 
in Griffel Iragen, der auch noch im Fruchtsusl 
kennen isl. Thunberg nennt nun diese i 
apsel, die ouF den ersten Anbltck an den Krei 
n bei den Ranunculaceen erinnert, ohne o. 
itng 1— 3-fachrig. Blume nennt sie dagegen' 
odeutung %u diesen eigenthiimlichen VerJSii 
apselklappieo Gndet sich z. B. bei einer Form 

32} Lonicera Xylosteum L. a. vul 

FoKis elliptieis, acuHs, v. breviter acumina 
turn L^ 

Lonicera Xylosteum fi. chrysan 
Foliis ovalo-]anceolalis, superioribus plerum 
kinalis. L. chryBantha Turo*. fl. baie. dab. I. 
)steum gibbiflorum Rupr. No. 32.) 



Vegelaiioii8'«Skizzen 4et Amurlaiides. f^ 

Die Vergleichung zafalreicher Exeroplare v^it L; chry-^ 
sanlha und L. Xylosteum zeigt, dass die Liinge derBlii- 
ihensUdie gar keinen Unterschied bietet, dass fern^ an den 
voB Turczaninovv gegebenen Elxeuiplaren die Bebafung der 
Siaubfaden eben so sehr absleht) als bei L.^ Xylols te^fiHi 
dass letztere allerdings nach oben gemeiniglich kahle , ' clie L: 
chrysantha dagegen oft bis hinauf beharte Staubfaden be- 
sitzt. Doch fihdel man bei den Blumen von L. chrysantha 
auch geiiug nur l^is zur Halfte beharte Staubfaden. Es 
bleibt mithin nur das langer gezogene Blalt Cibrig, ein Cha- 
rakter, der jedoch nur an den obersten Blatlern auiTallehd isi 
Auch hier besilzen wir von Turczaninovv selbst gegebene 
Cxemplare, die kauni in der Blattform sich untersqheideo! 
Wir halten daher die L. chrysantha nur fur ieine allerdings 
ausgezeichnete Form der L. Xylosteu^m. Das X.i gibbi- 
tloruni ist dagegen nicht einmal eine Form, sondern gehort 
lur L. chrysantha. Der Hocker an der Basis der Blumen- 
krone 9 auf weichen die Art begrilndet wird, findet sich bei 
vielen Blumen der von Turczaninow gegebenen Original* 
Exemplare eben so aufTallend, mitunler sogar noch starker aus- 
gebildet. Ueber die Beharung der Staubfaden hpben wir uns 
schon ausgesprochen. Diese ist bei den Original-Exemplaren 
von L. chrysantha starker und mindestens eben so abstehend^ 
als bei der Amurpflanze, deren Siaubfaden sich im Allgemei- 
nen mehr wie die der L. Xylostet^m verhalten« , 

35) Corylus rostrata Act. /?. mattdjuriCiD (C. mandjiti^ 

rica Rupr. et Maxim.). 

^ur eine leichte Form von C. rostrata, die in Tracht, 
Form der Blatter, Form der Friichte mi Beharung voUatin- 
dig mit der Pflanze aus Nordamerika iihereinstimmt. — Die 
Lappen der Blatter sind bei der Pflanze vom Amur starker 
vorgezogen und die Spitze des Blattes im- AUgemeinen mehr 
suMspiizL Doch ' finden sich auch bei beiden fast (Iberein* 
stimaiende Forinen. Ware dies abev audi nicht der Fall, so 

ir 



164 PbjiLkaliMib-B»tbeM*ti«ibe WiN«Mofaa(t« 

ist es bekannt, dasa die mehr oder weniger tic 
Blatter keinen Unterschied fiir sich alleki be^ 
Fruchte imd Fruchthiiller, welche hier enlschei 
gen gar keinen (Jnlerschied, wie dies aus der 
mowitsch dem Garten direct eingeaendeten E 
Torgeht 

43) Betuta davurica Pall. (B. Maximowi 
Hen* Ruprectil hat, auf die Angabe des 
mowitach hin, dass am Amur ausser der Be 
zwei andere Betula-Arten wadisen, von dent 
deh von selbst liisende, die andere eine sic! 
Rtnde beaitzt, die B. Maximowitschii aufg 
Reiaender bemerkt namiich iiber diese beiden 
der eine, eine sich von selbst abschalende Rini 
diese halt er fur B. davurica PalL; der and< 
sich nicht abschSlende Rinde und diese nennl B 
unserm Reisenden. 

Ebensowenig wie Herrn Ruprecht ist < 
lungen, auch nur einen Unterachied zwischen 
Exemplaren eingesendeten Art und Betula di 
su finden. Im Fiacher'schen Herbarium findi 
einem von Pallas stammenden Exemplare, ; 
Stuck Rinde von Betula davurica. Dieses is 
abgeschnitten. Da nun ferner kein Autor etwai 
len der Rinde von der B. davurica sagt, so 
gans sicher, dass die eingesendele Pflanze die 
und meglicher Weise c&e mit achiilfemder Ri 
Art ist. 

EJoige voD Herrn Raprecbt im Bulletin 
bearlheilte Amnrpflanzen. 

i) Lindernia Pyxidaria L. 

r Von Maxiuowilach auf dem (Jeberschwe 

gwetsten Schlammufer der'lnsela und'derUIer 



U^uri: baufig getatDttvll. Eine Tafel guter AtialyMi seitiMte 
Herr M. von den Bliraien tin* 



2) Phyltanthus u^uriensis Rupr. (tnss.)! 

Eine dem vielgeslaltigen P. Niruri L. jedenfalU sehr 
nah verwandte Pflanze, die sich jedpch durchgUfie (nichi 
furcliig geslreifle) Samen, wie es scheini, oopstant unier^^liei-. 
del. Auch sind die Blatter stets ipehr nach oben verdunnt 
and langer gestreckt. In diesem letsteren Cbarakter slehen 
ostindische , von H^yne gesammeltie Exeknpfare des P. Ni- 
ruri der neuen Art nahe< Die FrO^hte bei P. Nil^uri sind^ 
kald gestieU, bald sitzend, bald warsig, bald glali und geben 
keinen CJnterschied, weshalb P. cieinioniehsis Herb in. und' 
P. obovatus W. KU P. Niruri fallen. Herr Rtrpfeelit 
legt auch noch Gewieht auf daa Zusammenle^n der Bliitter 
bei P^ Niruri. Dies ist jedoch nur Polge de$ schldfi^uden 
2uatand«Sy in dem die Exemplare eingelegt sind^ 

; 

h I 

3) Polygonum perfoliaium jL. 

Am Amur und U^uri am Ufer zwischen Sieintti iitid UfeN 
gebtisch, auf den 'Wiesen der Inisdn. 

Herr MaximowiUch hat diese Pflante^ untef der B^- 
Keichnung Polygoneae eingesendet und eine Tafel Analysen 
beigegeben. Pei* riickwarts bedornte Stengel und Pflat||tstiel» 
triangelformige Blaster und statt dei; Ochre^n grbsse herzfbr* 
mige, krautige, slengelumfassende Stipein zeiclinen diese Pflanze 
besonders ana^ D«r 3*-8ei4igci'FMckknotflri bildiei iich m/einer 
fast ksgelfgen glfincend scbwaiiien Firuchl aus. .; 

• -p * . * * 

4) Glossocomia lanceolata (Sieb. ei Zucc. sub Cam- 
panumaea fl«jap. lab. 91) /?. obtusa; foliis apioe o.btu-, 
siuscuiis (G. UAuriensis Rupr. inss.K 

, .^nt^rac)^i4(|4 ,^:;^er4ipga di^rcb nic)ii ^pitze, sondevn 
siiimp^kii® Blatter. von G« lai^eolaU^ i|n4>^Yi^ ^s ^wt 



.06- PbfiiUliMh-DwtbwBRtiMibe WiMaaMkallaii 

lurch itSAer alutehoidend Kekfa. — H«nr Ruj 
det darauf im tnitgetheilten Manuscript eine nei 
Kimowitsch sammelle dieselbe zu Turme, an 
des U«uri, AD Bachen in Laubwaldern und ui 
Buf fruchtbaren Wiesen und in Gebiisch. 



6) Caalophyllum thalictroides Hx. (Le< 
lictroides L. Phlheirotheca cyanosperm 
et tab. 4.) 

Wiedenim cine Pflaniie Nordamerika's, welt 
witsch acn sadiicheo Amar in schalligen Laul 
waldsrn faauGg land. Die Pflanse gleicbt der 
vollstandig, nur ist bei dem un* vorliegenden E 
unters Stengelblatt geslielt und nor das obere 
beaitien jedocb auch aus Nordamerika Exenopla 
gen der Oiagoose von Torrey uod Gray fl. b< 
ein solchea ge»liel|es Blatt am. Stengel leigen. 
Caulophyllum, zu der auchLeonlice altai 
durch die Eigentbumliclikeit charakterisirt, dass < 
Kapsel im uureifen Zustande durchbrechen und 
dem die: Kapsel abgefallen, ab blaue kugeliga I 
dickem Funiculus stehen. Auch Maximowilacli 
Beobadituiigei) und griindete darauf die oeue G 

6) Adtke pumila Raf. (Mil einer Tafel Ana! 
sendet Urtica pumila L.) 

Am iiidlieben Amur in feucbten LaubwHJdi 
ligen Stellen, seltener aat SebUmeaboden adiatl 
gebiische der Inseln. 

Eine sonst in Nordamerika hitufig wachsei 
Pflanze. Unaere Pflanse stimmt mit der von T 
flore of the state of New York tab. 122 gi 
bitdang uberein. Die von nnavei^liehenea Exei 
aber ineist am Grunde mehr abgerundete BlBtter 



Veg«tftlt«m-6luiMn 4at Amttriandef. 167 

imr AmurpSante am ungezfifaiiien Grtmde steU k^lfSrinig sm- 
geapiiK^ sind. Wir sahea jedocfa amerikaiiisobe Pflanzen, die 
j^eA gleiolien Charakier zeigen. Die maiinliche BiuthenhiiUe 
der Acnorpflanze isi nach Maximowitseh meisi 2*, sdten 
3-tlieilBS* Torrey bildei sie als 3-^4^ihe]lig ab. — Unter^ 
schied^y die eine neue Art begriinden konnten, sind also nicht 
verkanden. 



3) Das uDtere Amurlaod. 

<^Aas Briefen des Herrn Maximowitseh an den botanischen Garten 

gerichtet.) 

Seit meinem tetsten Briefe, datirt Nikolaew August 1854, 
habe ich nur noeh zwei boianisehe Reben geinacht: votn 
7. — 20« September, den Amur hinauf von Nikolaew nach 
detn etifi^a 900 Werst hofaer gelegenen Posten Kisi, imd vom 
9. — 22. October von Kisi aua in einem Gillakenboote nach 
&«t Bai de Castries. Die er^tere Reise hatte ich die Absichi 
viel friiher zu untemehmen, da Nikolaew kein hiniangiich in- 
Veressanter Ort, um linger dort zu botanisireni zu sein scheint; 
allein der Chef der Amurexpedition war abwesend und erst 
bei seiner Ankunft konnte ich die BewilKgung eines Bootes 
mit vier Ruderem auswirken. Wegen der spaten Jahreszeii 
land ich nur Weniges in Bliithe, haufiger Regen und widrige 
Winde liessen mich viel Zeit verlieren und es wat mir EUe 
empfoMen, damit das Boot noch vor deai Eisgange nach Ni- 
VoViAw zuriick sein und anderweitig dienen kdnne. So ViaVle 
ich denn nur wenig Zeit zun eigenUMien S«vAme\n. Bei«n 
huf&uge naeh de Castries halte ich die Meeresfiova \va ^^%^- 
Ich durchreiste die Bai eine Woche lang i|^ alien K\cViV«Bfe««^» 
nit und ohne Dredge arbeilend, aiiein auch bi©^ ^^^^^ ^^^ ^^ 
beute (etwa 17 ArCen) unter m^iner ErwanaoS' ^^JeU 
nmd nachv. Middendorff die Herbslwinie i«^ ^ \^x\i^^ 

Metre die reichste Algeabeule dem Lande «airi^*^^^'l >&««»• 
J«t Umgtkehrte der Fail: mil der apateren %H^^*^ 



168 I'lif<ik*liidi>- niallMnwtiiche WUienHibaften 

rum Winde aus NW., wehen fast obne aussuseti 
ten Winter hindurch und wechseln erst iin Frul 
jern Winden ab, Bcbwemmen also im sogenanntei 
SoK nicht Murnichts Neues ans Land, sondernjul^ 
jas Al(e noch mit sich fort, wenigstens sah ich 
reichere MeeresHora und mehr Auswurf als jelct i[ 
Uit ineiner Riickkehr nach Kisi richtete ich mich 
Jeberwintern ein und begann ein meteorologist 
las ich mit moglichster Regelaiassigkeit bis jelzt 
ind bei meiner Sommerreise in Dr. Weyrich' 
refalligen Weilerfuhrung ubergebe. Meine Beobe 
]en waren bis ziim 1. Januar 1855 von 9 Uhr 
ille drei Stunden also acbt Mai laglich und jedei 
lals 25 Beobachhmgen in 24 Stunden. Vom 1. 1 
etit aber wegen unumganglicber UnregelmSssigk' 
ichen tieobachtungen in einem Orte, wo ausser 
aur noch eine verdorbene Ubr vorhanden ist, di 
7, 9 Vormittags, 12 MittagSi 2, 3, 9, 10 Nachuit 
U. jeden Monats wie friihen 

Was di« Wtnde anbelrifll, habe ich das ge\ 
lultat schon oben angeriihrt; sonst fiihre ich nc 
ler erste Schnee am 9. October fiel, am 14. Ni 
^luss gefror, die grSsste Kalte ( — 30") am 16. F 
itettfand, und daas der Fluss am 8. Mai n. St. ; 
IVinter 1853—1854 bedeckte sich der Fluss mit 
>l3 27. October a. Si. (8. November n. St.), giog ai 
QafafrtUterer Jahre Bind nicht. vorhanden, da K 
■egriindet worden ist. Weitere.Resultate Itann Jc 
Jiciien, Weil <be Materialien nocfe unbeArbdtetlie) 
;emeinen gesagt hat Kiai, das mit der Bai Ab C 
ich in derseiben Breite liegt (51" 27' N.), ein mi 
lis Nikolaew, das elwa 50 W. von der Aaiurnriin< 
53t & circa) nameatiich starkere Schneestiirmc 
ningt. Auch der Amur geht viel spater in N 
Heine Winlerarbeiten , ausser dem mefeDr«logis< 
waren: Durefaai1)ei(en der geaammeltea Pfianseo, ' 



Vegetetieius - Skiszen de« Amarland^s. J69 

verzogerl durch zeiiraubende Analysen und Zeichnen der Blti^ 
mentheile, nichl bis zu Ende habe durchfiihren kdnnen; Be*- 
reicherung meiner Kenntnisse in der Landesspracbe fiir kiinf- 
lige Reisen, Worterbuch etc. Endlich machte ich eine Weih- 
nachtsreise nach Nikolaew mil Hunden, wahrend welcher ich 
Gelegenheit halte, Manches iiber Sitten und Lebensweise der 
Eingeboren^i za bemerken, was ich im Sammer nichl hatte 
beobachten konnen. 

Ich lasse nun, auf eine Sammlung von 317 Arten hoherer 
Pflanzen ^) gesliitzi, die vom 12. Jnli bis zum Herbst 1854 ge- 
sammelt worden, eine kleine Skizze der hiesigen Vegetation 

folgen* 

£)urch meine bisherigen Reisen habe ich kennen gelernt: 

die Kiiste^ die Inseln und die nachste Umgebung der Bai de 

Castries^ das Ufer des fast siissen Limans des Amur, niit de& 

Kiistenwaldern und den Amur yon der Mundung an bis etwa 

350 Werst aufwarts. Das Innere der grossen Halbinsel, die 

so durch den /ast rein von Siiden kommenden Amur einer-^ 

und dem Liman sammt dem tatarischen Golf andererseits ge- 

biidet wird, so wie das Land, das $ich vom Amur nach Nor- 

den bis zMm ochotskischen Meere erstreckt, habe ich zwar 

selbst nicht besucht, wage aber auf Aussagen Anderer und 

zuui Theil auf eigene kleine Ebccursionen gestiitKt, die an den 

Ufern und Kiisten beobachteten Verhaltnisse auch auf das 

Binnenland auszudehnen. Hiernach ist es ein Plateau von 

ma^^iger Hohe, hier und da von Bach- und Sumpfthalern 

durchschnitien und von Hiigelketten durchzogen , die sich ef- 

ters ^^^ Bergc^n von etwa 2000' llohe erheben mdgen. Gegeii 

dj^ Kiisle und den untern Amur hin fallt es in steilen Abhan- 

gi^O, sehr oft in steilen Felswanden ab, wahrend hoher hinauf 

siiellenweise nur isolirie Hohenziige an dep Amur herantteten 

und zwischen sich ein weites Flachland lassen, durch das sich 



^) Wozn kommen: 15 von Herrn L. Schrenk in der Bai Hadgchi am 
westlichen Ufer des tatorischen Golfs (49** 1' N.) und 11 Yon Df. 
If eyrie h Im mitfleren Sachalin gesainmelte Pflanzen, die ich hier 
tt#ch nidH btobftcbtet habe« TotahiiBime 343 Speeies. 



) PliyiikalUcti-taatliamatuclie WliieMnlnUei 

c Strom in vielen Armen und durch unciihlig 
.e und noch id der Bildung begriffeoe Jaseli 

dass oft, von einein seiner ilachen Ufer zi 
'8sen, seine Breile 30 und mehr Werst betr 
tion etwa 50 — 30 Werst von seiner Miindung * 
lige und steile niit ilachen (Jfern ab, zwischej 
twangt crreichl der Strom eine Breite von el\ 
hrend er, sicli zwischen lelzlern ergiessend) 
elreichen Landsee a\a einein Slreine ahnlicb -. 
Ueberall, soweil ich das Land besucht, ist 
inter Nadelwald, in dessen ZusammeDsetzung 
I stch jedoch, Je nach der Oertliclileit, seh 
terschiede bemerkbar mac hen. Der gamze 
leint mir uin die Bai de Castries einein rai 
igeseUt 211 sein und eine dunnere Huinusdeck 
r Wald besleht aus vofherrschender Picea o 
[i Abies sibirica lind in weit geriagerem . 
tirica, und als Unterholz Pinus Cembra ' 
mischen, weiter ins Innere hinein und auf den : 
;r Tundren scheint Larix vorherrschend zu ^ 
lime sehen Kiemlicb kOmmerlich aus, sind von 
:kt, uniniUelbar an der Kiisle krumm und sel 
ndick, obgleich die Jahresringe ein bohes Alti 
lid von derselben Zusammenselzung lindet a 
lUr uberall, wo das Plateau ^n ihn herantrilt, 
tilzlere Lage und die viel haufigern sanft 
ecken und Bachthaler, so wie die dickere t 
tm ihm ein anderes besseres Ansehen. Ich in 
m, die 4' uber dem Boden gemessen 9* 1" tl 

3^ uber dem Boden l(y 5" Umfang hatte, die 
. Jahresringe ich zahlen konnle, wies einen J 
1 1' 7" (5f uber dem Boden) und 190J«hre 
ies sibirica halle die dicksle geaehene 3' ut 
5" Umfang; voii Picea obovata halte eioe I 
den V 2y Uurchmesser und 160 Jahresringe, 
derselben Holie 9' Uiufang, VVjihrend liings de 



Vegetations -Skkzen des Amnrlandes. 171 

mitten im VValde kaum ein Laubhols entdecken iasst, mischen 

sich dem Nadelwald langs des Amurs, wenn aiich sparlicb, 

Sorbus aucuparia und sambucifolia, Betula alba und 

Alnobeiaia fruticosa Rupr., Populus nigra und tre- 

mula bei. Stosst man aber auf niedriges Amurufer, sanfte 

Abhange oder grossere Flachlandsirecken, so sieht man die 

Abhange metst mit leichtem Larcfaenwalde bestanden, der sich 

auch anderseits auf moorigemBodenfindet; auf Alluvialslrecken 

treten Birkengeholze oder Waldchen von Populus nigra 

oder tremula oder endlich gemischter Laubwatd auf, der 

dem Auge nach der finstern EintSnigkeit de& Nadelwaldes un-* 

aussprechlich wohlthut, und der sich wohl, nur armlicher und 

einformiger, auch iiefer ins Innere hineinzieht. Den Nadelwald 

umsaumen iiberall, wo ein weniger steiler Abhang das Herab- 

fliessen von Erde ermoglicht, Laubbaume versehiedener ArL 

An der Meereskiiste findei man Sorbus aucuparia, Betula 

alba und davurica? Acer spicatum Lam. (Dedyle in- 

colarum, Sambucus racemosa; in Bachthalern gesellen 

sich auch Alnus incana /9. hirsuta undPopuli hinzu. Am 

Amur findei man ausser dien genannten noch P run us Padus^ 

Sorbus sambucifolia, Quercus mongholica Fisch«, 

Ulmusy Crataegus und Pyrus. Einige Fraxinus-Baome 

sah ich nur an einem Orte. Dieselben Baume biiden aucb 

den reitien Laubwald^ in dem als Unterholt wachsen: Cory- 

lus rostrata /?. mandjurica, Cornus, Spiraea, Rubua 

Idaeus, Sambucus racemosa, Rosae, welche letzteren 

auch, nur in andem Arten, sich an der Kiiste vorfindeti. 

Die Krautervegetation des reinen Nadelwaldes ist sehr 
einformig: wo nicht Ledum palustre van lalifolium altes 
Andere verdrangt, bedecken ii^ngeheuerer Menge den Hyp- 
nuoi-Teppich Linnaea boreaiis und Cornus canadensis^ 
Sellener sind Oxalis aceiosella, Trientalis europaea, 
Lycopodium (clavatum), Equisetum sylvaticum^ 
Pyrola secunda, Gomphopetalum sp., Smilacina 
bifoiia, Smiia^ea sp*? an grasigem Stellen Smilacifia 
davurica, an llcktem Stellen und Waldrandern Smilacina 



172 PlijiikBtiHh-matlwiDklJMlir WiMfnMtbofte 

trtfolia. Wo eine S|)hagnuii)-Decke statt d 
Wiese auftrilt, wuchert Goptis trifoliata, an 
stainmen Circaea alpina, an nassen Stellen z 
dodendrumchrysanlhum?, auf schwammigc 
Boden und quelligeii Stellen fand ich (urn Niko. 
nium praestans, und durch den VVald zerstrt 
wurden gefunden: Goodyera repens; die sci 
Eschscholtxiana? Chimophila umbelli 
ehiorantha, Hypopiiys multiflora, Plati 
An grfissern Waidbaclien wachsen 3 Arlen Ros 
cana var. hirsuta, Kibea ap. 2 und 3, Lig 
rica, Poiemonium coeruleum, Acanitum 
palustris, Iris fl. coeruleis, Saxifraga 
Viola sp.? In Bergwaldem sail ich Vacciniun 
Equisetum hiemale, Listera cordata?, I 
Phegopteris, fleckenweiee grosse Colonien voi 
fl. lilacinis und (ibrosa; Rubus Chamaem 
dodendrum chrysanthum? wird haufiger ^ 
auf hohern Berggipfeln sieht man entweder ein ( 
Pinus Cembra pumila-, dessen den Abhang g 
abkriechende Stamme dein Vordringen ein fast 
lidies Hinderniss en(gegenstellen und dem eicb 
drum chrysanthum? in grosser Menge beigese 
kohle steinige Fl ;, die wie auch ahnliche an 
kiisle, ein paar verkriippelte Alnaster, Zwergt 
Cembra pumila und einen Teppich von Em 
grum? mit dazwischen gesaetem Vaccinium ^ 
und einer Ericacea? und auf vollkommen kal 
truminer spiirllche Ansiedelungen von Polypodiu 
und Sedum cyaneum? darb^en. Ich keone i 
Dige solcher Riicken und fuge zur Vervollstdndig 
sagten hinzu, dags ich am Amur diirre, mil Get 
ateile Abhange besUeg, die, so weit das Auge I 
dieselbe Vegelation dariubieten schienen. Sie wi 
Uch uod bestand aus Saxifraga bronchialis, i 
si^QUen Lichenen, Polys tic hum fragrans, M 



VegretfttBons-SkiBzen des AiiHirt««i(fe9. 173 

mehr nach nnien zu Umbilieas spinesus? Papaver <nu- 
dicanle; Corydaiis sp« flaviflora, Calyslegia s^epiutn? 
fkroseis, PatrinU rupeslris, Thymus Serpyllum Po- 
ly.p^diumArulgare. Wo einzelne Larchenbaume sicb ansie- 
ieln konnlen, war Alies mit V^i^ceinium Vitis Idaea bedeckl, 
das eine anglaubliche Ernte gans eigenlhiimlich grosser und 
schmackhafter Beeren ftir den Winlervorraih der Bingeborenen 
liefert und ^swegen auch '^ die Beere (als')*' par pr^fereti<!e 
heisst Wo nocb mehr Waid sicii heimischt, trilt in grosser 
Ucoge BJiodo^ienvlTum diiurivtim auf. '^ 

Die Rander des Nadelwaldes mit ihrem Laubbelzsaume 
sind ergiebiger und interesaanter^ Hier wachsen haufig; Vcl- 
ratrum album, Spiraea Aruncus und Cimicifuga sim- 
plex, Actaea rubra, Aconila, Clematis fol. biternatis, 
Viciae, Ptarmica sibirica, Hemerocallis flava?Saus- 
surea sp.? Cacalia hastata,^Q^eranium sp.; seltener schon 
sind: Cacalia auriculata, 'Sanguisorba tenuifolia, 
Mulgedium?, Impatiens noli me tangere, Solidago 
Virgaurea? Lathyrus, Halenia sibirica, Lilium spe- 
ctabile und Lilium Martagon, und nur an einzelnen Stel- 
len findet sich: Chrysosplenium n. sp., Epilobium alpi- 
num, Stellaria sp. viridis. — An feuchten Abhiingen ist 
haufig Pedicularis resupinata; an Felsen wachsen: Poly- 
* podium vulgare, Sedum Aizoon, Polypodium sp.^ 
Seda planifplia, Artemisia borealis? Valeriana of- 
ficinalis? Umbilicus spinosus? und nur auf den Inseln 
der Castrisbai fand ich: Potentilla sp. nova? Leucan- 
themum sp.? Hedysarum obscuruni? Pisum mariii- 
mum. Wo das Laubholz eine grossere Ausdehnung gewinnt, 
also am Fusse von Abhangen mil geschiitzler Lage, an Biichen 
auf fruchlbarem Boden, welche Verhallnisse sich am Amur 
weil haufiger als am Meere vorfinden, gesellen sich zu den 
genannten nochhinzu: Clematis fol. ternatis, Thalictra, 
Corydalis pauciflorae aff. fl. coeruleis (Kisi, April), 
Spiraea n. sp. et aliae, Galium sp., Xylosteum Maxi- 
mowitschii Rupr., Artemisia No. 8 und II (iatifoliae 



174 PhTiikkUMfa-nithemtiiebe WitMnMbtifla 

aff.), Seoecio palmatus, mehr an Bitchen, i 
scurus?; TragopogoD?, Campanula sp., 
glomerata, Lamiuin?, Polygonum ap,, Pici 
Die oben rrwahotea WSldehen und Geh&lze 
Birkon, E^peti wejchen nur insofern in ifarer Kr 
der des gemischten Laubwaldea ab, als in Polge 
ren Lichlbeit und Trockentieit, breitblatlrige For 
ralrum und ahnliche, die dem letztem den SU 
rer Ueppigkeit aufdriicken, jenen fehlen, dagegon 
GrSser vorfinden und twiaciwn ihnen Cacalia 
Lathyrus? 

(ScbiM* folgt) 



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wissenschaftliche Kunde 



von 



Russia n d. 



Herau9gegebeii 



von 



A. E r M 



8iebzehiiter Band. 



SBweltes H^ft. 



Berlin, 

Druck uod Verlag von Georg Reiiner. 

1858. 



YegetatieBS-Skizzen des Amarlandes, 

gesaromelt Ton dem Reisenden des Kaiterl. Botanitchen Gartens zn 
St. Petenbnrg, Henm Maximowittch; 

nebst Bemerkungen &ber die ton dentselben eingetendeten Baame and 

StrSucher, Totn Director E. Kegel. 

(Schluts.) 



Der Wald mil seinem Unterhols uiid KrSuterwudis nimml 
Mllig die ersle Stelle in jeder Vegetalions-Sfcizte ein, um 
wie viel mehr in diesem Abriss, der iiber ein Land handel^ 
das ein wahres Waldmeer ist, in dem Wiesen, Gragsfimpfe^ 
Briiche und Haiden nur sehr kleine Parlien einnebmen. Tun- 
dren , oder was hier der Russe mit diesem Namen befegt, 
scheinen allerdings alle mehr deprimirten Landes^recken des 
lanera einzunehmen, allein nur sehr sehen werden sie den 
Namen Tundren, mil denen man im Norden weite banmlese 
Moorstrecken belegt, verdienen. Hier sind solehe FMehen 
meisi; mit Larehengestrupp bestanden und tra^n Oxycoe-^ 
cus palustris, zwergarlige Weiden; Ledum palustrela* 
lifolium, Rubus chamaemorus, Cassandra CftlycU'^ 
lata, Pedicularis sp. 

Unter den Landstrecken die nichf mit Watd bedeckt smd; 
scheinen noch die meisien durch GeslHippe eingenommen sir 
sein. Auf unfruchtbarem und nidht zu nassem &)den (Haide^ 
boden will ich ihn nieht nennen) isi Alles von Ledum pa^ 
lustre bedeckt; darunier wachst Vaccinium Vitis Idaea 

CnDans nuss. Archiv. Bd. XYII. II. 2. 1 



176 



Physikalisch- mathematischo Wissenschaften. 



Aniennaria dioica, Viola (sylveslris?), [ 
umbellatum. Anderer Art sind ganz von \Val< 
sene Gestriippe, die wohl zumeist an durch Wal 
slorten oder besonders ungunstig gelegenen Steller 
und aus einem dichten Bestande von kleinen Lari^ 
Acer, Salix zu bestehen pflegen. Von Krautei 
bios ihnen zukommend, Aniennaria margaritac 
doch ist iiberhaupt ihre Flora eine sehr Urmlicl 
Ufer deS'Fftiises nuke, so seizt si^b dar i&hettG 
ders zusammen: Corylus, Acer, Sorbi, Spira 
nus, Aralia?, Rosae spielen di^ Ha^piroUe unc 
sich einzelne Bauine von Populus tremula, ni 
veolens, Beiula alba,, Quercus, Alnus, Sal 
reiehen Krauierflor, die der lichterer Waldrander 
waldehen ahnlieh ist 

Eigentliehe Wiesen, wie sie das nordliche u 
Europa hat, mit ihren mannichfaltigen Gramineen, 
d«m so vielfabigen Bimneiiflor, suchie iqb hier 
Aufgeschwtmiiiles Flachland« Stellen, wie kjeine 
an die das M^er oder d^ Fluss neues Land <anseta 
sicby w«nn am Meere, meist mii Efymusi, oft 4' 
mH on . Buy^sboher CaUmagrostis; an siMsen 
aMft.ttiii Caiamagrostis*Arten. Von Pflanec 
difisen ei»en Mens^hen an Hdhe ofi iiberragendi 
dem bieimiseben, erwabne ich fin* alk Wiesen aU, 
eigendiadiliob^/PflaQse StelUri^i radian^s wd 
rbgerem MalseEJpilobium angus|i£oli,uak Vik 
undi any Rande 4er&^lben waobsen: die scbooe I 
Poly^OBum Bistortu,: Artemisiae, schon m^ 
bar an^.Me^re, Pisuui?, LinaTia vulgaris. * 
Auf den unmittelbarer Wirkung von Ebb^i UM 
g)»aelzten DUnen witehsei: Hoackenega pepl« 
xuna^ Spergnlaria media, Glaux maritimj 
nia.berbacea, Triglojchin maritiniuni> Po| 
seiina* . j 

, D%$ CaJaniiSgr<ostis 9n sUi^^n Gewaisenv 



i < 



VegfttatUmt-Skiszen det Anmriin^et. {77 

Rosa sp. 2, Roffd alpiita? sowie Rasa fnicia aut^pyri* 
formi, auch wohJ Crataegus lind Pyrus in eitizebien Bjwi- 
men/) sowie StraitcMein von Vibtimcim Opulus? Aa8d6r 
den genamiten Hauplpflanzen (Stellaria radians undEpi- 
lobium angustifolium) kommen ihnen lu: Tbermopsis 
fab ace a? Thalietrum aquilegifoliu-m? Galium verum, 
Artemisiae, Linaria vulgaris, Ghenopodiuoi album, 
Viciae, Scutellaria sp. (galericulatae aff.), Tanacetum 
boreale, BupLeura, Mulgedium sp., Bidens tripariita, 
Galeopsis Tetrahii, Geraslia, Erysima. 

Die angeftihrte Vegetation findet sich, wie gesagt, an of- 
feneren und trockenemn Stellen von Vorgebirgen imd Fiuaa* 
caps, Landtungen etc., jedoeh nur, wenn der Mensch ihnen 
freind bieibt. Gewohnlich aber w&hit sieh der Eingeborene 
solche Stellen, um sein Dorf anstilegen; sie gewahren ibm 
freiere Lage, besseren und niheren Fiscfafang in der bier ge>- 
wdhnlich starkeren §trdmung; hier baut er auch seine Palli- 
sadenreihe in den Fluss, an die er Netze bindet, welche ihm, 
ausser dem Fischfange vom Boote aus, immer einen Vorrath 
von Fischen bereit halten, den er nur jeden Morgen abzusam- 
meln braucht. Mit seiner Ansiedelung veranderl er unwill-^ 
kuhrlich die Physiognomie des Orles; alle nichl zu oft belre- 
tenen Zwischenraume zwiscben den Jurten und qin .weiter 
Rauoi ausserhalb derselben bedeckt sich mit einem Gebiisch 
manrishaher Artemisiae (vulgaris etc.), (welche den Gil- 
laken ebenso begleitet als Datuta Stramonium den Zigeu- 
ner oder Bunias orientalis den Kosaken), und zwischen 
denen haufig wacbst: Urticadioica, ein unentbehrliches Ma* 
leiial zu Zwirn^ Schnuren und NeUen, die der Jurtenbewoh- 
ner sich kunstreich daraus zu bereiten VerstehL*) 



i) l^n Pyroft-Stftmm, 3 Fuss liber dem Bodeti gemtisen, wo er tich 
in Aeste t}ieil(e, liatte 3 F«st Um(iMtg. Ein etw» 15 Fuss holier Cra- 
taegus mafs 3 Fusr uber dem Boden an Umfang 2 FnsS 5 Zoll. 

>) Im Herbste weriien Me Stengel gcschniltei^ eingeweicbt, im Winter 
getrocknet 'iindi in Bindel 'gebOndeny gegen- das Fr&bjabr bin die 
Stengel mit einem ilacben spitzen Holxcben ^ei^Uen vndl ftacbge* 

12' 



X 



178 Pbjiikmllieli-iiiatheinaUuiha WitMmdufUn. 

Weniget haufig Irifft man in den ArtBinisia-Ge 
tail Cannabis saliva /?. daurica. — Die gewdhni 
Menschen begleilenden Schattpflanaen wacbsen hier a' 
nenne: Capsella Bursa, Chenopodia, Polentil 
wegica? und anserina, Geum urbanum. 

Auf jedem jiingst angeachwemmlen Lande, sei 
den grSsslen Theii des Jahres unter Wasser oder s* 
grbsseren Ueberschwemmungen unlerwx)rfen, fiadel i 
lamagrostis-Wiesen. Wenn der in seinem vei 
Flussthal in mehreren Rinnen flieasende Strom iwitcht 
aolcher Binnen sine Grasbank so weit erhoben hal, 
btjia niedrigslen Wasseraland (i'" Spalherbst) zum '' 
.kommen kann, siedein sich sogleich Salicea daraul 
wtnngleicli Tast das Jalir ufaar mehrere Fuss unlei 
zu groasen Sirauchern warden und nach beiden f 
Gebiel, es cugleicb mil den Wurzeln festhaltend, di 
Reihen junger Scfaossen oder Samlinge erw«l«m. 



iliiehen and mit ebem aodeTn Hotze lo lange getlricl 
■icli zerrasern nnrl die gewonnene Fa«er wird nun aaf t 
meisi Ton Weibetn g^iponnen. Haben dicaelben sich ilir 
bereitet, lO ill ilie Weiberarbeit Rctlian; allea Oebrige 
■icbe. Der ID SchnuT beiCinimte Faden wird aaf ao i 
gewickelt, aU die Schnar Strange baben loU; die S^in 
auf der Jorlenbank festgeiteUt, ein Stuck Failen wird vol 
cine an einem Deckenbalken befestigle Ocae bia beinal 
Erde geleitet nnil der iibrige Faden vor rieni lich Abnicki 
Die durch die Oeie geleiteten Faden werden an eine 
Spindel gebenden, die aa lange in kreiiformiger Bewe^ 
wifd, bia die Scbnor genagend leit Buaammen und in 
die krei*«nd« Spfndel bia faat anrDecke binanfgeriickt 
lUMDiinengedTebte Stuck SclinaT nird Don aaf die acbv 
del gewickell and TOi detn aicb Abwiakein geachiitzt. 
wird nnn top den (eitalehenden Spiadeln abgelasaen, d 
feiligt und di« Aclwit fortgeaetil. Die Schnura gebc 
maiaigkeit and Fetligk«it guten Sorten nnaerer Hsnfa 
aach und aind oaaientlicb »S» Netce in Waiter, s«btei 
nickl zn nnteracbeiden. 



Vegetations -Skiiien dei AmarlaiHles. |7^ 

der S<^hnur gepflaitst xieben sieh die Weiden im Fiusse hin, 
schliessen sich an eine altere, schon dichter bestandene Insel; 
an Oder umschliessen ringfdrmtg ein kleineres oder gr^seres 
seenartiges Wasserbeeken , den filelen Aufenthait unsihiiger 
Wasservdgel. Hicr nun i6gdrt aucb Calamagroslis mil der 
Ansiedelung nicht und gewinnt langsam, aber unaufhaltsani, 
von dem festen Hinlerhalte der Geslr&oehe aus, der oft mtl 
voiler Gewalt voriiberschiessenden Strdmung Raum ab. Nur 
da, wo ruhiges Wasser is*, umsaumt sich eine solche Wasser*^ 
wiese mil Polygonum lapathirolio aft, P. hydropiperi 
aff.?, Chenopodiuin album (fadenhoch) oder je nach der 
OerlHchkeil mil Phragmites, Scirpus lacuslria?, Equi^ 
setuin ijmosum. 

Auf sHIIen Dnliefen zwischen den Weidenreihen findet 
man ausgedehnle Wasserwiesen von Panic urn sp. mit da* 
zwischen gestreuier Beckmannia crueiformis, wo eg 
noch flacher wird Scirpus sp. Wachst eine Calamagro* 
stis-VViese allmalig aus dem Wasser heraus, so lichtet sie 
sieh mit der grosseren Trockenheit immer mehr und es findet 
Moglichkeit zum Fortkommen: Mentha arvensis?, Vero- 
nica spuria?; Inula caspia. Dann Dianthus sp., Mui*, 
gedium sp.?; endlich kann der Wind den Inselsand fassen, 
den mit der grossern Trockenheit Calamagroslis allmalig 
verlassen muss, ftihrt ihn zu welligen Diinen auf, auf denen 
dann Corisperma, Orobanche sp., Artemisiae, Asler 
sp. sparlich gedeihen. Wo dagegen Weiden die Insel zu bil- 
den geholfen und sie erobert haben, wird sie hoher und hdher^ 
die Weiden zu Baumen, Cornus, Rosae, Spiraeae, end«^ 
lich siedein sich Populus tremula und Betulae an und 
am Ende wohl auch Nadelwald. Auf dem stels feuchten Bo- 
den unter dem Weidengestrauch siedein sich an: Ranunculi, 
Caltha, Nasturtia,Lythrum,Gnaphalium uliginosum, 
Lysimachia davurica, Polygona, Veronicae etc.; an 
etwas nasseren Stellen oder unmittelbar am Flusse auf Sand: 
Bothriospermum aff. Kusnetzowii, an feinbegrasten Ab- 



180 Phyi}kid»eb»niAUiematMdi« WissensebuCten. 

hatigen: Diantbus^ Trifolitim Ldpinaster, Agrimonia 

piiosa? 

'. Eine int^ressmite Atisbeute gewahrt der utimiUelbalr den 
Flasd uoisaumende Ufersireifen , der sandig odet, wo Saehe 
wQnden, alellenweise etwas smnpfig, itiebrere seltene und sons% 
Qirgenda heobachtete Pflaneen tragt, aftein Uider in ^eltenen 
und zerslreuten Exemplaren. Sie k5imen kaum (Jeberbleibsfil 
friiherer Monate^ Spatlinge seiii: solcfae wiirdeo sieb iai WhU 
deaschaUen erhallen; leh: glaube aie als van anderswo h^r* 
geschwemiiiie GSsle, Fremdiinge am untern Amur ans^en 2u 
durfen, 

Uneiltsebiedefi muss es fiif s Erste bleiben, ob der Amur 
selbst vom Siiden her oder die ihm von Nord aua dem Sta- 
nowoigebirge zufliessenden Fllisse (Amgun^ GarSn £.0.) die 
grBssere Anzahl dieser Seltenheiten herabbringen, die ich mebt 
am linken Amurufer gefuDden, von dem ich jed^ch eine viel 
klein^re Strecke kenne, als vom rechken. -^ Am haufigsten 
und beiden Ufern zukommend isi Hypericum sp. (von Sii- 
den hergekommen?)y ziemlich hauGg ist noch Telrapoma? 
sp.; allein selten und sehr sfeUen sind : Masus sp., Gna- 
phalia??9 Hippuris sp. nana, Anlhemidearum genus 
novum? 

£s bleiben nun noch die Siimpfe und Briiche, $o wie die 
Vegetation der Seen und Fiiisse selbst zu betracht^. Die 
Sielle unserer GrassUmpfe vertreten meist nasse C a lama* 
groslis*Wiesen; GrassUmpfe traf ich sehr selten und kann 
daher wenig Allgemeines iiber sie sagen. Einer unweit Ni-^ 
kolaew hot ausser Gentiana, ahnKch der Pneumonanthe, 

* 

noch: Cicutae, Sia, Comarum palustre?; Nauenbur* 
gia ihyrsiflora, grosse Carices, Scirpus lacustris? 
und ffylvaticusy Iris Pseudacorus? 

Von Brbchen und Seen umgeben kenne ich nur eine 
kldne Probe auf Cap Tschickrach und den See Kisi, ob- 
gteicb die hiesigen Karten vom linken Amurufer nordlich eine 
Menge Seen aufvveisen. Der See Kisi hat^ hohe Ufer; der 
kleine See des Cap Tschickrach ist von einem schwarzen 



Ycigsotaliomi-SkiKaeii dm A«urbuiile«. Jg] 

Moorbo4eQ umgeben, in dem imd um* den Sinprlnicarpits 
kamtBcliaUcus, Lobelia sessilifoliay Filixsp. magnli 
wacbsen. — ^ Im Amur selbst endttcb in . flacheren . iriibigeri 
Bucblen sehr baufig: Limtianlhiemum nymphaeoidea?, 
ilanuncuius aquatilis panlolbcix, Polamogelon sp, 
(perfoliatus?. a. fl.)» Scirpbs sp. sing.; zwiscb«» den la- 
sein imd Wddengebiiacben m rubigem Wasser Trap a sp. 
ttaeh der Aussage der Eiogeborenen. 

Obgleich tcb den besucbten Landesfcbeil nacfa kaum nidm 
ak sweinionatiicbeiii Botanisiren im Uerbsle tind Spatsommer 
kenae und das in dieser Jabreszeit Gefimdoie auob auf viel 
blereMaoles in den iibrigen' Sommermonaten acbliessen iasst, 
glaabe ich doch die erste Oelegenbeit ergreifen su musseiiy 
um den AnMnr bober binauf kennen zu lernen^ SeIn von jehh 
seiU dea dSsten Breitengrades berkommender Lauf und die 
Eraahlungen der im vorigen Sommer von 5ibirien Herabge- 
kommenen, sowie bei Eingeborenen eingesogene Erkondigun^ 
gea lassen ein ganz anderes Kbma und eine reicbere Ve^- 
taUon erwarteuy als z. B. die Breile von der Bai de Caslries 
(51® 270 und das ungefabr in derselben Breile gelegene Kisi, 
die siidliehslea bisber von mir besucbten und nodi von Russen 
beselzlen PunLle mil ibrem rauben Nacbbar dera Meere bie- 
ien koimen. — Es ist mir gebingen vier Kotakcn bewitligi «u 
erbalten, icb babe mir zwei Gillakenbote angeschafft, etnen 
Eingeborenen als Fiibrer geasielhet und bin ferl% in i^ 
nacbaiea Tagen abzureisen. Wenn die Umslande sonii giihv 
slig sindy so gedenke icb den Amur bis mm Umri und in 
dieaem fast rein nach Siiden so weit bineinzugefaen als mdg|- 
licb sein wird. Sind die Karten ricbtig, so bildel der U^uci 
die Forlaelzung meiner auf dem Amur sebr nach Siiden ^er 
benden Babn und erstreckt sicb bis zum 44sten Breitengrad. 
Nach Erkundigungen sind sdne Ufer von einem Tungusen^ 
stantftty den Orolscben, die aach.de Caslries und Hadji be- 
wobneUy beselzl und baben keine grosseren, ja vielleicbi uber- 
baapt keine mandjuriscben und cbinesiscben Anaiedeluiigen> 
ein sehr g«nsliger Umstand zum UBgehinderien Weiierkoqir 



f 



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^g2 PhysUuiUBCli'tiiftthemaiUctie Wittensoliaften. 

ineti. Da ich bald nach dem Eisgange aufbreche, hoffe 

bis zu Ende August in fast 4 Monaten recbt hoch hinaui 

kommen , um so mehr, als es im ersten Friihjahr wenig 

samoieln giebt und die ersten 200 Werst von Kisi aufw 

von dem s<^n im vorigen Jahre besuchten wenig abweic 

miissen, ieh also im Beginn und am Ende der Reise eilen k 

In einem rauhen VValdlande ohne andere Commumc 

nen als Fliisse, entfernt endlich durch ungeheure Slrecken 

jedem mit mebr MiUeln ausgeriistelen Landstiiche Russls 

ist e<» unm5glich die Transportmiltel und Menschen zu erh 

die ich in giinstigern Veiiialtnissen zu erbaJten sicher 1 

kSnnte. Die ResuUale, die ich bekommen werde, gehe 

ausbleiblich mit den MiUeln zu ihrer Erreichung Ha 

Hand, d. h« sie fallen armlicher aus als ein ebenso 

Aufenthalt in einem fur ahnliche Unternehmungen giii 

ausgestatteten Landstriche ergeben wiirde. Dies gilt n\ 

lich und hauptsachlich von der Anzahl und dem wenig 

ten Zustande der gesammelten Exemplare und leidev 

auch von der Specieszahl, die durch die Langsaaikeit 

Unmoglichkeiiy mit der man von einer interessanten Q 

keit zu einer andern kommen kann (nie komme ich i 

birgOi so dass ich Sammlungen machen kann!), natiirli 

S eine geringere sein wird. Ich werde thun was u 

R^en, stiirmisches Welter und unvorhergesehene 
kSnnen aber alle Anstrengungen zu Nichte machen, 
bitte deswegen im Voraus, von meiner Reise, die 
voA Wersten zum Theil noch von Europaern unb 

I Landes umfassen soil, und bei meinen geringen T 

mitteln keine grossen Sammlungen zu erwarten. Inn 
sten Falle kann ich nicht mehr als das mitgenomme 
mit Pflanzen fullen und die Sammlungen heil na 
sehaffen, allein au( zwei vierrudrigen Boten und net 
unumganglichen Arlikeln wie trockener Provision ur 
waaren, kann ich wohl kaum fiir mehr als lO P 
Platz schaffen. Fiir den Fall, dass ich weit in den 
eingehe, habe ich einen kleinen Sextanten gelieKe 



I 



V«g«Moiit-^^^^^««ft <i«t Amoriaailef. 183 

uBsulanglicb er auch isl (^^ ^^gt nur Minulen) lud so wenig 
geobt kb auch bisher noch im Beobachten biOi mir docA 
aicherer als Compass und LogrechnuDg dio gewonnene Breile 
angebmi wird. 



4) Das obere Araar-Laod und U^uri-Gebiet. 

Am 24. Juni 1855 reisie ich denn zugleicb mitScbrenk 
von Kisi ab, biell mich am rechten Amur-Ufer, als dem inter- 
essantem, und erreicbte am 31. Juli die Mundung des U^uri, 
welche ich in elwa 700 Wersten Entferaung von Kisi setxen 
mus8^ wenn man gleich mir, alien Kriimmungen der FlnssuTer 
folgen muss. Anfongs, am linken Ufer bis etwa zum Gorin, 
am rechten bis iiber den Chungar hinaus, sind die Ufer im 
AUgemeinen hoeh und in der Enlfemung sieht man iiberali 
Bergnicken von ansehnlicher Hohe verlaufen. Hdfaer hinauf 
ist das linke Ufer flach, und selbst in der Feme selten von 
Bergen begrenzt, wahrend langs dem rechten in ziemlicher 
Nabe waldige Berge streifeUy die von Zeit zu Zeit an den 
Floss trelen und felsige Vorgebtrge bilden. 

Mit dem Zunicktreten der Berge andert sich wesenllich 
der Charakter der Uferwalder, die Nadelholzer und mii iboen 
zum Theil auch Alnus glutinosa und incana, Alnobe- 
tula frulicosa Rupr., ja selbst S^orbus Aucuparia vet* 
scfawinden und sind nur noch auf den fernen Betgabhangett 
sichtbar, wahrend die ebenen Uferstrecken von scVwancnno - 
stammigen Laobwaldern eingenommen sind > ^^^ an ^ ^ 
Vorgebirgen auf der Nordflache und den Gip^*^^ ^^^^^ ^^ 
noch Nadelwald. Recht schon lassi sich daS AulVteVei^ ne 
Baumformen verfolgen und oft genau der ^^^ ^^^jT^toxe *\i 
nens angeben. In Kisi selbst scheinen \hr^ ^^^ -^^seti «»^ 
erreichen: ein Baum aus der Familie der V*^^?^ ^BV^>3^^ 
brauner, etwas abblaUemder Rinde^ Weiasg^^^^l^ ^etV^^^^^^ 
in dicblen Trauben und einem naallgrune^ ^isyeti«>i^^^ 

Laube (Khottolang bei den hiesigen f^^^^ 




1 84 Physikalisoh - ma thematitelie Wiastinsefaaften . 

Maakia Amuretisis Rupr.), in Kisi ohne Bki 
klein, ein Acer (A. laetum C. A. M. yu parvil 
eine straueharlige Araliacee mil polygamischen 
Blumen in Dolden und schwarzen saftigen Frlichtei 
gem Slainm (Hedera senticosa Rupr.) — und 
ternder Strauch mit wohlriechendem Hoke, diocisci 
riechenden hQllrolhen Bluinen und hangendeu schar 
Beerentrauben (Kotziaita der Tuugusen, Maximo 
amuren^is Rupr). Elwa 25 Werst oberh<lIb Ki&i sj 
lelzien Mai Juniper us nana, zuni ersien Mai den Ts 
cat a L. Kindala) der von nun an auf atlenGebirge 
men soil, von wo ihn die Eingeberenen im WiiHerhol 
barle braune Holz an die Chinesen zu ftleubelo su 
Er soil einen gi-ossen bis 1 Fuss dicken Baum biid< 
aber ein Gebirgsbaum 2u sein, da ich ihn am Uier 
und immer auf diisteren, hohen, felsigen Vorgebtl*gei 
gesehen habe. 30 Werst hoher an eine? sehr be 
Localillit, sah ich zuerst einen Baum aus der Klasfi 
si florae mit eingriffligen vveissen Bitithen und s 
letten, erbsengrossen Sleinfruchten, faeilbrauner abl 
j der Bctula davurioa ahnlicher Rijide (/Sik^ 

j Prunus glandulifolia Rupr.), einen Ulinui 

rache bei den E^ngeborenen, (Jlmus major Sm 
-rophylla mit einem sehr grossen bursligbebaar 
hier nur noch in kleinen Baumen und wabrschei 
bliihend, da ihn die Eingeborenen mil Corylus \ 
ten. Er trilt in gr^sserer Menge erst oberhalb dej 
anf. Ferner eine weissbliUhige, fast geruchlose S y 
grosser Strauch mit kleinen und abweichend gebaul 
(Piregda), ein weissblijthiger geruchloser Phil 
(P. coronarius L.), eine Vilis, die ich aber 
100 Werst hoher mit reifen blauschwarzen Friichte 
die Vom Chungar an alle Laubwalder erfuUt Noe 
hoher trilt auersi unsere Tilia cordata Mill, ai 
und bald darauf erscheinen die ersten baumarti 
Cembra rBaume, die von aun an in keinem '. 



feyen iwd namentlkh an den Bergabbangen Starnme von 
3-^ Ff^M Dkke liefern. Die sibiriache Ceder bildet bier das 
cinzige Holft, aos dem sicb die Eingeborenen ibre Bole an(er« 
ligen; das FJacbboot eines cbinesiscben KauCmaims, das icb 
sab, hatle ds Boden ein einziges Brett von 3 Fuss Breite iind 
8 Fadeo Lange ; es soil aber Bretler yon 9^ Faden geben. 
Femer Ireten bier aof: dn schoner Aeer (Moktsehela, 
A. iegnaentosuni Rupr. et Maxim.), ein niederliegender 
Strauch mil weit binktiechenden nilhenfdrmigen Aesten, 
wcissen sebr wobiriecbenden Blntben und (blauen?) essbaren 
ellipliscben FrQcbten (Kalomikta, Kalomikta mandju- 
rica); ein scboner Eyonymus mit 4>fl^eligen rolhen 
FrBchten (E. latifolius affinis), beide mebr in Nadelwal- 
dem; eio klekier Acer (Ginnala, A. tataricum L. fi. la- 
einiatum) mil sebr sugespilzten Btattem, und Evonyitias 
europaeus. Diese beiden auf sennigen Stelkn auf Sand«t 
boden. Zu beiden Seiten der Garia iind eine weile Strecke 
am rechten Ufer bin kommt eine nnterbalb noch nicbt beob- 
acfalele Picea (Djacbta oder Dsjaebta, P. obovata 
Ledeb.) vor, deren genaaere VerbreitungsverbMltnisse icb 
niefat in^s Reine bringen konnte. Es ist ein diistererer Baom 
ab Picea jezoeosis, mit sparlicbem brannen Laube und 
bei alteren Baumen g^ebert rissiger Rinde, fast in der 
Weise der Esebenrinde. Sorbus sambucifolia scheinyiier 
za verscbwinden. Von bier an tritt ein kleiner Leguminoseii- 
Strauch mit gedreiten Blattem und rolhen Blumen auf, der 
je h5kcr hinauf desto ba^figer wird (Leispede^a bico\o« 
Turcz.). Die am unteren Amur recht seltenen Baucae: ©«^ 
kleinblallriger Ulmus (Ulmus glabra Mill) an.A «^^^/^^^ 
xinos werden bier baufiger, erslerer bildel in ^^^ ^ \\^m- 
Cbungar ganze Gebdize mit boben bis 3 Fuss ^*^^*\^exftV 
men. Zwiscben den Dorfem Drifu und Dioog^^ • et V^^ 
onterhalb der Cbungarmtifidung isl die Nardg^O^^ ^ *\,V^«^' 
sigen Juglans-Art (Juglans mandjurica R^^^^xs^o^ ^' 
xioB.)- GegenSber am linken Ufer beim Dorf^ .^,rtOt 'Ss^^ 
der Kobe bio -BaniB, dessen Hinde am 



i 



186 Pbytlkalisch-matbeiimtitche WisteiiAehalten. 

den Kork ersetzty seine Granxe. Er kommt inir fi 
kriippelhaft vor, es ist ein bff hoher schlanker B; 
kleiner Krone, gefiederien wohlriechenden BlUltem 
fSchrigen erbsengrossen Friichten, in armbliilhig^eii 
den. Am rechten Ufer sah ich ihn zum ersten Mai, * 
75 Wcrsl weiler beim Dorfe Dshare. In dieser Geg 
auch ein di^cischer Rhamnus (R. davurica Pa 
einen ansehnlichen Baum liefert von etwa -^ Fuss £> 
30 FussHdhe suersl angelroffen und von nun in LtaiMl 
haufig. Der Laubwald, der nun ausschliesslich herrs 
steht zuerst aus Fraxinus, Quercus, Ulmus, 
alba, Populus tremula, Acer, Juglans, Kc 
einer breilbiallrigen Salix, Rhamnus mil elnge^ 
Pinus Cembra. Das Unlerholz ist ausnehmend dii 
wird hauplsiichlich von Corylus rostrala Ait. ma 
i rica und einer Araliacea mit doldenstandigen BJuii 

\ bildet, zu denen sich an lichten Stellen eine Syringa 

I An sonnigen wenig bewaldelen Stellen Irifll man E v o r 

verrucosus. Etwa 125 Werst hoher als die Chungai 
dung, am Dorfe Da, tritl zuersl eine straucharlige Aral 
mit purpurrolhen; zusammen gehauft stehenden Biume 
funfseiligen schwarzeu Fruchten auf (Panax sessijjfl 
Rupr.) und eine weiler unten nur sehr sellene BeluJ 
[ schwarzgrauer rissiger Rinde (Belula davurica Pall.' 

haufiger. Am Nordabhange des Chochzier-Gebirges 
das rechte Ufer des U«uri an seiner Miindung bildet^ 
mit grosserem Rechle noch zum Amurlande gezahlt w< 
muss, sieht man wieder Nadelwald Pinus Cembra^ P 
jezoensis, Abies, Larix, Alnus incana, Sorbus At 
paria bis nahe an's Ufer hervorlreten, wiibrend an gtinsl 
Stellen Betula davurica haufig ist und ein neuer kle 
wunderschoner Baum von etwa 20' Hohe, aus der Fa< 
der Araliaceae, mit dreiziihlig gefiederten, zum Gipfel ^r^ 
werdenden Blattern, einfachem, stark durch die Blattslielnaj 
geringtem, fast gegUedertem, stachlichem Slamiu und zua 
mengesetzten i Fuss langen endstandigen Bliilbenstrauj 



Vefeta^BB-Skisseii des Anrnrlandes. 187 

auftriU (Aralia mandjurica Rupr.). Am Pusse desselben 
Gebirges sieht man endlich eine unsrer Tilia grandifolia 
entsprechende Linde (T. argentea H. Paris). Die Nord- 
granze des erwahnlen Araliaceen-Baumes wird ungefShr 
50 Werst niedriger anzunehmen sein, wo ich ihn noch in sel- 
lenen kleinen Exemplaren sah. Nach einem dreiiagigen Auf« 
enlhalte an der U«uri*Mundung gingen wir den Uauri acht 
Tage lang aufwarts und machlen, alie Kriimmungen einge* 
redbnely etwa 150 Werst Nachdem wir das Chochzier-Ge- 
birge passirt, d. h. ungefahr 15 Werst gemacht, eroffnele sich 
Tor uns eine uniibersehbare Ebene, durch die sich der Fluss 
ziemlich nach Siiden windet Nur ganz am Horizonte liess 
sich ein in gerader Linie ungefahr 80 Werst entfernter Hohen- 
zug (Oil a) sehen. Einen Tag lang fahrt man durch ein ein- 
lormiges Sumpfland, das hauGg Ueberschwemmungen ausge- 
selzt sein muss, dann durch ein schones Wiesenland mil zer- 
streulen kleinen Laubwaldchen. Am dritten Tage fuhren wir 
an der Mundung des kleinen reissenden Flusses Poor vorbei, 
und erreichten nach 6 schwachen Tagereisen den Bergzug 
Oua, der aber nichl weit voin rechlen Ufer abseits liegtund 
nur mil einem schmalen felsigen Auslaufer an dasselbe vor- 
springL Nach zwei Tagereisen durch ein hugeliges und mehr 
bewaldetes Land zu einem zweilen Felskap Noor, von dem 
aus ich den Fluss sich vom Gebirge entfernen sah, um erst 
nach einem weiten durch ebenes Land fuhrenden Bogen zu 
demselben zuriickzutreten. Der Mangel an Mitleln zur Wei- 
ierreise in spater Jahreszeit, die Absicht noch den Chungar 
hiaauf zu gehen, liess uns mit grossem Bedauern die Weiter- 
reise aufgeben. Auf der von uns beCahrenen Strecke giebt es 
nur 10 Dorfer, von ein bis drei kleinen Jurten, so dass die 
Einwohnerzahl sich kaum iiber 150 Seelen erheben wird. Die 
Mehrzahl sind Goldi, ein elendes armes, von chinesischen 
Kaufleuten ausgesogenes und durch von Zeit zu Zeit hinkom- 
mende Mandschu beraubtes und geknechtetes Volk. Ausser 
den Goldi sind viele Chinesen am U«uri sesshaft^ die sich mit 
GarUnsucht und Handel bescbaftigen. Durch Ausfragen der 



N 



188 Phytikalitch-matlieinatisthe WitMiNbftften. 

t Eiingeborenen und durch Ansichl einer chinesischen Karte 

einem mandjurischen Beamten epfuhr ich, dass der U^iiri hS 
hinauf weit bevolkerter sei. Sieben starke Tag«reiseii ol 
halb Noor (elwa 250—300 Werst) emplangl der l]«uri 
rechts den etwa aus SO kommenden reissenden Fluss 1 
der von Chinesen und Orolschen (einem Tungusenstamm) 
wohnl wird, und noch drei Tagereisen hbher van links, < 

j aus SW kommenden Fluss Kengda, wahrend er selbst 

I der Karte einen ungelahr nach NO gerichteten Lauf hat. 

hat fiinf Tagereisen den Kengda hinauf zu lahren, um ii 
drei Tagereisen langen zehn Tagereisen im Umfang hab 
See Kengka lalga zu gelangen; der Kengka-See und 
hat eine sehr dilnne, aus Chinesen und Goldi besiehen< 
volkerung. Ich habe die Anzahl der Tage nicht erfahrc 
nen, die man nbthig hat, utn den U^uii und Hua \m 

} gehen; auf der Karte war der U^uri elwa zwei und c 

etwa vier Tagereisen langer als der Kengka gexeichn< 
obern Laufe des U«uri soil eine mehr diehte goldiscV 
sische BevoCkerurig sein, und vom obern Laufe desse] 
eine fahrbare Strasse iiber einen niedrigen Bergrucken 
am Meere gelegenen Stadt Chiintscho fiihren, die %x 
drei Tage Falirt erreicht. Auch vom Hua aus k5nne 
Meer gelangen, wenn man fiinf Tage lang uber den 
hen und steilen Riicken geht, der die Wasserscheide 
ihm und einem zum Meere gehenden, von Orotschet 
ten Fluss bildet. Was nun die Vegetaiion anbelar 
tie in dem unlersten sumpfigen Theile wenig verse 
der der Amur^inseln. Folygona ertheilen der F 
steweit das Anseben blufcetider BuchweiEenfelder, « 
Pflanze ist auch Sium latifolium? **^ Das Wie 
mannshohe schone Graser, zahireiche Astern, O 
stata, Paeoniae, Thalictra, Saussureae, Oil 
Unibelliferen. Alles durchflocbten von versohiede 
Arten, Calystegia sepium und Polygon utn d 
Die Waldchen bestehen meist aus Que re us wtn 
Tilia, Ulmus glabra, Fraxinus, Betula da v 



Ve^etatioiit-SkizBeii d«t Amaclan<Wi. 189 

pultts tremula mil eingestreutem Juglans and Kohchta- 

Baumen. Wahrend aber am Amur ein dichtes Unterhols von 

Corylus> Araliaceen, Sjringa, Philadelphus, Sam* 

bucus, Lonicera etc* von Vilis, Clemalis und vielen 

anderen Schlingpflanzen durchflochlen, dem ohnedem schon 

dichten mannichfalligen Walde etwas Iropisch - undurchdring- 

liches giebt, fehlt in den immer lichten Waldchen und Wal- 

dem das (Jalerholz fast ganau Corylus und Ar alien sind 

Selt^tiheiten und nur die kleine straucharlige Lespedeza 

jun.cea Pers. ist ungeheuer baufig, sie und eine weissbliilhige 

Aster sind wohl Charaklerpflanzen der Walder zu nennen. 

Von mericwtirdigen n^uen Pflanzen nenne ich nur eine sehr 

kleinfriichtige Vitis und eine am Amur von mir nichl beob- 

nchtete Arl von Pyrus mit fast einen ZoU im Durchmesser 

haltenden essbaren Aepfeln (Pyrus u«uriensis Rupr. el 

Maxim.). Alle Chinesen und sogar alie Goldi am U^uri be- 

sitzen Gemiisegarten, die, je weiler den Fluss hinauf, desto 

bedeulender werden. Gurken, Kiirbis, Bohnen kullivirt jeder- 

mann, sehr hauOg audi Mais, Capsicum annuum, Allium 

Porrum und andere Arlen. Eine Arl Brassica mil krau- 

sem, grossem, kohlahnlichem Blalle, seltener schon Wasser- 

melonen, Kartoffeln, Sola^num Melongena, Hordeum vul- 

gare, und ein 6' hohes Sorghum, das eine grobkornige roth- 

liche Griitze liefert Im Garten kullivirt man nur Tabak. Alle 

diese Pflanzen gedeihen aufs iippigsle, in einem Boden 

der nur mil der Hacke bearbeitet, und nie gediingl 

virird. Und ein soleher Boden ist am Uj^uri fast iiber- 

all! — Am 17. August kamen wir wieder zur Miindung des 

U«uri und am 19. Iralen wir unsere Riickreise an, indem wir 

deal linken uns noch unbekanntem Ufer des Amur folgten. 

Es erwies sich jedoch bald, dass ich fiir meinen Theil meinen 

Weg schlechl gewahlt halle. Das linke Ufer ist durchweg 

flach und meist sumpfig, von Fiussarmen und Buchten durch- 

schnilten und von geringem botanischen Inleresse. Keiner 

der inleressanten Baume und Straucher, die das rechle Ufer 

bedecken, isl in diesem Weide- und Grasterrain sichlbar, und 



t90 Physikalitch^mathematliclie WisMnteliafieii. 

der einzige inleressanie Baum ist die Populus suaveolei 
Fisch. — Ausser schlechler Ausbeute erkrankle ich noch ur 
wurde dadurch genothigt den Chungar aufzugeben und i 
meinem jelzigen Wohnsilz nach Kisi zuriickzukehren. 

Naehsehrlft. 

Hr. Akad. Ruprecht hat seildem die rathselhafle Kol 
tnikta entziffert. Es ist dies eine neue Art der Galtung Tr 
chostigma (T. Kolomikta Rupr.). Das Exemplar, Mrelcfa 
in unsern Handen liegt, besiizt einen fehlgeschlagenen verkai 
inerten Fruchtknoten und war daher nicht zu entralhseln. 




Die erstmi botanischeB Naehriehten uber das 

Amarlafid* 

Zw«te AblK«ilcmg : 

Blvroe and Str&odier. 

Beobachtet yon Richard Maack, 
bestimmt yon F. J. Ruprecht. 



1) Atragene sibirica; Dec, Turcz. Fl. Baic. Dahur. 
n. 2 /? (fi. candidis in Dahuria ubique in sylvis). 

Unaufgebliihte Exemplare wurden zuerst den 19. Mai arii 
rechten Schilka*Ufer (bei der Jolluga) angetioffen. Wachst 
nicht selten in LarchenwaUern^ aicb an den Baumen bis 14' 
hoch schlangelnd. Am Amur nicht bemerkl. 

2) Alragene plalysepala. Traulv. et May. in Midd. 

Ochot. n. 2. 

Id specc. Middend. etScbrenk* capiiula fruclifera 2— 3 
poll, diametro, pilis fulvis (etiain in planta 1856 lecla). fn A. 
alpina L. pill sordidi, in A«-sibirica (Dec.) candidi, numquam 
fulvi; IB utrisque capilula fruct dupio nunora, quam A. pla- 
lysepalac (R.). 

Diese Art kam am obern Amur bei Albasin in Laiib- und 
Nadelholzwaldern ziemlich haufig vor. Uen 31. Mai wurden 
daseibai sammtliehe Exemplare in voller Bluthe getroffen. Den 
11. Juni sah ich ihn noch in der Nihe der Rumara-Mundung 
haufiff und auch in vpUer Biuihe* 

KttM. Arohiy . BU. XVU. U. 2 . |3 



192 PltyiaaJiKfc-mtAe«atMi*e W IwB iicti ftw . 

I Von den Eingeborenen am obern Amur, doi Orotschoi 

I] kukkuma olim (Kuckukssclinur) genannt 

3) Ciemalis fasea. Turcz. (e Tigil. el Kuril.), Mid 

OchoL n. 1. 

Wvnto v#n imr tticMt ana obern ftumr att Otton {h 

Zuflnsa des Amur) gefun^iHi Md ipiler auf der gansen Sir 
bis zum Marienposten (Kisi) haufig an beiden Ufern des A 
angetroffen. Er ist am Uofigsten am obern und miillern A 
bis zur Sungari-Mundio^ Dieter Halbalfviuch wachsi auf 
sigen Uferwiesen, vergesellscbaftet mit Clematis man< 
rica, Thalicirum, Menispermum dauricum, schla 
sich an diese Pflanzen und erreichi eine Hohe von bis 6'. 
6. Juni wurden am Onon dTe erslen unaufgebliihten Elxeiii 
gesammeit; den 13. Juni fand ich ihn in der Nahe der » 
Miindung schon vollstandig bliihend, den 16. Jufi Iraf id 
in der Nahe der Simgari-Miindung mit unreifen Friichlen 
den 5. October sammelle ich reife Fr&chte. 

4) Clenlatif mand/nrica n. ap. 

Medium exacle tenet inter C. erectam L. cuius fo 
et Ct Flammulam L« cujqs habitum, offert A^ .priori \ 
praecipue differt: eaule snffruticosQ ^ubscandente, petiolo 
muni apice circa faerbas vicinas plerumque torto, foliis int< 
bipjpnatisectis, pinnulis semper longe petiolulatis ; a O. F 
mula vero: foltis subsimpMciler pinnatisectis vel pitmuli 
mis rarius ternaUs, foliolis ovalis acuminatid, naamribus 
in ttlle speciQiine enropaeo* Inflorescentia modo aubtrieh 
C, Flammulae, mode ad C. erectam accodens stjib^ 
lata. Variat eodem loeo magnitudine florum, pcdicellie^ 
vel pilosiusculis (R.). 1 

Wufde Kuerst unaufgeblohl mii der vorigen am Ort 
sehen. Die ersten aufgebfuhten Examplat^ sammelte ii 
16. Juni 60 Werst unttrhalb der Stadt Aiguni wo aie «4af ^ 







«*«n FrMlo. I«„.riit ^ ' *"'"« J^ ""' "* — 
5) Maximowilschia Amurensis. R. i„ Max. Amur. „. I. 

n^, ^ ,. ,- , - ^ , . * "■ •P**^ o MM aacpe fublut elan* 

*ei». 1866. p 4^V) ^^•'"'"-^ C**^ »«'»^- 

Ji.t 1846 „, urbe Ta..jaaa.f«, provi^. gX*-*! •"^^"^ 
cognoa fu.t; descnptio „on addi.ur, ul^uTfop--"* ^^'V-^'^'^ 



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1 94 Pbygfti^Mli **iiMUlieiiiatb«b6 WlMOMlMiltoik 



ab ipso citotD jam exhibila salis bona* Beii'48a0«gaD-m«, 
histbria naturalis praeciptie medkinalis, edita Pekini h 
nuctore Li-schi-tsclidsheii, Vol. I, faac. 2, fol. 1 , a, fi 
radiB; descriptio hi VoL iV. Nomen exrade, quod baceae 
dulae et dulces, aibnuben seniimim afBanim et aromali 
(omnino ita!), sapor ceteroquin omniutA paiiiuni tsalinus. i 
scit in convallibus montium ubique in China boreali; op 
in Korea fructibus valde camosis; pejor oiagis acida in 
vinciis occidentalibus (loca specialia ciiantur). Folia rotui 
acuta (in figuris utrisque male e^ressa); flones flaveac 
aibi, caniis 7 pedAlis volbbtiis in ailis arboribtts (quod 
differentiam a planta Amurensi indigilat). Diversiiates f 
observanlur, praecipue inter plantain borealem el ^Hisir 
Floret Aprili el Majo; fructus n:^ cum semiftibus m 
et^lliguntur exeonte Augusto et initia Seplembris; propa 
radice vel seminibus m. Martio terrae cemmissis. Fide 
torts nostri, cura eel. Prof. Wa^iljew inlerpretali , « 
planta nomine Dshi-tschu jam memoraiur in aniiquj 
libro sinensi *^Eull-ja** ante Christum natum coneifisbaU 

Auf meintr Hmrenis fand ich suersl diesen Sirauc 
j 9. Juli oberbftlb der U^uri-MiiMhing bei der folaigen ^ha 

Chorrokd: auch wetter ilromabwitrts wurd« er nichL 
Migetrofien. Wachai am hebsten in s^altigen Sehlu.oht< 
6r sich bald «n aabateh^nde Blume, bald an kahler Pel 
bia 2(y bmaitf schlfingeit. Der Storom ist dauoidick. In 
sail tch iim nicht; den 9. Juli halte er noch uaraife F 
Auf meiner Rtickreiee brachien die Bewehner dee 
Amur (besonders der Uiurigegend) den 27. August lu:3c.c 
mit essbaren, aber nicht wohlschmeckenden Beereti « 
retlen Sdmen^ Am obem Amur fand ieh ihn nooh ^C 
ob«#halb der Scja-Mlinduag am recbien Amur-Ufer l>e 
Karlang in einer tielen engcn Sehlaeht, den &. Ooto 
saftigen, etwas verscbrumpflen Friiobtenv Ihr Voifco 
Amur er^ecla sich also auf etwa 1500 Wars t 

Bei den Amur*Tungusen der U«uri«6egend : . k. 1^ 



Die ented botanifohen Nuchiicliteti iiber das Amarlaiid. 195 



6) Menispermum dauricum Dec, Turcz. Baic. D$h. 

m 82. 

Am obern und j&iufern Aiaar bis sitr Uturi-Mundung auf 
aUen gvasigen Uferwiesen und flachen Inteln sehr haufig, oft 
ganse Slrecken bedeck«iid. Scblaogell sich an Graser, Arte** 
misia, Thaliclrum und andere, und ^nreicbi eine Hohe von 
6 — ^: Wurde zuerst mit ^Bluthen am obern Amur bei der 
Smnara • Mundung d«n 11. Juni ge&inden, und den 22. Juni 
«Blerli«|ib de« Chingan-Gebirget mil unreifen Friiehten. Reife 
Aamen aammelle ieb den 3. September auf einer Insel bei der 
(jMuri-Mt}aduiig; den 7. Juli waren in ditser Gegend die Friicbie 
mir balbreif. Friicbie schwarBbiau, saftig, starke Kolik er<- 
tegend. 

Bei den Amur-Tungusen oberhalb der Sungari-Mtindung: 
kotschinaki. 



7) Berberis Apurensis n. sp. 

Estemplar reportahmi unicum sterile baud sufficeret ad 
^iagnosin. Recentius vero ceL L. Schreak pidra legit fifHe 
Jonii 1856 prope locum Maji dictum ad fl. AiDur, abi GoMis 
Sf^ra attdilJ Ex his dfversilatein a B. vulgari perspexi: fo* 
Ma naajoribus, ellipticrs vel late laiweolatis (3 poll, usque lon- 
gis ei pollicem latis)/ apice spinula terminatis, margine proldn^ 
tliiis Stemilatis: In 6. vulgari foKa obovata, apice evidenter 
lattora ei rotundala sunt Racemtiis semifruetifer pendulus : ma- 
ttirum vel floriferum nondum vidi; spinae 3 — 4 pariltae, int^r- 
ihim shnplices (R.). 

• 'Wahrend der ganzen Reise nur ein einziges Mai gefunden 
und zwar am mittlern Amur auf dem Gebirgszuge Gbutschir 
churin (recbte Thai wand bei der Usuri Mundunj^ 48^ 16^ ndrdl. 
Breiie. Der Sirauch hatte eine Hobe von 5^ es waren aber 
den* 13; JuK wader Biathen nach Fvliabte an aelbigam.. 



1 96 Bk^BikaAinth t oMOmBMiMtie WamnmhtiHm. 



8) Troohastigaia Koi^mikU -*r Pr>uDU6? Kolomikla 

Maxim. Amur n. 16. 

E ramis fmctiicris jeqiiettlia d<esci^tiotiii 1. c. exkibitae 
adde»da. sunt. Rami annalmi iittcdrduitt circa Corylum maa^ 
djuricam valubiies* Folja (fore omnia vermibua trosa) raro 
ukra 8 poll* lottga* 1^—2^011 lato. Fxuclus baccaefo^m^ in 
axillis fati<^rain iofieriorum 6oJttari|^ oaduci, pedunoiilis 4 — 6 lin* 
saicrassis arcuati^ iBaidentes;, calyx rtfkxus parsiiiena; ata^ 
BSiiMim V. pctalorum celiqiiia naila. Baoca aubmaiura paadhiia 
(a space, herbarii) aubovalia, 7 iin. laoga, 3 — 41iii. lala, exim 
narvds 10 — 15 longiiudinalibua parallelis percursa, apiea siigp 
matibufi 10 vdi pluribus linearibua obluais coronaia, hasi ia 
slylum brevissimum communem coalita. Semina numer^aa 
ovalia 1^ iiQ. aurantiaca ; testa Crustacea, scnabicftUaUi-'piMictata : 
ceterum ui in Sieb. et Zucc. 1. c. descr. et depiota. '^ Nostril 
planta sine uUo dubio pertinet ad genus Trochostigma Sieb. 
et Zucc. in Abhandl. Munch. Akad. Ill Bd. p. 726, tab. 2 et 
imo non parum accedit ad T. polygamum S. et Z. (1. c. 
%. 1 — 7), praecipue propter (lores pQlygamos (ipse in spec. 
Maxi^n. tant^m $ vidj, fi^rae 1 apud S. ^tZ. duplo auctae 
siopillia^os); folia tame^ praecipue ioferiora basi eyidenier cojr- 
4^ta , , f err^biJ^^ iUorui^ pat^utes^ p^d^nculi.fl i teniyasiaii, 
$epalQr»m foripd; anthera^ io^gfi^rfs lato-iineares ei numerua 
Mig<P^luw difniniUi^. differepi^ prii^beni suffiqiepites <R.). 

Vgo iWr nifr eiiji ^iasiges Mai am milUern Amur an dar 
IJauri r M|^pd^ng ^fdem G^^^ge Chuischir chur^n gefunden. 
WufJia in gfi^mischt^p Waldern. Der. Stamm fingerdick, die 
Frucht langlich, oval. Die am 13. Juli gesammelt^n £xiemplare 
h^\fix^ fASlt g^z r^ifci^ noch ii;iic^t vqilat^ndig schwa^laue 
fTijtpbl^. .. 

9) Tilia cordata. Miller, Max. Amur n: 2. 

Kmnmt last am: gaBian.AvMir vor. Am ohem Amur jbft- 
obacbtete ich ihn zuerat an der Kumara-Miindung (rediler Zu- 



Die entett h^tmmoh^n WtiliBithI— ab«f 4«ft Ai^nrUnd. t97 

des Aauir)> wo er gloicb alt diekstSmin^er Baum auf- 
kilti eiiMD aUonligoD Uebergang vom ^rauoh. sum Ba^un {wie 
4aa bei Quereufi mongolioa der Fall ist) sah ich aiobt. 
Dafawf b«obachleie ich ibn haufig auf dean ga^zen milUera 
mid 4inlern Aurar und suleUk endlicb oberbalb das Mari«n« 
paaleof (Kisi) an der rechten Thalwaod des Amur, swiacbesi 
den Ddrfern Dir^n itad Balbi, ako auf der Strecke vea 
2800 Werat Am obern Amur (oberbalb der Seja-Miifiduog) 
bau^ bis 21 dkfce und 4ff hohe. Baume, die auf flachen saii^ 
digett Ufern wuehaen, am miCUern Amur in Laubwiddem verr 
gesellachaftet mit Ulmua- und Acer-Arien^ wo aie eine Dieke 
fon bis 3V uud eine H9be von bis W erreichen. Von den 
an 13. Joli 30 Wersi oberbalb der Seja^MUndung gesammtlten 
BxctitplareQ waren eini^ sohon aci%ebluhi; die am 17. Jufi 
beina Dorfe Cb»lalfci untf rhalb d^ U^uri-Miindung batten schoa 
mureife Frftcbie* VoUkomoien reife Friiebie aaminelte ieh auf 
iBciner Riickreise beim Vergebirge Dorki den 7. Seplember. 
Die Rinde itt riseig unid von graubrauner Farbe. 

Bet den Amur^^Tunguaen der Sungari-Mundung: ildShi^ 
deo fioUi b^ der Oauri-MtedUog kildang. 

10) Tilia mandjuriea Maxim. Amur n. 3. 

Ab ^MBoiboa formis T« albaia $v argenieae diveraa* 
1> Folia sttttpMcitar (nee duplica(o> senraU» 4entiiNi$ lengiori- 
bus et parcioribus; jam ex unico folio planlam Amurenseoi a 
BoiKMiAico dignosco. 2) Petala el parapeiala non solum apice. 
sed etiam margine utroque eonspicue serraia; flores semper 
parvi respeciu plantae Bannaticae, sepala angustiora, petala ad 
summum 2{ lin. longa. 3) Stylus sub anthesi petalis longior. 
4) F/orniA «t magnitndo fructus eroistrati, plena imlHr^ forte 
•l^iin. exeedisotis «Ka; specimen Bamaiicum, q^od vidi in 
Ri^ichb. «yA. n.4600 jediAwpa^ fruotu^ p^e^^ipBe la^oa i4eo* 
^m i^uftlo naajoiT^a <31io.)» globosos? ^ff^rt; in al^is e^ eodem 
koco fff^y^mmtiitQfi nd^uni tm^^ diMF«^» roatr#ti« /Pet^rum 



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198 Phytfifcaliteb-imifbeiiuitlM^e WitMiMcballefi. 

supretna raHHit^rum vix manifeBU eerdata, potiuc 
trancaia, bracteae basi ^ubiade aequriea roUMMlaici 
senam paulo lakiores^ ita ul non exade lineares 
bratteae in mimeroaia qiechnmibos nomqaam longc 
htae el basi mimquam angaslatae. Rami firuticis £ 
alio loco a D. M aa ok adporlall foHa gerunt suhi 
eordata; surcuti luxarianies folia offeront 10 poll, is 
late triloba, sobtus viridiora. T. Pakinenaia praeie 
tores I. c. exhibitos, adhuc differt deniibus foliorum lo 
et parcioribna, nee non cyma foUis aeqailonga; in ' 
dynrica cyma folio distincle brevior est (R,). 

Zuerst wurde diese Art von mir am mittlern A 
27. Juni, etwa 30 Worst oberbalb dor Sungari*Mund 
rechten Amur-Ufer gefimden« Wucba bier in cinem 
walde als 8^ b^er nicht bKihonder Sirauch, mit S^k 
welohe bedentend grSssere Blatter batten. Unterhalb 
gari - Mikidung (80 Worst) £and ich ihn an der recht* 

j wand den 5. Juli in voller Bifithe. Baume von 6(y h. 

bit 9^ Dicke waren hHufig. Wuofaaen an der fekigen^ 

n ateilen Thalwand in der Getellschaft vonQuercus i 

lie a, dem Korkbaume^ Ulmui und Acer. Spater 
ihn noch an der U^uri-Mundung auf der felaigeo, hoh 

I wand Chutschir charin, und so ist denn die Verbreiiui 

I Lindenari am Amur auf oiwa 300 Werst anKmebnei] 

Das Hols kellgrau: dio Rinde schmulug granbr 
risaig. 

Bei den Eingeborenen boisat sie ebenao wie die 

11) Acer Dedyle Maxim. Amur n. 4. 

SimilHmum A. spicatum Lam. a Torroy et G 
scribitur quidem ut frutex 6^10 peda&a; aed Po 
Duroi A. montanum Ait cultum 24 pedale vidit, j 
rica septemtrionali raro 20 pedum akitudinem el ped 
metro interdum attingere refert — Vidi apecimina e 
Po til ana a Duroi a. 1767 aeeepta^ pletie ro8p< 



Die eratcn bolmifbelien Ma«liritlil#ii ebeff dm Amnrland. 190 

plaolae in tab. 2 apod Duroi depictae sive A, montano 
Ait. 1789, Bed diversa ab Amurensi, ut I.e. exposui. Exem- 
plana fruciifeia et sterilia a D. Maack reportata differenliam 
proposiiam eomprobant el neTam addunt; folia profundmsio- 
baUy inler lobod inoisura iietabtik integerrima verstis mediuiii 
folii toidit*) et hoc respecta folium A. Dedyles se habetad 
iUud A. moDtani (A^ spicaii), ui v. g. folium Alchimiilae 
fiaaae ad illud A. vulgaris (diSereatia unica sed conslaas 
ambamm speeierum). Eiiam A* parviflorum Ehrh. Beilr. 
V. (1789, descr. 1784) sec spec. orig. iraasitum vix effttt 
Pubescentia in A. Dedyle variai plua mmus densa; vereri* 
militcr eliam emarginatura ad basin alarum, quare A. Dedyle 
facile TarieUis A. Ukurunduensis esse potest, licet specc. 
a Maximowiisch et Maack collecta, alas fruetuum basi 
ROD emarginatas offenint; in plania Americana haee nota ya- 
liat; figura ori^naKs fruetus A. montani apud Duroi re- 
apondei A. U kurunduensi. Suspicari licet differentiam aliam 
irucimim arabarum copia ni^ori accuratius comparaterim, 
praeeipue e magnttudine nucis, forma et celore alarum desum- 
iaoi; kk A. Dedyle alae, quotquot vidi, semper pallidae et 
opaeae; in A. spicato sublucidae et paulo saltern coloratae, 
ot saepius in descriptionibiis notatur. (ft.) 

Diese Art wurde am seUensten von mir am Amur an- 
getroffen; auerst fand ich sie am mittlera AoMir 15 Wemt 
uDlerbalb der Usun-Mundung, an der reehten Thalwaad, wo 
ieh einxelne* Baume von 28 --30 Fuss Hdbe und 5 Fuss * 
Dicke vorfand, die siimmtlich den 15. Juli ohne Friiohte wa* 
ren. Spater wurde diese Art noch Un und wieder weiter 
flosaabwHrts angetroSen und den 1. August fand ich am un* 
lem Amur oberhalb Kisi (beim Gebirgsbache Churi bira) in 
NffdelhokwlUdem 20 Fuss Iwke Biinme dieser Art mit Laub 
mid Prjichten. 



*)'Sic etiam in specc. floriferis a D. Scbrenk pr. Djai 16. Jttn. 1856 
lecdt; flores oonspicoe majoret qaam A. spisati. (R.) 



900 PhyMfcalkeb* mthtrntwifce WM^wMchaft 



[ 



I* 



12) Acer tegmentosum Maxim. Amur. 

AfGnilatem proxinnam cum A« p^nnsylvan 
non diflereniiam, a ceL D. Re gel propoiHlatn ag 
plurea adaunt ckaraoterts speoiem oplime diverse 
lea; 1) Fructus A. legmentoai majores sun I 
pennaylvanici; aiae 8 — 9 lin. nucula (4 lin.) si 
iongiores, fere horizooiaUs, nee adieendentetf € 
reclum ]oelad«ntes, ut in A. pennsylvanice^ 
nuc»la lantum seaquiiongiores ei apice eonspicue Is 
Hae proporliones eaedem sunt in fruciibus A. te 
medio Julio cum senunibus immaturia ei aliis initio 
magna copia collecUa et seminibua maturia refertis 
foliorum breviores et minus ditlincti; folia mnov^ 
Guituni noA raro respondent foliis iatioribos prafunc 
A. taiarici (in Prodr. Decandollii aunya apl 
p«ennaylvanicuin positi). 3) Denies Miorutn 
JUraetiy ui plerumque in A. pcAnaylvanico conspii 
A. leginenfcoso baud reperiitntur. 4) Spcomifta ferl 
nervos prinarioa foliorum basi membrana (qMsi 
amim con^aranda) aocessorii eonjiiacios cooatantei 
in ramis sterilibus autem ncia haec daaid^ralur. T< 
Gray p. 246 A. pennsyivanicum firuticaeum dese 
arborem valdb hunnleai, qiaod minime conveniret cun 
me ate so, nisi alio loco eel. Torrey 2G^5 pet 
rel; A. tegmenlosum fruticosum tantum juvenile 
eaustit. (R«) 

Kommi am d)em und mittlem Amur bis aur 
Miindung nicht vor. Unlerhalb der Sungari-Mundun 
cr tun und wieder als Strauch und sieril geseben; a 
{and ifik ikn ziterst an 4ecreoblon Thai wand dor fJm 
dung. Am Ufer selbst wuchsen kleine bis 2(y'bobe 
wahrend oben auf dem Gebirge an derselben Thalwani 
VOD 2V Dicke und bis bff Hohe nicht selten angetrof 
den. Von hi^ war er, bcsonders am rechien Ufer 
Vorgebirge Modadai ziemlich haufig zu seheo^ wurd< 



Die e^iit«fi Initaiiitolieii. NaebrMlilw obtr 4m JUiarland. 201 

^olimttt*. Dh am 13. Juli bei 4er Dwri-MUndimg gesanunel- 
ten Exemplare waren sammUich mit unreifen Friichten. ReiCe 
F<ri]ch(e wi^rd«n iw i* September in der Nahe der UMiri- 
tliind<ii>g beim V<Nrgebirge Kirma gesammelt 

Elo 1^ dkker Stamm Jiat eine hdckrige, scbmutsig^braune 
Rifide mit ^chwardicben breiten Langsstreifcn, auf diesen dichte 
Querstreifeu. HoU gelblich-weiss. 

Bei den Goldi an der Umri-Miindung: mokEafila. 

13) Acer Ginnala Maxim. Amur. n. 6. 

Optima sp^ies, nee varielaa quaedam bi^tensis A. lata^ 

rici* A. taiaricuin catenam montium Uralensium non trans*- 

gr^ditur et ubique deest in Sibiria, montibus Hiisabyae, China 

e4 ad fl. Amur. A. Ginnala copiose a eel. D. Maack repar>- 

Utum e 7 diveraia bcis fl. Amur, ubi taatum sponie cresdt 

ei specamina omnia inter se quam maxime conformia auni 

FaeUe eai, «^l>itis a me i. c. differentiia alias addare v. g. 

ei||pr#m abacurum foliorumy jam a D. Maximo wits eh in 

wv« abaervat^m et in planta sicca recognosceaduni. Folia 

l^i^HMra, lucidiora et laeviora sunt, quam A. tatarici, cujus 

Mia praecijpue subtus nervis magis prominulis rvj^osa ; folia 

A. Gi^nalae potius profunda triloba, quam Jlaeiniata. £ capia 

magM frveiuum perfecte matnrorum {8eminif^rorum) a D. 

Maaek reporlaiorum diSerentiam didici in nucnla conspicy«e 

miliaria <[uam A« tataiici. (R.) 

Die wastUche Verbreitungsgrenze dieser Art iat am ober» 
Af«w etwa die Kumara-Miindnng; nach Osten verfolgte ich 

fie im Idiai 

Ala 15*— 2(K bohe Baumchen^ land ich sie nur saltan in 
den Laabwaldarn und Waldrandern unterhalb des Qungan- 
Grabirges in GaseUschaft mit Uimus, Quarcus, hSufig dar 
gegan als vielastigen, bis 14' hohen Straach auf alien Inseln 
und angeschwemmten sandigen Ufern. Die Bluthezeit dieser 
Ari am obern Amur ist in den ersten Tagen des Juni; die 
da» i&Joli aw liikM Amayrf^Ufei: abtdaalb 4ar SUdt 



! 



202 Phyiifcalifdi-imrtbematifdie WiMCfMcbmlt 

Aigon gesammelten waren meistens verbliibt. R< 
gegen Ende Juli. Der Blatlerfall ist Ende Au 
8. September sammelte leh reife Frbchle, von v 
wenige am Baume hingen, die meisten lagen aaf < 
Das Laub dunkelgrun; im Herbste Bldlter u 
roib. Bei einem 1" dicken Stamme war die Rind 
breiten Rissen. Holz weiss. 



14) Acer Mono Maxim. Amur. n. 7. 

Jam I. c. A. pic turn Thbg. in censum voc^ 
scriptione a Thunbergio data impossibile est, A. 
lUo recognoscere. Tbunberg (Fl. Japon. p. 162) 
folia semplemloba, albo-variegata, alterna (verba eju 
mea substituo; eel. D. Reg el me non intellexil 
nymo alato et Phyllantho) et speciem suan: 
Pseudoplatano et A. rubro Cjomparavit. Valde 
Utare licet, plantam genuinam Thunbergii eodei 
restitutam esse a eel. Siebold et Zuccarini F]. J 
Nullius igitur momenti pro nomenclatura, si A. pici 
Z. (non Thunbg. Fl. Jap.) reapse idem esset ae i 
cui suspictoni praecipue fa vet comparatio a eel. Sieb. 
faeta cum A. laeto C. A. Meyer et A. truncati 
et differentia unica allata in floribus minoribus et al 
erectis (non horieonlalibus) ; descriptio ceterum strent 
sita diiferret foliis 5—7 lobis (inter 150 folia A. Mon 
unicum 8 lobum vidi) et alis erectis (in A. Mofie p 
angulum rectum includentibus ). — A. trancatum 
nostro proximum habui et adhuc censeo; speciihin 
nunierosa et nova aD. Tatarinow aecepla compan 
per floribus saltem duplo majoribus et laxioribus ab j 
diversa; praeterea eel. Bunge describit alas fructus 
tas*). — Magis distat planta Amurensis ab A. la el 



•) Fmotos plene mataH A. tr«ncati a D. Tatarinow 
a«B«)pti mamm HOnvmi ab itts A. M^nof alaa frmiQi 



Die ent«a botaaiiduni Ntflbriobton fiber 4at Amvlaiid. 203 

Ueyer Enuoi. pi. Caucaa^ non solum numero loborum folii, 
sed quoque foliis et fruclibus disUncte minoribus, porro alis 
fruQtus pateBtibus angulum rectum includentibua, nee fere ho- 
rkomalibus ut in A, laelo. Alia forte differentia aderit in 
colore, conaistentia et forma nuculae; in A. laeto nucula sicca 
fusceac^ns uno latere concava; in A. Mono autem firmior, 
griaea, plana (fere ut in A. platanoide), aemina sint vel 
matura vel valde juvenilia; sed fructus A. laeti tantum effoe* 
to8 eonspsrare potui. A. Mono, A. truncatum el A. lae- 
turn species 3 diversas existimo et dubito identitatem speci- 
ficam satione probari posse. (R.) 

Die^e Art wurde su^rst am mittlern Amur und zwar 
gleich unterhalb der Sungari-Mundung an der recbten Thal- 
wand ang^lroffen* Von bier bis zum Marienposten an beiden 
Amurufern haufig, wachst bald in Laubwaldern, bald an fel** 
sigen Thalwanden. Die ersten am 5. Juli gesammelten Exem- 
plare hatten sammtlich unreife Friichle. Am 1. September 
sammelte ich reife Friichle beim Vorgebirge Kirmis unlerbalb 
der U«uri«Mundung. Die grossten yon mir beobachtelen 
Baume waren 2' dick und bis 5(y hoch. 

Von den Amur-Tungusen an der Sungari-Mundung buN 
ducha genannt. 

15) Vilis Amurensis nov. sp. 

Folia magna, subintegra vel rarius pi. min. profunde tri- 
loba, supra glabra, subtus secus nervos et venas pilis sim- 
plicibus brevibus crassis hyalinis obsessa, baud arachnoidea; 
variant ceterum firmiora vel in ramis sterilibus tenuiora 6t 



disjanctis samaris concladere licet, erectae angulum acutiorem inclu- 
dunt; nucula crassa ntrinque convexa, fere 6 lin., alani aequans (nee 
plana silk saltern duplo breyior); alae sursuin aeqnalefi 3 — 3^ lin. 
latae (nee sensiin ad 4 — 6 lin/ dilatatae); nuculae 4 I'm. latae (nee 
2'^S Kb.); senrina crasafora majora 4 lin. longa, 2\ lata (in A. Moiro 
H lin. longa, 1^ lin. lata). — (R.) 






plerumque triloba, glaberritna; piK aracfaiioidM 
desunt, Tel parcissimi conspiciuntur secusr nerras 
vel in maxime juvefniKbus floecos eonstituun^. Sf 
lata (uno $ excepio) omnia jam defi<^i:a(a, styles < 
sed nulla staminum vestigia obhitemtit, uncle llo 
suspicare lictrit. Haec opinio quoque speeiminibas 
cl. D. Schrenk confirmalnr, onmibos d, semper 
betato astylo retuso praedUis; foKa in his trilob 
Moba; p^anicqla valde depauperata; antherae minul 
rotundatae. V. vinifera Pekini ciilla(Bunge Enu 
quoad indumentum foliorum conveirit cutn Amuren^i^ 
hermaphroditi in paniculis non adeo depauperaHs , 
3 — 4-pto majores; adsunt formae 2, quarum una e * 
i tione foliorum cum Amuretisi eomparari posset. V. 

}j L. praestantissimis aucteribus planta 9; species ar 

*! omnes dioicae v. poiygamae; eel. Decandolie e: 

j versas seetiones stabilivit; res tamen ihhi extra dub: 

i posita, ut specc. nonnuUae herbarii decent et observe t^ 

J ccL Steven (Fl. Taur. in Bull. soc. Mosc. 1856. n. * 

j V. viniferam tauricam sylvestrem (baccis aigris 

; plerumque dioic^ftn v. polygamam vidiL Diflerenliai] 

^ rem ut puto praebent semina matura e 3 diversis 

Amur allata, omnino inter se conformia, crassa, obo 

tundata, 2 — 2^ lin., basi vix manifeste stipiUta, quoad 

valde similia illis V. Labruscae(Gray genera tab. 16 

I in varr. suppetentibus V. viniferae semina angusliora 

piitm tenuem et loagum attenuata. Baccae V. Amu 
' Grmiores, acidulo dulces, violaeeo^nigrae^ majores fere 

Ihyrtun parvum 3—5 pollic. oligocarpum etnstituei 
j " Amurensis inter Americanas non parum accedit ad 

divisam Willd., diversa tamen: foliis non raro palma 
; adullis subtus numquam pilis arachnoideis sparse flo 

petiolis glabris (nee dense hirsulis, pilis articulatis), n^ 
I cirrhosa, baccis majoribus (nee magnitudine grani Piper 

! V. viparia Mi^hxt-et cordifolia Miclix. uulumentiiQ] 



Die eniM ManMieii Wi biitkft tt ifc fHier dM Aonlrland. iMl5 

ut V« iivjiyisa e pilis afticulalis letiulbas offermit prMter 
alios characleres. (R.) 

Die weslltche Verbreilung de^ wilden Weiniraube am Amur 

itt 40 Wersi unterhalb der SladI Aigun auf einer Insel, betca 

mandfcirischen Dorfe Chormok^ang (etwa 50^ nSrdl. Breitt); 

hier Bammelte ich auf meiner Riickreise d^n 27. SeptetttbH* 

noch reife Friichte und erfuhr von den hier lebenden Dauren, 

d«98 die Weiniraube nirgends weiter stromaufwarts vorkomml. 

Von hier sah ich sic nicht seken an beiden Ufem des Amor 

und verfolgle sie nach Oslen bis oberhalb Kisi beim Dorfe 

On, wo ich Weinlaub, aber keine FrSchle metir fand. In 

BlulheB fand ieh den Weinstoek nicht; die den 23. Juiii ge* 

saoioieltefl Exemptare waren mtt unreifen Friichten. Wuchs 

baM am Ufer, bald in LaubholEwaldem. Am hiufigfflen ond 

entwickehaien war die wilde Weiniraube an der siidKoksien 

Sielle des miUlern Amur, nSmlich swischen dem Chingaii- 

Gebirge vmd der Sungari-MUndung am linken Amurufer in 

Eicheft- und Ulmenwaldern, wo sie an den Baamen ml ih- 

rem ofl 1" dicken Stamme bis SO^ hoch klimmt Oberhalb 

der S«|Bgari-Mundung fand ich auf meiner Rtickreise den 

II. September in einem Laubwalde fast sammtlich^Br BMume 

von Weiniaub umschlungen und mit grossen reifen Ttmh 

ben bededkt* Die Frudit schwarzblau; die grSsste Bee^e 

ff*^ Dufchmesser, von Consislenz der fesften Serten und nitfht 

sebr saflreich ; das Weinlaub nm diese Zeit gelb und re^ 

gef^rbt. 

Bei den Mandj'u: puthau, den Dauren unterhalb der 
Stadt Aigun: motschurtii, oberhalb des Chingan-Gebirged : 
mKtschii, ven der Sungari-bisU^uri-Miindung: mdtsehiktil, 
bei denCoIdi unterhalb der U^uri-Mundung beim Dorfe Toigd: 
muksultd, 

16) Phellodendron Amurense nov. gen. 

Arbor corliee crasso e dupHct sirato: exteriori insigniter 
iubereso: interior! citreo e fasctis kbri «t parenehymate; 



206 Pbytikalifob-matiiemtiBclia WltMaatbafton. 

ligQUin durum 9 ^dultius flavidum. Rami annotiniy medul 
ampla alba, epiderme grisea solubili lenticellis albis puncta 
. hornotini pallidiores; cicatrix petiolorum magna duplex; inl 
nor orbicularis 9 exterior reniformis. Stipulae nullae. Fo 
oppofiita impari-pinnata, quolibet anno circiter 4; foliola 3- 
juga, opposita lanceolata, basi ovata, apice longe acumins 
margine crenaia ei ciliata, ceterum glaberrima, minute pel 
cido-punctata, (ere coriacea, inierdum biennia. Raceoius cc 
poaiius peduncuiatus terminalis, fructifer ovaius yel depres 
luciitus, ramulis et pedicellis divaricatis ebracteatis. 

Flores diclinii $ ignoli. Floris $ vestigia in planta 
mifructifera sequentia: Sepala 5 ima basi connexa, \ 
triangulari-ovata, dein seorsim decidua et cicatrices Iriar 

I lares obtusas reUnquentia. Petaia oblongo- spathulata ob' 

minutay i— i lin. marcescentia, supra calycem gynophoro 
serta, decidua et cicatrices reiinquenlia, 10, biserialia, infei 
5 cum sepalis aiternantia. Stamina' nulla, nisi series a 

j petalorum sepalis oppositorum pro staminodiis habend^ 

Ovarium 1, subglobosum. Stigma sessile, orbiculalum , 
deciduum et cicatricem orbicularem pallidam plerumque 
calem relinquens. Fructus baccaeforiiiis aromatico-resin 
amarusi globosus, 4 lin., vertice interdum 5-sulcatus 5 -co 
coccis verticillatis liberis; endocarpia chartaceo, semen 
obvolvente, maturo a sarcocarpio solubili in valvas 2 secec 
siccitate elastice convoluto, stramineo. Semina in loculij 
taria (erecta? vel forte tota acie ventrali affixa), dimi 
ovata 2^ lin.; testa fu$co -nigra, elevatoreticulata, crvis 
raphe (hilus?) linearis fere totam aciem ventralem occv 
membrana interna tenuis ad chalazam (in exUeniitate 
inferior! seminis sitam) cicatricula fusca ovali 4. li^^^ 
Albumen parcum. Embryo rectus. Cotyledones plar^A 
siusculae ovales basi cordatae, magnitudine fere albumini 
candidiores; radicula chalaza^ fere ex diamelro oppasit 

j in fructu supera l)revis crassa); plumula minula oblias 

Observ. !• Sepala rarius connexe dicidua, calyc^ 

I ck^a solttto: Scries interior v. superior petalorum (^\ 



\ 



Die eraton Mtmidlteit NMlifiebleii ob«r dat Amurland. ^fff 

semper adeise vid^r. Rarias vidi petalum 1 (ino 3) 
sariei inferioiis (sepalis aliernum) magis evolutum, 1 ]in. Iob* 
gttm ovale, inUis dense pubescens, reliquis ejusdem floris valde 
hebelalis. Semina non raro abnormiter oblique divisa, ita ul 
% sini in l6cuIo (altero sterili?). 

Observ. 2. G^nus imperfecle adhuc cognilum et anoma- 
luflo, inter Terebinthineas sensu ia tiori -considera tas repono. 
Inter familias speciales Burse.raceae coiyledonibus plicaio* 
eoBToluiis, frueiu <|;rupaceo, pyrenis osseis, Zygophylleae 
fraesentia stipularum, floribus hermapbroditis, embryohibus 
faricUbus, Rutaceae foliis aiternis, fructu capsulari, baud 
eoioparandae sunt. Anacardieae.foliis alternis baud pd*- 
hcide punctatis, ovario l*loeulari, endocarpio non sokibili^ 
r«£cula aeminis incurva uneinata v. laterali etc recedunt; 
sed Pistacia interdum ovarium triloculare, loculis 2 rvdA- 
maitariis offert, endocarpium bivalve; altera ex parte Pbel- 
lodendiron foliola juniora epunctata et habitum Pistaciae 
efaineiiais Bge vel Rhois eujusdam; sed partes essen- 
tiales fruetus nimis contradicunt. Cum Diosmeis endo- 
caqiio solubili eartilagineo sub matui^ate penitus soluto et 
dastiee bivalvi magis convenit; sed discrimine sexus, fructu 
baccaeformi et patria eodem gradu diktat. Major adest affi- 
Bilas (jam a D. Maximo wit sch in litt. conjecta) cum Zan- 
thoxyleis eodem endocarpii cbaractere et fructu bacciformi 
kiterdum donatis, nee non cbaractere ligni, foliorum, semi- 
nttoi etc* Sepositis nonnulJis characleribus affinitas cum 
Boymia (Juss. Rutac. t. 25, Sieb. et Zucc. Fl. Jap. p. 60, 
tab. 21) in aprico esset, propter medulkm ramulorum, folia, 
infloresceoliam » flores diciinos, calycem, longitudinem peta- 
lotunft iniua pubeseentium, rudimenta staminum, numeriuh 
et situm omnium partiiim floralium et fruetus, endocarpio, 
bil^y forma embryonis, situ et forma .chalasae; cetdrum Boy- 
mia fructu capsulari 10 sulcato, 10 valvi, carpidits tantuin 
basi subcoalitis apice divergentibus, debiscentia endocarpii ^ef. 
Juss. 1. c. fig. 39 F.) el tesla involucrala optime ef imo ni- 
ouMm differt. (R*) 

Ermaos Rum. Archiv. Bd.XVII. H. 2. |4 



30 PfcyiifaAiwii * wtltoBialiidie WmmmIi 

Die' vmtliehe V«rbmiung duifct so Mtkst iptawsi 
ieo Bmntes it! un4erh<)lb der Stadt Aigvq bein Dorfe Obaf*- 
iDold/angy wo «r auf einer Instl ais h«her Baum vorkonuqft. 
fir wurde darauf am miUleni Amur bald in Lad>waid«ni an 
den Thalwanden, bald auf Inselo nieht Mli^n, aber gr(li8le»- 
Ukcila einzelii angetroffea, tind suleizt h^im Vorgebirge Maje 
gea^h^n; wciUr stromabwaris bei der Gar]n<*Mlinduiig w«m^ 
tai fnir die £ingeb4irenen za sagen, daas dar Karkbamn dMt 
mcbt fuehf am Amur aeUtst, aber noch m Gebirga dea radi- 
ten Ufera vorkommt In filiitke aab icb dieaeii fiavm meki; 
die zuerat ^tm 6. Jdi am rechien Araarufer unteiiiaib iar 
SungankMuAdimg bairn Flitsse Bukatsoha gaaammdlen Efomi^ 
.plare faaUan aamnsilieii halbraiCa griine Friichia; vallkommmi 
rctfa Friichie saBimeite ich v^m 6aama aelbal das 37. Sap- 
liamber bairn 4)beBerwahntcn Dorfa Chomoldjang. 

ffrnehi sehwaera, Fmchlfleifich kraunlioh g^n won avama- 
toch*-harzigem Qeruehe und harzigrbitterem OasdiaioeL Die 
groaaieD Baqii»« die mh am miiUem Aaiur #ah, waren iff 
kaefa und bis 2' dick, geradatainmig 4Xid mil sahSner diektor 
Krone. E^n 2 ZoU i^ker Stamtn hat eina liefniwrohiga kfnk- 
uriige aaohgratta Rind«, deren korkariiga Sehietil nirgenids 
nber JLinien ') dick ist Bei alteren fiauman beatehl die koak- 
artifie Rinda aya ziviei yon dnander aeharf abiregransten 
Scbichtao, van denen die aussera ataliweiae Ws 7*^ ^i^k iat 
mid die Farba dea gewabniidien Korka hat; die innera aber 
oitponangelb van 2^** und dicker lai ; ein aolohaa Siiick bradile 
icb pit Bei dan JEingeborenen aah iab aber Sttlcke, w^ die 
Kurk^ubaianx Ut 8 ZoU dick war. 

Ana der korkigen Rkide maeben die Eingebaranen am 
mittkm Amur die Schwimmar zu den Nettan mid aua dam 
aebr featen Holae ihre Schn^eschube. 

Bei dan Dauran in der NSbe der ^54adlt Aigun: gakun- 
ikii-mo; am miulern und untera Amur: ka«b46ng-mo; die 
Rind^ beiaai: kachldng. 



■^"»**W» w ' ' 



*) Die Zahl fehlt in dero Peteraburger Abdrack. 



Die en^eti botintwhen tfadirfciTiten v!h^ Ata Amarland. 209 

' ff) Joglans inatidjurica'iflaxim. Amur. n. f!L 

Folia arborum adultiorum maxima bipedqlia, 8-juga; teg- 
Qaentum steHatum in foliolis subinde parum taoUim evolu- 
tum, sed pili breves glanduiosi ubi(jue in patina inferiori ad- 
ituit. Putamen valde diversuiu ab illo J. regiae, S-coalatiuny 
inler costas profunde rugulosum, ellipticum^ 1^ poll. longuiQ, 
^ polL latum, ideoque accedens ad iJIud J. cinereae, 
sed minus, rugis inler coslas crassis obtu^is, nee lamellosi^ 
acuti^. (R.) 

Die gr5ssten am mitUern Amur angetroffenen Bauoie wa- 
ren 2f im Durchmesser und batten eine Hohe von 50 — 6(K. 
Geradslammige Baume mil schoner, dichlbelaubter Krone^ der 
vttt^e Theil bald mehr, bald wehijger von Aesten entblosflt. 
Ein 2^ dicker Stamm hat eine hellschmutzig-graubraune rissige 
Riiul^ ohpe LeDticeJIen; Hph $ebr fest. 

Die westUche Verbreitung dieses 3amnes ist, ^aich Au9^ 
sagen der ob^rhalb d?$ Chingan-Gebiiges lebffpden Ai^ur* 
Tungusen, der sich von links oberhalb der Buraja-Miindung 
(in 49^ 22' n5rdl. Breite) in den Amur ergiessende Fluss Ar- 
birra. A«tch an 4er Burija kovHnt er ver, wie diese mir 
mittheiiten. Im Chingan-Gebirge beobachtete ich ibn 9elbst 
mi samnidte imHerbste (den 13. September) reife fruchte. 
Von hier aus sah ich ihn auf her ganzen Strecke bis zur 
(fiuiri-Mtindung (etwa 350 Werst) nirgends, auch sagten d{e 
A'mttr -"Tungusen der Sungarl-MQndung, dass er hier nicht 
vdrlcomifit Darauf fand ich ihn wieder an der tl^uri-Mun- 
dting auf iem fiebirgszuge Chuktschir-churin, und von hier 
atis war er am mittlern Amur, besonders am rechleii Ufer, 
^ iiemlioh hadfi^er Baum, kam auch am n5rdlicheh Amur 
noc^'^bri^d' seine Sslliche Verbrdtung*)'mag der sich von 
recMs in den Amur ergiessende Chuncari-t^uss 'sein, wo 
ieli iftn den H. August mit fast' ganz t-eifen Priiehten vor- 
fand. Die ersten den 9. Juli an der U^uri-Miindung g^sam- 
mdlten Cxemplare' trugen voUkommen ausgewachsene, aber 



210 Phytlkaliflch-matheinatiscbe Wissensobaften. 

noch luireife Friichte. Waehst in Laub^ und gei^^chten 
Waldern und an den bewaldeten Thalwanden. Die am 1. Sep* 
iember unterhalb der U«uri-Mundung gesammelten FruchU 
waren voUkommen reif; die Fruchtschaale goldgelb, wohl- 
riechend. Die Eingeborenen werfen die abgeschalten Niisse 
in^s Feuer, denn auf diese Weise lasst sich die sehr harte 
Nuss leichter spalten. 

Bei den Bevvohnern der U«uri-Mundung und unterhalb 
bis zum Flusse Chungari: kozo; bei den Tungusen der Sun- 
gari-Mundung: kozka; und oberhalb des Chingan-Gebirges: 
kozikia. 

18) Geblera suffrulicosa. Fisch. ei Mey., Turcz. Baic. 

Dah. n. lOia 

Bin einziges Mai am mittlern Amur auf dem felsigen 
Abhange des Vorgebirges Otii 'den 7. September mit reifen 
FfQchten gefunden. Etwa 5^ hoher Halbstrauch. 

19) Geblera Sungarienais n<^VA spec. 

Media fere inter G. suffruticosam et G. chinenseui, 
a eel. Turczaninow in Fl. Baie. Dahur. sub. n. 1010 di* 
stinetam et characteres 1. c. exhibitos in numerosis specc; 
visis servantem; ab utrisque vero differt: fpliis corificeis ^t 
ramis hornotinis simplicibus. Folia ovalia 1 poll, vel infe- 
riora minora, superiora elliptica 1| poll, longa, | poll. lata. 
Pedunculi solitarii 3 — 4 lin. Fructus maturi 2 lin. lati, 
stylis 3 lato -linearibus recurvis ad medium usyue bifidis^ 
exaete ut in G. chinensi. In 6. suffruticosa pedunculi 
frucliferi variant 1 — ^3. Andrache chinensis Bunge foliia 
ovatis^ calycibus et fructibus majoribus, nee non stjgosatibu^ 
facile diflfert, (R.) 

Nur am mittleren Amur beqbachtet und zuers^. mit 
schon reifen Friichten den 4. Juli unterhalb der Sun|;aii- 
Mundung bei der Gaidschin - Miindung gesammi^ll^ VVuchs 



Die enten botoiUcBen Nachriofateii fiber daa Amarland. 2ii 

hicr auf felsigen Abhangen mil Spiraea- und Evooymus- 
Arlen und war nicht seJten. Slrauch, errcicht eine Hohe 
von bis 6 Fuss. 

20) Celastrus flagellaris nova sp.. 

Rami annoiini rabro-ftisci, flexiles, parce aculeati, aculeis 
g^miiris (stipuKs eaulinis?) supraaxiUaribus retrorsis curvatis 

1 Hn., saepe flagelHs terminati. Flagella versus apicem paJIi- 
diora, aeuleis albidis densioribus et foliis minoribus vestita. 
Ramuli hornolini potlicares vel breviore^, pallide rosei iner- 
mes feliosf. Stipulae seiaeeae muitipartitae. Folia annua, 
longc peliolata, allerna, lale ovalia vel rolundata, breve acu- 
minata, glaberrima, membranacea, venulosa, margine dense 
ct argute serrala, serraluris selaceis. Folia surculorum steri- 
Ifum late eiliptiea vel in Oagellis ovata minora. Pedunculi 
ndUares solitarii 3—4 lin. Calyx 5 partitas, lobis obtusis 
serrulatis^ marcidis et seorsim deriduis. Fructus immaturi 

2 lin. glabosi, membranacei, stylo 4 lin. terminati, stigmate 
obtose sub 5-9tellato. Flores et fruct. matures non- vfdi, 
nee radimenta stannanm. — Valde affinis C. articulato 
Bunge Pekin n. 80, dioico, volubili, inermi, foliis obovato- 
roiundis brevissime cuspidatis, crehato -serratis, serraluris 
obtusis conniventtbus, cyraa florum J terminal! nmltiflora, 
axtUarifous sub 5-floris, petalis 14^ lin., cyma ? sub 3 flora 
vel aboiiu 1 flora; capsula matura aurantiaca 2— -3 valvi, 
valvia 4 lin. — Aliam e Fl. Pekinensi vidi speciem C. ar- 
iieulato valde affinem, C, Tatarinowii: polygamam, 
ramis annotinis interdum pedalibus crassioribus, foliis majori* 
bus late ovalibus glaucescentibus, subcoriaceis diversam, (R.) 

Dieser Slrauch ist mir nur von einem Standorle und 
zwar vom mittlern Amur, rechles Ufer oberhalb der Sun- 
gari-Miindung, bekannt. Wachsl hier im Laubwalde, schlan- 
gelt sich an benachbarte Baume und erreicht eine Hohe von 
dwa 7^ Die am 27. Juni gesammelten Exempkre hatten 
uareila FrOdAe. 






! 



I 






212 Ptyy8ikftHfle)l-nMill»e«i«lMdie WkiMMMbalNMi. 

21) Rhatottus dfavurica. Paflas, M^x. Amur. 

Nur am mililern Amur von oberhalb der Sitrtg 
dung bis etwa 300 Wersl unterhalb der U^uri-Mundu 
Iroffen. Wachst in Laubwiildern, an den Thalwaoden 
den grSsseren bewaldeten Inseln. Die zuerst den 
oberhalb der Sungari-Miiildtttfg geaMModlleii. Bxenpia 
n^cb gan% unretfe FvOebl^; den 17i JuU hftite «(v «a4e 
Uturi-Miittdung beim V^f g^Mrge Cfa*biHu nrdfik unreifo 
Reife Samw ^ammeite ich den^ U* S^jpUlnbM m 
Amumfer oberlialb dei> Sim^ti*Mun4iiilg< 

Bei Am Tuogusen der Snng»rHMit B< iMi g - sdks^l 

22) EvonyttiHS verrucosus. Scop?, M^x. Amn 



Focma aoHtrensis a tyiniSa etiropaeta pra^ciptto n 
\m utrinque den»e pubeseenlibiis', cap6irfa r^seo^ptlrpu 

Imubo angnftlior^pice magis dilateifl) M>it produciic^ 
ciurvis, ariilo eraeeo* Sed specc. quaedlm^ Siek^vi 
Au^riA inferior! folia Bubiiia piib«rtila offinriMilv ii» I 
bus capsiila^e coloraiiie ei ih 6hiknenmbMi .figuMt biui 
uftorala redil. (Rw) 

Wurde nur am mHUern Amur und zwar snieiiAt 
JuU Mi unr^fen Friiditen an der Uauri-Minrfwi^ an 
aig^ Abbangen des^ Chuktschir^cburin geftindeik Aij 
ter atrOnuibwarU. aah ich Um; von 4er GarinKMan^x 
verier ieb ihn aus den Augen. Straucb von 4«^| 
Den L September wurdea am rechten A^nutlrfier b« 
I gehirgff Kitmis eimge Exemplere nail reifen FrIMi 

sa«im«l4. 



23) Evonymus Ma.ackii nov. sp. — 6. europa 

Maxim. Amur. n. 8. 



fi: eH^a^paico, setl diffiitt aequtilibui 
(etiam juniora) mullo firmiora subcoriacea, mtttab^ ] 



k' 



Die ertkw JNitiiifcHii Mac hf k lit i a ib€» dM AMUflaBd. 218 

(iMC t«g»lcn»)y iopeti^A clli|ilid«-lMi€eoliitil Joogiua atHittK 
naUy margine argudus serrata, ceterum glaberrima. Aaliferae 
tu gB mki w khc mmm (ncc Omvm). Cortex lanQiiuD.aiinAtiMrain et 
tirtir:««^ nlulle.oftatuiw^ M«()e Goiare tiigiwcenUt suffuttti. 
Viii «p4Mliete AaAfdriM Fallaaii, cai pr^iia naikii Mh 
JiW[iiiil n'^bAH'^i apee^ii Dahiusia^ E*. enrxtpaaiiA Tbb|^ 
Fi. Japoo. p* 100 sec. spec, origin, ab Amurensi paala diffsit 
^iira folioniin ei forma capanla*^ oefH^ otsreaib ciidbt de- 
s^ptione E. Sieboldiani Blume Bidr. p. 1147. E. Maackii 
etiam accedii ad E. micranthum Bung^ Pekin. lu 79 propter 
colorem antherarum et acumen foliorum, sed differl petalis 
BUijaaMiMi^ foMs umi glauotsaaotibiuy majoribua» fibDoleiili^ Ion- 

Kommt am ganzen Amur vor. Am obdrn Aoiur fand idh 
ifal MMvsi o^rhalb der Seja-Muadung, naeh Oiteli bin wurde 
ar/vott 4m Gam-AUinriiNig as aeltaa. St«aucbar voft 5f am 
9b«v& uaA Ui MK am aMltiam.Amur. Wacfast auf belauhtra 
flachen Ufern dei^ aawdigen Jbadn; sehr eiilwiekek fand ich 
'im a«f dan Tk^et^Mtr - finlblosaungen . bei der Gaidjin- 
Mtedttn^ ^^ y<^ I&^^IS. Juaft an dan Seja-^ und Barillja<« 
MfiidHilgeD g^afnoullten ExAmplaEe wanfo io vaUer Biiltbe. 
Mil aMreifcn Fradklen fand ich ibn deft 4 Jali anteKfaalb. der 
Sungari'MiindHag; ¥c»UkoairoeK reife Ftucfaie nahia ioh. von 
dari Uawyliai>diMig d^ 4. Sapiembwr alit. : 

■• . , ■ 

24)'Efvonyttlus macrdpterus, nOv. sp. — E. lalifolius? 

Maxim. Amur. n. 10. 



... iittfti«'ELitflif»lio,ae4afMiniedislinaki9. Oapaukii^laU, 
alts ro4eia i podl., Ttraua baahi dikaatia 2 Hn. latis. Folk 
aluavala (nunM{ttam <^vata) obhiie acuminala. Cartex laeriga** 
Itta faseils; in £« latiioiiro fbividin rimoaus et sAratuat eras*- 
aoai subecoaom formaas^ lenticetlis parvis aibidia; anne had 
in trunco adultiori E. macro pteri? (R.) 

IV hollar und P dkktr Straucb. .0ei emam V <Bcken 
iMT 4m t^4m:gm^9m mil LitagiiaitM^ Lentioelr 



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214 Piiy*ikaUiA-Jii«tb«iiaa»cbe Wit^emMh^^mm^ 



Im kl«D, weifslich, von aUen miUefear^aischMi 

weiebend. 

Di€»e Art wurde "wou mir nur am untem Aouir 
oberhalb Kisi* beim Fltisaeben Kurfi md ftbiger Tha 
gtmsd^euk VfMe gefimden. Die sm 7. Auguai d^i 
melien ExempUre hatlen niehi aufgespnuigione Frv 

reifen Saaicii. 

Bei den Anmr-Tiuigusen: peare. 

j 

• 25) Maackia Amurensis Maxim. Amur, n.' 

Cotyledones sub germinatione hypogaeee vel po 
gaeae; folia primordialia opposita, simplicia, petiokuU 
plicala, cordata. (R.) 

Die grdsftten von mir am milileni Amur imler 
U^uri-Mtindung (Vorgebtrge Kiitnis bonkoni) gesekene 
waren bis 35^ hodi, bei 1' StammiKcke. Der Bauoai 
vom Boden auf bis IC von Aeslen entUdest 

Ein IV' dicker Stamm von der Barafa-Muodung b 
I hellbraune gianzende Rinde und aii%erolke .Lamel 

5 Lenticelien in Gruppen, warzenfdrmig. Ein jun^r, | 

! Stamm von oberhalb der U«uri-Mundung hatle einen 

j Stamm. Altes Holz braun; Splint gelblieh-weiss. • 

Wachat, als 15^ hobw Baum^ anf flacl^tt aaiutisi 
r lande, vergesellschaftet mit Acer Ginnala, Prunus 

Crataegus pinnatifida, und auf den mit Laubholz 
I ten Abhangen und Waldrandern. Al^ Sirauch auf flac 

iig^ Inseln. 

Zuerst fand ich diesen Baum an der Buraja-A 
(49^ 22' nosdl Breite); er konami aber nacfa Auasage 
gffborenen auch nc^b w^licher vor. An beidtii (j 
mittlern und unteren Amur bia nach JUti bin (gl o 4j 
Breite) hauGg, wird am unteren nbrigcM aeltoier un 
wiiichsiger. 
I Die am 19. Juni an der Surijik-Munduiig (Unker 

d«(LAmitir oberbalb del Chin|^<*€alM|^).;geaMiin«|ftei] 



Die ertt^n boUaiiolwn NMbmMtA iib«r 4m Auvrland. 2|5 



iriftiie . ware» wnmliieb mit Btttibenknospen. Am 6. im4 8. 
wlef^b 4er «S«iiig«ri-MiiQdmig waren nur noch weaige in 
Rkifclinn^ "dim iUirigM schon nit FrudilaMlMieQ ; deu & Augifrt 
ohwhatt Rig tein.LWiie Poisjd rnH imr^U^n Friiehleft. Aitf 
flMMwr Rjidureite saanaelle ich den 2^ September untertuiHi 
igr Uirttii^Miiiidung mn rechten Amuriifer bei der MlmduRK 
dett DiMi600i«i voUkommen reife Frucbte und S«MHib 

Am gmuKm miitlernAiiuir cbdtolagcmannt; MdderSuii- 
: gDrr6ng-mo. 



26) Caragana Altagana. Poir. (Turcz. Baic. Dah. n. 295). 

Sp^eM. iterilia quidem, sed simUlima BaicaleMibus Tul*- 
czaninowiii diversa autem a C. microphylla Lam« Frueti-' 
fora acbmni a D. Jiekrenk reptrta fine Junii et inil. Jolt] 1856 
ad fl. Amur prope Maji et ad promontoiium Kyrmu. <R.> 

Den 17. Juli unterhalb der (JMiri-Miindung am rechten 
Amurufer auf der felsigen Thalwand Cholaiki ohne Bliithen 
and Frilchte geiammelt 

Eifi & hoher Strauch. 



27) Lespedeza bicolor. Tiircz'., Maxim. Amur. n. 15. 

Ltfgnmna aatura 2--3 Un., stipHe re$4reqae | lin. Semen 
l.im. obovalnm w onneatnm, matuntate rufutn et ^gro*ma- 

• Vottbelaubtftr u»d bliMhenreieber Strauchmit daumdicketn 
Stemn»«> baU roaenrellien, bald violelten, aehwaeh riechen^n 

. ; Sa obcm AaMur wevst' oberhirfb der Seja^Mifaidung , am 
welilen A«MMnifi»* mif grasigen Thalwmdan a|a kleinen, elwa 
S^.^holM) Sinmeh den 14 Jnni geaaHuneh^ Weiier stromab** 
wIMs ^wd er hJJMJigff und nimmt an XJrdsse %u. An der 
Sungan-Mfindung irilt er ak 7^-l(y hoher $lrauoh auf pad 
luieh Qstett vitt'feigte kk Mm bis tnr felsigen Thalwaad 
oDgmS chmgko, am token Amuffitfer bai.4ar dlbiiiKMaiMiwc 



StrffMh tvtf«ll«. km Mh^tislen m^ di »l«4 tfc ell#<»n 

t^tn mi W^Mrim^em* wuehtf' £)ie 4eH 14- MnA f£e 
^g)) ttnd dtfti 29i Jttni (tinrt«rh»ib Am^ CMngiifi-iG 
|)«MiifMlt6A' Exempiaf« tfartn^ ni»eiv fiickit M^gSblal 
ersten arfgC i fcl ii tti fMI# ftA <kli 3^ J«M M <)er^ttlf|$ii 
dMg. BlMhe^lA ^mM Im g(MM* i«li}^ SemUti J 
ich ihn unterhalb der U«uri-Miiyidimg M 4mr 9moHt» 
wand, beim Dorfe Doolin noch bluhend und mil i 
Friiehten. Die ersten rctfen Fiiichte saramelle ich 
August am mittlem Amur oberhalb des Dorfes Chol^ 
13. SeptemiMf rtUt FrttoiM ^u» d«m Oliiii^ii^Gdki* 

Dte TttNginefv Von iefS^ngs^MMAnng ttenknmm 
Sirsnuikz Uahakitmkh 

26) Frunus Padus. L., Midd; Ochot n. 58. Turc: 

Dah. n. 377. 

• 

Am gansen obem und mitUern Amur bis unterfa. 
Sungari-Miindung haufiger WaWbaum, Am obtrn Am 
sonders auf biseln und Ufersaumen, wo er ganse St 
be^vekte. UnttiiiAlb d«r U^uri-Mtiiidmg «uf ^il^, | 
TiMtWMMl Ghotolki sammiiltt ich iMMb iiescr At«; o<i ^ 
welter unterhalb am mittlem und untern Amur, ^f^ 
kmilMft, 1ms« ieh ungeiagr^ imm dbjgMcir iob 4^^^ 
hMhitMiiblgtf MhnM ^ wiH Mi nMkl Mil Bei^M^x^ 
haupten, ob sie dieser oder der nachfolgenden Art aniA 
UnteiiMift d^ Chifigaw-OnMrgin- ut»d M ^m SuagMi^ivfi 
dnh i«ti 0ia att grdMltw; Bkumt v<m Mf hSdtm mhd 
Dfiti^fafMesget tfaren iiwbl iellM. k» ^^'•Aerfii^itli^ ft 
ikit ^Uersi tfn d«f fl^hilba M der fH^dn^lftlMkifig ft^n j^ 
im 4 Juni' WAf er M Albaski liehon tttTblQIiii jnn ^ 
IVfteht«ti) alawr fiiit rtifen SanMn #«rdt. tr dw aOu Ji 



Die erUM imwinlliii jriiiliiiiiHi iUt 4at ^bMriand. 317 



4n iMtr«T«if«s#» dor SMgari-llitoAitt§: 
mi Am |iiiiiliriil riiwiijWw^li); Urn Orotsthmen miiimiI dMcfi 
B«Mi ittg,6iin«k«f »* Die: Pfudil vrirA vMi iet iiimgii 
B«wohiiern des obern AbmIT) i** groi^ig.Ht Bgt ^^anoltlA^ 
gelrocknet vnd im Winter roh und gekocht in ihren Fldsch- 
i«4* FkchftHlbte t«ilMiu«kt; sie bei^^ be} iitf^H^ itij&kU. 
Die getrockneten, semtft d^ Af^kMsen geslossenen Fruchte 
werden von den Einwolmern in Menge ohne Schaden ge» 
n6Mm '>. 

2#) Prt^BHs ^Padai) Maackii, nova tp# 

ttami sEeriles et folia nuilo modo a P. glandulifolia 
HaxinL Amur n. 17 disiingui possunt, sed in nostra ade#t 
racemud miiltiflonis I4 poll, basi folio 1 — 2 fultus, ita ut in 
viciiiitate P. Padi coliocanda sit, cui ceterum propter folia 
gland'uloso-puilctata racemum brevem et pedicellos fructiferos 
divaricates v. reflexes 2-iineales et drupas parvas valde dissi- 
milis. Rami floriferi P. glandulifoliae gemfbas unifloras 
genmt miniaie cum illis Padi comparandas ; talis ramulus 
ttorifer a D. Maximowitsch missus folia juvenilia gefit jam 
glanduleso-punctata, omnem igitur suspicionem removet con- 
fMiiolii* o«in ramnle adolte adftcto, a P. Mea^kii pdisibili 
awda • dMmta His aeeedlmi aK«e difftrtttiiee ei putamtlii 
MMri^'li Un^f glaaMb t-^a evasaii ad baain feMerum eieea 
pvlMiiiB «* eetiptilis %1im. glattiu)eie<^>ecliAattef«liolo aAttev 
Aafk^ bteviorikMu #).) 

Bmm mH geradini W bebem wd f dMitmf.Slaaaaie; 
aai uijcin Amir aeh iebnur fait W faehe Bi^ne. Ein jUBg a a 
BaMBplar veB4'^ DuidHMnsr iMt eine gii— gndty rothlmmMi 
iMetM Wekbelatoaiwb abolicbr^ m sehr dUme Fetmi sidi 
Utoendev f^n*^ Leati^tUeir gMu^ 2^ iwg. Prariil aclnKrar% 
halb se gross wie bei P run us Padus. 

att*ei4e» ia>Mt an der U««ri<Ma»dfttig, an derThal- 



x*. 



Abth. 1. Bd. 3. 8. 415. 



•> < • • • • 



218 ny«lnil»eli-iiia«h««nititclle Wtesemdiafleft. 

wan4 des Chukbchir-6eiHrge& mil retfen Fvttchten f^ftammell, 
ipaier hin und wieder auch unfcerhalb &w Uturi-lliinduiig am 
«Mem and unlMn Amur gesehen. Wiiditt id LaubwlMeni 
tt»d an d^i bewaldelefi Thahvandeo. 

a 

» ♦ 

20) 3pira«a salicifolia L., Midi, Ofiui. n. 101. Turec. 

Baic. Dah. n. 364. 

Am ganiien Amur ziemlich haufig. Wachsi auf hocbgrar 
sigen (Jfersaumen, in grasigen Laubwaldern an den Thaiwan- 
den, besonders haufig auch aof Insebi und FiacMande auf 
sandigem Boden. Mit noch nicht offenen BUithen sammeite 
ich ihn den 6. Juni am linken Amurufer unterhalb.der OnoQ* 
Miindung; den 8. Juli f^nd ich ihn unterhalb der Sungari- 
Miindung auf hochgrasigem Flachlande in voller. Bliithe, Die 
Bliithen sind hellfleischfarben ; Knospen rosenroth. Strauch 
5 — 6' hoch. 

Die Tungusen an der U^uri-Miindung nennen ihn boidkto* 

31) Spiraea alpina (Pallds, Turcz. Baic, Dah. n. 383). 

Var. dahurica. 

Planla baiealensis sen ijrpica Pallasii Fl. Ross. t. 20 
Mia partim ]nieg^rrima,partiin dense sernilata praebet; hoc 
rarius in aliaica observalar habilu pauluimn divcrs^i sc. foiiis 
pirepier ranmlos abbreviatos densioribusy plerurnqoe integer- 
rimis, florendi tempore brevioribus. Evidentius diiert dafaa- 
rioa (etiara euiia) corymbis serotinis, foiiis jam ante flores ex- 
pliealos longioribui, versus apicem saepe incisora una akerave 
iBarginali, sed numqnam dense serrulatis. Forte nova qieeies 
aui var. angusiifolia 8p. chamaedryfoliae (nisi medoliaaal 
ampla impedirel), accedena adSp. flexuosam Cambess. 
tab. 26. (R.) 

Nur am linken Schilkaufer bei der Daban^^Miindufig gor 
sainmelt. War den 21. Mai noch nieht aufgebifihL Wuchs 
ziemlich baufig in einer schattigen Schlucht* Am i^miit selbst 
nichi bemerkt Strauch 4 — 1/ bocb. 



Die entofi botaoiacNn NaoluMhlta fiber dM AaMrland. 219 

3&f Spiraea sericea. Tiircz. PI. Baic. Dah. n. 380. 

Specijea polymorj^hai. Folia in nosUis spece» breviora oaar 
gis aericea, qu^m in planta originaii TurcaiaBiiiowii, ovala 
vel elliptica, baud laneeolata. Flores diametro 3 lin. Variat 
foUia a4ultii ^upra .dense pubeseealibiiSy aubliis vix s^riceiK, 
carpidiis dorso glabris ; haec infra osiMm fl. Sungari. (R.) 

Von mir am ^an«en pbern iind miUlern Amur ziemlich 
haii^ gefundeDi Wachst wie die vorige AN, atu liebsteaaitf 
grasigen Uferwiesen, wo sie oft ganze Sireckeri bedjsckt; Inn 
and wieder auch auf hochgrasigen Abhangen der Thalwande. 
Strauch 4—5' hoch. Im Aufbluhen sammelte ich sie schon 
den 19. Mai an der Schilka, 40 Werst unterhalb der Gorbiza- 
Miindung; in voller Bliithe am 27. Mai bei Albasin; den 7. Juni 
waren am Qnon aUe Sirauclier vefbliyit. Den 4. Juli wurde 
A^ef . Sta'^ueh uiHerbfilb dei* Sungari-Mandung mifc fastreifem 
Friichtf H geaammeit. 

33) Spiraea chamaedryfolia L.? 

Spec nimis juvenile, ex ligno potius Sp. flexuosaTurcz. 
Baic. Dah. n. 378. Certe diversa a Sp. chamaedryfolia 
Midd..Ochol. n. 99^ propter fojia juniora breve ^vata pupfun- 
dius dentate glaberri^^a; ^n eadeifi ae seq» Nq«34? (R.) 

Diese .4t^ wurde v^n our nur an wiem eiqiog^n Ortf^ 
am reehien AipiirMfer bei de^r Jebiitschnajar Miindung d«n 
24. Mai mit noch . nicht offenen Bliithen gesammelt. Wuch« 
hief djuf SchuUbapfen am Fusse.der felaigen Tbalwand. Strauch 
2—3' hocb. 



34) Spiraea flexuesa Fiscb. 

Fidc^.i^p^CQ,. /Oiit. e 3«ninitMia a b^ Fiaaber Mceptis, in 
Uajtt JPorpat^ 132? e9ai^rumr(non S^p. Uexuofl,a Can^bf sa«)» 
Hi^ Sp* ehamaejlryfolia Led.^b. Fi AjlA* p. Pm Mfop^ 
specc. a M eye IT ex umbroais {Mr..Bu€bterwftsk j^l A4^xap^ 



920 nyif Mkch - mitt% ^' ii iiitU «h6''Wttt»iifcdttifet<. 

drowalioL C!^rpeJli9 extus gibbis^ iqIw ^tyKCeJW ^eu 
flexuosa Turcz. Baic. Dab. n. 378 convenit; an vi 
foNis' Iflte 0%'atifi inci^o-serr^tis 1| poM. toftgH I p^l. li 
minmriWs ovato-rotandatis. M^ulia rinnamin 12^— S-^ 
ampla; ramuii valde Aexaodi tena^; ieoryiifbtts d^p^ttf 
J,^ floras. Diversa a Sp. ulmifolia (Scop, ramis 4< 
foiiil floribuMpie minoribu^. (R.) ' ' 

Airf tiller b6i^ldetew hodigrasigm fasd geg^i^l 
Ufuri^MiUidttiig dan 1. Septamber mH raifen Prttctilen 
«Mlt. Sirtfach 2' hach. • , 

35) Bubus Idaeus. L., Midd. Dphpt n- 113. Xuj 

Baig, Dah. n. 393^ 

Kammt am gansan Amar ¥or, am <>b«rn Cieitfe' '4e 
Mkifiger. Widbfit in achatUgen Schludft^n ^ TImKvth] 
hin und wieder in Laubwaidern. Eine A1>art ^gtiSg itti 
griinen Slattern wurde den 6. Juni bluhend, unterhs 
Onon'Miinduiig geiamoiait' 



i 36) Rosa acicularis Lini}!- Midd. O^ot. n/42 

I PUnd ich h^fig am obern AoHir, wuohs iKer bj 

> Inseln (seltener), bfdd an den Msigen ThafvrlMMlen. S 

S— ^ hadi. Dm 4. Jrnii mit Mart efit¥rtekcfttei^ dmfie 
pen; 4m 6. Juni untarhaib der Onon-AKMiHig aS^tiitli^ 
■ ^eUilht. 

Bai den Orotaehanan : strplflia', hti ^n f^^m 
kdkukta. 

•1 37) Rosa cihnamomea. U var. R* dayttrica Pal 

■j 

3 ' Am obern and miUiefn Annirftauig. Wa^hM aiAli 

airf fceefcgras^gan Uferwiesen, wurde iAet aacii an k 
j ThHNandfn und auC fliielmi IrisdH gai^Ai4te. * Det 

*] Sirauch (ttftto^ialb 4air Sunjpari-^Wndang^, b^i dei^ Oni^ 

M 

4 



Die 6fi«M til iiiilm WiArfiliHw ibw^M Aawland. JM 

IKod^q;^ -war b^^ JmcIi; Uiihend wiiTif^tt%mnkMmchmm 
Ammr wnltrhrfh der KuaMra-Mua4iing 4«b H. Jwm gtMinir 
mell; den 18. Juni an der Buraja-Mundung. OLe ^em 2L iuli 
aalerlialb imr UfwirMuiiduDg bei der T^abvand WuAmi ge- 
iemmcltai Eseiq>iiffe hattea vallkouiMM) enlmckeke, dber 
«mIi avoMg nofarhte f nikhte. 

Bei den VuDi^aHi an der Swigari-Miindsng: khaji nnd 
taeltiilinaa ^nuunlfamck). 3a den GeUi am uufctiien Awinr: 
«nMik4i. 

38) CraUegus sanguinea. Pali., Midd- Ochot. n. I^. 

Tur.cE. Ba^c. Pah. n. 436. 

Pedia caitan«i yjbntttfm fubaateniia. 

Koinml am ganxen obern Amur vor, woher ich Exem- 
plare ^pUj^ra^hl^; ^chs| in La^bw^ildern und ai|f j^chen 
sandigen Inseln al^ Jl^ hoher 3lrauch. Ich glaube ihn auch 
am mitilem Amur gesehen xu haben (vielleicht die Abari fi. 
viiloaa MnxtM. Amut. n. 30). iaCxemflamn, die den 2. Mai 
anf dena fianongkai oskrow bei Nerlsofaintk gesaaimell wurdan, 
waM» KnnafMBn und fikWer nooh niebl entwickelt. nUilwni 
land mh ihn ^ehan am 2^ Mai am abem Amur, bei der Oldai- 
JfinctuD^ md. fflii r**!^ Friiehte hatte er den IS. Joni obar- 
iialb dv fiiadt AJf^n Am hnken Awumfer. 

Bei den Orotschonen und Manegern am oberen Amur: 
dschalikia. 

39) Crataegus pinnatifida. Bunge, Maxim. Amur. n. 19. 

Specc. sterilia plerumque offerunt folia minora, prafundinB 
diirisa) in Us iadtam spinaa vidi axiMbrea 4^fi Un. langas, 
«tf|nilaa -iiAearcB 6 lin. glandulafi^-aerrtt^ reolaa tosi- sa anfc 
e»p4atai in sfaoc. deflaaatia slipula^ faimlad midto laiioraa, 
incisoracmitae, faduncqli ct calycaa onmino glabo^ styM 8 v. 
4^ iCaffteK ramariMn 4HipMiinaruBi gnsena (nae einnamomana, 
JLiiiiiwHii crebtis adsperans ut in Pekiaanii); Mlia aaape an- 



2B2 PhyiUaJbcb-w Mti iiiii ii t i i cti e 

■08 argate el crebre serrtta; sed nMm kae imb mmwofit t 
prehenduator, ideoque baud sufficiunt ad varieCalem coo 
taendam. (R.) 

Kommt am obern Amur, dtch hauiger an BEuUlam i 
wird mm uDlern Amur hin seltauer. Wachat am lacbsten 
sandigen Inseln und Flachlande, adlener an Laub^vaMrind 
Slrauch armdick und IV hoeh. Die dea 18. Joni an der 
\ rija*MiiBdiiof geaaoHneltea Exemplare wavali aclwin ali^eb 

\ und den 4. Juli waren die Frucbte noch unreif. Itit ] 

I reifen Friichten Ende August und Anfang September ges 

' mek. Fruchte scharlachrotb, wohlschmeckend und nut z 

lich sparsamem Fleische. 

Bei den Tungusen an der Sungari-Miindung und ui 
halb: ofdkta; unterhalb der Uauri-MiindnDg: daefaaraki 



I 

1 









40) Pyrus baccata. L., Turcz. Baic. Dah. n. 440. 

(Maxim. Amur. n. 21?) 

Nor am mittiem Amor gesehen. Exemplare ^ sain 
babe leh leider rersaomt Konmit bier bSufig (beaondei 
ierfaaUi der U«mf*Mtedang) auf flacben bewaldet^ I 
ver. Auf meiner RCickreise bracbten die dortigen Xun^ 
mir in den ersten Tagen des September hSufig reife fPx 
dieser Art, die sie ontkta und d^i Bauoi oniiT^ . 
nannien. 

41) Pyrus U^uriensis. Maxim. Amor. n. ^^^ 

Semina fusco nigra oblique ovata, 3—4 lin. lotif a 
lata. (R.) ^ ' 

leh bekam dtesen Baum ^elbat niditutu Qesi^fit 
metner -RUckreise aber brachlen mir am udttimti iktxivft 
halb der U^uri-MQndung die Bewofaner des Dorfes S 
(am rechten Amorufer) den 31. August reife PriicsK* 
hdchst wahrscheiniidi dieser Art aagdidmiw Dje ^ 
dtB Dorfes behauptelen, dass er bier an der TH t 



14 



Die ersten boUmitoheli Nsdiriobten abdr dat Amarland. 22S 

dm WSldern als grosser und ziemlich dickstammiger Baum 
vorkommt. Die Fruchl von der Grosse und Form einer Ber- 
gamoite, grun, hokig, herbe, aber nachgereift braun, weich 
und geniessban 

Die dortigen Bewohner nannlen die Fruchl Ischalukta- 

42) Sorbus Aucuparia. L., Maxim. Amur. n. 24. 

Am ganzen Amur nichl sellen gesehen. Wachsl auf den 
Thalwanden, hin und wieder auch auf den bewaldeten Inseln; 
haufiger am obern Amur. 

Bei den Orotschonen am obern Amur: molikla, an der 
Utfiiri-Mundung milang-kura. 

43) Philadelphus lenuifolius. Maxim. Amur, n, 25. 

Torrey et Gray (Fl. bor. Amer. I. 695), nescio cur, 
species Schraderianas omnes, etiam Ph. lalifolium cum 
Ph. grandifloro Willd. = inodoro Michx. conjungunl. 
Simili mode Ph. tenuifalium aliqui identicam sibi fingere 
posseni cum Ph. coronario L. vel polius cum Ph. inodoro 
Michx., nam flores illius inodori sunt, referente ipso D. Ma- 
ximo witsch (conf. supra Bull. p. 234). Hie vix specimina 
atypica publicanda selegil et misil; prorsus identica et inter 
se quam maxime conformia sunt omnia aD. Maack e2 aliis 
keis repoHata, consistentiam tenuem foliorum et reliquos cha- 
racteres I. c. exhibitos in statii fructJfero quoque servanles; 
viiti etiam specc. latifolia (celerum simillima) florifera fine Junii 
lecU a D. Schrenk pr. Maji, ubi Goldis ainurensibus Gelfe 
audit. Speci^m igitur sui juris crederem. Cum Ph. lati- 
folio praeler notas 1. c. dalas propterea adhuc comparavi, 
ipiod IB utrisque inflorescenMa similis baud semper racemum' 
pfvfectum constituat, ideoque species ambae pari jure ad 
utramque referri possent sectionem, a Schrader in Decand 
Prodr- prapositam; forma et consislentia foliorum inl^rdum iri 
utraque specie sat similis; cetenmi Ph. la ti foil us optime 

Ermans Riiu. Archir. Rd. XVII. H. 2. I e 



214 PhyiikaliNli-iiurtbMiftlit^e W &w eitt h irftoa* 

«ff«rt ramis crassis, praeeipue vero indumenlo copioso a 
pretso fctiorum et oalycis. Ph.coranariua »«cis quilmsda 
uliqua varictatem enititur tenuifoliam a Pb. ieQ«if oli« «» 
rensi caute distinguendam; vidi talem ex Apenoina Livecen 
^anta auatriaca e Sfceyer ramis amiotifiia crasats purfMirc 
calyce majore, racemo etc. dissimilis, in diversis speciminil 
consistentiam firroiorem foUoram offert. (R.) 

Ad fluv. Amur altera Philadelphi species (Ph. Schre 

kii) provenit, a D. Schrenk pr. Pachale 23. Junto U 

d^eela. Priaio obtolu a Ph. tenuifolio fiversa adpai 

ramulis hornolinis longioribus pedalibua magia foliosia (] 

a— 3i poll., laiHum 2 paria foKorum gerwrtibiis), amtot 

crassis, foliis firmis, evidentius d-narviis, elUptifio -laneeok 

usque ad 3^ lin. longis et 1| lalis, racemo plerumque 9-fli 

floribus duplo majoribus, ex observ. D. Schrenk odorati 

mis; stylo sericeo, a medio usque fisso (in Ph. ienuifo 

glabro, apice fcafttum divis^. Ex Jiabiln aooedk ad P h. s 

ciosum LindL in Bot. Reg. t. 2003 (vixSchrad^r), <U 

vero pelalis (in sicco) minoribus 6— 6 lin.; floribus infra-^te 

nalibua saepe quaternis, bracteis 2 subulaiia (nee foliis) su 

■ Us, pedunculis et germine villosis; foliis longkis cuspid 

Ssupremis angu^tioribus, margine ai^utius dentatis. (R.) 
Philadelphus Pekipen^is, unioa isiius lerritorii 
cies, ab utraque Amurensi valde diversa eat Rami aaa 
Qoriferi longi, fpktermide fuaea plerumque exuii, raaMs 
noiinia crehris floriferia reguJdriter ob^esai, ila ul frttlen. fl< 
copia prae ceUiris speciebiH) excdUat, Pili in tola plaB4a 
cUakni! ad petiolos et marginem foiioriUB r^iriolu 
parva! poUicaria vel paulo majora, ovaia, firma^ 9ub 5-b 
* acuta, margine deniibus breviasimis patenlibus, quasi inl 

] rima. Raceou atuiltiflori; calyx late ovatua 2 lin. ^wario 

' longior, petala 5 lin.^ florea ideo^^e e maiwribua; atyliH 

I iummo tantum diviaus. Variat toliis majoribiia 2 poll. 

tiCAS* (R.) 

Von mir nur am mittlern Amur, meral an da^ r^ 
j Thalwand Chorroko oberhalb der Ufuri-Muodui^ tiat 



Die ersteH botftniselMit !fMfirt«htMi Wl^t ^Hm Atnorland. JSSS 

fai«r iloch elwn 900 Werst stromabWSrts kin lind wieder in 
Nadelhokwaldern und sehaitigen Schlach4«ii gefundeii; SpflN 
9«ai belfttU^ter, Sstiger, lO' hoher und 1'' dicker Sirauch, mit 
ehief schmtitAg heiigrauen, tieifurchigen , korkartigen Rmde; 
das Holz gelblichweiss, fest; das Mark 2"' ian Durdhmessen 
In BlOlben nicht beobaehtet; den 9. Jtili wnrde er nrit' fasl 
reifen Fruchten gesammdl, den 29. August mil vollkdtnmen 
reifen, welche bis in den nachsten Sommer stehen bleiben. 

44) Ribes diacantha. PalL, Turcz. Fl. Baic. Dab. n.467. 

Atuiei inleftkm bifidi et sparsi, baai paulukmi diiataH, 
sed reliqut eliaraoteres rarinitne convenkmt twn R. pul* 
cfceMo. (RO 

N«nr an der ScbHka (15 Werst) unterhalb der Gorbiza- 
Miindung den 18. Mai in Bliithenknospen und noch wentg efht^ 
wickelten Blattern gesammelt. Strauch 3' hocb. Wuchs an 
feuchten SteUen und in Graben. Am Amur nicht bemerkl. 

45) Ribes rubrum L. var. glabellum. Midd. Ochot. 
n. 138 a.; Turcz. Fl. Baic. Dah. n. 469 var. 3. 

Adsunt formae 3, floribus virfdesceniibus , fofiis siibtus 
UM«Mi ad Mrves pubescentvbUs v. Mrtk. GenUtnum R. ru- 
brum foliis junioribus subtus tomenlosis desideratur. Forma 
pediincuiis cano-pubescentibus, pr^xima Midd^ndorffianis, 
crescit infra mootes Chingan. Altera ad ostium fl. Jelnitsch- 
naja, lobis foliorum obtusioribus brevioribus, racemo florifero 
gl«(ytlsscente, fkrribus nonnihi) majoribus accedit ad R. ru- 
brum p. Ledeb. Fl. Ah. Tertia e fl. Schilka sistit var.glan- 
dulosam; lolia juniora uirinque minule glaiitluloso-pulverulenta, 
glarfidtilije petiateruni et racemi crassiores densiores. (R.) 

Wurde am obern «nd mrftlern Amur nicht selten an- 
getroffen. Wuchs bald auf feuchten SteUen (haufig), bald in 
sdltatttgen LaubwSMern and erreicht eine H8he von 5 — ft'. 
Biuhend am obern Amur bei der Jelnitschnaja-Mandarig den 

16' 



226 Pbysikaliicli-matliematitche Wissentebaften. 

24. Mai und reife Fruchte den 23. Juni unterhalb des Chia-^ 
gan-6ebirges gesauimelt. 

Die Var. gland ulosa nur an der Schilka gesammelt 
Wuchs in Graben und schattigen, nassen Waldern. Bliiht 
Mitie Mai. Strauch 2—3^ hoch. 

Bei den Orotschonen am obern Amur: turfdi; den Be- 
wohnern der U^uri-Mtindung: hudschaku 

46) Ribea nigrum. L., Turcz. Baic. Dah. n. 471. 

Plantae coUectae saltern varietatem constituunt racemo 
florifero abbreviate paucifloro, bracteis interdum longioribus. 
Hujas loci R. pauciflorum Turcz. e Dahuria. (R.) 

In Bliithe den 23. Mai am Amur unterhalb Ust-Slrelka 
gesammelt, den 13. Juni an der Seja - Miindung mit unreifen 
Friichten. 

47) Ribes Dikuscha. Fischer ex Turcs. Baic. Dah. 

n. 472; Midd. Ochot. n. 139. 

Racemi semifructiferi erecti, nee nutantes ut in R. nigro; 
ovaria non glandulosa. Bracteolae ad basin imo fructuum 
immaturorum non raro restant. (R.) 

Bei Alba^in den 4. Juni mit unreifen Friichten gesammelt. 

48) Ribes procumbens Pall., Turcz. Baic. Dah. n.472. 
Midd. Ochot. n. 140 spec, florifera exacte! 

Folia crenala, baud incisa, subtus glaberrima evidenter 
glandulosa, bracteae barbatae, germina glandulosa; sed haec 
etiam in variis specc. dahuricis animadvertuntur. (R.) 

Nur an einer Stelle am rechten Ufer des obern Amur, 
4 Werst unterhalb der Oldoi - Miindung, bliihend gesam- 
melt. Wuchs hier ziemlich hau6g auf morastigen Stellen 
mit Spiraea und Vaccineen vergesellschaftet. Bis 3^ ho* 
her Strauch. 



Dieerften botanitchen Nachricbten iiber das Amurland. 227 



49) Panax sessiliflorum. Maxim. Amur. n. 26* 

Memoratum I. c. Panax quinatum Sieb. et Zucc. in 
sched. 1845, ab ipsis auctoribus eodem anno in Fl. Japon. 
n. 415 describitur s. n. P. divaricatum. (R.) 

Die grossten Straucher waren 15' hoch und 1 — 2*^ dick; 
11 — 15-jahrige dicke Stamme halten eine schmutziggraue oder 
schwarzbraune, rissige Rinde; spater diinne Borken abwerfend, 
unter wetchen die innere hellgraue, glatte Schicht zum Vor* 
schein kommt, welche stellenweise so wie die Borke durch 
die zieailich zahlreichen 1 — 2''' langen Lenticellen in sehr 
charakteristischen bis ^ Zoli langen Querspalten durchbrochen 
isi; ohne Stacheln. Mark bis 2^''^ dick. 

Er wachsl in Laubwaldern, an Waldrandern und haufig 
in quelligen schaUigen Sebiuchten. 

Wurde zuerst von mir im Chingan-Gebirge den 20. Juni 
alft 14' hober Strauch noch nicht aufgebliiht geseben, spater 
biuifig unterhalb des Chingan<^Gebirge8 und am miUiem Amur 
bis zur rechten Thalwand Sachalsehi beobachtel. Die van 
irifoliata wurde unlerhalb des Chingan-Gebirges, aber 
baufiger am mittlern Amur unterhalb der U^uri-Mundung ge- 
sammelt. 

Mit sehr jungen Bliithenkopfchen sah ich ihn den 
20. Juni im Chingan-Gebirge; den 23. Juni sammelte ich 
Exemplare unterhalb desselben am linken Amurufer, und 
endlich den 9. Juh oberhalb der U^uri-Miindung an der 
rechten Thalwand Chorrokd. Zuerst in Bliiihen sammelte 
ich die var. trifoliala den 17. Juli unterhalb der Ufuri- 
Miindung an der Thalwand Cholalki. Mit reifen Friichten 
und fast reifen Sam^p wurde er den 1. September unter- 
halb der U^uri-Miindung bei der Thalwand Kirmis-chongkoni 
eipgelegt 

Bei den Eingeborenen unterhalb der U^uri-Miindung: 
^iralng-gramkura, von einigen auch mil der Hedera sen- 
ticoaa verwecfaselt: gunggulchi genannt. 



228 Pbysikalisf^^matbeniatisebe WlMCiiicliaft^ik 

50) Hedera? senlicosa. Maxim. Amur n. 27. 

Ein V dicker Stamm halte eine siemlich glatte add 
mil sellenen Slachein bedeckle Rinde. Die Stacheln 2' 
dunn; da> Mark beinahe 2"' dick. 

Dieser Slrauch kommt am mittlern und uniern 
vott der felsigen Thalwand Chorroko oberhalb der 
Mundung bis Kisi vor. Wachsl ziemKch haufig in Lau 
gemischlen Waldem und schaltigen Schluchlen, und < 
ein^ Hohe von 14'; am untem Amur sah ich nur 4 — I 
Slraucher. 

Bliihend wurde er zuersl den 9. JuH vom Chorro 
sammelt und mit unreifen Friichtcn d^n 24. Juli beim 

Doolin. 

Bei den Goldi: gunggulchi. 

51) Aralia mandjurica. Maxim. Amur. n. 28 

I Ein bis 14' hohes Baumchen mil 1^" dickem Si 

: ein sokher Sjahrige Stamm halte eine furchig rissigc 

i slachlige graue Rinde. Mark weiss, 8^ dick. 

! Kommt nur am mittlern Amur vor und wurde v 

von der U^uri-MiindUng an, den Amur dtromabw&rls 
rechlen Thalwand Sachatschi beobachlel und gesi 
Wuchs bin und wieder in Laubwalderti und am Fuj 
Thalwande. BKilhen den 13. Juli oberhalb d^r Usur 
dung an der Thalwand des Chuktschir-churin noch tticl 
Mit den ersten Bliithen sammelte ich ihn den 15. J 
voller Bluthe den 21. Juli beim Orl Sachatschi. Ai 
meiner Rlickreise sammelte ich ihn noch am 21. Aug 
terhalb der CJ^uri-Mundung in BlUthe. 

Bei den Eingeborenen : gunggulchi. 



t 

! 

1 



52) Cornus (alba var.) sibirica. C. A. Meyer, 
Ochot. n. 160. (Turcz. Baic. Dah. n. 544;) 

Am obern AmMr , U& vm Cbmg^rGfiifix^i^ wj^mii 



Die efslffi >9l»iiirlw Naehriefalwi nb«r da» Juvwrlaad. 299 

% fai LmibwiiMero, Waldraiidern und atif flachen ajindigen 
bueln; am mkUern und unlero Amur bia und witder auch 
auf Flachlande. Sirauch 6^-7' hoch. Den 4. Juni samdielie 
idb ibn bei Albaftift in Blfitbe; an der Biira|a-MunduAg hatte 
er d«D 16u Jimi scbon abgebliibt Den 26. Juli mU fast reifiii 
weiesen Fraefaten. 

Bei den Orotsehenen uad Manegem an obefen Amur: 
■aAgia* 

53) Xylosteum coeruleam. L., Maxim. Ammr n.31. 

Wurde iiberall am obern Amur bis lum Ghingan^Gebirge 
a^etr#fl€ii; am mittieni vermisste idi iiestn Slrancb, am 
•Diem Afldur fand ieb ihn oberbalb Kisi wieder. Slraucb von 
2P Hohe, wuchs in sehatiigeny feucbten Nadelbekwaldern. In 
BJatben mil entwickelten Blattern sammelte ich ibn tuersi 
den 19. Maa am Schilka-Ufer bei der Scheltiiga. 

Bci den OroUebenen : uUumiiJKta* 

54) Xyloateum gibbifleram. Maxim. Ammr n.32. 

Sfeec. MUiia jam penitus deflorata, hinc non esi, quod 
ificlis addanu Si X. cbrysanihttm i« e» d cm 9tit dtverais 
jrntie^ua formam gibbifloram enitiUir, haee dtversa adbue eaee 
poUat a gemiino X g.ibbifIo^e reltquis characleribua i. c. 
indigilaiis* Neetra num^Mam in rupibus crescii, neque eaule 
BMalriiio gimdrlj apice U»lum adscendente: Inquirendae eliam 
aunt aaib^ae, in X. chryaantho basi semper seticuiosA- 
barbaiae* — Circa oatiom fl. Sungari tecta est varielas aui 
iatle nova species: foiiis subtus molle pubeseentibus, ad a^ 
ladum Cere lomenbasisy bracteis ioterioribiis glaberrimis eglan- 
Jj^ostSy baccia fliiftOffibtts ei exaeiius globesia, jam fine Jmiii 
el miL Julii maturis, bine facile praeeoeiofibus. DiMributio 
gpecftenun affinittm sf quenti ratiane hucuaque inelaruii: 1) X. 
vulg*re deeal ex oaeBie OMnl. Allak#rum; 2) X ebry- 
iMMkbaA '^ t^fikm Oabmr, aiipa& pr., &micbailu; 3) X. 



SSD -FlfyaflliBliteb-iiMrtfieinaHsdie WkMaMliait9ii. 

Maackii ad fl. Amur circa mont. ChingaFA; 4) X. gil 
rum subtomentosum circa ostium fl. Sungari; 5) ? 
biflorum genmnum ab oBtio fl. U^uri usque ad Kisi. 

Das Chingan-Gebirge scheinl die westliche Giiinzi 
iStrauches ta sein. Kommt am ganten miUlem und 
Amur bis Kisi vor. Die hdchslen bis 14' hohen Sti 
dah kh bei der Sungari -Miin^ng. Wdchst in Laul 
Nadelwalderoy Waldrandern und Ufersaumen. In Bltitt 
beobachtet. Den 11. Juli wurde die typische Forna 
Utfuri-Miindung und den 6. August oberhalb Kisi rail v 
Fruchten, aber zum Theil reifen Samen gesammeifc; 
September die Frucht volikommen reif, saftig. Eine 
mit sehr weichhaarigen BlliUem, die den 28. Juni und 
in der Umgegend der Sungari ^Mundung gesammelt 
hatte zum Theil reife Friichte und Samen. Eine 1' 
Stammprobe von dieser Abart hat von Xylosieum vi] 
Aehnlichkeit, aber die Rinde ist deutlich faserig, heUgr 

Bei den Goldi an der U«uri-Mundung: gal pi oder 

65) Xylosteu-m Maackii, nova spec. 

Caulis annotinis valde flexuosus; rami homotini pi 

subflexuosi. Folia in petiolis pubescenti- pilosis 1 

ovata acuta, superiora majora ovato-oblonga versus i 
in cuspidem iongum attehuata, margine integerrimo I 
sime ciliata, ceterum glaberrima, tantum ad nerves ad 
pilosula, peilucide venosa et punctata. Pedunculi a:^ 
erecti aiox arcuati, numquam ultra 1 lin. longi; bract< 
alterave exlerior linearis pilosa 1 — ^2 lin.; bracteae int< 
latissimae rotundata^ margine ciliatae, ultra medium cor 
Ovaria non vel ima tantum basi connata, glaberrima 
caiycem gamosepalum dentatum ore ciliatum, fere 1 
Iongum, diu persistentem sustentantia. Flores desu 
X. chrysantho et X. gibbifloro e (orma foliorum 
differt praecipue pedunculis brevissimis, caide ramisqi 
xuoaiS) Mils glabrali# evidentiuB peUucrd^rpundatis b 




Die eratoR Mftakcieii NaeiiiMrtai ab#r iu AiNurland. -^1 

inlerrnibuft latioriku ultra medimii connalis^ calyds lobo 
valde conspkuo. Aeeedll eliam X. diversifolium Wal* 
lieh propter pedonculos el calyces, sed jam induniMto crasso 
dignoseilur. (R.) 

lai OMT oar yon ekiem Slandorte and zwar onierhalb des 
Chingan-Gebirges am linken Amnrufer bekannl. Witcbs hier 
liemlich haufig in den Eidien- und UlmmwaMern.alsSirauch 
von 5 — 10^ Hohe. Den 23^ Juni ahgebUihte Ezempiare ge- 
sammell. 

56) Xylosfteum Maximowitschii. R. in Maxim. Amur. 

n. 33. 

Dieser Strauch wurde am miUlern Amur von der U^uri- 
Mnndiuig und am unteren bis Kisi angetroffen. Besonders 
haufig war er in den gemischten WSldem des mittlern Amur 
an seiner rechten Thalwand beim Gebirgsbache Churi-bira. 
In Bluthe fand ich ihn nicht mehr; die den 1. August beim 
Churi«bira gesammehen Exemplare batten unreife Friichte. 

Bis 7' hoher, ziemlicb dieht belaubter Strauch mit zabl- 
reichen Friichten. Blatter von den viden auf ihnen lebenden 
Nollusken (Pupa und Helix) haufig zerfressen. 

57) Viburnum Opulus. L., Turcs. Baic. Dab* n. 546. 

1st am ganzen Amur nicht selten. Wuchs am liebsten 
auf Flachlande auf sandigem Boden vergesellschaftet mit Cra- 
taegus pinnatifida, AcerGinnala, Maackia Amuren* 
sis und Prunus Padus. Strauch bis 7' hoch. Am 19. Juni 
waren (50 Werst) oberhalb des Chingan-Gebirges die meisten 
Straucher verbluht Mit vollkommen reifen Frilchlen oberhalb 
der U^uri^Mundung den 28. August gesammelt. 

58) Sambucus racemosa. L., Maxim. Amur. n. 34. 

Am fiumtm Aorar gesehan. Ab Boium von 15^ Hihe in 
yHAAno, aia f,erfariippolte Biumchea und Sftriiuciier an tafai- 



232 PJiysiUliMfa-oMllMiBatiMb^ WimiifMAaliM. 

gen Tbalwandra auf Scbullhaufeo. An 4er ScbiiU ^^m 19. 
Mai noch nicht aofgehlubt, den 2a M«i bei AlbaaHi m voliar 
Bluthe. Mil reiien Frildbten wurdt er 4en 21. Julibein Darfe 
Doolin am untern Amur gesammelt. 

Bei den Goldi an der Uiuri^Miindung: baliggdng-^kura. 

59) Vaceinium Titis Idaea. L, Midd. Ochol. n. 214. 

Turcz. Baic. Dah. n. 736. 

Wurde am ganzen Amur haufig gesehen. 
Bel den Orolschonen am ebem Amur: himfkta; bei den 
Manegern: imiikta. 

60) Vaceinium uliginesum. L., Midd. Oehot. n. 215. 

Turcs. Baie. Dab. n. 736. 

Auf morasiigen Siellen hauGg am gansen Amur gesehen; 
den 28. Juli oberhalb der Garin-Miindung mit reifen Fruchten. 
Bei den Manegern: dschikta. 

61) Chamaedaphne calyculata. Mdnch. ^Midd. Ocbel. 

n. 219. Turcz. Baic. Dah. n. 743). 

Am ganzen Amur nieht sdten. In Bliltbe srammehe ich 
ihn am obern Amur bei der Oldoi-Miindung am 25^ Mai. 
Wachst bier in sumpfigen Nadelwaldem in Geaellsehaft von 
Vaccineen; mit reifen Friiehien sammeUe icb ihn den 25. 
Juli aOi nutliern Amur, wo er auf morastigem, hoohgrasigem 
Flachiande mit einer sirauehartigen Be tula wueba* 

62) Rhododendron davurieum* L.^ Midd. OchoL n. 324. 

Turcz. Baic. Dah. n. 750. 

Am haufigsten in Daurien und am ganzen obern Amur 
•n Aen AbhangeA bdikiff Vfm Btt Ewdm . Afvil mid Anfang 
BIm Mit ieiiien ssfainMi jtoUma Alilheiii gaue SUmImi 



Die ersten botonitclMii Naiibpcbttn ukw dat Anorland. 288 

«abtiiock«B4. Am wlUern Aixuh* s«h ich ihn nicbt so bau^ 
iff; am untmoi Amur bis o^rhalb Kisi gesehen; 16 Wersi 
«mt«i6alk dev Uwii-Mundiing fand ich ihn ? hod) mit I'' 
^ekem Stamoif; Rinde heligriHi, glatt und mii Parmelia, 
Lecanora batetsL 



6S) Ledum palastre. L., Turcz. Baic. Dab. n. 751. 

Hittfig ant Moraate^ am obern Amur; bliibend den 7. Juli 
am linkeUxAmurufer unterhalb der Onon-Miindung geaammeli 



64) Ledum (palugtre) diialatum. Whlbg., Midd. 

Ochot I). 225. 

NiN* am uatei^i) Amur bei Kiai gesammelt. Wucha bier 
haufig auf sumpBgen Slellen. Den 10. August waren nooh 
le. Bldtben iiorbanden. 



65) Syringa (Lignstrina) Amurensis nova spec. 

Folia eU^iiiea v. ovata longe acuminata, mavgine lantum 
biapidHla, diemum gUbernma* Fiores candidi subodori. Co- 
roUae lubua 1 iia*, lobis limbi ovatibus 1| Un. Ab omnibus 
q>eciebufl oogniliB lubo caroUae brevissimo reeedil et propriam 
seeiio»eaa in hoc genere eonstituity cui altera species nstva 
a44« poiesi: S« Pefkinensis fdiis cordatis acuminatis glaber- 
fiiuis^ flofibos paule minoribus ei magts esttgestis, paniculae 
vmms piimaius longienb«s nudis. (R.) 

Schlanker, schon belaubter uud reichbliithiger bis dff ho-> 
ber Baum. Bluthe sehfteeweisa. Ein 21" dicker Stamm haUe 
eine gkite scbmutsig dunkelgraue Rinde (bei Syringa vul- 
garis von demselben Durchmesser, rissig, furehig, ohne Left- 
ticeAlenK Lenticellen uemljcb zablreicb, warug^ oval, 2"' lang, 
y breift, v/^kbff dureh eine . horiaotttale Fiiaehe io zwei 
gleathi Tbeilr 99tibeill ist. Wivde voft mir nierst m Chinr 
^Mit«Gebiige aft 4m re«btei» TbalHie»dl dm 20. Juni Ufibead 



234 Phjsikalisch-mfttfaematisohe Wistenschaften. 

gesammelty spaler, hin tind wieder am mitdcrn Amur an der 
Utfuri-Mundung und unterhalb derselben; zuletzl nach Osten 
hilly oberhalb der Garin-Miindung an der linken Thalwand 
ongma chongko gesehen. Wuchs an den Thalwanden und 
am Fusse derselben in geaiischten Waldern. In voller Bliithe 
sammelte ich ihn zuerst den 20. Juni; mit unreifen und tau- 
ben Friichten den 26. Juli an der rechten TJialwand Sargii 
bei Flusse Girri. 

Bei den Goldi an der Utfuri-MUndung und unierhalb: 
fiiragda. 

66) Frai^inus mandjurica nova spec. 

Simillima F. excel si ori; diversa praecipue foliolis apice 
in cuspidem pollicarem obiiquum angustum longum el serra- 
Imn altenuatis, basi oblique ovatis, 5 poll, longis, 1^ poll, 
latis, ad insertionem villo notatis. Samarael4 — 15 lin. longae, 
3 lin. latae, lanceolatae, acutiusculae; sed variant alio loco 
omnes apice rotundatae el emarginatae; haec posterior forma 
nostrae communi respondet, prior vero lilhuanicae (conf. Le» 
^eb. Fl. Ross.). Cortex truncorum 10 — 15«ennium fissuris 
crebris anasiomosanlibus et quasi hieroglyphicis; in F. excel • 
si ori tantum sulci obscuri longitudinales, parciores. (R.) 

Die grdssten Baume, die an der U^uri-Miindung auf dem 
Ohuktschir churin wuchsen, waren 60^ hoch und 4' dick. Ein 
3f* dicker Stamm hatte eine schmutzig hellgratie, rissige Rinde; 
Risse sehr fein und gleichsam anomostosirend, wodurch eine 
hieroglyphenahnliche Zeicbnung entsteht, ahnlioh der Ope- 
grapha-Zeichnung im Grossen. 

Wurde zuerst unterhalb des Chingan-Gebirges am linken 
Atnurufer gesammelt. Nach Aussage der Eingeborenen ist 
das Gebirge aber nicht die westliehe Granze dieses Baumes, 
denn er soil auch am westlichen Abhange und an der Buraja 
npch vorkommen. Wurde am mittlern Amur nioht selten, 
an der Ufuri-Miindung und unterhalb derselben an den Thal- 
wanden Galfa^ Sachatscbi und Sdnda ' gesehen. Am mitttern 



Die ersten boUnUcben Nacknchten Hber das Amorland. 2% 

Amur xuletzl oberhalb Kisi beim Churi bira an der rechten 
Thai wand den 1. August gesehen. Wachst in Laub- und ge- 
miscbten Waldern* In Bluihen sahichihn nicht; mit unreifen 
Prtichten wurde er den 6. Juli zwischen der Sungari- und 
U^uri-Miindung beim Orte BukatscM gesammelt. Reife Friichte 
von der Abart fi. emarginata sammelte ich den 29. August 
unterhalb der Thalwand UksSmi am rechten Amurufer. 

Bei den Goldi an der U«uri*Mundung und unterhalb: 
juvigda. 

67) Thymus Serpyilum. L, Turc^. Baic. Dab. n. 896, 9. 

Die Abart a. angustifolia am obern Amur bei der 
Onon-Mundung den 8. Jnni in Bluthe gesammelt. Wucha 
an den Thalwanden auf trockenen Schutthaufen und an kah- 
len Felflwanden. 1st volikommen Th. angustifolius Le- 
deb. FI. Alt! 

Die Abart /?. la ti folia am mittlern und untern Amur an 
fdsigen Thalwanden und Schutthaufen haufig. Bliihend den 
28. Juli oberhalb der Garin-MUndung an der Felswand ongmS 
chongko und typische Ex. (Th. Serpyilum Ledeb. Fl. Alt.!) 
den 31. August an der rechten Thalwand beim Orte Modadsi 
gesammelt. 

68) Corylus heterophylla. Fisch., Turcs. Baic. Dab. 

n. 1064. 

Diesen 4 — & hohen Strauch fand ich haufig am ganzen 
obern und mittlern Amur bis zur Sungari -Miindung; unter* 
halb derselben wird er von Corylus mand^urica ersetzt« 
Bedeckt ganze Strecken an den Thalwanden, auf dem Flach* 
lande und an Waldrandern. Die ersten den 3. JuU bei Al- 
basin gesammelten Exemplare batten noch nicht ausgewach- 
sene Blotter. Mit $ Kfitzchen wurde er zuerst den 6. Juni 
unterhalb der Onon-Mundung gesammelt, den 11. Juni waren 
die 9 Katzchen an der Kumara-Miindung abgebliiht. Unterhalb 



2S6 Physikalisch-tnathemaftivdie WImttMbaften. 

der Chingan-Qebirges wafen am 23. Jtiiii die PrOdtte Mth 
sehr jtmg; von aHen den Orten brachte ich EkeHipiare mit. 
Reife Friichle warden 160 Werst ob^rhalb der Siadt Aigun 
den 4. October gesammelt 

Die Nuss heisst bei den Manegem: sShikt^^ bei den 
Tungusen an der Sungari^Miindting: sisjiiktiu . 

69) Corylus mandjurica. Maxim. Amur. n. 35. 

Forma foliorum in Corylo genere bonos suppeditat cha* 
mcfceres, quod e. ^ C* bolero phyil a daburica probat Cba- 
racterem e serraturis foliorum C. mandjuricae L c. a me 
exhibitum in numerosis specimifiibus temper i^onstatftem video 
et praesentem; addo, folia aduita absolute hiajora €i praeei- 
pue latiora esse, quam in C. ro strata. Sine difficultate ex 
unico folio oblato ambaa recognosco. C. rdstratafihf folio 
C. mandyuricaenondum vidi. Fructus in C. m^nd^urit^a 
snepe plures congest! (interdum 4 maturi); 'in C. tostrata 
tantum aolitarioa vidi, vel plures hebetati et abortin aceedunt, 
ut b. Willdenow (Berl. Baumz. 1811) refert Differenliafti 
e magnitudine et fonma nucis adesse mthi pttKbabile ridttsr; 
nnx matura C. rostratae major quam ulla C. mandyuri- 
cacy pars libera magis rotundata, nee conica; an setttpef? 
Fructus C. mandyuricae numerosos examinavi, magnitude 
nucis paulcf" taBtwn variat^ pars libera 5 — 7 lin. loQgai baai 
5 — 6 lin. lata, fere a medio angustata et conice attenuata, pars 
basilaris 4 — 5 lin. lata majorem circumferentiam occupat, 
quam apud C. roslratam. Torrey (Netv-Yortt If, 187) 
2 — 5 p€^alem describit, Maximowitsch 10— 1& ped; — 
Ad C. rostralate Ait Kew. ed. I, 1789 et II (exd. dyn. 
Wiild. spec.) pertinet C. cornuta sec. spec. orig. Bhrhart, 
acceptum 1793 a D. Wangenheim; auctor dicitnr Bhr** 
hart in Stead. NomencK, Duroi sec. Endlicher Suppl. 
IV. (1. c. tion inveni), hortul. sec. Wtlld. Beri. BaufM. 
1811. (R.) 

iKeser Straudt kommt nur am mittiern und tmtem Amur 



Die mt^&m IMtsMbei fftdniditeii liber das Amorland. 23^ 

Er wurde "roii teir zuvrst oberhalb der Uttiri-MChidaiig 
(4«o 9. JUH an der Thalwaiid ChoiTok6 (antethalb des Dor- 
fes Nunggja) gesammelt und ist nach Osten Ihb nach Kisi 
oberaM siemlidi haufig. Wachst in Laitbwaldem und erreicht 
eine Hohe von 14'. Ein IV' dieker Stamm hatte eine rauhe 
rissige graubraune Rind^ Die den 9. Juli gesammellen Exem- 
plars Imtten eotwickelte Fruchtgehause, aber koine Saaoen. 
Ganx reife Friichte braehle ich von dem Dorfe Tscharami 
ind der DaaaomAn-Mdndcing niit, die dort den 27. August 
und 2b S«flMibtr gesammelt waren. 

B^ Aem Beifrolmem des Dories Nunggja: urkumkf; die 
Geldi MHHrten die Nuss: sisjdkta. 

70) Quercus oiongoHea. Fisch., Maxim. Amur. n. 36. 

Die Eiche ist am mittlern Amur einer der haufigsten 
WaUbiiiiii6 iitfd waehst bald auf dem Flachtande mit Pru- 
Btts Padas und Fraxinus, schdne Gruppen bildend^ bald 
an Thalwanden mit andern Laubholzern vergesellschaftet. Die 
grossten Eichen sab ich unterhatb der U«uri-Mundung; sie 
waran bis 40^ hoeh und %/ dick, viele von diesen letslem frei* 
lich kemfaul. 

Oie westliche Verbreilung am obern Amur ist Alba^in, 
aaob Cbten sak tcb 3in am onteni Amur bei Kisi. Von Al- 
ba«in bis oberhalb der Kumara^Mfedmig sab ieh ihn fast 
knmer (beim Orle Panggo, gleich unierhalb Albasin kamen 
verkrappelte Baume vor) nur als 2 — 3' hohen Straucb; sis 
verkriippelter Baum . von bis 2(y Hohe komo^ er auf der 
Strecke von der Kumara-Miindung bis unterhalb der Stadt 
Aicua vor. Als dieken Baum sah ich ihn suersi oberhalb des 
Chingan-Gtbirges bei der Buriija-Miindung und darauf am 
gansen mittlern Amur. Am untem Amur bis Kisi nimmt 
seio Wuchs merkjich ab. Mi( $ Bliilhen sammelte icb ihn 
den 6. Juni in der Nahe der Onon-Miindung; den 27. Juni 
^r«rco die Fribdrte an der Soagari^Mandang noch sehr jung 
c^d den 28. Jttb aa der Garin-Miinduug noch nieht reii 



339 



PhyiikaliBch-mathamatUehe Wlitensehaftea. 



Reife FfUdite sammelte ich den 1. Septeinber bei dei 
Miindung und den 4. October oberhalb der StadI Ai^u 
Orte Karlang. 

Bei den Manegern am obern Amur: tscbach^m 
am mittlern Amur: malT^ga-mo. 



71) Salix pentandra. L., Turcz. Baic. Dah. n. 1 

V^rietas bracteis amenti $ oyalibus^ oiVaiU, v. o 
I tin. laiis (nee linearibus), ramis ano^tiois vUeUioiiB* < 

Biiihend den 7. Juni aqa obero Amur uBierhalb 4ei 
Miindung gesammell; haufig an Raadern von M^rwtei 



:4 



72) Salix praecox. Hoppe, Midd. OohoU u. 276. (j 
lifolia W., Turcz. Baic. Dah. n. 1021.) 

Nur in Daburien gesehen und Zweig« tnit & Ki 
ohne Blatter den 22. April bei der Nertoeha - Mttndui 
sammelt. 



73) Salix capraea. L., Midd. Ochot. n. 278. Turcz 

Dah. n. 1032. 

Nur in Dahurien gesehen und den 29« April mil ^ 
chen am Nertscha-Uter gtfsammeli. 

74) Salix depressa. L. /?. cinerascens Pries ii 
Ochot. n. 279. (Turcz. Baic. Dah. n. 1033.) 

Biiihend wurde sie bei Alba«in den 26. und 28. M 
sammelt; haufig auf Insein und flachen Flussufern. 



75) Salix rosmarinifolia. L, Turcz. Baic. Dah. n 

Wurde nur am linken Amurufer unterhalb der < 
Miindung gesammelt, den 7. Juni waren dort samnUUc 



KS^clien out pappus, und die Blatter waren fast au|i|;^jU^I. 
Wuchs an Randern von Morasten. 

76) .Saiix yinsiinalis. Ji^ Widd, pqhfit. Pr.5S77..TiMrc«. 

Baic. Dah. n* i027. ,,. - ••. i- 

Nur bei ' Alba^in gesehen und gesammelt. 1st hier auf den 
flachen ITfersaumen iiaufig; 9 Kalzchen mit pappus wurdeo 
den 27. Mai eingelegL 

Die moisten Weidenarken werdeii vondeii Orotschonen 
am G^rn Amur sakta genannt, bei den Manegern'lieisst eine 
Weidenart burgdn; unterhalb des Chingan-Gebirges burg^ 
und boTgAso (mandseh. ?). 

• * 

77) Populus tremula* L., Maxim. Amur. n. 38« 

An d^i' Sel^tka und dem ganzen Amur 6is nach Kisi ge*^ 
seheti; ' Die' grS^teh Baume, von letwa Sfy-flShe und*9^ Dick^» 
ftimeti' am «tHtlern Anrtir von der (Jiuri^^'Mfitidung bis el^a 
400 Werst den Amur stromaufw^rts vor und wacfaseA dort 
an d^ ThalwUnden und UfersSumen. Kommt audk nicht sef- 
ten auf dem Flachlande und den Inseln vor. Mit ^ KStzdieti 
slimmelte'ich ihn ^en 29. April am Nertscha-Ufen * 

Bei den Orotschonen und Manegem am obefc-n Amuf: ho- 
it^-diti^ ^n Tungiliien ah der Sungari-Mihiduihg: 'hof6-''nib 
und b^den GdMi an der U«uri-Mindung: folA "^* •*- '" 

78) Populus suaveolens. Fisch., Maxim. Amur. n. 37. 

*^' ' Xm oberh Amur tiur bei Albam gesehen und den 2/. Mai 
ftpri ji^i^j^i^l^mplare phne KaU^bengi^Mnm^.Aiauittlem 
Awir wurd^ er bis «ur DauspraqnrMwdung.^4ftW^iiit UvIWt 
halb der Usuri-Mundung) nirgends angeirogeH; w<tfb^ binr.Md 
4fB Am^i^i'^'^x^^^^ ^^^ 200 Wctfrat nicht seliM A den 
j^hiff[^ftTJialwaii4^ und MttiFusae derselbe«» and mrekiht 
«ipe H9bt fon 40^ w4 H' Dicls;e. Waiter, i^wt^ \%t MffM^i 
wilder .ajLif dein Flachtwdd und dep loseli^. bei. Kisi: gdP^hfifr 

Crmaiu Russ. Archiv. BJ.XVU. H.2. X6 



flO H^ikaHttl. imrtlMaMtllwIto WlMMMslNiftM. 

; . . > . . . . 

79) CTImiis pumila. L., Pall, p, p., Tnrct. Paie. Oah. 

D, 1016, o. 

Syn. Ulmus humilis Gtnelin, Amman. Perigcmiain 
ore ctliatuin, ut in sequente No. 80, eojus forte varietas. (R.) 

Wurde s^m|jch Haufig in Daburien jEin jier SchUI^ ge- 
seiien. Am obem Amur nur bis oberhalb der Jel^schi^ijii* 
Miindung beobachtet. Mit sehr jungen Fr(ichten ui^d Ueinep 
Blaitem wiirde er den 23. Mai am obern Amiir geg^viiber 
der $opoachka- Miindung gesammelt. Kfeiner verkriippelter 
Baum^. wkchst haufig an felsigen Th^Iwanden. 

80) Ulmus glabra. Miller, Maxim. Amur. n. 39. 

Kommt am obern und mittlern Amur von ^r Jelnitech- 
my^-Hiindung bi^ lu^ Thalwaqd P«g9t^-fbpogkQ; o^^rhalb 
d^ Gafin^Muodiing iror. Am obern Amur wurde #f (an ii^j; 
Ji^nitsqlm^a-lluiidung) den 25. ^ai iqil sehr jungen {•'rii^Uii 
|]^ k^V^ sick^baren Biattem gesammelt Vor 4^ 9urii^ 
deo 18. J^ni und der Fel^wanfl Opgnu^-rchongkcv, d^P 258. ^ul^ 
brffjcbte jcji e48Uer»weige. mit 

kin bis ^ ho|i«r un(^ 2\' d\ck»r ^^m^f W^fl^ b^4 W 
f^^fh^;(| |ew4phlen ^SWcrq^ bald in )^t^jU4em airfi^ock- 
ntffi, ^^dige^ Ba49Q* Die Hokpi?9b« vom ^. AUl i^t fticbl 
versckied^en vw der fiiropaiacben (Jlmpf c^mpn^tria. 

Bei den Orotschonen am obern Amur: hail is un. 

81) (Jimiis suberosa. Ehrh., Turcz. Baic. Dah. n. 10I6./9. 

Rmm erasse Miberoso^alati. Folia basi atlenualft, iH in 
pffiori sed iitite^u^ aspemla. Arborea et sleriiis» bmc aynn. 
lilligato pavb dubia. (R«) 

Wurde von mir n«r am mitUem Amur beobaehlel. Zueral 
traf ieh aof di«86 Art am Knk^n Amurofer unlerhdb' d^ 
CMngim-^ekirges, wo er als hoohsUkiMiiiger, dicker Baum 
mil sebdnb^faiiibler breiier Krone httuSg mit Pr onus Padus, 



Die •nte^ 1^Unbob4ii rtaohiioi&teii ^ber ^at imurUad. 2^1 



Qiaejr^Uii moagtliua iQ"4en Laulwfiiler* ^iduti' Dte 
17. Juli sammelte ich ihn unierhalb der U^uri-Munduog an 
iem rechten Amurufer bel der Dausoman-Miindung; von bei- 
dtetf'SWlIeli'sind blosse Blatizweig^ mitgebracht. 

Bei ^den TUngiiiften oberhalb del* Suhgari-tdUhdung:' 
hailtfso. ' 

82) (Jltnas monlana Sm^ Gaud. 

l^Ka utrioijiie valde asp'^ra et dense hispiduta, hiiii (ut 
ia doaoibus foitnis praecedentibus ex fl. Amut) subaequalia!:: 
Rami homotini fe^gmei, dense hirsuli. Speeimin^ fructifera 
turn sappeCunt, hinc ambligua inter U. campeatrem Auct^ 
V. g. Reich, et U. montanam sensu cl. Flancbon. Ad 
WUk potiuj/ quam ad U. campestrem pertinent" specc. 
frtidlf^il miaiiittL Amur n. 4p^ el CJ. major Smith Engl. 

B«t 1.^1542. (ft.), ' 

'floher fiaUm mit breiter dicht belaubter Kronie; nicht 
w^l^tiltr* Di^ von Bukatscha hiitgebrachte Holzprobe War nichC 
▼ertchiedell von dem europaischen dim us cam pes iris. 

Am miltlern Amur von oberhalb der Sungari-Mutidung 
bIK imterhatb der V^uri-Miindung beobachtet Den '6. Jufi 
$Miitik0ltii tch am rechten Amurufer unterhalb Bukafach^ Und 
ilA if6. JuK an der rechten Thaiwand Cholalki Blattzweige. * 

f * ' * * 

M 

83) Alnua^birauta^ Turcat^ Maxim. Anur. n. 42. 

Tarielas fofiis auperioribus ramorum aubtila glabrescenti-' 
btti iocania et interdum magis inciso-lobatis; sed folia inferiora' 
giihmhste 'A. hirsutae. (R.) 

*'*Ani' ganzeii Amur hauGg. Als Baum von 2(y Hohe uhd* 

I^Dicle an den Thalwanden ; als Strauch an Ufersaumen und' 

ac^'df^m ^fachlande. Den 18. Juni sammelte i£h ah derBu- 

rffj^-lMRShdung Exemplare mitjungen $ Itstzcheri,' und ^ vom' ' 

vorigen Jahre stehengebhebenen. Den i. August sammelte 

ich' 3iatUweige am Churi-bira oberhalb der Garin-Miindung. 



243 t PtiTttkalifdi-Qiatheoiatische. WitfenKbaftoff. 

jfti)' Alft^lretula Tt-uticosa. Rupr., Maicim/Amair. 11^41. 

it ' • . '. • 

Am ganzen Amur gesehen. WSchsl auf NiedeFUii|pe|i find 
in feuchten Waidem. Mit $ und' ^ KaUchen und jungm 
Blaltern wurde er bei Ust-Strelka den 22. M#i {|eii9maif4t. 

Bei den Manegern am obern Amur: kottokan? 

85) Betula paliistris Gmelini.. 

Hucpaiiinet B. humilior palusiris, ameniia.per onnes 
dimensiohes minoribuai J. G. Giuelin Fl, Sibin I| 1747>|>vl^7 
sub n. 22}^.^ tab. 36y fig. 2 haud similis. Gm^ljn.deser^bH 
▼irgas |~3 cubitales, fdUparva! ovata i^ut aubrotunda; quod 
QTiinimre cum figura data congruit,. in qua folia etiaa^jnimis; 
profunde dentata repraesentantur. ^xstai jn herbario Aca* 
demiae $pecimen, manu Kraqclieninniko.wii desigpfMmin 
pro planta supra dicta Fl. Sibir. Gmelini ej; Jhoc.etiani, n^eo 
sensu B. palustris genuina Gmelini ^st el no^tra^iAmu- 
rensis; amenta fructifera^ squamae, et saoarae jn : utriaj](ie 
identicae. Di versa est B*. fruticosa Midd. Qchoi, » -.i. 

In statu juvenili aph^sllo commutari ppsset oum B,.pana 
fi. sibiricil Ledeb.,. sed folia jam valde juvenilia et npndUKn 
perfeete explieata, apice evidenter angusiiora affinitatem. aliaim 
indicant^ pr»eterea rami virgati tenues stricti pedales ^d ba* 
sin usque verrucosis ramuli erecio-patentes; amenia ^ flori- 
fera graciliora, tenuiora et longiora minime cum B. nana con- 
veniutit. ' Sqtisfiiiae' IKiienlor«m pe# fay^tnelil resfdubi^nl' 2 lin., 
ad medium ^ usque trifidae^ lobis aequilatis angustis^ jaieriiUbus 
erectol-patentibus medium vix attingentibus^ samarae 1 tin. 
latae; nucula duplo angustior, ala aequalia versus atylum.an- 
gusliorr Proxima B. humili Schrank, sed. rami sempe^ gra- 
ciles, stricUi longi; squamae omnes adpcessae^ lobus mi^iua 
baud ita elongatus, numquam recuryatus; alae latera}es^ii^agis 
erectae; nucula major,, sed samarae diameter* traiiisv9i»aiis 
longitudinalem num<piam excedit. (R,) . , 

Nur am Knken Schilka- Ufer gleich. unterbalb. ^er; Jel* 



c •• 



Die eraton bbii^Aftditii Naebrfchfon &)>6^ Stik' Ateorland. $43 

H^ii-llfBlidtmg ^ehen uhd dort deA r9. Ma! mit blltlhetideii 
f KStschen und $ vom vorigen Jahre stehen gebliiebetien 
BiSd *sehr jtm^n MlH^rn gesammell. Bis 3^ hoher SlraucH; 
^oehfr ilof sumpfigeA Sieilefi ond Rlinrdern ' Ton Morasl^n !n 
OeeieMidiift kMiter Saiix-Arieti; gante Slrecken bededettd. 



86) Betula palustris var» 

"Fbiie'eadem ae praecedens, inagis evoluta^ sed differentia 

Mteat* eompteoa in squamis 'trifidfs rel trHobis/ lobo inter me- 

Wo arn^sto^ lateralibus drstinete fongiore, laleralibua abbre- 

viatisy subrhombeis rotundatis. Polia exacte cum specimi&ie 

M^ w tA W*B. paltt*tris eonveniunt, sunt epunctata/ pollicaria 

^^H&inMtiy breve ovata- acuta, margine crebre et acute deh- 

lUit^'^Hi ut 'disstmitia sint (B. tiumili) fig. 1279; I»l apud 

'llliHilbt fAp^n^ latiera quam* B. fruticosae Pall itin. 

UL tab. k. k. fig. 1 — 3. Vix citare audeo specitnina nonhulia 

B. fruticosae Turczaninowii e montosis Dahuriae valde 

similia, nam sao^rau^ isdbuc ioma|a|ae. ^ingpete alatae ovali- 

rolundatae, non obcordatae, ut in dahuricis. Specc Amu- 

f^lMf^AiRemfil ^ pfoxiAia B. huDitli S^hrank, ratnis' (conf. 

W^V^i iAaf^cf"Coii^ruat et amentis (evohitione aequali utrius- 

4||^ eMllMetii69)t iw B; Ininiitt iobus noedius patens vel 

IHttferalidi- tstirvirttfs ^t* amenta inde squarrosa, in nostra aUtem 

MMmae'4mbneatae se* mvieetntegunt, squamae laleraies non 

ji^. HK^'^vgtoi } . .^ 

•v#i:'QUli sir gtaitiHA i B: #ratieoaa Pallas, omtmto nondum 
Ulii' iilrtthilti*- 'Aecurrendum lest ad fofiteai, deseriptionem 
it 'figHl'Wu prtBiilSva«n Palla-sii in itin. ffi, 1776, p* J&B, 
fib. tii^' k.*, fig;:t, 2, ft' Haec auteiti etduabus' spediebus coft- 
§Mtt*'M«e p«A^t,^' nemper 1) e forma paluslri, iruneis vix 
MVi^e'erlMMTitattv (kHitt#il« bumana; hoc syn. Gmelini 
•MHdgftVMi" ' ( Bi ' p a4Q's.tri8 }' et* nomen rossieiim - epHHi^ib 
(^pe9^»^i *'9) i^'ftrma-'monlosQ tupestri, iruneiB saepe bra- 
^Mt.-^raasMev niulto proeerieiribtts MtamM fhtticosi^, epide^- 
<4ltkli^^if«N»4«i%i ettberriA^* Mnirier traiisVeiliaHbiM cic^- 



^i 



PbmkAUadi- iiiMh(MniM»«ch9. Vfimm^^Xt^^ 



f^rkiip (rirca Bai^al^m Rhada4endro daurix^o ubi 
f^nraMato. ^ ^nipfr fibl siiqUj^iiv 4^^f^ PM^ 
ft .^ d^fispU^ne^ oiici4»fi ei alaa eas^ eiii«d#m (o\ 
B. 9anaf; ideo^ae.B. fruiiciQsiv Heseitf^ (M>s f^ 
sursuni auriculaefonnibus et sainaris ideoque obcoiN 
aliam speciem perlinet. Quod squamas attinel fig. 3 
Pailas expresse pro B. frutieosa citataa, haec m 
p. paliisl^ri it£^ qu^ cum ii«86 coiiTQwir 3qi 
descr. ^Pf^UfsiifMbasi aiigttfitfiiae» apiM Uif«r(:ii«» U^ 
dia lon^ipre. lafter^bus oblique lniiicati«'\ quod 
1^. 3 a. exprimere voluit (R.) 

Wurde am obc^m j^ur gleich unierli4l|) dw Oi 
dung am linken Amurufer den 7. Juui mil iwreij 
dbw f^^tv^llL Sirauch rom 5t-^ H$1»#« Auf i 
Stillen Hind an, Raodtm yon BforiateQ vfk Gmtu^Um 
Sialix-ArUn. . 



87) Beltila OTalifolia n. ap; 

Rumi aimolini enclD-paiMlts, atddii fmtrmsm % 
bomoluii firoictiffri hreviasuiii,. e i^^ 2 H ^mmal^ { 
Petioli breviaaimi 1 lin^, adprease pifeai. Fcdp^, ^%9d 
Hon protca^^o rotmuUia, polticam velpaula^ bpseviai 
lata, sed num%uiu^ rolundala v#i. ovaU, va|4« firm 
profunda viridia, baud manifesie reticulatat spiwoM. ul 
Mfa.djiffCQJkMrti^ multo pallidioras donsti piWH^ato ni « 
^rimari^ v^de. (ipominMtefipiloafi; MlfH^ufi "myjji 
qiialiUr dii^abia, daatibua ibrc^bua. dpi^i^ J^ 
fructifara «r|pcta, i^pallicMifi, 3 Jm. Ii^» «|u«niii 
4om Bv ^ort,u^#^f L^ftAab^ dtnaiaaimii d^mum suj 
ummi^ Squam^ lir*-2 tin. aimalM) pifKim^ftt« 4 
trai inci8i^e> loMs aubaaqualikifi approxMnatii |run 
l4^ ad, m^dMWf fiasia: lpb<^. <aiiadui8 IdHificH* «rfpr«M 
fill^ paMiU iMapiIimdfi*. .3fmar^ i lin^ ^bov^Aa^ 
M^ Qifdfld ^liaMHon abaimitia toyrmia frahaiaiVim 



Dm envlfai iMtM^krHi NMinkOiteii nhw itm Amrlaid. %$i 

ftdoU pilosis afftenU craMiova ei duumoUr^i ■nbtUtwrgs 
cMnp^railoiMliii n^a iMlmiltlink Cum B. rftiJCAil«U tlBitain 
conrenit coasblenlia vt eotor^ folioniiti piirilMr pwioliit^i^lilii 
primo v^o obtuiu distkiguitur : ramis tenuioribus, forma 
•ft serraiuris foKorum, ameniis fere cylindricis sitbaeasilibui, 
squamis etc. (R.) 

^ Wurde ^m miUkm Amur oberhalb der^Gariii*-Mcllldung 
mil fMi rtaf^n Frii#bUR dm 25. JaU gesammelt Bin ^ --^^ 
li*b«r Sivim«^} wAicfai haufig an flachen iiimi^w Ufaou 
3ei den Amtr-Tuagusra; haktosl 

88) Beiula reticulata n. dp. 

» . ■ 

Raw aanotfaii 1^ Kd. cuaari, ciBerei, pavoios verri»o«Bi; 

MMi iKHrnotiiH stariks atongati ereoli vel fer& divaaieatii dattse 

leaittOffo * vtrrtteoai , fertilas 2^^ Ud. foliis 2-^ at amtntia 

inaftniCta* PeiioU 2 lio. cum costa foliorum purpuraacaitei 

adpv#Me piioai. Fqlia ovala acuta 1— li polL longa, | — 1 

p#ttt lata, margine subduplicato « serrata {tterraturis ar^iia 

|awinidii)j 'auprai mwttf a a tiaaime retioalal% vabuiia pallidiaribyt 

prinimiitf l aeterum ut m B« oyaiilolia. Amtnia ^ imtara 

- areata in paduneulia 2*-h3 liii«y braoleaAiai ^vai% | poibhrngA) 

^ polU oraaaa^ pallida. Squama* imbncala* adpf«aaa6> 2^ lttN» 

iMMaVo^trifidae^ lobo madio ovaio obiuao lan^ri^ laieralilma 

aAirainlnf'^** irunimlis fhamboideiak SaoMura li lio* hitai 

abowrdat^i lat® alaUi alia aupema latiofikiai nucula elfipliaa 

i» iiii» 'Iwi^^ A m aat a ^ aaliiaria in apieiiMia ramubanuii 

prmiifonr^*"' Frapltr faUa supra reticulata wbtua puactala, 

pajulm pnqMiraaacHtea.ai farmam amamtorum^ aac am a ra- 

mriim hwnq\ini$ faitiliiMia aimilifl B. M^aekii, aed ^eti^U nan 

il4e« daiiae jrikiai* sqimMe admodom pallida*, lobi lataff#laa 

iMtQ tfolaodati^.lMqiie JN^ abteoti a kbo madio, auoiilaa m^ 

ji#rcay M^ «iNMir4i4aar pmetttma folia miMva mh avenaio- 

^hUlala* A 0. MajLimowUMtbii diStit faliia B^iavurieaa 

MmmmVkm^ aMi^tt^ t^ nenntania^ aipantia $ hrwio|riiHia.iN» 



2|£ P^f •iMUch - matheuAtiMlie WiMieiiMhaflMi. * * 

0^iirr«ftis, tmciiNs mitioribiis lalias alati#/ sMiftrid '<it>^ 
I sqttamanitii Idbis magis approximaiia ^e* (ll») 

!Wt4asl reifen FrychUn dei^ 25. Mi ob«rb«lb' de 
Mtodmg mil B. otalifolia gesatdlmek. 

89) Betula davurica. Pallas, Turcz. Baic. Dah. 

- B. d a Vurica Pallas est arbor in 4)ahttria V. 
Argun liadem tv^ B% alba loeis- pttnreniens, habili 
]deo4)ae jam fib, itieolis distincta ^t noorine proprio 
6epe3a, i. e. B. nigra)* notissinla. Htnec B: ilavur 
signis est lamellis corticalibus laxis, plumbeo-griseis, su 
solubilibus quod non aoluip a PallasiOi sod eiiam 
botanicis, ab iUo citatis, in Dahuria peregrinanlibus , 
ratnr. Sic ji^ Amman (Rnih. 1739, p. 179, n. 2&i 
appeilat B«iulain (Mortice scabro hsac inde nigi»o» ] 
ifuari lamellis! sibi invicem superineumbentibusf Pt-a 
i/G. Gmelino (Fl. »bir. I, 1747, p. 1«7) deseribiiui 
etiaia in junioflbtisl arbdribus/^aber! etfisspual Bii^oi 
i i* ¥L Ross. I, 1784, p. 60 (et in edit. ros». et Sujew 

i eUs yestitm; tsortiee grisieo!, longitndmnttter £^o et i 

foscis, <]^asi ambustia!, secedentibue ! Muko^*, quod' 
I tub* 30 figif A repraes^ntare viriuit Haec ^rerba satis 

j fide digoa sant Hi^ necesse eal, ut recurraama ai 

.] ptaria trunci geiiuinae B* davurieae a eel. Turc^j 

in Daliiirid colieete et in plurimia eoUiietiotiilius 4#tid 
*, jum dudum asservala; etiam ari^ores jummraB hoc oh 

; suBlni#pere ins^;n€^ esse, iteram corroborat aegmenl 

{ metrale H poll., a D. Maaek ex Atb^ii- (in s 

j oeeidentali pftrte fl. Amur) r^ttatum.^ Eatn^ y^^r 

^ ximowit9chti, quae habita magis eum Br al^a ^on 

j, coitvce compacto ! in strata non ! MluWii gaudal^ eei 

davurica??. Quod ramnli in berbarfis npnduttl* a-B 

rieal diatingui poaaint, <nil aliiridea|oni^t> quiim ape^ 

t; c. dixr, e diaraeteribus ^sifiiiltiaMMii^ ^m^f aed filfteu 

1 4ldaiparafidebeini squamae, atMnti 9'friietifM>fi;.dan^i 



[J 



I 



I! 



1 

^ 



Die eril4lif botalviMlleii Na«bffcbt%li ab^ dHi Ai^urland. 2^^ 

de^eripttoitilfM veeenltoriiHt aidcKimn^ non ih^iboYMae. Se^ 
lum t^fftl #9 in iliti. Hl^ p;7^ figuram fiquamarumB/davu- 
riMi'^- (i^m ibid. {^.'Ai-gratofivdAvuficain appelMvit); ut 
ipse expresm y«d»» affirmal, accurMi^ime d^iti^atatn ex- 
Mtoil hi lab. k. k, %v 4 a.,: m c^a- paiet^ issonfigut-atton^tji 
squamarum^ ad seriem B. albae pertiti«re (conf. R^eiehk 
&«fl84^120») «IB. <M^xito<ywftsehii etiam sqaamis a B. 
davurica differre; squamas diversarum BetulaYlim el'^» 
maras adeo exacle repraesentatas credidit b. Pallas, ut in 
IfL Ross, sua repetere faille superflutun duxerit. ^ In apeqa 
indubiis B. davuricae a D. Maack allatis vidi squamas 
«n«MlMOMP'$' vMtk )^v«mllum'al^^ab'J«quatrol^a0 ')sr in re- 
Mmtf i]iiilMMdam *«MiMhiMr>ldbes sqtiSifnarum * f^Ufbeffiitiarufh 
JilorRlto» di#<in«le h»riiofilal«ii irilermtedio lobo' iMiot^; sania- 
ram orbiculaio-depressam, 1 Un. longam, fere ^ tin. latam, 
IratWaHi^'solalb I Urn IttoiAi^ "led' nutticn-us tanlUtti 'fe^'guus 
Wf^amtkHim qvAi^c^Hwh sMeeve liaud coticessH. B^. davU- 
rica secus orientalem el superiorem tpttrUm fl: 'Amui'^ ^Irtletj^ 
usque ad ostia fl. Sungari propagata est; an ulterius descen- 
dat, nondum liquet. PauUo inferius (300 leuc. Ross., scil. ad 
ostia fl. U«uri) adparet B. Maximo witschii, quae rarius 
«g<|de ad*i(i#iit«S' PeMiri deiveeiydit B. da vwriea? m regione 
lftot«rii ■^hsfSf'ifit^f omnim4ubm D.-Mnxitnowitsch^ quarf«> 
4ttttt>« 9«!l«li»nibs» •ejusiiitBllexeraiw, B.* dartfrieam nullibi 
fldhiM sftfpen^s s<#d tanHrni' ereMiombUs peregrin notil, imde 
«tfiiipamlioile§ neilefatae tejus «x|rfhmildae. Uique ad o^a fl. 
Ouagafi ; nhi Ttrn *F davurica jam adpareif, lone temporns 

nonriam pwvenerat. (ft.) * ' 

• ^ in-fiifi '4ff hohcr mid'&i'^ ^cber Btium, inil ^unkelbtBuner, 
pm^gtt, "'m-^^itasae Lumetten -sidi abMhiMder Ruide; 6— lO' 
^f^m iBwfAiu 1inv«4tel^lt - "«" 

I 'iiMe BM^ *bMb«riiti^ ich hi«fig m-Danrim an der 
Jiliiitai niiit'gm iit — militilttem Amiir Ua anterhalb d^ 

tjjgmi itirt> BrtitH ilbiyy ^)*Q^r€U8*ifaoti^pfliea 8;tL fi«i 



iatn am IK Mai gjeiaiiiiii#it<n ExtiiipiaNii waren liiaBtall* 
Iwaapen nkht offen and die.^ KatichM iMah nickl in M ft th e. 
Dan 18. Mai <obarhalb dar GoiMia<-NiMiiilg) warW 4ie (J; 
KiiiMliaa ia Bliilbe, di« 9 und dia 0itttef» aua 4ar Kma^a 
heraiialrtiaody sabr juRg. Sei Albaifli vfi^m din 4U. Mai dM 
BUiiar jung^ «ber vaUkanunan eniwfekall Md di« $ KaUwiMi 
nocb iit;Bliiihe» Von biar ttahm ick eweHol^olia mil^ 

Baoi dan TuAguacui obnvhalb •dtr SMg«vi«M<|tfii«ig: 
ta^kabgnran. 

90) Betula Mdximowitschii. R. in Maxim. Amur. n. 43. 



Examplaria a bia. ioois raporlala pfoptor daCeehwi- asKUi- 
ianim aiiaUgiia, Celaram fotta^ caiiivwMHil, «lp#la aioiiUiiBa 
foliia R davurica^^aubliia denaa rMman-piiiiotaM^ MardiMi 
vamicoaai (R«) 

lai aammelte blaaa Bkttiwe^a dan 15. Jidi 60 Wnni 
wlarbalb der limn Mundung «nd din 36. Jnli obaiiialb dtr 
GafiD<>MiiMhing. Banm. 

r 

91) Betula Maackii, n. sp. 

Rami annilioi rnbM-fiiait , innlicaUia^ albia nrabri*. FoMa 
differunii ab iilia B. divaricae «iM^ina crenalo-daDlMo nt 
in ao, quad aupra manifaata raticiilata» aubtda minm pallida 
aiiit» qaidygani aittiba B< pap3rra€ea<a amarieaoan qnond^Ho* 
toreni> retiaulationem at cob8»lentiani» Anmnia ^ owUa vaJ 
ovalo^oblonga, 6^9 iia. longa, d^^bn. lita, ideate rabrtiM 
breviora, quam ilia B. Maximowits^dlii al aaientia B^^-nr* 
pinifnUaa Ebrh. (TiiMelk DandraUii asMi ! ) nmalieaiiae 
iiin abainuba. Praanma eat apai&aa B. Mn^nlmn^witaebii, 
sed squamae amentorum omnnio alius InNOna* S g n i t na aub* 
aiqualitar tcilobae (niac ad taedhim fM<|iia' triftlni), labia in- 
larmeditia brevktr at latiar; totariiaa non jurannl arcunMi v. 
adicendaolaa, sad pnuitae, latiaaaa^ i #bi en lalnar Knifiniiia 
otlerioraa ad bnam lobo intanWedia. ImbrtamnM Mali (kr B. 



MaxjifB. iHMMi ^utmmiB^ i»ter> baim MMmd in m^imn k^e 
fig. 1280 Rehb. Icon, XII); ex his colUgiinr, cur laHlndo 
s^amannl^ abstrfnta in utriiique fer^ eadam 2 iih., quamvis 
s^unoiae B. Maaekii tAntto biiorefir apparent; nnctttae magtiae 
1^ litf. hmgae, | tin. latae; /sanrarae 2 lin. fatae, aptce trutt- 
^Ame, vAvue bttin angoslatae. ngura'squamanim B. Maaekii 
accefdilr ad fig. 4'Pa}lapia«am B. davuricae, sed lobtts 
medium aentibr, laterales sensim in siipiiem sqaatnae decarrcmt 
(nee ban tarn evidenfer ab iilo limitantur) et tiucula panto 
major dboVato elHpKea. XK,) 

VSffig retsdiieden iron 6. davurica und B. alba, der 
Rinde und dem Habitus naeh. So viel ich mich erinnere, ein 
QIV oder bSherer und bis 5'' ^Bcker, nemlich scUanker Baum 
mil frtpbr^W^r wlMbiilbnr#r Rindei WSchst in kaulifvlil- 
dcro an den ThalwMnden und Waldrandem. 

Am mHliem Amur etwa 80 Werst onterhalb der €«uri* 
MOMdimg an der feehten Msigen tlalwand raemfich hSufig 
beoba^Ket und ifaisefbat den 18. JoK nrit reifen Fi^hlen ge- 
famnseK* 

92) Betula alba. U, Mai^im. Amur* n. 44. 

Forma acc^d^is ad B. verrueosum Ehrh., Midd. Ocfaot. 
n. 289. Fofiis subeordatit, basi latioribus et petiolis glabrb 
ab avteeadentibus n. 89—91 differt. Surcufi etiam adsunt ju- 
niores magis verrucosis petiolis dense pubescentibus , foiiis in 
modom fig. 1286 (foi. infimum B. odoratae Bechsi. apud 
Robb*). B. albam in Dahuria ad fl. Argun provenire, spec. 
fmctUoruoi a Torcaan. aec. docet; nueulis minimis angustis 
late yOitia ab omnibits praeeedentibus statitn d^noiscilur. (R.) 

Hittfig am ganlen Amur. Von der Sungari-Mundung 
bia.uDAirb^ ^ Uauri-rMiindmmf, wie esachien* sellenei. Ich 
bracbfte blo^^e Blatbirweige von dem Churibiri^ oberhalb der 
Garin-Miindung mit 

Bm den Orolaehonen am obem Amur: tschalbia. 



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1 

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" ♦Sj 'P*cL*a'Ptvht*i (Piieh*) Ma^tim; Aimi*.^ n. 

,. Wurde,ao der Sqhilka und af^^ai^^en A^itti; geset 
der Schilka. war pi seli^n^r mi wqfbs ^ ,de^. Thai 
beider Ufer. Am obem Amur kam er.auch voj^^vsrael 
dprt mii 4en tibrigen Coniferen mehr 4Uif defi Gipj 
Thalwande. la\ Chingan^Gebirge ^urdejer baufig ( 
und nimmt 4oti mit der hochstamiQig^ Pin us Gem I 
iiarix.dahurica die mittlere Region der Thalwai 
Den 13. Juli sammelte ich sterile 2weige aa der U#u 
dungy wo ep, wie auch weiter stromabwarta, bald at 
der JJialwande, bald in kleinen Nebentiaialern waphsi. 

94) Abiefe obovata. (Ledeb.) Maxim. Anaur. i 

An der Schilka kam ' er aur allien und ^D^n 
Tfaalw^nden von Am ob^o Amur von Ual*Strelka 
biMin waeba^ er (ziemlich ^aii%) nur. an swfgl Stellc 
dem Thale der JelniUchnaja und AsinilsGhi; — hau| 
I ich diesen Baum am obem Amur bei der Kumara-A 

i und etwa 100 Werst stromabwarts bis sum mand/ 

i Wachtposlert' CluSQ-modon. Am hSiiGgs^en' kommt 

t CWngan-GfWrgc vor, wo er mil Pinus sylvealris ^ 

> der Berge bedeckl. Auf der Strecke von dem Chin 

u birge bis oberhalb der Garin-Mlindung sah ich ihn n 

. hier bemerktf icjijhn bin .un^.w^der an.defi Thfilwi 
„ Bei den Or.ojsc^on^ .^nd, Map^er^ ^.f^Sfjei 



''t 



I. • ; , I . ''if , .• ■ . , j 



! .95) Abj^psajfOjensis, (Pisch.,,*?t Ji;a,m.v..*.gt' W 

1 .. • . ... .^»a»^«P• AftiH^. n..47,. , ,/ 

R^mi suppelenleg sl^riltis receddVlV a iypor to] 
iiiinalig, ne vo*) supt-^ inagis 'p^m^tiuIo', ut in A. "sir 



'I 



Bong. (R.) * ^' t'l 

.1 .1..' 'i i * * 111.- .,S» .< . , .;, I j^,^i 

») So atebt in dem Petertborger Abdrack, Tielleksht far: con 



Die mif^,}mi$Mimkm is^tlm*m^»m^^'*m^^' »t 



.^ ,]Vi(w*4e .YAii . im wr 9m mittffiii uqd mfttrft Amur gt- 
seben. Die von mir den 1. Aogm^i am phun inra ge#amo9Mi* 
|fjp' Ex«in|4are waren steril. Geradstammig^, W b9ber und 
bi;|'2j^' dicker fi^um. Wachst baufig in den NadelwaMem aQ 
deo Thalwmiden, 



96) l^n% di^harica Turi;^ Maxim* Ammr. a. 4& 

kn der Scbilka bis bberhalb Ust-Strelka bildet diesei; 
Ba«to' den' Hauptbestandtheil der Nadelwalder an beiden Tbal- 
wSniden. A'm* obern Amur bis Albasin 'dominirt er am rechten 
Ufer, wlDirend das linke mil Pin us sylvestris bedeckt ist. 
Von Albasin bis zum dstlichen Abhange des Chingan-Gebirge^ 
nimint die Larcbe mil der Pin us sylvestris die mittlern 
Partien der Gehange ein. Am mittlern Amur bis zur Garin- 
lliindung sab ich ihn seltener. Wacbst dort in feucbten Berg- 
waidecn. Von 4^r Gai}n-Mundmig erscbien er wieder. 40 den 
Thalwanden, zuerst auf den Hohen und je wetter man strom- 
abwarU kommt, tritt er, baufiger werdend, auf die Ufersaume 
bvaK IMt i7vMafc aammeke ich bai fioUUnakei. aawod 
j«llgtt Zi^Nig^ wd i Bliitbaii* 
r JB^ dM'.CkolfiahfnaB am obam Amttrc itfakla. * . - 

... , - I 

97) Pinua maadjuriQj) ^ $p., P. Cembra e^^elaa. 

Maxim. Amur. n. 50. 

Folia qiiina, 4 poll, longa. .Coni maturi ovaio-oblangiy 
fere cylindrici, 5 poll.' Ibngi, 2 pblL lati, apice paulo attenuati ; 
^f^t^f^ laliarea» appendix trj^ngiila^ 1 poU. l^, f poll. 
^p^^f arcuato.-recurvA; aemina 7 lia. bmga. 5 lin. lata» pab- 
Udto, rubesceoda, f^aporis auavis. Etiam iq coais immaturift 
fiy^MDantpii.appwdices non adproi^e, sed patalaa. -^ A. P^ 
Cf{i»^i>jra divj^ifa Coliia Ipi^jporihus, pofK mnlto lyayiiibtts m^ 
^tffffi^^Wg^^K appendipibflp bQgfori|>us magia^ppe artmitai 
qaam ip figure JPaJllaa FL Rosa, t 2, .semioibua , majpribifa 
pallidioribusqfie^ P. keraiensia &i^h. at S^acc. e airobilia 
subcylindricis ei appendicibus 4^fagJ^ii(^ #iii)il^« , divaisa^ 



sMum hframU' 10— 12 palali, coiiis drinoribtiSi tqutttimiiii ap* 
pen^ibu* ineurVIs, nee reetirvTS. (R.) ' ' 

Wtirde am trSufigsten im Chingan-Oebirge \h GeseRschaft 
von Prcea l^ichta utid Larix dahuriea, <He mitttern Re- 
gionen einnehmend , bemerkt. Seltener sab iijh^*ilitn ^fi Heir 
Uauri-Miindung und sammelte dort den 13. Juli sterile Zweige. 
Darauf wM fk wted^ obeHiafb d^ Oarhr^BfAndmilf beim 
Gebirgsbache Cburi bira ziemlich haufi|g, wo.er ^lil andern 
NadelhSizero an den Tbalwanden waphst. pen 2Jlf Ai^st 
sammelte ich daselbst Zapfen mit reifen Nussen und den 16. 
September im Chingan-Gebirge beim Fiusse Dalbatsche. 

Bei den Galdi an der Ufuri-Miindung: cholddng; am 
Churibira warden die Zapfen bokto, bei der U^uri-Miindung 
chujaiita genannt. 



98) Pinus Cembra var. pumi.la. Fall., Maxim. Amur. 

n.49. 

Kommt naek Aussage der Oroteekonen und Maneger m 
obern Amur in Gebirgen, besondert in der Oegiiid vob At 
basin vor. ; In Kasi braehlen mir die EiiigeboreMft den 13. 
August reife Niisse. 

Bei den Orotachonen und Manegern: bolgikta. 



99) Pinus syivestris. L., Turcs. Baic» Dah. n. 1071. 

An der Sehiika ist dieser Baum bitf sur MOttdung der 
Tsehassow^ja seltener ats Larix dafauriea und wMchstauf 
den Hdhen der ThalwSnde; von'kier wird er bis Albatin tliti 
hlufiger und bedeckt die Tfaalwdnde ' des linkers Ufers. Von 
Albaain bis sur Seja-MUndung nimmt sie tvfeder die Kfimme 
der Thai wSnde eioi wShrend die mittlem Regionen mil ihr 
und 'Larix dahuriea bedeckt sind. hn Chingan-Gebirge 
bedeckle er ebenfaHa dSeKHmme derBerge. Am mittlern und 
imlem Amur sah ich ihn nicht. 



Die etitM boteaitehMi NackriolitMi Sbtr dtt AomriMid. 253 

160) Juniperus davurica. Pall., Maxim. Amur. n. 51. 

Am gansen Amur gesehen. Wachst an felsigen Thi^l- 
wanden, efl ganse Strecken bedeckend. Den 31. Juli aam- 
melle ich ihn an der rechten Thalwaod, beim Churi-bira mil 
fast reifen Friichten. 

Bei den Man^gera am obem Amur: drischa. 

ICM) ^dkua ftiecAta. L. MuximL ikoMif. B.0S« 

Nur an ein^r Stelle oberhalb der Garin-Miindung bem 
Churi-bira gesehen und den 2. August . mit raifen Friiehlen 
f^Kf^fx^fmlk r WaqM hw ;^,Sir#ieb. an 4er nMl J^df Ib^l 
be^kten Thalw^nd, und war si^mlii^h hai^ FrUoblfi loth. 



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KashnebteBw iUMr Mas Oluuiai Kokm^ 



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Unter dieaer Uebeiaehrilft Icgt Heir WeljawJnow^Steri 

im fiiflh^n H«flo d^s W j^*lftlk = rf*r rassbfehcn geograpliisi 

Gesellschafl fur 1856 die Resultale von Erkundigungen 

die er wahrend eines mehrjahrigen Aufenthalis in Oren 

und auf seinen Ausfliigen in der Kirgisensteppe von i 

schen Kaufleuten, die mil Kokan (Kokand) Handel treiben, 

von dorligen Reisenden eingezogen, und die, wie er sagi 

der Wichligkeil jenes Landes *ir Russland und bei den 

lichen Materialien, die xur Kenntniss desselben vorhai 

inleressant und niiUlich sein diirften. Diese Maierialiei 

schranken sich, nach Herrn Wcljawinow, au( die von ft 

und Kuschclew im Jahr 1739 milgelheiken Data, die Bei 

Pospjelow's und Burnaschow's aus dem Jahr 1800, ] 

row's aus dem Jahr 1813, Mir - Isset - Ulla's .aus dem 

1817, Magtum-ChodjVs aus dem Jahr 1829 und die Ig 

West-<%birien gesammeiten NachrichUn. Warum der 

(asser eine der neuesten und schaUenswerthesten QuelL 

die Kenntniss des von ihm beschriebenen Landes, die i 

Memoir en der russischen geographischen GeseUscha 

1849 mitgetheilte und auch in unserem Arehiv ') aussugi 

wiedergegebene „Uebersicht des Reiches Kokan ^' unei 

«) „Das Reich Kokand io seinem heiitigeii ZnOaiideJ* ArcbtT 

S. 580 ff. 




NaohrMilitM ftber dit ClMat KokM. 2S6 

latat, auf 4ie er dock selbat im Laufe seiner Arbeit rich 
mehrfaeh berufi, kdnaen wkr nur durch die Vermulhung err 
Uaren, dais diese ,,Ueber8ichr', der im Original eine 1841 im 
Generalstabe des ribirischea Corps zu Omsk angefertigte Karte 
des ObanaU aagebMngt ist^ eben nach den gedachten, in West^ 
Mmten eingesammelten Nacbrii^blen susammeiigestelk sei. 
Die Aogaben des Herrn Weljawinow sind miUinter nur Um* 
•chreibungeD oder AmplifieationeD von auf ahnlicbe Gegen^ 
ala&de b^nigliehen Slellen der ^Uebersieht'*; Einiges, z. B. 
die B^nserkoiigen iiber die Naturprodukie des Landes und aUes 
Ifistorischey findel sich in leUterer sogar voUstandiger. Da- 
g^en edthallen die von Herrn W. gelieferlen Notizen manohe 
nidit. uawiehtige Details iber die Topograpbie von Kokaa, 
im RegieraDgssytieniy den Handelsverkehr mit den Nac^hbar- 
sUaten u« s. w. , die wir bier folgen lassen , indem wir sololie 
Bunlble dbergeheny die in dem friiheren Beriebte mehr oder 
nmMier initftiiNrlich behandell sind. 



Es halt schwer^ die tiransen Kokan's init Genauigkeit ku 
bestenaea; sie verindern sicb uemlich oft. So batten die 
Glume vor dem Jahr 1846 ifare Herrsehaft gegen Nordesten 
bi» ftit den Schwarsen Kirgisen ausgedebnir Die um diese 
Z«il. evtstandeaen Unfuhen gaben den Buruten ihre Unab- 
|liiigig;keii ourtick, and die in ihrtm Terriiorium gegriindeten 
keJuHiiachen Forts atassten gerawnt werden. Bis 1863 hiellen 
sich ■4ie Kokamtr in AkuMtsehei; die Erriebtung des Forts 
Pcrowakp^ satate auch -bier ihrer HariBchafi ein Ziel. 

::• IH»- Bevolkenmg von Kokav ibeiit sicb ihrer Abkanft naeb 
io.'swei Haoptra^en: die iraniacbe und die turkisohe« Zu den 
Inmmmr wdebe <be persiscbe Spracbe- reden, geb^ren die 
Tad/fks, die man gewohnbcb Sarten nennt. Die Sarten bit* 
il^ii ^eraugsweiae die stiukische arid industrieHe Kiaase und 
sBid hdehst wabrscbeinlich die altesten Be^obner des Syr- 
Tiialea.- Zar tiirkiaeken Ra^e «abll> man di^ im Gebiet von 
Xaaelikend nomadisirenden Kai«aken und die Usbeken* Lela- 

Emans Rum. ArchiT. Bd.XYU. U. 2. 17 



dM Hiiloilieli^lliif «iilltch« WiMiiitclMiliii. 

tof«, ^ K^fg^ E!nd« des 15len tmdl ttt AnfM^ im lUm 
Jahifattfrftvtfi in da8 Clianal dnirangeii, Uben mm TUi b 
feetefi Amiedlungen, zum 1 heil in Kibitken. Sie it^fallen Ib 
eine Meoge Stamine; die bekannteren davon aind: 1) daaCk^ 
aehiecht Mmg, von welchem die gegeawart^en B^ierridm 
Kekati*a abalammeB; 2) dat Geachlecht Kyptethak, wddMi 
im Jahr 1863 fUtt ausgerotlel wurde, aber bi& dahin achn Jahrc 
lang willkttrUeh tin ganzen Chimat g^aehalUi halle; 2) ^ 
Slaffim Taobagatai, in Namangan seaahalt; 4) dur StamaaKur 
rftttia^ der aidi am FIimm Sjfj iwiadieii den Slidlen Kikaii 
und Taaehkend, mil dem Aokerbau beaohafligi. Viele iiMaa* 
Kurama eiiie klekiv Proving am reohleii Ufer daa Sfr^ tgny 
soheti Khodjend ttiid Taachkend ; Andare versteliea ii&lier din<- 
8em> Worte den ganeeo Adctrbaner-Siand in Kokan; aber baidk 
Melnttngm iind trrig. 

Dte AnaMluiig der aessbafien VKlkeraehaften in IMam 
hat in gleicher Weise stattgefunden, wie in de» iiMrigen mtk- 
telasialischen Staaien. An den Haapthandekslrafsen , in gun- 
siig gelegenen Locaiilaten, haben die indastriellen und acker- 
baulreibeiidiHi Klassen engere Geaaeinden gtUldfil, dti den 
Namen ▼on Stadten eiiiieitenw In den FluasdMilern Mmi mi 
abgeaonderlen Mei^reicn oiler DSrfom die eigentliclien Ackei^ 
bauer. Hier und 4a aieht man viereakige Gebiude, von Lehaai- 
mauern umg^ben, welche Kuirgan# heJaseB, umd in£riedmiib> 
xeiien ab Rcaidenfe der Landeshauf^er) in Burgerkiiogea imb 
Aayle and Featungen diencn* Die StailAe Jiaben ei» mnaliig 
eoipfehiondea Anaehen. Die Strafiien bcstekaiL: aus lai^Mi 
Bretterwanden , hinter <lenen aicb die plaUan CUnher d^r^ ate 
Reiaig «rbauien u^ mil Lekm beairickanfin W^hnifioaer 
Oder Hiitlcn i^erateeken. HSlxeme Gtbindf gi^bl ea atebl; 
'von Ziegelateinen aind nut dnaekie Kmn- oler gaialiaBlic 
Bauten aofgefShrt 

Daa Chanat kal »wei Haiq^lstftdte: Ktokan m^ Taaekkend. 
K^'kan liegl d&iWersi Tom linken CJftr dsa Syr^Dmtjai :aB 
ttvvei «ai*a (l»ocfcen6» Stuasbettco), Kalla««» and KikschikiiMi, 
4iein Gaawle Verwandeii aind. €s to 17>bia 16 W«iat am 



SaehddiittA fibM dM C3uuiafe Kakaaj fifty 

Qintog liP4 Ml vm m^r. Letmuoaiier ei«g?«^l)|p9iie9fc durch 
WM^ >W.olf Thorifii byieinfiibr^n. Die Mauer h^ i^p^ <^ 
^HfiTl^flcaQ eine D^e von 5 l>is ^ ArscMp^ an an^^ef 
ShiUl^ iH)P ^ bi# 3i Ar««hw; ibl^ Bohe Mragl 6 Awchi^ 
(Iftb^r diesii M#)ier ist eine s^wqUq ?xl>aul, au8 ungel^E^qntafi 

^Mgcfcy mi** ^chiffcffphartw, 4 Aj?$^Wo feach wi4 a# fp^f 
}^, ArsplNo» oten i ^r$chi^ dick. Di^^ g^so^^^r^siiguDg^- 
mrk, i^ ap mi^n PwMpn s^boD i^.Tru.«^«e^ f^Wlj iat 

VM ^98#W nw* «wen| (Jrftl>», 8 Aradw in fjer T>i?f^ .VP4 ^ 
11^ 4ef: Bf«^, vi9l»0gen. |m Central d(?i:.SMt, nahe. 4«yDci 

j^^ipflll^^^eii (^^44e d^ Cb^n ^«d deF fi^iAbaacbi od^r (^rp^- 
i^er, . ^, fc^Mflie bat 4QQ l^f^ jp[i Uml^re^ oi^ i^t 
^H^^^t^ mil ^^f: L^bmmaufff v^rsebw, wf'^*^ mH«n ^i, 
9b§n i Ar^<^ <lip)^ i^^ uAd zwei Tborfi b^ {n g^^ l^pkiin 
Hlbll, i^a 38Q Ma^ (Vie^tel), 3P00 L^twbaufflr, 6 3%^ 
ft JJliMT^ys ((J^rtb^M^er), 36p Mq^iBJ^eQ upd 1? Mc^r^s^^i^ Die 
AMrpl^^^P (SchwJlw) Warden durch Slpwer^ yfin <J^ft Sar^i>, 
Badern^ LtjMfW m>4 d^n ib«>ep veraif^chl^ I4p4l9rei^ upt^- 
^^1^. y^ter 4f$p M^c^ssen i9> e^, m wplcfe^? S|Q Plinde 
Wptewcbj erb^lJ^P, dpr sicfa ipdes^^ep auf d^^ An^wepdigl^f- 
<W». i(M ^<W»e^ fcesi^bra^k*. Ip dcjc g%n*en Sl^di gi^ es fl^r 
#l( efpftMW /^ffa^gpilp, 9d^r ft|iKscbab-/i?baii^p jyi^, es die Ko- 
}imfS rWPqW- ^ b?fifl4ep .?M* IP dw^lbw «lPte i>ur ^^ 
,|l^^p4gp Aniilf^o^eA, ^ di^ CiviJT mA Crii»jnalpT;a?Qi5se phnp 
l4|l^ 3^))^b^fffi HPd Fprnaljch^^^n erletjig^ W^rde^i i^ijl 
4k^ M^^^^ % Yi^fhaftwg ^i^f 4^ JPU8%? folg^ IJfftbirigepp 

-W^r^M ,4ie fii^fafl«WW W^gficbrt .scWeobt g^haH^> WP.giebl 
ihnen nur gerade so viel zu essen, dass sie nicht H\^^rs 

Hj^yi.. J^^ei gdi^r vj^r ^fep^c^b^n fi^j^u ap mfix Kelle 

Jmt^t n mt^^ m ^^Vm^^ ; A^^ IS^cbU b^featig^ 4nftn sip ipit d|^p 

FHf«CT ^n ^«» ^^^^- ^5'^ JEiniyohppi^W vijp |j:p;^p ^^rd 

.JImp" gwl?it dff ^^4» §»-^W<PQO Kipwpbpw,^Mp4 bwI> cbj^^- 

Ma^faffP^ Pf»*^e». sort #icfr # BftY,%y^rwg ^Hf NW^ig^^^s 

iQ94»« W#u^f«' Vgl Afcb^Y jB4. XI. .S. m) 

17 • 



25B HIstoritch-lingQistbche Wiiuienidiaftea . 

Taschkend hat 27 bis 28 Werst kn Umkreiff: Bs ist 
mit einer Erd- and Lehmmauer umgeben, die an eitiigeh 
Punkten, auf der Sudoslseite, doppelt ist Sie hat eine H6he 
von 4| bis 5^ eine Dicke von 3^ ode^ 4 Arecbin und ist mit 
12 Thoren versehen. Im Innern der Stadt befindet sich' die 
Citadelle (Urda), von einem 800 iSajen langen Lehmwatl urn- 
giiriet; sie dient dem Gouverneur, Kuschbegi^ und seinemGefoIge 
a^um Aufenthalt. Die Stadt ist in einer Schlucht erbaut; die 
Straben sind eng, krumm und schmutzig; nur in einer grofsen 
Strafse, die von dem Hauptmarkt zur Citadelle fiihrt, ist dne 
Art Pflaster aus unbehauenem Stein gelegt. Taschketid ^SMt 
270 Maale, 310 Moscheen, 17 Medressen, 11 Baddr, ISiSairai'g 
mit Laden, 11,000 LehmhuUen und 50,000 Eihwohner. Fri- 
sches Wasser erhalten die Burger aus den beiden Plusschen 
<9alarka und Syrtschik, die in den Bergen entdpringen und 
aufserordentlich reifsend sind. Mitten in der Stadt theilen sich 
die beiden Fiiisse in eine Menge Canale, an welchen Wasser- 
und StampfmShlen angelegt sind. Aufserdem hat Taschkend 
noch fiinf Quellen, die jedoch hartes Wasser haben. 

Von Taschkend nach Kokan fiihren zwei Strafsen, die 
westliche und die ostliche. Erstere ist linger (150 Werst), 
aber bequemer als die vandere. Auf der westlichen Strafse 
muss der Reisende zuerst, zwei Werst von Taschkeiid, den 
Fluss Saiarka passiren. An dem Uebergangspunkt hat dieseir 
Fluss 10 5ajen in der Breite, und zahtreiche Garten werdeh 
von ihm bewassert. Fruher befanden sich an demseiben auch 
Gebaude, die eine Art Vorstadt von Taschkend biideten; 
wShrend der Unruhen im Jahr 1B52 wurden sie jedocH alte 
zerst5rt. 

Jenseits der 5alarka, sechs Werst von der Stadt, koiiiiRit 
man iiber den Syrtschik^ wo die Steuerbeamten die nach Ko- 
kan Reisenden visitiren; hierauf fiihrt der Weg an Tai^uba 
vorbei. Das ganze Terrain vom 5yrtschik bis zu diesem Orte, 
eine Entfernung'von 3 Tasch oder 24 Werst ist niedrig und 
mit Schiif iiberwachsenen Seen bedeckt. Ueberall siehl man 
uppige Reisfelder, und ringsum wohnen Ackerbau t^^ibetide 



NMskffichteft iber 6mm Cbawit Kokaii. ^ 

Kamkes. VmUfffba war emst eiae Festang, derm Mauem 
ab^- jelal yerfallen sind. Der Ort bestebt aus 200 Lebmhiit' 
Un, die sich an eine Seite der Trummer anlehnen. Die Ein- 
wobuex beschaftigeo sich haupUachlicb mil dem Ackerbau; 
d|e gaose Umgegend ist fnichlbary woxu die aus dem ^^rtschik 
gfsogcpep BewasseruDgscanale viel beitragen. Jenseits Tail- 
joba li^^i 6 Werst sur Rechlen der StraCse, die Festung 
JKreulsdu, an eioer von dem Fluss Angara gebildeten Land- 
aoog^. Dieser Fluss stromt in vielen Armen aus dem Ge- 
biKge Kcndyr-Tau hervor; seine Ufer sind yon der QueDe bis 
lur Mandung mil Reis bepflanzt und mil zaUreichen kurama- 
witehen Kyschlaks (Meiereien oder Weilem) besaet Kreutschi 
bal 200 bis 250 Sajen im Umfang; seine mil zwei T%oren 
YSKseheB^ Mauer ist aus Lehm gebaut und hat unten eine 
JUcke Tipi 4^ oben von | Arschin. An der Taschkend zuge- 
.wendeten Seite hat man noch zwei Walle errichtety langs 
denen sich ein liefer Graben zieht Es fehit der Festung an 
Wasaer, das man aus der Angara schopfen muss. Die ein- 
zigen Gdbaade^ die sich im Innem derseiben finden, sind das 
Haua des Commandanten und Quarliere fiir die Soldalen. Im 
Frieden bestehl die Gamison aus 100 bis 150 Mann; in Kriegs- 
■^t^m wird sie verstarki. Die ganze Strecke zwischen der 
Festung und Tailjuba ist unbewohot. Von Kreutschi aus ge- 
laogl man zu zwei fast dichi neben einander liegenden Forts, 
Uikal und Kara-Kytai Ersleres ist halb verfallen und wird 
jMir von Usbeken des Stammes Kurama bewohnt. Das zwdte 
ist ein Viereckvon 1^ WersI im Umkreis, von einer Lehm- 
^auer eiogeschloasen, die mil zwei Thoren versehen i^; das 
eine geh^ ^nf die Hauplstrafsey das andere auf den Fluss An- 
M^a {linaus. Die Bewohner dieses Forts sind gleichfalls Ku- 
ramanen; ihre Zahl ist sehr gering, und sie beschaftigen sich 
alle mil dem Reisbau. Von Kara-Kytai fiihrt der Weg nach 
Tlau. Dies ist eine kleine Stadt mil 600 Hausem und einer 
Ji^^ehminaMer von elwa 2^ bb 3 Werst im Umkreis. Eine Be- 
sa^awng hat sie nichl; ihre Bewohner sind Aekerbauer. Acht 
.^ersi fO|i dtr Stadt Tlau befindel sich Kosch-Rawal| ein 



1^ H«it6tJich^-t9h^Qi^iicbe ffUmUlikWik. 

Oar&Viin^flbrai far ilei^ntl^, aiti ¥^(s\e (ier AVk^fer tf^ fiCnis- 

dibSels Geblrgeid. Der hot'dAve^tlichte At)hat)g "d^esi^dftelli Ist^SA 
]^erl, ichroir bnd fel^ig, \l^s5 man ^h 49ift^^ Sitllleft «A|Wr 
M&lr^ ti^t, ^& Fvlsdfe hinanf zti kotiiMen. A\tf'dfeffi Gt|)ifcS%ift8b 
Berges ^ht ein haib v^rfattends G^rftviifili-iS^r^i. AVM WiNI 
Vdt) ihte el^blicrkt rASn M eifnfir Sblilucht 'dftteti l^y^^Mk VM 
To (faustdm, genanlit Multo-Alhil<, d>essieil B^^ohher Ac^^iAMb 
trelbeli. Vm Mult^t-Atttir bis BiibdTareiiah, ^etti aitdl^FA 
Kys(!hlHk mii 100 ^fitlsefn iind vt>n Pddi^rn lAid 'OSttln ^HH- 
g^ben, belrSgt ^i\& entfefftiing ^teibhfdrHk 8 W<§Mt N^^ 
12 Werst ^eiter koninit mk'n «ach Katia^Kl^gaft, l^lAt^ 
KyfiicMak VOn 250 HUaseili hilt GHrt^ti iihd A^drtrh. TcAi 
Katta-Korg^ ^hat mah 8 Werst bis itfr tStadt StSiaM^. 9fe 
b^leht aus 2Sd bis 300 LehnihaAsdrn ftrit i^Men Offileft;^ ^M- 
FeldbaU Wh-d voh d6n Be^vohfifeVn iittr iVenig tfetrii^^fe, ^k 
der Boden ^^inig ist. Von Sdhtddah begihttt d^ 'W«g>, Sftjh 
in das l$yr-Thal hifattb'za setikeh, Und z'^r ist er vid t^^- 
mier ats der Ati%at]fg von Tlischkend her, #dth isV^ite GegMa 
hier kahl, t^^Hrend skh dbrt^i^ 'Kiefer^ «e 9)Iber»hti6 tf^d 
tter Waehhddet m tietnlkhem UebetfloiBS'itaden. ZfWolf W^r^t 
hihter SchatdaA liegt d^s Dorf Kara-#tllak iund lii gfei^ltlAr 
Entfernun'g von diei^em die Fdhtl fiber di^ta i%r, ^iMsttiSli 
Tddhii-Maftratn. Atvi ^Udlieh^ Uf6¥ dto 'Fhil^s list Inn GMHi^ 
vSh-iSarai eh^rJdhret, vbn wb 1»ah 8 W^^i bis ikiitfi B^h 
Oich^n Hdt. IM VAki^^ti 20 Weii^t bis Kekaft^fafalr^n »h zlM- 
reieh^ Meiemeh vbrbtri. * 

Die-d^tliche Stn^fse vdh Talsehktod imh ^Kokah isfl "kSN 
:^er, aber vie) ^ehwierig^r afs die Wesilidhe. Sle ftiilrt g«M- 
des Wiejg^ls durch di6 Bbrg« nach tbtd, imlfch) lirie Taitjttba 
lieitwSrls lasr^t. 



Dbs Re^ehings^siiefih ifa Korican ktm&et1^i's6M«^eht thk 
Ohan i^t der ob^rste Gdtrieter, ab«r pei^sOn^db ^ftM^'tttrr 
^elten ih ^ie V^r^iraftUhg ^Hiitf. €ett4hnlidi 1)iidM lli«h b«l4lllih 



Porleii Mhl am eiaigen ihin mAk^tHhmien MlttaHm» 
au8 ciwcm guuten Geichl^ebi oder SlMut, die sh^Ii 
imn fiiaai ¥ierdiemte •rtvorbtn oder wf 4n4^«:e Art Hofohl 
Giofliils gtmofmeu haben. Der dur^ ^o sokbrs ParUi- 
asgatkdiMe SdMidaa hi aufeer^rdeotlicli ff^k^ Dm 
iMMolMtiile Gtachkchi reib4 aUa Nachi m si^h uod Ui«ikt 
m iMrter sisitie Giie d tf r. Die vawebvigten uAler dieaeii hlei«- 
bnft ht 4tr UmgtlNitig dm CInn und heUfidaa die iiaphtigs^v 
^kaiiiler; su riieaeB gebdreB; der Bliiibasffbi (GrcbJiwer}^ 
DeatawthartlwAi '(Oberscbalgia»isler)» Jiy«all4ichi (Oberse^y^* 
ta#)y ^Wk^.^beriMfehlshaber liar Arwee) «i^ Andere ei|i*- 
faftrrithr Peneatn erbaUen >u ihreoi UAHsrb^lte ^ladte wit 
domi Bairkeo.' Dieat L»AHe» 4i^ in dw .wichtigf ren Or.i- 
Nhaften den Titel Kuschbegi und in den wenig^r bctdfuiMi^ 
ekiaf -Haluoi ftlbrem baben d^s Rech^ die Einbunfte 
UuMM ab^riaioenen Laadereien einuuiehen und fa^t naeb 
WiUblr darin «u BcbaUen, 'miem sie niir verpfUebtei sind, 
jalirfwh -Mia bettiuMMie Sumine an den Cban %n eotripbtep. 
Bis amitmtklm Wftsim vaiqpaobtaten Stadte aind: Tatchkend, 
Kbo4;e»d« NaiBai|;an, Andidf^'an mud UargaiaOy <von welch(eA 
^Baflshkeod den erslen Rang einnJinmL bn Jahr Ji860 xahlte 
itt iovlige KuMhbagi Nar-Mvhaouiied jabrlicb 40000 Tilla 
an 4ie Re^eruog* Sein Gebiei debnit sicb iiber 50 Wecat 
m .4»f iRicbUmg lOach iKokaa a/ua ; (aoier waren ib9» nocb fal^ 
Dftdi ,^r .raaaiachea Granze za .gelcigene Punkte uiiter* 
X JLvH^Aiskf Tsohubdi^Kuvgaii, .Aurak, Tacfaemkend iwd 
AkmelBchel (jetii iKori Parowakji). Zum Beairk Nar-Mubam*- 
gcfaArta aueb dar Fkaken Taobinaay in der Riehding 
Aaehaca. 

SofaaM die Kuaobh^'s jmi tiakima ibr Ami antretoiit 
sie ^ihreraeila die von ibnen abhang^en kleineren 
imd Dorlar tinier ihr« GiinatJinge, die aicb, je nach der 
fGMbie idea Hmm anvarlraiiton Diairikts, dan Tital Bak, Dadcbi 
jm^gr Akaahal beikfao* Aaa Gafolg^ jadaa van tdieaap Be- 
ftfUahabern wird ebenfalla aus aeinen Stammgenoaaen gewablt. 

Dergcililt ^W^i ^eb /m kmaer Zfnt Ub^er iaa^g^p^ Cbanai 



eine'Kette vofn Persofnen aus, die fesi an emnd«r Mngeii 
and das Land in .'«trengem <3ehar»am halteii^ Die fidgea 
kann man sick kicht dedcen: Jeder BefeMshaber iimt ki s^ 
nem Gebiiet, wa^ ihtti beliebt. Wenn er mH d^n oUralan 
Wnrdenti^Sgetn in FreundBchafI kbt mi ihrc Habaneht doreh 
Geachenke befriedigiy so hat er kein Gerieht zu isfoblfM) 
Klagen g«geil ihn werd«n nicht ahgendmmen. Die Tyranod 
der Partekn dauert so lange, bis' ihre Mitgiieder untmr sieh 
in Sireil gei-athen oder ein starkerer NebenbiriilfH* die Obei^ 
hand gewinnl. Btn solcher Uebergang der Ge«v«ll aus ^aner 
Hand in die andere wird gewdkolteh durch. furchftaic^ T«« 
multe und Blutbader beeeichnet^ ^ie 2. 8. in den Ja)^en'lfl6& 
und 1853, wo das Gesehlechi derKiptaehak faatg&isiich.auft* 
geroif^ wnrde. 

Der Mirsverwaitung Kokan*s iat keili' Elide absnaekenu 
Der Chan iat bei alleoi gulen WtUen -^ ea miifiite denn emer 
Ton tfberlegenem Verataiid und fealem -Geiste auftreten ^ 
aufeer Stande, das hergebracbte, t/^rdertdiche Admioistralidns* 
system zu verbessern. Es fehlt ihm hierzu an Mtttein and 
namentlich an dem unenlb^hrlichsten — einem Heere« 

Urn dies zu erklaren, ist eine Beschreibung dea Mtlitair- 
wesens ndthig. Eine regelmlssige Armee extatirt in Kokan 
nicht. Das Heer besteht meistena aus Reitam, derm Pferd€ 
zwar von kabardischer Ra^e (Argannaki), aber d0ch ziemliefa 
schlecht sind und mit 2| bis 4 Tilla ^) beaahlt werden. Jeder 
von diesen Reitern kleidet und bewaftiot ^ch naek eig^wni 
GutdUnken. Einige der Soldafen oder ^Sipai^a, wie aie die 
Eingeborenen nennen, tragen einen Panzer, einen kursen SSkml 
und eineLanze, andere nur einen Sabel, noch alidare nnr eiae 
Pike. Sie haben auch Gewebre, aber in aehr gerii^er Zahl, 
nicht mehr als ernes auf 7 oder 8 Marni. Die Flinlen siad 
alle mit Luntenschl6sdern versehen; die Koiben aind. anfaerst 
schlecht gemacht, die Caliber verachieden; einige Laufe sind 
uber die Mafsen dick und iang, die iibrigtn diinn und kim. 

*) tfeber die kokanischen Mnn2en Biehie ArchiV Bd. XI. B.M)< 



Paiv^r a»4 6bi weniea enfl da^o veiihciily winui apn uhi 
WM ronki; ^isf jpden SoUalea kommfc ein Vierlel ockr ^ 
IwJhrg P(u»d Pulvfir. Die Vertheihuig gaschielil mit solchef 
VuB^kltBsmhmi, 4aM eia S^^i oA nur Pulver, der auulere our 
tK«g«ln w^liiU, «nd die Leuie koimen daher enlweder gar 
sduelieii oder owaseD aicb gegepseitig PaUenca borf^ii, 
Oie Kokaaer habw AriiUerie, aber eine so erbaranlicbe^ 
see ktmm diea^i NameQ verdknL Die wenigiai Kmoow 
in Friedfiifltteilea io den Haoptsiadten^ den FesUufen 
a»d GrinnMinhrn att%esteUt Jm Jabr 1852 siihite man in 
dtr StoA Kokan 11, in Kiu>d>nd 3, ii^ UraJtjuba 3, in 
Kittoteclti 1» in AkmeUcbet 3, in Turkestan 2, in Taachkend 
i^ m ▼cMchiedf nen ander|» ForU 5, im Ganz«n also 30 (33?) 
Kmhhicb. Gegenwartig hak akh diese Zahl sebr vermindert; 
bci der Eannabme ven Akmetscfaet durch die Roseen im Juli 
18Sd snifinn dw d#rtigai 3 Geaob^ise verkren; im December 
desanlbctt Jabree bfiblen die Kokafier bei der Belagerung von 
f^ri Paraivakii 16 Kanenen ^n. Fojglicb besaia das ganxe 
tihanai AaJhog U&i nur necb 11 (14) (jescbiiUe. Die Ro* 
kttier gimkm ibre Kanoaen aelbat ana KupC^r and Robeisen 
m Taerbknid and einigen aoderen Oertem. Jede derselbea 
^■liib aiBeo Siem^l mii dam Namen der Siadi and des 
KnscUKfi and mil Aag^e der Jabressahl; aach isl jeder 
Staaapel mii einem Spmcb ader Vers aas dem Keran verse* 
Das Kaliber isl Terscbieden; meistens sUmmt e& mit 
tren Dreipfaadem iibereip. Die Miiiidung der Ges^iiUe 
ist groCsy ihr Aeufseres uemlicb sauber, das Innere dagcgen 
mrwb «ad bdcbai.pofds. Die Kanmienfcugebi werden aufe Ge- 
■ Blbf «i^bl gamaabt; man aiouai einige Stucke Slabeisen, ein 
paar Nigal aad gieCit spe mil Robeisen zuaammen; in die 
ttiUe wird bisweilen ein Stein geatacki and von der Seite 
ciBe Oefinoig gebobrt, wodacob beim Abscbiefsen ein Pfeifen 
harrnrfrkrnrbt wird^ daa, a^e die Kokaner meinen, den Fein- 
SahreelMsa ainSUal. Die Lafetten siod ausserordentlicb 
i; ft aind nidits water aia bnge, scbwere Bauerwagen 
.angehfweo. R^dem. Der mii einer Kubbaut umao- 



te4 BtMMofi-MtauribDtra WilMWMMWni. 

gehe PbtMllEtlsten )M vonw ^efestigt Hml die DeMuri t 
nMi KUmfflern veneken, in vrelehe von vicr Ms aolrt'Pfw 
IfMpatuil wertfen. Atff je<)«aa Pferde feiut ein AtliUcNriM. Aul 
tan KatWBen -be^emn iMi die Knfcaaer sogBnaxutor J^rs i 
dwen «i hn CtntiBt ^ma vichi% giebt, Oiei Bind gn 
tftveme FMnttb mit LuntMiKhlfilsarB, WbvM jf^ 'ami eii 
bteKtw^emi E}hispanner traDSporlirt m'tti wid «ni« Be^en 
V9D irtH ttmn hat, wovott 'riim- >4ai Pferi 4— ifc t and 
b(!iden andeKti -d^ GeacMte handlMbvtis Der JasttU k 
flfer Mftte dU Karrens mit 'einem «iMn»en B«l»m -befet 
m dflta eraich each alien SeiteBdreheatBalk; Btfhidfcm ' 
tbbt) tiber damit niir nach hinten, Aa vonM flas fferd, 'sn 
Seiten die hohtti Rader hindetlieh «ind. {Diese ^ganse 
stlm^bnig ist tiitiht recht ventatttfliah'; wnnaa droht 
ifan dttin?') 

Die game Artnee, Ctivallene and AW il twm-, ivpivd xt 
KHegai«HMi miUt die WflSen ■^eralea. J«d«r '4£«e«kfa« 
daim vCTpDiehtet, auf die an ihn ergchmde 'Aufiimi^«Tviti 
fte^^utig, rin nWh dntt UiAfati^ iseiiier 8ttiUluilt«t««h«f 
ttar^m Contingent SoldMen 'bu steilo^ die er «uf ■•u^ «i 
KtiStm 'aus ^eifriiligm arnvirbt. Im dtesflin Bwh«f >k 
SteU Din V'Ctiieichnias von Leuten in 'Bereilsshaft, , ^^m t 
ftind, nSlhigntfalls in sdwe Diensle zu lret«D. N«t«-M;«h« 
bint« 7060 fflann anf 'seiner LtM«, 'und da 'dia IVoumx r 
(tend bedentnider itt iA« die aHdeiretij ao kaan >4U«s -^^n 
griS 'Van 'der AnttArl der dtenatflilnj^ Mttiwer ^ia 'VMnz 

T9ath dem Ft^ettemirehttas wird dw titer -«vi*A 
husen, and es bteiben nur 'die 'Apai^ 'aueUilk, ■die -j.. , 
md die Kosehtftgi'a >bti vich tmltcB, urn ifare 'BttfehA^ 
atrecken oder die Featmi^en uod Kurgant la ^b«se%s 
ZJM der Soi(ttten, diB id Phedctusciteii ^Dieast -;tlBQ-. 
b«deutend. Bel Nar-Mtihamaad befoliden li^ »ii^ * 
600 Mann, und von dem 's«gtfe w«n il«el^ '(liisft.«r-v^- 
ptn finrertiielt. UcKnigenft'lanii es WKh iBH^t vni^in "^ 
dit m^^Udiate Venmntleru^ der fOitilikamilit :int *^ 



G#u vci Acue said, so ist cs b^^redGcfay lutts ^^ pcMSttWiM^ 
▼VffllQl A fiBH nC9 Dfn^y OQN^ EnUsiHv ni icA^ iVcisc 

4Ui» Ar VhtferiiiR dar Tnit>)pch ih Kok» mABA AM^ Wi 

'SRBCB iDOflnOL nB Jam l^Dl dtMB uCl Wtl k^^MMjAk wAt 

29 1.4MoBBtfK foO PttH^ WoKtoy MBn IWnflid iffM % mtiu 
«l» - (310 - )Pfa£tf* • . 19 - 

1 IVHiA S . - . 3 . 

1 SdApc f 

1 ptaf 9iaaA -10 Tb^^ 

1 ptftt* m&fliKfeiQCT (jMnifo wsry) ... 10 .. 
i ^A ... 2 TW*. 

1 TtJ i Mtilimi (TiilirtNik) • 18 - 

S HairtiWi - 16 - 

1 Scbibracke • 16 w 
2ZiegtiThee - - ITIUaSTcnga. 

2 Pfdnd Thee Ak-Kuiriik ... 4 Te^a. 
SoM^'iBtfteadM 17tta-4teiige. 

-vta Ate ^IMtl^ dte 4to CcnlviMai MsgitiMflHtt Tk«4Ae- 
tfWts, Hlie ^U flUmtfteitr (cii DrkUd iftr^taiger ris die Fttlifilig- 
iMiriirr, 'ittdikh dte GeiBMAMMi efti DMtol wlai^ar A die 
TlliWWnnrr AuImAMi etftMt "J^kr miair M seiMdi fift- 
-MR i* deH Rrt e gs d tem t ^io -^Wferd Mbsl iFtrgM^k^m "G^ 
WMft 'ttM ^SAdMiA(t; tttnete wttrdM wgar ttit UMat- 
MMi t WMWt i dH. lo K ihyjUi i ui Waren «e «tisliq;te iMii 

iiiiaifciHiy; ^^teik fiintiwiiiftHi wiad i b ik Hufcegfld 






fmt^citefa'-.UiMHiistMch^ Wufi^iMicb^fltn. 



mitgegil^ieii. Vor (km Ansmarech wurd^ii aueh nocK Sm; 
Oder Chalate un(er die Kriej;er vjerlheiliy und w^ sich a 
zejcho^ ward aaoh beendiglifpi^ Feldzm^ mit Gelfl uod 1 
r^leidim beschenkt 

.Wjeiiii d^^moi^ch die Kii3phbe|^'3 vi^e Trupp^n auf 
B^ea bjeUen , so warden sie betrachUiche Sumcne|i . d^ 
i^^nd^i^ aui38en*» un^^abo itir Geld ^u sparen, vermiixdern 
die.Zahl der Soldaten. Der Clian wird von abnlichen fii 
l^llfp Rucksicl^n.ifelcdiet; ubrigena erlaubt aifu:&.ihm ; 
nicht, sich mit zu vielen Sifjsis zu uaig.ebeii; soliie er | 
grpfee stebfmde Armee apterLaliieD woUms ao wilrdie ei 
durch den Argwohn seiner Sta^ha}ter erregep, die sich bee 
glauben und uhfehlbar gegen ihn aufstehejn wiirden. .Elr 
sich daher in gewQhnlichen Zeiten auf eine Schaar ,von I 
wachtern beschranken, die in Wirklich|^eit nur a&uai i 
di^n^. In auOserordentlicben Fallen, wo die g/einse Mil 
macht einberufen wird, kann der Chan sich e)Dj^ig upd 
auf das Detachement verlassen, das von deai Bezirke E 
ge4aik wird. Die iibrige Armee wird nicht von iUt^, 901 
von del). Kuschbegi's besoldet, und,auf.it\re Aiibar^^l^:lik< 
foJglich nicht zu rechnen. Ein Befehlshaber kann leaden Ai 
blick ahCalien und seine Soldlinge mit sich fortfuhren di 
nur an d^njenigen halten, der sie bezahlt. 



Der Handel von Kokan entsprichty e)>e|) 

Ifidii^rie, bei.wwtem nicht der. ,4^ni,i»f^de vofi d 

vorgefseiehneten BestjmnHii^ ^>^ ^'^^n<>^ii|puxikt. de 
bMwgea zwi^chen Rutland , der Kaiiwjtewtepp.e, cler 
lichen Mongolei, dem. chineais^jbe^ Turves taq und B 
geliBgen, kdnnle das Chanat.eiw wipbUge. Rolle i^ ^, 
weller.B^ehuiig apielpn; all^io Ps gi«J)t ver^c^ied^tv 
chen, welche nachUieilig auf. mmn iitf^^r^Q uih1 ^ 

Handel zuruekwirken. Die Gj^twiekelimg. desaolb 
jMir d^rch die sQ^M^^e V^r^tung wd dijg 
nme.d^^MlMft ba^^ranjl^, sondera auoh c 



tfftdafdIliB n>M^ di# CkiMt 'Kdtik ' SAT 

ftgiefi' Cmni nifaic attenen, ien Matigd m TraospoilnMdn unA 

Dte HanddsdtiufBeti siad in Kokan afierdftigs besffer al» 
ia China uttd Btiehara. Der Badan Hi weaigar sahAg, und 
Fdurage, Waaser uad Brennmaterialien aind m Uebarflosa 
voi4iatidM. Aber aof diese iraiarlieiieii Voraiige reducirk aioh 
auch Alles, was es vor jenen beiden mittelasiatischen Siaatvn 
vantdar hat Dte Wege aind bartHch atUecht, eng, von Irri* 
gatibMcanXlen durcfaschnitten und in den B«rgan kaimi za 
pasairen. Nnr aeiten iat die Kunat %u ihrar Vet4>asserung in 
Ansfirifch genommen worden, tfid'em man GabiitNia anr Auf« 
na^mie^ d«^ Caravaneh', BrUcken und' Fihran errichtet hat: 
DaM diad dfeae ESnijehtUngen aSminfiieh Sufsarat MatigelHifli 
Dflmeilllieh di^ F^hren. Ab Beiapiel weiaen wir nur laif 
TWlil^Midram bai der $tadt Kokan hin, w» der Uebergang 
Mier den i9yr ataltfindat. Der F^lusa bat htar 160 Sajen Braita 
and isl isiefnlkb ttef, obwobi nioht sehr reilisend. Ritr haben 
nun die Kokaner eine flach<^ Barke ^ebaut, die eine Last von 
ung^Tahr 600 Pud tragen kann. Wenn man von der Taaab* 
kender Stile ubersetsen will, so wird die Barke erat lings 
den» Ufer atromaufwdrts gezogen, worauf man drei' bis sedia 
Pfetde mil den M3hnen daran feall^det und sie ina Wasser 
ireibt. Die Pferde werden von der Strtoning den FluM 
liinabgetragen und schwima»eli nacb dem entgegengesatzlen 
Ufer, wo sie mit dem Boote landen* Cs giebt noch twai 
PBbren Ober dtn Syr, die aine auf dem Wage von Tatochkand 
naeh 'Buchara, 60 Worst von der ersteren Stadl^ and die an^ 
a^r^, welcfae Utacfa^Kalk (dr^i Bdte)'heast, bd der Stadt Tur- 
kMlan. U^ber letatere sefsen die Caravitnen, die goradeaweges 
von Biichara nadi Tl'oick, Petropo^lowak, Semipatatinsk, und 
su' den Kirgii^ des ribnrischen Gebietes gehen. Die Pahreii 
atn iSyt' warden von der Regierung unlerballen; darPShrgeM 
bi^trSgt auf der von l^diil-Mdram 1 Tenga vom Camael^ aof 
dm tieiden anderen 2 Tenga. 

* Yofii* ^er Navigation, adib^t mit PI61aeh, iat ^ frriefat 
die Rede,^obwohl delr %r ttid seUie bedaufanderen Ffeb^nw 



Itee hkam «)it mSsliclif^ Bequmliflbimt tliiterftii ) QMi 

ilem Zeugniss der Eingeborenen hal der Syr nmh^ (JiltitftlW 
MQch gvebefft Smiiiijiikke* Mch W^aserlSUef iiii4i Anf^d^m Gu- 
Ksohaii iMfc vom 1640 aa qui «iik Rufslw4. fniADhm^r TiiUr«g 
deir ttuUa Ubaid, Pfiet Jii^bre Mffh ftoanAir BaHowta^;ime am 
fleni 300 Werat gagtn Kltf drOak galfgMW Gahirga n^afe f(#v 
kaa fainabiieftUiik 

Qer Waarentiiaiia|M>r4 4$l in Cfeam^ flvt grp&aii ^mf7 
figkfiiifiii vafbiiiideii. Vm Praduffia naab mtfrniltrtft FmklfS 
iiii4mm Amland ««. beffirdem^ oHif» imd von 4w NiN94i4mT 
alattaim Laateameale miatfioti. Pie Pvaiae sM «^Unk lifiab; 
f6r eiA Caaiael aabk man bii Trpjak Ai bia ^ TiUtt Ua Pflr 
ta«pawkw»k^ wd SaiaiiNiiatinks ^ bia 3i TiUa, na<A 3t¥^f 
li bt9 2 TiUa. Zwairiidefiga Kai7eD, Arba*% Wiardon om.iisii 
WMugm Ei^wobMm w Raiaao nadb ftahgaiega^aii ?mU§P 
pbaltaD> Diasa Karr«« abid eM in §mii nwerSeit^m Qftr 
bwiah gakonwM; wanigstaQA kA BaapjiJa^ m Mikf^m ^ 
gagMwirUgap Jahitoidfrto m w^ mU gaaii^A- W^ter 

aabakdicb.wwdeii m nm ie^imtdtim ^l^ktimgw aw Rffiir 
ll^ engafiihvt* Oia 4kfha*a fin.d i^n pltpmpar F<MriQ u94 m\t 
mgahaiirea Badaini ¥aff%6ibef), 4a aa ihmm'fMiiit^ aohwar ftyM 
wiMrda, m salahM )SMtfiih Mfa i^ Mm Jiift^ka^ gyt^, d«rA^ 
iia krigatioii^oai^e dui^zitfabre^ 

i» de« drJiakpM^eA St^i^^n ^<mi«l. RPsb dM N«4hwfMB<Mfikf|l 
biMii» dia BaanU^ au b^^bankan^ Pe^ auA9rar%an AJkAM 

lA^^anaoweM^ Mud aai||a^4klwbs$yf bw sh g^b^Pb im«rd.a JAb 
lijs YiaJivwigaQ l^iAsaH^Q* ^fM» skb .fwe )hw R iw atai ni* 
AMh TaaahfcfiAd r^v^end^ €^rayw^ jw 4i|twwfir(m: bft^ ^ 

Md. die Paravaoa.#ieb.Tll9^f8Aa«, dair ^^fiO HW J^UMfWl 4%b 

K«if 4b#gi: tfop TAA^hkai^ jn^^rw^P 3»afK niito^. bofw^ ifhr 

IW j^in^^r .4aB %f41^in|s yot^ ttiTtbftftai) ^tgffgWA ^ ^ 
Waaren nach Angabe der Kaufi^||^.j9|eriew|iMl^ Vn^iMlifimV 
Mfgis^ iMinerbt, >we)c^ ikfUkel ;MAd tTM^ ^9(|) DfW#ntlich 
j|l9g^a(^hjt w^dap. N?^ OMRdfgiing aeinar . Me^ ivfsi m 



^Ddftf 6-liiin SoMaMQ.*bei 4«r CMitraM i wiA . UMtv- 
4imw» ^ n|it i(» »ft dii Kauflcute Geld uismiiam <iii4 sehenbiii 
4f49^ ^aaflrteo 900 bia 300 Rubel AsMgmlan. Dm Ragiaitr 
wvr4 an ^den Kuadibagi abgrfvtigl uBd die Care viim erhalt 
dia JSri^utMiias, wakcr xn gdbeti. fiitiige Werai ▼<in Taacl^ 
U^ ^aaobaiiKMi abaimiila SMlhaaaiMB. Die Kaiifloit^ aaiiNa^ 
laie We^ai voD dar $ladt aohahan and a«tf eipcm ' e b a a a<^ 
ii§«ittf:b gaMMinigeii Plalte,. 4ar eigana w dlaaam Kweeka 
ba#tiiiiim, ^ial' imd i$«M#ai beifsl, w^rdan dia Waaran mt$ 
jadtn HModlaffai naeb Astaiiiiog daa Yurbaabmer llegi$iaii% 
abgaamdfift iHa^avgakgl. Wean dia Caravana badeub?^ iat 
«a4 ^oiit 4ar labitor odkv JN^rNQwgbvodar Meaaa Mnwnt, lo 
badbci dfK GaiKvtavMttr taUMA mii sainen vomebfusten Wiii^- 
daitf liigeni dan 3iUw^i ioit sabiar GagMwart Htar bitegan 
jbn 4k) Kjilflatite M GaadbMk (TarU) van 80 Tiila 4an 
4JadAilP ravidii^aii dqr dam Kiisohbe^ auinfiehsl atiabande 
Bi9tiii|9, $aketo#bi, und der Sobatameiiiev dia Waaren tou 
naueavt Dieaan baidan P«nioQan mufii man gleMhfaUa ek^m^ 
uplMDbM ; $99^ {Uban aia die Batten und arhehaq wler 
kgeivdi ^aMm Varwaifda aina $tra{e. N^h dar IWaiiM 
awd deii ^abaMchi dar 2rfdJ eatikblel, m4 zMuir satdaii dia 
Bliiaatoiaiiiiar anf 40 TiHn eina, dia d^ht-M^aliiiaiuia» abar 
i^ptil 60 ¥ial> namliab 1 TiMa aul 30. Hat dar KaafmAfin 
Mah AMauf va» aecba MooaMi aein» Waaran noi:h niabt alia 
abgaaeM!# ^ miCi «r i^im dam Dkst die Sieuar noah ainmai 

aaUgan* 

JjHt^dam^ WW die* UfaAdiea ararahni, walahe He cone 
fienkdl^ J&aHwiakeliiiig lUban*/^ hamaan, wiallan wir w^^ 
tiarhaTi dan gaganwirtigan Zvstaod daa Handala im Cbaaal 
W^aohUdaim. ' 

Der inneae Handel wkd vornngawaiae anf Marbtan gat 
illiitt Jedaa IMtf kat seinen Tag in der WiM^ai an dent zum 
ESnkauf und Verkauf das Valb tm den tunttegaatten Ofitaohatr 
Iah a<niamrnai»tii<wrf> Die bedeutendsten Marbia ivardan ii 
Kokan JinA XaacMtend eweimal w5ehentiicb, Samtaga und 
Mittwochf, abgehalten. An die9en Tagen ireiben diaX^aiiabee 



270 Hlrtoritch-Mn8:iiltdiolHi WlwenMhaften. 

Vieh, iniftesoiidtfre Pferde und Schafe, nach der Stadt und 
aus der benachbarten Gegend bringen die Einwohner GetreidCi 
Baumwolle und andere Producte. Ein regelmSssiger Handel 
fiodet nur in den Stadten stait. In Kokan und Taschkend 
giebi es Laden, in weichen kupfern^s Gerath, Sleingut, ge- 
backenes Brot, Hammelfleiseh und einige Manufacturwaaren 
feilgeboten werden. Bei den in der Hauplstadt lebenden Ju*^ 
den (man zahit deren im Gansen 25) sind jederaeit selbstge- 
ffirbte Seidenstoffe zu haben. In Turkestan werden taglich 
Keasel und Siabeisen gegen Woife- und Fuchsb&lge ausge- 
tauscht, weiche die in der Umgegend hausenden Kirgisen su 
Markte bringen. Ueberhaupl beschrankt sich der ganse innere 
Verkehr von Kokan auf Kleinhandei; Geschafte im Grofsen 
werden fast gar nicht gemaoht. Die Haupl-Zufuhr von 6e* 
treide (80 bis 100 Wagenladungen) auf den Markten yon 
Taschkend und Kokan ist im Juli und August , wo die Sol- 
daten mit Weisen und D/ugara verproviantirt werden; aber 
auch dann ist es hSchst seiteny dass Quantitaten von 700 bis 
1000 Pud sich in den HXnden einer einsigen Person befinden. 
Andere Artikel haben einen noch viel geringeren Absatz als 
Getreide. Der Muila Ubaid verwandte im Jahr 1840 gegen 
800 Tilla auf das Unternehmen, 8000 Kiefer- und Tannen- 
stamme von 8 Werschok Durchmesser zu fSllen und den 
Gulischan und Syr hinabzufldfiien. Die Operation ging vor- 
trefllich von statten, aber in vier Jahren geiang es ihm kauniy 
das Holz loszuschlagen, und er hatte dabei einen Verlust von 
200 Tilla. Die Nichtexislenz eines Grofsbandels fShrt ofl 
emste Uebelstande herbei. Werden die Aemdten von der 
Heuschreckengrille (Kobylka) zerstdrt, so gehen die* Geireide- 
preise, aus Mangel an Vorrathen, rasch in die H&he und stel* 
len sich mitunter auf 5 oder 6 Tenga das Pud. 

Die Durchschnittspreise der auf den Kokaner MSrkten 
verkauften Waaren sind folgende: 

1 Pud Weizen 70 Kop. bis 1 Rub. Ass. 

1 Pud Gerste 35 bis 50 Kop. 

1 Pud Hirae 40 Kop. 



Nachrichten fiber das Chanat Kokan. 271 

1 Pud Reis ersler Sorle ....... I Rub. 75 Kop. 

1 Pud Reis zweiter Sorle 1 Rub. 40 Kop. 

I Pud Reis driller Sorle 1 Rub. 5 Kop. 

1 Pud D/ugara 65 bis 70 Kop. 

1 Batman (8 Pud) BaumwoUe ..... 4b]s8Tilla(nacfa 

Mafsgabe der Ernie.) 

1 Batman Krapp 4 bis 6 Tilla. 

1 Pfund Rindfleisch . 7 Kop. Ass. 

J Pfund Hammelfleisch 11 Kop. *) 

1 Kuhhaut 3 Rub. 50 Kop. 

1 Ochsenhaul 4 Rub. 12 Kop. 

1 Schafhaul 50 bis 70 Kop. 

2 Batman Rosinen 2 Tilla. 

2 Batman Urjuk (gedorrle Aprikosen) . . 2 Tilla. 

2 Batman welsche Niisse 3 Tilla. 

1 Tscharik Pistacien. . 1 Rub. 40 Kop. 

1 Tscharik Mandeln 2 Rub. 80 Kop. 

2 Batman Aiibuchara (?) 2 Tilla. 

1 Tscharik Birnen 1 Rub. 40 Kop. 

1 Tscharik Duli (Art Birnen) 1 Rub. 75 Kop. 

I Tscharik Pfirsiche I Rub. 75 Kop. 

1 Fudcr Saxaul (zur Feuerung) .... 2 Rub. 80 Kop. 

1 Fuder Kohlen 3 Rub. 50 Kop. 

Der Cenlralpunkt des auswarligen Handels isl Taschkend. 
Kokan sleht ihm in commerzieller Beziehung schon deswegen 
nach, weil die wichligslen Handelsstrafsen in Taschkend und 
nicht in der Hauplsladt des Chanals zusauunenlreffen. Tasch« 
Lend liegt der russischen Granze viel niiher, nach Kuldja 
ftihrt ein ziemiich bequeiner VVeg iiber Aulie-Ala^ und die 
bacharischen Caravaqen gehen direct iiber Uraljuba und 
i^amarkand. Der einzige Vorzug auf Seiten Kokan's ist die 
grofsere Niihe des chinesischen Turkestan's, namenllich Kasch- 

') Hammelfleisdi ist theurer, weU die Centralatiaten im Allgemeinen 
das Rindfleisch nicht lieben und es wenig essen. Bekanntlich balten 
es auch die Spanier ebenso; wahrscheinlich nach Asiatischer Tradi- 
tion darch die Mauren. K. 

Ermans Riiss. Archif . Bd. XVII. H. 2. [g 



272 Historisish - lingoistische Wisfenscbaften. 

gar*s; doch ist der Weg dahin aufserst beschweriich und nur 
fur Lnstpferde passirbar. Aus diesem Grunde Ziehen die 
meisten Kaufleute, besonders in der letzten Zeit, wo Kuld/a 
durch die Errichlung eines russjschen Consulats eine neue 
Bedeutung erlangl hat, es vor, nach der westlichen Mongolei 
zu reisen. 

Der auswartige Handel des Chanats geht nach der west- 
lichen Mongolei, Chinesisch- Turkestan, Karalegin^ Buchara, 
Chiwa und Russland. 

1) Handel mit der westlichen Mongolei. Nach 
Kuldja werden Garavanen aus Taschkend abgefertigt Sie 
fuhren dahin Gold, Opium und russische Fabrikate aus und 
erhalten dagegen Thee, Porzellan und einige andere Sachen. 
Seit einiger Zeit hat sich der Absalz von russischen Waaren, 
in Folge des directen Verkehrs von Kuldja mit Russland, be- 
deutend vermindert. 

2) Handel mitChinesisch-Turkeslan. Mil Kasch* 
gar findet aller Verkehr von Kokan aus statt. Wie schon 
erwahnt, werden zum Waaren transport Pferde gebrauchl, 
von denen jedes eine Last von 8 Pud Iragl. Man bezahit 
fur ein Pferd von Kokan bis Kaschgar nach Umstanden 
2 — 4 Tilla. Die Reise wird in 14, bisweilen erst in 20 Ta* 
gen zuriickgelegt. Von Kaschgar nach Kokan kommen jahr* 
Hch: 30000 Pferde mit Thee, grun, Ziegei und Akkuiriik 
(Familienthee niedriger Qualitat), 200 Pferde mit weissem 
Filzluch, 200 Pferde mil Alaun, 50 Pferde mil Porzellan 
und 50 Pferde mit Quincaillerie- Waaren. Nach Kaschgar 
wird von Kokan ausgefiihrl: russisches Slabeisen, rothes 
Leder, elwas Nesseltuch und Seidenwaare, Opium und vor 
Allem Gold (gepragl und in Barren), Baumvvolle und Krapp. 

3) Handel mil Karategin. Aus dem siidlichen Ka- 
rategin wird oft Gold nach Kokan gebracht, das in denQuel- 
len des Amu-Darja gewonnen wird. Das Auswaschen gehl 
im Juni und Juli vor sich, wenn der Schnee von den Bergen 
schmilzt. Die Schutllager sind von reichem Gehall^ wie die 
Eingeborenen behaupten, kann in einem guten Fundort jeder 



Nscfartchten cib«r das Chenat Kokan. 223 

Arbeiter taglich 3 bis 4 Solotnik Gold auswascfaen^ in* den 
schlechtesten i Solotnik. Zum Einkauf des MelalU kommai 
nach Karategin Indier und Kabuler^ Welche es meislens ki 
Buchara wieder abseizen. Nach Kokan wird das Gold haupt- 
sachlich im Herbst gebracht Urn diese Zeil ist der. Pi^is 
fiir den Solotnik in der Hauptstadt des Chanats 16^ Tenga, 
wenn es gediegen, und 14^ Tonga, wenn es Goldsand ist. 
Zu anderen Zeiten wird das Karateginer Gold in der Regel 
£U 18 Tenga fiir gediegenes und 16 Tenga fur Goldsand 
verkauft. 

4) Handel mit Buchara. Derselbe wird mehr von 
Taschkend als von Kokan aus betrieben. Die auf die Markte 
von Buchara gebrachlen Arlikel sind: russisclfe Gufs- und 
Stabeisen- und Stahlwaaren, Reis, Tabak, Seide, einige chi- 
nesische und einheimische Seidenstoffe, Thee und Porzellan- 
(assen. Von Taschkend werden auch grofse Schafheerden 
hingelrieben. Buchara versieht das Chanal mit Farbepflanzen, 
Baumwolle und englischen gewebten Waaren, die aus Mesched 
kommen. Diese Stoffe sind von aufsersl schlecfater Qualitat, 
aber ganz im asiatischen Geschmack; sie werden auf 12 bis 
18 Monat in Commission gegeben. Aufserdem werden aus 
Buchara indische Quincailleriewaaren, Kabuler Scharpen and 
Turbane nach der Sladt Kokan gebracht, aber in sehr unbe- 
deuiender Quantitat. Mit dem Verschleifs derselben beschaf- 
tigen sich Afghnnen, Kabuler und Indier, deren in der Haupt- 
stadt des Chanats etwa 70 leben. Die Indier nehmen an 
diesem Verkehr den geringsten Theil; ihre Haoplsorge itt 
wenigcr dem Handel als dem Wucher gewidmet. 

5) Handel mit Chiwa. Die Relationen mit diesem 
Lande sind unbedeutend. Es gehen nur kleine Garavanen, 
und auch diese nicht alie Jahr. Die Einfuhr aus Chiwa in 
Kokan beschrankt sich auf eine geringe Anzahl Chalate, Boi 
und englische Zitze. 

6) Handel mil Russland* Er wird miltelst zweier 
Roulen gefiihrt: durch die Stadt Troizk an der Orenburgtr 
Linio tind durch die Stadle Semipalatinsk und Pelropawl«wsk 

IS' 



274 Hitiorisch-Ungiiistische WisBenidiafCen. 

an der . iSibirischen. Die Handelsbeziehungen Kokan's mil 
diesen beiden letsteren Skadten sind von grofserer Wichtigkeit 
als die mil, Troizk. Nach den officiellen Listen stelile sich 
der Werih der an der Orenburger Linie in den zwolf Jahren 
von 1843 bis 1654 ein- und ausgefiihrten Waaren wie folgt: 





Einfuhr 


Ausfuhr 




aus Kokan 


nach Kokan 


lin Jahr 1843 


4,646 Rub 


. 45 Kop. 


8,447 Rub, 


. 70 Kop. 


- 1844 


19,745 - 


45 - 


35.543 - 


25 - 


- 1845 


26,650 - 


10 - 


20,261 - 


77 - 


- - 1846 


74,563 - 


40 - 


36,610 - 


5 - 


- 1847 


28,220 - 


40 - 


12,191 . - 


40 - 


- 1848 


45,291 - 


75 - 


8,609 - 


36 - 


- 1849 


60,551 - 


75 - 


37,078 - 


43 - 


- 1850 


137,199 - 


50 - 


29,915 - 


25 - 


- 1851 


125,758 - 


6 - 


73,671 - 


81 - 


- 1852 


96,a^ - 


17 - 


47,685 ,- 


18 - 


- 1853 


134,686 . 


90 - 


69,697 - 


92 - 


- 1854 


137,371 - 


55 - 


101,124 - 


30 • 



Von den aus Kokan nach Russland gebrachten Arlikeln 
sind FruchtOy Thee, rohe Baumwolle, Krapp und verschiedene 
baumwollene und seidene Fabrikate, als Bettdecken, Chalale, 
Tticher, Scharpen, Miitzen etc. die wichtigsten; die Ausfuhr 
aus Russland besteht aus Eisen, Stahl, Kupfer, Spiauter (d. h. 
Zink!), Blei, Sandelholz, Cochenille, Sassaparilla, Zucker, Pelz- 
werky HauteUy Schreib- und Packpapier, Koffern, Tuch uud 
Manufocturwaaren. 

Es ist nichl zu bezweifeln, dass der Handel zwischen 
Kokan und Russland mit der Zeil einen grofseren Aufschwung 
nehmen werde. In der Nahe des Chanats befindet sich nur 
ein Staat, der es mit den Gegenstanden versehen kann, die 
es bei der geringen Entwickelung seiner fabrikUchen und in- 
dustrieJIen Thatigkeit nicht selbst zu produciren vermag. Die- 
ser Staat ist Russland, dem es seinerseits daran gelegen sein 
mussy die Beziehungen mit dem Chanat enger zu kniipfen, da 
es in diesem Theile Central-Asiens einen sicheren Markt fur 



Nachrichten aber das Cbanat Kokan. 275 

die Eneei^gnisse seiner Fabriken und HiHten findet. Was die- 
sen Handel bisher verhindert hat, einen grdfseren Umfang zu 
gewinnen, isl der Umsland, dafs die Ausfuhr-Artikel Kokan's, 
die einen wegen ihrer tintergeordneten Qualitat, die anderen 
wegen ihrer geringen Menge, gegenwarlig noch nicht tu be- 
deutenden commerciellen Operalionen dienen kdnnen. Dieses 
Hinderniss wird nur dann gehoben werden, wenn riissische 
Kaufleute es sich angelegen sein lassen, einen regelmafaigeren 
und massenhafteren Anbau von Baumwolie und Krapp in 
Taschkend und Ferghana einzufuhren. 



Ueber den Asbest oder Steinflachs im Kreise 
NewjaDsk, GouverneineDt Perm. 



Unter den Producten des Mineralreichs , an welchen der 
Kreis Newjansk so reich ist, nimmt der Asbest oder der so- 
genannte Steinflachs nicht die letzte Stelle ein. Die ersle 
Entdeckung von Asbest in Newjansk erfolgte im Jahr 1720, 
d. i. 22 Jahre nach Grundung des Sawod ^). Auf Anordnung 
Nikita Demidow's, des damaligen Besitzers von Newjansk, 
wurde sogleich zur Bearbeilung dieses Materials geschritten^ 
und mit solchem Erfolge, dass man schon damals verschiedene 
Gegenstande daraus zu verfertigen begann. Eine von Djemi- 
dow Peter dem Grofsen vorgei.egte Probe von Leihwand aus 
Newjansker Asbest, erregle die Aufmerksamkeit des Monar- 
chen, und das kaiserliche Berg- Collegium erliefs an Demidow 
den Befehl, ein Stuck von der unverbrennlichen Leinwand 
einzuschicken, sowie dariiber zu berichten, wo der Stein sich 
vorfinde, aus welchem diese Leinwand bereitet worden, und 
ob er in bedeutenden Quantitaten angetroffen wefde. Die 
weiteren hierauf beziiglichen Mafsnahmen Demidow's sind un- 
bekannt; so vie! ist jedoch sicher, dass die Asbest -Industrie 
noch lange in Newjansk bestand, indem man sich vorzugsweise 



Vergl. Le^ensbescbreibang des Akinfi Nikititsch Demidow. St. Pe- 
tersb. 1833. (Rassisch.) ' 



Ueber den Atbett oder Steinflaobs im Krelse Newjansk. 277 

auf die Anfertigung van kieinen Aiiikeln des taglichen Ge* 
brauchs, als Miitsen, Bdrsen^ Handschuhe, Schniire u. dergl. 
legte* Pallas, der ini Jahr 1770 den Ural besucbte, sah noch 
die Arbeiten, die auf Veranstaltung Akinfi Deniidow*s im As'^ 
besi-Berge vargenommen worden waren, und fand in New- 
jansk eine alte Frau, welche aus Steinflachs Leinwand tn 
weben, Handschuhe zu stricken und Papier zu machen ver* 
stand ^). Heutzutage beschaftigl sich niemand mehr mil dieser 
Fabrikalion und es ist nur wenigen Bewohnern von Newjansk 
bekannt, dass sie noch im vorigen Jahrhundert bier gebliiht 
hat. In den wissenschaftlichen Handbiichern und Bescbrei- 
bungen von Russland find^n sich Angaben iiber das Vorkom- 
men von Steinflachs in den Transbaikalischen Gebirgen, an 
der Schilka, in der NUhe des Weifsen Meeres, an der Umbai 
in den Bergen von Olonez u. s. w., aber Uber Newjansk fast 
kein Wort Es ist indessen unzweifelhaft, dass in dieser Ge-> 
gend auch jetzt noch Vorkommen von verschiedenen Varie- 
taten des Steinflachses bekannt sind. Allerdings stnd die ge- 
fSrderlen Stiicke Asbest meistens sehr klein (einen Wer- 
schok oder nooh weniger in der Lange), hart und briichig, 
and daher zur Bearbeitung nicht geeignet; ailein dies riihrt 
nur davon her, dass man sie auf der Oberflache der Erde 
zusammenliest In grofserer Tiefe ist der Asbest hochst wahr- 
scheinlich weich und zar Fabrikation tauglich, durch die Eiti" 
wirkung der Luft verhartet er sich aber, wie viele andere 
Steine, z. B. der Odessaer Kalkstein. (??!) 

Das bei der Bearbeitung des Steinflachses gebrlkucbliche 
Verfahren ist sich nicht immer gleich. In Newjansk war der 
Prozess aulserst einfach; nachdem man den Asbest gewonnen, 
zerschlug man ihn mit einem Hammer und trennte ihn mit 
der Hand in Schichten, kammte die herausgezogenen Fasern 
mil holzemen Kammen und spann und webte sie dann wie 
gewohnlichen Flachs. Ueber die Bearbeitung des in den Py- 
renaen gefundenen Asbest sagt Ciampini, dass man, urn zum 

») Voyages He Pallas. T. III. [k 211. 



I brauchbares Material «i erhalt^i, die A 
tillang in siedeodes Wasser legt; im ^ 
laelet und zerrupd, bia sie weich werdc 
Veiise erlangen und das Wasser eine 

Hierauf werdeu die zuruckbleibendei 
n Wasser genotnmen; man spinnt sie 
chsfaden und webl daraus Leinwand, die 
luszubrenoen und ibr cine grSrsere We 
mdlich in den Ofen geworfen wird '). 

die Bearbeitung des Asbeat eineu bede 
eig, allein der dabei angewandte Prosef 
en. Doch kaun man mil Zuversicht bel 
en Asbeststeine, die gegenwartig fiir die E 
nsk nicht den geringslen VVerth ha ben 
iOntnisB und einer besseren Bearbeitungs 

von bedeulendem Gewinn fur das Land 
\i ware nur zu wiinachen, dass ninn d 
ask die Aufmerksamkeit zuwenden mochte, 
Vichtigkeit verdient, und dass man wieder 
rarbeiten. Zur Erreichung dieses Result. 
Jedingungen erforderlich : erslens, die Bev 
;end, die in den Gold-Priisken von Newja 
erkeo beschaftigl iat, mil dem Asbest beb 
indem man sie durcli eine wenn auch gei 
ifsuchung des Materials ermunterl, und zv 
serten und allgemein zuganglichen Verarbei 
ihren. Was den Absatz der Asbeatfabrikal 
er Btets durch die Nahe des Irbiler Jahn 
sein. 



bige Notiz wurde dem statiatischen Comil 
em correspondirenden Mitgliede desselben 
Oglobtin, mitgetheilt. Das Comite machi 
de Anmerkungen : 



I lino incoinbustibili. Romae 1691. 



Ueber den Asb^sC oder Steinflachs iin Krelse Newjansk. 279 

Das Vorhandensein von Asbest oder Steinflachs im Gou- 
vernement Perm wird u. a. erwahnt von Uspenskji in seiner 
medicinisch-topographischen Besehreibung' des Kreises Katha- 
rinenburg (lateinisch). Moskau 1835. Seile 46. No. 52 und von 
Popow in seiner landwirlhschaftlichen Beschreibung des Gou- 
vememenls Perm. Perm 1804. Bd. I. S. 34, 77 u. 240. Nach 
Uspenskji bildet der Asbest in der Nahe von Newjanskji Sa- 
wod einen ganzen Berg. Er zahit folgende Varietaten auf: 
J) Abestus flexibilis, Amianth; 2) A. xyloideus; 3) A. vulga- 
ris; 4) A. suberiformis. Popow maeht nachstehende Funddrler 
dieses Minerals namhaft: a) Der Asbest-, auch seidener oder 
papierener Berg (Asbe^towaja, Scholkbwaja ili Buma/naja 
Gora), im Kreise Wercholurje, 5 Werst von Werchne-Tagilskp 
Sawed, zwischen den Bergen Schuralinskaja und Tjoplaja. 
Er bestehl aus Hornschtefer (?) und ist mit Bergleder iiberwu- 
chert (!), zwischen welchem sich gewohniich ein schmaier Streif 
von seidenartigem Asbest findet. b) 15 Werst von 5y«ertskji 
Sawed im Kreise Katherinenburg, zwischen den Fliissen 
Tschernaja und Kamenka, die sich in den Sysert ergiefsen. 
Der Asbest liegt hier in Blocken (glybami) von 3 bis 4 Pud; 
die in der Luft verwitterten Faden sind ziemlich weich und 
fein, so dass sich Papier daraus anfertigen lasst. c) Asbesi 
findet sich auch beim Dorfe Schaitanka, im Kreise Katherinen- 
burg, in verworrenen Biischeln oder Fasern in den Rauch- 
quarz (dymtscbaty kwarz) eingesprengt, so wie an anderen 
Often. Im Newjanskji Sawed verfertigte man einst daraus 
unverbrennliche Leinwand, Handschuhe und Papier, aber nur 
als Curiositat. In der Mineraliensammlung der ehemaligen 
Haupt-Velksschule zu Perm wurden vier Blatter unverbrenn- 
lichen Papiers gezeigt, die aus Steinflachs gemacht waren. 
Man konnte ihn vielleicht statt der Schweinsborsten') zum Kal- 
fatern gebrauchen, wie auch den sogenannten unreifen As- 
best, der mit verfaultem Holze Aehnlichkeit hat und durch 
Zerstampfen leicht in eine baumwellartige Malerie verwandelt 



*) Mit Schweinsborsten hat man aber nie kalfatertl! K, 



280 . 



Historiscb - Ungoistifclie WiMenschaften. 



\ 



werden konnte. Er wird in grofser Menge sowohl auf dem 
Seidenberge, als auf einem anderen Asbestberge, in der Nahe 
des iSy«ertskji Sawod, 70 Werst von Katherinenburg, am Fluss 
I«et, angetroffen. Endlich giebt es Asbest von harterer Be- 
schaffenheit und verschiedenen Farben, namenilich grunlicher 
und blaulicher, auf einem Berge unvveil des Pyschminskji 
Sawod. 

Unter den von Herrn Ogloblin dem stalistischen Comiie 
vorgelegten Proben des im Newjansker Kreise gefundenen 
Asbest ist die grofiste ein mit Serpenlin verwachsenes 
Stiick von einer halben Arschin Lange. Dieses Stuck wurde 
10 Werst nordwestlich von Newjansk, am siidiichen Abhange 
des Lindenberges (Lipowaja gora) zu Tage gefordert. Das 
Gestein, aus welchem dieser Berg besteht, isl Serpenlin. 

(Permskija Gub. Wjedomosli) 



Der Russkji Wjestnik fur 1857. 



Von dem Russkji Wjestnik, iiber dessen Wiederaufleben wir 
in dem vorigen Bande des ,,Archivs'* beriehtei haben, liegt 
wieder eine Reihe von Heflen vor uns^^die ein errreuliches 
Zeugniss dafiir Iiefern, dass die Redaction auf dem von ihr 
betretenen Wege mil Energie und Consequenz forlschreilel. 
Noch niemals sind die Schaden und Gebrechen, an welchen 
das Gemeinwesen Russlands krankelt, so riickhallslos vor das 
lilerarische Forum gezogen worden, als in dem Journal des 
Herrn Katkow, und der aufserordenlliche Erfolg, den es bei 
dem russischen Publikum erlangt haben soli, lasst uns glau- 
ben, dass man dort anfangt, sich iiber den engherzi gen Pa - 
Iriotisinus zu erheben, der alles Heimische als vollkommen 
und uniiberlrefTlich betrachtet und jede Hinw'eisung auf das 
Bessere und Verniinftigere, das sich bei anderen Volkern vor- 
findet, als eine Beleidigung zuruckweist 

Wir beginnen unsere Uebersicht mil den Skizzen aus 
der Provinz, von Herrn Sallykow, einer Reihe von Sitten- 
gemalden, die nach und nach in dem Wjestnik erschienen 
und seitdem in drei Banden gesammelt worden sind*). Sie 
behandeln hauptsiichlich die Beamtenwirthschaft in den russi- 
sehen Provinzen, von der sie ein drastisches und offenbar mil 



■) Gubemskie Otscberki. Is sapisok otstawnago nadwornago «owjetnika 
ScbUchedrina. Sobral i isdal M. E. Saltykow. Moskwa, Katkow. 1857. 



282 



Historiscb-lingoistische Wissenscliafien. 



vollendeler Sachkennlniss ausgefiihrles Bild entwerfen. 
hat den Verfasser angeklagl, einerseils zu sehr ins Sch 
zu malen, anderseits seine Enlhiillungen auf die Provii 
schrankt zu haben, ais ob in den Hauplstadlen nicht die 
oder noch argere Missbrauche bestanden. Was den lei 
Vorwurf betriffl, so lasst sich darauf erwidern, dass de 
fasser eben nur die provinziellen Zustande schildern 
ohne sie mit den hauptsladlischen in Parallele zu brings 
diese auf Koslen jener zu beschonigen; iiber ersleren 
miissen wir es Herrn S. iiberlassen, sich niit seinen 
leulen abzufinden. Zu Ehren der Menschheit konni 
alierdings wiinschen, dass seine Schilderungen iibei 
waren; aber wenn wir uns an die „Todten Seelen 
„Armen Leule", „Kto winowat?" und andere Bilder a 
russischen Volksleben erinnein, so sehen wir leider 
Grund, die objective Wahrheit der „Provinzialskizx 
bezweifeln. 

Zwei der brennendsten Tagesfragen, die W s j a I k 
leln) und die Uebergriffe der Polizei, werden vor 
Herrn Gromeka (pseudonym?) mit vieler Offenheit 
chen. „Es ist manniglich bekannl", sagt er, ,,dass 
des Rechts bei uos nur wenig enlwickelt ist — in dc 
ren Kreisen noch weniger als im Volk. In England 
Burger stolz auf seine Gesetze und halt sie so weri 
die kleinste Aenderung in denselben fiir die ganzc 
Interesse hat. Der Advokatenstand ist eine der ehrei 
Berufsklassen , zu der mehr als ein slolzer Lord si 
urn den Zutritt bewirbt. Und bei uns? Giebt es i 
uns viele Valer und Mutter, die, ihren Sohn liebkos^ 
verheifsen, dass er dereinst ein bescheidener Landrio 
Hiiter des Gesetzes, ein Bevvahrer der oflenllichen 1^ 
Gerechligkeit sein werde? „Du wirst Minister, Gen^^- 
wirst Husar werden!" — das ist es, was wii- voir^ 
Papachen und Mamachen h5ren, wenn sie uns 
driicken, und Niemand sagt uns, dass wir als Hi^ 
Sachwalter, sogar als einfache Polizeibeamte Lorb< 




Der Rttsskji Wjestnik lor 1857. 283 

koDDen, wie sie kein Hosar sich Iraumen lassl; dass den Holf- 
losen Tertheidigen, den Unscbuldigen beschiitoen, eine Wonne 
ist, die aUe Freuden der glanzenden Welt mil ihren glanzen- 
den Uniformen aufwiegt! 

,,D te Geseia e! Dieses Wort tont gewissermafsen seltsam 

in unsere Ohren. ,,Er citirt die Gesetse ! das isi ein Gesetzes- 

raensch (ekoi sakonnik)!" solche Phrasen bekomml man zu 

horen, wenn man es sich etnfallen iassl, mil sogenannten 

ordenllichen jungen Leulen vom Gesetze zu reden. Versucht 

eSy die Gesetze der Mode, der Etiquette oder. des geseiischaft- 

licfaen Anstandes zu verlelzen, und Ihr seid verloren, Ihr habt 

euch unMnederbringiieb compromiltirty und die feine Welt ist 

ench forlan versehlossen. Aber wenn Ihr alle religiose und 

burgerliche Gesetze iibertretet, wenn Ihr euren Glaubigern die 

Thiir weist, wenn Ihr euch iiber den Beamten moquirt, der 

euch an das Gesetz erinnert, wenn Ihr endlich ein unschul- 

diges Frauenzimmer hintergebt, wird eure Wiirde in den Augen 

der Cameraden durchaus nicht darunter leiden; im Gegentheii 

wird man euch noch einen faniosen Kerl (molodez) nennen. 

Die Gesellschaft hat hiermit nichls zu thun; sie kennt euch 

als einen angenehinen Wildfang und verzeiht euch gern Alles, 

nur nicht einen Sprachfehler im Pranzosischen. Man erzablt 

eine unterhallende Anekdole aus dem Anfang dieses Jahrhan- 

derts von einem alten Militair, der ein Civilamt bekleidete 

und der dem Minister klagte, da§s die Gesetze ihn beengten, 

i^eshalb er bitte, nach seiner personlichen -Ansicht cnlscheiden 

za diirfen. Obne Zweifel wird diese Anekdote Jedem, der 

sie sum erstenmal hdrt^ als sehr bekannt vorkommen. 

,,Nach den Gesetzen handeln^ auf Grundlage des Ge-* 
seizes verfahren — bei solchen Ausdriicken iiberlauft es tms 
eiskalt; vor unseren Augen schimmern sogleich Tausende von 
Paragraphen, Formen, Ukasen. Wir geben dem Gerichts- 
schreiber ein Bankbillet und sind beruhigt; die Form ist er- 
fullty also auch das Gesetz. Apropos von der Form — der 
Uniform zum Beispiel. Es unterliegt keinem Zweifel , dass 
die bochsinnige Begeisterung Herrn Nadimow's, des bekannten 



284 Historiieh-lingdistiBcbe WisBenscbaften. 

Helden der Comodie des Grafen 5ollohub % unfehlbar vor 
der Uniform eines Polizei * Officianten yersc1i\yunden ware. 
Die Liebe zum Vaterlande, iiber die er so glanzende Predig* 
ten halt, hatte gegen die verschiedenartigen Empfindungen 
nicht aufkommen konnen, die nur deni Russen eigen sind, 
welcher genau alle Schattirungen der g^sellschafllichen Stel- 
lung kennt, denen die Uniform zum Ausdruck dient. Wer 
weiss in der That nicht, dass bei uns meistentheils das Reeht 
auf Achtung, auf Aufmerksamkeit, auf einfache Hoflichkeit so- 
gar nur durch den Tschin, den Namen, die Uniform verliehen 
wird? Man versuche es, seine Achselbander gegen eine we- 
niger glanzende Uniform oder das Husarenmantelchen gegen 
einen Civih*ock zu vertauscheny und man wird finden, dass 
allmalig viele von den Privilegien und Rechten verloren ge- 
hen, deren man sich bisher in der Gesellschaft erfreut hat .... 
„Einem Paragraphen des Gesetzbuches zufolge, soli die 
Polizei Arme.und Reiche, Miichlige undSchwache, Vomehme 
und Geringe mit gleicher Unparteilichkeit behandeln. Die 
Polizei soli Alle, ohne Ansehen der Person, zur Aus- 
fiihrung der gesetzlichen Vorschriften anhallen. Kleinigkeit! 
Das sind ja gerade die Tugenden, die wir in den aufgeklarten 
Staaten des VVestens bewundern. (Wir wurden im Namen 
des Weslens fiir dieses Compliment danken, mais il n^ a pas 
de quoi. Red.) In wiefern sind sie bei uns moglich? Ein 
Jeder mag beurtheilen, ob ein Beamter sehr auf die Unter- 
stiilzung der offentlichen Meinung rechnen konnte, dem es 
einfallen wiirde, seine Pflicht zu Ihun ohne Ansehen der 
Person. Nein ! viel kliiger ist es von seiner Seite, der langst 
hergebrachten Ordnung zu folgen, die bereits Gesetzeskraft 
erhalten hat: sich stets bereit zu zeigen, alle Angelegenheilen, 
an welchen ein Machtiger oder Vornehmer betheiligt ist, zu 
dessen Zufriedenheit zu ordnen; bei offentlichen Schauspielen 
den Pobel auseinander zu jagen und den Platz fiir seine Equi- 



*) Anspielang aaf das Solloliab^sche Lustspiel: Tscbinownik, das 
einen Beamten darstellt, nicht wie er ist, sondem wie er sein sollte. 



Der Rasskji Wjestnik fnr 1857. 285 

page freizumachen ; und um sich fur diese schweren Miihen 
im Dienste des Vaterlands schadlos zu halten, die Kaufleute. 
und Industriellen ein wenig zu schinden, den ehrlichen Leu- 
ten, die sich dankbarer Gefiihle fahig zeigen, bei Untersuchun- 
gen durch die Finger zu sehen, und nach und nach unterdem 
Schutz der erwahnten G5nner, die seine Verdienste nicht un- 
belohnt lassen, einen geachteten Namen zu erwerben und 
endlich sich auf ein Giitchen zuriickzuziehen , um dort am 
Abend seines Lebens die Friichte so niitzlicher Arbeiten zu 
geniefsen. Er halte an diesem altehrwurdigen Systeme Test, 
und er ist ein geborgener Mann; sein Gevvissen ist so rein 
wie seine Conduitenliste, und die Nachbarn, die, sein Brod 
und Salz geniefsen, werden ihm ihre Hochachlung nicht ver- 

sagen". 

Diatriben iiber die Corruption des Beamtenslandes sind 

indessen, wie wir schon angedeutel haben, in der russischen 

Literatur nichls Seltenes; seit Kanlemir's und 5umarokow*s 

Zeiten hat man nicht aufgehort, gegen unwissende und tyran* 

nische Wojewoden, gewissenlose Richter und gesetzverdre- 

hende Kanzellisten (podjatschie) zu eifern, und die Herren 

^allykow und Gromeka sagen nur mit anderen Worten das* 

selbe, was ihre Vorganger vor hundert Jahren ausgesprochen 

haben. In einem Artikel iiber „russische Sitlen im 18. Jahr- 

hundert" giebt Herr Afana^jew interessante Ausziige aus 

dem /iwopi^ez, dem Truten und anderen Zeitschriften, die in 

den ersten Jahren der Regierung Kalharina's IT. erschienen 

und in denen sich ahnliche Schilderungen, ahnliche Klagen 

und auch ahnliche Hoffnungen finden, wie jetzt im Russkji 

VVjeslnik. „Diese Hoffnungen**, bemerkt Herr Afana«jew, 

sind nicht erfuUt worden; die satirischen Ausfalle gegen 

richterliche Chikanen (jabedy), Sportein, Unterschlagungen 

offentlicher Gelder und Mtssbrauche in der Rechtspflege haben 

sich daher stets wieder erneuert. Die Lileralur hat das Ihrige 

redlich gethan, indem sie die socialen Gebrechen vor Allen 

bloslegte, aber schon ihrer Beslimmung nach hatte sie es nur 

mit den typischen Seiten des Volkslebens zu thun; gegen ein- 



286 Historiscb-linguistiscbe Wiwensdinften. 

zelne Personen konnte sie nicht mil einer Anklage-Akte auf- 
treten. Und was bedeulen salirischk Pfeile, wenn auch gegen 
ein lebendes Uebel gerichtet^ sobald sie nur Personen beriih- 
ren, welche die Phantasie dea Schriflsfellers geschaffen hat; 
was bedeuten solche Pfeile fiir jene Herren, welche selbst die 
strengsten, durch das Gesetz ihnen angedrohlen Strafen nicht 
(orchten? Nur solche Anklagen sind wirksam und furchtbar, 
die vor AUer Augen auf das Haupl des wirklichen, leibhafti- 
gen Raubers und Rechtsverdrehers fallen; nur durch die 
Furcht vor dem unfeblbaren Urtheil der offentlichen Meinung 
konnen Viele von Sehriiten abgehaUen werden, die sie unter 
dem undurchdringlichen Schleier des Kanzelei - Geheimnisses 
m begehen sich nicht entbloden. Dies aber kann nur durch 
die Oeffentlichkeit des gerichllichen Verfahrens erzielt werden, 
an die schon Kalharina dachte'*. 

Ueber diese Oeffentlichkeit und Miindlichkeit des 
Gerichtsprozesses, die als einziges Heihniftel gegen die 
in der russischen Rechtspflege eingewurzelten Uebelstande 
empfohlen wird, begegnen wir nun einem Aufsaize des Herrn 
Bars chew, der nach dem bekannten Werke Mittermaier's ') 
ausgearbeilet ist und in welchem die Vorzuge derselben iiber 
das jelzige heimlicbe Verfahren auseinandergesetzt werden. 
An der Hand seines deutschen Gewahrsmannes erortert Herr 
Barschew die Griiude, die fur und wider beide Systeme an- 
gefiihrt werden, mit vieler Ruhe und Unparteilichkeit und 
gelangt zu dem Schlusse, d ass wenn auch die Bedingungen 
zum Theil noch feblen, welche die Einfiihrung von Ge^chwo* 
renengerichlen in Russland mdglich machen wiiirden, die Oef- 
fentlichkeit dagegen sich ohne Miihe auf jeden Boden ver^ 
pQanzen lasse und somit Quch in seinem Vaterlande ihrer 
Einfiihrung nichts im Wege siehe. Herr Barschew isi Pro- 
fessor des Criminalrecjits an der Cniversitat Moskau und gilt 
fiir eine der ersilen juristkchei) Aatoidtaien Russlands, weshalb 



*) „Die Mandiichkeit, das Anilageprinctp, die 'Ocff«ntIicltkeit und clas 
Ge»oiiwomeng^riobt'\ Settttgatt 1845. 



Dar RoMkii WjesCiA fir 1857. 287 

nan weU annebmen darf, daas seine Meinung an entechei^ 
deader St^&e emigefmaCsen ins Gewicht fallen werde. 

Von den im Wjestnik miigetheilten Artikein hisiorischen 
bhalte heben wir die Memdiren des verstorbenen Senators 
Mertwago^) dber seine Erlebnisse zurZeit der sogenannten 
„Piigatsebewsehl|N5hnia*' hervor/ die einen iiefen Einblick in 
die russiaehen Zostande gewShren. Es erhellt daraus, dass 
jeser grofiiartige Aoistand rein socialer Natur geweseh ist 
md dass polidsefae Motive darin eine ganz untergeordnete 
RoUe spieiten; den Insurgenten lag ^enig daran, bb Pugat- 
sebew der todt geglaobte Peter HI. sei oder nicfat — genug, 
daffs er ihnen die Gelegenheit darbot, mit ihren adeKgen Ty- 
fSQIien absarechn^ und ihnen den Druck zu vergelten, unter 
w^idieiB ste so lange geschmaehtet batten. Dass^ in einer 
sol^en Jaequerie (Ke Unsehuldigen mit filr die Strafbaren 
btifsen mussten, versteht sich von selbst, und der Bericht 
Merlwago^ iiber den Tod seines Vaters, den er als einen 
redillfehen und wohlwoUenden Mann darstellt, macht daher 
eioeii um «e tragiseberen l^druck. 

^Metne Aeltem", ertahit er, ^besafsen ein Gut im Gou-. 
vWBement Orenburg, in der Gegend, wo der Aufistand aus- 
brack, iftnd ein anderes, 500 Werst von dem ersteren entfemt, 
in OoUTernement Simbirsk | Kreis Alatyr, auf welchem si^ 
lelMen. C^a ^) obsehen nur geriichtweise, erfahren batten, 
dass vM^ ^^n unseren Bauem in den Dienst des Pra ten den- 
ten (AMSieewanefe) getreten waren und sich bei ihm befanden, 
ao macblen ste sich zwar daravf gefasst, ihr Verm5gen zu 
v^*lieren, giaubten sich aber personlich in Folge der Entfer- 
nttiig uiid ^^ '^^^'^ ^^^ Regierung getroSenen Mafsregeln aufser 
A^er Gefel^f allein das Sehicksal hatte es anders bestimmt. 

^^Pttgalschew, bald von den zur Beschwichtigung des Auf- 
stiindes ausgesan^n Truppen geschlagen, bald durch neue 



*y Dmitrij Boruoitritf ch M ertwago , geboren 5. "Ansast 1760^ war Ci?U- 
goaTemenr ?oii Taurien, General -ProYiantmeister der Armee^ end- 
lidi 8eiuit0r in MofkaQ, wo er am 23. Jani 1834 starb. 
Rum. ArcUf. Bd. XVU. H. S . 19 



^ HistQii9^.«BpJiiiti«Ae WifWffisAhlfteii. 

S^^reQ UebelgesioiHer vera^ti iwtU. Imgt vi* ck Ge* 
witter iiber d^n Bergen ua4 dem i9#ANbAiiIiwr«ii^Sltpp«» gtf> 
schwebti bewegttt »cb im. Sommer 1774 gegen Nor4<M und 
bbkirie Kaaan* kU^r ,^urde s^ Vi9rdwgcsi dur^li die 6e- 
geawehr .der Einwobner 4iii%«lMJtea; die PliiiKteniiig! und 
Yerbr^BQttog derVor$todt gereicb^ ihnijdyb«l WMtNiMsblb^; 
die zahlreicheq PSb^eibaufen, die sein ttoer bildetM^ l^bflft 
9ich . der Tjrunkenbeit wd Excessea jfdei: Art kin* und 4ifli 
Tirtin^n ISllichelsoo's iibierfielen uad ^lugen ibsa, kMntea 
aher d^9 Bo^mtikU s^iber niipbi hahbuft werdett; er floh^out 
eiaer starken Baade seiner Genossen iiiktr die WeJga aaeb 
Aliityr^ in jencs^. riidiige Lmif in welebeia wir lebttQ. AmtmgB 
iiefo. er jniehls yon sicb horen; als jeckHJii Mcb ^Mgfin Xiigoik 
witi Menge.Knechte upd 6.aue)ra aicbrihin aiuichtoaseB, ewdhiiM 
er in der Nabe uoweres Dorfes, indeoi er aeintA M^iiih iiherAU 
diircK Biuti^ergic^sen l^zeicbnete. 

yDrei Wo.cb^n vorber war meiii0lMkitter.«a^ufMleni.ww>* 
4en^ und an dem Tage, an welcbiin nMer Un^ck. higflM» 
den 22. Juli, wurde ihr fismmfihtX gefirierb. NanhLafrint 
aijLte hatte^ wir Gaat^ geladen, und aebop wer der Tiadi ge- 
depkt, a|s gplotdi^ der Va(er ein Scibreibea von eiaeai F^iiMdk 
und.NaQhbar erbielt, d^r zmn Feale gebeten wowlev, mid der 
ijbm b.e^cbtete, dasa der Pra^endent niofat m«br aia dr#i&ig. 
Wer^t entfernC ^ei^ eiiv . b^i^afttich^ Oorf iiberfatten, dm 
Ver waiter aufgebaogt u^d.daa Gui gtplUndcrk; bifae; ttigleiidb 
8«l4e der Bd^fo^eller. bipaup djisa er mA aainer gtwin Ea* 
ipilie fluqbie, obne zu, wf^aen, wobi^ ibn daa Sefaickaai fiibr<«^ 
werde* 

,,Wir packmen schpell zua^jnmen upd midyieniiiiiasMl 
nach di^r Stadfe Alaiyr, yierzig WeiFst von unsefem Domfii*. 
Ala wir upj9. g^^^ Ab^nd dier Si^di iMiMrten^ Irafeii warden 
^ekannt^i d^r dem Valer aag^, dapw Pugatecbew eboi im 
Aiaiyr einxiehe und dass das Volk ihm mit den Heiligenbil- 
dern und mit Brod und Sals entgegen gehe. Diese Kfinde 
war eili Donnerschlag ffir uns; wir muasteo fliehen — wphin» 
wuaaie nur Golt. Die Erotiidugg der Pf«rde notbiglfi: una. 



▼M dw Sfraiie ateulenken^ ffjr Miren iff ^ Wildchtfl Mo^- 
ehi> wcP urir inr rniem BienengtiiteA eittim einsigen MedtfriMV 
tedeli, M dem wir tn der IsN die NachI t«i)r»ehlen. 

^ ,^<»i Tagesanbmch fahr«ti wir adfs ©eiMhenrtU wtitor. 
h dem ersten Dorfe, wo wir ankamen, gahen wir eine tlmvgm 
Lettle, die tficti a«f der Strabe drangl«n."1>i« BMem bielleD 
Ml an, Muringtan uHseriB Wagen tmd fragtert utM, Wolm war 
|I^M ond was* wir vorhltl^ti; ihre' gfoketii Redlsti aad eiid'' 
lieil dtfr slrenge Befefa), ikren On aUgenbHekKdi x« tetkitiitH 
#tre« fihr ana 4hs emte Zeichen der Volkatewvgcmg tmd dar 
oto drohendenr 6dahf . 

: ,,Wif Aihreii Mm IXarfe hinaw iiuA- waifdMt Ma tiaok 
4klem' UeiMftiy Mor(h^neii<^Weiter, der bei aiMtl grafoan Waldet 
Ikgli iitep hidlen wir bei einem tms McanaHeii Mardwifletf 
atty dior una meMate, dnaa ^r Pdbei in Aaff^gcmg a«i and* 
Ptigotaelvew erwarte, and daaa wir, idnie una der grdbUW 
9Mxt aoaaaaelsiii, in ketnem D«rfe ?«rweilen Mnnlen. 
MwMmei mt «na ttber den Weg, der in den Watd ffibrte, 
arimoifigt mid tN»n den MardwiMn so viel Brod, ala geradl»^ 
gtbadw* war, and T^age» stall nnaeror Eqnipagelt erhalletf 
lam— ^ ^iwtiaftian wir oara in den Wald, tinaer «^aig«s Aayl. 

yyiim sahn Uhr Morgana getangft^ w4r an elner ittr Dik^ 
kioht ^den^ Waldea kefindti^an MaMe> wd wir atdnellefr, unr 
dIa'Pfarde m fdtumn Dor Valev iieb aidi mil dem MkiHor 
m ein'-Gespricb oin iMd erftihr ^n ilm, dab im innerotf dea 
HMd^a-eio Angar aoi^ Umgs dam einBaf^ ffiefae, achi WeraT 
rwm der kUMe «nd fotfzehn ron den niebalen OrladiBftMf 
dav Weg dakin aei ao acMechl, daaa man kaum bia aimf 
Anger fahren kfena, and nur Wan^an aoi dteMr Wag b*a« 
iMUrt^ Dar gulkemge ttaHer wiWgle ebi, una ak Ftifrer aii 
Skmmm, indem er aidlieh renftaittf Nfemand^m d^fpon ^waa 
M MgMi Bral gagoit Abend konnlen wtr die boKekflffcnoWf 
SHeUe eneUttokf wo* <ter IkHilier iron Ma Abadiiad nabai; aei* 
¥#r^ireahtn ' wia dariiol aad , weiehea or ancb gehaHen bai. 

. „Am MfftmUm Morgan ging der^Valerj die Uta^ekongM 
^i«a 2iuflnohlf9itea'ati uMeiMalien. Da erin aiuigarStflv 

19* 



290 Hlitorfidi-niigiiiididbe vntieafoliaften. 

fc^rnung eirten zweiten Anger fand, befahl er, dif Pferde dort 
hin zu fiihreiii wShrend auf dem, wo wir blieben^ eine Strph*- 
hiitte errichtei wurde. An AUe wurden Gewebre und Piato- 
len veriheilk^ um aich im Fall eines Angriffs veiiheidigen zu 
kSnnen. 

',,So verbrachten wir dreimal 24 Stundeni ohne etwaa 
anderes su horen ak das Gezwitscher der VSgeL Unterdesseii 
gab unser ishrwurdiger Vater una liehreUi denen die reinate 
Tugend zur Grundlage dienie; er sagle uns^^ daas dieSeelen- 
ruhe des Menschen sein ganzes Gluek bilde und dasa sie von 
der Uebereinstimmung seiner Handlungen mil seinw) Gewia<* 
9en. abhiinge; wer diese Harmonie zerstSre, der veriiere auch 
jene koalbare Ruhe, die durch nichU zu eraeteen aei. Er 
aeigie an dem Beispiel uns bekannter Personen, wie derjeoige^ 
der nur nach zeiUichem Gewipn trachte, ihn doch nicfat ge- 
nieli9e, da er stets von Gewissenabiasen gefoUert werde. Hier* 
auf unterhiell er aich mil mir allein und aagte, wenn ea ihm 
beschieden aei, sich auf ewig von mir zu irennen, ao mttge 
ich mich seiner Worie erinnem und sie meinen Bnidem, die 
viel jCinger waren ala ich, ins Gedachtnisa zuriickrufen ; er 
ermahnte mich, atreng Uber meine Neigungen und Handlungen 
zu wachen, rietb niir» nicht eigennutzig zu aein, indem er hin- 
zufugtei daas keiner von unseren Vorfahren es geweaen ad, 
und beschwor mich endlieh, seinem Namen Ehre zu machei|» 
mich im entgegengeseizten FaUe mit der goUlichen Strafe be-, 
drohend. Goit allein weils, mit welchen Gefiihlen ich ihm 
zuhSrte; Er weils auch, dass ich wQnsche und atrebe, meine$ 
Vaters wardig zu sein, aber ob ich seiner wurdig bin und 
kiinftig sein werde, vermag ich nichi zu sagen. 

„Am vierten Tage unseres Aufenthalla im Walde hegw- 
nen wir Mangel an Lebensmitteln zu verspiiren. Die Unbe- 
kanntachaft mit den yerhaltnissen jener Zeit, die Hoffnung^ 
dass die Truppen die wiederhoU von ihnen geachlagenen In- 
surgenlen einholen wiirden, vor AUem aber die Krankheit der 
Mutter, durch geistige und kSrperliche (Inruhe hervorgerufen, 
veranlasste den Vater, einen von unseren Leuten in das 



lAdtBU D^rf i&u 8chicketi> urn dort VorrHthe eintukaufen und 
stch zu erkundigen, was in der Weit vorgehe. pieser Mensch 
schien uns zuverlassig, und in der That glaube ich nicht, dass 
er anfangs eine bSse Absicht hatte« 

yjm Dorfe angekommen> suchte er das ihm Aufgetragene 
einzukaufen and that cugleich Fragen liber Pugatschew. Den 
Bauem schien dies sonderbar; bei der allgemein herrschenden 
Bewegung dachle Niemand ans Kaufen, sondern Jeder nahni, 
was er haben woUle, und brachte den Schwachereh urn, der 
seine Forderungen zu errtiUen verweigerte. Man hielt daher 
unseren Kundschafter fest und begann ihn auszufragen, wer 
er sei und woher er komme; ohne Zweifel bewog ihn seine 
etgene Gefahr, die Wahrheit zu sagen, worauf zweihundert 
D^rfbewohner gegen uns auszogen, denen er den Weg zeigte, 
der zu dem Orte ruhrte> an dem wir uns verbjorgen hatteh. 
In der Nahe unseres A^yls theilten sie sich in mehrere Par- 
teien, umzingelten uns und stiirmten von alien Seiten mil 
grofsem Geschrei heran. In diesem ungliicklichen AugenbHck 
batte der Vater sich eben in der Hiitte zur Ruhe begeben; 
onsere Leute erschraken und ergriffen die Flucht; meine 
Schwestern fassten die Mutter bei der Hand und flohen in 
den Wald; die Bdsewichte warfen sich auf den Vater. Er 
scboss ein Pistol auf sie ab, und obgleich er Niemanden t5d- 
tele, so veranlasste er sie doch zum Ruckzuge; er nahm seine 
Flinte, die bei ihm lag, nebst einem Stockdegen, und da er 
keinen von den Seinigen um sich sah, so eilte er in das Dik- 
kichf des Waldes mit dem Ausruf: „Lebt wohl, Weib und 
Kinder!** Dies waren die letzten Wort^, die ich von ihm 

hScte. 

„In grBlster Angst war ich dem Vater nachgelaufen, ver- 

feMte ibn aber im dichten Walde und rannte weiter — ich 

wusste selbst nicht, wohin. Ich stolperte ilber einen ver- 

brannten Baumstamm, der im Wege lag, fiel zur Erde und 

betnerkte in diesem Augenblick dicht bei mir einen grofseii 

hohlen Baum, in welchen ich hineinkroch; nach einigen Mi- 

^uten erholte ich mich von meinem Schreckei^, horte aber ill 



4^r Nihe fidbiafflaii nnd dat^escbrei: ^Mdii lie und 
ii^ UaiiV Uk bli«b so laAft/in dem hahltn Baum, bis sich.der 
i«iurm ▼^riogffn hiMe; djim wagte ich micb hioaus, aah mA 
nach aUen Seiten urn, horchte — endKchi ;da AUes still wai; 
gifli^ ich nach d^r Wieae auruck^ wo wir bivauakiri batten. 
Dart fand iob einiga Febben Mon zerriaaenar Wasche and. am 
bluUgaa Tuch» n^b weidiem ich schUaCsen omssle, 4asa einar 
von mainen Angehorigan biar get5dtet warden aai. 

^iJetat biUa ich dan Leser, sich einan vieraafanjabrigen^ 
v#rw5bntaD und verzariaUen Knaben vorauatellan, im Walda, 
bm anbr^hendem Abend , des Wages imkundig nnd obyae 
Waffen au seiner Verthaidigong. Hier ubieq die Lehren m^i* 
nea Vaiers zum erstenmal ihre Wirkung auf mich aus. kb 
betete> belshl mich in den Schutz des AUmachtigMi, ga|obte 
dus Vermachlniss meines Vaters heilig zu haltan^ wainteynichi 
via ein erschrockenes Kind, sondern wie ein Erwaehaenar ver 
HerzenskununfjT weini, kiisste die blutigen Lai^eo, nahnvAb- 
aejUed von allan den Orten, wo icb mii dem Vatar safii, svina 
I^hren horte und wo iah ibn zum leiztenmal gesehea hatte; 
dann ergriff ich einan Stocky achlug den Weg ein, auf dem 
aich Waganspuren zei^en, und neuen Mntb fassend, fikUte 
ich mich feat ubarzeiigty dass ich nicht untergehen wiiiide. 

j,Icb war eine Strecke gegangen und ea begann adbon 
su dammem, als ich ein Gerauaph zar Seite des Wages ^er* 
n^hm. Ich rief: war da? Es waren meine Bfiider, wovon dw 
eiaie «ebn, d^r and^e sieben Jahre zflhttew Sie erkanplen 
meine Sttmme md kamen aul mich «ttgelaufen> mil ibnes die 
Warterin; wir waren iiber die Malsen erfreut, onp wiedeaau* 
sehen, und da wir kein Obdach zu finden wussten, sa be* 
s^blossen wir, unter einem Baanie zu iibemachtfiA* 

„Sobald der Morgea dammerte, brachen wir wieder auf 
und gingen den Weg . entlang, ohne zu wissea, wobin er fiihre. 
Die Sonne stand schon hocb am Himmal, als wir uas dem^ 
Badlie naberten,* langs dem sich die Strafse zog; die reiaeade 
Gfgend, di^ freundlieben kleiiien Wiasea, die angenebme Mor* 
|;^nliift und die Qbemll herracbwde Sti|le hatken un^ fa^Mib 



lAaife kgnMbmn Oeidh^ vcrnafaUMn: „Greifi tie! sehlagt rit 

V* ieh' fataile 4mi «ia^ti Bnid«r bei der Huid, sMrtleMin 

mud TcrbM^ toikih kn dichCen CSrase an Ufer, wihrend 

WfirltfHi nil dem jSngeren ISngs der Strafiie forieille. 

0M Biselnrkble, db «ie fUr die Edelfrau hielteiii setalen 

Hmr nacb und cNier von ibneii hkh vni dem Bail itaeh ihf; 

i» Sclireck' kok mit "die HafAd ai^ urn aich m sckiHaen, aher 

4hHi ' waharfc Werkimg durchscfanilt ihr die Hand and drang 

ite'^lie ^kdter 'ein; ihr Angslmf erscbfitttrte tneiti Herto. Zu*- 

gl g j c i i bdrle nb daa Geaehrei metiies Btttders^ den sie er* 

griffen and fragten, 'wM n wir geflahen wSren* Oklfie au 

^slfoseD^ waa ieh tfnie, antworlete ieh, sprang aus dem Grate 

iaamnr vnd trat ao ihiien ; aie erkundigleti sieh naeh mamein 

Nmiui>. sagien, dast «ie den Yater kennien, aber nichl wttls^ 

te»/ was aus ibm geworden aei; dann legen sie «Hia die 

Btaider «nd Scfattbe ana uad, ekne una waiter ein Leid luau* 

figrm, -Mefiaen ate vnt m Uolsen Hemde gehen» indeoa ai^una 

4Mi Wag nacb der in der Nahe gelegeaen Milhle aeiglefi. 

^,Ioh half der dureh den Schtnem der Wunde und noeh 
aa»hr vor Schreek faat ohnmiichtigen WSrterin aufatehen und 
ttkvte aie am Arm naeh der MMkle. Ala wir sum Mihidamm 
lammaiit wvtden wir von awei groften Hunden angefallen, de* 
wtm wi« xina aehwerHeli hiillen erwehren lednnen, wenn nm 
4sr MilHer nidit zu Hnlfe gealk Ware. Dieaer gute Meiiach 
MWffifr offen^ dam die Wlhfterin swar bei ihiB bletben dUrfa* 
49mm to* aber uw^ als &delleute» nieht auhunehmett wages 
4» ev ttrdbie^ de^hnlb bhI aeioer ganaen Familia ennordet %u 
waanlen. Ala wir ihih jedoeb angled , daaa w'lr aeii ^ S^* 
den niohta genoaaenhaken, Itefa er una \n die MilAile huem- 
iBOHBieB nnd verapraeb una MiMi und Btoi lu geben. 

^n der MeUkammer aeiste man un» ^"^^^ ^^^^ ^f . 
UHA vor uW gab jedem ein SiQek »raA uaA *a«^ ^^^^' 

4riMr kaum hattan wir una Ma «eae tft** ^^^'^^^ iT^^Sl • 
nehme Arbeit gemacht, aia *«« Uiak^0frmi ifVM*ek «^- 
-^abl KoaAa.!" Wir aahem u«^ ^..d ttWici.^ ^ *^^ 



I 






2M HiitofMi-litgMtM^ ^iMMMMIen^ 

TJmi eipen fiipb nah^mdea Vol k g h » u l»B; idk. 
xmd wei£» nicht, wie ich. isich out den •Brild'^^ 
Miible versteckte. Als dieLeuU her an kt o i t n 
Upde, auf der Erde bei d^ MeblkaoMaer 
heroerktea^ fragten sie den Mutfer^ wap di#A i 
sagte die ganze Wabrhoit iind ceiglte iboMi daift ^ 
uns verborgen haUen. Zwei von dar Ralto alte^^i 
hiniib und Irugan fneine Briider in dea Annen 
ein driUei: s^hleifte micb an den Haareo 4h^ 
wobrei^d ein vierUr von hinten mt aineaft ICirifttl 
losscbbig. Dann sieUte man una in die Mitte dor I\ 
und begann, Gericht iiber uns zu baUen. 

„Jeder sprach seine Meinung aus« Alkb woJIi 
scbJUgen^ meiae Briider aber, aJs TTiwniindigr^ an 
Bauern ubergeben, die sie adoptiren soUteiL Giiu| 
vor> micb mil einem Stein um den Hals ina Wa«« 
feo; Andere^ micb aufiubaogen> ui ersdbi«&en ode 
Ml hauen; diejenigen, welche Miter und oi^lir be4 
die iibrigen waren^ geriethen auf den E^faU, ^e j 
saken, die no4(h nicbl an das Morden gtwohni w^a 
Kunst an wir probiren ^ lass«n. Indem ich 
Schimpfreden uniermischte Verbandlunge» anbdrte, 
kon Wort und bereitele micb schon lum T^^de; da 
aus dem Haufen bervor und sagte, dasa er in d#r 
wttsen sei und dort von dem Praiendenten den Bei 
len babe, ibm einen jungen Edebnann, einen Knabeo 
funfsehn Jabren, zu bringen^ der gut lesen und 
konne und fiir den er. eine Belohnung von 50 Rjab 
werde. Die Bauern bescblossen sogleichy dieaer Aui 
zu geborchen, und fingen an, micb zu exaatiniren i 
mich mit Kohle auf ein Breit scbreibm liebea n 
leichte Rechenexempel aufgaben und mioh en^ch fi 
erklarten, den wichtigen Posten eines Saeretairs b%i Pu 
einzunehmen. Auf qieine Bitten willigjtan sie ein i 
meinen Brudern nicht zu trennen. 

,,Wir blieben in der Miible^ wahrend man die Pj 



i»«4'» 






Mto imkI idlk' L«iiie sMi iMnniMM. (Interdetsen begsAtwd 
dui acliHuigHwH nul Mr uHMsugdieii, mmnteh mich lySeare- 
kjr%- €iii l il tefl verstkiedene ««f dm Pratendenten besl^cha 
Vttrfiiiley ^«eiieii Von seiner Macbi wi<h sanem Vorhikbeii^ 
alle Edelleute ausiurollen, etidliob von seiner 4enBaiteril 
eillmitcn AnvMA^mg^ sieh ndt aUer Kraft gegen'die Miliiair- 
Goamando's^ n verlhrid^en, die bald an erwartea seien. . . 

,^Die Kmide von der Anniherung des Milttdinf erfreule 
amh} ieli 4)ejganR nachmsinncit, wie ieh mtch auf ttdigeTagt 
var ^ant Bdsawichltft veri>ei^en k'6me. lazwiscfaen musst^ 
iah mUh oitft ilmetiy bb Fn6, ehn^ Kleider und ohne ^chufae, 
asf den Weg naaeben. 

^Wibrend Hosier Reise befreundete ieh mich niii ^em 
Baneni, der sich dtr Rotie aas' einem nahtn Dorfe ange- 
Siiiiiinitep iMte. Der Tag neigle sidi sehon turn Abend; wfr 
tauutti 4iHi»iKg WM dean Walde heraus; gro6e, nrit Gelrtide 
baaiete Flofetf^griieii mi erkennen, dass wtr una menschltcbeB 
Bahaawttgen nakertea; Unlerdesseir bSrte icbdas OesprSch 
der Reiier, von welchen einige sagten^ dass sie den Priten-. 
6mten tieikieht in der Sladt Akiiyr nichi trelen und dann 
gailSliiigt aein wihrden, mich waiter au fiihren, ohne zu wis- 
aaB> ob aie Pugalsdiew fihden und <rt) er die versprodiene 
Sianaae aafalea werde; Andere bemerkten, dass wenn sie mich 
Dadi dem Darfe braeblen and ieh ab Secretair PugatschewV 
"nttiS^, nuui sie awingea werde, mich zu begleiten mad ihre 
Zail nnd MUhe vielieieht ansonst za opfern. Es ward dahet 
boanhlrrfTttn, aaeh sa ^ddtea, ebe man den Wald verlieb, 
mema > kkiaen^ firader aber ab Pflegeafthne an kinderlose 
Baaam zu vertheilen. 

fjE>aB Hera sank mir, ab kh diese Erdrteningen ver- 
nafao); aber ieb konnte nichts andera thony ab acfaweigen und 
Biifih aiallan, ab db ieh nicht zuhSre. In diesem Aagenbliek 
fttliria dar Baaer, der sieh mil mir befreundet und an der 
Dabnttn aicbl llieilgenaniaEien baite, midi etwaa zur Setle und 
fragte* »Hdral da niehty was die Jungen da reden?** — ,^ch 
li^e^, .ant w a fla t ^ ieb, y^und wena da kannal; ao reUe um 



IM HitMMi ♦liii»iiiifcrfliil[i PlMutiilifiwi. 

Collmyilleii arfeh, mid Mtine firiiiw^\ Br ntttafflur dai 
WmA aby 4ik Arbeitar m imi ku kosMneD;: wnpraoh^ «nich 
m ^ »h PM 8tail MM«nehineii; imlerridileir micby >wm ieh 4m 
Dwti and a»fi Ikus Aiden fcdmNi» and Keii mit daim in idk» 
GdMyek Adien mid mis dori Tvrbergen. . . - 

yySobeld es dunkd ^imk, Ivat ioh mb den Walde hiaMn 
und aaii v«r mir dat Dorf, in wddram aid\die WofanQiig 
flftome» iWtteiB befand , neban daknselben aber. janan Mordwi- 
aea-Wailar, wo wk angehaltco liailaay ehe wir ^m in dan 
Wald begflbeii. Ich eateoMoss midbi naah. 4anic ieUtaran an 
(geiian und deo gasiiseitili Monhviaan wbdacaafmaudiaii; er 
war nicht zu Hause, aber seine Frfiu ampfaig ma, ab-Bc- 
kaantey mii Wahlwalleit. Nacb ^m^n Minuien TeraaiHuiialte 
aieh jedioch: bai ibr eioe Menga £inwoline(^ des Grlai; dia 
AaliesAafi achieaen dtr Wirihin eiwaa mil drolMukr. Sttimme 
'm ■lardwiaiachm' Spracbe wa aagan, vmd einer ii«ai iimai lani 
aiif Aich an und baCnbl mir) dan Ort augeobUckfieb aoit aiai* 
nan Bfttdem aa veriaasen, da ibnan^venbatai aai^ tUlvMaaiia 
airfaunakmen. 

„ldi gaharchiay ging aiif das F^eld binaus mi4 aetata miah 
att( die Erde; die UngawiaahaU drackte BMr daa-Hara ab;:.irii 
fiiffobielei mich nadi tdem Dorfe «tt ba ga b a a ^ v/o 4er.Baiiar 
wahnlai dar miak au aiak* aiagetaden bailR UalardaBaaa war 
dia Naoht baraits angebrbchen ; die malanckofiBaken Sfimnaan 
4er La«te» dia daa Vieh nack- Hausa trieban^ daa firoHanrttod 
Tirainpalo dar Kiiha tand dia FinaleraiBa der Naeht -^ attea 
diaaea braobte etna adiche Wirkang aaf meioe aingaaakfiehtact^ 
Pkantasia harvor, dasa as mir beaaer sakiem, an atarbea^ ah 
diese Seelenqual zu erieiden. 

,^feh aland raack aatf nod ging auriiak naoh *dbm Weiler, 
wo iek Nieasandkn aaf dar Sirafila 4raf; ieh teal ia das. Hmb 
das Mardwinen; aueh die Faau war aicht laahr in. dar iaiuL 
fill kleinea Kiad^ welches man* dorl gelaasemiadla, aals ia der 
Wiege und waiida^ icfa nahaa Brodaadeia M^aar/vam Viaah^ 
aoknili Jedam ein Siiiak ah and lagte daanaseiaa Briidaraof 
db Oiaabaak, wo iah auok aalbM.4iinauiUeMa»la.' 



mt^mKh ma 

Wirilnn in die bba nirack, sled^te Lichkan, ab M Abend, 
4pi4le leine 2eill«Bg mil iliiie» Kiode imd iRwUte Ineraur schla^ 
ien \gelMn. In dweeoi Momeni sti^ ieh nsoh Ten der Ofm* 
bank hinanler, warf addi 'ika vm Fdben «nd bal mm Eilanb^ 
simr in ihrer Wehewi^ fibernachten sn dfirfon; dm Mergen 
idnne m, wenn ea ibt- gefiele, una selber ledlan odet nna 
den Mofdern anoiittem. Laoge antwoHele ae kein WeH» 
•nBdem JUiekle nor geiiihrl aof micb, indMa aie den Ko|rf 
bin* nnd horwicfle; endlieb oberaengten mieli din Tbfanen, 
die ian ifarem AnUiU niederfloeaan, dasa daa Milleid m ibr die 
Oberhand nber die Fordit gewonnen babe. Skt bob flncb wd 
oiil 4an Wortca: „Weno man eiiahri, daas ioh Edellente *bei 
ndr verborgen balte, so wird man nieb, memen Oatten find 
Maer Kind ambringen und daa Hans in Brand ateoken; aber 
#f. anidamas . « ^ Akdann aog aie ims i^lan mordwiniadle 
lUaider an, Irug oMnie Brader, die achen auf der Ofenbadi 
aingeacblafen waran, nacb dem Uenbeden and breitele dorl 
^ioen Pffibl aua, anf den wir una niederl^en muaalen^ woraatf 
fie on* mil einem Scba^^ ludeekle und unter einem Banei^ 
acbHUen verfaarg. Ver firatiidung aank icb in Men ae feston 
SefalttiBQ^'f ^v i^i^ tiemal ein Traum midi beunruhigle. 

^Kauaa begann ea an daaamem, al# der Henaherr mieb 
^^fci^j indem er den JSeUilten) nnler wekhem Mmr lagei^ 
beriiiileniabm> uBd nieh dringend bat, ihn mcbiina Verderben 
an stArzen, soodern das Doff zu vt rlaasen, wakrend die Lenle 
nocb acUiefen. In kurzen Worlen setate er mir die gante 
^fabi: unaerer Lage ai&einander und ffigte Unsu; daaa man 
awio^ Mutter mil den Schweatern zu Pugalaehew gelnrachi 
hAm vsA 49mk ^ i^ahrscimniieh nichl. mebr auf der Erde 
geitfi* Der ebrliehe Meaach weinle aelbaty ak er meine Thra<- 
nen aab. Aia ich ihm erklarte, daas ieh nacb unserem Got 
wa gebogCH^ wUnsebe^ rieth er nur, um Begegnun^ unler* 
wegea zu vermeiden, zum Fhisae binabaosteigen und ix&A 
Ittogr dem Ufor deaaelben mekiem Beaiimmungsorte au n8* 
b^n. Oanp ftdivte •r una aMi. Oerfe hineiii^ und mdm 



« 

mit TfariiiieD von mir MmlneA — wie tr i«gl6> aitf Nkamer- 
wiedersehen. 

I, Von deal einzigen Menschen verlassen, der Aniheil an 
imselrein Uagliick nahnii und allein gebiieben mit zwe\ kieinen 
Briidenii war ich ohne Hiilfe und selbsi ohne Hoffnung; wir 
hatten nur Gott allein zur Stiitee. Indem ich mich dem stei- 
len Flusaufer nSberie, fiel ich beim Anblick der aufgehenden 
Sonne auf die Kniee, betete zu GotI und hiela die Briider, 
ea eben so macben; dann kletterten wir zum Flusse hinab. 
Die kleinen Steine am sandigen Cfer stachen una die Fuase 
und zerkratzten sie bis aufs Blut; mein jiingster Bruder konnte 
bald nichi mehr gehen; ich nahm ihn auf meine Scfaultenii 
liefs den anderen sich an meinem Hemde fesihalten, und so 
iseizten wir uaser^i Weg fort. 

^iDem Rathe des Mordwinen folgend, ging ich etwa acht 
Worst das Flussufer endang bis zur Briicke. Nachdem wir 
diese passirt^ kamen wir auf einen schmalen Waldpfad und 
dann auf die Hauplstrafse hinaus, ohne Jemandem zu begeg- 
iien. Endlich, als sich schon bekannte Station zeigten und 
mir weniger als zehn Werst bis zum Gute blieben^ erblickte 
ich einen Menschen, der unter einem Strauche lag, mit einem 
neben ihm angebundenen Pferde. Er sah auf und fragte uns, 
wer wir seien. ^^delleute*', antwortete ich. .^Halt! wohin?** 
schrie er. Ich sturzte fort, at»er die Schwere der auf meinen 
Schultern ruhenden Last, meine' zerscMagenen , zerkratzten 
und aufgeschwoUenen biofsen Fiifse, die durch den Hunger 
hervorgebrachte ErschSpfung — dies Alios versetzte mich in 
die Unmdglicbkeit, mich durch die Flucht zu rotten, und ich 
wurde von dem Bauem ergriffen, der mich an dem Hemds- 
kragen nach seiner Telega schleppte, mir die Hande und Fiifse 
mit einem Strick zusammenband und mich so hineinwart 
Wahrend er den Strick zuschniirte und ich, einen unertrag- 
lichen Schmerz fiihlend, urn Gnade bat, kam ein anderen ihm 
bekannter Bauer des Weges gefahren, zu dem er meine Brii- 
der in die Tel^a setzte. Indem er seih Pferd anspannte, 
erzahlte er aoinem CamoradoA, daas wenn sie una nach der 



^ndt brikhtea wd an Pogals^ew abErferteDy sie Itir Mkm 
idm Rubd bekonuneo wurdoi. 

jyAuf deal W^e wr SUdI, ndiwal der Slelle, wo ich in 
G«£uig€nscliaft genrthen war, beCand skit on grobas Kfardi* 
^rf , in dasscn Nahe man eine gfolse Anaahl Edelienle er- 
scUagM batt^ umI die Bauem dieses Dories batten mehr alt 
andere an diesen Mordlbaten Ibdlgenomm^i. Der grolse Wald 
TOO AlMjrr isl von viden Dorfetn lungeben; ab die Bauem 
erftibreQy dass die Edelleate aus der Gegend, vor dem Pri* 
tendenlen fiucUend, sicb OEiil ibren Habseligkdien in dem 
WaUe varbargen, durehslreiften sie schaarenwme den WaM^' 
fiogen die Edelleute auf, verlheilten das gerauble E^enihum 
laler aieb nod liefarten die BeaiUer an Pugalsdiew aus. Un- 
safe Filhrer bielten in dem oben erwabnien Dorfe bd der 
Gur(^. an und misditen sicb unter den Haufen Yolks, der auf 
dem MarktplaU versammeh war. Da wir in Folge dessen 
alleio blieben, niherte sidi eine alte Frau, die m einem Ar* 
Goenhause wohnte, meiner Telega, legie mir ein geschillei Ei 
und ein SiSck Brod bin mit den Worten: „nimdi bin urn 
Cbriali willen!'' und fragte, wie idi beiCse, worauf ne adr 
erklarte, daas sie uns kouEie, dass man die Mutter und Scbwe-> 
stem gestem Abend bier durcbgetdbrt und nicht weit voh 
dem Dorfe ersehbgen und mein jiingsles, drei Woeben altea 
Sebwestercben der Mutter auf die Brust gdegt babe. Als die 
Alte sab, dass die Bauem au ibren Telegen sur&ckkebrten, 
nabm aie Abscbied von mir, indem sie binsufiigte, dass man 
dori aucb micb umbringen werde. 

^wei Worst von dem Kircbdorfe bemerkte icb dureb die * 
fiitxeD <ler Telega die am Wege begenden Korper der ermor- 
deten Edelleute. In dem Glauben, dass sicb unter ihnen aucb 
die L^dien der meinem Heraen Nabestehenden befinden 
muasten, fragte ich den Bauem, wohin er micb fiibre. „Ia 
die Stadt'', anlwortete er, „weil uns befoblen worden, nut 
dort EdeBeuto au tddten'\ Ich begann ihn lu bitten, dass 
er mich losbindm und mir eriauben mochte, die KSrper meiner 
Matter und Scbwestem auhusuchen und ihnen LebewobI an 






ant HiftMfttlb-tfilgiMMlM WlMMidliflen. 

ai^ew; «ker er •rvdtdeite venftdnMeli : ,,Du ^^iwt iki m 
heuie in jener Welt wiedersehen**; 

,,Di0 Vensweiflmig entiammle mMi jatat zwr W«i^; 
Ubeifaluite ihn mit Soiiiiii|ifr«ikn, kkgte Um an, daM «r^i 
Menschen mariere^ der ihm nie ^twas so leid^ g^M, 
«, ftii who Rubd sof SohkttMfcftBk filfare ifMid m Jetf !•! 
Standen soines Lebeoft. des tmurigen IVo^es biftrattbe, 
Lfkhea Minar Vevwondttn m sebea and ▼oti' ihnen Abtc 
M neliiMn; i€h dpoiiie lim mit der gtfttiiefaen Strafe 
braehte ihn cadiick d«liiii, dasa «r sidi vMktt^ gitiaftnie 
band osakte Wiahe lo»> half mir arich umdrelveiy and eril 
miry in d«r Tele{(a< aiifrecht an titoen. 

y,DiaBa Niadisiofal dienta mir nur wa grdfaerer Qaml; 
konnta dit Leidia» won Bekanntao uad Vcrwaodlen 
allaia sefa^, soadem. ftia aacb erioannen; ea aarrvM- n 
daa Hera, dass ich salbet nicbt mahr lab^i wotlia. Meiii 
bondaaMi Hlnde waren angefobwdten ; d«r Henidt4ciiop 
nach an ainam Aermel geUiaben war^ drttckte aine v^aa i 
ioh bat den Bauern^ ikn lossakiidpieBt ,^ tat SiNber**, 
iAf ,^ kann dir v6n Notsen gein'\ Dar Bauer arfiUlte 
Billet betraehteie den Knopf mit Veagnigenuiui aaigle a 
,)Na, ita biat ein gulev Meneoh; aai aiolit bda^ aaf mioh' 
arwiednte, dass wemi sich AUes geaadart haben- un 
fffOher seiii werde, und vrenn iek daan noali aroii Leb 
se gKba ioh ihm Htain Wort, dasa man niiht allein i 
dw aa wir Veriilto ntekt baateafeii saHe, aoii4«aka d^ 
mich bemuhen werde, ihn m belobMn. Hiarttuf entg 
ei^bafsob: ^^Unsiaa! das wird mxkk gesobeha»; eur^- j 
voettbar". Indesaen faai^d er mir bald wachhar aMi 
Hande loe. 

^4a der Stadi a»gekomaieii> lieferie ar ihib i^ <1« 
adei das Woja«roden ab, wo man uasere Nanaaai au£ 
ibm fiir jadan von mis adia Aubel ausaaUtar und mm 
nteh dem Gefangniss ab^ihrta, das siab^ in 4ai?fQ^ 
Kaaaefei befaad?'. Uiermil vetMeil as siofa^ ^NFae Mert.^ 
aiaeeanrdaeea SieUe attahki ialgaodenualaaii... Be» JE 



•«d$ lllMMb lir Mr. fM 



»Gotniiiatido liatt«F sich'-deffi P^i€ti4^ 
Jitapm wrgcBteHl iui4 ihm den Bid> der Ti^tae^ glsMMei PIf- 
giitttfeh<«r' eftMHMite ifca-Mmi Wojewoden vofi Ahtyr, mil dent 
Beblil» aUr&Mlettte a«fHihingen. S^rdeeche^ erklarte 4mt 
Voike, dass es verboten sei> die Edelleute auf dem Lande 
wm^ukmmf^f and data nun ate su dieaem 2r#etke ttach der 
SladI imas&n ndlne. Vm dint GehmMm der Baim>li att 
ritheniy verapraefa er ifanaB ffir jede mtonKelie Peraion aetnr 
OHifiH^jadefiaibMofcefuDfRnbel, md raMete a«f seldie WeM 
mien fidelbnlaM daa Leban. 

: ^Nht mii MttaT, ffihri der Verfa»Mr m seinem Be^ridHe 
brt) yyachleppte ich mich) van amaib mir uabekannten Men<' 
iiiHni MPlaiiUHiit, die Tnepjie hinauf^ and man bmn aiefr 
freadiga (Jeberratckong vorsteHen, ala tek die Mhitler 
Aabwaatem dort - imlar vialan' andercai fid«lle«len dleen 
sabt iah alirabe nui Enilzuei(en aur MuUer, dlleki die gafb mir 
kaifc d^ HaiHL nni feagba: „Wo ist 4er Valer?** leh anlwet*^' 
tet&y- dmtm ich nklil' wissat Hierairf redate sie wthrend dea^ 
gMMBti Ti^gas and der folgendan Nachi nrit Niemandem ein' 
W«rU fiia Sakweater araahtle mir, dass 4er yen dem Valer 
ala K«n^chaftar auignNindle Dianaf bai d^r Rotle gewcfsen" 
Mt^ voB dnr wir ang^alkn wurdai^ daas er betrunken wair* 
vtmi dia»>M«ttar: uad sia mi^ enien» KniHlet auf den Kepf ^ 
sflliki^cn Jiahe^ ilnwi blntigent Kleidar bastHiglen die" Wahrlie^ 
diMeis Jkli88age4 Nacbdem dia RUfibar alle Habseligkeilen aua 
^Ma Wn^en g^fflnman hatteny theiil^^ sie dieseiben unt^ 
flith onA woUian dmin maine Mbtt^r and die Sdiwestern tedh 
8eUagea;'^ah8r BBsem Lfiula batan fUr sie ijnn Ghade, indem* 
m hanaiC*^ ^'^ ^ ^^ 8^^ Harrsdiaft aei^, au^ beglei* 
tden sie aie tarn Walde hinaus, se iange sie mii den Wagen, 
liifli aiendkA lasgsam fohreiiy Schri^ batten konnien, und hdr^ 
|0B ttstttdaason »dit< an£, dvt Nutter nnd dto* Scbwe^teni' 
Aightang' undi Thailttaimie su beweisen; sogar der Mensch^ der 
daaafKnilttel naeh thaptu gesddagen haH^, sehwieg utid^ 
eniRaue uaiiihbM. Altaa' dieses omr Ursaehe, dass #»^ 
BMSani htflidi mil* ibaan anq^ingaii tm^^ienach' der Sla^ 



301 Hit«9flMh-»li»g»MMM Wiwginhtfteni 

fabrteo^' ma jam dmn von iem Prltgalculom ^^ f ea tt rt Mi Wo^ 
jeifvoden vorsusteUcn. Mil Thraaen «agttt-inir die Sobwarttfi 
daas uni ere Mfititr ^ohon aeti xweimal 34 SIiumIcii k«B Wdrt 
«|Mr«che imd daas in ihren Handhmgen die Sptireii' toA Gdh 
ateftterrttUung bemerkbar seian. 

: )iAoi (6lge»deii Margen kan «i um ins Geftttgnas^ um 
mia iblmoaen tu reidieD} das KaaaBneniMbdchen Hoaercr will* 
rend des Aufruhra gaMdkeUn Couaise. Die Mutter fragle aie^ 
ebavt ekwaa von dieas Vater wtflise. ,,1ian fiai Mm geafefa 
auf eurem Gute gehangt*", antwortete daa Mftdeben kalt. Bet 
^iaaen Worten fiel die Mutter in Ohnmacht utid lag' lange 
ohne Baainnimg; wir glavbteni dasa anch sie ledt aei and 
umiJngten sie acMuehaend; ihrsu hblfen veratandeii^ wir aieht 
and haiten uberdies keine Mitteli da ea una soger $m Waaaer 
(ehlte. EndUeh kam sie su aich, warf sich airf die Knie and 
betete lange su Gott; alsdann bat ^ie das Kamnermadclien) 
una die Einfeelheiten unserea Unglucba au eriahten. Von die* 
9em Frauenaimmer eriUiren wir nnn Folgendes: Der Vater 
^i^chien friih Moi^ena am' Sawn aeinea Dorfea, wo er unaer 
HauageaiBde und mehrere Bauem antraf. Br aagte ihnen, daas 
er drei Tage nichta geneaaen und aeine Kleiner itfi Walde 
abgeworfen habei da er zu schwach aei, aie lu tragen; bat 
sie, ihm Milch und- Bred au geben^ was augeiiblicklieh ge<^ 
^hahy und als ^ hirtei daas man dieMntler und dJeSdtwe*^ 
atern nach der Stadi geaobiilt kabe, verlarigte er^ dllas nah 
aueh ihn dortbin aehieken aolle. Die Leute erfuiitM aeinea 
WiUen und apannten awei Pferde vor eine Telega^ auf der er 
sum Dorfe hinauafuhr ; da rief eine Frati^ welche Kleider im 
Fluase wusoh und eine Rotte von BXsewichten daa jenteKige 
Ufer enllang reiten sab, Siaen au: y,der Herr iat bier!" Dieae 
Menscben durehaebwamajien aegloeh den Fluaa, und ala ne 
den Vater nicht mehr auf dem Gute fand^i, galoppirten sie 
ilun nacb. Sie erreichten ibn einige Werst vom Dorfei swan- 
gen ibn umsukehren und veraammettm dann daa Haiuageainde 
und die Bauern, denen me eridarteli: wer welie, kdnn» ikn 
tpdtachiagen. Ala jedocb AUe erwiederttoy daa^ aie mit d^n 



'DMT Roiil^i itjMlftffe Mr ItSt ^ 

VMir wldAmitn ieiea^ and urn Gnadefflr ihn baten, befahleii 
die Bosewichte, ifan nadi der Stadt £u fiihten. Aber in dit* 
»em. Aogenblick begiinn derselbe Mensch, der die Mutter und 
die Schweiter mil dem Kniittel fiber den- Kopf gehauen hatle, 
den Vater mit einer Peilsche su schlagen; wonach die Ko* 
aaben ihn aufhfngen und nach ihni schos^en, wobei er in die. 
SelHsdier und die Seiie verwundet wurde. Endlich^ da ate 
gtaubten, daas er schbn todt sei, nahmen sie ihn voro Gafgen 
kerunter, sehteiften ihn an den Fiifs^n Kurii Flusse und liefseii 
ihn dort im Schlamm. Aber es seheint, dass er daoials noch 
lebte, indem treue Leuie, die einige Tage spater seiben K6if- 
per aufsuehten ond fanden, uns beseugl haben, dass die Finger 
aeiiier reehlen Hand slim Zeichen des Kreuzes susamn^en* 
gel^t waren. 

,)Daa war das Ende eines Mannes, den man mil vollem 
Reefet zu den redliehsten zahlen Itann. AUe, die ihn kann* 
ten^ versicheiti dies einstitnmig, und alle seinie Handiungen 
lieataligen es; fest in seinen Grundsatzen, war er gerecht und 
freigebig. Er wurde neben der Kirche beetdigt. Oft ha- 
ben wir naehfaer an seinem Grabe geweint^ und niemals wird 
die Ehrfurcht vor seinem Andenken aus meinem Herzen 
achwinden"^. 

Ueber die spSiere Laufbahn des jQngeren Mertwago, 
an dessen Schicksal man vielieichl nach obiget Erzahtung 
einige Theilnahme empfinden wird, giebt ein Verwandler 
seiner Familie, Herr Ak«akow, Verfasser der (neulich ins 
Deutsche ubersetzten) „Famiiien-Chronik'', einige Notizen; 
die auch ihn als einen hochst achlbaren Charakler darstel- 
ieti. In dem Amt eines General- Provianlmeisters, das er in 
den ersfen Jahren der Regierung Alexander's I. bekleidel0^ 
verfeindete er sich dadurch mit seinem Vorgeselzteh/ den) 
altmachtigen Giinstiing und Kriegsminister'Arakt6chejeW| dass 
er seiner Frau nicht erlauben wollte, den Besuch einer D/ime 
anzunehmen, die taii Jenem in vertrauten Verhaltnissen stan4-,. 
Wegen dieses in Russiand (und auch anderswo) nicht ge- 

Crmans Russ. Arcbir. Bd. XVII. H. 2 . 20 



wSbi4i|cheii Pttrit9»iiiua wurde M«riwago m Umgt dlik|iwrt| 
hU ^ von seinem Po^ten wrucktraL 

. Der freiere Spidraum, d«r der russkehw PreMf jttot 
iader Bebandltitig einbeimigcher Fragen gewShri wkd, debal 
sicb natUrlich in einem noch bSberen Grdftde auf ihm Be* 
fljirephiu^en ansliUulbch^r Zuaiande au«. So beaebaftifM 
9ich die in den vorliegenden Hefien deg WjeajUiik onibalUnea 
Reisebriefe der Herren Kapuslin iind Kudrawzow o«8 
DeuUcbland und Italien vorzngaweise mt den poUtischtp und 
socialen Aspeclen der von ibnen besuobien Lander* H^Ef 
KudrawsoWy. der Bejrlia nocb aus dem voragen Decennkun 
kannle, {and bier Manchoa aehr verandert »»Die Pbiloaophu^i 
a|) der die Berliner Universilat in unaerer Zeit so reich. wai; 
hai viele von ihren Reprasentanten verlofen. Ich jrede oiebl 
von Scbe)|in g» aondem von den zabbreicben andermi philo* 
sopbischen Cursen^ die den Wisabegierigen beim Eintdtt 
\pde^ nfsfieii Semesters er$ffnet wurden. Dfute 'mi di« Aiia^ 
wahl unendlich geringeri und uberbaupt scheinl die Phito:* 
spphijB an einem ibrer frnberen HaupUniitelpiinkte niebt mebv 
im Gang^ su sein. AUerdipgs fabrt* Stehl noch imm^ forty 
9,einem Auditorium philosophiisahe Vorlrage iiber Fragon des 
neueren StaaUrechts z\x balten; aber Stabi*s Philosofrfij^ iat 
una acbon bekanni. Ihretwegen braucbt man nicht nodi 
Berbn an rjeiaen • • • • ^* 0^^ ^^^ ^^ anderea, wicbr 
Ug^s Gebiety auf dem aieh una die Abwesenheit d^ Lebena 
und di^ Bewegung nocb mebr fiiblbar maoht. Icb uriboile 
freilich nur nacb aufserea An^eichen, aUeki ich babe daa 
peulschland aus der Milte der vieraiger Jabre suoi Yer^ich 
vor mir. Icb eriunere micti lebbaft, in weichem Grade .ea 
damals; von poUtiachen und reiigioaen Fragj^n apgerfgt war. 
Von der einen SeiJte dienten dor Deutsch-Katholicisuiua und 
die sogenannten Licbtfreunde, von der anderen die Erwar* 
lung einer Constitution in Preufisen als ateh^nde Tbomata 
ai^ Gespracben un4 Erorlerungeni namentlich im o^rdlichen 
Deutachland, Icb erinnere mich nicht einer einaigen Tabk 
d*hdte» eitiea eiiiaigen Ciaenbahn-Auaflugffi bei weiebam nioht 



djus Tape! gekotnineB wfir«« Und'^ibef alits ilieses wurin 
••h r frit, inliintor^ sdgn* elwas hut, gevprMhm. JeCst bl 
d^vgleiiilim m bemerken. Dm polithche IniwasM 
iHckt mebr ui existiren, oder as hat aich in die Tiefe 
SKuriickgMagaD. Man kann gami DeuUeMaBd'dttrehrteitatt, ofana 
wmL etkihmmj vms ea tbar di« wiehtigiien Fragen saiaea poK^ 
Lebam 4ahkl*V 
yyD^r Mwratiaaiua in kaNan'' giebt Harm Kudriwaotr <lan 
cu umm lai^eipan Arlikal, tit wekbeHi er dia Chatiean 
P«rlai baaprielit Sainan Daatiacklmgen wfalg«» hiiua 
mir ^twa in Naa^al salbsl eiitiga Aosaicht aiif Erfo%. 
^yAher in Naapal sM die VerhMitinMa gana anomkl; ca uri 
^ikmt 9m achwaiseriachar aia eiti italiefiiacbar Staal In Neap^l 
ttft auH^ nrjadam Mitta) baraii, um sich nur vor dan Prftio* 
^Mtcttiingan lu rallan/ In dnar aakhan Laga han4all 
niehl naah dan Vorscfariften der Vernimft^ sondani nach 
Eingebungen dar Verzwaifliing. Abar wedar in Rooii 
Boeh in Toacana, noch in Sardinian findat der Muratismua 
jjyipjjhtam odar avah nnr akie woUwoHende A«fiiahme. 
Vmi Aoaa vantiriii siah diea acbaii ahnekin; ea kal ja dan 
Bmri|*<ilniiini salbal von AngeaichI zm Angeaichi kannen ge« 
V*n Toacana 4iaat iicb ikllanf^lk aagen, daaa ea ikm 
Iglicti isi, aeine Sltmma tm au erbaben. Die Lombardai 
»aMriieb gatii aehwaigen. Ea gettCigi ihdaaaen an Sar^ 
, um una «i»e Idea davan au gaben, tvie dar Msratia* 
ttotar den Pairiolen hatiena aafjgahommeii vnriif aobald 
mmmelbi geMvangan aiad^ ki ihan den Slrohhaihh luarbKckan, 
Meli'wa4^aniy wteeahaibt^ dar Ertmkenda fcu gretfao pBagC 
Diaae Plraban warden hnrdcbeii, Um den OeWi lu kenn- 
\y def den Buaafc}i Wjaainik dmcWdki unA ^tti ^iv 
aMvMWkriiea «edrffa4i» iHkl eina w^ere 6iilwk!^»^M( ^; 
libM. Vaw den «br%en, in den ^orH^g^en Wdtea ttiM* 
leiieii Aafaatxen bemerken wir ooch: Blick auC denWi^Aal 
mid die Indaatrie Rusalands, von Hagemei^ ^ ^^' >NoVi\lW^- 
tigkeit md poKUadie Oaeanamie, wn Beaobr^^^"^ (JjeYiauAeW 




■* t » 



die LeibeigraBtbaftBfrage), Bliek auf die Geedhieiile der'j)oli- 
lischen Wissensehaften in £uropa, von Kalscheaowskji^ 
Hber VeJksBiihlangen, von ArtemjeWi Skizse der:Kireheiiver<*^ 
waMnng ini alien Russland, von Ldchwizkjfi, die.Kooi^ 
Barbara, hislorische £rsaU«ng von PopoWy dei* Tihrkeakfifeg. 
unter dor Regierung des Zaren 'Fheodor Alexe|ewUoek» von 
deniselben, iiber die Volkslhumliehkeit in der ailruaeiechett Li- 
ieratur und Kunst, von Bu^lajew, NovHiiien dier pdnMcfam. 
Liieraiur, von Dubrowskjii iiber ^inige Jugendaiiieiled JLer- 
monlowX vonSckesljakoWy Leben Nii^olai Wbdniiirowftsok 
SlankewiUefa*Sy von Annenkow^ Uebe^etxttngen B^ranger- 
scber Lieder, von Kurotsehkin (von demjelsteineGesaninil^ 
aasg^e der Paesieen dea beriihailen Chattsonnter is russischem, 
Gewaiide erftchienen bl), der Fiscbfang anf dem Peipus-See,. 
von Titfd'ebohl (sehr anaiehend Arid iebhaft beaohneheA)^ 
ttmfe aos Tschernoinorien, ton W^orooow, EriBiiermigear 
ah Ku*ai^9 von Okolnttschji ele.- Eimeln^s davon werdcft 
wir vietteiebl in der Folge niher au 'betfH*eeben >€relegtoh€ik 

Ziitm*Schltt8M aei noch efwiimt, daaa deUr Wjealiiky wie 
es bei denf mssisch^i Zeitselirirten gebrauehtteh^ mil Wemtf 
journatislischen Goltegen in fortwShrendeaq Had*r ieb* ^MlC 
mH ihnen eine Polemik uMerhak^ dii^' man iii wealitdbaii 
Eilropa eiAfaeb als SeMmpfen beseteimen wiirde. So (ilfami 
die Herren Pawiow und Kaw^liii mit den Herren Otigor}ew 
und /§G^etjtw (in der RusskajaBe^da) Wif^ der VerdimBU 
dds versttnrbenen Professor Oranoi^skji, die Herren' Taelb* 
isdierin und Baiboroda mit dem Herl^n Kiyk>w tiber die rua^ 
sisiche Gemeinde-VetCassimg einen Pedei4meg, d^ iis' W«8dal< 
liciien darafuf hinafuslauft^ dass die Gegner ^sieh unter eioainder 
k la Ddctor und Apoiheker miC ^Jgnorant -und C/h«ffhiMi^' 
trac^en. Aus der LeeWre dieser ^trdtoehiiften a^h ii fft ^daa 
uftparteiisehe Aualand die (Jeberzeugw^^ daaa beidife TMb 
Rdchl habdn. •" ♦ ^j^m >•-. 



••ii» 



N. 



l^roben juimojedischer and 4ibirisc|i-tatarii^li9r 

MihrcbeDpoaMe. '3 



1. Samojedisches Mahrchen. 

Ad einem Fkiste i«be» ein Greis mid eine GneMn — iiur 
lieftC'ttW^ei) sie warcn SaOMqeden. Wdl«r aolwdits am Flusse 
wohneB OaljakeB in JiarteB. D«r Greis 4ebt in ansserster 
An&ttlby er hai kain Gerith ak eiaar Axl. CiMtoials am 
kbmtd, mwh dew Abefidtaaen, giog d«r Orm aus seineni Z^le; 
jmI 'den Sdmee kiipiaii Scbaealinlioer. Er nioiiiii cinen Slock 
^mi' wiiA nach ilMcn, trWl aber kcinas. Die SehneeNibii^r 
#n SB aprecbtn: y.Waruiii' wilkt do una das Leben 

m? geb ins Zeli md iSdia dm Weib. Du Jnsl wm; 

dm-deikk Waib iodlacblSgal, — wirsl du mck werdati.^ 
Dtf Alte nafam aeine Axl, ging iaa 2«alt and erachlug aeifi 
HToib* Datmf b^ana «r su weiaan: ^Was hab' ich gelfaan! 
warinft b^k' ieb mein Waib ersehlagen? unser Labenlang ba«> 
bea ^^ friedliGb xuaaauaea gewahat, aad ]«tat babe ich aie 
cMcfclagcal'' -^ Die gaaaa Nacht weinle er* Es wurde Mor<- 
Mn; GoU adiid^te Lichl. Der Allc nacht •einen kkincn 
liiin4M0Uiitcn zorecbty aelii daa WaUi binain, ale wiire aia 
mmmh Uiho^dig Zag ne auf dem 4§efr<MTita) Fiaaae alram<- 
abwArta^ dar Fluaa miadff iacinfaa n^ifiwrea; der Mann, lad^ 
ftgiBiHi S<ddillaa deo ^ro&en Fiusa hinmi. Kam aa au ainen 



tf YaHlL tfe -AttBiriLiiag aai g d rt awa . 



306 mMtona^'lim^uiMtwsbB WifMBtebftitoa. 

Dwfe. Da wohnte &n Os^akenfurBt (Hahc-Jicru). 
Ahe lieb die Leicbe an eioein Loch im Ease. Er selbal j 
zum Fiirslen; dcr batte zwei Tochter. Dcr Furst gab 
Speise und TranL Der Greis sagi: ^Ich habe himr gegc 
und gekrunkeiii aber mein Weib ist wohl onterdeas da drau 
^frottn:' — „Waruin, Alter, has! da mir nidil gesagi, 
da dein Weib bier basi? wobl mSglieh, daas sie erfroren 
Der Furst sagt zu seinen beiden Tochtem: ,,Gelil zu 
Weibe und bringt sie Merber, dass sie aicfa er^vinne/* 
Tocbter liefen, die jiingtw viaraa. ^yWaa remiat du so 
wirst der Greisin ein L^d antbun!** Sie rannle dennoch, 
zum Scblitten, zerrte beftig daran ; die Leiche fiel in dac 
locb. Die Madcben kamen zuriick, berichlelen ibrena 1 
dass die Frau ertrunken sei. Der Fiirst ging hin and a 
naeb ibr mit langen Stangen, fand sie aber ni€^t» 

Der Greis kbt iiti dem Fiiatan, wicmai Nwhl and 
uad scbreit aebr uber den Verlust seiaes Wnbeau Der 
sagt: ,,Meioe Obrta ioiden von dieaaoi Geachrei; iah wi 
oMine iUftere Tocbler aft Stelle aei a gs erlruiikeBan V 
geben.'' Man niaebie Hocksat D& Fiarai mdrtate dem 
fine besondere Jurte ein. DaJebtai sie lange.naaft cini 
diM junge Frau bekaaa einen. Sobn. Der Furst, darob e 
slelUe eia grofses Gelage^ an; nan a(s and trank. AUa 
den b^uakea. Der Fiiiai und seia Eidaai teanken 
waller. Endlick phimple aucb der Fiirst as den Boden 
Ahe Taagi nun an zu praUen: ,4«h aUeia stlehe nedi aul 
alio Aadcren liegea beaaffsa da^ obaobon sia nicl^ me 
tounkea baben ids adi. Ditae& Volk (augel su niehb 
babe mein Weib gaftddtel und im dodi eia baaaerea K 
aHe diese. ieb Jiabe jeizt voKaaf zn leben^ nacbdeoi k 
Moi Weibe da* Lebte genammen.'' -^ »,Was?'* - ^m 
jOagere Sabwester, die das Utte,. ,,basi du aelbiH ^^ia 
aaigebrachl?" Der Mte 8tisii;daa mtOmn «il derHs 
wwde davoa spracblas. Die Qasit sefalief^i nmd Ubrt 
beim; der Alte ^eiebfaUs. Die jungere Tochler des I 
blteb siumm und konnie niqbta esiap. vStan^n. m^fy^ 



Probe* MmoHiMlMr ud «iliiritdMftittMMr IMIrtheipoMie. 800 



am- T«de. Der POrsI sagt: ^Wo kau mM f«naii!d Ifa^hBii 
ii^ ale geaund maeht?* Man mih ilmi, aa acineiil dl^n Schwie^ 
garaoliit an gehen — der wiaae ea vieildeht 

Der Sekwiegeraofan kam, sagle aber, er wisse Nieiiiand: 
Der F&(tsi sagt: ^Ich habe gehdrt daaa m unserer NacMhar- 
tcfaafi aieben Oatjaken wohnen; sie haben eine Mutter die aelif 
kundig sent sell. Schwiegeraohn! fahre du tnit guteti Hu»» 
den su ihr.'' Der Alte spannte gute Hunde ^or und reiale 
ak Kam iq den sieben Oatjaken und bat die Alte, mil ihm 
m fahreiii damit sie dea Fiirslen kranke Tochler heile. 'Sie 
fnbrea ausammen Mn. Der PSrat frngt: ^Kannat du meine 
kranke Toehter beilen?** — „lch weifa nichi Haben ea Men-* 
sehen tkr angetfaan, so ist Rettung inttglich; kommt aber da^ 
Leiden ron GDtt, so ist ihr nicht zct helfeti. Dedk acheifll 
im ala wSren es Menschen geweaen^^ Die Alle nimmt ihre 
Zaobertrommel, adtUlgt darauf und Mtt vriieder ein: ,,6ei 
Oetl babe ieh den Grand der Knmkbeit nieht gefundett, ond 
der Tod (Haablseh) hat ihr auch nicbta angethan.*' Die 
Ate aafa bci der Trommel^ sie tromuielt wieder, Iremmeh mk 
giefrem Eifer, biegt sich nach beiden Seiten. Der Greia ailit 
daaeben und schneidet spittige StSbe. Wie'nun die Alte wo 
sidi windet und auf die Seite wirft, dringt ihr einer ven den 
Stfben ins eine Ohr und xmn anderen wieder beraua. Die 
Alte storb auf der Stelle. Der Filrat sagt: ^Waa iai dkui hier? 
mAke Toehter b^ndet aich dem Tode nah, die AHe iat tedt^ 
and die aieben Oatjaken werden nan mit mir aobinden.** 

Wieder bittet xierFUrat denEidam: ,,Wenn da dieae Ake 
ikien Sdhnen fltierbringat und ihnen so aureden kamnsi, dasa 
aie mit mir keinen Streit anfangen^ ao gebe ith Mr mein hai« 
bea Bigentbaaa.*' Der Oreis splannle wieder gate Hunde ?er 
dtfa Sefaiitten, settle die AUe so darauf^ ala ob aie lebte, und 
fidir mit ihr fort. FXhrt in finaterem Walde. Zwei Same^ 
jeden aehlaf^en mit Mgen naeh einem BiaMiorni. Sie aehiefsen, 
trtien aber meht. l>er Ake hiill den Sekiitten an, aammeit 
Hire Pieile end aagt: „Wie achiefst ibr ae angeaeiiickl! laaaei 
naieh mkkhea^ ae bring ieli daa Bidibtm' dem FdMtan ala 



8JU) ' litlUorUcbfliBDnUtUche Wiffeaschafleji* 

G4|s«M<^k« .Utitvdf6sgelit.0r. zu 3pr io4l^n' HUm, sleclfl ikt 
epiiev PfeiLdurcb 4k Ohren. Dann'rufler: ,,0 w«b! ibr habt 
die Mutter der sieb^n Ostjaken todi gfschoss^g^ ep|i PMl i«i 
ihr ins. tine Ohr ^efahien und sieht smn anditrea keraiisu", Die 
SaiM)e4en kouHDea und schauen, es wird ihnen ktmgi -sie 
gtben turn Fiirsien und bitten urn Goade. Der Ffirat .aagt; 
y^ahri das Weib zu ihcen SShnen und . vergkucht euoh wt 
tbnan, so gut ihr kSnnt.*' 

Urn Somojad^n^ bytleA.nuo den-GreiSj daaa er die (todte) 
Atee zu den Ostjaken fabre. ,>Wir geben dir was du.willsti 
Fiicbae^. Zobel, Pett, Kleider, bringe nur.die Todjbe dahiii.*' — 
^,klMwill AUea auf meine Verantwortnng nehmieii, aber be- 
IrOget miohnicbk." So fahrt der Greis wieder fiirba^s. Br* 
lekfale endikh die Wobnslatte der Sieben. Zog den Pfeil 
aus dfMn Ohc der Leiche, ateckte den Ziweig eines- Bautues 
biiiein. ^deektO' dano daa Weib mit Schnee. Stapfte.in die 
Wohnung der Sieben; die komnoen ihm entgegea*. Geheftaut 
ifare Mutter Ipa^ betracbteo sie, sehen den Zweig la^ OHm. 
iiQ web! du haai uuaere MiUter umgebracbt!*' — „Waa aaget 
rhxiT' ^^ v^is^st dii.i>ieht den Zweig deraus ihreoi Ohreber- 
v0rg«Qkt3'* ^ »iDas haben wir davoi^" spricbi.der Alte^ »,4ass 
4av Fiurat mic so: uobafidige Hunde gegeben;. gewias iat.ihr 
9/^\ der aphneUfii Fahrt dutch den Wald ein 3auinaw^ ins 
Obr gedruugen.'* Die Oatjaken ^agen; ^^Die Sebuld ist ddp 
iMul - dir wird*a niebt wobl bekomnaen.*' Sie pidiairn ifare 
Mutter .aua dem $^littea und hiefsen den Greis beiml^Beii. 
Dar Greis k^ni an die Stelie^ wo die beiden SamojedaO/nach 
dem Giebhei^ g^scbossen. Hier standen sie meder und-hatlen 
das Vei:sf nochene foitgebracht Ein Sehlitlen war yoll Fu^^hae 
U94 Zobel, ^der audeve v^ allerlei Kleidung, Nahm die 
S^bHttfp uiU fubr mit iba^n beim. Lebt so eine Zeatlang bei 
A%m Fuvaten. 

Das kranke Madehen ist dem Tode ganz nahe g^kiwunen. 
Per Furst s^gt;. nHeile dn meine jUngere To^bt^r und mam 
sie dann als dein zweites Weib.'' D^r Greis fuigt^ ]»6rij^t 
sle m:mt$, w will.ieb dw-Viemicb m»clm^'\'SUi inyiurilc^ au 



Prob€ii samojaJliAti nwl Jiliirit«h*l»A4riMlMr MSkreheapoesie. Ml 

dcoi QnnMigffiUirH-iiiw.l^t ifich tur Adbe; dmtMdkm 
briogt man in ein besonderes Gemaeli^iUid AHtfei fat eti<wtv* 
listen su.ihr wtg^hM. Au%efv«ekl v^m SmemQmAM will 
4kb iJMre Sdii^v^Mler dochiu ite-^ abor et SOk ihrdas YteiNyt 
dos ItfMMti iipd u»d M kebli ^wiader um Hkifar. ilvkMAnt 
HMcka die )qllg#ve SobpAslar.^and m^A hmck 'jhhi iWihr 
Rwiyir, Wd tilt i^dw^ Zui^^ Der Firal wwrdie irab, 
gub anch aaina jiugere Tochier dam Gf dse. Mack der Hwd^ 
■mi.iebiin tlCijlMg laft deraetbai.St«lki; dia aweiia Ffaa aa|^ 
kete WoH . VOB . ivm was . «ieh augetragen % 2wai Sdbne 
wacWw 4em Mien, Biaer von der alleren Sdiwesiav, dar 
Aodtfrai van. dar, jiingaren« D^r Greia aagi aa 4er iiSljanan 
8cbWMi#r; ^CehaMm Vaier mi verkage vanihai aotBoa*; 
iiki«vjll nach manev vorigea Wfdiaataltoa^mt*' jE)aa IMmb 
1^ und arbalt v0iii.Fiirste9. fur ibfen Mana die £ria«bftiaa» 
ilBlei; is^wai Bolen eines apasawfiUaa daa ikm wb 4iaiiaR 
yuaarti ..J^tr Grefot nabfP >nii^ ain Baoi and bagnb aieb alleni 
mdA¥$.V^^i^ Kem to gliieUich au der Slelle wa ev seitet 
Frau das Leben genotniMO. ,7^ daa BoaA i ana Land imd 
ging nach einem Dorfe unweit seiner friiheren Wohnung. AUe 
Nachbarn erkennen ihn. ,^Wo biat du so lange gewesen?'' 
fragen sie. — ,,Dort in der Nachbarschafl des Ostjakenfiir- 
sIcD.** — „Wa8 h5rl map dorl herum Neues?" — „NichU 
Guiea; deshalb bin idi aach hierher gekommen. Man sagl, 
die Harjutsi-Samojaden') waHen kommeii imd uns auspldn- 
^^r|i ; man muss sich vor ihnen verst^cken.*' — „Wie das an- 
fangen?' — „Grabet zwei groise Gruben, uberdec;)^i sie mi) 
Baiiiinstammen, und ich selbst will die Stamme noch mil Erde 
iiberdecken. , Leget in dip eine Grube euere Renothiere und 
all euer Eigenthum, bec^ecki sie wohl mit Erde, un^ gehel 
selbsi in di^ andere, so viele euer sind.'' Wie er geralh^ 
ao thaten die Nachbarn; die eine Grube iiberdeckten sie selbst 



*) D. h* wat sie den Greis in jener Nacbt der Vollerei batte sagen 

bareft and wodorch ^e ipracbloa geworden war. 
') Earn Stamm in dem Arotabeaiike Obdortk, t - , 



9|t HilioiiMli-lkii«iiHKche WiMeiiMlMllMi. 

midar attf ikn Riickw^g, 

DalMkii aondcoaMtten, lebt fr wioftor daigt Z#ii l^i i 
Fiteil«ii, hiltet ifan dmiii wilder mm em Bi>ol tur HcMik^ 
J)mi m iMiatr. abm^ W#hiifl«U€ kiike i€h'B^«liMi», 
d»ffl ktenle kk Men.'' Niihiii aehie ftwei Wtib«v, Sdl 
AUce WM «eui war^ und bcgeb skk ifi drei Bdlen b^ se 
allM WohosliUte. LieCB aieti nieder in dem Doffo, we 
Haebb«n Mrher §ewQ}iiit, und kgC tei* £ige»tli«ai kr d< 
Vorraltunriittine. i^Sehi deeb,'* tagi die €9iie T#ehler, „w 
pricbli^i Jurie uaser Mmm hier bair — Oieeer ^rtgeg 
JLaaaet una aan juKsk im^n EigenilitiBi aehen da^ icli u 
dmr Eedt verbergen Jbabe."' Die Gmbe wkd aufgedeAl ^] 
ftadel aicb Eigentfaun von allerlei Art: Pttebse, Z<rt»el, 
BieliM, Geldaliieke, Kleider h. dgl. Trugen ailea ki die 
nalliarBiwae, iwd diese erardeo siHHnltieti veil. ^Seliel/* 8( 
der Greiti „)iier isi £igebthui» for eiteh. Uki bin att und 
bald lu Gvabe; was ieh fUr enck geeeiiMielli daa verw^ 
fiaeh meineM Tode wie^s each gefittlu'' 



i^ 



2. Kyreldej Mirgan und Kymys Arga, 

eip Wihnkm d«r «ibicitcliea Tataraa. 

An einem weifsen Meere unter einem hoheii Berg* 
Kyreldej Mirgan mit seiner Schwesler Kymys Arga (5 
Jungfrau). Ihre Aeltem sind schon lange todt und s 
Leule giebrs nichi im Zelle; aber PTerde und Vieh be 
sie m tfeberfluss. Eines Tages sagt Kymys Arga zu 
Bruder: ,yC8 ist Zeit dass du dich nach einem Weibe 



*) Kt man diejenige gemeint sein, in welche die Nachbarn , nc 
eignen Rathe des Alten, dat Ibrige geborgen habeii! TJel 
tcheint den KrzShler der Grandtatz in leiten, dass Scfat^vi 
wabre Tigead lei. 



Proben samojgiitdhir mni' iikktuk^ |»irtiiiiteg -MMwrchewpoetie. g$$ 

he^ Kftft ChM haft ^e IWMiBi^, Kiwal Tt chtort /^b^iaf 
iKeh eine gale Wirlfaia abgabe* Wcmi' iu mm |^H Hiii4i# 
•H wmbett, •• wei4w dir simtM iieWn Filchta b^feg»ii^ 
Ae ftm 4ieh kenMi'«|MiigM vnit Mi oaMlm' wie liulK h ^ 
OMi Ml den Fitebstfi vbrfiber, ais fcemerklesi du aie gM* vidfk 
Darim wenfeti aidMtt WUfeaitf dMi loa ^khmmii, 4iek.itaif 
ribgen «i4 m b eH en^ Niile dick woU mil ^cA aAsdbindcp 
ttftd g«h deima Wagoa ab Wmerklesi ^dit aia gar nicl^ Biil 
dli-ae aiif mwm kohaa Btig gekmathm^ as ergMfl didk di 
piMAehar <Sdiattder} d» sdbMi' abcr ja nidil una dieli&'* 

Kyratd^ aaltetet aaia Pfefd Kymyl T^k^ <Silberbati% 
nfe' aiii,' uwi Irot die Rdae an.' PilUlioii eridiitoeii miltas 
iii'der 6t6ppa si«baii Ficliie die ikn umai^aogan UDd*anbaik> 
tat; er «b^, dtr Waroong aeiner SehivealeraiiigedetikV aab 
gar niehi 'nai^k ihiM>, audi verKa&ek aia ikn baM. KypeMaj 
iatito aeinea Riit ^rcfa die Sleppe fori nad wurde ihmI vdi 
Mkfln'W«)hB iikerfalieH die Aer ebenlaUa b«M veraoMvan^ 
imtf^da er so Ikal aia benerbe er aie aieht Ala er'danNff 
dett Berg htoaBgealiegett war, ergriff Mm plMaBehr aokhe 
Farokty daaa stm gaoaer KSrper aiUer le. Obgiaieh die Sdiwe* 
aier ikn emahiit haile, nitki uib Mch au kkcbeBi vevgaCi er 
doeh Are Wamang uiid blickle nack alkn S&ken. Aia er 
daraof ina Thai jenadi des Berges bii^ib alieg, kirte >er eia 
ZiadieB* Er blicJcie abennala ruckwcrta imd aah ciaen schwar^ 
aea Hand mil vier Augen und bfaittgem Matib. Der HfaHid 
aakaohert am Bodeii, q;»rwgt auf, aekndiert wieder,, imd ai* 
heri aek dam KyreldeJ. Dieaer wendei sem Roaa-, .mtf/nSk 
aein ^ckwert, und apraigt fs^f^ dea HwfA lea. 0» vei^ 
sekwand der Hund pldtalick, ohna 4aaa Kyreldej bemerkie 
wokm er eRiflohen; aber Kyreldej. fiihUe. aieh imaettien Augen- 
Uicke ao krank^ daas er htiwwtkfehren beacbieaa. Im Salld 
niekl mehr aiUmidi sondem Kegendy^rilft er mil Miike luviiek; 
aker noek in weker EntferMing van aeinem Zehe fiel er vo«i 
Pierd und starb auf der Slelle. Das Pferd blieb alciien und 
boivaokl* aeinea Herren Leichoam. 

Kjpmya Arga ailiet 4«keMi kn &lle md waiaa Alba waa 



lbte«i**Biwbr< btgegMt* itblKyl'eUvj^ ito.:dtr.iStof|iA:g€«lfl(jri' 
ten* war, Mbm Melius Jer Kitte ihr UM iinii AJitntthvNn? 
ffm.vmi flttg wemmni au JkaK- Sie IwHe ihnn BrudATi sofar 
m4 tttaiie-sHrh .nilRler>ttai ikn f eamii8ei|«ftfiehjwi4cHitPieidk 
M^bewm;lMn. Sie WiboMe 'ttm mii Laub und KMd«ro,.i4a«» 
iiiil^ndil fflt#|^ and Wi&ner an ikn TeAemiuiaim. : Ky- 
»y8 'A^rg^ isl ber^}. M der Seiie ikres todies BMKiaciL SM 
•terbe^ So- dasHfttdd, tith m pldisbeh dtn itieiiMi|gigtii 
Hmtd^mil Uqftigeai Mmle honialavfeii <«iid .hiBtor jdtm Hnnite 
rennt em vothbaarig«s Pfenk Ami dem Pfeede<.akzt.eia-lilaQfi| 
der^aH* seifiem Gikrlel mme riesige Lense i#Mgl ua^ ein&diwerl 
» (WDtr Uaiul hall« ^Der Hmd lauft eti Kjiunye. Aicga. vorr 
liber ulid fainler^UMii ]agl in veUeM Gakfp dcyr Aliiui..^«if 
eeiDQ'to tingeseltekeii.Rfecdeu Bald daraul' wend^t dsr-RoiftBi 
wli aad aiebl dctt Hand aD eisemer i^eMe nadisiohj Dea 
HundesMaul hat er iHit emcpi £iseiiring gespcrrU Krepeimgl 
eB'ddD» AlSdchen vorbet, ebtte eiii Worl .«b sagen.* Kjraqv 
Arga beacbliefsty dec Spar dee&esleni xu foigen; eie scbvyiagl 
aich auf ifaaes^ Graders Pfemd imd reilek IMg»aa« SietiU ubcr 
die^ifkeppei atkg reiteiid'eiaen Perg hlmtakf «iid wfalickle.an 
weiboov MeeB» d*i2eli idee MjWms,. der den- Hud..ein|^«* 
fangciA. J>ds.Pferd eiebl feslgebunden am P£aUi^. Das tUA^ 
ahen riti deti .Beeg Ua^ib, aord. baftdseisi P^rd an daniaUiaa 
PfabL fiaMi ipag eie ine Zeit. Der Besitaer scfalaft^«Bler 
iead'oher Decka;..beiaa .Fe«er otot ei» scfaaaes .Madabaa iind 
Mhi an ekMiii Kieide* Kyvays Ai^ lieri hinler skli em 
KMUfan imd siefai- den 1iieraiig%en Hpul 4ib der 2«IUfattr firal^ 
^Bbumden. KyibjfsJkrga.sckwjeif^ uBdaiichdie Andere apriehi 
kdn Wort; der Besila^ aehlaft weiker. i, 

Als der Heer endbch erwaobte, nahm er.Kyo^ra Arga .bei 
der HaiMl, uiwi Uefe.sie anfsewefli Lager. niedensilceiH Sean 
Naow war Kan Mn^iiB, |Mn1 der aeiMea'Pferdes Kan Bosenaf^ 
Setae' Sehaireilery die aaa Feuer sab, hiefe Allan. Bsmm. Kab 
Miqgai b^fiebtt Allm .Boos, der Freaiden eki gules KleU xu 
geben anstalt ihres eignen^das vom Aegen dorcknaaal war* 
Dm Aekmrnkm* nibrL^ikb imokk^xm .der SteUe,^ iA«r. Kan 



Proban lamotiifciiljiff. mi^'rtfciliiiili MiMllifcir Mirchenpoeiie. Mt 



mM 4^'fl^ Sp^e Vor, ti«d na€h<k»|ii «ie $^g«tiHf; frigtf ev 
w«r'^ 8M&) •Kymys Aq|» neiHii ihMi Nitiften un4filigt ibn^ 
ihr 43riMkr .fege Uit4t attf <Wr Slepfle. Kmi MkfM keittA 
sediMig HMimMpi und si^et/iu^ XiiuNrlprii^hei niil «t Ms-? 
atlilieliil^f an KyMiej ttinef Kuhsi w^ €q)r»b4M. fir I^Mi Kjrr 
■IjMi -Ar^' H» Z«4le mhI hai&i'seim Sebwoilel'Tar Mi^i^gtm 
8ii%(«iib kefifMt er Uh*, 4te» H«n4 a¥4M lestg^bunden M 

kM^ 4cM 68 giel»i k«bM H^kkmtftMf Srlend^riBildietfat 
HoAd^'sich inM^tt kaAf^ w«ldb49r'keirl Hun4 ist^tfoadeni #i« 

gM^.tofi dftfinm. iUuffii iai «#iibetrfotl, ^a* etgr^^'AHm 
B4#«^ ^* BteettBftaUge, ^chliigl ^9mt KfjunysF • Ajrg* Mf ^en. 
Boi^^itelli ihr 4^ »«kle»eKfeid ana :uiid sagl; ^|^u ht^ mm 

rtigttw' Niohl JUn Bfir§a», soNera iirb M>er liter ra tfefetn 

rig^i.^M* Miufe ab, nikl.tofo iho lai«b«. J 

iUifetf (A^lfllicb 4i&eie man HiffoehKga vm flSM^r fd# ^eoi 
Pitrdto!>youi<B»rg« btr. Dicf ^ngekMNnMm AiUerbiMeq iWo 
Pfirkle aft> Uea PfaM. Jitei' Zek trdt Kim Mirgte fniT^ frolic 
tlUmwifi, und hiiiien Umii KymUc) Ukgaiii 4fii'er wied«r l«Npi^ 
%: ^MM^bi Wiiirdtd/ 4kBf^ ^a4 l^yiiys.Ar^ fmnder 
bewiilkommnen^ bemerkt Kai>'Mfrgjiil dain -^ef Hiui4 fort H 
Mdk Mgl Mbi« SabvUeaUr, ii4d er iiQ0gi^if«iia0n; Die Sfthwe- 
iler ahlwioM4 nkshli alkr lUtf NbrgAn pMblAdten B^a aar 
ilM^ aeifalzig Uaatfecbieti^ ua4 achUi|[l ibr lAfl 4^ Peiiaehif 
•Wriden -RMrium^! KyroliWj bilkt Mr ^i«, uU K^ Mirgiu^ 
halt mil deui Peitschen inne. Die beiden Manner werden j^Ut 
giile Vr^MOlle nod Pflagebriider. Kynoya Ai-gi^ kehrle b^im, 
ak^PfKyteldej maobto ;aiah ^viedflr Mf iea W^ «»:|Ur«€haii, 
liMi^ iteBMi TMiMi^ «r' Mmk ^^wHle^ ^ ILaii' AKrg&ir Uinb da- 

Kyiildej Mirgan reiSf^ uberSleppeh und'Biirg^V^trakam 
na<|h einein langen Rilte su einem hohen derg an ^mem 
•duvanM Metre. Am Slrande dea M^a wahnt Itara ^haiii 






tMl lim stift Zilt tlD^ iV^vde fettgebttndin uiUkfrMUei, 
ttftd dit ZfltM fisfM das Volk «icht Kyt«M^ ^ielH iIam 
Kara (L^ian do GastmaU giebl, vmi uUki attf daaii Aeiga^ 
mdk verwsnAerad ob der vielta MaMchta vad Ffardau Kaaa 
Clian'a Lavte becMrfclM ifan Ma ar so a«f dam Msiiga'alaB^ 
aM «)aldaitn iliraflB Henran das Haldan Aahavft* Da sagia 
K^ira Chan: v>Bnieii %rackani Mairn wmg van ahraai tSadw 
Minifer aoMan sein Pferd anbindani uad aiakaii MaiMwr Hui 
barafai galailan.** Die Alaaaana gabotaktan deoi Bafahl, tbaaN 
den 'das Pfard an, und fuhiten Kyrsldej^m daa Chaaea ZdL 
hn Zeka sftsaa saokaaig Heldan^ dia gekaanaieii aini^, hid Ken 
Chan's Toakler su fraien. Sobald Kyveidej mi^UwA^ eiMna 
iieh alia sadissig imi» ihfaB^ilsan. Kar» Ckm ^fikrl Kyraldaj 
tu seinain Lagar» lasatihm^ Airim (am Oaifink ms KuhoiiMi) 
rorselsen*, und fragi, wis ar haissa* Kyraldaj sagt Um dies^ 
on# Kari Chan anlgagnet, as kaaiie ihn sehatt deni?4kifa 
naeb. Kara •Chan 4mgL nan waitari in waiakaS' Abiickt as 
gekommen; Kyreldej anlgagaat^ i^Trifi man aiii»wUn^ia0a» 
so sdiieftl man aia» find findal man ein sablnaa HMsMn, sa 
idaiatt man w Mas Waika'K kk kin glkamaieny diakiwil 
daine ToohUr gnsubaHan." Kara^ Ckan varfiiesa ttimaoghiak 
die Hand seiner TackteT) und baMd aainan LaMtciv die Hmk^ 
sail ansnordnan. In . awMf Kesaain #ird Fldscfa gakaaiil^ und 
AirAi flTaCiat in grofaan Ciaftrsan^ - ' -•':- 

Wkkrend dia Hodiaail geMart wirdv kM Mm iliieitai|^ 
BttUemang Hnfsahloge- vo» danan ^ Erda erkcMc Ba ^ 
Kan Mirgln*s Bfefds das ahno sainan Rami an Kara Ginsi 
garannt komaul/ Wk Ryraidaj sainea Pflegabruder»'»Pis«d 



i*"*i 



') I>i#Mt n|Mr&afcaort tiMtt Cattr^ (a«f 4te Aatofitll tsiMrfaiUtfekaft 
Bslai«aisk»9) sack in Maeala|s»er.T«rk-Ta(a»«i nit •BMHoHa 
aia4: Katji fciitkiosssa at«rt«, {ko»«l} ky» 4#ffSa«^J«rsii^ 
Wir erginxea nor kuiel (ichdi|)» weil den |[a4](lj(|rptli^ ffiVff 
tntfprecli^ii aistf* Aach darf das lettte Wort nicbt a tare a lieiaten 
(wie be! Catir^n gedrackt ttebt), sondern far t mun I tteheii (at 
werfen, feebielkeii; al 'iieftinen\ lo^tt ^6rde'nfcbt bloft^'dle 2!(«gfe, 
aaeh Hm MMdies geishMtirit. - "^ ^''>'tWV. ' 



Pvobes 

mkl, cvscMekl er, gd* tbbi eiilg«g«ii ttml fMsl «i uHl ^knt 
iiifa. Dm Pford be|^t ONl lueoseUiefter SAnmet ^Diewdi 
Katt-m^iB schIM, nibiD ihti 4^^ irieri^ge Hand in seki 
|ia«l, iMiA raHnla flift Midi diTOn. Sette iHeb Mf tneittM 
Iter tan wlmi Mg« mir, m tdg ich 4if 4li« SteNe wo Ka« 
Mklran jctel ▼m^mIi.*^ Kyr«Mej tkhwtmg rieh aof 4m PfanH 
VMlrdiMes •prarii waiter: ^Hinler mben Laftdeni »lidit Mi 
MMit-weiCnr Bmf^, ^m4 aaf dean B^rge far jeCsl ier VhmA 
■ril«KM Mifg&i. HcMle kil de» Itaiides Sehlaftag, vdn M«ri 
gta jiir jdber wacM €r ^neUMMrlMrediuiig riehefr Jabre iang. 
KiMiqi «ir 4m Berg uekt iMwIe noeh erraielMft, ^ i^*8 mv 
iaanfiM Piegabnider g c th a n .*^ Darattf sftele sMi Maserag auJ 
Mm Siartea to Gabpp, aber ohM seiMn HiifcflMag hdrm 
a»*iaap#nv owd Kynys "I^fcly folgle ohae Reiler airf sainaa 
Umrma %ar. 

Um die Mittagas^i erreichle Kyreldej den Berg, wid faatf 

d^i Hond anf der Sdte liegend und acbiafend. KyreMej atieg 

ab M»d «ikerta aicli> den Hmde MehleB SekriHea, bewebri 

laft g w n<tei Sdiweney eineir Ci^enkelt^ ilnd emem Ehiefiring. 

br b^feitigUf ded' Ring sachte um des Hundes Maiil/und die 

KMe um seinen Hab; darauf band er ibm die FaCBe, schliff 

adn Schweri und schlitite dea Hundes Magen ant. Ava deea 

Mageo bervor kaoi Kan Mirgani fnaeh und geaand^ nar aeines 

Kopfliaaiaa beranbt Da wa a a b ibn Kyreidef nM MeerHraaaer 

mmi wi i diai Roanarib, woraaf Kan MrgSn auch' aefai Haar 

^rieder bekam. J^lat begarni der Gereliete dein Kyreldej 

henlicb iu danken; aber Kyreldej erinnerte ibn daran, dasa 

ar, Kan Mirgan, ibm ja vorber daa Leben wiedergescbenkt 

^ieb bier/' aagte aein Pflegebruder^ „diaaen acbwaraen Hund, 

4m bSMK iai ak allaa Bttaa^ Abar aaab biiar ab ar iai aleine 

Scb waster. Td<Hen wtr sia nidit, ^ labeii wir Mfebl lange 

niebr auf Erdan.** Nachdem sie den Hund verbrannt batten, 

kebrten die Pflegebriider, jedfur jii^f seinem Pferde, su Kara 

Cban aurOcki und seUleii die geslorle Hocbzeitsfeier fort. 

Als die Hocbaeit variibar war, jieas Kara Chan ain aeebs- 
fibigM Pfard aintangtni aabaakta ea niit noab aadaran raicban 



I 



I Tochler Ab^^d. KyreMej erU^riiji^ seiner jtMigon Fi 

md Kan Mirgan da$ Gtleit#, Md dlnr leM^m lud «i8» Pi 
Mater W^es em^ in sein Zetl. zii koiBmen. &t« t i if i te n '^ 
ii»d ak Kan Mirglp amtral, sag er aeiii ^SchweHy uoA/VOTmI 
ikmii 8«tedr Sobwesier Alton B<»09 einen Aokhen.iiifb, d 
He aqfkicji dc^ Geiat aufgab. Uann acAiltpiilft er sm «cifieii 
kk^ten Berg uad verbrani^tct ibreo K$«pier ^^'Aadie. ''Dar 
hid Kyreldcj o^iiien Pflegete^ider t^ ^di,'tind lioi Ituaitte 
Schwealm* zum Weibe an. Ktan Mingan iscUug ein, nalmit 
#eine i^abe MMnnfiieii u»d M^ KfjcreMef rtach.dg— ew^aei 
Port apgekommei^ ^iicbtelen sie swteFZelten oitd leratd 
eine Ho€(h«eii f^r Kan Mirganimd Kyinys Ai^a; Sie<ekri 
die Ho(^i«eit sieben Tage lang, imd lebten ferkfaui infried 
ohne dass Helden oder Daoionen es wagen duvfl^, ijha 

Sumoied^ii |and der h$idii^G|ii9i| Ta/bir ^Turk^^ uff^^tf»n^U ^^ 
Scbwedisciie iibersetet; die meitten findet man in dem 118fi7\ 
drackten vierten Bande seiner ^Nordiska reior och forskni 
^' ■ gar** (nordiscbe Reisen und Forschungen). Wir liaben die beii 
^' ▼ofilebeifdeii, wekbd tliir als fli^ 1«>idlicbsteii eridiien^iTsffid; uns 
. wallHl nad^ttacik d^ia zieailMi gtm$iirkonm«m Mtif obendfietn tmt 
. ,,. iivrfiMee Mnof«4i«0lNUi. KKiaUillC'4»m le^kaften, tiltefttcli^m^i^^^ 
liclip^ Ta^ren jred«|L liu^|i» ^«i|Mt . der Co^ti^t ^ ms^bm ^eU 
recbt einleucb^e. Wer die Heldenia^^a der Mongolen ^igerpaJD 
E kennt, dem wird ibre nabe Verwandtscbaft mit d(Mn S^goQ. , 

' MSbrcbenkreise der wenig^ nbch nicht yoni I«lain berahrten T 
' keifBtamme al8l>a{d \m Aog'e spil^gen; im irid^ren Falle mag er 
fOB g trh ai i^t * ^ >W?ilittof • ^G^t^M^'^Sag^ leteii und Slshot 
., ^ i9tfe«iiMlw4aitMbaa AtAtA ttaf . diaairfbe i» a«r HtftciM&rab^«g^ 
JPacjclj^dif ; onty. |3 eiMi. 






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des Alterthums in KleiMSftBQ. 

Von P. A. Tschichatschew '). 



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Vr Shl^wd melnei ftnfjahrfg^ Aafenth*hs irt KlbiiMsiim, zu 
rtiltcinv^ssetiicb^iieher Gfforsdrang iHeses Landed^ h«lte iefc 
Gelegenhett iviit eigMn Avgieii nioht nar sSmmlKche alle D«nk"k 
ftlSIer, die ^ehon bedthiieben Wat*en, zu seli«fi, sondem aiidl 
ffef^ imdere iviehr oder mindei* bekannte UeberMeibtel mn 
alfef Zeii, wefrfie riu ififeresganten archadlogisohen Ergeb^ 
nisff^it filhren k&nntcifi, weim iriMi ibA^n Zeil and genaueiv 
Vftlev^M»btuig widiMt^* L^tder kogknte idi diMem tieUtfte 
dm FdTfi»«heM nitr s^ selteii uitd^ ndbdiher nmfcziiiytgideii; 
n^MM dahin geh^h^enden N*tteen tiU^beti vcrreimtek, hattofi 
imr Weith fl^r inieb alfeifi, and icb liSlle sie g«m der Qefleiil- 
KbMceit ev^ltdgen. Erst nach meiner Hiickkehr, and bm> 
Ordnen des gesammellen Materials, inodiGcirte sich meine An- 
sichi in diesem Punkie: ic(i ^rwog, dass von alien friiheren 
Reisenden in Kieinasien keiner so lange dorl verweilt und das 
bAMd in 80 versMmd^iichi HiebAofigeif iiiM|^sp«Hft, witf icb, 
Whit ubeitedelie Inieh denraufaige dass icb mir wohl eiiiig^ 
V«r^KtiMt erwerben kdnnte, wenn \tk durcb 7nfnmnuil»liili 
kmg imd PubKoaHoiii allot meiaer Noltioii von MrcbadlogisdbM' 



-»—»- 



*) Aus dem zweiten Theile dcr ArbeiCen Her oiorgenlandiichen Abthei- 

hing der kalsert. archaol. GeseBtcbaft. 
ErmaM Ruts. Arohiv. Rd. XVII. H. 2 . 21 



320 Hittoriseh-pliilologifebe WItieudiaftta* 

Alt kiinftigen Untersuchungen Anderer einigen Vorschnb lei- 
stele. Dies gesehieht hiermit, und zwar nach der Ordnung 
der Gebiete, welche weiland Kleinasien ausiuachten, wie ich 
die Grenzen der grofseh Halbinsel auf der Karte bestimmt 
habe die ich meinem Werke iiber vergleichende physische 
Geographic Kleinasiens beigegeben. Es ist beinahe unnttlhig 
hinzuzufugen, dass ich keinesweges gesonnen bin, solche Denk- 
inaler zu beschreiben die durch Texier, Hamilton, Laborde, 
Forbes, oder altere Schriftsteller schon hinianglich bekannt 
sind. Auch beschreibe ich nichts Anderes, ais was ich mit 
eignen Augen geseheti. 

1. Bithynien. 

Obgleich Bithynien von alien Theilen Kleinasiens t^ 
Residenz des o^manischen Reiehes am nal^hslen und also zu 
gelehrten Untersuchungen am besten gelegen ist^ so giebi es 
doch in diesem Gebiete ziemlicb geraumige Oertlichkeiten, die 
man den wenigst bekannten beizahlen kann, und zwar nicht 
allein in Betreff der Topographic und der Naturkunde (denn 
von diesem Standpunkte betrachtet diirfte wohl gant Kleinr 
asien ein jungfraulicher Boden sein), sondern auch hilisicbtKch 
der.Archaologie, welche doch bis jettt das ausschliessiende 
Recht besafs, in Kleinasien mehr ais alle iibrigen Wissen* 
schaflen zu erobern. Vor allem^ lenke ich euere Aufmerk- 
samkeit auf die Trummer der alien und beriihmten' SladI 

Prusias. 

Rings um das Dorf Kumyschabad und siidwestiich' von 
^ Prusias, dessen Stelle jetzt das Dorf U^ub (E^kibag) turn 
Theil einnimmt, erblickt man Pragmente antiker behauener 
Steine. Auf der Strecke von Chandyk bis Kumysctiabad las- 
sen sich in fast ununterbrochenem Zusammenhang Spuren 
einer alten Landstrafse verfolgen, die iibrigens sehr schmal 
* und eher fiir Reiter und Fufsganger, ais fur Puhrwerke be* 



321 

sliiDQil war. Je iiilier id«d von Kumytehabad her den 
AnfcdlicQ Ton U#kub komml, deslo sablracher werden die 
Bmchslqeke Yon Sinleii uod behauenen Sleincn; in gewisaen 
Abatinden ragen inaoDderbeil viereckige Saalen roil gldchfaik 
Tiereckigen Koaafen bervor, die offenbar MeUensaaieii gewe* 
sen. Aaf einer dieser SauleD, die noch aufrecbl ateht, beCbdel 
sich eiDe lange Inscbrifl, von weicher nor die oberslen Zetien 
sicblbar sind, ilenn der untere Theil der Oberflache^ in weiche 
sie eiogesdmitlen y ist in die Erde vergraben. Der sicMbave 
Theil der Sanle isl ungefiihr 3^ Fii(s (engl.) hocb; was iai 
Boden steckt, ist wahrscheinlich der langere TheiK 

Zu den Oertlichkdien Kieinasiens, die das besondere Sin- 
dioiD des ArchSologeu vorzugsweise verdienen, geh5rl ohne 
Zfi'eifel die SladI Uakiib, deren sahhreiehe und noeh wenig 
bekaonle Roinen fiir die Epoche der K5nige BiHiyniens merk^ 
wurdige Dala lierern konnten. Uakub liegt am sCidlichen Ab- 
hang and alif deni Gipfel einer Anhdhe, die an eine, von den 
ahen Geographen mons Hyppius genannle Bergkelte stdfet 
Die neue SladI isl gans von Muhammedanern bewofani und 
hal Dur 120 Hauser. Gleich am Cingang befindel nch eine 
Saule mil Insehrifl) ahtolich der oben erwiholen, aber lum 
Glucke weniger in die Erde vertiefl, so dass man alle ihre 
llieile vollkommen sehen kann; sie isl mehr ais 7 Fufs engl. 
boch und gans mil Insehriften bedeckt, die ich absuschreiben 
keine Zeil balle. Auf dem Knaufe siehl roan einige Such- 
•taben* An der siidlichen und sudostliehen Seile von (J«kub, 
wohin eine alle gepfiaslerte Strafse fuhrt, enideckl man die 
Pundamenle einer Mauer aus wahrhafi cyclepischen Sleinen, 
die sebr ofl bis | Ellen dttk sind; die Oberflache einiger isl 
gans mil' griechischen Inschriften bedeckl. Ihre Lage seigl, 
dass sie nichi an ihrero ursprOnglichen Platte stehen und dass 
die Mauer sonaeh aus den Bruchsliicken eines anderen, aile- 
ron Denkmals erbaul ist; denn oft sind die Sleine iftsofern 
verkefarl gestellt, als die Inschriften derselben bald auf der 
Seile liegeuy bald auf dem Kopfe slehen. Uebrigens kanfi 
man behaijqpleo» dass Fliesen mil Inschriften auch urspriinglich 



iheilw^iser Z«i?Mi>raiig durcli unkun4igc Dw4e v^rM%( sk34» 
4m» .^ureisel; in jolem Full men Vmiam Am eifi^r 9WU^49 
Foriedtf w»lir»oheiiili«h 4«in Kliti^laUer» iS^ngeboiU Oio BdaMl- 
nitfM»^ .voo d^c iob jioijii rede, hal w4irtj»4b bit %wm S^'ep 
Hiiili#iiin4 mebir «4a fiinl '^aj^q Laag#. Sie i&t ^agesi^chein- 
Uah nur (Jebwrreftt ^ner grafei^ Mfu^r, die^ eiiifit (i^n Liming 
der Sladt biU^le^ de<in niqht viel weiler v^jriUngert #i4;l) 4^ 
tiRiertNlQeh^e Ui^erbUibsel 4^ri^90 von non^m um m^br 
dent) 80 Stifwti und 6li>fs(. sm ^in vier^kigf s Thar von ioiui^rtr 
Grofse, d^fi «iis uAg^beui'i^n FliQam gefugi isU O^r.ob^re 
wageiwBbU The^l d^ Tbar«4 b^&tcjrt ^«^ ejiier Fb>8^ mit 
Jmobrift t4iid Abbildang ein«6 P{«i'd«#. TriitM dii durch di^ 
#H« Thor in das Mue Utkub^ ein elmd^l Dorfcbw» i^ii»^ 
Bewobner ditr^b viele Jabrhunderte eifrig benuibt warfii,, idic 
Spiireo dev alien SUdt sii Yeriilgfin» so ^rblickst di) a<^h^ 
dor .Mosqb^ eine EsUrad^i uu^gebc^n von ung^beurea Fragr 
mwien von Sikdenkn4ufeay die bier aiucb nicht ^a ibrer vr^ 
a ^l iiigl iebePL Stelle sind* Anf dm^.Esir^de beiiodet 4kAk eine 
vi0re<skjge Saute^, dergleiebeo eine Mf nge in dpe frlaum'll d^r 
Hjips^ ^ingeniau^ri wQrden; aie ist mit Ii|#chfiftfn Ubersiiei 
Em adioner Tbeii der Maiier, noil Ziwei balbkreisfdroMgen Ot{k 
nmgeft^ befindet si«h unfern der U^b^rr^ta 4«9 .Th^at^^, 
doiaen vi^c^Kft Reihen Siufen n^cji , ^^ien^licti ^at erhaJtoi 
md, Qie^e pr^Qhtigen U^it^iireatQ yerb^gen.^ldi hioi<rjele«r 
dM tiiirkiioben Hiitt^* .t , . i. . 

Aufiser diesen, di^ Pa:acbi des ajl.«n Prums bwreicfami^ 
l!M#iigmdeii Trundmeva, i^\ die ganw. Stadi (Jt^nb mt ^* 
iMiu^eMn Si^neii iiberdeckl vnd ^iMi.Qcufrfasfeiickiin, von^^uieo 
w4 Karnitsseni» die U^eits zer^'e^l ii^geni UiedU in die AlaMm 
d#f Ha4a$er eingefugt, th^Us aucb w JEiofriedigimgen) Ki^- 
iiofentt»«»\v, v«i;wendet sipd^ desfi^n an . ge^ldi w^jgf^ was 
man ia 4i0 Crde vergiabu). ^s ware e«Miilich Zeit»ili^e Ui** 
n^be vor C^Dsldnftiimpels .'Iboreq aufgtbmifien ^eJmolfgi^i^ben 
ftdblUe MS ibrec yieUiund«r4jahri§ei| V effg^sir^h^ ZH «r* 



t > »-". » ., :. *. . .-^ " 



hfk ^a U«g6k«^|M 4ff Dttfes :P#rle>*lij5i, 10 Wmi 

«tt44toilHii von U«bib» M bti4en Swim ikr ms Utkub mmIi 

IMk fii^rMdm (84r«r6»» gemlirk^ maii dM gewattig* Ambiaii- 

fupg b^auMft^r Plieaiii, d«ruiiier viete mM H«lie(-Ai4)«l; m 

skul i^ler 0# g»ordii«i» dai» sie vieeedugi* Ekiliiirfiguagim 

HU<ton mA MO 0lme Zwtifd die Slelkn aMiker Oebwifla b«4 

f#iclilieD. Auf d^r Slx^fke xwiseben Pittsins ufid Biliiyttkiai 

«pjf t sii^ k«jjie Sfmr van ^erthilniern« BilhyDtsm Jdg vm^ 

muihlich in nicht waiter EiHfernung von Bali. Itt^ l«litnmi 

Dorfe giebl es nur einige Bmchstucke von Sanlen imd Flieien, 

b«aonders an den Mauern der Hauser; dagegen isl auf dem 

Wege von Boli naoh Muduriu, vonilglicii im S«W. von Bob, 

aMT^obfen d«a Q6irfeit) Paaeha-Kjoi und AMli«iKjQi| die ganxA 

B^«o« mil Ff agm^nlen \m Swlen , Fliaaan . und Knmfen, 

worUiiit(^ ^oriDibtscbe vdn atisg^zeiohnoler Arbeii, gteidMani 

awa^el^gi; viaie SiulenafihaCto atehen noch aufrechk An ebM 

dittsen OfieD, niebi in B«li^ muss man das alle Klhynittn 

paicben- Di^ twiacban den trwiibnien «wei Dotrfem in Aoidbav 

a^tm^ SH^ verfiadonden Triimmer erakracken eich bia au atv- 

ailmiicket'' Eniferiiiiiig iiii &VV. von Bcdi. Wana aian ak & 

a&.AV'drat a^dwealiich v^n 4ie»ar Stadlf am andUebaniAbbniil^ 

4ta Bergea Bal^I>iig» inwi.Porf^ Giinej hinanaleigi^ begeffn^ 

^mo SaulanlfUialMrii mi* gfiechkchen biachriilan. Ein&MKav 

piiefy dar dif sa gabirgiga mA voilboinaiaii abgai^na Gagiin4 

bMM^I^^ wd im dia £Wf Gw«f k»mnil, daadan Bajuvohnar hat 

geinem Eraobaiiien davon ia«fen, siauntf nieM wanig« bias 

jQ^^f>kmaltf anliker GnUur ua finden. 

Die gana* BUliyniadia' Haibinlei oaUtcb von Bali iai mabr 
iii4^..ivfn^tf M^ Fca^nMinien ^Itar.ArehilacUir «baral«e¥lU 
ai^r die NiUur hai Uer dea Atansehan Voiach«»b g/dhM ma 
jl^flit Frag^iafild 4c«n Blicfc^ dea Baobafihtars zu anUiehaiii) 
^jaMi ^^4^ «hm1 aio uniai? einer diekan Saltichl vageiabiliaQbai 
Brde vergraben odar im Diekigte Ueiaar Walder und Biiafliia 
t!mli#rfn &ik aidbl iniiii)'Vo^'AbdyTpj0cha*4(i& n«ab Ghlii- 
Qgliit: aick mnmk^if zm Smi^ •dea Oeir(ea Be4l«Uv> 4«»>» ^^M 

JUinrt^^w iiimawiiliimm DuM mm grotMa OiaboMlfti 



Wi Bi»«Mikli.fha«logiMbv WiM<Mia«lMlMr; 



Spmren aller De'oknaler begegiieo mis mchi' aeitiier in 
Theite Bilhjnieiis osiiieh von Keredi; so jiegen viete 
fihagvieiiie von SSaten imd behay men S^dmM lings 4eni 
vochten Ufer^des UJb*Stt, w^nn man am tidrdKeken Abfaatige 
d«8 Ailaffa4)«g nredt^r^igt. Aus A4lem wird giaubwiirdSg, 4^n 
in d«r Ebene ^wisoben DorUDivan und* Keredi dine ake ^aM 
•xislirte; uml die Einwolnrer von Koredi sagien mir, 2*Wei>tl 
im iS.W« ihrer 6ladt befanden sieh im GeMrge die Ueberreste 
fines Ampfeitbealers. 

Troas. 

Es gtebl vielleichi keitte ^^lassische Oeriiichkeil; die G^- 
genstand so vieler ArbeiUn und Naehferscbungen geW^mi 
wiire, ats diejenige Gegcitd^ wclehe Homer in seincn GeeaAgen 
vepewigl hai. Erwagi^ wtr den p^itiscben Zii6t<md • eines 
Lendstrichs, der semmllichen Aherlhuilisforschern als Ziel ge* 
dieni bal, so- iniisseti wir sugebeAy ^ass es im gegenviFirtigen 
Aug^nbKek sehwer sein wlipde, den Resoitatett die man so 
vielen Gelebrten, unler wtflcfaen Obevalier die ersle SleUe 
eianimml, verdankt, etwas hinsiiiirfugen. Wenn aber di^mtt 
dem - Sokauplat» der llias unmiUellMir verbnndenen Oerllidi- 
ke^en mil grofsem Erfolge ansgebeutei worden rind, so katm 
man nicht dasseibe Jiinaiehllich des Itinem von Troas sa|p»n| 
wo noeh mebr als-^e OertUcbkeU den Gehsibrien reiehe Brfte 
verheifist. Da meine geologisdien MaehforscbiiRgen in Treas 
mich selten an soiche Orie filhrien welehe die Wissbegier il^ 
AretiMologen vorEugsweise in Ansprech nelunen-, so spreehe 
i^ niebt voo den zablreiehen, abersehr verdorbenen Brtioii« 
sittcken die ieh auf meiner Wanderung dfter inil Fiifsen trat; 
bier mir ein Paiu* VVorie iiber einige, ob ihrer Lage dieib* 
wurdige Saiiten, die ieh unweit Ine su seben Gelegettheii 
halte. ... 

Beinahe zehn Minulen Fufeweges sSdSeilieh vool EMsife 
Kalschaly-Owafy, welches eiiie Wersi siidwssdicb von be 
abliegl^ siehl man in enter K4uft, z«irtaolie» ni8dhli|g«n 1^^ 



lelsen, neun prficblige Saulen die tnnilUn der Brdtoholien, 
alls denen sie gegraben worden, am Boden Uegen. Von di#s€ii 
Siftttleti KegeB swben, HirtH Axen paralM, nebtn tinaivdtff ; dit 
xwei Underen elwas weiler ab. EHe SehSAe, volikommen gMl 
uml nicht gereiMi (niebt catin^ri)* hab«» an bmi^ti tkkitm 
Mafke scigetiannle Ringe, wcMm He Sielk der Copiliiv' an^ 
ileuten. Sie aind 8«hr wenig bearbeiteti so da^ tnaii Hireii 
afehiliacioiii^h^n C^araeiar mehi erralb^n kann^iUmgelis wai^ 
sen einige kaum bemerkbare Contoure aif doriifetit Ol*dmiiig 
hill. Die SehiMe verdtiniim) sieh lunbh obeq an; an der Balia 
haben aie einen anaehnliehen Umlang, bis sehn Pnb, nnditire 
ganse Litnge belragi an 36 Fufs, ungerechnet die inlegrireii^ 
den Theile der Esciremiiilten, von denen der enie aieb aum 
K««ttre» der an^ere mm Shekel geaialten mtiaate. Die aUsge^ 
raebneie Politar der SchdAe bewetsel daaa dieser Tkeii- der 
Arlwit vdlkeinmen beendtgt war, und data die Vo>Uendtmg 
ttnlei4^ochen wurde ais man eban bia an die fixlremilillHi 
gekoHtmen war. Ekie Ueberaicbi der 6«rtiioiiiieit wo die 
SiUiim aiefa befitfd^, iilieneogt ims auaaetdem, date iie'im 
irgend ein GebSude konimen selllen weJcbes einen gani tm- 
dinr^n Pia^ aierie; denn augenicheiniich kMnien tie in 4ar 
Mtlttf^ wo man aie verfertigle, nkbt anfgerichlel werden. NieMi 
daulei liter die Si^te irgend eineaXjebSoika «n; dagegen w^eel 
diee 4ara^liin, daas bier ein Stcinbraeb geweaeii der* Material 
linferle w den 4arinnen anageftlbrlen WeriNti, die man atadann 
naeh dem Orle ikrer'BettknilMKigiiiinafiortiven innaste. Wehin 
aber aueti metf sie m * iranapertlren gedaebtei an den Strand 
o4er an 'dnen anderen On, immer konnle dieser Tranap^M 
nur nnt groCser Muhe vor sich gehen, in Anbetrteht der \i«hr 
bergigen Beacbaffenheit des anstofaenden Landea. Wenn 
die Alten in einer Gebirgakluft eine Werk^atl anleglen, ao 
musaien sie hinreichend wirksame Transportmittel beaitaen, 
nm die iert^n Kimatwerke an weit abliegende Ovie sn be- 
iMenk - - 






^^i?i5 



s.>.i"*.^, 


















tibus (Aio^-Gol) u. s, w. conslaiirU Die Slre^ke ^wiscben M^t- 
w^e iin4 £ejQo4;i> be^onderii ui de^ Nah« d^s> I^Uiefe^ Dqi- 
ip9^ hielel m& ^}V^ M^ofe PrmqbsUick^ antiker Sauleai.Kai- 
^^sQj CapUaU i|. s. w. Di^ Saqleo 3^eheji nocb^ siui ^biM* 

man, nach Angabe d^r E^inwobper, Ruio^n fiadet, u^d di< Aiir 
ivf9«nb/eit ebfiQ $ol<?her iu der Utngebui^ von^^el^^'i, bey^ug^tty 
dass in diesen Gegenden eine rercbe Sladt existirte. Die F^n** 
^^ im Dor^ hi aus iintiken &l;^n^rpIjiM«il »4i#aai)JM«8e{ugi, 
4W.M(»i( griechiscb^ Ipspbiifttn b^4«ckl i^nd. TfoU der Seboiir 
beii dec BucbsUiben k^r^n man diess Inschrifiea.Qb 4^r s^^^ 
I^e iind andi^ei^ Be$i;h|idigungoR de^ Steiq^i^die fMi >^ 
;^Je uQterbrecb^, fast gar r^ichl enUiff^li; ayiS6«r4em bal 
da« tebleiide Sliif k de^ S(j^is die ^rabiue Halfte der Ini^i# 

lonien. 

Won d«u zablrdcbeik al(#a Sladi«ft )oRi^ii& bab^u nur 
s^r wepige in eitpgen fUuiMin iSpureo ihres i»nst%fn Daa^ini 
ImlQrlassmi. Von 4m nemtxSisiMen die a« der ^lU aiiUfc^ 
ftteben, y^rdifiiV Gus9i-Hi«ar 'od«r Aidii^ 4^ me^is Aiifiptrl^ 
aai|»k?U. Cioa balba Siunde Weg^ nSifdiii^ van Aid|a i$( 
flM Ad^mM)^ b^merkiich , die varnHabtich 4er INgriibiitisi^lliyi 
dar alben Stadi Tralias 'war: sie bil4«ttainan iippigan Baf« 
ipd i$i m'lii apb^nea O^lbaij^iq^n gaachmuaki; die Obeffla^ 
iti voiULOnMsiaa botiamdsil] am didJicben B>Mide aiefoi>amn.aivia 
Aii Ampbiibf ater; bier befioden sii^b viale Grabbiif^l (kurg^fig^ 
}p mwm deraelben bat man ni^bls vorgefund^n; 4ei^ i^nderf 
ab^x wlbalt ein sfrfir merkwiirdiges Grab, niii unbebauenaQ 
RUesen ansgalagi, uiid mil einac VVpibungy die canan WinkaJ 
van 9&Vi)iid#U Mhs bat bief dw CMaoter #inea.Atahaii At^ 
iaflbuaMu Pi» Anaeben -mUi dia Strufiar ditsaa Bawai dM 
Hi.a&^ai Geokftobar abgaliieill M» m wriaban iz^tmtAmmkm 
sebr bequem stebai^'b<i|}ftw,:iMl^iaib«i fi^E^ab^c^ (jUihiap 



926 * Historiteii -pbilologitcbe WitseniBGhafteii. 

80 ahottchi und erimterti so lebhaft an die von Viterbi und Pi- 
sloja, dass die Anwesenheik dieses Monaments von offenbar 
etruakischeiB Character uns den Gedanken etngeben kSnnte, 
die alien Lydier, Voriahren der Glrusker, batten vor der Ein- 
wanderung der Garier diese Gegend bewofant, und so mag 
dieses MoDument in eine Epoche geboren welcbe dem Troja- 
niscben Kriege voranging, da die Carier scbon bei Homer 
als eines der mit Priamus verbiindelen Volker erwahnl 
werden. 

G^t nan fistlicb von Aidin das Thai des Maander binan, 
$0 kommfc man in das Ddrfcben Charpa^-Kalesi, dessen neuer 
Name offenbar der alte Name tiarpas ist. Hier stehsi du vor 
AUem Ueberresle einer Mauer und eihige ziemlich wohl erlial^ 
tene Thiirme; aber sie tragen ntcht das Geprage des AUer- 
ihums und' gehoren offenbar ins MiUelaller. Diese Mauern und 
Thiirme stehen jedoch unter anderen Tnimmern von ganz 
verschiedenem Character, und diese sind, aller Wahrseheinlich- 
keit nachy Ueberbleibsel des alien. Harpas; sie verdienten wohl 
genauer uotersucht zu werden. Die Sleine sind von sehr 
grofser Dimension; man hat sie hier, wie an alien Bauwerl&en 
dieser Art (?), nur aufeinander geiegt, bbiie jede Verkittung. 
Zwischen Aidin und Charpaj-Kale^i iiegt das Dorf ^uUan- 
Hisar an der Sieile iis alien Njrsa. Als ich im Jahre 1863 
durch dieses Dorf kam, fiel mir die grofse IVtenge mil grieehi- 
schen Insehrifien bedeckter PUesen auf, weicbe in die Alauern 
der {Muser eingiftfugi sind. - Ausserdem > berichieien «mir die 
Einwohner des arms6ligen, in Aliem funfsig Huiien sahlendeti 
DSrfchens^ auf dem benachbarlen Berge stehe ein zieralieh 
wohl crbalienes Amphkbeater. Ausser Aidin ^ Charpaa-*Kaleai 
und 5uIian-Hi#ar giebt es in lonien noch eine Oertlichkeil, 
mii Ruinen die noch ausgedehnter undbesser erhalien sind, 
als die an den drei erwahnten Orien; es isi das Dorf Aine- 
Basar oder Aine-Kalesi, Welches zwischen den Ruinen von 
Magnesia am Maander Iiegt/ Diese schdnen Triimmer sind 
sehon ofisials besucht und beschrtdbeo; aber das Werk der 
Archoiologen ist noch lange' nicht voUendet. ^ ' 



Cine iricbjt grolse AnsalilOrte bei Seite lassend, Aenocfr 
Denfcmaler mil zureiehenden Merkmalen darbielen , ninch wel« 
chcn man sie dieser oder jener von den Alten erwiihnten Stadt 
lontens znschreiben kann, finden wir bier, auf der anderen 
Seite, audh viele Oertiicbkeiien, die sebr retcb an Trammern,' 
afcer an zerstoekelten, sind, so dass man, bei der' Ab\ve$enbett 
positiver Angaben classiscber ScbriAsleller, sie wenigslens in. 
der gegenwSrtigen Minute mil keiner bekannten Stadt^. die an< 
diesen Orten existirt, in Verbindung bringen kann. Sotcbe, 
Ruinen sind iiber die ganze Oberiiacbe der wettenfonnigen 
Ebene ausgesaet, die sich audwarte von Smyrna aosdehnti. und 
hinier welcher das Tbal des Caystros anfangt Ich sah unter 
Anderen zwei Siunden Weges sOdSsilich vom Dorfe Fortmr 
viele Pragmente von Kamiessen and dorischen Saulen, eben- 
falls Fliesen, auf deren einer eine Inschrifl in zv^r Spracben 
steh findet Andere Gegenden loniens babenebenfalb einzebii^ 
Denkmaler aufzuweisen die man swar keiner antiken Stadt 
zusehreiben kann, die aber nichts desto weniger von der wd-: 
land zablreichen Bevolkerong di^er Gegenden Zeugniss ab^. 
geben. Hierher gebdr^ Ueberreste von Wasserleitungen^ und 
LandstraCsen, von welehen viele am ganz verSdeten und bisn 
weilen sogar wenig zugiingiichen Orten sich befinden. Ich, 
fQhre zwei Beispiele an. Von Smyrna bis Menimena sieht 
man ununterbrochene CJeberbleibsel einer alten Strafse; dritte" 
halb Siunden Weges nordwestlich vom Dorfe Naibli, in einer 
sebr wilden und malerischen Schluehty die durcli den Paklys- 
Dag fiihrt, einen der westlichen Auslaufe der Tmokisk^tte; 
sleht em achoner alter Aquaduct, aus zwei Reiben BSg^n, die 
eine iiber der anderen: die untereu B5gen^ an derZahl drei^ 
unterstutzen sechs kleinere; Alles hi aus behauenen SteinM 
and von prichtiger Arbeit 

Carieh. 

Wenn das, von unsterbttchen Ertnnerungen an Halicumasa 
und Cntdus belebte Gestadeiand Cariens ofter Gegenstand ?otf 



(Interiuiihungen gew($»en isl, die gleiehwbhf nocti viel «u wQn- 
dchen 'Shtig lasden , so hat man doch vdn dein Ifinertt d}eses 
merkwBr^^n Landes bis jelzl ttui* sehr geringd Kenntm^d. 
So wt^iren wir bekiafie nicht^ von der berShmten Sl^dt Ta*^ 
bas, deren ^anien dem ait^ 500 HSiMern bestebenden iilfki^ 
schen Dorfe D a w a s oBenbar geblieben is! . Als im Jahl^ tSl& 
meine geoldgischenr 8eobaehtungeri nitch zu d^m Berge fiBhr- 
lefi, atif tvdchem dieses Thai so maleriseh Kegf, fiberrad^ehten 
mteh die vieien FKesen tmd Santenlriimnier hi den Mauem 
Aev HSuser. Da m^ine geologisehen Arbeiten gera()e imdreser 
^eithekkett VolrwGrre von hohem ftilefesse fandeh, so kMnle 
ifeh tiier fiichl Be4»bachtungen ansteffen die jeh^ Arb^en ttiter 
Nator nach so fern lagen ; wfihrend kh jedofch Vei^isteinenittgeil 
sammebe, an d^nen dieser Berg f eieh isi, konhte i<^li dabel in 
Kle etfie Fnsehrifl copiren, die ich aiif einer breiten iind to-- 
then, in die Mauet einer det dehden lliittjijn des Do)^f^^ em^ 
gefttglen Pliese bemerkt hatte. Von Driwas in die Ebene 
bkiabgeflftiegen urn mich naefh fCarajuk-fiasar ztt begeben, fofgte 
nh tnehr als erne SttiUde tang den Ueberfeslen emer alten 
Strafse, die sciiwsirls vom Dorfe KyrJce zieht, und auf 
welcher i*h srtetlenwetse Brunnen vmi Wasserlerfungcn be- 
flaerkie. ^ 

Als feh tin VhA 1668 von SitUan-Hiiar ans den sbhSneil 
Ruinen Aiabanda*s, (Ke l^i dem DOrfchen Arab^Hiiar liBgen, 
RHeh zfiw^ndete; setste ieh selin Slunden von AuHan-Hi^ar 
iiber lien Fluss Tsehinar-Tsehai, utid bemerkte afsbald ^e 
Rethe ve^faUener GrSber, SSufen und' Riesen,' wclehe diW 
Plilh* ekier alten 'imd reiehen StaA' andetitet^n. ' Die Bruch- 
atiicke tmd XJeberbleH>se( Von Bauten vermebren'siclir'tn d^m 
Mafse als man den Berg hinansteigt, Avdcfier sfeh atnpftithea-^ 
tralisch von N.N.W. nadi Oslen ausdetrnt^ und an dessert tv^sf^ 
Kchem Ende der kleine Orl Arab-Hi«9ar belegen ist. Es scheini 
dass den Gipfel dieses Berges eine &f auer krBnte, die sich dann 
von swei Seiten ins Thai hinab zog, nnd mil vieien Thtirmen 
ttttd fiereekigen Gebinden atfs prachltgoti 'Steinpldlteif v^rse- 
hen ^ar\ Eine' andere Maner war 'atigehschdnHch' niedH^er 



IMMEttSMir MS AiwnMHHI HI SHtoftlKlfft ooi' 

sum Hiirfe; iHdn sah bier Uebeit<Me ernes pradHvott^ viel^ 
^kigen Baaes mM drei Th^inai. Di^ ganteEb^ne, i^e^u^ 
die aaafte Anh^^e die sie mil dem Berge verbindel^ kl mtt 
Pfieaen iitid slehendefi oder iiegenden SSirfenCruoitoertt Me^^ 
sSei. Die Titricen habeii das AufrMumen dieaer priehiigeK 
Ruioen erschwerl, tfidem sie fiiedrige Eir>rriedigtit]^eti aCis deiii* 
aeJbeti Maleriale welch<^ sie dtesen ieh^etf D^nfanalerfi be* 
i^kyArg raifben, o^m dieselben angelegt habeii. hut fedem def 
sablreichen Ttiiiriiiehen, von denen ftodi 'einige 8pii#en g^^ 
bHebeii, beoieHct man daa Neat eitieaSlorche8» ^s Wirei^dieai 
Vdgel die eiiHBigen BteilEer der weitand ae ^oAMievSikerliNi 
Suidt. Wetidesl du dicb von Arab^Htaar iladi Karpmlii / ad 
gehst dii ^itie halbe Stunde tang an eitiem B^g^ Mn, 'aMf 
4edaen Puke die Tr&nnner von Afiabanda liegeli, imi hM b<^ 
st&idig tine Rdhe Gibber aur SeMe; .trier aeheinl alse de^ 
Begt>ab«taaplala von Afobanda ge#eaen wa aein. > * 

Ah ieb im Jahre 18^ cKe -f riimmer Von Alaban^ v^*" 
Kffsa^ um iiber den Berg Lafinda naeh Mtassa au ^eken^, M^ 
merkle ieh auf einer Strecke von drer Stunden Weges vieM 
Offiber ond Fliesen' <Ke in aymmetri^her Reibe, oder auch 
aliif^f»W4^s« atif HC^efaf, welehe aiia dar Ebene sieh ei^toben^ 
gMrdtiel waren. Dieae DenkmSier etner aKen Stadi aiefaeif 
ttAi pr^ebttgefh TrUmmeni in Verbindnng, welehe aiieb anr aiten 
Seilen^fiaft ia9 Dorf Dmiird/i-Kjdi erbeben, das vier StendcW 
Wegea sildwestlich von den Triimfnefn AlabandaV, elWatf 
reehia vom Wage, erbaut isl. Gewahige Gfabmilier mid sa(ii<^ 
reick# S^ien priaenHren steh nitterbalb Deiiiird|VKj6i, iiwi 
eiii majealiitisches viereekiges Gebitrde beberrseht das Bbiffl 
EH^ B^standiheite dor Manern dieses Baues' ^nd vbri ders^Meit 
Afl ^ie in Alabandai anf der Ebene; ab^r das Gebfttide reti 
I>evoi/r^'i-Kj^ isl weii ^dfser iind beaael* kfAMi^. Onf^efMii* 
ftieeha Sionden Weges v^n dea Rotten Alaband^'s -beginn< 
mB» sieh xQ erhebdi, mid k^mml anein^ gtetieri Ansafal 
aoffaUesd dicker SInilmi vor&ber, ao* d^^ «s sdi^lnty ais ^ 
die Reifae Denkmater dureb ^e Kette dts iMtms ifichi ttnfer'^^ 
broehen warden ware und vielteiohl in imiuilerbrd^ener LwM 



3SS Hiftfrifift»iJiH<rfogjtche 'Ml«ieii«|lMlt^«7 

v^%hjr alf'drpift^ig Weritt hj^ von Alabandu bis Miiaais sick 
e^Mre^k.t h^^^. In NiUissa ist ein sehr schones Thor itiit 
Wolbi^g9i> und i^\{ korinlhischen Knaufen geschmtickt; jedes 
Haos mtb$lt iQ aeinen Mauern alie Saul^n und Fliosen, an 
^elchen die U^igebungen der Stadl sehr reiich sind; Zwei 
St|i|iden*Weges von Milassa b^findel sich eine Anbohe, auf 
welcher das Dorf Belschin-Kale«i liegt; dieses betfteht aus 
eioig^n iiirkischen Hulteoi itio siclv gieiQhsaiii in dkn Sch^ts 
einer angebrochenen alien Mauer mil Thiirmen, von denen 
apeh Fragmenle siehen, beg^ben haben. . Die Mauer ist offen- 
bar Ueberrest einer Befestigung; ihr Bau erinnert eher an das 
Mittelalter a|s an das classische Alierlhum, da Alles aus klei- 
aen Steinen, tiieht aus Fliesen, gefiigl ist Ueberhaupi bemerkte 
icb keine antiken Ueberbleibsel auf dem Wege iiber den Berg 
J^ida^ von Milassa bis su dein Meerbusen. von Cos; als icb 
aber von diesein Berge niederstieg} dem Dorfe Heram mich 
Kuwendendi dessep Name so lebhaiFt an die Sfeadl Ceramus 
erinnert 9 wel^be bier liegen mussie, da fand icb su meiner 
grofsen Enllauschung keine Spur a.us dem Alterihum. 

Obschon Milassa weder so ^hlreiche., noch so wohl er- 
hallene Ruinen darbot, wie die von 5tratonicaea (s«w. u.), so 
darf man doch behauplen, dass eine sorgfaltige Unlersucbttng 
derselben zu schatzbaren Enldeckungen fiihr^n wiirde; denn 
in dem Sladtcbiai das die Stelle der antiken Stadt zum Tbeil 
einnimmt, ist vielieicht keine Wobnungi deren Mauern nicht 
Triimmer alter Architectur enthielten, von denen einige mit 
griechischen Inschriften bedeckt sind. Sckon Herodot spricht 
ja von der Menge Tempel aus schSnem Marmor, die sich zu 
seiner Zeit dort erhoben , und Slrabon bf^achreibt ibre prach- 
ligi^n Monumente. Einen ziemlicb wohl erhalteneiji antiken 
Pflasterdamm sieht man in deni Thaie nordw^sitich voa Mi- 
lassa. Dieser aus Fliesen gebildete Damm wird an vieien 
Slellen von BSgen iMiterstiitzi; er zieht durch den 5ary*Tschai 
und verliert sich dann unmerkiicH. Drei Stunden Weges nord- 
westlich yon Milassa erbtickte idi in einem nach Mendel fiih* 
redden ThaJe eii^en sehr schfinen . Tempel^ rechts vom Wege^ 



Denkmltor des Alterthnms in Kleinatien. 



333 



in einem kkinen Seiienihal am Fufse des Berges, Von den 
erhallenen Theilen dieses Tempels stehen noch zwolf Saulen 
auf ihrer Sielle; viele andere liegen hier und dort in der Um- 
gegend. Aehnliche Ueberresle zeigen sich in grofser Zaht bis 
Mendel; dort giebt es auch grofse, mil sch5nen Fliesen aus- 
gelegie Cisternen. Die Strecke zwischen Baffi und dem Akys- 
Tschai ist mit Alterthumem arc^itectonischer Art ganz iiberdeckt. 



<FArt9el?lwg imd^clOfl* in -^w^m Mf99iifff( JM»4 



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Run. AroUT. BitXVn. JL2, 



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Deal Gedachinisse 

des wdlaqd Pr^essors dfer Kafseiilchen ILtu 
iselieii Universitftt N. J. Lobatschewsk 

gewidmel *). 

Von Prof. A. Popow in den Utschonyja Sapwki fnip. Kas. Unirers. 

H«ft IV. S. 153-^159. 



Jjlikolai Iwanowitsch Labaischewskji» Sohn eiAes Architc 
war 1793 in Nijne - Nowgorod geboreo, starb in Kasar 
12. Februar 1856 als Professor Gmeritos^ RlUglied der K 
lichen GoUinger, der Kopenhagener und anderer gele 
Gesellschaften, Ehrenmitgfied der Moskausch^i und K; 
acben Universitat, wirkl. Staatsrath, Rilter des Ordens 
heil. Anna erster Classe, des heil. Stanislaus crater CI 
des heii. Wladimir dritter Classe, Sein edel zugebrachlei 
ben und seine Thatigkeit sind eag verwebt mit der Gresch 
I der nun seit mehr als 50 Jahren bestehenden Univei 

Kasan, der er nooh in seinen lelzten Lebensjahren als Ge 
des Curators angehdrte. 

Als Zogliag des Kasanschen Gymnasimns sah er 
Grundstein zur Universitat legen (1805) und trat zwei J 
nacb Eroffnung derselben (1807). in die Zahl der Studirei 
derselben ein. . . 

Der erste Curator der Universitat, der Akad^miker 



*) Ueber einige der merkwiirdigsten maihematisdien UntersQcbv 
?oa LobatacheWakii wwdett wir in dem a&ohiten Httflt« beriobUo. 



Dem GedftobtnifM N. J. Lorbatsobewskji's gewidmet. 335 

mowskji erfiilke in wCh*dig<pr Art den Wilkn des Kaisers 
Alexander des Brsten. Unter den ersjen Professoren waren 
Gelehrle, deren Namen mil Dank in der Geschichte der Wissen- 
schaften genannt wird. So hatte der Sohn einer sehr armen 
Familie das seltene Gliick, seinen Geist durch den Unterricht 
etnes Banlels, LiUrow und Bronner aufzukl^ren. Professor 
Bantels erkannte nichi allem in Lobatschewskji die ^rofse Be- 
gabung iiir die flMthemrtiseben WiaseBschaftehy sondern ge- 
wann auch seinen Schiller herziich lieb, bielv ihn mit vater- 
Itcher Sorgfalt von jugendlich muthwiliigen Slreichen ab und 
nachte die Vorgesetzten -anf die urfgevvohnlichen Forlschriiie 
itesseiben aufmerksam. 

So geschah es, daiss* soiion Iftll Ll^batschewskji auf Vor- 
siellung der Fakultat als Magister der mathemalischen Wissen- 
schaften bestHtigt ward, in demselben Augenblicke als er von 
sdnen Oberen einen Verweis fur Verlelzung des ausseren 
Jintflandes erfaiell. Dies wirkte wohlthuend auf den jungen 
Mbnnt ev erk^mile/ ddss ein Gelefarter rohig leben, gemHssigt 
mi^ flaiisve in seiner Reit, A^hiung haben vor der 5ffent- 
]UkeR Meinung, daM der aUgiUtge Gott uns die Fahigkeit 
d^ieiikl, ifBa in EhrtMnrfeeii dem Vaterlaifde and der Wissen- 
sehlifk' «i ^enen. 

^yt^JDer ef*lc AiiftragV den Professor Bantek deni jungen 
Boeetilidn' gftbi^ war der, den* Stadenfen des^sten Cursus 
den^'erftlen T4eii Tori La^hic^s M ^canique cdfeste urfd Gaub*s 
EKsquiBttioiies^' ttrithnaeHeae vbr * zii tragen. Das war das 
^bat dai 'jungki M«igis%6t*s' in^ Jafare 181 1 ! 

im Jahre 1814 erhielt die Kasanschls' ^niversitlit thteii 
6i«ten ^ektor ' in 4ep Person dtfs ^Professor 8raun, und in 
dMMelben Jah#e wurden' die FtkoltSten ein'gerichtel; L. be- 
gtRin* lieine fiilefitUehen ¥ortrage zllk Adjtmkt der reinen Ma-' 
UiemaUk. Im Jahre 1816 endhch betrat er selbstandig jenes 
Kalk^den Von Aesrem Z^itpunkie an beginni die gelehrie 
inid adoiiniitrative Thatigkeit deaselben. Mil; unermudJichem 
fiiCer mmmi er . anfang^ich als MitgU#d| sj^ator aU' \GM»itzer 



38& o.MBii«pri«}h->Ai«|F«Wb<Ae WtKioiMlbiMll^^ 



ri:». 



Theil in ;4im (versohied6nar^slep^CAllMD]MiQ0^ wie JAmiv 
HSdumiinaiions**, Schttl^ ond Rediililiciii8-C#mikiii«iDii> «» ^MA 
B«catbting€ii m- dea J^aJoiiiaitiBr, im^CmtimA; Mm GmMm^ 
wir4 8edi«tti«i der Rmhm nacb zusi Bdifbtr 4er UiiMMiMik 

]«iGhi Migiges BeispwlJ Dbi bestetn 6el)iuiteider Kaaa&adMO 
Univeraitat, die Kirchd^. die: Aiiiditodan, dbf MuMea^, dail pka^ 
^atiaofo KabiMi, ^d^s- ; asironowaobr^ OJMieviFftlcckinQiy: da» 
aAatomiaefae TheaM*, ;die Klinilfr,, dia.ttidehaiiiscbc fWerkaktl^ 
dm Hftuptbibbaih^k. verdattiuon iiviQ Kmridiiiiiigi. der unv«iK 
g^aalioheih l^ialigkail. / 4ea ^ Ci^aloi^ uMiiaiii * Puaekkini^ 4tm 
Idugen AnordQUQgen Lobaischewkji's Hftd; ivm jdifmAtAtak 
Elaifee l!i[ik^l»kji*8. liHe: gliidkiiobe -^ Anafubruog aUer Jieser 
lfaftterMfhmMiige& b«w^t atn besiW', daasi Ui aa vevatan^diii 
?ianei seiiier Voi(f[#aela(en an Uibm nad auaaufiihisaii 

£11). College Lobiaiaehewakji'a wsseiie seiip wafar, itbaa 
fiMr ibn im^ Oienste, wie in der Wiaaielisciiaft'i jedai AA«I 
gleiche Wipbtigkeit balte;^ w«^ en auah: vomflhoiy; aUes' wit 
Wi sfimeB Augen wiebtig, alka baiiieb eri mit beaondeanr 
l^fcMT,. m^ inmger UebolMjisu))^^.T#ni:de«iuMiiteitii d« SaclMk 
Ni^ftiaU wicih: er» sMMnir^Veirpfitc^tttR^atiiaiia, afaaniahaa . laft^ 
freiwiUig Arbeiien. War eiher. der Profesaoren* daa fibjisiiai^ 
m^UlftOiaMscibeii Fak^liSi imiAitftrai^ d«r Uni/v^enailift itt% Aus- 
\mii gfr^, ^er wmde aine va<:aRtevPro£aaaiiir langat»:^Zdi 
sijiehti.beM^t, a^^ iibenmbmi Ui djbi YifiiflBii^gatf; Aui diew 
Wtise irug,, w wabratid aeimer 33^}abrigam:DiMslBMir>Jiar:£aif^ 
feasor abweehaelnd raiw Madwnlirtili vaa d«r A]|^bi%- bib 
iliir ^ Variationar^fohniinf ^ i Mecl^ttik »^ U|$^dretataiik , ilMroMmie^ 
i^piefaiEenlfli)-: un4:ii)fi(beinrtitcba Pb^aikt iwarr War «ihbatr4aai> 
Bfufm^en der S^udir/endw aiugagen, ^sn^ land-.m- aiieh. ahwfe 
Gdegenheit ^n^ Kaodimae w< h«Achti0eiii Md an> erwai^^ 
l»rn;j namMUb bofle'.en gerti»;flii und ItabU lifter fiegm«-' 
st#nda der fiokaoik ubdi AnatwMr w diaptttfmt^ UebaabaMpli 
fand er fiaiaias 4MI dan BrfabrangswiasanaidiaAMr^ itteil 
QsiMfi^mi dpJii Ueh«i%i daai.dM nhate 



akmk fmfm Vwifinflige imd SehSM iMgdfaMi MlilMi«tl^ «r^ 

MttdMi eiBMi Mtrnvben, uiet nn leiitett Ki^M<y kk miiMimi^ 
griinfttvtor OMdiaMii^k und Bildatig bitttkiU^ i ^w r m ImMI 
•ratagMf wopileii, tbcv f&r enMi Kroitet(glini|f ^ KitfaiMlliM 
CjiiDBBsnMiSy :\i«D B» Ll ^MTy stkiitii 6i# imih^MiMlig «iMi 
ebrtnvoU. * . it ' 

Im AtdketHMi veidMi4 w Liy /r nkdh MfTfOtsgeiiMiiide, 

^^'TimU Jes (teifablieii» oAer dujrdt^ d««4 2«ld^' dw 1^«|^« 
tag» n iendkii Md not sMi' htmurtiv^. <& f^ Ortffi 
mmsiVwtirag Umxummegs min^ iMiti»yhrwfJW^^Wihrilil»'tf 
ammm S^krifimvmk •ibe ^adv^jfo, Akiit ilbttM<^tf^^ 
DSiliew seigtflFy bemlihlir et ^H^ ii tttlMm^ MMiMMT V^ 
tni^ i». nii%lfcliil denUidtfe AHfi^n i i depa i te ftig^ 15019 MtMl 
leiv iai%«keft ftjfiiibdtMi^ benisN^ ^l«r ^a^' die ^ 
$atee aiidjfCitehv ^otw^ «« Uittr' ilkliht iH stfhr ^ 
tmBche d«r Redmra^, ab vof Aitetth iMif dte Ai-^^ 
ie» Begrifies ank«iiA Er teMMl# A^f^gural^ditf 
dcr Tafel langsatn and emsig, «dirieb ifitr-ltoMiMfiif Mbd^ 
meder, dannt die EinbiMuiigskraft der Zohi^rer mil Vergndgen 
dir Gagenrt&ndB d«» VdiMgs sgkdi mHidmfen MsMe. ' Er 
Inlile' 0k tmtim iuu Vgrttfagtigatiwii ^eMoy W^ MT geben; 
ak sich m hMlnitiiteiy AtshitfMdleni iut'hAiiP ^hd^lfberHtb 
mdkit Zuhdnoii friHttv tirii mil der flffieretf biimiut des 
<3tgeBslaBdes bdEannt xu maeKm. Aahfe MHwUMiM VWtrSge 
vkmrnBiof^h vnutim sMa/ vM enMtt' sahlttMheft^'PiabMNiai 
Hiit giobrai Interesse ang^dH, iffahraltdit^teP^VMllftQDgett 
viM iketm Vrmtifmmi der QtmMmUii\m» ttii^tftHa^m wSH^^ 
mmg MUd iM dn-cfariwthi gdtei^, iiwr ^^Mr? emMM* Mrtitoi«u^ 
ew wa U t grt lUmi^ toid Zobdum giMteii» wiiMtato. ^ : • 

Bcftn BbulihiiveD balle hi tfenen^fenlMMli: MlweileA 
war er nA ^aer kunen AnIwcHniTriedM gllUeR|»,^#)lliander- 
«nd. wieder m ati fiff ee i i w Krggrikkidhi ibto A«l«nM diii^s 
Sludirendc^. Die Sadie war die: er ilrebte immmmiA Eat^ 



3M. HrtariwA^tiiigiiUtlidK 

mekhiag der FShigkeiten und des ge&undea Vantaadaa 
deihalb das tar eiecn luisicfae^n Bcsilc,. w«s nur tnit de 
diehtnisse erfastt w6rden. Darin aber, daas er vea den ) 
beotett tioe feblerfreic' Genauigjceil im. Aiwdrucke v*rl 
bewies er eine su grsfse Strenge; denn erst aoi spa 
erwiri>l Bich der. angehende Gelehrte bierio die nothigrS 
UDd BestimmUieU. 

' ' Mb gelehrter Malheniatiker hal L. vide Werke I 
iMaen, von denen der grSfsel'e Theil in den „GeIehrten 
seMften'' <W' K^anBCheb Universilal erachieoen, . Diest 

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Dm ■imtHrtili *. I. MutnOktMfn HimUmti. '(Ril 



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> BdJ XVII.). 
' %^ Bedhigmigsgleichungen for - die Bewegung and 

der HauptdrelHingsitteh in etoein festen KtSrper (6eL 
Denbcbr. der Mobk. tJi^iv. 1834). '' - 

9) Inmi^Aare Geometrie (Gel. Denksdir. der 'Kas. (Jfitr. 
1885). : / . .. . 

10) Melbode sich von der Coiivergenz der tinendliclien 
Reihen zu iiberzeugen und sich ' d,eni Werthe dear 
Funkiionen von sehr grofsen Zahlen za nahem (eben?* 
das. 1835). 

11) Neue Principien der Geometrie mit einer vollatSndigeD 
Theorie der ParaUellinien (ebendas. 1835—1838). 

12) Anwendung der iiiia|;inareD Geometrie auf einige Inte* 
grale (ebendas. 1836). 

13) Probabilit^s des resultats moy,tns d'observations vipMe^ 
(Crelle's Journal f. Math. Bd. XXIV.). 

14) Die totale Sonoenfinsterniss in Pensa den 26. Juni 1842 
(Journal d Minist d. Volksaufklaning 1843). 

15) Ueber den Werth einiger bestimmten Integrale (GeL 
Denkschr. der Kas. Univ. 1852. In's Deutsche iiber- 
setzt in Erman's Archiv fur d. wissensch. Kunde von 
Russland 1865. XIV. S, 232—272). 

16) Theorie d^ ParaUellinien, Berlin 1840. 

17) Pangeom^trie ou precis de geometric fondle sur une 
theorie generate el rigoureuse des paralleles. (In der 
Sammlung gelehrter Schriften der Docenten der Kaean- 
schen tJniversitat, die bei Gelegenhek des SOjahrigen 
Jubilaums der Anstalt herausgegeben^ Bd. I.)* 

Bevor noch ^ese letzte Arbeit hn Druck erschieai war 
der Verfasser schon ganzlich des Augenlicht^ beraubk Der 
erblindete, von Allen hojchgeehrte Greis borte aber Aieht auf 
die Versammlungen in der Universitiit zu besuchen, deo Doktor* 
disputationen und akademischen Redeakten beizuwohoen; er 
slellle sich persdnlich in seiner Amtstracht dem Miniver der 



,r 












Vo||iiM{k|jiraicf%9w M seiner JkuiijfmAhAmSMiaa 
das war aber auch die lelzle Anstrengung des ^Mrbtli 

fl^ SiMr^^ns ^M 9#r»fi^pQic>4 mi erfiilkii. 

Auf den Wunsoli d?r frMkej^ Ceitegen liad ; 
|4V^|i(s|:;li^8i^r8 )|W4i ^n 3i|i|l m emesi d«r Sik d 
versilat aufgesteUi. Die Wittwe und die Kinder des ^ 
tifi^ mi VW .^ vorge^ti4^ Beh5rde ihrilnthni< 






Archiv 



far 



wissenschaftliche Kiinde 



von 



Russia nd. 



Herausgegeben 



▼on 



A. E r 






Siebzehuter Baud 



rittes Heft. 



Berlin, 

Druck uDd Yerlag von Georg Reinier. 

18 5 8. 



IT 



Untersuchungen uber die Ursach der sogenannten 

Contusieiieii. 

Nach dem Raatiteheii tou A. ^aweljew. 



Jcis giebl viele B«bauptiiBgen, an deren Richtigkeii wir nidit 
eher sweifeln, ^ bis uii3 ein ZuiEaU veranlabt, sie aufmerk- 
8(|iiier zu erwagen und die ibneti zu Griutde gelegften Thal^ 
saeben su untersuchmi. Diese ktsleren haben danii gewdimBch 
me ErklaruDg gefundeii, die so einfaeh und natiiriich schenl, 
dob wir una nicbl mebr erlauben, nach dem Grade ihrer 
Wahracheislicbkeii und nack der Richtigkeii des Beobaehiketen 
III fragen. Wir glauben daiin, ohne su zerg^iedem. 

So verhak es sich unler andem mil den Contuaions^Er^ 
aebeimiogen. Zufo%e einer eingewurzellen Meinwig der A«n4e 
tmd Nichlarzte wird sowohl von Augemeugen als von alien 
Aodern angenotptneny daas eine Kanenenkugel, die in einem 
geringen Abalande an einem menschliefaen Kdrper vorbeMiegl, 
dcaiselben heftig bescbadigen und soger augenbhcklich todtai 
kdnne, und man erklart diese sogenannlen Contusiona-Ersobei- 
nungen durch die Luft, die von der voribeifliegenden Kugel in 
Bewegong geselai oder lusammengedrockt werde. E^ge Aerzie 
haben friiher an der Richtigkeit dieser Meinung und an der 
Mogiichkeii gezwetfell, dass.die Kuger der von ihr dureb^ 
schnillenen Luft eine so ungeheure mechanische WirksamkeK 
ertbei)^n kdnne. Sie haben demgemab auch andere Erkla- 
rungen fiir die Contusionen versucht. Ihre Zahl ist aber sehr 

Erman's Russ. Arclihr. Bd.XVU. H. 3. 23 



f' 



> 



342 Phyiiktlkch-mathematUdie WiiseM^allteB. 

gering. In Russland hat der bekannte Schriftstellei 
die nllgemeine Aufmerksamkeii auf diese Frage 
dem er in dem Mor^koi Sbornik (1856 No. II) tm 
sachen bekannt macht, welche gegen die gewShnJ 
iiber die Contusionen und fiir die von dem Profess 
rurgie in Dorpat Hefrn Moier gegebene Erklarun 
zu sprechen scheinen. 

Herr Moier schreibt die Conlusionen nicht 
bing def Lufl auf den beschadigten Korper au, sc 
direkten Bertihrung der Kug»l, Mwmi sie dessen 
unier einem sj^hr spiUen Wink^l irifft.Weon die F 
winUieh gegen die Oberfiache irifft, so iiberwinde 
lich das ihr entgegenireiende Hinderniss, seUt 
ungebindert fort und wirkt mit ihrem ganzen Be\ 
flieat auf den getroffeoen Kdrper. Bei ^nem ESnl 
sebv. spitzem Wkikel bleibiiiber, wenn mnii dei 
Kugel nodb dem Saize vom Paralieiogramm der Kri 
fiir diese senkrecble EinwirkuDg nur ein sehr k] 
.ikrig. Nur dieser bringi die beobachteten Zerfttdi 
vor und es ist idar g^nug, dafs dieseiben mit der 
digkeit der Kugel und mit der Grctfse des Einfallftwii 
sen miissen. Herr Dahl besi^hi^dbt als Augi^fieugc 
genimnten Aufsaiz einige Contusions- Erscbeiirangi 
•man durchiHni nioht durcb die Luftbewegiing erklfii 
und da alle Aerzte nod Soldalen die in Sdilaohtc 
jittd, dergleiehen geseban haben, so ist die dem 1 
ti^eschriebene E^larung soleher ErscheinnngM i 
andeKweitig gegeben warden^ So namentlioh Ton 1 
DttpuytreD. 

Der ersle sagt tiamHoh ^): 

,,Wenn eiae Kugel am finde ihrer Babn odei 
sie d^eprallt ist^ schief gegen ^n Glied trifft und, 
gesehiehti keine Abrelssung hervorbringi, se lidiinei 



mtm 



^ fll^moires deClilrargie milltair^ et eampagnes de D. J. l 
Pmu 1812. 4p. 15». 



UAtonoehiiiiBtii iktr ^•'UnJu* #ir MgPMMiitoii ^ntotionen. Btt 

Hmw Wfaimng wi<fenl«h#iiden Tbtib/ wit die KMchen, ^ 
MmskdUf Bimier^ Ap«iieiiro9en «imI Gtfiisse, rtissai. . . . ESttcr 
'mMi* Vtrkkung der inneren Oi^ne hat man den Tod vietar 
kidividaeB ftutusehreibeni w«icheil man frither und •chon langit 
fiir dit Foige 'dner Eraolititteruiig der LuR gebaiten hat, die 
voB der Ku^l in Bewegung geselfti wird, wenn dieselbe an 
vtraclMedenen Theilcii nnavres Kdrpers vorbmtreift «md sie 
dadureh veriiiidert oder auoli die zutn Aihmen bestimmie Luft- 
sanlcf weiehe eben atir AUmuing in die Briisl dringen soil, 
afaecbneidet. Diese AiMtehi ist iswar von vielen i>erQbmieii 
OfairavgM nnd von den meialen Phyaikcvn verlheidigl wooden. 
Man mrd ober ilme Faltohheii leithi einsehen, wenn^ aMtti 
l^'die Riohiung and d«i Weg derfeattn und harten Kdrferund 
ihre BdBiehBng ku den lofiftrmigen, die man sie durohichnei- 
dcnr lii£N^ beMebtei^ se wie aneh 2) die innern VerielEungen 
m den LeMien der kidt^iduen, deren T«d der von der Kugel 
in Bewegung geaetalen L«fk cugeaehrieben •wird, mid 3) end- 
lieh die Eigensehalben der elaatisdien Subeiamen, wie die 
Biibder^ die Zellgewebe u. 9. w., mH dehen die Kugel in Be- 
lillMruiig kooimi: Larrey sagi ferner, dafa die von der Kiig^l 
verdrittgie-Luft naoh • alien Seiken ausweiche* und -sieh ndl der 
geBaoauiien AlnoapMire misehe, deahalb' y,aeieii auoh die 
WiritBn^A dei- elaaiiach'flusaigeii Umgebm^eo cba KArpeis 
volik#niinen versehwmdend, und die geringate Kerreiasung in 
4ta 'Theilen dee menseliliohen Korpera nur dar direkten- Be- 
ridnmng der Kugel ztsuaehreiben.*' 

Dttpuytren's' beAreillnide Aeasserungen Iraten wie folgi^: 
,4^1dHrere andre merkwfirdige Eracbeinungen erkliren aich 
dareb die versckiedene Ekatisiiai der Organe. Sine Kogoi, 
■derca Geaehwiodigkeii betrachllich vennindert ist, iriftl schvig 
gegen eine runde Oberflache, wie z. B. die Uiifte, und aelil 
alMti W^ iwrif 'ohne' a«f den'Hoae» der gelroffenen Person 
aioo'Sptir an InateKlasaeD. Das Glied iai doMioeb eralarrtund 

*) Lemons oralei de cthiique cbirorgicale, faitei k THotel-Bieir de-t*«Ht 
par Mr. ie Bn-OA Da^^reiu T. U. Pativ IMI. pt. 4it; 

23* 



: 



341 PhyiiktHiDli ■ ■>thi>iifttliohin WiMiewMliafiteA. 



^dalmt w^ideo^ dsr Gi^troffeM iat umgelidyieii 
Ualersuchufig 4er Hulte fimUt man sie gehirocl 
ivmehto Th^e su 3rei gewordeS) obgleioh d« 
. verbizt seheiAt Dies erklari gieb dadurch^ dafa 
in dem AugenbUoke wo sie galroSen werden, 
ekiem gaspaanlen Zustande sind, der ate serre 
Die Haui, welehe sie umgiebii reiaai uehi so le 
widersteht sie s<^g«r volktaDdig, wahrend die ui 
Theile gequelscht und sMsrrissen werden. Wenn 
Gliedea, die Brust von dieser ungeheuren Erach 
trofen wird , so kann ein augeftbiicklicher Tod 
ffeasen Ursache nur durcfa eine aiiftnevksasie chii 
Ursvcbung nacbgewiesen werden. In aolchen Fa 
die Wunde detn sogenannten ^Kugelwinde" si 
d. h. .der durcfa das Geschoss gewaltsam Yertrii 
Diese Ifeinuog Ui awar bei den Soldaien sehr y^ 
deaaett, wie wir eben gesehen haben, dorebaus i 

Einige andere Aerste^ welehe die obne' Bei 
den Kugeln auu^enblen Wirkungen als au^emacl 
i^f haben sie fiieht durch die Compreasioiii der I 
dureh^-eiwas andem Uraaehen erkliirt So haben z, 
BusQh angcttooimen, dais die bei dem Korper ^o 
Kugel emen leeroi Raum hinler sich kaae. Die 
dann von aHea Seiten und daher auch aua den 
verwandeten Korpers in dieaen Raum und k5nti 
letitern Umstand betrachtliche innere Verletzungen 
Noeh andere Aerzte haben gar angenommen , da 
bei ihrer Bewegung in dem GeschuiE und in der 
irisch werde, und daim durch die so erlangte EU 
den £&tper wirke. .£a sind diea Anaiehten, w* 
emsten Wideriegtmg bedurfien. 

Wir haben achon efaen erwihnt, dars vieie F 
aind, in denen die vorgekommenen Goniusionen m 
'^ mittelbare Beruhrung der Kugel, keineswegs aber 



■« III " 



CiMlitiH Handteck der Cinrargie. W»«?»» 168f. p.ai; 



Untereocbmiftii iNf 4ie Craaoh dm ^6gfmtmml»n G^tiitionen. 346 

Einflufs der Ldft erklarbar sehmn^s. Dennodi komte aber di* 
bergebrachte Meinung iiber die Contusionen offenbmr mir dif 
durch widerlegt und die von Larrey, Dupuytren und Moier 
gegebene Erktarung nur dadurch bestatigt werden, dafs man 
die Nothwendigkeit etner Berbhrang der Kugel mil dem Kdrper 
and die Unzillanglichkeit ihrer Einwirkung aus der Feme, fur 
alle beobacbleten Yerwundungen nachwies. Auf die enige- 
gengesettien Einafalungen von .Augenzeugen oder gar von den 
Verletzten selbst, hatte man dann gar kein Gewichi mehr zu 
legen, denn ein hefUg Erschreckter hi nicht im Siande zu 
beobachteUy was seinen Empfindungen zii Oruode liegt, und 
ein Danebenstehender kann erst recht nicbt sehen-, ob durch 
den Weg einer Kugel die Beriihrung eines bestimmien Punkts 
odar nur ein auberst naher Voriibergang vor demselben ver- 
anlafsl wurde. Die Frage iiber die Contusipnen konnle aber 
nun gam wohl auf dem Wege des Experimentes entschie- 
den werden. Wenn niinilich die allgemein angenommene 
Ansicht richlig ware, so mufste die von einer Kanonei^ugel 
in Bewegung gesetzle Luft ein so betrachlliches Qaechani* 
sches Moment besitzen, dafs es nur darauf ankam, die wirk- 
licfa vorhandene GroCse dieses Momenles zu messen und da- 
nach zu beurlheilen, ob es im Stande ^ei die beobachteien 
Contusionen zu bewirken. 

Der Professor der Petersburger Medico -chirurg. Akademie, 
Hr. E. W. Pe]ikan, mil dem der Verf. diesen Gegenstand oft 
bespr'ochen batte, entschlosa sich zur Austeilung der betreffen- 
den Versuche, und nachdem die dazu nothige Unierstiitzung 
der Behorden zugesagt war, wurde ^aweljew zur TheUnahme 
an denselben eingeladen. 

Herr Pelikan beabsichtigte zuerst mit lebenden Wesen zu 
experimentiren. Wegen der betrachtlichen Schwierigkeiten, die 
sich auf diesem Wege darboten, wurde aber sodann beschlos- 
sen, die Wirkung der Kugel an einem von S. vorgeschla- 
genen Apparat zu beobachten. Diese Vorrichtung liefert zwar 
keia ^enaues Mafs der Kraft, welche die von der Kugel durch* 
schuifciene Lufl ausiibi; sie ist aber Mthr m^U im Sl«ide zu 



r I 



346 



¥kifAkmybtk^m%^kemfHiwttm Wfowmelmftm. 



&cig«tf» ob ibese Kraft so grofii> bi wtci dU lietiba^ 
ittiioiiea verlaogen. 



♦i 




Sie besleht, wie die vorslehende Zeichnung darstelf 
innen hohlen Cylinder von Eisenblech abd, Dersel 
lang tiber feiner Basis von 20 Zoll Durchmesser. 
Cylinder und parallel mil dessen Axe ist ein Sten 
lich, welcher aus der kreisriinden Platte bb und 
zu derselben an ihr befestigten Stange bed besi 
Stange bewegt sich moglichst frei durch einen R 
eher die Mitte der Krelizslabe mnpq einnimtnt, 
nach ihrem Austritl aus dem Cylinder zweimal un 
Winkel gebogen. Am Ende ihies aufsern Theiles 
Bleistift befesligt, welcher, wenn sich der Stem 
einen Strich auf dem Papier macht, mil dem die Aul 
Cylinder bedeckt ist. per Stempel, d. h. di6 Pjf 
die mit ihr zusammenhangende Stange, bewegt 
geringer Reibung, dafs ein leichler Druck mit < 
hitlreicht, urn ihn in das Innere des Cylinders zii 
Wahrend des Versuchs war der Apparat unbewegl 
hblzemen Unterlage / befestigt und so gelegt, daf 
horizontal und dabei theils senkrecht gegen eine V 



*) Aocb ein etwaiges Stromen der Loft aus dem Inner 
ders nach anssen konnte er, wie spSter erwabnt wird, 

Toraiistftoii^ «BUciiMeii. 



Untorsnehonf mi aimr ^ Umdft d«r sogpraaimten CenhitioneB. 347 

Ku^ tkeib witer eineai andein Winkel gegen dieselbe geneigt 
war. Mtt aiMlem WtHrten heiasi dies, dafs dSe Platte bb iminer 
irjtrlitai sland und d»bei tiietld parallel mit der Kugelbahn, iheils 
solifig gegen' dieselbe stand. 

Die Vermidie selbst wurden aaf dem Wolkowoe - pole bei 
Pelenbarg unier Leitong des GeneraHieutenanl der Artillerie 
fhimi Ljadin M> 28. Februar, 6. and 26. Marz 1857 angestellt. 
A«ft der folgenden Zeichnung ersieht man die Stellung des 
b#8elMriebenen Apparates und der Kanone aus der gesehossen 
wurde. 





J stelli das GeschQtz und zwar ein einpudiges (40pfundige8 *)) 
Einhorn vor; SB eine Balkenzimmerung ; abh einen Bret- 
terschirm, in dem eine kleine runde Oeffnung b von 16 Zof! 
Dnrchmesser angebraehtist; gcd einen diesem gleichenSchirm, 
in dem durch die Kugel selbst, eine Oeffnung c geschlagen 
wurde. Der Mittelpunkt der beiden Oeffnungen b und e zeigt 
zwei Punkte der Kugelbahn be*), und somit auch die Ent- 
fernung in der dieselbe vor dem Apparat vorbeiging, welcher 
entweder hinter der Zimmerung in iT oder sonst irgehdwo 
bei L aufgestellt wurde. Der Abstand der Schirme betrtig 
Vrji Fufs. 



*) Bs sind bier (or die Gewicbtoangaben 1 Rnit. Pfond «s 0^8758 PrevM. Pfd. 
ond far die Ma(ie 1 Ross. FuTs »1 Rfigl. Fofs » 0,9383 Faf. F. ate 
BinMttti b^bebalten. B, 

«) liatiMleii Mr niberan^waita in so wait aia etfOnaar Dmcbgaag 
deieh h ailgdboBiBiaii warden kann. B* 



348 PhyiiMiich - ipatii«^m»tiKj!ui Wi«#6iiMi|ar4ea« 

Damit die Pqlvergaae luf ht avi den Apparal wirken kotio* 
ten, stajDd das Geschiiiz. bei alien 3 Versuchareihea um 49 Fuiia 
vor dem eraien Schirui, Diese EoUeriumg hat maD in Folge 
der umstandlichen Versuche gewabit, welche in den Jahi^en 
1843 und 1844 von dem Major Mordecai in dein^ Arsenal von 
Washington gemacht wurden ^). Di^ae Yerauebe haben ge* 
seigty dafs bei Schussen aus einem 32(rfundigi^n Gesebutst iBttI 
dessen voUer Ladung von 10 Pfund Pulvfsr, die Puiy^rgase 
auf den Recipienlen des ballistiscben Pendels kc^ineq EaftAuas 
zeigen, wenn derselbe um'48 (Pariser?) Fufs, d. h. nidie aa 
49 Engl. Fufs, absteht und durch einen Schirm geschutst 
ist, in dem sich eine Oeffnung fiir den Durcbgang der Kugel 
befindet. 

Ein 40pfundiges Einhorn erfordert zu voUer Ladting 7 Pfund 
Pulver und enheiU dann der 40pfundigen fiombe eiae An- 
fangsgeschwindigkeit von 1290 Fufs in der SekiHide. In4400 
Fufs Abstand vom Geschiiiz wird diese Geachwindigkeit, der 
Rl^chnung nach, zu 956 Fufs in der Sekunde. Die aus Ver- 
suchen geschlossene Abhangigkeit zwischen der Ladung und 
der Anfangsgeschwindigkeit^ ergiebt nun, dads eine 4Ppfundige 
Bombe durch eine Ladung mil 4 Pfund Pulver die Anfanga* 
geschwindigkeil von 956 Fufs in der Sekunde erhalt. Eben 
diese Ladung wurde bei' den zwei erslen Versucbsreihen ange- 
wendet. Nimmt man aber an, dais die Geschwindigkeil der 
Kugel innerhalb der erslen 49 bis 70 Fuis ihrer Bahn nichl 
merklich geanderl wird, so bewegle sich die Kugel ^eben un- 
serm Apparale mil derselben Geschwindigkeil mil der sie^ bei 
voUer Ladung des Geschiitzes, bis auf 1400 Fulis von dem- 
selben gelangl ware *), d. h. mil andern Worten^ dafs die Kugel 
neben unserem Apparal dieselbe Geschwindigkeit besafs, mil 
der sie hinter der zweilen Parallele der Beiagerungswerke ein- 

') Mordecai, Experiences sar les ponilres de guerre, faites h Tars^nal 
de Washington. Paris 1846. p. 32. 

*) AUe diese Angaben nber die Geschalzladnngen and Ragelgeschwia- 
digkeitea verdaaken war dam Searaiaiff Ton Artillaria^Oafliit^ Harm 
Gorlow. Ann. d. Vavf. 



Unteraacbasfeii itar dM* UimmIi 4m tefi Miiw i tw i Gotttotioiieii. 349 

tiiA, W0tiii tieh tktf Gesohjito auf eiivem der Fcitungsweiite 



* 

4 



Erste Versuchsreihe 1857. Pebruar 28. 

Bbr atten Atol- VtrauclKii dieter Reihe stand der Apparat 
hinter der Ziminerong in JT, um 3 Zoll hinter der Verlange^ 
rvng der- Vorderflaclie ef dieter Zimmemng. Zn Anfang der 
Vertuche xeigte sich bei Besichtigang der Apparate, dafs die 
Verlederung, welche den Rand des Stempels umgab, um den- 
fttlben JR dem Cylinder dioht gebend eu machen, durch Regen 
iiftd {eiichtat Wetter ge<}ttoUen war and daher die freie Be^ 
w^fttiig ier Silai»ge -verhinderte. Dtete Verlederung wurde 
d^er ahgefteoMnen und et entatattd dadureh ein Zwischen^ 
muoi »mt<dien 4e«i Rande des Stempels ond der innern Fbiehe 
d«t Cylinders. Naohd«n wir una oberzeugt batten, daCi mm 
dureh die kleitttte Krift ewe sehr betraebtliche Bewegimg det 
AlmEq>elt etfo%te, wwde dertelbe vor jedem Versuch an das 
inhrrflit Khditj h^ dea CyUnder gebraeht und dieae Stellang 
Ml ddtaen Aiiiteiiflache duroh einen Stricb beieiohnet. Naek 
SeettdtgtH^ det Vensuchs' konnte daher das Bleistift jede Ver^ 
•eUebimg des Stempels durch einenf neuen Strich zu erkennen 

flekeii. 

. Beim eraten Seh«8s ging die Kugel um etwa drei ZeU 
von detti Stempel und etwas unterhalb seines Mitlelpunkles 
<f#rbei» Der Stempel anderte aeine Lage dArchana nicht. 

Beim aweiten Sehuss erfolgten dieaelben Erscheinunge*. 
Beim dritlen Schuaa trat der Stempel um 3,25 Linien naoh 
amaen ana dem Cylinder. Bei Betichtigung des Apparates 
ond der Ziimnerung aeigte aichy dafs die Kugel die Vorder^ 
flKebe e/ der ktxteren geachlagen und von derselben einige 
Sp«lme gerisaMi batte* Diese Spahne wurden gegen den Ap- 
parat geaehleadert und hatteo den Mantel dea Cylinders naeh 
imen gebegen, wodurch dami aucb ein Vorschreiten des SteOK 
pels erfolgen konnte. Der Cylinder wurde kierauf durch Ham^ 
merseUiige gemde gerichlet und der Stempel in seine aofSng^ 
ibdie AitgejMiritekgaliraebt. Beim fiiiifteR Sclmse bexiihxie die 



f 

K«igol die AuaseBflaehe liei Staitipdt, sdminiiiie luePBi Ae^ 

selbe und xerriss fi(!e dann, indem sie einen Rand der-Placbe 

nach innen bog und die rechte Seite des ^pp^rates serlnim- 

merte. Der Ring, welcher diesen- am aufsern Ende umgab, 

sprang ziun TImiI ab> und der Sleaipel bew^gie neh im zwei 

Z^ nach innen. 

Die Verauche wur«len bieraof fiir dieien Tig ^scMose^i* 

• . ' » 

Zweite Versuchsreihe 1857, Marz 6. 

i. Versueh. Hinler der Zioiiiiening £B wnnde) vm* 
sehen deraelben und dem sweite&Sehfrme gcd^ ein AbscMag 
l^ebani und in diesem ein lebendes Pferd aogebiinilen.. Dieses 
wurde namenilich mit dem Kopf gegeii die ^Ummemng MB 
fekchrl und mil seinen Fuiaen so an die Balken des Veniehlages 
gebunden, dafs seine linke SeMe um 6>Zoll von einer £bene, 
welcbe die VerJ&ngerung der Vovderfbehe de? Zimmerang 
<faildele, absland. Nach dem Schusse befsnd mch die gei^ennte 
£eite des Pferdes in nw 1 ZoU Abshind rea eben di^er Ebciie 
ttnd derPfosten des AbseblageSi an den man ^diis linke Hiater* 
bein gelmnden hatte, zagte sich durch die Kngel bescbidigi, 
se- dais die Kugel in nicht mehr ais 2 Mnien Abstand vob 
diesem Beine vorbeigeflogen sein konnte. Auch konnte das* 
selbe seiner Lege nach sn sehliefsen, gai» wohl durch Hols* 
iqilitter beschadigi worden san. Als nami das Pfevd heruni«- 
fiihrte , lian^ es sich aber vdlkomoien geeand Es Irai nit 
imn iinken Hinteribfe ganz fest auf, war voUkemnicii ruhig 
■und frafs die ibm dargefaolene Porzion Ben mit grMsler Be- 
gterde« Der Abschlag wurde darauf weggeratimi und der be» 
schriebene Apparat wieder an dersetben Stelle iiad in dersei^ 
hen Lage aufgestelit wie bei den Vecsuehm der anienReiiie. 

2. Versueh. An der Unterkige desAppavales war ewe 
in einem Hohrabmen gefassie v9erecligeGlasseheibe^befesiigl. 
Dtese Scheibe lag der Oberflache des Stengels paraUel und 
ebenso wie diese um 3 ZoU hinter der VefUingenn^ des Vor- 
deHheiles e/ der ZimBieruAg* Nach dtm Sehosse ^ia&d sich, 
4ttrs die Kugsl ^» Br etterbekteidung des (Bmiiermy a^im Theil 






f^efttBSM und mil ^eti ebtskindeiiefi TreHninteni das Ghis iit 
kleine SKicke serschlagen, so wit aodi von dem anteren Brett 
de^ Riktenefl, in den es gefasst war, einStSck abgerissen haite. 
Hi€i%ti war aber der Stempel durehaus unbewegt g^Beben. 

3. Versuch. Dfer Apparat wurd^ hinter denr vorderen 
Sf^iftn in L aufgesteUt, so dafs die Kugelbahn ewisi^n Ibtn 
und dem Vorderrand ef der Zimmerung «u liegetf kam. 2a* 
gteieh wtir die Oberflache des Stempets um 5^ gegen ef ge- 
Heigl, so dalis der yon dem Geschutz enlfemteste Rand des- 
ikMren nm I2jb Zoil, ^ dem GeschHtse stmichal getegene 
Raiid aber um 14,5 Zdi TOn ef abstand. Von einer dmrli 
Ae* liittelptlnki der OdTnong b parallel mil der Yorderfliebe 
der Zlmmernng gecogenen Linie waren die genannlen Rander 
cfe^ SiMipei respective um 4,5 und 6,5 Zoll entfemt Naeb 
dem Schusse zeigle sich, dafs dieKugel ein Brett des Sehirmoi 
bli^atlsrgerissen und dab die StUeke d^s^fteti ' den Cylinder 
des Apparates getreVen, denselben etwas besehadigl und das 
QfiM in feitie Trimm^ seraeMagen batten. 

'4. Versucb. Nacb erfolgter Ausbesserung, wurde der 
Apparat in Aes€%e Lage jgebraeht, ji^ocb so, Ms der dem 
^^cbytz cunSebst gelegene ulid am wdteslen von ibm ab^. 
stifelietide Rand des Sl^mpeb , von der Vorderwand der Zho* 
tnerung e/>etfpecflve 29^ and 17,5 Zoll abstanden. Die Ober* 
flaehe des Stempel war daber gegen ef etwa 9t^ g^^igV. 
Der Sfompel rfiekle durcb den Sdiofls um 9,5 Zolf nach innen, 
wahr«fld der Apparat vMig unbesehidigt gebiieben war. 

5. Versucb. Die Stellung des Apparats war genau so 
wie wabrend der vorigen Versuebe. Der Stempel ging am 
QlyS Liaien naeh ibmii ^). . 

%, Versueb. Die Axe des Apparates wurde senkrecbt 
gegen die Vorderwand ef und daber die Stempelobefflacbe 
parallel mit derselben gelegt. Der Abstand der Stempelober- 



') leh bMMffte, laii Se Ajiga^mi iber dieMn V^rMoh ad 4tn ¥or- 
ktff|P»heMka -rafii ipn Rmm. 9htm to tvlUemd ^eitdiMem md, wfe 
.:yer ud d c aa ac h eb«i to mierklirl liliit— t - . {Iw-VoteM. 



1 • 



i 



tSit Pb9»ik»liMli- mtUiMiMitfcwln WipieMflliall«». 

flacb6 yon d«r KageU^fthn batnig 11^ Zi$lU Der Stempel 
derU aeine Lage durcKaus nicbt. 

7. V.ersuch. D»r dem GescbiiUe sug0w«n4l« imd 
ihoi abgewandle Rand dea Stempela lagfo beEiebung^w 
38 and 22 Zoll von e/^ so dab die Slempeloberflache- vlwo 
gegen ef geneigl war. Der Siampel schien aich wsk 0,2£ 
man bewegi xu haben. 

8. Yersuch. Der Apparat wurde lualer die Ziounei 
nach JC gebracht und daaelbst so ai^gestelU, dafs der 
Zimaierung zugekebrie und der vAd ibr abgetwandie f 
des Stempels respective 1 Zoll uod 14^5 Zcril von der ^ 
langeriuig von ef abstanden. Die«Kuge| tral den Apf 
und xersbbrte die liake Seite des Cylindera und den ^ai 
^empei ^). Die Verauohf warden daher fiir dieses ii^a] 
geg^ben. 

Eei beiden beachriebtoen Versucfaartiben erfolglen 
SobUase wie scbon gesagi nicbt mit der voUeo l^Jidung 
Einhorn, d. h. nicbt mil 7 aondeirn niur mit 4 Pfuad Pu 
^od die Gescbwindigkeil der Kugel beirug iaher be<iin ^ 
Bbergang .an dem Apparat 956 FuCb in der Sekunde. Ks | 
daher noch iibrig, die Wirkung der Kagel auf den Am 
bei voUer Ladung des Gescbutzes uAd der durch dieee 
wirkben Gescbwindigkeii von 1290 Fnfs in der Sekunde 
unieKsucheB. 

Zu diesem Ende wurde am 26k Miirz eiae driUe R 
von Verauchen auagefphrl, b^ denen die volte L»aulwur 



*) aier wUfwcbte man doch erklSrt, wie ein Theil der Kogelball^ 
mehr als 1 Zoll hinter der. dorcb ef beaattliaeteii Verfilifti.i 
liegen ktnale, wilireii4 do«h vm kmmr Zentofeng ^^ Mmmi 
innwrbalb dieaor Ebene die Rtde ovd daber aiitiiiiet)tQ^2& iat 
die Kogelbabn bit uber die Zimjnerang binaos yor der V ^ 
Ebene ef gelegen bat. War ei moglicb, daft der I>urcli«chi^ 
Kogelbabn mit ef, zwitcben dem Ende der Zimmemng Qncl d iM 
4och ifoW Mbr naben, Apparate g«leg<en battel — ^ B<HMa tniic^ 
j grade a«£ Qtmnd ittgies Yereaebea eine obne Berfilif«|||. ^^^ 



7 Pfimid Polvtr Mgew«ndel| im fibi%eii aber, so wie frOlNfr 
▼erfahren wurde. Die Empfindlichkeit des Apparates war bei 
ikm^ti VeiBQclMii nack eilidlil watdati, indein man die innere 
jn&dke dea CyMfidMra nrii Talg gescbiDiett halle. Der Stempel 
bewegte aieh n«ii' dofeh eiiie noeh kleinere Kraft als frfiher. 
i. Varsucb. Dar Apfaral wurda hmter der Zimmermg 
in JT so aufgastellt, dafs seine Oberflache mil der Vorderwand «/ 
daraalben |MMHat und einan kalben Zall hinler dereH Verlan- 
ganittg lag. IKe Kugel flog in 8 Zoll Abstand von dem Stempel 
and bewagle denaelbeB «a> SLinien nacb innen. 

2. Veranclu Daim iweiten Schuss bUieb der Apparal 
an deraelben Stelle und in dersalben Lage. Die Kngelbabli 
lag M^Z«B vor deaiSteiBprf ond dieser blieb nnbewegt 

3. Yersneh. Beim dritien Schusa (and doch wobl bei 
gleidier Lage das Apparatea? d. Uebers.) lag die Kugelbahn 
7y5 Zoll Tor dem Stempel und derselbe wurde um 3 Linien 
ainwikia Ibeiwtgt. 

4. y ersuch. Der Apparat blieb an derselben Stelle, wurde 
abar ae gale^, dab der dem GeschMse togekdirte und der 
von ibm abgewandte Rand des Slempeis respective um 13 
mid 8 ZoH von def VortSBgerung von ef abstanden, oder, was 
daasoHie aagt, der Siempal um I&' gegen diese Flikhe geneigt 
war. Die Kugel flog vor dem Apparat in derselben Entfer- 
Bumg vorbeiy m weleber 'dieter von ef lag *) und bewegte 
dan Stottfal um 4 Umea naah iuen. 

& Veraueb. Ontar denselben UmstHndan wurde der 
Stempel um 5,6 Linien- einwSrta bewegt. 

6. VarauciL Dai derseftan Lage dea Apparates lag die 
Kugelbabn respective 18 Zoll und 13 Zoll von dem Rande des 
Stenapefe, dam aia xvarai und von dem, d^n aie zulelst ge- 



«) HienMwk lultte dieBahii in 10,5 Zoll Ton id«m Mittdpaiikt det StMo- 
p«li f^egvik & Ilmhi dietet docb aber, eiaigtnuAlMa «lr«ag ge- 
Roomes^ tkt ktiaes Puakt 4cv Kugel ftatt gofasaiMi iMikta, weil tich 
|Miaec-4ieMr FanlBlc i» der BbMC tf %ew«gMi keMNle, ' •hue die 
ZteflMnmg mehr odcr wemiger zn xentdaea* 0* Ue^eri. 






^ 



*' 






35^ ,JWini*a»wk^4M*^iii»«^ ' 

7. Ve wu€h. Der AK^rM $Ulid m i* iw» 3*»i* * ^ 

biiiM* dem «5iste» Schirm. Die Vorderflacba d0* Stoi»p<a« 
paralM mit der Ebene 4?/ uad 23,6 ioU vf» dewelfeen 
feoit N?ich dfim Schiwse faiid jmn 4ie Lage de« Stem 

8. Versuch. Die Vordefflache d«a SienfMis war 
370 gegen di§ Vordeiflfiahe e/ der ZimiMruiig uad m 
auch gegen die Kttgelbahn geneigl mi %^9m€imn 29 Si^U 
17 ZoU vQii e/ entfetnt Der Slea^el fceivegle aieli wto 8,J 

jiieB eiaviarU. 

9. Versu^ch. Uiaer denaei^ Uawlindw Wwegfte 

der Siempel una 4 Lioien* 

10. Versuch. Der Apparal wurde «m 7 F^fi» h 
dem ei^l^u Schirm, im ubrig^ aber ao wie hei den voi 
Versuchen aufgeslelll. Der Slempel bewegle mck «m 6, 

nien einwaris. 

11. Versuch. Uftter denaelben Uoislitodw bew^f^i 
der S(emp^l una Sfi JLiniea *) einwarU. 

12. Vc^rsuch. Der Apparal wurde 19. Fmlk tmAer 
Scbicro aufgeateltt* Der Stenapel U^wtgte aieh 6 liiaten 

warka* 

13. Veraucb. Die Lage 4ea ApjMHrMaa war «o wie 

lUen Versuch *). Die Kugel Iraf gcgw *e ZiuMa^riing 
gl$b mh daduri]^ aus ibrer urapriiBg^lien Riohfttang uii 
reichte den Apparat, den aie, eb^ uo wie A^^sen Uaierlaj 
Sjtucke jW?acWiig. Die. Varaae^ wlirden hi^cairf ^n^ea 



-•— !- 



*) 4cb a^biae any ^& iMa so snlMitn^abe a«H»ia«4«r ^Wernh] 
drucktea Angabe ,,80,5" dei RuMitehen AoftaUes. 
i ^^y So steht im Russischen; vielleicht aber yerdruckt anatatt im 

i Versnohe, --■ deim weHA d«r Steinpeli to wie bei deat tO«»fi nwh 

I Vewncbe, imr 7 Fqfe bintec a«iii «»lea fiohirni •aleg^^n ^a^ 

! i' iMn i^ Ms a»6 FttCi von der anwrwig abgettMdMi b&Uc^ «o 

I ilt» dw .Kagtl^bii ia^ RUoeheitirsn iFaiiMdIesvr ZliniMam« 

i iawN trMicbt bab«fi« < . ^ ^^ .MJm^ti 



Uatersodmiiili 



I^MtnsiMMB. SSS 



■oeb fiiMDal iibemdiUieh mscmmen eln- fimr die 
MriSsse, Hdie der Verf. dwaaf lagMiidtt , nuUMlen. 



I>er Stempel 



Seknndenge- 
fchwindigkeit 
der Kngel 
956 Foft' 



Sekiind^nge- 
bwisdigkeit 
der Kngel 
1290 Fofs 



iit 



▼on der | gc^en die 

Bahn 
Milfenit 



bewegt 

•ieh 
eiavarts 






^m isl unler detail 'Uinal^den eiaigerintfliien wahrschein- 
Hcb, vdewohl noch ktineswegs faewiesen, dafs die Bewegangen 
AiB SMfipek mil dtr Gescbmad^kcft der Kogd lagenommen 
hmhem. UngtfShr ebraso Terfattiles aich mil der AbhStigigfceil in 
der Se Bewegmg des Sleoipeia von semer Neignng gegen die 
Kugetbaim za steben schdnt. Die Versuche bd der kleinei'en 
OesclmJnd%keit, welche liberhaupl nicht viel beweken, ma^ 
eine f#lche AUifingif^it niciii einmal wahraefaeinlich, 

u»lawr diMB hei der gri^lseren Geschwindigkeil aiigesteU- 



I' 



Mi ^h|> ilr i li idit.n u i tt tii > <i nh e Wm 

Wsy u^Mbm 4algr nmr dk m 0* Kfigmig giUMgea^ 
rend at» den iibrigcn VeEsucbeii liQchsleDs gft«bblo(i8«& n 
kann, da£i ein Zuwtehs der Naignag von 16^ bk cu 3 
einen vod den Beobachtungsfehlern noch nicht trennbarc 
fiufs auf die Bewegung des Stempels ausubt DaGs d 
iiberhaupt eine Bewegung des Stempels durch die voi 
gende Kugel statt £ndet und dafs dieselbe von der Ku( 
abwaris gerichtel ist, haben die in Rede atehenden V 
wohl iiber jeden Zweifel erhoben. 



Herr Saweljew halt^ hiermit nahe ubeireinatiminenc 
eben dieaa Vecsucbe fuc erwi#ae»^ 

1) dajb <fie Kugel der von ihr verdrangten und su^aa 
driieklen Luft ein inechanisches Moment erlheile, 
auf die in ihr befindlichen Korper wirken kann; 

2) dafs diese Einwirkung in einer senki*echt gegen 
gelbahn gewfihllenRichtvng, mir in roafeig^n En 
gen und, nach den Verauchen, nam^ntKch nicht 
14,5 Zoll fuhlbar ist, 

3) dais dieaelbe nach versckiedenen Riehtungen vei 
^ und ( wie ei a priori i^ahrscheinlieh sei ) , an\ 

nach derjeni|;en erschiee^ nach welcher sich d 
bewegle, 
dais endlich 4) die Kraftausaerung, tu Welcher die L 
eine in ihr bewegte Kanonenkugel veranlassi v 
goring isi und keiHerlei wahro^unbare WirkuBi 
menachlichen Korper ausubt konae. . 
Oer Verfasser sagt daruber: die Bewe^ng des 
welche der Vorubei^ang der Kugel bei lUMem V«rsu 
anlafste, betrug 8,5 Linien, wahrmd ^der kteinate tin« 
menschlicben K5rper kaum f^hlbare Schlag mi^ j^ 
im Stande war den Stempel um mehrere Zoll «u 
Man scheint deshalb beredbiligt stt schliefgen, dais d 
eines MiMi^chen durdi den beUebig naben ^^riibmra 



Untertachangen aber die Uraach der sogenaimteB Contatioaen. 357 

Kanoneokugei durchaus nicht beschadigt werden kdnne and 

dais man folglich 

die CoolusioBen keineswegs der Wirkung der Luft, son- 
dern nur einer direkten Berilhrung zwischen der Kugel 
imd dem Kdrper zuzuschreiben habe. 

Dieses gilt wenigstens, nach dem Urtheil des Verf. in mi* 

zweifelhafter Weise, fiir eine 40pfiindige Kugel, welche 1290 Fuis 

Sekundengeschwindigkeit besilzt. 



Neben ihrem pbysikalitcben Interetse konnten diese Versacbe za dem 
allgemeinen Bedten, welcbem die Heiikunde dienen soli, ft^lich nicbt tiel 
beitragen! Sie beweoen "liar, daCs aach die Contatlonirten aot aachwefs- 
barea GriiBden and daber not TpUkomaieiiefli R«dite ater^a, j^pak m9h$ 
man nun, daia die Ton der sogenanntm Kriegiknos( nnd KriegtwiaaeQ- 
tohaft beabsicbtigte Todtungund Zermalnuuig mogUcbai Yieler Menacbeii, 
in noch etwas direkterer Wei^, als man bisber annabm, yurAuifubmng 
komml. ' 1^ 



Ermaus Rus5. Arcliiv. BJ.Wil. 11. :t. 9^ 



Die Rennthierzuchtjn Lappland *) 



"I 



» 



r 



■ * 
Das Rennthicr ist eh^mals des Lappen werlhvollste 
gewesen. In neuerer Zeil hat eine Vermindening dc 
den und Verarmung des Volkes begonnen. 

Die Begallungszeit dieses Thieres ist der "Herb 

allesle und slarksle Rennlhierhengst, welcher aino 

genannl wird, verwehrt es den schwacheren und j 

einem Weibchen nahe zu kommen. Die Rennihiersli 

im Friihling, genauer im Monat Mai. Wenn eine- 

jedem Friihling wirfl, so heissl sie alddu-, geschieh 

alle zwei oder drei Jahre, so heissl sie rodnu; eine \ 

bare aber wird stain a k genannt. Sobald ein R.enn 

worfen hat, verliert es seine Horner. Die jungen Fia 

nen bald ebenso flink laufen wie ihre Mutter. Je 

findet ihr eigenes Fiillen unler tausend anderen hera 

Rennlhierfiillen ist anfanglich an den Seilen rothbi 

schwarz am Riicken; so lang es diese Farbe hat, 

miesse. Schon im Herbsle seines Geburlsjahrs vers 

aber die rothe Farbe und es Irilt schwarzgrau an ih 

dann giebt man ihm den Namen tscherinak. D 

wachsenen Rennlhiere sirid grofstenlheils grau, eini 

licht an den Seilen und im iibrigen weiss, wied< 

») Au8 der in linnischer Sprache ertcheinenden Zeitschrift S 



Die Reanthierzacht in Lappland. 3SjQ 

vdllig weiss. Je Daher der Fruhling herankommt, deslo wei8»- 
licher wird das Rennthier, aber die neue Farbe dieses daim 
erhalty ist wieder scbwarzgrau. 

Die roeisten Thiere beiderlei Geschlecbts haben swei 
Horner, einige nur eins, imd diese nennt man abmel. Im 
Fruhling verlieren alle ihr Geweib. Bald nadMlem. das alte 
abgefallen, beginnt das neue zu keimen. AnfJMigs erscheinen 
an der Slirn zwei Auswiicbse wie schwarze Beulen; diese 
verlangern sich immer mehr und die sie beUeidende Haul 
erhall eine graulichle Farbung. Im Herbste ist das Geweih 
mil alien seinen Zacken ausgewaebsen und die Haut davon 
abgefallen; es erreicfat dann inimer ein Gewichi von zwansig 
Pfuud. Jedes Horn iai an der Warzel dicker und bat yiele 
Zacken mit breiten ExtremHaten die naan orde kietta nehnt. 
Zuweilen wacbstdas Geweib niederwarts und wird dem Thiere 
beim Fressen hinderlieh; alsdaton muss es abgehauen werden. 
Mit iluren grolsen Geweihen verwickehi sich die Rennthiere 
zuweilen in solchem Grade^ dass sie ohne menscMiche Bei* 
hiilfe kaum auseinander kommen wiirden. 

Das Fett des Rennthiers sitzt vornemlich an denHttften; 
mancher Hengst ist im Heribste so wohlgenabrt, dass er hand- 
breiten Speck auf den Htiften tragt. Zwei Arten Bremsen, 
deren Erzeuger das Thier selbst ist, quHlen es im Sondmer. 
Die Rennthiere sind schnell im Laufe und ausdauemd im 
Schwimmen. Zuweilen rennen sie aus ejgnem Antriebe bald 
Uerhin bald dorthin, einander auf den Hacken verfdigend: 
dies soil eine Veranderung des Welters ankundtgen. ImSora- 
mer, wenn die Hiize groOs ist, gehen die Rennthiere auf ^be 
Hiigel und schlagen mit den Fiifsen aus oder scharren, indem 
tte so sich abkiihien. Ihr besles Fuller ist das nach ihnen 
benannte Moos, das sie im Winter unter dem* Scbnee hervor- 
graben, wie hoch er auch liegen iB5ge. An Orlen, wo im 
Herbal eine Eiskrusle die Erde uberzogen hat, kann dasRenn- 
Ihier nicht ieben, denn es kriegt das £]s mit seinem gespal- 
lenen Hufe nicht entzwei. Im Sommer fressen sie auch Gras. 
Im Herbale suchl das Rennthier Erdschwamme, undim Winter 

24* . 



I 

I gOQ HUtornoMingniaCisclie WisMHicliaften. 

passi es Feldmaosen auf; diesen beissi es nur die K< 
und verzehrt sie, die Riiippfe aber lasst es auf den B 
den liegen. So lange Schnee liegt, ll^Bchen die Rec 
ihren Durst mit Schnee und nicht mit Wasser. 

Auf der Reiinibierhuk madien die Wdlfe viel zu s 
Die Hirlen miifisen immer im Freien ausharren', ^wie 
auch der Frosi sei; sorglose Hirten vergraben sich ; 
wekhen Schnee und schlafen darin wie in einem i 
^ Beite, wahrend der Wolf, die schone Gelegenbeii w 
tkirad, in ibrer Heerde wiith^ Man iiberlragi die 
'Knabea und Lohnknechten; ist der Eigenthumer aber 
dasa er nicht Kuechie halten kann, so nauss er seibs 
Die Hirtehhunde sind vortrefilich dressirt; wenn einaeln 
thiere von der Heerde abkoihniefl> so brauehi der Hirt n 
der Gegend hinzudeuten, und gleich setzt sich sein Hun 
wegung und treibt die verlaufeAen suriick. Im Sommer 
man dieHengste einem besonderen Hirten und die Stuie 
I beaonderen. Jeden Sommer lag lasst man die Sluten ei 

lang mit ungeschmiertem Enter weiden, damii ihre 
saugen kdnnen; dann treibt man erstere auf Biichsei 
weite vom Gebdft, in ein Gehege, wo die Weiber ih 
Eater mit Rennthierfett beschmieren, das sie in einer 
Bttcbse aus Birkenrinde am Giirtei tragen. Hierauf 4r( 
ste wieder auf die Weide und entziebt den Fiillen ein 
die Nahrung, denn an fettbescfamiertem Enter pflegen i 
ta saugen. Nach einigen Stunden werden die MiiUei 
in den Viehhof getrieben, wo man ihnen das Pelt ^ 
Enter abwascht, und sie zu eignem Gebrauche inelki 
wisse FuUen saugen selbst an fettbeschmiertem Euler 
legt man einen Maulkorb an. Wenn ein Rennthier si 
melken lassen will^ so wird es miltelst eines Riemseil 
Hornern festgebunden. Das Rennlbiei* giebt nicht sov 
wie die ^iege; doch gewinnt derLappe, wenn er ein 
Heerde besiUt, eine hinrdchende QuantitSt, um Kase 
zu konnen. 

Die Lappen schlaehten ihre Rennthiere^ um das 



Die Rennthierzncbt in Lappland.^ 361 

sur Speise und das Fell zur Kleidung zu bekommen. Beim 
Abliauten sonderl man das Fell der FCifse von dem iibrigen. 
Die Fiifse werden selten gleich beim Schlachten abgehautet; 
gewohnlich spater. Ist das Fell der Fiifise abgezogen, so be- 
legt man es an der Fleischseite mit langen Hobelspanen, da- 
nut es nicht Runzein bekomme und sich zusanunenziehe, son- 
dem glatt bleibe wahrend es trocknet 

Ist ein Lappe dergestalt verarmt, dass er nur eine kleine 
Heerde besitzt, so lasst er sie Andere die wohlhabender sind, 
mil ihrer eignen Heerde hiiten; er selbst gehi an's Iffeef und 
fangt Fische. Im Herbste ^reigQelt sicihs bisweilen, dass ein 
wildes Rennthier in eine Heerde eindringt ; sobald dieses von 
dem Hirten bemerkt wird, schielst er es augenblicklich nieder 
(warnm?). Es kommt jedoch vor, dass zahme Rennthiere vbn 
wiMen besprongen und tracbtig gemacht werden; ein w^ 
soleher Vermischong entstandenes FiiUen ist Udner »l8.4iMi 
voa wilden, aber grolser als das von zabmen Jlennlluerei% 
denn jene sind immer grof^er als di^se. Solcbe Bastsydk 
hdssen paevrre~ek. 



ArbeiteQ der Russischen geistUohen Mission 

zu Peking. 



I»« H I I ■ - ■«■ 



iLlie ^rsten zwei Biinde dieses sehr verdiensttfchen Unter- 
trehmens baben mr mehrfach benutzt und ausgebeuleL Man 
irergi. im 14ten Bande dieses Archivs die Arlikel *Ueber das 
Rechenbrelt der Chinesen* (von Hrn. Erman), und 'Ueber den 
Slammherren des Hauses TsMng und den Volksnamen der 
Mandju*; im 15ten das 'Leben des Buddha's Schakjamuni\ 
*Historische Skizze des alten Buddhismus^ ^China's Beziehun- 
gen zu Tibet', u. s. vv. Jelzl liegt uns der im J. 1857 er- 
schienene dritte Band vor. 

Unterdefs ist der Inhalt aller drei Bande hier in Berlin 
iibersetzt und edirt worden durch die Herren Oberlehrer Abel 
und Met^klenburg. Ohne diese Arbeit gelesen zu habeUi 
wollen wir die Treue und Genauigkeit der Ueberselzer ausser 
Zweifel stellen, konnen aber nicht umhin, zu bemerken, dafs 
man ohne Kenntnifs des chinesischen Lautsystems, ja ohne 
einen gewissen Grad von Bekannlschaft mit der chinesischen 
Sprache selber, in Gefahr geralh, die meisteii russisch ge- 
schriebenen chines. Worter fehlerhaft umzuschreiben, ja ganze 
Stellen falsch zu verstehen, besonders wo ein Ueberselzer 
aus dem Chinesischen elwas zu wortiich an seine Texte sich 
halt, was nicht sehen der Fall ist. In dem vorliegenden dritten 
Bande z. B. wird jedem , . der nur russisch versteht, ein auf 



Arbeiten der Knssischen goiitHcben Mifslon sd Peking. 3ig3 

S« 216, Z. 4 — 5 (v. u.) ung begegnender Satz als baaref CJti* 
sinn erseheinen. Der Sats lautet: CJIOBO ty&Bh Hy^KHd 
tipOH3HOCHmB noA'h ipOH-maHOMlb (buchstablich) das 
Wort guan murs man unter dem zjui-schen aussprechen. 
Was fur ein Ding mag das, rait keiner Silbe eriauterte Zjui- 
schen sein? Nun, es ist nichts Geringeres als eine Art von 
Belonung oder Stimmbiegung, die der fortgehende 
Accent (in Peking zjti-sclieng, denn so miifs man lesen) 
benamst wird, und welche wif in Europa mit dem Acutu^ 
bezeichnen. Das Wort guan — dies will der chines. Autor 
an besagter Stelle insinuiren — ist hier (im vorerwahnleh 
Sinne) mit dem Accente zjti zu sprecheh! Eineiin nbendllin* 
dischenLeser kann dieBemerkung alierdings gleichgiillig sein ^). 
Was nun die Schreibung cliinestscher Nanien imd W8rler 
iiach dem russischen Vorbilde aniangt, so ist diese (wie schon 
die offentlich aiigezeigten Ueberschriften der russischen Artikel 
nach der deutsehen Version ergeben) den Herreh A. und M. 
vollstandig mifslungen, da sie foigende wichtige Piinkte ausser 
Acht gelassen haben: 1) Der Russe behandelt Worter alter 
Sprachen, sofern sie als Eigennamen Dienste than, ganz wie 
russische, d. h. er declinirt sie nach russischem Numerus und 
russischen Beugefallen. So ist es denn auch mit chinesischen 
Worlern. Wer nun der letzteren Spracbe unkundig, den schiatzt 
nichts davor, dafs er bald ein chinesisches Element irgend 
eines Worles fur russisch halt, bald umgekehri: er versteht 
nicht abzugrenzen. 2) Der Russe schreibt das Chinesische 
nach gewissen orthographischen Grundsatzen, die man schlech* 
terdings kennen mufs , . widrigenfalls man eben durch die ge- 
naue Umschreibung den Leser von der richtigen Aussprache 



') Das Wort ^^ guan [kuan] hat, sofern es die Mannerm'dtze selbst 
bedeutety den gleichen Ton oder "^^ ^^ P*ing sebeng; er- 

bait es aber den fortg eben den oder -jp ^^ k*}a {zjitj 

scheii^, so bedeutet es; mU ^^«fier MiiUe bekleiden, siereld«ni 
aafsetzen. ^ 



364 HistoriMh-phitologiadie WiMOMCbftften. 

abfiihrly HM ihn derselben naber su bringen> uttd ihm dazu 
Aoch unnSibigen $cbrecken einjagt. Welcber Unvorbereitete 
wird z. B. nicht siuUig» wenn er auf ein Wort stoist, das mil 
HM (tsch+j7 ^^^^ ^^^ ^ (k + s) anfangt? Aber das ^rste 
dieser beiden Conglomerate slellt nichU anderes dar, als ein 
gelinderes Isch, und das zweite ein gelinderes z! Wollen 
wir also bei der Mundart von Peking (s. \v« u.) bleiben, so 
sebreiben wir (iir tsch+j am besten dj, und fiir z + s am 
beslen ds. Wie sind aber die russischen Kenner zu der on- 
behiilflichen Schreibung gekommen? Antwott: sie hat danim 
obgesiegt, weii man sonst jene Erweichungen des tsch mid 
z (ts) in tonischen (nach verwandten Lauten geordnelen) 
Worterbiichern von den entsprechenden harten Lauten ^u weit 
hatte trennen miissen , denn groCs ist bekannttich im Alphabete 
die Entfernung des d, j und (gelinden) s von tsch und s. 

Noch einige hierher geborehde orthographische Eigenhei- 
ten. Wenn ein chines. Wort auf n ansgeht und diesem in 
der russischen IJmschreibung ein starkes Jer folgt, so be- 
deutet letzteres nicht blofse Scharfung des n, sondern ver- 
wandelt n in ng, z. B. Mhh'B (nicht Min sondern Ming), 
llfin'b (nicht Zin sondern) Zing (Ts'ing). ^) Hat aber 
schliefsendes n ein schwaches Jer nach sich, so weiset dies 
auf den ganz gewohniichen Laut hin, und wenn der Nicht- 
kenner hier, an ein n mouille denkend, nj oder ii oder A 
fichreibt und spricht, so ist er auf dem Holzwege. Ferner — 
zeigt^sich uns ein chines. Wort oder der Auslaut eines solchen 
in russischer Schrift als lOH, so stellt diese Gruppii-ung ju 
dar, nicht jui (vgl. oben zjui fiir zjii); und gebraucht der 
Russe in chines. Wortern sein A^ so ist dieses in alien Fallen j a 
(nur hinter einem Consonanten in ja abgedampft) mit voU- 
kommen horbarem j, z. B. mJlHB tjan. 

Ein Beispiel von ^Verrussung' der Worter durch En* 
dungen. Der vorletzte Arlikel des dritlen Bandes ist betitelt: 



Mirtta 



*) Scfaoii die Schreibang Xoheoh% tur Hong-kong (s. B. S. 393) 
batte den Herren A. ond M. bieruber die Aogen ofihen lOUen. 



Arbeilen der Rvniscben gtiftHchen Mission zn Peking. 365 

Debet die Secle Dao^ow (^aocoB'B). Wer nicht ChU 
nesisch weifs, der wird, besonders ^^^nn er im Verlanfe des 
Artikels ^aocJU (Dao^y) als Nominativ gescbrieben findel, 
auf die Vermathung kommen, das chinetisehe Eieifaent reiehe 
inir bia a (inelus.): es sei Daoa oder allenfails Da-oa, in 
jedem Falie aber sich grdblieh irren. Das o gehort sum ersten 
Tbeile (dao), und a biidet mil y den zweiten (ay). Die 

' Zusammensetzung, aua^ d^o (Weg, Vernunfl, Name des 
oberslen Grundwesens) und jLf' ay (Lehrer),, bedeutetLehrer 

des Dao *). Es ist also hier das y (u) am Ende keioea- 
weges rusaischer Plural-Nominativ, und doch behandell ea de^ 
ruasiacbe Uebersetzer wie einen solchen, sonat batte er ea 
da, wo er den Geniliv ploralia seiner Muttersprache dranbangt 
(d. h. in Daoaow), nicht ausfoUen lassen* 

Was die russische Orthagrapbie chinesischer Wdrter sonat 
noch auseeicbnet oder auffallend machty das aind Besonder- 
heiten der Pekinger Mundart, welcbe z. B. im Aniaute 
(vor schwachen Vocalen) z spricht statt k* (k mit foigendem 
Haoehe), und da fiir k (ohne Haucb), g (vor starken Vocalen) 
stalt k (ohne Hauch), d statt t (ohne Hauch) hSren lafet, und 
das h vor schwachen Vocalen (an sich schon ein zischender 
Laut) in scharfes a verwandelt. Die Mundart von Peking hat 
bis heute im westlichen Europa nicht anklingen woUen und 
iaborirl an dem Gebrechen, dab sie Wurzelworter, die in an* 
deren Mundarten scharf geschieden sind, zusammenfallen labt. 
Ea ware aber unbillig, wenn wir an deutsche Uebersetzer, die 
■ des Chinesischen ganz unkundig sind, die Forderung ateUen 
wollten, auch in dieser Beziehung selbstandig zu verfahrea. 

Jetzt eine kurze Anzeige des Inhalts vorliegenden dritten 
Bandes, wobei wir uns etwanige Zusalze oder critische Be- 
merkungen auf eine andere Zeit versparen. L Ereignisse in 



') Dies kann ebensowol EiiAeit als Meiirbeit sein, da im Chinenschen 
Qberhaupt keine gcammatiscben Formen, und so auch nieht f&r die 
Mebfiielt, yorbaaden sind. 



• 



366 Historiscb-pbilologiscbe WisienscbafteA. 

Peking beim Unlergange der Dynastie Ming (1644)^ aus g 
zeiiigen Urkunden, von C h r a n o w i z k i. 2. Bemerkungei 
die Produclion des Salzes in China, von Z wjelkow. 3. 
dieCultur des Schan-jao, d. h* der chinesischen Karlo 
4. Der kaiserliche oder wohliiechende Reis (jii dao mi 
sjang [hiang] dao mi). Diese oeiden kleinen Artikc 
von Goschkewilsch. 5. Bemerkungen iiber den Gel 
schmerzstillender Miltel bei Operationen und iiber Wass 
kunde in China, von Dr. Taldrin. Der Verf. prii 
Einiges, was Professor J u lien in Paris aiifgeslobeil 
Sufsert begrilndete Zweifel, besonders riieksichtlich der 
lichen chinesischen Hydropathic. 6. Notizen eines Ci 
iiber Nangasaki [in Japan], von Zwjetkow. 7. Uel 
Chrislenthmn in China [nur nach chines. Quellen], voi 
seiben. 8. Ein Nestorianisches Denkmal des 7len Jahrh 
u. Z., von demselben. Es ist das bekannte, zuSi-ngan* 
i gefundene Monument, dessen Aechtheit Herr G. verl 

! 9. Hausliche Gebrauche der Chinesen, von demselben. 

Uebersetzung aus einem chinesischen Werke und betr 
feierliche Bekleidung des jungen Chinesen mil der ] 
miitze, der jungen Chinesin mit ihrer weiblichen ] 
(Haarnadel), Hochzeitsfeier, Begrabnifs- und Trauerge 
nebsi dem Cultus der Manen. 10. Seeverbindung (C< 
calion zur See) zwischen Tjan-dsin [Isin] und S 
hai, vom Archimandrilen Palladia s. 11. Beoba< 
iiber Chonkong d. i. Hong-kong, aus dem Tagebi 
russischenKeisenden [Goschkewilsch]. 12. Uebei 
denzuchi, von demselben. Hierbei«zwei Tafeln, wel 
scbiedene Vorrichlungen zur Abwicklung der Cocons d 
13. Ueber die Secle Dao-*y (Tao-sy, Tao-(s 



I 



*) Der chines. Name dieses Gewacbses mit seiner schmackha 
ist am pj sclian Berg, und ^^jao (besser j6), w* 
die Arzneikrauter bezeichnet: scban-jao kann also tnU 
montana ubersetzt werHen/ Rin anderer Name ist sell 



H 



Arbeiten der Ruttsehett geistlicbea Mbnon ?on PMmg. 367 

Zwjelkow. Enthall kaum etwasNeaes % 14. Bericht einer 
Commisnoii aiis Mitgliedern des Staalsralhs , das Pa|nergeld 
betreffend. Diesen Bericht (vom 21sten Mara 1854) hat der 
Monch Jewlampji (Eulampes) aus dem Chinesischen iiber- 
selit 



l>otamtdie Name Dioicorea alata ill •■ dem swei SCelleB, wo 
Miaer gedadU wird (S. ill md ISl), Dioicoraca aUtal (!!) 
gedmckt 

*) Vgl. Schott's Batwarf dner B^achreibaRg der diaentdiea Littc- 
ratar (1854), S.33— 3$. 






r 



^jt* 



5&ur medidnisch-chirurgischeii Tradition 

der Chinesen. 



Im driUen Bande der Arbeiten von Mitgliedem der i 

schen geistlichen Mission zu Peking befindet sich ein Ar 

Bemerkungen (dcs Dr. Tatdrin) iiber den Gebrauch schi 

siillender Mittel bei Operationen und iiber Wasserheilkun 

China. Prof. Julien in Paris hatle vor einigen Jahren 

zuthun versueht, dafs die Chinesen schon im dritten JahrK 

Kranke in einen bewufstlosen Zustand zu verseizen ver 

den und gelegentlich auch hydropalhische Curen gemacht 

ten. Ein benihmter Arzl Hua-t'o soil zu ersterem Zv^ 

eines Praparats aus cannabis indica sich bedient ht 

Allerdings verzeichnet die chinesische Geschichle- sehr k 

Operationen dieses Mannes, die aber, Hm. Tatarin zuf 

wenig Glauben verdienen, da es sehr wahrscheinlich ist, 

die Chinesen immer nur hochst mangelhafte anatomische Ki 

nisse besafsen, und also ein guler Erfolg chirurgischer 

handlung dorl iiberhaupt unsicher ist, nocb weil mehr t 

wenn der Heilkiinstler mil genialer Kiihnheit xu W 

geht! Auch findet man die angeblichen chirurgischen V 

der des Hua-t'o nur eben erwahnt, nicht genauer 

schrieben. 

Herr Tatarin will gern zugeben, iais Hua-t'o g 
gentlich irgend ein anasthetisches Mittel angewendet bi 
moge, behauplet aber, dieses Mittel sei niemal^ bekannt 



h 



Zar medidfliMh^cliiniieuehca TnditiMm dct ChiaeseB. ggfi 

wcM^D, da weder gleichxeiftige noch spalereAenle desselbflD 
adi bedient batten. Daftir spricht auch dasZeagmss derGe* 
tchichle. Bach welcbem Haa-t*o im Jahre 250 (?) auf BefeU 
des gro&en Heerfiibrers Ts*ao<^U*ao biogerichtel wurde, weil 
cr desaen Hirnscbale trepaniren woUte, um ein scbon vieljib- 
rigtM Kopfleidoi diescr b^hen Person zu beseitigeD; dem 
Ts^ao-la*ao schopfle Verdacbt, dais eineBoberei binterdem 
VorcUag siecke. Ednen Tag vor der Hinricbbing — so beibl 
es w^ler — scbenkte Hua-t'oscinem thdhiebmenden Ker- 
k^meister eine Handschiift, die seine medidniscben Ertabnm- 
gen cotbielt; aber die £bcgatlin des Kerkenneisteri, fur ibren 
Mami tm gleicbes Scbicksal befdrebteod, wie es Haa-t'o 
getrc^Een, warf das unscbatsbare Manuscript ins Feuer % 

Das scbon erwabnte Mittel der Betaubong diirfte nacb 
Dr. Tatarin schweriicb aus cannabis indica gewesen seinr 
Er giebt dafur mebrere nicbt abzuweisende Grunde an und 
argwobnt einen Sebreib- oder Scbniizfebler in Julien*s cbi- 
nesischer Quelle. 

Ob Hua-t'o neben seiner cbinirgiscben Geschiddichkeit 
auch Hydropaib gewesen^ dies kann wenigstens aus dem 
Umstande nicbt geschlossen werden, dais er einmal den scbon 
sweijabrigen acuten Rbeumatismus einer Frau durch Oeber- 
g^e&ang der Patientin mit kallem Wasser gebeilt baben soil. 
Auch dieses Verfabren ist in Cbina nicbt nacbgeahmt worden 
und Termulblicb leitele den Hua-t^o dabei nur die allgemeine 
Theorie d^r cbinesiscben Heilkunde: Hilse mit Kalte, also 
Feuer loit Wasser lu vertreiben. 

Ein Paar Notizen uber den berubmlen Cbirurgen, die wir 
hinder kl^en cbinesiscben Erdbeschreibung Knang-ju ki 
(Bach If 9 unler den bervorragenden Individuen des Gebietes 
Fung'jang-fn inKiang-nan) gefunden, geben uns zu einem 
kleinen Nacbtrage Anlafe. Am erwabnlen Orte liest man unter 

■) Es besUad aag^eblich aus zwei Heften. Wahread det Verbrea- 
aeaa kam der Maaa, welcfaer eiamal aosgegaagen war, wieder beim 
aad TtitUU aagebUcli ^a Stick des if aasscriptes : es waren leider 
aar Haa-t'o*s Bffa hn i a gea ia der Tfaierarzaeikaast! 






370 Physifcaliscli-matbematisclie WissenMbaften. 

Anderem: ^Wenn die Krankheit eines Menschen ihren li 
den Eingeweiden hatte und nicht weichen virollle, sc 
Hua-t'o (den Patienten) einen Krauter-Wein Irinken, i 
ihm den Bauch auf, und reimgle ihri von den angeh 
Stoifen. Dann heftete cr (die Schnittwunde) mitlelst 
wunderbaren Pflasters zusammen, und sofort genas der K 
Hua-t'o operirte den Vorderarm des Jun-tsch'ang 
andern Heiden jeaer Zeit) und entrernte das Gift aus d< 
ben; auch trepanirle er den Sch^del des Ts'ao* 
und heilie so dessen Kopfgicht/ 

Der von Hua-l'o seinen zu operirenden Patienlei 
gegebene Trank wird in der angefiihrten Slelle ganz 
slimmt als jo-tsiu bezeichnet, d. h. mil dem Scfariflzi 

^S jo (herba officinalis) und yp Isiu (gegorenes Gi 
Wein), Dies giebt keinen andern Sinn als *Wein aus A 
kraulern' oder 'mil Arzneikrauiern geniischter ( 
setzter) Wein', und von Hanf (cannabis) isl nicht die 
Sodann lafsl der Verfasser des Kuang-ju ki den c 
Chirurgen die Kopf- Operation dem Ts'ao-ts'ao nicht 
anmuthen, sondern an ihm vollziehen. Hat also der 
Presshafte den Hua-t'o wirklich hinrichten lassen so i 
ein anderer Beweggrund als der oben erwahnle ihn daz 
slimmt haben. 

Der mehrgenannle Ts'ao-zts'ao wurde Stammherr 
Dynaslie Wei, welche von 220 bis 264 regierte. Als 
wirklicher Kaiser dieses Hauses wird sein Sohn W 
(220 — 226) bezeichnet. 1st also Hua-t*o im Jahre 25( 
gerichtet worden, so kann dies wenigslens nichi auf I 
des Ts'ao-ts'ao geschehen sein, dtT langsl das Zeitl* I 
segnet halle; denn 250 falll schon in die Regierun 
dritten Kaisers der Dynaslie (240 — 253), eines Or I I 
Slammherrn. 



Arbetten der dstlichen C^org^nlftndischen) Ab* 
theiluDg der kaiserl. archfiologischen Gesellschaft. 

Band 11^ 1— 2t6 Lieferong. 



▼ orliegender zweiiei* Band beginnt mil einer sehr ausfuhr- 
licben und sorgfahig bearbeiteten Lebensbeschreibung des 
unvergefslichen Ch. M. Frahn, welcher das wohlgelroffene 
BildDifs dieses verdienslvollen Gelehiten vorgedruckt isl. Den 
Anhang bildei ein Veizeichnifs aller seiner gedrucklen Werke 
und hinterlassenen Manuscripte. Da Frahns aufseres Dasein, 
wie das der meisten VVissenschaftsmanner, wenig Merkwilrdi- 
ges bietel, so halt sich der kundige Biograph (Hr. i^aweljew) 
vorzugsweise an sein inneres, den geistigen Entwicklungsgang 
dieses Mannes verfolgend und seine Leistungen characterisirend. 
Wir wenden uns zu den iibrigen Arlikeln. Beslinimung 
und Beschreibung einer bedeuienden^Anzahl mor- 
geniandischer Miinzen, von dem Besilzer derselben, Soret 
in Genf, oder genauer, ein (durch Herrn Tiesenhausen be* 
sorgler) die merkvvurdigsten dieser Miinzen beschreibender 
Auszug aus eiuer groliseren Abhandlung des Schweizer Ge- 
lehrlen, die in Forna eines Briefes an Frahn im Druck er- 
schienen. *). — Verzeichnifs bisjetzt bekannt gewordc- 



') Titel derselben: Lettre k Son Rxc. Mr. le conseiiler actnel de Fraehn 
Bor les exemplaires in^diU de la collection de monnaies orientates de 
Mr. Fr. Soret. St. P. 185t. 



372 HUloriMih-llngaiitiscbe WiHenichftften. 

nerMunzen desReichesKokand, vonHm. Sawelj 
Ueber Leben upd Werke Dordji Bansarovw* 
demselben. Auf diese interessanle Arbeit kommen ^ir 
unten wieder suriick. — Mongolisches Paise, 
Iranaboikalischen Gebiete gefunden worden. ') — C h 

sches Paise (vgl. Bd. 16 des Archivs, S. 12 — 13). 

einige arabische Inschriften in Derbend und . 
voo Cbanykow (mit zwei litbograpbirten Abbildungc 
Allerthiinier vom Pufse des Caucasua.') Sil&un 
richte der m»rgenlandi9chen Ab(heiluiig.(von 1851 bis If 
DenkmSler des Allerthums in Kleinasien, von *] 
chatschew (vgLBd. 17 d.A., S.3l9flf.).— Unedirte 
genlitndische Munzen, von Sorct, zweiler ArCil 
Historische Nachricliten vom Reiche Kokant 
Bd.l6d.A., S.544£r.). Zum Schlusse ein numistnati 
und ein allgemeines Register. 

Ein Theil dieser Arlikel ist, wie unsere Leser 
schon gani oder theilweise von uns tnilgetheilt. ^^as 
numismatiscben Character bat, das miissen wir iibet 
um nicht fur unser Publicum zu ausrdhrlich zu werden 
caucasischen Denkmaler, verschiedenes Gerath nus Brons 
Kupfer, fanden sich in den Jahren 1849 und 1850 in de 
Tsen Kabarda und Kleinen Tsclietscbna , grade am Ful 
nordlicben Abdachung des Caucasus. Herr Chanykow 
cher genaue Copien dieser Gegensliinde aus Tillis einsc 
war geneigl, sie filr scythrscbe Handarbeiten bu 
Herr Saweljew hat die ihcer Form iiach interessaniesten 
Copien iin Drucke reproduciren lassen. Zu ihnen ee 
ein Behange aus schoner Bronze, in Ponn eines Vogei 
dergleiciien in Formeines Schafskopfes (!)i ein Zierral 
demselben Melaii, ein viereckiges Kreut (luuschend a 
einem vorweiUicben versleinerlen Ordenskreuze ) "init 
dem Loch in derMitle; eine kupferne dclinatle in Form 
Kreuzes in eioem Ring oder Kreisej ein kupfernes GJiJc 

') S. weiler untea. '1 ti. wuiter unien. 



Arbeiten der osU. (margeal.) Abtbeil. der kait. apofaiel. GeseHschaft. 373 

io Form uoserer Gewichle auf Wagschalen aa einem Ringed 
ein kupferaer Deckel mii swei Reihen Bockeln am den Rand 
herumy uod ekiem spkralformigen Zierralh an dem Griff m der 
MiUe; endHch ein drei Pfund sehweres masaives Behange von 
origineller Form, mil einem vermiltelst kleiner KeCteminge 
daran hangenden zweiten Behange , an welches, n«;h einigen 
Lockern an demselben zn sehliefeen, wieder eineArl Sebmuok 
(vielleicbt Glockchen) gebangt wurden. Das onbeslimmbare 
Ding moebte bekn Golzendienst eine RoUe spielen. Herr 
faweljew mochte diesen Fmiden ein weniger hohes AiteN 
ihrnn, als das scythische, anweisen. Form uod Slil derselben 
leigten miverkennbare Verwaftdtscfaaft mil G^enslanden^ di^ 
man in der ganzen Ausdefanmig des nordosUiehen Russlanda, 
¥on den Statlhaltersdiaflen Wladimir und Mo^kwa bis zur 
Oaftsee, in Kurgtinen vorfindei und zwar zusammen mit Man- 
aen aos dem 8len bis llien Jahrhunderte, den einzigen cbro*- 
nologischen Nachweisern in den Monumentea. Behange von 
Vogelform grabt man haufigst aus Kurganen, ebenso ku[rfeme 
Schaallen die ein Ereuz in dnem Kreise darstelleni u« s. w. 
Allea berechtigt zu der Vermnthmig, dafe eine Periode bin* 
durch (vom 8ten bis 11 ten Jahrk) von VVologda bis an den 
Caucasus und von Nij^orod bis an die Ostsee in ffoberetik 
oder geringerem Grade ein und derselbe Stil in Handarbeited 
vorherrschle. Obgjeich aber jene eaticasischen Funde und die 
gro&russischen in eine Classe geboren, so niogen ste doch 
Jahrhunderte alter sein als letztere, ja man wiirde dies -^ 
nach Hrn. iSaweljew — mii Ueberzeugung sagen konnen, wenn 
bewiesen ware, dafe eisernes Geratfa unler den caucasisehen 
Fitnden voUslandig feblte. Wirklich sind aile hier beschriebe* 
oen Alterthiimer aus Bronze, selhst eine dazu geborende Ltfn- 
s^nspitze ist kupfern. Aber ein isolirtes Factum — sagt der 
Herausgeber mitReohl — kaan nicht enlscheidend sein. Erst 
Mrenn noch mehr Zeugnisse fiir die ganzliche Abwesenhe^t des 
Eisens in vorcaucasischen Funden sprechen, wird map be- 
liaupten konnen, dafs diese einer in der Archaologie sogenann* 
ten bronzenen Epoche angehoren, wekbe der eisernen, 

Eraan'f Buss. Archiv. Rd.XVII. H. 3. 25 



•Ml wticber iie grofanMWcheo Fundc hmnmhe ohftc Au 
mASrmj ▼orangegangen. 

Von dem tehr begabteft OBii kcnoUttfereiclieo jungf 
g«1enDardii Banaar, der, »ach langerem Hiosiediei 
Febniafa 1S55 va Irkalsk cndele, ist in imserem Archil 
4ie Rede gewcaeo. *) Herrn ^aweljew'a aehr anmben 
graphie dieses merkwurdigen jongen Mannes entbail 
aicUicb Nachrichlen uber seine schriftslellerwchen A 
tmler weWien besondere Aufroerksamkcit ▼erdienen: 
den schwaraen Glaoben oder das SchamanenUini bei dc 
g^ien' (I8tt), «nd VcrschiedBcs was rr «ber afte mm{ 
Inschriften and die Schriftaoge derselben init wahrba 
schem Geisle ans Licht geffirderi. Man wird sich der i 
1 verse erinnem, wclche in Folge einer vom Arcbim^ 

I Aw wakum gelesenen und durch Hm/Grigorie w beb 

I macblen attmongoUschen Inschrift zwischen LeUlereia ui 

; Academiker J. J. Schmidt entsiand, und an welche 

< Paler Hyacinth siefa betheiligte.*) Im Veriauf derseHx 

Schmidt empfindliche Niederlagen, denen bald sein I 
folgte, und um dieselbe Zeit kam der junge Bansar aus 
nach Petersburg. Die russischen Orientalisten wiinschl 
Gutachten mes gelehrten Mongolen iiber die un^itscl 
Streitsache au vernehmen, und bald faad sich fiir Bans 
kgenheit daau. Er erklarte unuinwunden, nach seiner 
aeugung habe Sehmidt in meister Hinsichl Unrecht^ und 
nun zunachst eine Abhandiung 'Ueber zwei mitte 
tische Alphabete^ welcbe die nafaere Beslhnmang < 
genannten Quadratschrtft und der langutiseben S 
zum Vorwurf batten. Als achte 'voUkommen quadra 
von Pagba Lama's ErBndung, erkannte er die Buchdtafa 
Ueberschrift auf dem Jarlyk der GemahUn des Chans D 
Bala'); jenes Jartyk selbsl aker ist beinahe mil dei 

i) VgLBand 8, S.212fiP., Band 9, S.558ff., Band 14, S.297ff., 1 

S. 237 — 39 , Band 16, S. 273 — 74. 
*) Band 6, S.200ff., S.325ff. 
^ Band 6 dei Arohm, S.902^3. 



' Arbeiten der ottL (wMtgenU) Abtbeil. der liafis. arcMol. Getellscbaft. 375 

Sebrift gesdirieben wie die biscriplion auf 4em Paise. Die* 
Venrcbiedenheil dieser Bochstaben von den 'volfkommen qua* 
dratisdien' der Ueberfcbrift erklirt sich daranis, dad es in fast 
alien SchiifUrten eine Fraelur undeine Cursiv giebt DaCs diese 
Sehrift fdr die von Pagba Lama erfcindene nnd tm Jabre 12b9 
in Gebrauch gebooiniene sogenannte ^quadraliscbe* zu halteOi 
crgiebi sicb nach Bansar ana den in selbiger gesebrieboieB 
offieiellen Sehriftstiicken von 1314 bis^ 1321, nur 45 Jabre nad 
der kaiserL Beslatigiing des Quadrat- Alphabetes, in weidiem 
Zritraume ein anderes Alphabet nicbt erfunden^ nor das Pagba*- 
acbe venroUkommnet ward. Als Muster der Mangutisdieti* 
Schrtft erkannte er wenige, in einer libetischen Sammlung von 
Alpbabelen angefiihrte Schrifizuge, die ebenfalis eine gans 
ijvadratiscbe Form baben. Der tibetische Compilator nannte 
diese Buchstaben ^russische*, und HerrBolhKngk war in den«> 
aelbeti Irrtbum ^gedompeld*, aber der Name ' Volk der Gelben 
Ebcne^ mit wdkbem man heutcutage in Tibet die'tlussen be* 
legt, mufste damals ein anderes Volk bezeichnen. Dieses Volk 
konnten nicbt die Cbinesen sein, and auch nieht die Hindus, 
denn beider Wohnsitze heissen respective 'schwarze* und 
^weiise' Ebene. Es war aber jedeRfalls ein Nachbarvolk: 
etwa das von Turkistan? docb dieses bediente sich ja des 
uigurischen , arabiscben und vielieicht audi syriscben Alpha- 
betes , das mit dem Alphabete der ^Gelben Ebene* durchaus 
Dichts gemein hat. Waren es die Mongoien oder die Perser? 
alleifl diese kannte man in Tibet mit ihren eigentlichen Namen, 
und ibre resp. Sehrift war ebenfalis anderer Art — die Kidan 
oder Nju-dji (Niii-tschi)? Man weifs nicht wie diese bei 
den Tibelern geheissen, wohl aber, dab ihre Sehrift chinesi- 
schen Ursprungs und von der * gelben* ganz verschieden war. 
Es bleibt also nur noch Tangut, und diesem Staate wies 
Bansarow die fraglicbe Schrifl als Eigenthum an. 

Bald darauf wurde der wackere junge Forscher liber die 
unerwartele Auffindung eines anderen silbemen Tafelcbens mit 
moDgolischer Inscbrift hdclilicb erfreuU Er scbrieb sofort eine 
n^ue Abbandlung: 'Erklarung einer im Gouvernement 

25* 



I 



STS BktoriMb-liigmstisciie WteeMdMAea. 

Jekftlerinotlaw gefandenen mongolisclien Id 
nuf einer kleinen silbernen Platte*. Diese klei 
Oder Plitle hiUe im wesoitlichen gleiche Inscbrift 
ersie, nar war diese jungeren Datmns, namentlich aus 

i ~ gmungstdt des Chaos Abdallah von der goMaen Oi 

in den secbsiiger Jahren des 14l«i Jaloliiiiideiis i 
a«di nidil in Quadrat^Buchstaben, sondem in aiguri 
Bansarow nahm hier VeranlassoDg , noch einige Nacht 

' stineo Ergebnisseii uber die iltere loschrift xa fiefern 

B^de Arboten l^e 3ir Veii. der Acadeaue ki ni 
Spracbe ▼•r, die.Academie aber liefe sie ia dcatsdier 
seUiHig dnickeii. Henr &iwdjew l»ewog iha, den Abdr 
lusdsdien Oigioale in den Sapixki Archenl«giUcli4 
ObschUcbestwa xu gestatten. Unteidc& sag Dnrdj 
viel BeMnnng ans diesen hschrillen, ond in Dcccmli 
atlben Jakm(iat8) eridek die aicbiologiadw CcacMscI 
Eigebnib aUer seiner Nadifbisciiangen ober den Gegc 
belilell: <Die aegenannlen Pnise nder MeUU 
cben nil Verfngnngen tnongnlischer Chane.' 
ba Jabre 18» ecsdnen Bansars iklil^ Ddmcl 
det ^en Schnidt iwn gwfeten TViic MsA gdcsencn h 
- wekbe nil TMJMnggi&h <3uns Kim en aiAagt Sicbe i 
Bencte dainber in 14ten Bande dieses Aidnvs, S 



9 Ni Mirr 1^33 &»J wmi is ess<-ni U e iw f Kib^mi 



n«4^ in aen Utsam Aitilfl *V««f^«;i$c><>« Pai^e.^ 



/Seiuenow's Bericht uber seine Reise. nach dem 

Thian - Schan. 



l/as sechstc Heft des ''WJestnik'' dpr nissischcn geographischen 
Gesellschaft fiir 1857') enlhalt ein Schreiben des bekannten Rei- 
senden 5emenow, d. d. Seniipalalinsk 20. October (I.No- 
vember), in wdchem derselbe ilber die im Auftrage der Ge- 
sellschaft wahrend des genannlen Jahres unlernommenen 
Cxpeditionen Bericht erstatiet.*) Er bemerkt zuvorderst, dass 
sich ihm fiir seine diesjiihrigen Forschungen jn den das Gene- 
ral-Gouvemeinent VVest^ibirien bildenden Regionen zwei Punkte 
dargebolen hatlen, die sich durch ihre hohen, weit iiber die 
Granze des ewigen Schnee's reichenden Bergzuge, die Man- 
nigfaltigkeit ihrer geognostischen Structur^Jhrer Klimate, ihrer 
Bewasserung u. s. w. auszeichnen, nainlich der A^tai mit dem 
Kusnezker Alatau und dem Telezkoje-Osero, und der Thian- 
Schan mit dem dsungarischen und Iransilenser Alatau und 
dem nordwestlichen Issyk-Kul. Herr 5emenow entschied sich 
fiir lelzleren, als den wissenschaftlich noch am wenigsten oder 
vielmehr noch gar nicht erforschlen Landstricb, indem.Kareiin> 



') Dieses Heft ist >aii8 erst ganz kurzUch zagegangen uad kann aoch 
in Petersburg nicht vor dem Febniar 1858 aasgegeben worden sein, 
da es erst am 31. Januar (12. Februar) d. J. mit dem Imprimatur des 
Censors verseben wurde. 

') Ueber die frUheren Untersuchangen <5eDienow*s tergl. dies ArobiT 
B4. XVI. S. 501ff. 



yjQ Hittorisdi-lingiiitiiscbe Wisaentchaften. 

Schrenk irnd Wlangali, die drei Reisenden, die in nemmc 
am wcitcslcn in diesem Theile Cenlral-Asiens vorg«<i 
nicht uber den nordwestlichen Abbang des dsuim^^ 
Alatau Oder das System des Kok«u, der.vermiltelst dc 
tab in den Balehaach fallt, hinausgekommen sind. 

*'Es erhob sich nun" — fahrt der Berichterstatt^r 
"fur mich die Frage, ob es mir moglich scin werde, i^ ; 
Thian-Schan und dem Issyk-Kul zu gelangen, und dio 
dieser Frage hing von der Theilnahme und Mitwirki 
General-Gouvemeurs von Wesl*ibirien bei meiner Ex 
ab. Bis zum Jahr 1856 halle kein russischer Furs, n 
nahme einiger Handels-Caravanen im erslen Vieriel 
genwartigen Jahrhunderts, den See Issyk-Kul bertshi 
auf der Karte des Herrn Chanykow (in den Meinoii 
russ. geograph. Gesellschaft) angegebene Reiserouie 
jew*8 langs dem Issyk-Kul im Jahre 1847 beruhi au 
? Irrthum. Der Topograph Nifantjew, der durch eine m 

i und mit Kritik vom Horensagen (is raspro«o w^ 

; tigte Karte des Issyk-Kul, welche in den Publicatioi 

russ. geograph. Gesellschaft und den Peterniann*schen 
theilungen*'" verdffentlicht wurde — und durch se 
gleicheinl Wege erhaltenen Nolizen iiber die Felsen-K 
der Wissenschaft einen unbestreitbnren Dienst erwies 
ist meines Wissens niemals am Issyk-Kul gewesen 
transilensische Alatau selbst, mid auch nur die nSrdlich 
desselben, wurde zum erstenmal von den Russen in den 
1854 und 1855 iiberschritten, und zwar von. dem Obe 
tenant Peremyschrskji und dem Major Schaitanow I 
Verfolgung einiger rauberischen Burulen bis zum Flusse 
im Nordwesten des Issyk-Kul. Im Friihjahr 1856 aoe 
fehl des General - Gouverneurs von West^ibirien da 
russische Detachement an den Issyk-Kul zur PaciJ 
zweier Buruten-Slamme, und die ersten gebildelen 1 
welche die Ufer des Sees erblickten, waren der Obers 
meutowskji und der General • Major Baron Silverlijeiix 
diese Zeit wurde unter Anieitung des lelzteren di^ ers 



I 



r 



380 Historncb-lingiiiHi8€he WMtenschaften. 

YOU Sauka uber die wilde Fdsenmasse des Thian-Schan bis 
Kum Gipfel des hierKubnde beruhmten Saukiner Passes. Hrer 
g»langte ich zu - den noch Ende Juni mil Eis bedeckten Al- 
penseen, welcbe eine von dbn Quelien des Naryn speisen und 
mithin als der Aordostlichste Ausgangspunkt des Syr-Darja* 
oder Jaxartes-Sysiems iu betrachten sind. Nachdem ich hieraaf 
das siidliche und nordliche (Jfer des Issyk-Kul, nebsl etnigen 
Gebirgspassen der Sudketle des transilenser Alalau besucht 
hatte, schiag ieb abermals die Richlung in das Hers des Thian- 
Scban, sUdSstlich vom Sanlas(^, eio. Das wilde Thai der 
K^urkara fiihrte mich zu dem hohen Passe Kok-Dfar und zu 
den blendenden Scbneemassen und Gletschern des Thian-Schan. 
Jenseits des Passes stieg ich bis zu den Quellen des S'arydjas 
hinab, eines sebr bemerk^sswerthen Fiusses, der den Haupt- 
arm des kleinbudiarischen Ok«u bildel und folglich zu dem- 
selben Slromsyslem mit dem Tarimgol^ dem Lob-kor, dem 
Eam^r-Darja und Jarkan-Darja gehort. Mein driiter Ausflug 
den Tekes (Queilfluss des Hi) hinab, mil der Absicht, nach 
dem chinesischen Gletscherpass (Mussart) und dem angeb- 
Uchen Vulkan Bai-Schan vorzudringen, wurde nicht mit v5lligem 
Erfolg gekront, indem ich durch Umstande gezwungen wurde, 
auf halbem Wege wieder unizukehren. Ende Juli wahlte ich 
das Innere des Iransilenser Aiatau zum Gegehstand meiner 
Forschungen und iraf, nachdem ich meine dortigen BeschafH- 
gungen mii gleichem Gliicke vollendet, um die Mitte August 
wieder in Wjernoje ein. Alsdann recognoscirte ich noch 
fliichtig die interessanten niederen Hiigelketten im Norden des 
Ui und den siidlichen Rand des dsungarisciien Aiatau, in der 
Absicht dort Spuren von Vulkanen und vulkanischer Thatig- 
keit zu entdecken. Zum Schlusse der ganzen Reise besuchle 
ich im September die Quellen des Lep^a im nordlichen Theil 
des dsungarischen Aiatau, ging an dem westlichen Alakul vorbei, 
untersuchte zwei Gebirgspasse des Tarbagatai und kehrte zu 
Anfangs October neuen Styls liach Semipalatinsk zuriick. 

Meine Aiifmerksamkeit war hauplsachlich auf die (Jnter- 
suchung der Bergpasse gerichjtel, da ihre Hohe die miltiere 



iSemenow's BeHoble iiber seine Reise nadi ileiti/ Thian-Schan. 381 

Hohe der Gebirge und ihr Durchschnitt (rasr/es) das geo* 
graphische Profit und die Struclur der Ketten bezeiehneli von 
ihrer Wichtigkeit als Verbindiiogsinittd zvvischen benachbarten 
Landern nicht zu reden. Die Hohe der Bergpaase, der Lan- 
genthaler, der Plateaus, der Schneelinie und der Glelscher 
wurde von mir nach dem Siedepunkle des Wassers besltmmt. 
Cndlich beschaftigte ieh micb nicbt ipinder mit dem Siudium 
der aligemeinen Ztrge des orographiscben und geognostischen 
Baues -dieser Gegenden und der verlacalen und borizontalen 
Verbreiiung ' der Pflanzen, 

DieZahl der von mir untersuchten Gebirgspasse ist be- 
deutend; sie belauft sich auf dreiundzwaozig, woven mehr als 
die Halfte viel hoher ist, als der grofse St. Bernhard. Ihre 
Namen smd: 

A* \m Tarbagatai. 
1. Alet. 
. 2. Kolelj. 

B. Im dsungarischeti Alatau. 

3. Hasford's Pads. 

4. Aral-djol. 

5. Karakol. 

* 6. Altyn-imeL 

7. Uigen*lasch. 

C. In der Nordkette des (ransilenser Alalau. 

8. iSuok-tube. 

9. Ke^kelen. 

10. Almaty. 

11. Tschin^bulak. 

12. Turgenj-a«y. 
13i Turailschyr. 

14. Abirech-tas. 

15. Dalascfaik. 

D. In der SUdkeite des transilenser Alatau. 

16. Diirenynj. 

17. Kurmety. 

18. Schaly. 



392 Histoti8di*ling«Mtii€be WitienMbftften. 

19. Tabulgtly. 

20. Saniasch. 

B. im Thiaat-Schan. 

21. Sauku. 

22. Kok-d/ar. 

23. Tekes. 
Ich gebe hier die Hohe dieser Pafse incht an, in 

Temperalur-Corrcclionen noth nicht bereehnei warden I 

Dag^en werden folg^de Miitel-Hohen eine Idee ^ 

Resultaten der angeslelllen Untersuchut^coi geben. 

pari 

1. Niederung des Alakul und BaJchaseh okihi 

iibcr • • • 

2. Pafse des Tarbagatai 30CN 

3. Parse der niederen Auslaafer des dsunga* 
rischeii Alataus . . • • 9&0( 

4. Palse der Hauptparallelkeiten desselben in 
der RichtuDg von 0. nach W. ... 

5. Pafse der Hauplaxe desselben in der Rich* 
tung von N.O. nach S.W 

6. Plateaus und Langenthaler desselben . . 20(M 

7. Spiegel des III beim Ili'schen Posien ond 
Uebergang . • •. 

8. Ebene am FuISse des transilenser Alatau . 200( 

9. Pafs der hohen Mille des transilenser Ala- 
tau, der ganzen Lange des Issyk-Kul-Pla* 
teaus entsprechend 800< 

10. Pafse der Flugel des transilenser Alatau . 4k70i 

11. Plateaus und Langenthaler desselben . . 340( 

12. Wasserscheidepafse des Thian-Schan . . lOOO 

13. Langenhochthaler des Thian-Schan . . . SOO 

14. Granze des ewigen Schnees auf dem Nord** 
Abhang des Tlttan-Sehan und im transilenser 
Alatau * llOO 

15. Untere Gletschergranze 

16. Obere Granze des Bauinwuchses . ... tqq^ 



5einenow*s Bettcbt aber lehie RiMie nadi den Tbian-Scfaan. jgS 

parite? FiiOb 

17. Obere GrSnze des Urtik oder wilden Aprikosen* 
baums 4000 

18. Obere Granze der Sleppenflora der Turanii^en 
Niederung 9000 

19. Spiegel des Issyk-I^ul circa 4000 

20. Grofste Hohe, auf detr Conchylii^liiheii der palio* 
zoiscben Formationen gefunden wurdea • . • 10000 

Was die miUlere Hdbe der vier Bergkelien beiriflky so 
schatse. ieh den Kamm des Tarbagatai auf 4500 pariser Fulsy 
den dsungariscfaen Alalau auf 6000, den Iransilenser auf 8000, 
den Tliian*Schan auf ilOOOFuls. Hiemach wnrde der Tar- 
bagatai in eine Kategorie mii den Karpathen (der Tarbagatai 
isl elwas liSher), der dsoogarische Alatau mit den PyrenSen, 
der Iransilenaer Alatau mit den Scbweiwr Alpen und der 
TMan-Schan mit dem Kaukasus gestellt werden nuiasen. 

Zdt und Ort erlauben mir niehty in ansfohrlichere Details 
ftber die inter^aantesten Resultate meiner Untersuchungen 
einftugehen, zumal viele derselben nodi dor Ausarbeitung be* 
dtefen. Meine Sammlungen bestehen aus mehr Ills 300 Ge- 
steinarten, etner bedeulenden Anzafal Petr^acten und gegen 
1000 Cxemplaren verschiedener Pflansen^ unter welchen die 
G^irgs* und AIpen-Flora des Thian-Schan und der bdden 
Alatau am voilstandigsten vertreten ist Ein ofterer Aufent* 
hall unter den Felsen-Kirgisen und denen der groben Horde 
gewahrte mir die MSgHchkeit, mich mit den Sitten, den Ge- 
brauchen und der Lebensweise dieser Volkerscfaaftenr bekannt 
tu machen; von betonderem Nutzcn waren mir die too den 
grandlichsten Kennem des Kirgisenthams im biesigem Lande, 
dem Lieutenant Sultan Tsehekkaon Vaii*Chan und dem Dd* 
nnetscher Bardaschew, mitgetheiiten Notizen. Statistische Data 
iM>er die durch (be Fiirsorge G. Ch. Hasford's entstefaenden 
russiscben Colonien im Gebii^sl«ide des Alatau wurden von 
mir emsig gesammelt. In Bezog auf meteorologtsche Beob- 
achtungen kann icb, aufaer den schdnen langjihrigen- Arbeiten 
unseres Collegen N. A. Abramow in Semipalatinsk, die auf 



' 



384 Hi8lOTi8oli^ltngnw**Bcl*« Wmgenschaften. 



auf meine Bille ein Jahr lang fortgesetzler Therm( 
Beobachlungen des Fahhriehs Nikilm m Kopal atifiihl 
Aufserdem hal der Gehulfe des Befehlshabers im Mat 
zirk, N. A. Turgenjew, sich erboten, Obscrvalionen 
Festung VVjernoje vorzunehmen. 

Unschalzbare Dienste wurden meiner Expedition 
den Kiinsiler P. M. Koscharow enviesen , der mich aul 
Einladung wahrend der ganzen Reise nach detn Thiar 
und dem Issyk-Kul begleitebe und oiit seltener Aufo 
alle Beschwerden , EiilbehniJigen imd G«fahreii diese 
mil ttiir Iheille. Die wilder maj^laiisch erhabcnc Na 
asiaiisehen Binnenhmdes wiirde von ilun in nicht wen 
100 Blfittern skizzirl. Besondeife schim sind die maU 
. Laadsch^ftendes Issyk-Knl, die hohcii Thaler und wundi 
1 Gtetscher des Thian-Sdian und die unvergleieWiche I 

^ gruppe des Chan-Tenferi, 4ie hocbsle Spitee in der 

Westlichen HSlfte des ThJan-Sdum. Die Berner Alp 
dem FauHiorn, der Monlblanc von dem Montanverc 
Hohe von 7000 Fufc) aus gesehen, scheincn mir weni 
jeslalisch als der Chan- Tengri von dem Passe Kok-Djj 
Hofae voo 10600 Fufs), und der Chan -Tengri selbst 
leicht hoher als der kaukasischc Elborus. Es wirdhii 
zu sagen, dafs wir die obersle Granze der Baumvc 
awei Tagereisen hintei- uns liefaen, dafc bcim lelzlen 
Jager mein Zelt (Ende Juli) sleif gefroren, der Bach 
und das Bivouac der Kosaken ganz mil Sehnee bede 
ak wir zum ersleninal des Chan-Tengri ansichiig wi 
ein Anbhck, der nie aus meinem Gedachtoifs schwiw 
und auf den sich die Worle des engiischen Dichiers 
iiful and dreadful Uke a dreani,'' anwenden lassen; 

Aufser dem Landschaflen- Album hat Herr K( 
viele kirgisische Typen gezeiehnet und auf meinen 
eine Ueioe Collection von Abbiidungen der Hai 
sdhaffen und Trachten der Kirgisen angefertigt E 
mir zur hohen Befriedigung gareichen, wenn ein grol 

I 



Seinenow*8 Bericht uber seine Reiso nach dem Tbian-Schan. 385 

dieser Zeichnungen, so wie eine Auswahi der bemerkenswer- 
Uiesten Landschafien bei Herausgabe meiner Reisebeschrei- 
bung derselben hinzugefiigi werden konnte. Vielqs, was sich 
nicht mii Worlen schildern lafst, ware fiir mich ohne die 
Milwirkung des Herrn Koscharbw verloren gegangen, der init 
gleicher Kanst und Treue Naturscenen und menschliche Fi- 
guren wiedergiebl/* » 






1 

i 



I 

■ 

1 



Ueberdie Religion der heidnischen rFsch 

missen im Gouv. Kasan/^ 



^lle Glaubensmeinungen der heidnischen Tscheremis 
der Statthaltersehafl Kasan sind in folgenden Satzen ent 

Gott isi einer; aber die Menschen glauben auf verschi 
Weise an ihn, und so hat jedes Voik seinen eignen G 
wie jeder Baum im Walde seine eignen Blatter und B 
Auf uns«rer Erde giebt es 77 Religionen, da das Mer 
geschleeht ebenso viele Spraehen redet. 

Jede Religion ist Golt angenehm, denn er hat 
Volke die seinige gegeben, und Vertauschung des ange^ 
ten^Glaubens gegen einen anderen ist ein Verbreche 
nicht ohne Strafe bleibt 

Von den auf Erden wohnenden Volkern sollen die 
reinissen (so will es Golt) ein gutes Wesen, den «Tum 
ein b5ses, den Keremet, anbeten.') 

Juma ist SchcJpfer der Welt und des Menschen u 
giert das Wellgebaude, darum nennt man ihn Kurui* 
erh^Uer). Die Christen nennen ihn den alten oder 
Golt. Er hat Familie und mit Kueksicht auf diese h 
Kugu Juma. (der vornehmste Gott). 

Jedes Glied der Familie Juma's arbeitel^ nach 
Wiilen, am Gliicke der Tscheremissen. Zu seiner Pa 

1) Vgl. Band I. des Archi?S| S. 377ff., Band VII, S. 415^ 
') Siehe ^eber Jumala and Ukko' (nach Gastrin), im ^o j> 
Archifs, S.634ff. ' ^^^ 



R«ligien der Tsebermissen. 3^ 

hdreti ftber: Juman aba (GotUs Mutter), von welder At 
VeriaDgeniiig des menschlichen Lebens abhaogt; Mlandeaba 
(Erdennittlter)y weidbe die Erd6 regiert (inlandem kulseha); 
Kiidiirtschi Juma (Donnergoti), welcher das Hausvieh der 
Tscheremisften bescbiitzt (noljakom arala); Tiintschi 
Juma (Himmelsgott), der den Hiinmel regiert; Schol&chen 
aba (Mutter der Geburt), von weicher die Pruchtbarkeit der 
tsdieremissischen Weiber und die Vermehrung des Viehes 
abhangt. 

Juma und alle die genannten Glieder seiner Familie 
haben je einen' Piiruschko (giitigen Geisi), der den Tsche- 
remissen und ihrem Vieh Nahrung schafft, und je.einen 
&*akt8che (vortragenden Geist), der iiber Bedurfnisse und 
Wiinsche der Tscberemisscn berichtet. 

Keremei ist Mitregent und Ralh Juma's, zugleicb sein 
jiingerer Bruder. Bei Ers^haffung der Welt und des Men- 
schen mubie er Juma zur Hand sein. Aus Hochmuth wolite 
er daaselb^ leislen was Juma geleistet, da er aber diesem an 
Kraften nicht gleich ist, so verdarb er nur Juma*s Schopfungen. 
Als dieief z. B. das trockne Land schaffen wollte, befahl er 
Keremet, in Gestalt eines Entrichs auf den Gewassem herum 
zu schwimmen und die Erde unler dem Wasser heraufzuhoien. 
Keremet that zwar wie ihm befohlen worden, gab aber nicht 
alio Erde I die er gefasst, an Juma ab, sondern behielt einen 
Theil davon im Schnabei. Darum, als Juma, auf die von Ke- 
remet ihm uberreiehte Erde blasend, ihr die Gewasser zu iiber* 
decken gebot, spuckte Keremet die zuriickbehaltne Erde aus, 
und wohin er spuekte, da enistanden — Berge. 

Nachdem Juma den Leifo des Menschen gescbaflen, begab 
er sieh an einen anderen Ort, um dieSeele zu schaffen; da^ 
mit aber Keremet in seiner Abwesenheit nicht an seine 
SchSpfung sich wagte, befahl er dem Hunde/den er ohne 
Haar geschaffen, den KSrper zu bewachen. Aber nach Juma*8 
Entfemung machte sich Keremet an den nocb unbeseelten 
K^rper. Um den ihn bewachenden Hund auf seine Seite zu 
bekommen, iiefs er eine solche Kaite entis^tehen^ dass der Himd 



36B HittoriMk^liagvMsche WiMOMCbaftei 

beinafae «erlror. Darauf gab er ihm Haare, titic 

keii gealatteie ihm der Hund, m den Kdrper i 
remet bespuckle den K5rper e^as Mifsgonsi ui 
Keime. aller Krankheiten hinein. 

Die vortragenden Geieter (<9aktsche*8) s 
einem gewissen Steine» der sicb im Himmei 
diesen Stein schlug er nemlicb mil einem -Har 
herausfliegenden Funken vervvandelten sich in 
Classe. Nach Beendigung seines Werkes le^ 
sum Ausrtthii nieder und sohlief ein. Wlihreii< 
fes schlich Keremet heran und scbhig ebenfalis 
aber sUil guter Saktscbe^s entstanden kleine Kere 
gleicb ihrem SchopCer, den Tischeremissen tibei' 

Den Juma und seine J^amilie sind die Tsch 
aubeien verpfliehtet, weil ihr Gluck und Wohlsla 
Gotlern allein abbangen. Dass aber die Tschei 
dem Keremet huldigen mibsen, iat die Folge ein 
keil ihres Stammherrn, welche darin bestand^ d 
von Keremet sich betriigen Uels. Dabei ging es 

Ais die Mensehen auf der Erde sich vertn< 
Siamme ablheiiten, da bescbioss Juma jedeoi ; 
beaondere Art von.Gottesverebrung anxuweisen. 
fahl er seinem Piiruscbko (8.0.), die Haupler de 
einen Ort su berufen, was an einem beslimmten Ta 
sollte. Attch hier mengte sich Ke^remet in Juma 
nahm die Gestalt eines IMenscheo an, ertchien deni 
der Tscheremissen, als dieser auf dem Woge na 
geselzten Orte war, und- hielt ihn mit Gespriich 
sehiedne Gegenslande so flange aof, bis die Fris 
war, in^weleher er vor Juma treten und «eii»ea 
pfangen sollte* Endlieh von Keremet ios gekon^i 
nach dem bezeichneten Orlei begegnete aber, noc 
erreicht, dem Stammhevren eines anderen. Voiki 
meldelOy dass Juma die Religionen .bereils verlheii 
was ffir einen Glauben soil iob denn jeltt mich I 
der besUiixte Tsehereoussew Der Andere g^ i 



$ehf&^ : 'Z^ar Slmle dafiir, dass dvt Juma'» BetM gpm^ aeh* 
U^nif bei ekiein lefrM GesprSche mil Keremet dudi aufge- 
haUefl haftt, befiehit dir Juma, den Keremet aMubeienP 'So 
bete mich denn an!' ftigte Keremel hinzu, der eben in Ge- 
stalt eines Entricha von einer Birke herbeigeflogen kam^ 'du 
hdrst jay daas Jiuna aelbst dir ea befiehll!* Daher muasten 
die Tacherenm^en mit Verehrung dea Keremet den Anfang 
machen. 

Jiuna thul den Tscheremiaaen nicfal aus Liebe und Er- 
barmen Gules, sondern na^h MaCsgabe ihrer Anhanglichkeit 
an die angealammte Religion , und ihrer BerdKwiiiigkeity ihm 
und aeiner Faoiilie das ihnen angenebme Viefa su opfern. Im 
Falle des Gegenlhfils KerschlagI er thre Felder mil Hagel, 
lassl Misswaehs kommeni sehickl Krankhetlen uAd allerlei an- 
deres Unheil* In gleicher Weise verfainderl es Keremel nichl, 
das9 Juma's Wohilhalen su den Tscheremissen gelangen, wenn 
aie auch aeiner gedenken und ihm junge Fiitten und Bnlen 
opfern. 

Die Religion der Tsc^eremisaen beilehl aber in der Beob- 
achlnrig folgender Salaungen Juma's: Am Freitage soilen 
aie fur sich nichi arbc^ten.') Darum heist man bei ihnen ao* 
gar die Oefen an Freitageo oral des Nacbmitlaga. In der Zeit^ 
wann das Gelreide bluhl, soilen sie nicbl die Erde aufgrabeUi 
Baume fallen, Graa mahen, und ibre Weiber nichi Garn fdr ben. 
Im FrUhlinge vor der Aussaal dea Sommerkorns, soilen sie 
agg^ patem (daa Ackerfest) {eiern, am Pelruatage das siir^m 
(Feat nach dem Dungen der Felder), im Herbste das pa rem 
uu kind in (Fest des neuen Gelreides), d. h. aus nenem Ge- 
lreide, die gewohnlen Speisen bereiten und sum Danke iiir 
die Erndle, Juma weihen ; am Vorabende des Neujahrs soUen 
aie den sogenannlen 'ScbaffuCs' (schoros jol) feiern.*) 

Wenn in UngliJcksfallen und Krankheilen die gewShn- 
Ucben Millel mehl helfen wollen, so muss man, su VersShnung 



') DlMsn Tag Uamsn tie alio rait den Mahaumedanem. 
^ Biwas Naberes aber diese Fette folgt welter antea. 
Enaaos Rum. ArehiT. B4. XVII. H. 8. 26 



des eraHmtieii Jama, Uh» ^if. *"^ 0«llem 
Hausthiere opfern. NafiietilKch gebOkrt </«W 
ein dreijShriges, aiifiiii»iges iiml neeh nicht g« 
den U^gen je eine Kub, ihfmiP uruksi^ho^s 
und den iSakisehe's je eitte Ente. Diese C 
weder aUgetneine, von einetn ganteii Dorfe 
Odrfern und sogar 13ezirk^i Eusafnmen gebradi 
^ Juma und alle dieSeinen; oder es sind besoi 
eine Fanilie gewnsen OHedem^der Famflie . 
Die ersteren finden statt bei Oelegienhe}! ein« 
Misserndte, bei anhaliender DiWrt oder BnhalU 
die leizteren bei Krankheilen die in einer Pa 
Oder Unftiilen anderer Art, z. B. wei&n Wdlfe ^1 
missen das Vieh aueroCten, wenn das Sehiige 
wird, o4er wenn eine SeHche sein Vieh Urmei 

Heuiigen Tageis beien die niobt gelauften 
in Krankheiien audb-Bum heUigen Nicdlans, zu 
und der Kasaner Nutter Gottes« Dabei word 
Fcyi^n geopferk, -deren Fltiseb man veHEehft i 
und Knochen man verbremii Dm sum Opfer < 
•eMaohtet entweder der iierr des Hefuses, odei 
im Falie jener krank Ml Die Wiitiiin selbst bs 
Opfer Pfannkttchen. Den erwiihnten di^i H^ili 
ihre S^aktsebe'szugegeben, dwion man Hasen 

Die Tscheremiasen erwarten nach detli 1 
fibnliehes Dasein , wie das avf diesei* Stde. 1 
man die Verstorbenon mit denselb^n Werkz<Hi| 
faienteden ihreti Vnterhaft vef^sehafil, damlt sie < 
Arbeiten jenseils fartseteen k5nnen, Nach de 
msst man . ailerki Speisen imd 6etranke auf dem^ 
und auoh am firifinerungslage bereilet man ^ei 
Abgedchiedenen hi jener W«it nicbt Hunger lefi 

Nach aeinem Tode muss der Tsoheremisse ^ 
ter derUnterwelt(kijam^t ture) crscheinen, d 
lungen priift und ihm, je naeh ihrer Besehaibnhei 
anweist. Jeder Tscheremisse muss aufserdem 



gUbm, die fki iKIAiit amtf wie Strafalutoe, uAd ataC' emai 
Eyeasd int tieikivlefn Peeh lisgen. Wer Niemwd. geiiMtei 
aaiiien «llitmmacbfii oder ifarem Vieh okhl Scliaden zttgefUgi, 
sie mdkt bi^stoUen odm* kc^rofpen, titii .^as ihoi aogethatie 
Sftie iniobi rail Bitemn 'VergoUe& k»l, der sdbreiiet ohm Furebt 
omI iibne caiiiiial su rtrMcheki hkiuber; der U^beWuMer aber 
vwrd unf«Ubar in idea KesMl fadlen.^) Die Folge da von ist 
mto(ed«f ein rubigfa .oder m gefnaUtias Uaaein in j^mr Weli. 

Jetet tCAWas Naher^ iiber die atehend^n jabrlioben Feal« 
dttV/ hflidtf isdhen TsiAeramiasen : 

A)gg.a {varem. AmMovgw -dea Tagea dieaer Feiar gehem 
aUc Hauabesiber iu reinen KleUem aiif das imgepQijgte Ffdd> 
imd Mbman Pfannkueben, Clriltabrei odav Eaerkudten, Biar 
•dfli' Melh nit akh. Sind aie Alie .v«ivaiiii}iiieU» so madii der 
Ka.rl (Piacalitri) ain Feuer, an n^elcham Jeder ain Mainea 
WA^hilkht aoaiiiidAt) daa er an die .mikgebi^acbian Speiaett 
und Getranke klebt Darauf verneigen sich Aile, der Prieaier 
iBW^Ui irimii die MiikMn absuiAehn^^Q and daa Cieaicht nach 
Gfalen g$twendet, wd bjUen Junaa um eii»e reiehe Getraidie* 
Sandte* hi das G^et gespiroches^ $o wirft Jeder ein Stuok* 
nbfdi (vw dan < mitgebracbAen iSpaiaen ins Feuar. .SpMd diaae 
SHieke yarbranDt^ nnd, Ipaebl man daa Fi^aer, und AUe «er- 
ahramw «<A i^af^b ibran Hauaern, die dem Jiuma gawaihlieii 
Nahrnogaiiiailal wiader wilHebiDiBod^ die aie dann mil ibcen 
EaPiiian varxahren* 

^^iiriara* Am Alpi^n diaaea rFealea aehlachtet o^n avi 
Khaan Jmia^a ein Phrd, eine Gans und aine Ente> und fcocha^ 
ibr F4eiaflb M^ K^satln* Daa gakocbte Fiaiach wird natar die 



*^. Bf«9 M^hit §tk9n fail dea aaiten fiUok^ dasi liitr (lie mahamQieda- 
nisehe Lehre Ton der Bracke ^ir4t zum Grande liegt, welcbe Bruoke 
feiner als ein Haar und uber die Holle geacblagen oder ausgespannt 
,^^ — Tafe(|licbt.er)ar^nvt an ^'4» iiag^risobe tory^aj (Gefetz* 
JS^M)» .49a 9ioaaaM8€lie l^ri iumI aiand^aboiJscbe dc|ro (Gasetz). 
y(9f kiif^mat iiNeUifft* io M 4>fpeft ofaal^c das arabiaclie Wort 
ii|r ^^'i^fpjiral^hai^gt and also den iiiQ}»ami9adsni#€l|9n Tataraa ab- 
ff^^'a^* 4.n#i. d. Waiters. 

26* 



8M 




Hau^: 



Ipeka Ankauf dcr TKeM^ 

Jcdcr dcr ««in Quaotum 

acinc Wohmmg und Icgt 

Oder Brannlwein uad ^« 

des Hofes, die Ankunft ^^.r^P 

Theilnehmcr wieder nacli 

Pricsler luersl die Fclle, 

schlachleleb Thiere, wittir ei»a^ j«tt 
erne junge Birke voft drei Ellen 
auf Pferden um den Orl herun 
verbrenncn sail, verbrannt, so b 





^gtm gImduiMig rei 
^a, AfJDgi eft w) jesia 
^a akrigm VorMhtdi 
i) aaf ekien Tbeh h 
ier erwmrleai. Svi 
g^tkrt, so verbre 
mid Sng<e^e«ie 
Mianet und Kaabc 
ang^e in det Viand 
<?h tomoieln* 1st A 
verbrenncn sail, veriir«i»M», ow >/«^«»«acheii die Priealer, 
mngen Mannschaft begleitet, der fleihe nach alle Hi 
68 Opferfieisch giebl, tim wber dleaea and die ande 
raAie GebeU «i aprechen. Wal:%a*^nd di^ Prieslw ii 
spreohen, senk^n die wi Pferde am&xenden JQnglinge ill 
chen auf den Tiach nieder und biasen auf PfeUen 

denrinde. 

Uu kindin parem*) 

Faimtie aus dem neuen Geireide 

AUes konamt aul einen Tiaefa ; 

Wachslicht, und an die vorder 

WachsUchter zu Ehren des Jui^ 

der Juman Aba. Der Hausbe 

Famtlie vor den LebensmiCteln 

vorjahrige Aerndte und biitet 




Fesle bei 

und E 

das Brod klebf 

ficke (des TiacV 

A, der Mlande 

IT kmet vokYt sein 

i^der, dankt Jm 

auch fur di^ z 

verzehrtf 



uian 



Aerndiesegen. Nach deoi Gebelt^- ^.«nm 

die GHitxe (kascha) und den K- i -^^W^auren Me 
Anin.)j und iriokl das Bier, Am ^"^ — ^^'^ ^ - - -~ 
sich Alle, und am Feste selber 
Schbrok jol (Schaffufk). 



abetHie de^ 




F 
K 

1 



*) Heisit in einigen Dorfern KiscjhlSfe 
Ki«el (einem sliaeffUchett M«hlbrei J 
demselben bereitet wifd. — fj^ r,^^— 



el- 



ilj, finnischen niite (an^i)^ ebatn'^^^^ 
kittdin) ▼ergU dw fiDnUche ky,|^^ ^ 43^ 



i^r atiter 

'•^^^ Zu Vii 



Rei%i9ii •Aw IMMfodMea* 

FamiNe Pfannkueben und dm Eimer Bier. In der Nacfat sum 
neuen Jahre gefaeo swaniig und niehr Jikiglingei lutd jutige 
Madchen von Hof au Hof in die ^hafetalle, packen ein Schaf 
am Fnfee, und scbraian aus alien ^Krfiften: Juma! pu ik 
ijaachim kok ijaschim palschiini d. i. Gatt! gieb einj£h« 
rige, zweijahrige Lammer/) Darauf gehen sie in die Stube, 
M9en die Kuchen und Irinken das Bier. 

Wenn im AMba der Aeltesten eines oder mebrer D5rfer 
ein aufserordentliches aligemeines Gebet mil Opfem beschlossen 
warden ist, so besiimmi ban vor Allem die Zabl der au 
schlacbtenden Thiere; dann wahll man einen Ort sum Opfem, 
bestiomit eine gewisse Summe xuin Ankauf der Thiere , rei- 
nigl den ala Opferstiille dienenden Plats, und verkundet Zeit 
und Ort der Feierlichkeil den Bewobnem benachbarter D5r(er, 
ffir den Fali dass sie an deraeiben sicb belbeiligen waUen. 
Soil nur eine Familie Juma ein aufeerordenilicbes Opfer brin*- 
gen, ao legi das Haupt der Familie vor AUem ein Verspreehen 
ab, das von den Wahrsagern anbefohlene Opfer au voUaiehen. 
Zu diesem Ende nimmt er etwas von dem Mehl, womit die 
Pfannkueben gebaeken warden, und von dem Gelde das sum 
Ankauf des Opfertbiem bestimmt isl, bangt Beides in einem 
leiaeDen Sakchen an dem Ziigel des verbeissenen Opferlbiers 
in der Vorraibskammer auf, und spricbt dasu: *Scbau, icb be- 
reile dir ein Opfer.* Dann wahlt er su Darbringung des Opiers 
^e Stelle im Walde, an walcher gukes Wasser sein muss, 
und windet urn den Baum, in dessen Nahe geopfert wird, eine 
Birkenruthe, wodurcb er su verstehen giebt, dass man an 
di^er Sielle nieblBjiume fallen oder sich ungebtihrlieh be- 
tragen durfe. Am Vorabende des Opfertagea baden sich alle 
BatheiCgten und siaken reiae Hemden an. Mit Sonnisnaufgang 
/fibren die Pqgster alles su schlachtende Vieh an den feslge* 
4«Uten Ort und binden es an Baume; jeder Betbeiligte geht 



'*) Itt TexCe stdit tertnoge einei Setzfehlert nn staft pa (gieb); die 
WarMl A%i Oebeni laatel im TNhdremiMisdieii fast genan so wie 
iB der MaadMbospfacbe (fQ, bs> Aain. d. Uebert. 






dds zurti Opferti laii^iche Vi6h; die Taikglirtitei* tvi 

irk^hhl. dass cin itoil Whssfer flbei^sdltti^ff Thi** sich 

dfenn alsdanh hal dife belreffende Gdtth^ ea afige 

N*ch ^olgler Ati«^Krahl kAiel die gdril^ Vi6»ifliiiifctij 

bis jetzt in tiefem Sehweigeli geslariflrfii, aiH B6€ei 

mi bitf^t JUtt)^, das Opf^t* iMbt- zii Vef«6!^M§h^6h t 

AHen Gesiindheiff h^rabziisendM. hi das 6ebM zii 

schlachten Einige van deft Pri^fertt dab Opftervieii 

machen Pener an, setzen die Kesse! ill StflM, ana k 

FJeisch; die betheiliglen PfersMH^ti abel^ klelreki %rre 

deien Wachslichter an eiAen Tiseh aus Lind^llli'ols ^ 

nnr d)esettZweck h^ and las^eti l^ie breiinen hik d 

iwzehrl TOt Dins g^kochle Fkfefeh %ifd in Slticke 

t«n und Mter die Anwesendeiv tertheili; hat Jeder 

«Hqrfaiig«D, se tiXH Ailed wi^det auf die Kilfee titid bi 

das Opfer anzunebnxen , wShrend die PHesler F'^M, 

und Eingew^ide ins Fetter l^n^rfen. Ers^ tiiat^htlet 

Feiier geWorfenen Ding6 Verbrdnnl ^d, st^^i^ ^^ 

imd verzehfren das geopferte Flei&chi Kanh ehi^efr ^ 

Ifgien wegen Kraiykheit oder atts aWderen Ursafafte 

^pfer nfcht g6g^ttwart% sein, s^ britigt than iftMl i 

gewiesenid Stiick Pl^Bch in^ Hiitls, WO ei" es and&bhl: 

Bei jedem aufserordenllieheft allgenyein^ti O^f ei 

4rei Tage binter einander ; ifi dles^r Zdt thtl^^ 

itglen keime Art v^n Arbeiten. Die ftiir dtm Opf^i 

vetzehreriden Pfetihkdcheb dUtfbiti ihatt Vton ^H^i ^ 

WHtwen beteilel w^i^den. fiei di^ti Opfem liltirf^^ 

ber oi>d Khvdftr zugegeti ^n hni Wit ilei^ MSntie 

wa^hsenen tmi deih FIddche teseli^ DiiiB sfeti ^kiei 

hfen Opfer bw'eitete Bier und dndeire b^yims6lY^ti<] 

verwahren die Priester daheim; nur von den skltt 

werden sie getrunken. An den Oi[t des Opf^^^ 

nur einen Eimer Bier, der afaer^ naehdem dus ~ 

kochi isl, inft Ftuer gegossen vmi* . 



UMigiiNi der Vs^hartoilMtfik 896 

ilm ' IHitilvooh -vw - den 6t<biim. Donbecglage, und am 
iSeoiik (^eironten DoDtiersta^a Hack (tetdern) gedenken dia 
MhtgotaufMI TsdiereiiiMaeA ihv^ VBrslorbetten* Diese Tage 
bmiMii'bef ihnftn iSort2i kitsciie (Kersidn-Tag). Zu denselken 
bereitet man Kuohen^ geddrrlm SandaiU, dvei fiimer Bier and 
ein SchlaKfc Bt »iii|wc«tK AUea \4rird auf dtien Tkch geslellt, 
dazu eine leere Schale mllr Ltffelti'iind ein leerer Eimer mil 
einem Schopfgefafse. An die Schale klebl man so viele Wachs- 
lichlchen xu je zwei Kopeken, als Verstorbene sind> deren 
gedacht wird. Jeder MUfeiernde bricht ein Stiickchen Kuchen 
ab^ legt es in die leere Schale^ giefst Bier in den leeren 
Eimer, und spricht: schiijo mog* es hinkommen (d. h. zudem 
Todten dessen ich gedenke). Sind alle Todlen auf diese 
Weise geehrt, so iiberlasst man die abgebrochenen Stiicke 
Kuchen und das umgegossene Bier den Honden, und die 
Menschen verzehren das Uebrige. VVenn die Hunde wahrend 
des Fressen^ einander beissen, so schiiefst man daraus, dass 
es den Abgescbiednen in jener Welt gut ergeht! 

Priester (kart) heifsen diejenigen aiten Manner welche 
vorbeien und die Opferlhiere schlachten. Bin Priester muss 
wenigstens 60 Jabre alt, von ehrbarem Lebenswandel, in der 
tscheremissischen Gotterlehre wohl erfabren sein, und ein 
gutes^ Mundwerk haben. Fehlt es zufallig in einem Dorfe 
oder in der Nacbbarschaft desselben an solchen Greisen, so 
iibertragi man ihr Amt Leuten in- mittleren Jabren, wenn sie 
die erwahnlen Eigenschaften besitzen. 

So lange der Priester diesen Character hat, giebt er 
neugebornen Kindem ibre Namen, voilziebt Ebebiindnisse und 
b^rabt die Todten. 

(Jm dem Kinjle einen Namen anzuweben, nimmt der 
Priester es in die Arme, wenn es eben weint, und wiegt es 
bin und her, dabei immer tscheremissische Namen hersagend^ 
halt das Kind bei einem dieser Namen mit Weinen inne, so 
wird er ihm gegeben. Oder der Priester schlagt Feuer aus 
einem Steine, und sagt dabei tscheremissische Namen her; in 
Fall wird dem Kmde derjenige Name gegeben bei 



396 HiBtorifdi-lmivMMhe WiMdMshifteiu 

desseh Nemiung der Zfindsdiwamn Fever fing/L Bei 
seiten oder Beerdigungen betel der Prietter nur, dasa 
die Neuvennahlten mit irdisebem Gtekk uberschiiitey od 
Versiorbenen davon abbalte, seina noch auf Erden y»\ 
den Verwandten und BekaDnUn su beunruhigeD. 

(Wischnewaki ii» Wjeatnik imp. geogral 

obschtscheatwa.) 



I ' 



Pangeometrie 

oder 

die aof eitier allgemeiiieii and strengeii Theerie 
der Parallelen gegrdndeten Haupts&tze der 

Geometric, 

Von N. Lobatacbewakji.') 



MWie Begriflb aof d^nen idan die Eiementar • Geometrie be- 
griindet, reichen nicht hin um den Sats xu beweiseD, dafs die 
Samme der dra Winkel efnes jeden gradlinigen Dreiecks 
gleich zweieii recliten Winkein i«t. Die Wahrheit dieses Saizes 
'ui bb jetet nicbl bezweifolt worden^ weil man in den daraus 
gesogenen Polgerungen auf keine Widerspriiehe (riffl und weil 
die Messungen der Winkel graiHiniger Dreiecke, innerhalb der 
FeUer der voUkommenslen Ausfiibrung^ mit derselben fiber* 
dnstimiiien. 

Da aber die GrundbegriSe turn Beweise dieses Satoes 
akhi atiirdohen» so sind die Geemeter geswungen worden, 
entwedl^r dhgesliindlieh oder implicite, Vorausseisungen su 
Htife stt nehmen, die swar sehr einfacb scbeinen> dennoeb 
aber darcbaus willkiirlich sind und daher nicbi geslatlel wer* 
den dQrfen. So nimmt man z. B. an, dafe einKreis von unend- 
Heh grofsem Radius mit einer graden Linie zusammenfalle und 
eine Kugel von unendiieh gro&em Radius mit einer Ebenoi 
dab die Winkel jedes gradlinigen Dreieeks nur von den 

>) TefgL fay dkaem Btade S«fi84 oad Mtchi^ Bd; JUV S. J8f.. 



I 



398 Phy«ikalisch-inatheinatisch« WiBsensch'aftei 

Verhaltnissen seiner Seilen und nichl von dieser 
abhangen oder endlich, wie es gewohnlich in d« 
geometric geschieht, dafs man durch einen geg< 
einer Ebene, nur eine grade Linie parallel mil 
in dieser Ebene gegebenen graden , legen kann , 
anderen graden Linien die man durch denselbe 
in derselben Ebene zieht, vvenn maa ^ie gehori 
die gegebene grade Lihie schneideh fiiiissen. ] 
unler einer mil einer anderd |)arallelen Graden; 
Unje .W«fbh9> w«iin m^.w btMn§ w«il pa^r^ i 
verl5ngert, diejenig^ «il der .«e parallel iM micbl 
del. Diese Definition ist ungeniigend, weil sie 
chende Unterseheidungsteifcheh fOr feine einzige 
enlhail. — Dasselbt gil4 ' arieh t*n drti moisten 
die gewShnlich in der Elementar-Geometrie gege 
denn diese lassen nicht allein die Enlstehung d 
Gr$f9«»ik MerwabDti aoind^rn bewidsen auieh Mchfe 
die^e Grgfeen existiren kSnn^ti. S^ defimiri -mai 
limie und die Ebene doreb eine ibriip «&ige»#ch 
9S^i dafe gk^e Linifiti diejmigQti ^ei^o > "vy^elche 
aammenfallen wenn aie vim P^Dkik geaieiii9bha 
4M dafo ei^e EWne dUjMi^e jDbiec&ik^ wsl, i 
jede grade Linie valblaedig itoamm#Qrdlil> so^ 
Punkle.mi thr g^niein hal. 

Ich habe es vorgezogen die Geometric, ansi 
wob^ch nuA der Eb^e und mAi der gi^aden Lini 
out der Kugel und nail dem Kr^se, etou^anget}^ 
DefinitieiieA unlerUegeni^swe^en aidM 4eai Ve 
U«v«U8land^keH> ^eil aie die E«its|fibuQ§ d^j 
Gf<U«eB enliialti^' ' 

Deo^^cki 4efinit^ ich.dU' Ebene als denr ge< 
Orl d0r iDwrobsebniUe aller einander glincbem Ktgi 
iwmn ksim Pwkle^ ^s MittdpunkD^n b^ctwri^b 
E^dlieb definire ieh ^b gcadrtsi Unie ak d^Q ^ 
Ort der Durchschnittc gleicher Kreise die in eine 
urn a&im ieyteI^kl«^die8e»£tele^:lit^litolBll 



"MifAin. Hit MA <K^e B%fih!lSoUi^li d^ Eb^e uffd d«r 
g^d^ LTl^i^ zU^eg^ben, ^o Mst 3i6h die gauze Theori^ der 
9hbiii» tM (Tefr s^nki'^ditefH &km^ sbtir eirtfaeh uiid kul^ 

Wl^tih mn gtUe Lirti^ Un^ ein Ihinkt M ein^r Ebene ge^ 
^^^treU ^ittd, ib nfi>rih^ f6fv Pai-allele der gegebenen G^aden duith 
den gegebenen Punkt, diejenige grade Linie welche^ xtrH^t 
W^ti ih d^s^tb^ BbMe md dtitth denseiben Pttnkt geidgenen 
VM iiacfa eirteriti Simile de^ P^ifeAdikel von d^ok g^g^be^ei^ 
Ptmfct^ auf ^6 ^gisbeneGr^de Teriiin^ertett Graden, die Gr3n&e 
itfivfech^iv den dii^ ge^ebene Grade schneidenden -und nichl 
irdhitideiiden attsm^l. 

Fdi habe bine voUslanfdige theorie der PdraHellihien MVtt 
tf^ 'Illel ''6edM^iris<:tie Unter^uchuHgen ziit Theom 
4^t*Psirall^^liniett. B^rliit. I8i6. Fincke'sche Bu^hafid^ 
hAg.^ he#au^gegeben; in diei^et Arbeit sihd mersl alU SlSiiit 
«teaaimeng^emi Wdbh^ sieh ohne HOlfe der Thee^He der 
^'iAtAM^ bt^Wei^eh kk^seh t^d unler diesen S&Udb \st der- 
jMg^ be^cMderft ^^merkenswerth, welcher da^ VerbSHnife 
eines jeden spharischen Dreie^ks, zu der Oberflache der Kugel 
auf der es sich befindet^ kennen lehrL (Geometr. Untersuchun- 
'^liMS.27) WeAh jiy Bi € dii^ Wihkel eihed sphSirischeh DrcS- 
-^d^ 11114 W t^\il irethie ^inkel beseii^^n, do verfaalt sich 
bf^l^Anifidi dt^ OlyerAaehd die^^^ Drdeck^ iM d^rKu^lober- 
fladie wfls: 

zu vier rechlen Winkdtt. 

Ich beweise darauf, dn^ die Stimme der drei Winkel eines 
gWiShUgen Dl^eieckfe Jiieniab zwei ^eohie Winkel libertreff^ 
tonne (Geometr. Unters. S. 14), und dafis wenn diese Suinme 
in irgend einem gradlinigen Dreieck gleich zwei rechten Win- 
ttiil i^ si^ nudi in jedem 3ndern gradlihiged Dreiefck ^eH^ 
tW^Hh teU>e i^imHA. Unier^. Si 20y fis «kd t^o hw^ z^ei 
lP^Mttii^Uil|$ell tkif)gii>ch: eniwdter A^(b ^^ilnbine der d^ti 
-Winkil pM ^mdKkn^i^ DMtAB ^iei(6h «#v^n i^^en mti- 



400 Pbyiikalitch-Difttheinatitdie Wiitenschaltea. 

dafs in jedcm gradlinigcn Drdecke die Winkelci 
als awei rcchle Winkel sei. Dicse «weile Vorau 
griindel eine andre Geometrie, die ich die imagii 
habe, welche toan aber vielleicht passender f 
nennen kann, insorern dieser Name eine allgemeii; 
andeutety welche die gewohnlicbe Geomelrie aJ 

^ enthalt 

Aus den in der Pangeometrie angenoannenen 
folgt, dafs ein Perpendikel p, welches von einem 
graden Linie auf eine ihrer Parallelen gefalli ivi 
ersteren zwei Winkel einschliefst, von dehen de 
ist. Ich nenne diesen Winkel den Winkel des F 
• und difi Seite der ersien Graden an der or sich h 
welche fur alle Punkte dieser Graden dieselbe isi 
des Parallelismus. Ich bezeicbne diesen Winkel 
\ weil er von der Lange des Perpendikels abhangt 

I wi)hnlichen Geometrie ist immer n{p) gleich ein 

i Winkel, fur jeden Werlh von p. In der Pangeonc 

J dagegen JT(p) alle mSglichen Werthe, von JI(p) = 

ft 
pszoo gehorl, bis zu n(p) = ^ fiir /i = (Geom 

S* 23).. Um dieser Function einen allgemeineren £ 
!" Werth su geben, nehme ich an, daHs ihr Werlh fSi 

tivesi Pf anf welches die urspriinglicbe Dc&iitioQ k 
sicht nimmty durch die folgiende Gleichung bestiniK 

n{pHn{^p)^n. 

Far jeden Werlh von ji der durch: 

0<^<ft 
gegeben ist^ wird man daber eine Lange p so w9h( 

dafs n{p)=^J ist, auch wird p positiv sein, so lai 

i stattfindet Umgekehrt giebt es ror jede LSnge p i 

kel jif fiir den Js=n{p). Ich nenne Granzkreis ^ 

[ deasen Radius u^endlich grofs ist. Man kann ibn ] 

weise zieben, indepa num folgenderniafsen eine'bel 
juibl 8eiperPunk|e.conatr4|urU Mim ne^^ auf finer 



Graden dlnen Ptaikl, nenne d^nselb^n den Sthwk^, und die 
G^de, die Axe dee Gratiikreises. Con»truirt man dann einen 

Winkel ji filr den 0<:^<;Kund der seinen Scheilel in dem 

Sdieild des GrSnikrMes und einen seiner Sebenkel^auf der 
Axe dee GrMnzkreises hat, nennt man ferner a die Liniei 
welcfae n(a)saji giebi, und tragi endlich auf dem sweiten 
Sofaenkel von A^^ron diesem Scheilel an die Linie 2a ab, so 
liegt der Endpimki dieses abgeiragenen Stiickes auf dem Grans-* 
kreise/) 

Vm diesen Granzkreis nach der an^ern Seite der Axe 
fortzusetsen, muss man cKeselbe Construction auf dieser Seite 
wiederholen. Es folgt hieraus, dafs ^ile mit der Axe des 
Granskrebes parallelen Graden als Axon genommen werden 
k5nneti. _ Die Drehung des Granskreises um eine seiner Axon 
eraeugt eine Oberflacbe, welche toh die Granskugel nenne. 
Diese ObeiflSche- bildet demnach die Granze, welcher aich die 
Kugei diirch Wachsthum ihres Radius fortwabrend nah^rt 
Wir woUen ferner jene Drehungsaxe und demnach auch eine 
jede mit dieser Axe parallele Gradci die Axon der Grans- 
kttge) nennen, und unter Diametralebene eine jede Bbene 
▼erslehen, welche eine oder mehrere Axen der Granskugd 



*) Far den Fall der acceptirten Geometrie giebt diese Constroelion 
des Graazkreises in der That ein l^erpendiket darch den togenannten 
Scbeitel auf die aogenannte Axe, weil alsdann jeder Werth von /I(<t) 

der ^ oder ^ ^ ist, nur imaginare d. h. nicht yorbandene Ponkte 

der ZQ oonstroirenden Corve giebt, und dagegen der Werth ir(/i) as ^ 

eine anendiicbe Anzahl yon Punkten, die auf dem genannten Perpen- 
dtteel In wiUkdrHehen AbatSsden yon dem Scbeitel liegen. In dem 
allgf m^en FaUe erhSlt dag^gen die eonttmirte Cwrye die Bigeo- 
•cbaft, dad die darch einen beliebigen ihrer Pankte gelegte Paral- 
lele mit der Axe, aacb mit einem Perpendikel aof die Mitte derfe- 
nigen Sehne parallel ist, welche dieien Punkt mit dem Scheitel yer- 
bindet Sie wird demnach ein Kreis dessen Radien mit der Axe 
psraUel iind, B. 



it 

I 



•nthSlk Die Duwhjcbwti* *r Grlkimhmg< 

Diamelralebenen, swd Gr5rtilu'ei»e. Mdea SU 

flache der Gramkugel, welches <lurch drei Bogei 

kreisen begraiwl isl, wird ein GiSnikugeld r ei 

and die m demselbea gehoiigai Gr«Rskrei«bogen 

yrinkei awiwhen Granskreisebenen, wolkn wir h*a 

die Seiten und die Winkel des Graa.kugeWreM 

Zwel mil einei: driUca fwurallele Grade, »io4 qntei 

rallel (Geomelr. Untersuchungen 5.a&). E» Met- ; 

alle Axen des Granzkreises und der GraDzkugel 

einander paraHel sipd. Weim drei Bbenen «<* a 

Bach drei parallelen Graden «chiMa4«D wad wen 

eine jede dieser Ebenen auf da» Jiwi8cb«» den gen 

den gelegene SUkk besdirankt, w ist die Sunuae 

wiakel, w*lche diese Ebenai einschliefcen, gleich » w 

Winkeln (Geomelr. Unters. S.28). Es folgi Wen 

Somme der Winkel eines jed«B Gsaidkug^drei 

£weien R«!<Aten ial, und dafe semU Alles was mai 

wbhnficben Geomeltie in Bepug auf die Proporti 

Seiten gradlimgec Dreiecke bewcast, in 4«r Paage 

dieselbe Weiae in Be«iig auf die GrawtkugeWfeifick 

wetiden kann, wenn mm nur die mi* einer der 

gradlinigen Dreiecks parallelen Graden, durch Gran; 

erseUl, welche durch verschiedne Punkt? einer 

GrapzkugeldreiecM gehen und ?lle denselben Wip^ke 

Sei(e einachliebeq. 

So hat man z. B. wenn p, f, r die Seiten e 

ft 

winklichen Granzkugeldreiecks und P, ft g- die di< 

gegcnuberBegenden Winkel bedtttten^ ebenso me 
wdhnlichen (Jeometrie die folgeiwkn Gleichungen an 

p = r-sinjP==r»C08^ 
j = r*cosjP=r-8in§ 



' ' ' PangeottietiAe. ' -403 

In def geWShnlichen Geomeirie beweiA man, dafs der 
Abstand sw^ier paraffeten Graden constant ist. 

In der Paingeomeirie ist dagegen der Absftand p ernes 
Junkies einer Gtaden, von der mit ihr parallelen, nach der 
Seite ' des Parallelisimis hm abnehmend d. h. nach derjenigen 
Seite, nach welcber der Winkel des Paraiielismas il(p) ge- 
kehrt ist 

Wir wollen nun unler 8ifi/^ .... eine Reihe von Granz- 
kreisbogen verstehen, die zwischen zvveien einander paranefeh 
Graden, weiche alien J3eh*efie^€» Graazkreisen ais Axen die- 
nen, liegen und wdllen ferner annehmen, dafs die von je zwei 
aufeinander fotgendeh Bogen interzeptirten Stiicke einer jeden 
Parallele, einander gleich und durchx bezeichnet sind. Sei 
dann E das YerbSIthifs von s zu tf oder: 

und E grdfser als die Einheit. 

ft 

Wir wollen zMenH annejbpen, dafs j^^ — und m und n 

twei ganze Zahien seien. Man tbeite den Bogen s m in ein- 
ander gleiche Theile und I^e durch die Theilungspunkle 
grade Lklien/ die mit 4eo Allien d&r Gniiizkreise parallel sind, . 
so vferden diese Pa|;aUelen einen jeden der Bogen ^t/^ .... 
in m einander gleiche Stiicke theilen. Es bezeichnen bezie- 
hungsweise AB^ jtB^ jt^W^ .... das erste Sllick von ««'#''....; 
AA!jt^...^ die auf einer der gegebenen Parallelen gelegenen 
Punkte. Legt man nun AfB\ auf ABy so dafs A! auf A und 
JtB^ \ix\%^ AB fallt, und wiederholt eine solche Auflegung 

s' m 
nniai nacheinander, so wird, da nach der Voraussetzung — = — > 

-aiich n^AM tezm^AB^XXCkXioDA^y nach der nien Auflegung das 
zweite Ende von ff auf das zweile Ende von s fallen, und 
wgleiqh die$er letztere Bqgm in n einander gleiche Stiicke 
gctheilt aem. 

^ Wenn man sidi aber vorstellt, dafs bei Ausfnhrung der 
genannten Aufeinanderlegung, A^V das von diesem Bogen 



^ PhjtikaliMli-mtbemitisdilt VHrnmrnohmtim 

und von den Parallelen durch s^ne ^dpunl 
Stuck einer Ebene mit sich Tuhre, so ist klar, 
deckling von a' durch n {J"B")f von «" durch » (. 
gleichzeitig mit der bereits bewiesenen von s du 
erfolgen wird, weil in di^sem Falle die ParaUele 
Lange nach zusammenfallen mtisaen/) 
Man hat also 

Oder was dasselbe ist: 

i. il i J6f i!!. f!!l 

a' "^ a" ** fii "^ «^" "* ^w 

Um Dasselbe^ in dem Falle wo E eine incc 

Zahl isty 2U beweisen, kann man eine der Schli 

brauchen, deren man sich in der gewohniicben C 

ahnliche Falle bedient, weiche ich aber der Kiirc 

nicbi anfuhre. 

Wir haben also: 

und man (Bchliefst daraus leicbt auf: 

IB sofern man nun unter E denjenigeo Werih ve 

chen — annimmt, wenn der Abstand s zwischen 

8 und a' der Einheii gleich wird. 

Man mub hier beachten, dafe dieses VerlilSltn 
bangig ist von der Lange des Bogens s und da 
andert bleibt, wenn die beiden Parailelen^ dnr^h 
Bogen $ und af begranzt sind, sicb einander naher 
ejnander entfernen. 

Die Zahl E die notbwe»dig griMker ab 



*) Diese^ itt klar, wenn oiai^ bemerkt, dab za Paige der 
der Granzkrelse an alien DarchichnitCfpQnkten iwiaob 
den in Rede ttehenden ParaUelea die hooiologeii Wij 
gieich Bind. 



Pangeometrie. 4(K 

hSngt also nur von der Langeneinheit ab, deren Werth voll- 
kommen willkiirlich bleibt.^) 

Die an den Bogen st/^^ .... nachgewiedene Eigenschaft, 
bestebt auch fiir die Flaehenraume jP, P', f • . . ., welche von 
zweien auCeinander folgenden Bogen dieser Art und von den 
sie begranzenden Parailelen umschlofsen sind. — Man hal 
ako auch: 

Wenn man aber n dergleichen Flachen PP.... /"("-t) 
vjereinigt, so erhalt man fur ihre Summe den Ausdntck: 

Fiir 91 ss oo giebt dieser Ausdruck den Werth derjenigen 
Bbene swischen zwei Parailelen, die aaf einer Seite von dem 
bestinmiten Bogen s abgeschlossen, und von der Seite des 
Parallelismus unbegrSnzt ist. Dieser Werth ist daher: 



1 — 

Wahlt man zur Flacheneinheit diejenige Flache /^ welche 
sich ergiebt, wenn sowohl der Bogen s ak auch der Abstand jr, 
der wiUkiiriiehen MaCseinheit gjeich geselzt werden, so wird 
der znletzt erwabnte Werth far einen beliebigen Bogen s, zu: 

E—V 
In der gewohnlichen Geometrie ist das mit B bezeiebnete 
Verbaltnifs constant und der Einheit gleich. Es folgl daraos, 
dais nach der gewohnUchen Geometrie zwei paraliele grade 
Linien iiberall gleich weit entfemt sind und dafs der von ihnea 
eingeschlossene und nur auf einer Seite durch ein ihnen ge- 



*) Hit andern Worten heistt dieses aber, duta es eine chaiakteiislisclie 
Malseiiibeil oder eio wirkUches Natormaft gabe, wenn die reeDe Geo- 

. metrie irgend ein von der acceptirten Terschiedene Spezial- 
faU der Lobatscbewskji^schen oder Pangeometrie ware. Der Abstand 
zweier zwiscben Parailelen entbaltenen Granzkreisbogen deren Langen 
sIch z. B. wie 2 : 1 verhielten , ware namlicb dann eine anter alien 
Ufflstanden gleiche Linge. B. 

Ermans Russ. Archiv. D J. XVII. 11.3. 27 



I 



406 Physikaliich-iuatUematisclia Wiisenschaft 

meinschaWiches Perpendikel begranzle Flacli^ 

licli grofs isl. « 

Wir woUen jelzt ein gradlioiges und 
Dreieck Utrachten, fur welches die Seilen cju 

die ihnen gegenuberliegenden Winkel durch ^ 

net seien. y 

Die Winkel -4, B konnen als Winkel des 
Welr^chtet werden, die respective zu ziveien 
den gpgpbenen und positiven Labgen a und fi 
daher mit JI(a) und JI(/5) zu bezeichnen sind. 
ferner von nun an durch einen accenluirte 
4iejenige.geradeLinie bezeichnen, zu deren Lan 
des Paralielismus gehorl, welcher die Erganzu 
Rechten vpn dea> Winkel des Parallelism us isfc 
horige Lange der unaccentuirte Buchstabe be 
andern Worten woUen wir immer: 

JI(a') + JT(a) = ^Tt 

n(fi) + n{^) = i^ u. s. w. 

yoirau9setzen. 
[ Sei ferner /(«) das Stuck der Paralleie zi 

Granzkreises , welches zwischen dem durch de 
j gehenden Perpendikel auf seine Axe und zwischei 

kreise selbst liegt, wenn diese Paralleie durch 
i vom Sqheitel entfernlen Punkt des Perpendikel 

endlich .L(a) die Lange des zwischen dem Sche 
i Paralleie gelegenen Bogenstuckes. 

In der gewohnlichen Geometric hat man 

L(a) = a 
fUr jeden Werlh von o. 
\ Wir errichteo nun in. dem Scheitel ^ des 

winklichen Dreiecke von Seiten a, A, c gehorigen) 
ein Perpendikel AA' auf die Ebene dieses Dre 
legen alsdann durch dieses Perpendikel zwei E 
denen die eine, die wir die erste nennen wolien^ 



\ 



i 



Fangeometrie. ^|q^ 

die Scile b gehl, und die andre oder zweite durch die Seile c. 
In der zweilen Ebene liege die gerade Linie BB' parallel mil 
AA^ und durch den Scheitel B des Winkel /!(/?) gerichtet, 
und es gehe endlich eine drilte Ebene durch BB' und die 
Seile a. Diese drilte Ebene wird die ersle in'einer Linie CC' 
schneiden, die mil AA' parallel ist Man lege jelzl urn den 
Pankl B als Millelpunkt eine Kugel, von einem Radius der 
willkilriicb, jedoch kleiner als a sei, und welcfae daher die 
. beiden Seilen a und c des Dreiecks und die grade Uiiie BB' 
in drei Punklen schneiden wird, welche wir der fteifae nacfa 
ity m und k nennen woUen. 

Die Bogen groCsler Kreise, in denen die drei durch B 
gehenden Ebenen von dieser Kugel gesctunllen werden, und 
welche die Punkle «, m und k su je sweien verbinden, bilden 
ein bei m rechtwinkliches sphariscfaes Dreieck, dessen Seilen 
ausgedruckt sind durch: 

mn = JT(/^) 

km = n{e) 

kn = /1(a). 
Ferner sind die spharisches Winkel: 

knm =r n(h) 

kmn = -^ • 

Da nun die drei graden Linien AA'y BB und CC unler 
einander parallel sind, so isl die Sunune der Diederwinkel, 
welche die Ebenen-Sliickc AABB', BBCO und COAA' cin- 
'schlieCsen, gleich zweien rechien Winkeln. Es folgl hieraqs, 
dass der drilte Winkel des spharischen Dreiecks ausgedriicM 
isl durch: 

mte = JT(a'). — 
Man sieht also, dass jedem gradlinigen rechlwinkiicben 
Dreieck, dessen Seilen durch a, b, c und dessen gegenaber- 

liegende Winkel durch JI[a), n(fi), ^ ausgedriickl sind, ein 

spharisches rechtwinkliches Dreieck enlsprichl, in welchem 
die Seilen die Werihe: 

27\ 



f 
' I 



f 



I 



405 Pliysikalisch-fflatheniatisctie Wissenscliaftc 

/!(/?), JI(c) und /Z(«) 
und die ihnen gegeniiberliegenden Winkel die 

n{a'), n{h) und j 

besUzen. 

Wir wollen nun ein andres gradliniges , t 
Dreieck beschreiben, in dem die zu einander r 
Seiten 0^ und a, die Hypotenuse ^, der der Seite 
liegende Winkel IJ(X) und der der Seite c/ geg< 
lliji) seien. Gehen wir von diesem gradlinigen C 
ihm enisprechenden spharischen iiber, so erhal 
Analogic der Beziehungen zvvischen dem gradlii 
ABC und dem spharischen knm) fiir dessen Sei 

iI(iM)i nig) und n(a) 
und fur die ihnen gegeniiberliegenden Winkel: 

^ n{X% n{a') und ^. 

Dieses spharische Dreieck wird aber dem 
in seinen correspondirenden Theilen gleich. In 
ren die Seiten dieses lelzteren: 

11(c), m^) und Il{a) 
und die gegeniiberliegenden Winkel: 

JI(6>, JT(a') und |. 

so dass in den zu vergleichenden rechtwinkiich 
Dreiecken die Hypotenuse und der eine der ihr 
Winkel, gleich sind. — 
• 

Es folgt daraus: 

und man sieht dass: durch das Vorhanden* 
gradlinigen rechtvvinklichen Dreiecks mil 

a, &| c 
und den gegeniiberliegenden Winkeln 

JI(a), iT(/?), |., 



V^' 



Pangeometrie. 409 

auch das Vorhandensein eines swellen gradlinigen 
rechtwinklichen Dreiecks yoraiisgesetzl wird, in* 
dem die Werthe der Seilen 

a, a*, /? 
und die gegeniiberliegenden Winkel 



n 



betragen. 

Beschreibl man nun eine Granzkugel zu der das Perpen- 
dikel AA' auf die Ebene des gegebenen gradlinigen Dreiecks 
eine Axe und der Punkl A den Seheitel aosmachen, so ergiebt 
sich ein auf dieser Kugei gelegenes Dreiieek, welches von 
ibren Durchschnilten mit den drei Ebenen gebildet wird, die 
wir durch die Seiten des gegebenen Dreiecks gelegl haben. 
Seien p, ^9 r die Seiten dieses Granzkugeldreiecks, in der 
VVeise, dass dieselben nach einander die Durchschnitte der 
tiranzkugei mit den Ebenen durch m, durch b und durch c 

darslelien, so erhalt man nacheinander iT(a), n{a^) und -^ 

fur die diesen Seiten gegeniiberliegenden Winkel. Nach der 
oben eingeftihrlen Bezeichnung sind femer: 

q = L(b) und r = i{c). 
Auch wird die grade Linie CO von der Grinzkugel in einem 
von C um f{t) abslehenden Punkte geschnitlen und man erhalt 
ehensofic) fur den Absland zWischen Punkl B und den Durch- 
schnitt der Griinzkugel mit Sff. 

Es ergiebt sich leichl, dass dann stallfindet 

in deny Griinzkugeldreieck hat man also ferner: 

p = r • sin n(tt) , 

qzzzf C08i7(orf. 

und daber auch: 

p . A'A6) =r r . sin JT(a) • Bf^^\ 

Es ist aber: 

p . i^^) ^ L(a) 

und deoinach: 






i 



t 



410 physlkalUch-matlieiiiaUjibhe Wisienscbaftew. 

L(a) = r . sin JT{a) • JE^*^. 

Auf dieselbe Weise erhalt man: 

L(6) = r.8inJI(iJ)-lS«''>. 

Zugleich isi aber: 

qz=:r-cosn(a) 

oder was dasselbe sagt: 

L{l,) = r-cosJT(a) 
und daher, durch Vergleichung beider Werlhe v 

co8JI(o) = sinJT(^)»-B«"^ < 

Subslituirt man V fiir a, und c fur /?, ohne 
was nach dem oben Bewiesencn erlaabi ist, so 

co$n{V) — sin JI(c) • iB«''> 
oder auch, wegen 

• — 

sin JT(*) = sin JI(e) • JB««). 
Auf dieselbe Weise muss sich auch ergeben: 

sinJT(a) = 8inJT(c).JB^^). 

Multiplizirt man nun die zweile Gleichung i 
subslituirt f{c) fur j{a) +/(6), so folgt: 
j sin n(a) . ^«^ = sin JT(c) . .EAO. 

Da aber in einem gradlinigcn rechtwinklichen Dr 
theten variiren konnen, wahrend die Hypoleni 
bleibt, so darf in diese Gleichung auch a = O 
dabei c ungeanderl gelassen werden. 

Beachlet man , dass J(0) = und JI(0) = Jl 

so folgt: 

l = sinJT(c).J5A^) ' 

oder: 

smJ7(c) 
fiir jede grade Linie c. ^- Durch x\nwendung diese 
auf die Gleichung (1) erhalt man: 

cos /7(a) • sin JI(a) = $in JI(/?). . . . (j 



t f 



Paa^eometffie. 41 &I 

Vertauscht man hieriri a und /? gfigen b' iind c ohne a 
zu andern, so folgt: 

sin JI(A) = sin JI(a) • sin /Z(d). 
Nach Analogic giebt aber die Gleichung (2) auch: 

cos JI(/?) • sin JT(*) = 8inir(a) 
und wenn man fi, by a gegen c, a', V verlauschi: 

co8/T(c) • cos iZ(a) = cos il(*); . . , . ^3) 
Cbenso ergiebt sich: 

<i68ll(e)-C08/7(/f)r=5C082r(ir). . . . . {4)' 

Die Gleichangen (2), (3) und ,(4) beziehen sicb auf e\n 
rechlwitlkyche^ sphirisches Dreieek, von dem wtr nun die 
Seiten mil a, b, c und die ihnen gegeniiberliegenden Winkel 

TV 

mil A, B und -^ bezeichnen wollen. Namentlich diirfen d^nii 

die Seiten il(/?) durch u^ tl{e) durch b und 11(a) durch c er- 

selzt werden; von den Winkeln aber JI(a) durch -^ — ^und 

n{b) durch B^ so dass wir fiir ein bei C rechlwinkliches 8ph^-> 
risches Dreieck folgende Ausdrucke crhalten: 

sin ^* sine = sinaj 

cos6-sin J s= cosJ?) . . v . (5) 

CO8O*C0s6 =3 cos<;.j 

Da wir diese Bezeichnungen nur fiir den Fall bewie^ 
sen haben, wo das spharische rechtwinkliche Dreieck aus 
einem gradlinigen rechlwinklichen abgeleitet werden kann, soi 
gelten sie nur, wenn die Seiten des ersteren kieiner sibd als 

^. Es ist aber hinzuzufiigen, dass wenn ein grofster Kreis 

durch den Scheitel des Winkel A senkrechl auf die Seil'e b 
gelegt wird, derselbe die Seite u oder deren Verlangerung -in 
swden Punkten schneidet, von welchen {lus die bis zur Seite b 

reichenden Bogen gleich -jr-, der Winkel zwischen diesen fl(>- 

^n aber gleich b sind. Man schiiefst hieraus leiqht diNss:.^ 

fur c <— sem nuissen « < -^ ; ^ < -^j ' 



412 Pbyiikalisch-matbeinatltobe Wisseoschafteii. 

fur c = -?^ sein mQsseii a = -o" > -^ == "^ 
2 i& - 

[ Setzen wir daher fl>-o" voraus, so miissen i?«rii 

auch c>~ uad -4>^ annehmen und wenn in < 

die Seilen a und c iiber die Seite b hinniis bis ku if 
scbniUspunkt verlangert vverden, so erhalt man 
^ spharisches Dreieck iiiit den Seilen n — «, ft, ^ir — 

gegeniiberliegenden Winkein ft — -4, B^ -^j d. h« < 

auf welches die Gleichungen (5) anwendbar sind. 
Da nun diese Gleichungen dureh die Subsi 
{n — a) fiir a, (n — c) fiir c und (tt — -4) fiir A ihre 
andern, so folgt, dass sie fiir jedes rechtwinklich< 
Dreieck gelten. 



fr 



Der Verfasser beweist demnachst, doss man au< 
den Stiicken eines beliebi^en spharischen Dreiecks ( 
geo^^riscben Hypo.lhese) die bekannten Relation 
wohnlichen spharischen Trigonometrie erhalt. Oic 
sich nameollich aus den unter (5) genannten, i 
diese leUteren auf eines der Paare von rechtwinJci 
ecken anwendet^ als deren Summe oder als deren H 
beliebiges spharisches Dreieck durch Fallung eines | 
von einem seiner Winkel auf die gegenuberliegend 
scheint — 

Es ist also erwiesen, dass die spharii 
gonomeirie dieselbe bleibt, man moge -die 
summe in einem gradlinigen Dreiecke glei< 
rechten Winkein oder kleiner als zwci rec 
kel annehmen. Fiir die ebene Trigonometrie 
solche Unabhangigkeit von der Grundhypothese ] 






Pangeometrie. 413 

slatt. Die pangeotnelrischeii Relationen der ebenen Trigono- 
inetrie sollen daher nun aufgesucht, suvor aber die Form der 
bisher mil II(x) bezeichneten Function, f(lr einen beiiebigen 
Werth der Linie s eriniltelt werden. 

Zu diesem Ende betrachte man wieder ein gradiiniges 
rechtwinkliehes Dreieck mil a, 6, c als Seiten und i7(a), /7(/?)y 

-^ als deren Gegenwinkeln. Verlangert man c uber den Schei- 

tel von n(fi), um ein Stuck /? und errichtet am Ende dieses 
Stiickes ein Perpendikei auf der Seite des.Scheitelwinkels von 
nifi)f so ist dieses Perpendikei parallel mit a und mil dessen 
Verlangerung Uber den Scheitel von i7(/?). Wird nun auch 
durch den Scheitel von n(a) eine Parallele mit dieser Ver- 
langerung von a gelegt, so bildet dieselbe mit e den Winkel 
n(c-\'fi) und mit b den Winkel J7(6). Es folgt also: 
(JI) iI(A) = JT(c + /?) + JT(a). 

Wird dagegen das Stuck fi von dem Scheitel des Winkel 
mfi) aus, auf die Seite c selbst gelegt, und an dem Ende 
dieses Stiickes auf der Seite des Winkel llifi) ein Perpendikei 
errichtet, so wird dieses parallel mit der Verlangerung von a 
fiber den Scheitel des rechlen Winkels. Ist dann/?<cso 
folgt unmillelbar 
(IT) JT(A) = JT(c - /?) — n{a). 

Fiir /?=:c gilt diese Gleichung ebenfalls, weil dann 

jj^c-^p) = jr(o) = -^ und, da dann das Perpendikei auf c durch 

den Scheitel von JI(o) mit a parallel ist, auch n(b) = -^ ~ ^(«) 

wird. 1st endlich p>c, so bildet die durch den Scheitel von 
Jl(a) gelegte Parallele £U a mit c einen spitzen Winkel nifi-c) 
und einen stumpfen i7(a) -{-nib). Da aber die Summe zweier 
Neben winkel immer gleich zweien rechten ist, so folgt: 

JT(i) = 7r — JTO?— c) — JT(a) 
Oder wegen: 

11(A) =./Z(c-|8)-JI(a). 



■i 



At A PiiysikalUeh-uiathematitcl^e WiBsensdiaTftei 

Diese Gleichung gill sooiii in alien Fallen^ 
Die zwei Gleichuogen (il) «nd (^0 kSnn< 
erseUt werden durch: 

n{b) = iii(o -/J) + iii(c + /9) 

und 

11(a) ^ iJT(c -/?)- iiT(c + /?>. 

Nun isl nach (3): 

„, . cos n(b) 
cos JT(c) = ' \ 

Oder durch Substitution: 

„, , _ cos{iJI(c-/?) -f iiT(c + /yj} 

wofur man auch schreiben kann: 

tg*in(c) = tgiJI(c-^). lg4Z7(c + /*>. 
Da nun die Linien c und fi in jedem gradlini 
winklichen Dreieck unabhangig von ^inander variiri 
so darf man nach einander c =^ fi c = 2fi. • . . c = 
letzlc Gleichung setzen und schliefst mil Hilire de 
fitehenden Ausdriicke auf: 

tg"iJT{c) = tgiJT(«c) *) 

Die Richligkeit dieser Gleichung fur einen negai 
gebrochenen Werth von « ist ebenfalls leicht su , 
Wahit man daher die Langeneipheit so, dass 

slatlfindet, wenn e die Basis der Neperschen Log 

*) Man erhalt namlich mit cssfi: 

tg in(0) . tgill(«c) « tg * tff(c) 

d- h. well mO) = ^, tg472(0) = 1 i8t: 

Oder aach 

tg«iIZ(/J)«tgiIZ(2/5). 
Ferner mit cs=2/3: 

tg ' 4/r(2/J) = tgWP) . tgi/I(3/J) « tg * •/7(^) 

d.h. tg>4n(/?)«tg4/i(3i9) 

Oder anch 



r' 



k 



Pangeomeirie. . 4I5 

* 

bedeuiety so erbiiU oum fiir eine Liinie von der beliebigen 
Lange s: 

eine Gleichung welche, so wie es ihr sukommly mil den zu 
Grunde gelegten Voraussetzungen 

Jl(x) = ^ furx = 0, 

n(x) = fiir X =r oo, 
Il(s) :ss n fiir * 3= — oo 
iibereinstimm t. *) ^ — 

Eg folgt nun auch fur eine beliebige Linie jt: 

COS iZ(jr) = . , -' 

und fur zwei beliebige Linien x und y: 

. «/ I V 8inJI(jp)'siniI(y) 

sinii^jT-ry; l + co8JI(*).co8iI(y) 

^ ^' 1 — cosi7(jr*cosJ7(jf) 

cosMx+if) = co8jI(x) + coaJI<y) 
cos/i(xty)- l4.cosiI(x).co8JI(y) 

cos ms-M) = cosJI(x)-cosJT(y)' 
cos /iijr y^ - 1 _ cos il(x) . cos JI(y) 

Iff JT(x+v) = «'»^W'si"^(3^) 
»^ ^^^ cosiI(x) + coslI(y) * 

Die oben unter (2), (3) und (4) gefundenen Gieiebungen 

fiir ein spharisches rechtwinkliches Dreieck, beziehen sieh zu- 

gleich auf ein gradlinig rechtwinkliches Dreieck, dessen Seiten 

a, 5, c und gegeniiberliegende Winkel /7(a)y Il{fi) und -^ sind. 

SchreibI man A fiir iT(o) und B fiir I7(/?), so erhalt man dem- 



■) So wie ftneh durch 

tgi//(+ar)-:ctgi/r(-ar) 
mit der Vorausietsang : 

ir(-f «) + xr(— 4?) ^ n, K. 



416 - PbysikaliKli-mathemMiMbo WwMMcl.aften- 

nach rar jedes gradlinige Dreieck, in welchenri die S 

und deren Gegenwinliel A, B und y sind die Eleze 

faan{a)-et>sA = smB | 
sin n(c)- cos J = cos n(«)> . . - <! 
cos 71(c) • cos 5 = cos JUa) j 
und dasu noch die ebenfalls oben bewiesene Cileicf 

smn{a)-sinn(fi) = sinJT(c) (li 

Aus der eralen der Gleichungen ^ 10) folgt analog: 

8inJI(ft)-cos5 = Bin^ 
und wenn mm darin den Werlh von cos B aua tier ■ 
Chung unter (10) subsliluirt: 

sin JI(i) ■ cosil(o) = sin J -cos JZ(c) 
so wie durch Elimination voii 8inJI(&) durch (11): 
lgJI{c) = 8inJ-tgJI(fl) .... (I2> 
Die Beziehungen (10), (II), '(12) fiir ein rechli 
gradliniges Dreieck, werden zu denen lur ein beliebi^ 
liniges Dreieck erweiterl, indem man dasselbe als die 
oder ab die DiETerenz zweiei- recliLwinklig gradlinigen 
betrachtet und dabei die vorslehenden Ausdriicke fiii 
nus und Cosinua der iTfunclionen von LiDiensuiuni^n 
niendilTerenEen anwendet. Durch Keduclionen vvelche 
Kiine halbef fur jelzt tibevgeben miissen, fallen sie 
gradliniges Dreieck, in welchem die Seiten niii a, i 
die ihnen gegeniiberliegenden Winkel mil A, B, C be: 
sind, nnter folgende Fornien: 

sin4-lg/r(a) = sinB'lgJI(6) 
„„, TT, -. < sinil(i).sini7(c) 
1— C0SJI(*) • C03n(c) • cos^== Zinnia) 

. , „ „ sin J?" sin C ■ 
CCJ + CO.B.C.SC = .,„„,„,- 

clg^.ainC»inn(6) + cosC = ^^. 

lui Besitze dieser Ausdriicke ist die ''■"igeomelrie 
.illgemein und in derselben Weise anweiidbar, vvie d' 
wShnltche analylischc Geoinetvic, denn man kann mil 



Pjingeometrie. 417 

der Gleichungen (19) bcliebige Curven diircli Gleichungeii 
zwischc^n den Coordinaten ihrer Punkle darstellen, .sie recti- 
(iziren und quadriren und auch von den Korpern die Ober- 
fliiche und den Inbalt ausdriicken. 

Gs ist oben bemerkt worden, dass die Pangeometrie zu 
der gewohnlichen Geometrie wird, wenn man die Linien un- 
endlich klein voraussetzt, Wir wolien jeUt zuersi dies^ Be- 
hauptung priifen. 

Piir jede unendlich kleine Linie erhalt man folgende Na- 
herungswerthe: 

ctgiZ(jr) = s 
sinJT(jr) = 1 - ^jr* 
cosiT(jr) = s 
Ferner nehmen die Gleichung^ (19) folgende Formen an, 
wenn man die Seiten des Dreiecks als uneiidlich kleine Grofsen 
ersler Ordnung betrachtet, und die unendlich kleinen Grofsen 
von einer iiohern ais der zweilen Ordnung vernachlassigl; 

b < siiiil = a • sin J9 

fl«=6* + c* — 26ccosJ 
cos J + c^s(iB-f- C) = 

a«sin(-4-|-C) = 6*sin^. 
Von diesen Gleichungen sind die beiden ersten, die Grund- 
gleichungen der ebenen Trigononietrie, wahrend aus den beiden 
andern 

folgt. 

Als Beispiel von der Darstellung der Ourven durch 

Gleichungen zwischen den Coordinaten ihrer Punkte, wollen 

Wir einen Kreis vom Radius r wahlen. Sei y die Lange des 

von einem Punkte dieses Kreises auf einen festen Durchmesser 

desseiben gefallten Perpendikels und s das Stiick dieses 

Durchmessers, welches von dem Mitlelpunkte dieses Kreises 

bis zu dem Fufspunkte von y reichl. 

Durch Anwendung der Gleichung (II) auf das rechtwink- 

liche Dreieck, dessen Seiten jt, y und r sind, folgi: 

sinJI(x).sinjn(y)=:sinjn(r) . . . , (20) 






^,;i 



4,g Pb,.ik.Ii.d.--«fc««-«»^* Wb.e«.d.«f^ 

al. Gleichung eine. Kreise. in den rechlwioUiche, 
un,«nd«. ZaWl man* von dem Ende eines O. 
an »o wird die Gleichung (20) zu 
' »inJI(r-») • sin Jl(ff) = smflC'') 

Dividirt man mit e' und setet dann r _ oo 

den Gran*krei»: , , _^ ^x 

2 = (^+e"^-er 

****" sin JT(y) = \%\n{x). 

E. folKt au8 der DeCnition des Granikreises, dass 
Axen welche durch die beiden Endpunkte e.ner 5 
gege,^ diese Sehne gleich gfeneigt s.nd. Man kanr 
kreis auch durch diese Eigenschaft defin.ren und 
d • Gleichung der in Rede stehenden Curve vermd, 
durch Betrachlung de, Dreiecks dessen Se.len . 
Sehne des GrSnikreises 2o smd. Die Winkel 

ecks Sind: . , 

jj(o) — ;T(y) der dem x gegenuberstehen « 
TKfi) der der Seite y gegeniiberslehende 

„„^ ^ als Gegenwinkel von 2a. 

Nach den Gleichungen (10) und (II) hat i 

diesem Dreieck: 

sinn(*) • 8lnn(y) = sin n(io) 
sin UKs) ' cos \mfi) - n(y)} = "nn(fl) 
■ 8inJI(«/)-cosn(a) = 8in{JI(o)— JT(y)j. 

Die lettle giebt; _ 

2tgJI(y) « lgn(o) ...... (2 

ttnd die erste kann so geschrieben werden : 

. 8m*Jl(a) 
sinn(x) . sin J2(y) = i^cos'Jr(a) 

Seltt man in dieser Gleichung fur 8in'JT(a) un. 
ihre VVerlhe in lg*n(o) und ffir diese Gr8fse den 
idgenen Werlli, so komml: 



Pangeometrie. 419 



unci demnachst: 



Es foigt: 



. 2sinJI(y) 

s.pfl(^= i+sin'4) • 



ZC08 iiiW- ,^8in.jj(y^ 

* ^ ' I + sin ' 7I(y) ' 

Milhin auch leicht: 

.„ . m»,A _ t-sinil(y) 
IgiJIij; ) - 1 ^ sin jj(y) 

sill illy)- i^ig^jj(j,») cosin(x') + sinin(x') 
oder auch, in Uebereinstimmung mit dem Obigen: 

sin(-f— iJI(x')) 

Als Beispiel der Rectification der Curven erhall man fol* 
genderinafsen die Lange des Umfanges eines Kreises vom Ra- 

Otrr 

ftiusr. Man ziehe zwei Radien. welche einen Winkel — -ein- 

• fi 

schliersen, wenn n eine ganze Zahi bedeutet, und ein Perpen- 

dikel p von dem Ende des einen auf den andern. Das 

Produkl np wird um so weniger von dem gesuchten Kreis- 

umfange verschieden sein, als n grbfser ist. Das rechtwink- 

In 

liche Dreieck von dem p die dem Winkel — gegeniiberliegende 

fi 

Kathete und r die Hypotenuse ist, giebt aber (nach (12)) 



^) Die Bezeichnang JI{a/) ist an dieser Stelle yon Lobatschewikji^s Ar- 
beit, nicht erklart, man sieht aber leicht dats bier so wie auf S. 406 

II(a!^) far ("o""'^^^^) S^BC^i'i®^®'^ u°^ consequent beibehalten ist. 

E. 



420 Physikalisch-matkematiscbe WisseoschafC 

sin'^.igjT(p)= igirco- 

Nun ist aber 

lim. \n • sin — | = 2y«r 

'] und da ferner aus: 

und fiir sehr grofse Werthe von n bis auf Unttii 

— ig n(p) = — 

folgen, so hat man: 

den Kreis von Radius r == np = 2^ • cf^ 

odcr 

Kreis von Radius r = (e*" — e'^'^/y 
milhin fiir ein sehr kleines r: 

Kreis von Radius r = 27rr 
wie in der gewohnlichen Geomelrie. 

Um den Bogen,« eines^Granzkreises mil Hiilfe 
dinaten zu bestiknmen, seien y ein Perpendikei, wi 
von einem Ende dieses Bogens auf die durch dess< 
Ejide gelegte Axe gefalll hat, ar das Stuck dieser ^ 
ches sich zwischen dem Scheitel des Bogen und 
punkt des genannten Perpendikel beGndet. 

Seien ferner c die Sehne des Bogens«, und c^^ 

respective die Sehnen der Bogen ,y«, -r^s^ -^«, . . . 
oben (Gleichung (21)) bewiesen worden dass: 

clgJT(3/) = 2clglT(^). 
Man hat aber analog: 

cigJi(-l) = 2cign(|) 

c.gJ3(-|-)=2clg/l(|.) 



f 



I 

1 
( 



Pangeometrie. 42 1 

und allgemein fiir jede ganse posiltve Zahl it: 

Es fdgl: 

clg JZ(y) = 2-+* . clgil^J) 

Es jst aber, wenn n eine sehr grofae Zahl, und daher c„ 
eine sehr kleine Lioie bedeuten: 

2-+' . c»g/l(^) = 2"e„ , 

und da fiir n = oo : 

2V. = 8, 
so folgt: 

« = clgll(y) ....... (22) 

Man erhall den Ausdruckvriir den Bogen a eines Grant- 

kreises, auch vermoge desjenigcn Stiickes t der Tangenle an 

dem einen Ende dieses Bogen, welches zwischen dem Beruh- 

rungspunkte und der durch das andere Ende desselben Bogen 

gehenden Axe gelegen isl. Der belreffende Ausdruck isl dann 

die oben mil L{t) bezeichnete Grofse. Aus dem Oreieck dessen 

Seiien c, t und f{t) und die gegenfiberliegenden Winkel n{t), 

^^^"2/' T'^'Kt/ ^'"^' «»*g>ebl sich durch Gleichung (13): 

sin JT(0 • lg/T(c) = sin Jfl(y) • Ig il(f). 
Ferner (nach Gleichung (21)): 

Bemerkt man nun noch dass: 

tgJI(c) = — ^^^ 



2.cosiT(i) 
so folgl: 

cosiZ(^) = 2.ctgil(^) 
d. h. nach (21) und (22): 

cosil(0 = » = L{t). 

Krman's Rus«. Archiv. Bd.XYlI. n. 3. 28 



422 Phyiikalisch-matbeimitiicbe Wissensofiaft 

Die Gleichung der gradcn Lkiic wird ^icwn 

geselzt, wenn sie JiUgemein sein d. h. die ^wsm d 

liebiger Lage gegen die Coordinalenaxen €l^r^^i 

sie zu crhallen, nennen wir a ein Perpendike 

einem beslimmlen Pankle der gegebnen Gradcn 

gefallt wird, und L den Winkel dieses Perpen 

Graden. Seien fernery das von einem atidem 

genannten abstehenden Punkl der Graden auf c 

faille Perpendikel, und j::. das zwischen den Fufsp 

Perpendikel gelegene Stuck der X-axe. Man Je^ 

grade Linie durch den Scheilel des Sliickes a u 

punkt von y und bezeichne mil r das zwischei? dt 

Punkten gelegene Stuck dieaor Linie. So entslehc 

ecke, von denen das eine die Seiten a, jc^ r en 

dein tvir die gegeniiberliegenden Winkel vaM J§^ Jt, 

nen pollen; das andere enthalt die Seiten y, r, I 
Oder seien die ihnen gegeniiberliegenden Winkel a 

^ — A bezeichnel. 
2 

Die Anwendung der Gleichungen (10) ixnd (( 
ersle dieser Dreiecke giebt: 

sin JI(j:) ♦ sinJT(o) = sin JT(r) 
sin JT(jr) • cos JT = sin A 
sin JI(a) • cos -A = sin X 
cosJT(f:) • cosil =5 cosJT(x) 
cos JI(r) • cos X = cosi7(a). 

Es folgt aus diesen: 

tg J = ygTl{x) • cosJI(fl) 
tg JI(r) =» Ig JT(j:) • sin /1(a) • cos A 
lgjr=tgiI(o)- cos iZ(x) 
cos JT(j:) = cos JI(r) • cos J 
sin JT = «in7Z(a) • cos il. 

Die Anwendung der letzten unter den Gl&ebuof 
auf das zweile Dreieck giebt: , 




Pangeometrie. 428 

j^f . CdsJr(r) 

odcr 

. cosJI(r)'{tgX— tgJT} . 

cosi/(y)- {,^tgi.tgji^}co8^.siniI(r) + sm^{lg2.-lgJ!^ 

Wird nun in diese Gieichung xuerst fiir tgJTsein Gleiches 
und darauf auch fur cosi7(r) sein Werlh gesetzt, so ergiebt sichi 

cosiT(y) = ^^^-sinn(fl).clgJI(j:).clg£. ... (23) 

Wenn die gegebne Grade tnit der X-axe parallel ist, so 
erhalt man, wegen L = i7(a): 
cosJKy) = C08ir(fl) . tgiJI(x) = COS Il{a) • 9-\ . . (24) 

Bezeiclinet man mil s und ^, die Lange zweier Granz- 
kreisbogen, die zwischen der X-axe und der mit dieser Axe 
parallelen Graden liegen und von denen der erste das Perpen- 
dikel a in dessen Fufspunkt und der andere das Perpendikel y 
in dessen Fufspunkte beriihrt, so folgt nach dem oben Be- 
wiesenen : 

8 = eosJ7(a) 
s' = cos n{i/) 
und demnach: 

s' = s • e"^ 
wenn x den Abstand der beiden Bogen s und «' bezeichnet 
Diese Gieichung zeigt; dass die oben eingefilbrte Constanle iS, 
welche das Verhaltniss der zwischen zweien Parallelen ent- 
haltenen und um die Einheit der Enlfernungen von einander 
abstehenden Granzkreise ausdriickte, gleich e d. h. gleich der 
Basis der nalUrlichen Logarilhmen ist 

Selzt man in der Gieichung (23), a = und schreibt 
n — L, anstalt L, so fdlgi: 

cosi7(y) s= ctgiT(^) • ctgli 
und diese ist daher die Gieichung einer Graden, welche durch 
den Anfangspunkt der Coordinalen geht und den Winkel L 
mit der X-axe einschliefst. Es ist dieses mit der Gieichung 
(10) iibereinstimmend. 

Belrachtet man ferner eiii Viereck, von welchem zwei 

28* 









• 



424 PU5w\calUcli-matlie»atisclie V/\9menmchaficns 



Seilen a und y auf der drillen senkrechi slehen i 
dessen viertc Seile und q> ien Winkel awischen « 
erhall man (mil Hiilfc der zwci Dreiccke, in wolc 
von einer durch den Winkel 9 gehenden Oiagon 

^ wird): 

COS JT(y) = sin JT(jr) • cos n(a) ... . {' 
imd 

Man sieht also, dass x reell isl, so lange der 
grofser ist als JI(a) und kleiner als ein rechler VVi 



auch so lange tt — q>>n(a), rt — 9^ "< "2"" ^^ '^ 
Werth von cosiI(j;) posiliv und zu^leich auch jr sell 
so lange ^>9>JI(«); wenn dagegen -^>>^ — 

einlritt, so wird der Werlh von cos JT(x) negativ und d 

liegt auf der entgegengesetzten Seite des Perpendike 

Es folgl hieraus, dass wenn zwei in einerlei E 

legne grade Linien sich, beliebig verlangert, nicht s< 

ohne deshalb parallel zu sein, dieselben beide auf 

^ Graden senkrecht sein miissen. 

Je zwei grade Linien, welche in einerlei Eben* 

parallel noch auf einer driltcn graden Linie senkre< 

miissen sich also nothwendig schneiden. In einerlei 

gelegne grade Linien warden sich fernernur dann, nach 

samer Verlangerung, nothwendig schneiden miissen, v 

i jedem Punkte der einen von ihnen der Winkel den 

einem auf die andre gerallten Perpendikel macht, kle 

als der zur Lange dieses Perpendikel geh5rige Winkel t 

rallelismus. Mit Hulfe des Vorhergehenden kann ^nw 

die Gleichung einer graden Linie (23) betrachlJic/i vere 

*) Der Kune halber ubergehen wir die Zwischenrechnangen, w< 
der Bildmig der Gleiclmngeii (10) bis (13) f&r die genannte 
ecke and Elimination der nnr als Hulfagrdtsen eingefaJirten 
derselben bestehen. 



r 



Pangeometrie. 426 

werden^ w^nn diese Linie der Bedingung : dnss sie die X*axe 
nicht schneidet, genii^L 

Es werde namlich in diesem Falle wieder mit a ein von 
einem festen Punkte der gegebnen Linie auf die X-axe gefalltes 
Perperidikel bezeichne^ iind mit L derjenige der beiden Winkel 
zwischen diesem Perpendikei und der Graden, welcherauf 
der Seile der posiliven x iiegt. Man suche dann zuerst ekie 
Linie / fiir welche: 

C08i7(/) = IgJIia) . ctgli 
was immer moglieh ist, so lange L)> 11(a) d. h. die darzu- 
stellende Grade und die X^axe sich nichi sehneiden. Wird 
nuB ^ diese Linie / vom Anfang der Coordinaten an, je nach 
ihrem Vorzeichen, auf der posiliven oder negaiiven Hilfte der 
X^axe abgeiragen, im Endpunkl von / ein Perpendikei auf die 
X-axe errichtet, dieses bis zum Durcbschnitt mit der gegebenen 
Linie verlangert und das von der X-axe bis zujenem Durch- 
schnilt reichende Stiick des Perpendikels mit 6 bezeichnet, so 
muss der Winkel unter dem das Perpendikei die darzustel- 
lende Grade schheidet nach der Gleichung (26), ein rechter 
sein. Nimmt man daher den Pufspunkt des Perpendikels b 
ah Anfangspui^kt der Coordinaten, so ergiebt sich nath der 
Gleichung (25): 

cosJI(6) = cosJI(y).sinlI(jr) .... (27) 
ais allgemeine Gleichung einer graden Linie, welche die X-axe 
nicht ^chneidet Man kann hierin y ^ a und zugleich jr= — / 
setzen und erhalt dann: 

cos n(b) = cos JI(a) -sin 11(1) 
eine Gleichung welche durch Substitution der Werthe von 
cos 17(6) und siniZ(/) die folgende Geslalt annimmt: 

cos n(g) • sinil(j:) = cos JT(a) • |/1 — tg » JT(a) • ctg *L. 

Die zweite Halfte derselben wird imaginiir, sobald 

tgZT(ii).ctgL>.l, 
d. h. fiir jede Grade welche die X-axe schneidet. 

Mit Hulfe des Vorhergehendeo kann man nun auch den 
Absiand zweier Punkie ausdriicken, dereo Lage innerhalb einer 



406 Phygikali»cli»wmtl w— I w die Wl 

Ebeue dureh ihre CoordinaUti x, f mid jr% yF g 
Sden der Kurze halber: 

js = y — X, 
-^ir == y — »• 

Wir fallen von dem Scfaeilel von y ein Perp 
y und beieichoen die Linge dieses Perpendikel n 
rend y^ den xwiscben der X-axe und dem Perpend 

nen Theil von ^ bedeulet 

Nach der Gleichung (25) ist datin: 

cosIHyi) = cosJIiy) • sinUC^x) 
coslliq) =s cosi7(^x) • sin Jl(yj). 
Nachdem man y^ und q mil Hulfe dieser Gleich 
slimml haty so isi die Enlfernung der beiden Pankt 
r n^inen wollen, durch folgende, aus der GJeiciiun| 
geleiteie Gleichung gegeben: 

8inJI(r) = sin JI(y — yi) • s\tkll{q). 

Wenn Jx xxnA Jy und folglidi auch q und r s 
sind^ so dab man die hoberen Pote«)zen dieser Grbs& 
4en niedrigeren vernachlalsigen kann, so bedeutel r 
ment ds einer krummen Linie, fiir welches $ich h 
malsen ein Ausdruek ergiebt. Es sind: 

CQsn(q)^q — \q^ 
sinll(r)=l— ir* 

sinJI(y'-y,)=l-4(y~yi)% 



milhin : 



Jx 



sin JZ(y) 



= ^dy- \ 



^-./... dx' 



sinJI(y) * 
Fiir den Granzkreis hat man: 

sin JI(y) = e*"^. 
Die allgeineinen Ausdriicke, durch welche sinil(a) 
als Funciionen von a beslimml werden, Itefern aucA-' 

rfJI(o) = — sin n{a) • da 



PaAgeoinetric. 427 

man cfhali «bher diireli Differentiation der Gleicbung des 
Granzkreises : ** 

8inll(y) • cos JI(y) • dy = e""* 

und: 



r/« = 



-2je 



1/1— •-^ 

Integrirt man nach x^ von j; » an, 80 erhalt man: 

oder auch: 

« = clgil(y) 
so wie oben schon gefunden wurde. 

Bezeichnel man mil t den Absland eines b^Kebigen Cut- 
venpunkles von dem Anfangspunkle der Coordinaten und mil 
q) den Winkei dieses Abstandes mit der posiliven Haifte der 
X-axe, so giebt die Gleicbung (12) fUr das Dreieck dessen 

Seilen y, x und r sind: 

tgJI(r)=:sin9).tgjn(y). 

Nimmt man die Logarilhmen and diffenentin 60 fdgt: 

oder indem man nach dy auflosi und ftir ccm 1%) seinen 
Werth in r und ^ setzt: 

sin q> » rfr 4 - cosy • cosiI(r) * dq> 
y 1 — cos* • y • cos* JT(r) 

Um dx in r und 9 auszudriicken isl nach (10): 

cos JT(r) • cosy =» cos JI(jr) 
oder durch Differentiation der Logarithmen beider HalUen nach 

r, (p und jr: 

sin* JI(r) ' dr _ ; sin*JI(x) rfcr 

cosJI(r) ^9' 9 cosJI(jr) 

und hieraus mit Huife der Gleichungen: 

sinllix) • sinil(y) = sin JI(r) 
cosi7(^) • cos 9) = cos tli^) I 
jfiii den gesuchten Werth: 



h 



428 Pbyiikaliicb-maUieiiuilisciie Wissenicbaften. 

djp COS y ' sin JI(r) - rfr — am y - ctg TZpr^ 

sinl7(^) "" y 1 — cos" 9 • cos* JI(r) 
mithin : 



lis s= ydr* + dy* • ctg»iT(r) - 



Fiir den Kreis erhalt man daher, indem der A 
Coordinaien in dem Mittelpunkt ang^ionimen und d^ 

gesetzl wird: 

<i8 = rfy • ctg Jr(r) 

TIP 
und indem man von gf) = bis y= -?r-inlegrirt und 

sqltai mit4 multipliziri, fiir den Umfang des K raises 

diusr: 

%i • clg JI(r). 
iibereinstimmend mil dem oben Gefundnen. 

Nennt man « ^inen von der X-axe an geznhltei 
kreisbogen, so entsteht durch die Drehung von s um di 
ein Theil einer Granzkugel und der Endpunki dieses 
beschreibt einen Kreis, welcher auf der Granzkugel in 
ben Weise bestimmt wird, wie ein Kreisumfang ir 
Ebene, nach der gewohnlichen Geometrie* Es fojgt 
dafs der Umfang <tieses Kreises gleich Ins sein musj 
der andern Seite ist aber der Umfang desselben Kreises 
man ihn in seiner Ebene belrachtet> wo er als Rad 
Perpendikel y von einem seiner Endpunkte auf die du 

\ andere gehende X-axe hat, durch den pangeometrisch< 

I druck: 

27r.clgJI(t/) 

I gegeben. Es folgl daher: 

1 . » = ctgJI(y), 

i so wie schon bewiesen wurde. 

Um das Element der ebenen Oberflachen auszudr 
theile man die Ebene duich Granzkreise^ welche die 
als Axe haben und ein jeder von den nachslgeleoen 
einerlei unendlich kleines und mit ds be^eichnetes St** 
stehen. Sei s der zwischen der X-axe und ein^tn d 



Pangeometrie* 429 

Coordioaten x imd y gegebnen Puokt eiaer Curve gdegene 
Bogen von einem dieser Granzkreise. Sei ferner af der Bogen 
eines andern dieser Granzkreise, der von der X-axe bis zu 
dem Curvenpunkt reicht, dessen Coordinalen x -f. ds und 
^'{'dy sind. 

Das unendlieh kleine Stiick (dS) der Ebene, welches einer- 

seits von den Bogen s und ^ und von der anderil Seile durch 

die Curve und die X-axe begranzt ist, wird ausgedruckt durch : 

-^ e'8'dx 

ad = r— 

e — 1 

oder wenn man s = clgl7(y) subslituirt, durch : 

e — 1 
Zuin Beispiel wollen vvir die Oberflache des Granzkreises 
bestimmen, fur welche die Gleichung in rechtwinklichen Co- 
ordinalen 

8inll(y) =5 e""^ 
ist Mil dieser folgt: 

dS = — -j- • dy • cos JT(y) • clg JI(y) . 

Und indem man von y=:0 (bis y = y) integrirt, (ur die 
zwischen dem Granzkreise, der X-axe und der Coordinate y 
enUiallene Flacbe: 

S = -?-j-{clg JI(y) ^in + JI(y)} . 

Man hat oben gesehen, dafe der Theil einer Ebene, der 
zwischen zwei parallelen auf der Seite des Parallelismus un* 
begranzt verlangerten graden Linie und zwischen einem Granz- 
kreisbogens Uegt, zu dem jene Graden die Axen sind, aus- 
gedriickt wird durch: 

gg _ g'CtgJI(y) 
e—l ■" r^i • 

Es ergiebt sich daher fiir die Ebene, die zwischen zweien 
parallelen Graden hegl, die durch die beiden Endpunkte von 
y so hindurch gehen, dafs die eine senkrecht auf y ist, und 



430 Phy»ifc»li»ch - maUicrMtHrha Wwacnscbaftea- 

wdcbc Dach iet Smtt des PanlldisiiuM unb^^nuii 
Ausdruck : 

iff— JT(,). 

Mil Hiilfe di««es Ausdrucks erhilt man die 

eines gradlinigen rechtwinklicheu Dreiecks als Fu 

Winke) desselben. Es seien Dimbcb a, A, c desscn 

die ihnen gegenaberli«g«nden Wiokcl ^ *= -Oifa). . 



des Winkels n{pi und miche die Verlangeruog git 
wird ein am Eadpunkl von p auf diese binie gefa 
pendikel paraUel mit der Verlaogerung der Seite a 
Ebnen-Stiick, welches swischco diesen beidcn Parall 
und voD der Linie fi begrantt ist, wird ttusgedmckt 
i«-JI(?). 
Legt man Dim durch den Scheilel des Winkel A 
■ rallele mit dcm Perpendikel, welches gegen c um de. 
n(c-\-fi) geneigt und auch paraUel rait der Veriangci 
a scin wird, so liegt swischen e-{-fi imd den beidea 
rigen Parallelen eine Ebene, dereo Mah ist: 
in-n{c+p). 
Ebenso ist der Thtal der Ebene, wdcfacr bcgrSi 
von ft, der durch den Schatel von A geheodcn Gr» 
der Sdte a mit deren Verlingeiung, glach: 
in-n(ft). 
AJs Ausdmck itir den Inhalt des Dreiecks erhi 



Wir habcn aber bewiesen dak : 

Dutch SubslilutioB aus dicser Glekhiuif: ergicb 



PangQOiBetrie. 431 

daher fiir den Inhalt des gradlinigen rechlwinklicben Dreiecks 
der Werlh: 

und man sieht dafs dieser Inhalt gleich ist dem Ueberschuss 
der Suinme der drei Winkel des betreffenden Dreiecks iiber 
zwei Reehten. Da aber der Inhali eines beliebigen Dreiecks 
gleich der. Summe der Inhalle von zweien rechlwinklichen 
Dreiecken ist, so folgt leicht, dafs auch der Inhalt jedes be- 
liebigen Dreiecks gleich ist dem Ueberschuss der Summe 
seiner Winkel uber zwei Reehten. 

Es folgt ferner, dafs der Inhalt eines jeden gradlinigen 
Polygon von n Seiten durch den Ueberschuss der Summe 
seiner Winkel fiber (n — 2)7S ausgedriickt ist. Betrachtet man 
aber im Besonderen ein Viereck, von dem zwei Seiten a und 
if auf der drilten s senkrecht stehen und in welchem die 
vierte Seite t auf a senkrecht ist und mit y einen Winkel 
einschliefsty den wir mit (o bezeichnen wollen, so folgt (aus 
der obigen Gleichung (25)): 

cosi2(a) = cos n{y) • sin J7(j;). 

Werden nun x und y als veranderlich und a als con- 
stant betrachtety so ergiebt sich fiir den Inhalt dieses Yierecks, 
nach dem was oben fiir den Inhalt einer beliebigen ebenen 
Figur bewiesen worden ist, das Integral: 

/rfjc-ctgjr(y) 
Oder nach Substitution des Werthes von ciglHy): 

* 

dx • cosi7(ii) 



/ 



ysin'JI(jr) — cos* n{a) 

wabrend dieselbe GroCse nach dem zuletzt erwahnten Satze 
iiber den Inhalt der Polygene: 

n 



2 



isU 






^ 



Git 

Maa hat aia*: 



T— = ^^^^'^/rWHtx)- ea.-n«^ 



' Der Winkel i# welchen die Seite t out des- 
ist nach dcr deidioiif;; (26) gegebcn dorch: 

, _ tgJI(f) . 

***"" eosUix)' 
I 
t scbreibl mM mni ooch in der Gkscbnog (M> c 

I ifsd I aoiUtt ll(jr) so wird ut xu: 



fi^ 



;k 



Die Paogeometrie liefeii auch eine neae Metli 

Naheruogswerlbe fur bestimmle Integrale xu erimall 

habe S.B. das lotegral 

fAdx 

wo A due Foneljon von jr vorsUllI, so muss mj 



*) I« d««i inherem Abdroek dieser UntenachsBgea stehe Ue 
diircb eiaea VnektMer oater dem Warzelzciciiea com^JZ 

»iii»/7(jr). 
*) Hit: 

ode,: ^^ 



iiiid for 

//{x)-|«|, 

tctieint doch nnr der oben ttehende Wertli za folgen niche 
an der beireffendea 8ielle det CiroliereB Abdrackes stebt* 



Pangeometrie. ^33 

gesucbten Werth zu bestimmen A == clgi7(y) voraussetsen, 
darauf die Werlhe ^ y" j/"... besUmmen, welche den will- 
ktirJich zwischen den Granzen der Integration gewahiten 
or' jr" ^' . . . entsprechen. Berechnet man alsdaan 1) die 
Lange der Sehnen, welche zwischen den Scheiteln von ^ und 
y, y und y u. s. w. liegen und 2) den Winkel welchen eine 
jede dieser Sehnen mit der Verlaogerung der folgenden ein- 
schliefst, so giebt die Sumtne dieser Winkel den gesuchten 
Naherungs-Werlh des Tntegraies. 

Das zwischen zweien nach der Seile des Parallelismus 
unbegranzten Paralleien und einer Graden durch deren End- 
punkte sie hindurchgehen, enthaitene Stuck der Bbene, ist gleich 
n weniger der Summe der beiden Winkel, welche die Paral- 
leien mit jener sie schneidenden Graden einschliessen , weil 
man diese Figur als ein Dreieck betraehten kanh, in dem einer 
der Winkel gleich Null ist. — Man kann nun das Oberflachen* 
element einer beliebigen ebenen Curve dadurch darstellen, 
dafs man durch die Endpunkte der Abscisse s und der Ab- 
scisse s-^- dx zwei Paralleien mit der Y-axe ziehl und sie bis 
zur Curve verlangert. Diese werden respective die Winkel 
Jl(jr) und JT(jr -f ds) mit der X-axe einschliefsen , und das 
zwischen ds und den beiden Paralleien enlhallene unbegranzte 
Ebenensliick ist daher gleich — dn(s). ') Nennt man nun u 
dre Lange des zwischen der X-axe und der Curve gelegenen 
Stiickes der ersten Parallele, so wird, nach dem was friiher 
bewiesen ist, der ausserhalb der Curve gelegene Theil der 
Ebene zwischen beiden Paralleien gleich: 

— e-" . dn(x) 

und es ist somit das Element dS des Curveninhalts gegeben 
dyrch : 

«) Der Ausdmck fur dasselbe ist namlicli nach dem vorhergehenden aU- 
gemeineren Resaltate: 

^ - {(^ -- »(«)) + n{x + dx)] ^ - rff7(jr). 

K. 



1 M«ch eflMn Midcra (4ritl«n) AnsdriK 
ndenent riner Cmre fidangl nun •■( folgeo 
er oben gefondeiie Aosdrack (or dicse 

[iir den Krris vom Raditu r spesialisirt , 
rt nach der Gleichtuig dea Kreises: 

sinnW sin JI(ji) = ain n(r) 
mt, fiir welche der Anfaogspunkt der red 
insten im MiUdpunkt dea Kreises angenom 
luermit : 

I am' JI(r) 
lan CThalt, inJem man von * = (bi« j- = 
I . /-cosJlW 






Bin n{r) ^ cos JI(rJ' >■ ctf 

lit j = r giehi dieses fur den Inhalt des Qi 



2-BinJI(r) 2 
iir den Inhalt des ganzen Kreises : 

tVenn r sehr klein isl, so erhiilt man hie 
inlioU den Ausdruck 7t-r\ ebenso wie in 
I Ueometrie. Wir kiinnen nun aber ven 
iellung des Kreisinhaltes dem Elemente </^ 
bcliebigen Curve auch noch dieae Form a 

■'''"■'km-'] 

'elcher r den von dem Anfangspunkte dei 
einem beliebigen Curvenpunkte gezogenen I 
91 den VVinkel desselben mit irgend «iner 
h den Anfangspunkt der Coordinalen bedeu 



Pangeometrie. 435 

Den Inhalt iS eines gradlinigen Dreiecks dessen Seiten a, 
by c und dessen, diesen Seiten gegeniiberliegende Winkel der 
Reihe nach A^ B^ C sind, erhalt man vermoge dieses Aus- 
drucks, indem man die Winkel Ay C und die Seiten b und a 
als veranderlich betrachtet: 

wo die Seiie b als Function von c, A und B durch die lelste 
der Gleichungen (19) folgendermafsen gegeben ist: 

cosn(c) 

cosilW - ^^g jj ^^^j^ sinll(c) + cos A 

entnimmt man hieraus den Werth von sin i7(i) und substituirt, 

so folgl: 

dA 
S 



//n 



cos'jn(i?) 



(ctg^- sin^ • sini7(c) -f cos -4)* 
Es ist aber bewiesen, dafs der Inhall des Dreiecks auch : 

= 71 — J— 5— C 

WO A und B die gegebnen Winkel bedeuten und C nach der 
Gleichung (19) oder nach: 

^ , ^ „ sinJ*sinJ? 
cos 04- cos if* cos j9 = : — FtT-T— 

' , sin n(c) 

bestimmt wird. 

Durch Vergleichung dieser beiden Ausdriicke erliait man: 



B^C^f 



dAlcisB • sin^ • sin JI(c) -f cos -4} 



rt—B'—Vt=iJ y(clgj& . sin^ . sin JI(c) + cos J)' — cos* //(c)" 
Fiir ^ = — wird diese Gleichung zu: 

'^ J /cos'J — cos«JI(c) 



^^ Der Factor cos^i im Zahler des Bruches nnter dem Integralzeiclien 



Jie Mi ier Glddbag durdi «e C bcstki 



Mm erhall oaeb Jew V»»he^cfc«id^ far 
n ge«ehlo&cDeii Polvgooes mwoU da bcsi 
•oeh eioca Anttlntck welcfaer mir «ok ti 
id d« PtflygoBM ilifaai^, md dj dicse 
dm Inhall ein mid denelben Flacfac einai 
Mil', so becitet loan bierin ein Maes IGUel 
■r bettinnnlen Inlegrale zu Gndeo, den n 
I leichl erhallcn wiirde. Als Beispie) die: 
I zueni ein gradlinigM rccbtwinkliches Dr« 
en Kaliwten mil s und 3 and dessen Hj 
lichnet aind, wShreod die Winkel A und 

le den Seiten y und x gegeniiberslehen. Mi 

l( man: 



/ ^sin'A — sj 



^ conatanl und fi durch: 

co%B = 

COSb) 

i\nn ill. 

Mil (u ™ -s- ^viid die Hypotenuse |>aratlel 1 

B, gloich Null und dnlier: 



Tj — A = siaAI 



Ig ftf - «fc> 



rdill, ulTrnbar Onrcti tini'i 
<liwpr UntonnrhunKPn. 



■/ 



In abtiUcber Weiae ergiebl die B«lrdchl«itig 4es InlwUes 
eiiiea beliebigeti gradlinigen Di-^kcks noch Mgenie Relation: 

1^ — -^ — ^— C\ {clgC-siiicr-f- Cosal 

//(/?) i/ft, ^ . 

-jjjj^yclg C. sina . sin*w-f2cos w— (1 -|- eos'(ci)cosa 

a 

wo die Winkel J, J? und die Liiiie fi inh Hiilfe der nach- 
slehenden Gleichungen zu bereclmen sind: 

smJIia) 

Der Verfasser beinerkl demuacbsl, dafs nach seiner geo- 
inetriscben Hypolhese, ausser den gradlinigen und den Polar- 
Coordinalen auch Bogen von Ciranzkreisen zur Besliuimung 
der Lage eines Punktes angewendel werden konnen. 

Wenn z. B. s und y rechlwinkliche gradliiiige CMrdkiat«n 
eines Punktes sind, und wenn dann mil tj die Lange eines 
Granrkreisbogens bezeichnel wird, der von dem Scheilel des 
Perpendikel jf bis zur X-axe reichl, und mil § der Absland 
zwischen dem Anfangspunkle der Coordinalen und dem auf 
der X axe gelegenen Scheilel dieses Granzkreises, so bal man 
nach deiu Vorhergehenden: 

fl = clgil(y) 

und nach der Oleichung des Granzkreises: 

e-(^-f) = sinJT(y). 

Zwei Beziehungen mil deren Hiilfe man von jeder ia 
X uiid y ausgedrucklen Gleichung einer Linie^ auf die in | und 
f] ausgedrijckle Gleichung derselben Linie ubergehen uud auch 
das Umgekehrle leislen kann. — 

Wird ein Punkl im Kaume einerseils durch gradlinige 
rechlwinkliche Coordinalen «, y, x und ftndrerseils durch die 
Granzkreisbogen ?» Vy welclie die durch den Fufspunkt von l^ 
gehende Parallele milUJer X-axe, als Axe Jiaben, uud von dieser 

Ermaos Ruu. Archiv. UJ. XVII. H.3. OQ 



PhydluliMii- 



WiMBBK&Ofl 



ParaJBHe ms, A-t ewU 1"» iu'b Regefcii»n Pm 
bn am X-»» Kichen, so wie dureh den nuf 
niesseiien Absland | des Rogen ^ voei Anl 
CoordinnleDi so erhSlt man: 

_ clsJK v> 

UDd 

e-*45 = sinJT(j/)-sinJT(«) 

oder wenn blofa £ und » variiren: 
weim nur y und i; variiren: 

. 5^ _. 

'"'~sroJl{y)-sinn(«>' 

luul weiM» nur |i imd^ s verilnderlieh ajnd;' 
(/| = ds. 

Cm nun endlich auch das Differenliale 
einer krummen Olterdache und von deni Volt 
pers nach der sogenannten pangeometrisclieii 
zudriicken, wird zuersl wieder ein Viereck 
welchem 2Wei .Seilen a iind y seM:r(.cht ai 
slehen, wabrend deaten vierlc Seit« c, mtfy s< 
a aber einen Winkel ^ ctixscbliefst. Werden < 
durcb deii Scheilel von 91 gehende Diagonalc 
and A der Winkel zwjschen r und ar genanni 
obigMi Gleichungen ((25), (10), (II), Iheils din 
einfache Eliininationen: 

cos JT(i/) = cosJZ(a) • siiij 
cosn(*)-tgJI(c) = 8inJI(r) 



fdflr da: 



smJI(r) >= 6inJZ(a>- sini2(^), 



die ferner anzuwendende Beziehung: 

Ig/T(c)=fcsiniy(<^).lgi2(j-), 

welcbe, wenn die Kleinhett voiv e und ^ dft Anwcndung der 
Naherungswerthe : 

tgn(c) = -i-, 
tgji(*) = ^ 

zulabig machty in di# fnlgende iibctgebl: 

8in 11(a) 

W^enn as= y ist, so wird die Annahme, dafs c anf y senk« 
rechl sei unmogiich. AJsdnnn ist aber eine grade Linie p, 
welche die Mitle von c mil der Mitle von jp vcrbindH, auf d 
sowohl als auf t sei\krcchL 

Man kann daliea-* in- ihf Qleieirang (27) -^ dtirrh-^ undo 

durch -jr- ersetzen, wodurch die Form dieser Gleichung unge- 

andert bleibt. Sie* itrl db^nnacH auch^ fifr tt'^'y erwiesen dJi. 

auch ftir denjenigen Fall, fiir welchcn der vorige Ufe#eit tiicht 

ausreieht. 

Der Inhalt einer krummen Oberflache kann durch ein sie 

bedeckenrdies Nelz von Dreiecken "gemessen werden, deren 

Scheitel zusainmen fallen, und dieses Mafs wird nichl blofs um 
so genauer sein,. ]t kltiner mm die Drtiecks(^ei4eor wiihU, son- 
dern es kann auch vollstandig d. h. bis unter jeden angebbaren 
Unterschied, mil dem zu Messenden ubereinstiminend gemadir 
werdcny- Uteil die VerUlM^I-ung jener Seiten unbegriirrtl ist. 

Fn einein gradliiiigen rechtwinklichen Dreieck, dessen Ka» 
iheten a und 6» dessen Hypotenuse c sind, und in welchem 
d'w d«^en Seiten gedeniiberliegenden Winkel /7(a)y iZ(/?> und 



? betragen, konnen, wie oben bewiesen ist, fiir die Linien: 

a, b, c, a, /? 

29 • 



niTiikalfMA-iMlheM««Mh» WmvmttAMi 

weidcn : 

a, b', ;S, **, c. 

ir ausserdem gefuoden habon: 

■2n(6) =/I(o+jS) + iT{e — ^> 

iich leicht: 

2n(a) = Jllfl— /S) - /7(c4-/?). 

findet ebenso: 

2n(jJ) =s n(c -- o) — il(c -f- «). 

ler letiteceii wird, wiedrrani diircli \ 
tn, iiacli'der vorslelienden Aiignbe: 

2il{r) = m^-h') ~ ill/S + 6'> 
B Aiinlogie: 

2iKc) = mfl—€f) — n(a+a' 
der letnleren, wieder dutch Vertausc 

in(^) = n(v-a') — jr(ft'+ «'j 

alog: 

2W(a) = JI(«'-*') - n(o'+ 6'J 
at milhin auch: 

2JT(a) + 2n(^) = ffl — '2n(o'+ V 
:ichnei) wir den biliali des fJreiecks 
inacit : 

« - ^ - n{a) - n{jj) = n(«' + ^ 

ouch: 



= 'H4 2-J'gL 



h AHAtllon briilirr Q[<^icliungini, wrnn ri 
toU (abw S. 400). 



S e** — I e^ — I 



2 ««+l 6*+l • 

Fiir sehr kleihe Werthe von a und 6, von denen die ho- 
heren Potenzen neben der ersten vernachlafsigl werden kSnnen, 
hat fnan demnach': 

clienBO wie in der gewdhnlichen Geometrie. 

In einein beliebigenDrcipcl; l^am) jjckannllich slets eine 
Seite, die wir mil c bezeiebnen wollen, so gewiihll warden, 
dafs das von ihrem Gegenwinkel € auf sie gefallle Perpen- 
dike! hf auf die Seite c selbsl und nicht auf deren Verliinge- 
rung falle. Seien darni Jt und c — jr die re«pec(ive an den 
Kwei VVinkeln A und B des Preiecks liegeiiden Abs^hniHe, m 
wclche c durch das Perpendikel getheiU wird. Fiir di^n In- 
halt S dieses Dreiecks erhalt man alsdann, indein man ihn ais 
Suiiiine der zwei rechtwinklichen Dreiccke in die das gegebne 
getheilt ist belrachtet: 

oder auch: 

■S-i *" (6^-f l)(e^-' + e^) + 2eV+0 * 



•) Ansfatt HiesiT Koriii liat «ler Verfasser ilie folgenHe gefchrielxtn ; 
j^ ( if2;i--1-)(<;^^l) ^ 

til Helren ZahWr atiiwet-dem noch e^^ anstatt t^* offen^ar iliirdi einen 
Druckfdiler stelit. Selbit navh Verb<;sserung desselben ist aUer fliese 
Angabe irrthumlicb, denn tie lafst licb nicbt aaf die oben stehende 



; 



ll^ Pbjsiktliich«0iHkMMAii«N Wissenscba 

Nach Auslassung der hoheren Potenzen 
wird dieses su: 

yy}^ in der gewohoilicjieii Geometric. 

Zu einem Ausdriick des Inhalls ^ eines ^ 
ecks durch dessen drei Seilea #, 6, c, gel«in^ 
auf folgeridem Wege. Durch die drei^ Winki 
gedriickt, haben wir deo Wcflh derg^^Uigrn i 
hallen 

«a=7r — j1— B— C. 

Die unkr (l9) an^efiihrlen Gleiclmngen g€ 
als runcUon von 0,6, c, so wie auch nach einig 

sia^=T»tg/I(6)-tgJZ(c)-P . • 
wenn P durch folgende GMchung besUminl 1 

^-i^h+ L 1 h> • Li i I1 + - 

< ^sinJUflji I ^ sin JI(A}) 1 ~ si 

jij,_L_4._L_+_L_ 

< ' sin riya) ^ sin /i(6) ^ sin Jl(c 
Hierzu kommen: 

. sin i? = lgiT(a) • lg/T(c) . P 
8iii(?iPttgn(a).|gn(A).P 



J 



A = lgil(6) . tgjl(g)j . -J . ^ -^ 



so wie auch: 
cos 

cos^ = lgJT(c) . tgg(a)| ■ „i \ r^. - 

cose=igji(«).itfjT{A)|.^.-^= — L,— 

Man erbali non aus diesen sechs Gleichu 

cos(j^-|-zr4-c) 

indcfP fuan dessen Werth aus den IrigonQ^m^ 



f 



lelzteren bereils iti derselben Weisc ad$ den^n Von iS And VdH^ 
C gebildet worden sind. Durch die Beziehungen: 



/ji+B+€\ _ ^l + cosU+^+C)^^! 



nn J « sm (^ -^ — ! J = cos^^ — S-^ J 



und: 

sin 



ei$ic^ sic^h d^nn mil: 

jr = -~ ig/n«) • ign(6) . ig ir(c) . p, 

^'"j lVsinJI(a) AsmJl(6) AsiniTlc) /)* 

Wenfi die Seilen a, ft, <^ s6 klein sihd, diib rfhan *aii Wn- 
reithender Ahhaherang settM kann: 



srtiiT(a) ' 2 

tgii(«)=i(i-^) 

and -die arialogen Ausdriicke fur die enlsprechenderlFtinfclioh«r 
von 6 und von c, so wird der'lelzte Ausdfutk tnt 

and wenn nur die ersle Polenz von 8 beibehallen wird, zu: 

» 

Vm das Elettient einer kromnien OberflSche aas«ydH)fckeii, 
Wit4 ttinSchst ein aaf dcrsdben gel^gener Punkt durch 4rei 
f^chtwinktiehe Ooofdinaten und namenllich in^ Perpeiidikel s 
auf die XY-Ebene, das Perpendikel y von dein Fufspunkl von 
% auf die X-axe und durch das Stiick jr der X-axe zwischen 
dem Anfangspunkt der Coordinaten und dem FuIspuiAl VM f 



ml 



^JA Pbjtikalisch-malUtmaUfi^e .WissenBchafi 

beseicbnei and demnacb^l ebenf«ll$ auf der 1 
Oiiche, ein tweiler Punkl mil d«n Coordinaien ; 

und ein driller mil den Coordinaien: 

d» 



^fVi-dp, »+(^).||,^ 



Nach der Gleichung (27) erhall man dann 
der Abstand der Scheitel zweier. Perpendikel 
verslanden wird, welcho eui Stiick dx dieser A 
und wenn djc unendlich klein ist: 



dx 



sin n(y) 

und wenn auch dy unendlich klein ist, so erh< 
Dreieck swischen den drei auf del* kruoiiuen 
vvahiien Punklen, den Absland der zwei zn 



^•^r sin*/r(jr) . sin»JT(y)^\i^/ 



und ebenso fiir den Absland des erslen und 
u|id fiir d^n Absland des zweilen und dville 
kruinmen Oberflach^ 



1 '^rCsin/Z(x)/+Vd^) 

! und 

^^>^' I dy' ^((d%\. 

sin'^(^).sin•JI(*)."T"§i^»/i^»)"*"^\|%/'^ 

Da nun in dein Dreieck zwischen den in 

drei Pnnkten, dt6 Stnnme der Winkel> wegen 

senior S«il«n» bis auf umnerkliches gleieb n isi 

nach dem «ben Bewiiesenen, fur dessen Obei 

d^S 
zugleich das Element --r — --r- = E der krumt 



Pangeomeftrie. |^g 

El gdidrt faierzu die durcfa: 
ausgedrtickle Gleichung der zu quadrirenden Oberflache. 



Bci der Anwendung dieses Ausdrucks auf eine Kugel 
vom Radius r, erhalt man, wenn der Anfangspunkt der Coor- 
dinalen im MiUelpunkt der Kifgel afigenommen wird: 

/<fa\ _ __ COS n(x) 
Nrfj;/ "" cosJI(*) 

/^\ _ _ coflJKy) 
\dy/ COS iT(s) 

^'^ _. C08JI(r) sin iZ(y). sin *J7(jr) 

dn(x) • rf/7(y) sin*il(r) ' ysin*jr(jr) • 8in«il(f) - sin«il{r) 

Wciui man diesen Aitsdruok luerst nUeh Muhipliealion mk 
rflT(y) von siniKy) = ^^i bis zu JI(y) = 2 inlegrirl und 

darauf, nach Mulliplicaiidn mil rfll(x), von ll(jr)«i~ bia 

jr =s jr, so erhall man: 

^_ 27y ' cos jr(r) t cos JI(t) 
sin'il(r) • 

Es gilt dieses fiir die Oberflache desjenigen Kugelsegmen- 
tes/ welches xwischen zweien auf einerlei Radius senkrechlen 
Ebenen liegt, von denen die erne dieser Radius im MiUelpunkl 
der Kugel, die andere in dem Abslande ^ vom MUlelpunkle 
schneidel. Man erhalt daher die Oberflache der ganften 
Kugel, wenn man in dem vorstehenden Ausdruck x = r 
setzt und das Resultat verdoppelt and es ergiebt sich dann: 

4^ctg»ir(r) 



44S Pbjsikalisch-mtCheiiititische Wissensdia.! 

nie+'—e-'Y, 

welches, wenn r so klein ist dafs nur de«a««ft 4 
merklich bieibt, zu 

4nr* 

wird d. h. zu dem in der gewohnlichcn Geoi 
Alafs der KugeloberfUiche. 

Man s«tee nun . . 

«ost^«itigj[l(j^.clg/2?y) . 
cosn(jr) ^*= cosiI(r) • sitt t^ • sin qp 

und fijhre die neuen VerStidevlichen g> tmd ^ ans 
den Ausdruck des ElemrilleB der Kugelobt^rflache 
ein. — Man erhnit dann: 

-^^^ = - clg/I(r) .3iDt/; . Vi-cos'JJ(r)>sin' 

and wenn man, hach Multiplication mil 4dtfj • dt 
^ von !^ msO bis i{^ 3=3 — and darauf naeh ^ i 



y = — integi4rt, einen Ausdruck fiir die ganzi 

fiothe. Die VdffgUichuDg j^seiben niit dem Wre 
giebl: 

71 7t 



siniZ(r) ^ / i — cos •ii(r). sin^ 

Wenn nun mit E{a) das elliptische Integral 



sm*^ 



A 

betfichnet, .and unter a die unler. dem (nlegraiion< 
findliclie C«H«taiile .verstauden wird, sq haben wit 

sinner) ~y (i^jcf>.yicrp • 



Selzl man aber in der Gleichung (30), — — iJ an die 
Srdlc von -ft, so komnat: 



nR 



n 



tR_ r} , f^ . sini/;»sinig ' 

^ r r yl — «u*9)-sin*i?.sin*i// 

und durch Ausfuhrung der InlegratioA nach .1^: 



»/ S1119) " '^l — siny'5iiiJ</ 
odcr weim 99 durdi Ii{x) ersetet wird: 

nl^^J dx iog | ,..^^Ij^.,i„3 i 

(ltd dureh pwlwilA httegraiion: 

n R _ r" (e"" - \) • e' ■ xdx 

Fur * = -n- wird dieser Ausdruck bu : 

Man iiberzeugt sich leicht, dafs 4k Gleichung ^81) auch 
dann gilt, wenn anstait cp3 2# eiii^ ^ahl geselzl wird, die 
crpfser als die Einheit ist. 

E$ ist namlich: 



/ 



"tfi^-log. ctg^=0.') 



') Denn mit 

ist in der Reibe welche dies<>s Integral darstellt, das iite Glied 

a=Iog.ctg45'*e=0 
ond for einen beliebigen W?rth ton m die SQinme des (f|--m)teii and 
ilH-ai) Glides : 

d . log. {(ctg (45« - hkT)) . (c% (45*' + m^)} ^ t^Uog. 1) = 0. 



1^ Phyiikalisch-mMlmuaiicIt^ Ww^^nmcHmtAm 

Und dcmnach auch fur jeden Wcrlh vora < 

f''dtp'\0g.(f • Clg ^) =: €»^ . *J) 



Wird hicrin: 
subslituirt, so erti^lt man: 



— OD 



Man kann dieser Gleiohimg auch folgeo4ie F 






^e'a^e-2a^^-2x ^ ^^ 

und \|iese gehl wieder in (31) iibcr, wenn man cv] 
Slellc von a seUl. — 

Zum Schluss seiner Arheil giebl der Verfas 
Ausdriickc fiir das Element rf'P ^ines Volnmen £*^ 
zur Erweilerung der Theorie der beslimmlen lnl< 
fern sie Grofscn dieser Art kennen lehren, weic 
verschiedenen Formen, einerlei Wcrlh haben. 

Znnachst erh&lt man: 

1 wenn unier ^ und rj «wei Granz-Kreis-Bogen 

4 werden — deren erstere von deni betrachleten 

j zur XY-ebene reichi, einc Paraliele aur X-axe a 

und mil einem Perpendikei von dem betrachleten 
die XY-ebene in einerlei Kbene liegl, der zv^eite 
XY-ebene, zwischen dein Fufspunkle von ^ und 
die auch seine Axe sei, enlhallen ist, und wenn a 

•) Weil 

f dtjf . log. ^«« . ctg J J « a J d^ \ J "^difr ,1^ 



1 

I-" 



4m zwisehen deift Pufsptnikt^ von tj and dem AnCingfpiiiikle 
der Coordinalen liegisnde Stuck der X-axe bedeulel. 

Nennt man noch z die Lange etnes von 4em gegodenen 
Punkle gefailten PpTP^dikek auf die XY-ebene, so wird 
C= ctg/7(») urid daher: 

d'P _ 1 
d^'dij'dz "" 8ini7(s) 

Die Gleichung des Granzkreises giebl 

^p e= sin JI(«), 

wenn |i den Abstand zwisehen dem Durehschnitt von ^ mil 
der XY-ebene iind deivi Fiifspunkte von % bedeutet, iind da 
man ausserdem, nach derselben Gleichung und vennoge de^ 
Ausdrucks fiir den Granzkreisbogen durch seine Coordinaten, 

erhSil: 

cIgJKsf) = f]'e-P 

e^"^ = sin 11(a) • sin It(y) 



so folgen: 



und daher auch: 



d9 ^ 8in/l(y) • sin/r(«) ' 
d'P 1 • 



ds'dy* dz sin JlCjf) • sin*i7(2) 

Man erhalt aus dieseno Ausdnicke die foigenden dici 
Werihe der zweilen DifTerenliale von P, indem man ihn nach- 
einander mil dx, mil dy und mil dz ddulliplizirt und beziehungs- 
wei«€ von ;r » bis j: = a*, von tf =^0 bis p^^ uod von 

« 9z bis z tsp % tntegrirt 

d*P X 

dydz "" siniZ(y) •8m*iT(a) 

d'F _ cigmy) 
dxdz sin*JI(*) 

d*P 1 

dxdy b«8ioi4(y/ * ' ' 






JDm VoinmcA cinor Ku^^rf ^httt mMi *. i 
(l.n zweilen dieser Ai*s4ruct« ♦iit %<kx;i(9^ ixtxxll 

8mJI(r) =* sinil(^) • sin JJi^iK) 

gezogencn VVerthe und nach x von or = O bis la 

Es folgt das Voiumen cler Kugef 

ein Ausdruck der fiir sebi* kWne Werthe von r 

3 
wird. 

In Polarcoordinalen ergiebl sich das VoJui^ 

indem man den Absland vom Anfang der Coordirij 
Punkt, dessen rechtwinkliche. C^Q^dinalen jr, y, * s 
zeichnet und ferner mil q eiue in der XY-ebene ^ 
punkt der Coordinaten zum Fufspunkl von x ge: 
Linie, niit t den Winkel zwischen r und' y, un 
Winkel von g mil der polsiliven Blalfte d«tr X-axc 
dann noch: 

ii(3f) = r, 

Tt{z) = Z, 
JI{r) = ir, 

le^l durcll def geg«benen Pankt eine uir 2«.axc 
Ebcne, nennl r' die in dieser ICbene von (km g^j^ 
zur Z-axe gexogene Grade und selil enJIich audi 

80 wird cine urn den Anfangspunkt der Coordinate 
Radius r beschriebene Kugei von der XY-ebene i 
grofslen Kreise geschnitlen, dessen Umfang nach dei 
wiesenen gUich ist: 



4» 

Zwm Airoh die Zf-«ce> i^efeg^ und gegen- Mtandtir «nn 
den Winkel w geneigle Ebenen, sclineiden demnacli vondiesem 
Kreise einen dufch 

ausgedriickten Bogen ab. 

Dieselbe Kugel wird ferner von der 4urch den gegeben«»n 
PunkI auf die Z-axe senkreclu ^elegten EbenQ in einem K^reise 
geschnitlen, der 

lum Mafs hat, und von welchem die durch die Z-axe gelegten 
and urn (o gegen einander geneiglen Ebenen, den Bogvti 

ab$olmi»i(ier^ Ditrcb^ einen Zuwachs dm des Wi&keb (4, waqhsl 
dieser ietztere Bogen urn: 

d(o ' ctgi^. 

t)as Dreieck d^essen Hypotenuse r isl, und welches 
als eine Kathele r' und als ihr gegeniiberliegendf^H Wijokel 

^^•^ enlh^l, giebl (Gleichung^n (lO)— (»2)>: 

lgiJ'-cos^«=lgJB 
rolglicJi : 

dw' c\gB! 5= (/co'Cos^- clgi?. 

Der Umfang des Kreises, nach wQlcbem dies^he K^i|9^ 
VQQ ^R%r EbB» dareh die Z*axet geschniilfin wirU, iat 

2nrclgJir 

und der einem Mlflel|>unklswinker^ entsprecliende Bogen des- 
selbe.n, so wie dessen Zuwachs durch den Uogeiizuwachs c/^ 
sind beziehungsweise gleich: 

^ • Clgil 

d^'ClglL 

Sind nun alle ZawSehse unendlich klein, so isrl dafr Va* 
iuMen cbenso wie in der gew4>httiicfaea GeMittriei glcith 6em 



4BS PbytiUHMli - imtli«miiriii WineBMha 

Pr#diikl semer drei anf eioooder senkrech 

68 wird 

d^P = i/r • rfw • i/d • cos * . cig* 

Oder durch Subslilution des Werlhes von cij 

rf'P = j'dr'diO' d&* coa&ie'^ — 
Hieraus (olgi zunachst: 

d*P = -^rfw • d& • cos Sie^*^ — «-2r 

o 

und da (ar eine Kugel, deren MiUelpunkt 
der Coordinalen isl, der Werlh von r weder 
so ergiebl sieh das Volumen der gnnzen Ku| 
pelte des Resitilaies der lulegrationen nach 

(a^2n und nach & von ^ = bis d' = -^ 

SO wie oben. — 

Auf noch eine andere Art lassei) sick 
slimaien, indeni man ein Sliick iS von der 
Granzkugel, welches dutch eine gesohlofsen 
ist, und die durch den Uinfang dieser Flache 
I lelen mil der Axe^ der Griintkuget belracht 

! Mlden etii« Oberfloche, welche man (nach A 

1 gewohnlichen Geoineirie gebniuchtichen Aui 

' nische nennen kann, obgleich sie nach b< 

1 Granzkugel- Oberflache ins Unendliche aus 

: wollen aber hier nur die auf der Seile des 

! Axen gelegene Hiilfte derselben betrachlen 

I innerhalb dieser conischen Oberflache gele 

i zweiten Granzkugel, deren Axen mil denen 

sind, 80 wollen wir das zwischen <9, iS* r 

Oberflache gelegene, rundum begt^nzlo, Vo 

; Wiflm man c Aa$ zwischen beiden GrSnzJkug 

euier Axe neniil) 4a88elbe auf dWa^ Axe i 



4t& 

P^aralidBlniii a^reiiials abtragt, utid mi S^^ 9^ .j.. j/e 
m der conischeii Oberiadie gelegenen Stiicke einer drittefi, 
▼ierten .... Granzkugel bezeichnet , welcbe mil den zwei er^ 
stereo gleiehaxig und darch die KodpudUe der Axenstticke e 
gel^ sindy so ist nach dem Vorhei^heDden klar dafs: 

«w=«.e-^ u. s. w. 

so wie such, wenn P, F, P", F" . . . . die Volumina zwischen 
amis', » und «^, SP und *", fi^'und fi-'^u.s. w, bedeul^n: 

F'.F:F':I^.... = S:S':9':S^.... 
Es muss daher auch sein: 

P=CS, 
wenn C eine nur von e abhangige Grofse vorstellt, und dann : 

F=:C9 :=: CSe-^ 
F' = C9' = CSe-^ u. g. w. 

Nenni man daher K daa Gesammtrolumen , welches die 
nach der Seite des Parallelismus unbegrSnzt veriangerte eo- 
niscfae Oberfliche einschlieist, so folgt: 






da aber dieser Worth von c unabhangig sein mulsy so mitls sein: 

C7=(l— e-2c).^ 

wo A eine absolute Zahl bedeutet Der Werth derselben ist 
nur durch die willkurliehe Mafseinheil bedingt. Mil ^ sr | wird 

and geht /fir ein unendjich kleines c in 

P^Se 

i. h. in den Ausdruek Qber, den die gewdhnliche Geometrie 
fur ein Prisma von der Basis S und der Hdhe e angiebt 

KnHui'f Rum. AreUv. Bd.XVn. H. S. gQ 



^ Phytikalitcb-ioiHn«i(Hlfliw»?Wiwieii»ol>a^ 



Ansta.H *ei bter gtbrauchlen Volumwa* 
auch wooh den Raum annehmcn, wdcheii <i»^ 
wch^ Oberilache zwischen den Axen einor ^ 
(Isimi ^innimmt, vvcmi diese Axen durch d^n 
beliebig gesUUelen, aber nach alien Richtui 
kleinen Stiickes der Granzkpgcloberflache hind 

Der Verfa8ser erklart endlich, dafs ihixi d 
die UnabhangigkeK nnsrer Voi^tellungen iiber 
Gr|)fsei, von der VoraussqUimg, -dafs die V\ 
einetn gradlinigen I>r0ieck gleich sweioo rdohtc 
zu beweisen scheiu^. . Er glaubl. dafe^r .^tio^i ,. 
ligkeit dieser Vorausselzung nur durch die Erfahi 
die Messung der drei Winkel eihes gradlinigei 
wiesen werden konnte. — ^Man kann dieses Dn 
auf einer kiinsUich erzeuglen Ebene xqi^^truiren 
dreien iin Raume gelegenen Punklen* hr\ jetzlerc 
man ein Dreieck von moglichst grofsen Seilen 
die Pangeomelrie beweist, dafe def (Jebferschus 
summe eines gradlinigen Dreiecks abei" ^weioi 
1 den Seiten^ngen wacbst Es bezeichne r de«i 

Kreises und A einen MiUelpunktS'- Winkel, vi>n 
Seilen einen Bogen enlhallen, dessen Sehne 
Nennl man dann p ein von dem Mitleipunkt d< 
diese Sehne gefalltes Perpeqdikel, dessen Fufspu 
in Kwei gleiche Theile theitt, so hat man in je< 
rechtwinklichen DreieekC) welebe auf diese V^ 
werden: 

sin^.tgJ2(0=tgII(r) 
und durch Verbindung mil der identischen Gleic 



sm 
tg n(r) = 

2-COS 



Ki) 



r 



\ . 



> 1 1 



^upfmum^. "' IHI 



Nach der gewBhnlichen Geoftielrie hal man: 

Wenti daher die Messung; 

2yr 



A = 



6 fir 

WO X" eine positive Zahl bedeuten moge angiebt, so hat man : 

iind mithin, wenn r bekannt ist, duixh das gemessene JT 
4^1% Werlh voa JJy-^/f ver^jSge d^M^n i?in fur i^Hemal ^pr 

Winkel 4en Parallelismas ll(x) fSr jeden Werifi von j* bestimmt 
sehi wiirdc. 

Wenn z. B. a d(e geocentris^he Breite eines Fiitsteras 
filK einen bestSmmfen Zetrpunkt bedentet, and fi die geoeei^ 
trische Breite dessetben Pixsterns fQr einen sweittn Zettpunkt, 
zu welchem die Erde und der Stern in derselben Vertikatebene 
anf die Ekiipfik Mrie bet dem Stallfinden von a ttegen, so wie 
audi 2a den Abstand der beiden Positionen der Erde und d 
deq Wink^l ynt^r dem 2a vom Stern aus erscheint. so w&re 

(t — ^ + d 

bewi^sen, dafs die Winkelsumme des betreffetideB Dreieckes 
von zweien Rechten verschieden ist.^) Man kann den Stern 



') Hier bleibt es onklar, woher man die Kntfernong desKixsterni 
Oder den Wink el 6 nehmen soil, solange die Grundlage der biiherigen 
Parallaxen-Rechnung niclit vorhanden, sondern eben durch Beobach- 
tongen zn prafen ist* Das Obige ware pasBenHer dahin aoszutpreGhen 
daOi man za Teraachen hat, ob eine ganze Reibe Ton beobachteten 
Poiitionen dettelben Sternes (deflten eigne Bewegnng abrigens y«r- 
•ehwindend oder wie die der .Sonne eliminirt aein miisste) tich mit 

30* 



I 



1 ^ 



80 wahleOi dafis d s=^. sei und immtr annehn 
Linie a: giebl; fiir welche 

n{s) = a. 

\ Bei d == konnen aber die beideti gra 

Sterne als parallel betrachtet werden und m^ 

fi = n{x+2a) 

woraus nach dem oben Bewiesenen folgi: 

j . Sobald also die Beobachiung fiir eiji^i ; 

j chen fest steht, dais der Winkel d s= < 

einander verschi^edene Winkel a und fi ergefa 
man nach dUtser Gleichung x und a in dem < 
zu Grunde geleglen Mafse^ und da man d 
kenn^ welche zu eineoi g^gebenen Winkel . 
JI(ar) gehorti so wird man den Winkel de9 F 
fur jede gegebene Linie y berechqen konnen 

einer conttanteo Entfernon^ von der Sonne y^ 

^^ nicht, wenn man die Parallaxen nacb der u b J 
ansetzt. 
') Ein Ton der Wabrnehmang ass/3 nnabhangiges j 
scheint mir aber nnmoglicb und somit der obii 
fabrbar. Den gedenkbari^n FhXl: a^O, /9^o 
niolit g«ifi«int za bftben. 



Dor aaswiirtige Handel Russland'a 

wahrend des Kriegsjahres 1855.*) 



Xtfu dan werifavolkten stalistischen Maierialien, die in civiji* 
tirttn Lftndern verdff^nllidit werden, gelior^n un^raitig die 
von dm Zoliiinalem gesammelten Angaben, Obwohl das ZolU 
wesea in heul^er Zeit die offenHiche Meinung vielfach gegen 
eleb I'ege geniacht hat, so gelten dock diese Angriflfe oicht s^ 
tete iem InsHUile dev UandelszSlle selbsl^ ais dein enghereigen 
Oeiaie, der noch in den meisten Zollsy«temen verh^rrecht. 
Oie eifrigslen Free-traders erkennen die NatbwendigMl 
an, die Z5lle «i finanziellen Zw^cken beisubehaUen, Sie 
leugnen nicht die Pflieht der HandeUreibenden, ihren Tbeil su 
4en SMaisldiien b^zutragen; sie dringen nur darauf, den Me- 
ebaiN^itnis jener compiietrlen finan^ellen Maschine w 'vereiivr 
£$eben und davpn jeden Schatten eines Sehuize^ der Nati^Aai-r 
jndostri^ zuenifernen, deren erfolgreiche Entwickelung nicht 
(tarek- Bes^iinkangen upd Verbote bewirkt wird» sondern 
4ili!cb die Freibeii, und sw^r eine oatorliche, niebt die kiinst'^ 



H » ■ ■ \ »*■ I 



^iT haben in diesem Archiv (Bd.XV. S. &18tf.) bereita eine IJeber. 
fieht de4 «u«ir8r|igflift Handtb v^ Riissliuid im Jahre 1854 mitgetheliil, 
AIM der die Kinwirkung dea Krieges auf die comDterzieUen Verbalt- 
niaae det Reiches heryorging, nnd laasen jeUt eine zweite Uebersicht 
fur das Jabr 1855 folgen, in welchem sich diete Kinwirkang in Folge 
der grdfseren Strenge, mit der die Blokade der russischen Ha'fen von 
&en Westniacbten gebandbabt worde, noch fBblbarer macbte. Oblger 
Artikel ist worttich aat den OtetscbestwennyjaSa{ri»ki Uberfetal. 



. 



1 



458 Indastrie und Handel. 

liche, wclche aus der Abwesenhell dcr Concu 
sten Bedingung jeglichen Portschrilts entsteh 
Die Vereinfachung der zollamHichen F 
Herabselzung der Zolle wird nicht allein der 
dern auch der Statislik zu gute kommen. ^n 
ireibenden es nicht mehr in ihrem Vortheii fii 
baume zu umgehen, wenn die Pramie des 
den geselsAHm Mtg^fttdtll^fr txAl MlAit- 4iH> 
i niges ubersteigty werden die Zollamler 8ich 

sche Bureaus verwandeln, deren Angaben e 
der Glaubwiirdigkeit darbieten werden ; erst d 
lich sein, den auswiirtigen Handels-Umsatz ei 
fM ^rfahr^n. Det Stihinuggel, der ^ich Mti 
^heA utid den Vi^rfolgutigen des Geselsc^^ et 
tt0ii iet voHk^Tiimefisfeti slalisthehen Regu 
fli)Hilati6ti^ri auch den Beobaehtungen ^es 
Athlfl^fen. Dtf vet^orbene Blaik]Qt 8<^)ra|>A 
d«# Sdrieichhatidelft in CttVOj^a auf 900 AMKd 
b^ altet Adhtting Alt' ^dri« Atitbrilfit k^rito 
Mebi aid ^uv^rlafyig arie^kentlert, da ^ uttii 
tt^ficireM; wit konnen ft^'me Bef'echfnmg ftli 
kSrtnen sf« tihet aueh fQr vi«t zu hiedM^ hal 
Ifldes$(dA, wie b^deutend auch d^i^ 8d 
m^g, AetA offfehen^ eriatiMett VerkeKi^ fBIU d 
^tndtt th^i der HaildeiSdinsStz^ zii. Aiisd^n 
^(te Wft^i^cM, Geg^nstSnde dbr Conl4>ebahdte 
tiitikftl^ sind dahtet die <rifiii6llen ZoDiilttt^t' 
i rbthi ntlzKeh; t^ kikmi VersiehM ^in^ da 

liellen Publicationen die des Zollamts zu de 
hdren, wenn Man nuturlUrtr den Schniiggel 
^hlAg brihgii F(lr diede GenauigkM bflrgi 
I dung, in welcher sokhe Notiz6n liiit de 

- ftegierung stehen. "^h fallen mit den Angal 

Irag der Sleuern zusammen, die von Alters | 
Vollalandigkeit in den am wenigsten gebil^ 
MSUBaU wordtni 



Der aaMrfirti|:e Handel RuAdand*!. 4gf 

In Russlasd b^gilDtK die HeraiHsgabe voil Jahresberichten 
iiber den auswiirtigen Haddel im Jahr 1302 und wurde seil- 
dem, mil Ausnahme eines Zwiscfa^nraums von 1808 bis 1812, 
bestandig unter demselbeti Tilel: Widy go^udarstwennoi 
wnjeschnei Torgawli (orlg^seltt. Seit 1824 wurden diese 
Widy in einer verbesserten , VoU^tandig^ren Form publicirt 
md cmlhallen jtolsl 44 Tabdlen. 

G^gto-Endc vergangen^n Jahres (1856) veroffentliehte das 
Finfliiyji^Uttiteriuitt in faergebrachter VVeise die 'Uebersioht des 
a^9P0^iig/&Bk Handels des Reicbs in seinen verschiedeneii Ge^ 
•taltoB fiiff 18&&/ Diese ^auimliuig von amllichen Docuiiien-<^ 
tai hai fiir mis ein besonderes Inter ease, da sie uns in den 
Qtiaid sflizl^ den Einfluss i,\i beuriheilen, den der le4zte Krieg 
in. A^ioMT scbliouiisteD Periode auf den auswartigeD Handel 
BHiifauidt misiibteu Es wird gewifs K^eiften Wunder oehiiien, 
lyieiili er erfabcl, dats man bis 1826 zuriicfcgahen muss, urn eii» 
Jubc w» findflo, rait dem sieh 18&5 in dem Totalwerlb des 
Uaidelsverkftlirs vei|;leieken liilst Wir wollen bier. die Uaupt- 
resullaie dfiis^ von ddm Finaniminialerium abgestatieten Bericbts 
snsanMiieiistellen, um einen augenscheinlicben.Begriff von der 
Wirkiilig 4efi Krieges auf diesen Zweig upsj^rets.Staatslebeo^ 
im Ja|ir 1855 zu geben. , , 

, Dev iCtfsiimmi^Verkehr belief siefa in diesejA Jabre auf 
UtttOdiiO Aubd Silber, d. b. 23166556 Rub^l oder 17 Pra- 
cent weniger als im Jahre 1854, und 136304941 Rubei od^ 
S&Pjro»ce»l vreniger als im Jahre 1853. Der enorme Unler- 
adiied zwis^bad dilal Haudelsverkehr des Jahres 1855 und dtm 
iiHiMr. V^rgangertai^t sich in nocb sehlageiiderer.Weise herausj 
wmt^ man einto Bliok auf die Ziffern desselbien wabrend de^ 
^i^M^ DeQenniufa^ v#n 1845 an wirft. Der Wertb der Aus- 
Had Siilfuhr belmg: 

im Jabr ia45: L69797900 Rubel Silber 

- - l»46i 183631700 - 

- - 1847:231323400 • 

- ^ 18482 173157000 - 

• . - .1849: 186360000 - - 



1 



IgO Indastrie niul Qaadel. 

im Jahr 1850: 185879500 Rtibel Si 

- . 1851: 198002400 - 

- • 1852: 212242400 - 
. . 1863: 246605100 • 
. - 1^4: ia3456700 - 
• - 1865: 110300100 - 

Die Gesamtnt-Summe der Aus- und Em 
wahrend der zehnjabrigen Periode von 1&4S 
192085^100 Rubel Silber, worin seil dem Jal 
Aufhebung der Zolllinie zwiscfcen Russland u 
reich Polen auch der Handelsverkebr des h 
schlossen ist. Im Ourchschmit betrugcn dem 
lichen Handelsumsalze 192035610 Rubel Silber, 
Rubel Silber mehr als im Jahre 1866, auf 4afl 
Lung des Kriegszuslandes in ihrem ganzeii L 
machte. Wahrend daa Jahr 1853, itotz der G 
die sich am politiscben Horizonte zuaammenzo^^ 
haftigkeit des auswartigen Handels sogar das du 
Ausfuhr unserer Producte denkwurdige Jahr 
verdtenten die Jahre 1854 und 1856 in volh 
Namen von Kriegsjahren, die steift fiir nuladiehe 
Verbindimgen so verderblich sind. 

Von dem Gesammtverkehr des Jahrs 18&5 
Ausfuhr 37872183 Rubel Silber, auf die Einf 
Rubel Silber. 

Indem wir diese Ziffern mil den Resuliale 
gehenden Jahre vergleichen, finden wir, dafs di< 
gegen 1854 urn 25657470 Rubel Silber eder u 
und gegen 1853 urn 107503008 Rubel Sttber ode 
cent verminderl haite, Avahrend die Abnahme 
mil der zehnjabrigen Durchschnitts<Ausfuhr v<^ 
63970800 Rubel Silber oder mehr als 62 Procetil 
gegen hatle sich die Cinfuhr von freinden Waa 
1855, mil 1854 verglichen, sogar vermehrt lh 
1854 nur 70027021 Rubel Silber belrug, h«He i 
72427935 Rubel Silber gehoben^ also um 2400914 



Der aoQwirtife HanM R«j&land*8. 40| 

Oder 3^4ProetDl; gegen das Jahr 1853 abeir haite aieh ^ 
Einfiihr urn 28601933 Rubel SHber oder urn 26 Procent und 
gegen das sebii|ahnge Mkld von 1845 bis 1854 um 17764927 
Ririiel odeir etwa 201 Proceoi veraundert 

Im Jahre 1855 iibersiieg unsere Zufubr an auswartig^n 
Waaren den Export der unsrigen um 34555752 Rubel Silber 
oder 91 Prooetti — eine seliene Erscheinuag in don Jahr- 
bliefaom unsores ansM^rtigen Handels, donn soil 1822 ist naeb 
unsorea Zoilaoswosen dor Worth des Imports nur acbtmal 
hfibor gewosen als dor des Enporls, selbst mit BinscUuis des 
joist in Redo slobonden Jahres, 

Die Bewi^mg der koatbaron Metalio hot ioi Laafo doa 
Jahres 1855 eine ganz enlgegengesetzte Richlung genofomen. 
Aia^ofiibit wwrdo an Gold- und SilbermOnzo fdr 6130100 Ru^ 
bel Silber y eingefiihrt an Gold und Silbor, gemiinzt und in 
Barren, fiir 1904046 Rtd)el Silber. Obwohl demnach die Aus- 
fuhr von kostbaren Metallon im Jahr 1855 die Einfuhr dei** 
soibon Hberstieg, hat sie doch den Ueborschufs des Imports 
von auslandiscben Waaren nicht aufwiegen konnen. Uebrigens 
bietet aueh nicht ein einziges von den volrhorgehenden Jahren 
naoh don Zoliregistem ein vollstandiges (^leichgewidit zwischen 
der E^n- und Ausfuhr von Waaren und kostbaren MetaUen dar» 
Die Reehnungen werden in der kaufaaamiisehen Welt nicht 
immer in demselben Jahre ausgeglichen, sohdern die Zahlungen 
des einen werden oft erst in den folgenden liqui«Ert. EndKch 
tragt auch der Schleichhandel nicht wenig dazu bei, Ein-* und 
Aosfuhr ins Gleicbgewiebt zu bringen und das von Say so 
Ireffend auseinandergesetste staats5konomische Princip zu be- 
s^ltigen, dafs ka Handelsverkebr beide iiberrinstimmen m&sen. 
Ueberhaupt ware es jelzt wohl Zeit, von der Uto|He dor Han*- 
delsbilanft soriickiufcommen — zu erkonnen> dafs Geld ebenso 
gal dno Waare ist ak jede andere, d^r Ausiausch einelt 
Waare gegen die luadere, und dafs mithin erne ungunsUgo 
Handelsbilans gar nicht exisliren kann* Wor ntchts «u veT*« 
kaufen hal, der kann aueh nichts kaufen, und wet s^aroiv kem 
GeM odor koatbaro Motalle, woU abor attdoro Prpd«^«^ ^^ 



4163 itf4tttri« wki aM»M* 



dtfi' kkm Aril Hi»lfd« i6tt^lbm AII«i an 

^n^ gMeh^n Weirlh be«itzl. Bft wUrejedoelb I 

die jiingsl auch bei ud9 in 4cfn b^mdteA Pi^ofe^ 
wte«<^Mi^h«ft an ditt UnKrernitSt Kitw> Niki <?iiri 
sfo bet^edtin und ^tttidliehen Audkger gefun^^r 
Nateh d^ti dabei Aiigewetideten Transport 
0kAi unser iiuswiirHget Handd ancb ina Jabre 
dtid L^Adhandel; wegen de^'filokade imseret* r 
sOdlieben HMtn dutch die IdlHiieti Flolleh, Jb^n 
Seehandel, dem in ruhigen Zeiten disr ghMsdr^ 
miiw^lig^ BeAi^hufigeh fcufiel, in s^inetn grnvri^ 
fang nichi betrieben werdeRi 
Za L^ndef betrug did Ausfuhr < . 9360584S 

die Eihftihi- * . 67781059 
der Gtsaitiratainsato diso 10l37B9Cnr 
Dei' Aosfuhr wr See bftsohrankte 

aa( aicdi « . 4276341 

die Eirifubr aaf i « . 464687« 

dcr Gesammtveriiehr also auf tt9232l7~~J 
Die Einitfaeilang des Handela in den eiiror 
attMiecbeii bieiet tm Jabre 1666 fdlgende R^guRj 
I Im ettropaiichen Handtl bdief sieh 

j die Attsfuhr auf 27524534 Rubel SUht 

j die Bitifubr auf 56173434 <- 

j ^ In tisi»liscbert: 

j AUsfilbr 10347649 Rub^l SHbw 

Einfuhr 16254601 ^ 
J Nach sein^n Hauptridbtungien eteHen eidh 4ie 

j deaidbeH wie f6lgi3 

] EtiropSitfeher HttAdel. JttsMn wf^ 

Auf dem Weitsen Meere « . -. 264981 - ij 

auf der Ostsee »...,.. 606246 iqj 
auf dem Schwan^h und Asow*^ 

scben Meere . i • . . ' . 297791g 2M 

Aui der 4fOickeBeD Weal^rfaie 23678411 £B4a 



Der aoMattite'iiftnM-lliiAlaiid's. 



4(9 



. ..« 



Aaiatifdiitt Handel. « >t Aasfbhr. Binfahr. 

Auf d«iii Klispfecken Me«'e . . 425208 914775 Rubel 

granze . 5M477 a%i2t»9 ^ 

)i^ hr oreiMn^hen Md stbi- i 

Hliihen fi^m^ ...;.. 2660214 674495» - 

tt]bj|r Khohta , • .. . ^ . . 6665740 6744853 - 



Den Autheil ddii;fiie Versobiedaitcn Slaaten wahrend der 
IgfUoir,. drei Jiphfp^ an ^ djBfn nissischen Hapdel genoinfiien; babefr, 
t^ftti, ao^/Wtl^tehf i|4#r Tabelle : 



y > 



I ' 



\ *: 



: Ei^pDpliischer Handel. 



t r. .* ' * 



1 f ■ 



^( 



L JUflfuIr «d» Ranttlnf 



JN^^ Preuaaeo^i. . « ^ 
Mcli Oest^rr^ich . . . 

jotIj Tttrkyt • .• • • 
nacn den (fansesiadlen . 
nach Griechenland . . 
nach den lonischen In^eki^ 
nach Holland . • : . 
iiMh A^m Siliid ... . 
iMh DiineifiQit « . a 
^th QrofsMliilliitoi . « 

ttAtb Ffankr^iMl v . » 
MiA4teVei^ioi|PMSUd^ 
len von Nordamerika 
M^ SardiUki^ « . w 
tiaeb ToscaM . . . . 
ntith Belgieli. « . . . 
M»^ Pdrtu|;iil 
Midi 6|>ani#li 



1855 



J854 . 4S}j» 

Rabel Silbc^n 

18083910 18660976 13496538 



•>■ 



6367692 
351248 
330156 
254395 

122789 

11%I1 

118637. 

107603 

.100407 

44952 

24866 

3395. 
699 
175 



8351337 

1496570 

915023 

223421 

. 57681 

3603635 

58414 

384273 

12345841 

3902D7. 

450599 

3827823 

* 

329834. 

.601474 

1117496 

889405 

31513 



.7640003 

5820409 

2697780 

340388 

139192 

7838495 

713638 

2031300 

65056202 

1927603 

S52539 

15160995 

2566260 
3632324 
2762913 
1836042 
617364 
4S6896 



UtM« »fi3QSttt I 53336021 136796876 



I 



154 lndtslrievM SmaeL 

1855 

E m b e t I 

Transport 26030!^ 
nach deni KSnigtricbc 

beider Sidlien . . 70 

nach anderen Gegenden 1493909 1277 

27524534 635216 

Asialiicher HandeL 

Nach China €771497 649 

nach der Kirgisen-Sleppe . . 1826440 166 

nach Persicn ...... 992799 81 

nach Buchara 411887 43 

nach Taschkent 288606 S7 

nach Cbiwa 54900 9 

nach Kokan 2020 3 

nach der asialischen Tiirkci . — 

10347649 990^ 
Europaischer Handel. 

Rinfubr i« RnlMand. 

Aus Preuben 42930424 '20139< 

. Oeslerreieb .... 7223147 . 49023 

• der Turkei 2064799 a70CM 

- Frankreich 987329 40341 

- Grofsbriiannien . . . 935999 8760: 

- den Hanftesiadten . . 376808 3660< 

* Holland 184306 11481 

- den Vereinigten Slaalen 

von Nord-Amerika . . 145004 1276£ 

aus Schweden 1349Z5 . 99c 

' Belgien ...... 97378 428^ 

. Spanien 88163 143lIC 

- Norwegen ..... 72887 337( 

. ..i • Laliis ^CGS41218: 1*48938^ 



Der awrihiig^MNrtttilfcl Wiin d'a. 



w^^p 



' 1 • 



nm vm ias8 

Rftbftl Silber. 



Transpoil 55241219 48938740 80293089 
aiifl dem Konigreiche beider 

Sicilien 68669 

au^ paneoiark ...... 41358 

- Portugal .;..,/ 29847 

- Griechenland • • » • 19718 

- den lonischen Insein . — 

- S^rdinien . « . ... 9520 

- Toscana .,...-. — , 
• Weslindien und Sud> 

, Amerika , . . , . — 

ai^ anderen Gegendei» . . 762103 



938521 

72507 

433058 

227162 

125954 

87556 

29138 

3296809 
275749 



2464034 
337336 

1156584 
582654 
308888 
331382 
181309 

3223475 
352454 



56173434 54425196 89231205 
Asiatischer HandeL 



Aus CNna 7234196 

. Persien . . . . . . 4241147 

. der Kirgisen-Sleppe . 2234735 

- Buchara 953868 

. Taachkeht ... . . 1 653083 

- Kokan .•.>./ — 

- europaischen Staalen . 448940 
1 Chiwa ...... 277576 

der asiatischen Tiirkei * 150956 



7441666 
36344^5 
1596715 
1098651 
560185 

378304 
402.377 
489494 



3592667 

3033695 

2025228 

936130 

608526 

36142 

684569 

270343 

811364 



16254501 15601827 1 1998663 



Bei Durdisidrt dieser Tabeilen kann man nicht amhin zd 
hpoaetkeo, dab der Krieg unsertt directen Handebverbindungen 
mjt -tnehreren auropaisehen Nationen total unlerbrochen oder 
^^enigitos Busaen^dentlich geschwacht hatte. Die LSndef, 
^^el<^« friiher die erslen Slellen in ttnaerem Ein- und Ausfuhr- 
Jialtdel'einnahiisen, waren in dieser Beziebung ganz in den 
fUat«tfgrund getrelen. Es geuigt, aui die ResuRate zu ver- 
\^ die .sidb ii deD- Am iuigefiihrten Jahrea fdr unsercti 



] 



I 

I 






UsmUl mit Orobbiitaniiietl, Frankreich , Hoi 
8ladlcii imd Jen ' Vet dniglen Slaaten von M 
bieten. Die Abnahme des Verkehrs mR de? 
schon im Jahre 1854 sehr beiiierld>ar macl 
Jahre 1855 fast die ausserslen nur m< 




diese SchwSchung der unmiHelbaren Handel 
Rufelatid war nichl glelchbcdeulend mil dei 
von russischen Waaren und mil der Nichlvers 
mit den auslandischen Erzeugnisflren, an 'we] 
%vShnt halte. Preufsen nahm in diesem Fat 
mitllutigsrolle aaf sich und fuhrle im Vertauf 
und 1855 einen ausgedehnlen Transithande 
tmserer Productc nach Preufsen hatte ^ch 
gegen 1853 fast urn dier H^lfte^ die Zuruhr 
4jts Di^fadM vfft'fiaehrl. 

Der asialische Handel aeigle 1855 ina V^ 
vorhergehenden Jahren einen bedeutenden A 
taenttich was die Einfuhr beiriffi, was sich da 
der oifentalfecbtB Krieg nar geringen Einflufs 
'delsbranche haben konnte. 

Die hftupisiichlichsteB Ariikd , die im « 
fiafsland ausgefiihrt wurden, sind folgende: 

^eb^r die . 
foropaisclie asi^ti 
* 6r2nze« 

:Rub«ls 
5981382 

4417866 



• J 



SchafwoUe flir 
Ceffeftbfn • • ^ • 
Fi«bcbs fumd Hanf « . 

IWg • 

^ainnwoUne Waaren 
Gold^ ^nd Silbev-Fahrikate 

pi)0lS( >•• • • ••• *• * 

.Leinr 11 d4 HanhaafliieB. . , 



£ 



a69ai7a 

2005134 



aBi£ 



r. 



• • • - 



1957937 
190&26J 

smm& 



96A13 
21107 

26 



f '•: 



. '1/ 



WQ»7 



Der atttHMIleiM Qiiiiit Bli(iiland*a, 4gl 

ear^paische asiatlsche Im Gfanzen. 
Granze. 

R b « 1 S f 1 b « r. 

■Die Haupt^Einfiihp beetand ins 

Thee , - • • . ^ 7017597 7017597 

Baumwolle 5017541 908298 5921^9 

ZUcker « ; 5206480 198164 5406650 

Weinen und anderen Ge- 

♦rtlnken 4737881 — 4737881 

Sei^enwaaren 4046685 604899 4651584 

Farbestoffen , • , . , 4157431 179789 4^72*9 

Sala 4234359 — 4234359 

Baumol 4U5574 — 4115574 

Baumwollnen Fabrikaten . 1496251 1992886 3489137 
Kn9th ....... 2267498 — 2267498 

Fruchlen 1115045 814132 1«29177 

TViback 1693582 121019 1814601 

Vieh . — 18(»808 1805808 

Seide 1187688 6845*8 1772Mb 

Wolle 1441163 83869 1925032 

Fisctien ....... 1090107 70472 1160579 

muchwaaren . « . . ; 729562 376156 U05718 

Wtnn wir die v^rfiebiedenen ioi Jahr' 1855 ausgefiihrtfih 

Gegenslande nxA denen de» Jaht^a 1854 vergleiehen^ S0 «n- 

giebt sich im europaieicheii Handel fast bei attm eine bedeu- 

tende Abnahme. -^ S0 wurde Getreide fUr 11554809 Bubel 

Silber weniger au^gefuhrl, h&m* and Hanfsaamen fiir 6765239 

Rube!, ScbafwaRe filr 1469652 Rubel, ttanf and Flachs fiir 

1936641 Rubei, Talg mr 1397198 Rubel, Holzwaatfdn fiir 

B4863Q Rubd. Baumwollvne Waaren, GdU^ und Silberfaliti- 

JbMe nidPebw^rk wurden mehr ausgefiihrt als ini Jahfe 1864, 

Aer t6dai nach Europa, sondern nadr Asien, mil weicheifa 

vberbaupt, me wir gesehtn haben, muer Handel im iahife 

I865'teW»after war afe lot mrhergehenden. 

Bci ider Ein&ihr seigt aich hmgegen ehfie lUrringerting 
Auv in zvm Haupkarl)aLelnc Bftumwolie, Tefi der fof '2286588, 






' 



und Wein, von dem fflr 1839915 Rubel ^ 
wurde als im Jahrc 1854. In alien ander^ 
der Import ttigenommen. BaumwoUc uod 
beiden Artikel, die wir fruhcr ▼or«og«wei«e 
im Kriege begrifftnen Machlen, England tin 

logen. 

Die Handdsschifffahrl boi tm Jahre 18 

suUaie dar: 

K9 kaiB4 
t 

In den BalUschen Hafen • . . . * 92 

. Hafen des Weissen Meeres 70 

. . Sudhafen 489 

. Hafen des Kaspischen Meeres 303 

♦ 953 

Darunter befanden sich: 

Sdiifie mit Waare .- 807 

• in Ballasi 146 

Die Gesammllragfahigkeil der an- 
und abgesegelten Scfaiffe be(rug 

in Laslen 58802 

Gegen das Jahr 1854 waren 1569 SchiflTc 
kommen und 1809 weniger abgesegdtj^^fen 
niger angekommen und 9494 weniger abgeseg 
Die Gesammt^ZoUeinnahme des Reielis fa 
Im Jahre 1853:. 28011356 Rubel 25 J 
. 1854: 20664591 - 70y^ 
. 1855: 18483103 - 88«/ 
EMese Zifiero sind beredier ak alle W<i 
dannach das dem Kriege vorhergehendeJahr ] 
. Zollregistem sich durch eine ungewohnliche Li 
Handelsumsatze attszeichnet, tragt 1864 den 
Uebcrganges von einem normalen su einem ; 
stande, dessen Bild sich in dem Jahre 1855 ; 
mit dem Hi^hepunki des orienlaltschen Krieges 
Warlen wir JeHt die ResillUde d), die u 



I 

I 






Der awwirCige HanM ^Bssland^s. 4^9 

HaiidelssUilistik far die Jabre 1856 mid 1857 voneigen wird, 
und wenn sie eine Abnahme in einz^en Fachern der Ans- 
und Einfubr ergeben soUten, welebe daraus benrorgeben 
kSnate, dafs die mil uns Handel ireibenden Nationen wab- 
rend der zwei Kriegsjabre neue Markle finr den Absala ibrer 
Eneugnisse und fiir die Anscbaffiing von roben Prodiiclen ge- 
funden baben, so wollen wir boffen, dais der nonmebr ge- 
weckte (Jntemebmungsgeisi unserer Landsfeute, bei der, einer 
edlen und vemiinAigen Concurrenz, dureb die Revision des 
Zolltarifs zuTheil, gewordenen Aurmunlerung, uns nichl allein 
die fruberen Knnden wiedergewinnen, sondem aucb neue Markte 
eroffnen nsoge. Die mil solcher Ungeduld erwarteten Scbienen- 
wege werden die Bemubungeu der Regierung und der Privat- 
Industrie erleicbtem und sie ibrem Ziel entgegenfubren* 

Z us a t z. 

Nacb den unlangsl veroffenllicblen Widy des russiscben 
auswartigen Handels fiir 1856 halte die Wiederberstellung 
des Friedens nicbt verfeblt, einen giinsligen Einfluss auf den- 
selben auszuiiben. — Diesen Angaben zufolge, betrug die 
Ausfuhr: 

(Jeber die europiiische Granze 136492398 Rubel 
- - asiatiscbe - 10593882 - 

Nacb Finnland 2884096 - 

Aus dem Konigreicb Polen . 10279496 - 

160249872 RubeL 
Die Einfubr: 

Ueber die europaiscbe Granze 90171961 Rubel 
- asiatiscbe - 17002189 - 

Aus Finnland 564828 * 

In das Konigreicb Polen . . 14823464 - 



12-2562442 Rubel. 

Der Gesammtwerlh des Exports und Imports hatte sicb 
j^usnach im Vergleich mil dem letzlen Friedensjabre (1853) 

ermans Russ. Archiv. Rd. XVII. H. 3. 31 



470 Uduilrie unit lUftileK 

um elwa 15 Procent, jm Vergleicli mii dc 
jahr (1855) aber um mehr als 150 Procent ^ 
-Gegen das Jahr 1853 hatte die Ausfuhr v 
Leder, Fiachs, Talg^ Eisen und Leiosaainen 
von anderen Waaren aber, ab Hanf, Kupfer, 
Sohweiadborslen, eine Verminderung erliller 

An Gold- und Silbermiinze wuinten iiii 
gefiihrt: i- 

Ueber die europaische* Granze filr 88 
- aaiatiscfae - - 482. 

Aus dem Kdnigreich Palen 8 

I 579 

J Zugefuhrt wurde aus dent Auslande an 

I gemunzl und in Barren: 

j Ueber die europaische Granze fiir 151 { 

- asiatische - - 1 j 

In das Konigreich Polen ... 9^ 

! 16211 

• Die Einfiihr der edien MeUtlle iiberslieg r 

um 10426687 Rubel. 



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I 



^ 



472 Industrie ^and Handel. 

das Aufgeben derselben, endlich das innere und aussere L 
der Colonien, in Bezug auf die Eingebornen wie auf die &w 
von ihren Anfiingen bis zur gegenwiirligen Zeit — alles d 
verdiente wohl eine genaue Unlersuchung und Besc\)rei 
Nicht minder wiinschenswerlh wiire es, den heutigen Zi 
der Colonien in geographischer, eihnographischer und ai 
Hinsichlen kennen zu lernen. Aber leider sind wir mil i 
lien, Island und anderen fernen und uns nicht gehorig' 
gionen besser bekannl, als mil unserem eigenen Geb 
nidbt aUeiB d«n>enifernleren TheS^n desseUien, sondei 
selbst mit vielen, milten in Russland gclegenen Lands 
und wenn wir ja elwas von ihnen horen, so ist es nicl 
von Auslandern,^ 

Diese Klagen sind gewiss begriindet und wollen \yi 
dass sie zur Veroffenllichung vollstandigerer Nachricli 
die Besilsungen der russiseh-amerikanischen Compa 
die Untersuchungen derselben fiihren mogen. liidess 
bemerken, dass wir ausser den Notizen europaiselve 
den, wehigstens iiber einen Theil des Gebiets der C 
ein rechi ausfiihrliches und mil Sachkenntniss ges 
fttssisches Werk besitzen, das dem Recensenteti d 
Sbomik entgangen zu sein scheint — wir tneineti 
now's Schrifl iiber die Aleutischen Inseln und ihre B 
die allerdings nicht mehr neu isl, aber bei den dorii 
bar ziemlich stationaren Zusliinden noch jelzt als 
treiies Bild derselben belrachtet werden diirrte. 

Nach dem lelzten Jahresberichle der 
iliscben Compagnie belief sich der Gesanimt^ 
mSgens in Russland und den Colonien am 1, J^v*^ 
4448037 Rubel SKopeken (225335 Rubel 89 Kof>^ 



i als am 1. Januar 1856). Hiervon kamen 

die russisch - finnliindische Wallfischfangs - G 
319538 Rubel 95 Kopeken (192622 Rubel 44, l^ 



•) Vgl. Arcbiv Bd. II 8.459"— 495, so wie uber <li« ^ 
lingniatisclieii Angaben III. 439—445 und VI |, -fi^^ 



Aus clem Jahresbericbte der russ.-amerlk. Handels-Compagnie. 4Z3 

ols 1856) attf die Handelsflolle. Es gehl aus diesen Zahlen 
hervor, dafs die Conlpagnie durch den angio-fransoslsehen 
Krieg, trotz des von ihr mii der Hudson^s-Bay-Gesell^haft 
geschlossenen Neulralilats-Vertrags, doch eioen empfindlichen 
Sehaden erlitten hatte, der bauplsSchlich durch die.Wegnahme 
einiger ihr gehdrigen Fahrzeuge verursaeht wurde. -^ Ueber 
eine Invasion ihres Gebiels und die lemporSre Besitzorgreifang 
einer kurilischen Insel durch die Alliirleny die schon in einem 
franzosischen Blatt {Monilenr de la floUe) kurz erwahhl wurde,^ 
erfahren wir folgendes Nahere: . . 

*Auf das dem Hauplverwalter (Glawny prawiiel) der Co- 
ionien zu Ohren gekommene Geriicht, dafs die Insel Unip von 
dem Feinde im Jahre 1855 occupirl und verwtistet worden,. 
fertigte er das Schiff Nachimow unler dem Commando des 
SchiflTers Pawlow nach Urup ab, um die Sache zu unlersuchen. 
Aus den an Ort und Stelle eingezogenen Erkundigungen er- 
gab es sich, dafs im Aygusl 1855 zwei Kriegsfregatten, die 
Stbylle unter franzosischer und die Pique unler englischer 
Flagge, bei der Insel Drop vor Anker gegangen waren und 
eine Kanonade gegen die Niederlassung eroffnet haUeQ> obne 
jedoch Sehaden zu verursachen, indem die Kugein uber die 
Gebaude weg flogen. Bald nachher hatlen Ruderfahrzeuge 
von den Fregallen Soldaten und Matrosen ans Land geseUt, 
^velche sogieich die franzosische und engiische. Flagge auf- 
pflanzten; hierauf fuhren die Schaluppen das Ufer enllang und 
die Truppen theilien sich in zwei Detachemenls , woven das 
eine die Inseh in verschiedenen Richtungen durchstreifie und 
das andere znr Bewachuag der Niederlassung zuriiekblieb. 
Bei Annaherung des Feindes waren einige von den Aleulen. 
in die Berge gefiohen, wahrend die ubrigen sich in ibreti 
Jurien verbargen. Der Verwalter der Insel befand sich zur 
Zeii mii mehreren Einwohnem auf der nSrdlichea Seile der- 
selben und eille, als er das Kanonenfeuer h5rte, mit.eindm 
Aleuten zum Hafen, indem er seine anderen Begldler, einen 
Schreiber, einen Jakulen und zwolf Aleulcn, auf einem Boole 
ebendahin abschickie. Unlerweges wurde der Verwalter von 



476 



Indnatrie and HandtH. 



uod die Briggs Grobrurat CoBslttnlin und Scheie 

samDienste in den Colonien und zii Fahrten na 

u. s. \v. venvendet — Wihrend des Krieges fa 

Slillen Meere zwei der russiach-finnischen VVallf 

pagnie gehBrige Fnlirzeuge, der Turko und de 

Turko war, nachdem er im Jalire 1854 die Ja 

von Ochot3k mit Gliick betrieben, mit einer v 

zum Ueberwinlern in Petropawlowsk eingelaufen 

tm FriibliDg 1855 vor Eracheinung des feindJich 

ders gliicklich entkam, und Kadjak erreichte. Er 

Colonien bis zum Frledensschlusse und ging dann ■ 

wo er eeine aus 2400 Fussern Thran und 2SOOO 

bein bestehende Ladung verkautle. Der Ajan 

1854 gleichfalls im Hafen von Petropawlowsk ut 

Frilhjahr 1855 zugleich mit dem Turko und den a 

zeugen der Kamtschatische'n Flotille von dort ausis 

aber auf Anordnung der LocalbehSrden nocli ein' 

Petropawlowsk verweilen, um die Kuriickgebliebe: 

an Bord xu nehmen. Diese Verziigerung war U 

der Ajan von den Ailiirlen ilberrascht und verbr 

Zur Forlselzung der Walllischfangs>Operalioneii is 

neues Schiff, der Graf Berg, erbaut worden, welchc 

1857 zuerst nach Bremen abging, unt sich dort u 

denen BedurfnJssen zit versorgen, und sich dann mt 

dem Slillen Meere begab. Der Turko, der in £ 

verzimmfert und aufgetakell worden, begleitele dei 

auf seiner Reise. Beide Schiffe sind in der Weise 

dafs sie ihre Operalionen im Allanlischen Ocea 

k5nnen, falls es sich herausslellen sollte, dafs wi 

wird, die WallGsche sich aus dem Slillen Meere er 

nach dem Allanlischen iibei'siedeln. Die genannlei 

sind gleichfalls mit Waaren befrachlel, um die GrfiJ 

Tauschfaondels in Hakodade zu versuchen und so 

fang mit Handelaverbindungen zwischen Russlaiid 

auf Grundlage des Jiingst abgeschlossenen Traclats 

Die BevSlkerung der russiscU-amerikanischer 



Aas dem Jahreshericbte der rmt.-amerik. Handels-Compagnie. 475 



fcooie; was bnigegen die GaCaagendB hrtreffe^ so habs 

Dire^iea ails eigenem Aniriebe die ndthigen Rechisrchen aiH 

gestcflll, ijind nach Versicherong . der Lords der Admiralilat 

uttd dem Bericbie des Commandeurs der Fregalie Pique, set 

mebt ein einziger liusse auf jener Insel voA den E^glandern 

gelaagen genomiueii worden. Hiecauf wandie sicb die HaiipU 

verwailung in derselhen Ang^legenheit an die rus^ische Ge« 

sandlschafi in Paris; von der sie die Meldung erfarelt, dafs das 

fraasosische Marine <-Mini8terium sich bei dem Commandeur 

der Fregatte Sibylle wegen der Gefangenen erkundigt babe, von 

dieseui aber versicheri worden sei, dafs keine Gefangenen vod 

der Insel an.Bord des von ihm befehligten Scbiffes gekommen 

waren. Da niitbin keine Nachricbten iiber das Scbicksal der 

von der Insel Urup verschwundenen drei Personen (des Ver* 

waiters, eines Scbreibers und eines Jakuten) eingezogen wer-* 

den konntten, so bleibi nicbts mebr iibrig, als weiiere Nacb* 

forscbuhgan am PlaUe selbst atisiisteUeii, was man aucb der 

UauptverwalUing der Colonien mitgeiheilt bat.'' 

Von den Handelsfabrzengen der .Compagnie segdten kn 
Jahre 1856 der eiserne Schcanbendampfer Grofsfurst Consiantin 
voii Petersburg uod das iScbiff Cesarewitsqb von Hamburg mii 
Waaren und Proyianl nacb.NieurArcb^ngel ab, wp. erslerer, 
nachdem er unlerwegs in Hamburg, Plymoutb, Montevideo, 
Valparaiso und San Francisco eingelaufen, am 20. FebruaT 
18^7 9 latzleres nacbdem es auf seiner Reise nur Valparaiso 
berilhri aua 2. Marz 1857 ankam. Das Scbiff Kamtscbatka 
ve^liess Neu* Archangel am 22. November mit den Personeni 
4ie ihre Dienslzeit in den Colonien voUendet, und kebfte iibefr 
SchaBghaiy wo es, eine Ladung Tbee einnabm, Angier4n der 
Skaase y<^D Sunda^ die Insel SU Helena und Helsingor im 
Jupi 1857 nach Kronstadt zuriick. Das Scbiff Nikolai segell^ 
am 10. November mit einer Lading Raucbwerk und mit Per* 
^cmepi di^ die Colonie verliessen, von Neu-Arcbangel ab, be* 
suchie uj[^tei:wegs Honolulu und die Insel St Cathajrina and 
err^ich^ am 23. Juni 1857 Kronstadt. Der Scbraubendampfer 
Alexander 11., das Scbiff Nacbimow^ der Schooner Tungus 



I 



478 Indvstrie und Hanclel. 

5(X)Toniien aus den Kenaisker Grabeni na^h 
getchickt; da je^ch die Schachte noch niohi di 
Scbioblen (plasty) erreiehi hatlen und die Kc 
votlatifigen Arbeiten in der Nahe der Brd-Oberfl 
gefordert ward, so konnten die Eigenschaflon i 
\vohI als gut anerkannti noch nicht nach ihrem ^ 
beslimmt werden. In den Colonien gebraucht mai 
auf den DampfbSten der Compagnie und isi d 
frieden.' 

Die Hauptverwaltung der Colonien hai der 
Akademie der Wissenschaften ein voUstandiges 
nordischen Seekuh (Rhytina borealis Stei^le i 
ausgerotteten Thieres, zutn Geschenk gemacF 
wurde am 18. September 1855 auf der Behrilig^-I 
der Robbenjagd*,' zwanzig Sajen von detn Ufer 
auf steinigem Grunde gefunden. 

Dem Bericht ist eine Karte des Flusses Atnu 
uber deren Genauigkeit der Mor«koi Sbornik au 
Dalis liber dfe-Grundlagen, auf denen aie entw^o 
des Urtbeils enthalU , . 






' Aas dem JahresberiGhte d«r rwM.^araerik. Handels-Compagnie. 477 

d. h. jenes Landlheib, iiber den die Herrschaft der Cam- 
pagnie sich wirklich erstreckt, und nicht des weit umfang- 
reicheren, freilich meist durch weisses Papier bezeichneten 
Terrains, das auf den Landkarten als rusisisches Gebiet figurirt, 
belief sieh am 1. Januar 1857 auf 9792 Personen, darunler 
5133 mannlichen und 4659 weiblichen Geschlechts. Ein Ver* 
gleich mit der in dem Berichle der Compagnie fiir 1850 — 1851 
enlhaltenen Populations^Staiisiik^) ergiebt folg^nde Ziffern: 

1851 1857 

Russcn .... 505 640 

Creolen .... 1703 1903 

Aleuten .... 4051) --.. 

Kurilen .... 97) 

Kenaigen . . . 1070 929 

Tsehugaischen elc. 1857 1775 

Ausliinder ... — 4 

9283 9792 
Hiernach hatle sieh also die Bevolkerung in sechs Jahren 
nur um etwa 500 Kopfe oder kaum 1 Procent jahrlich verniehrt. 
In der Kopfzahl der eingebornen Vglkerschaften, mit Ausnahme 
der Aleuten, ware sogar eine Verminderung eingetrelen. Sollle 
dies in den Verheerungen seinen Grund haben, die der Con- 
lacl mil der 'Civilisation ' unter den Naturvolkern anzurichten 
pflegt, oder vielleicht von dem Umstande herriihren, dafs die 
Aboriginer sich allmalig ausserhalb des russischen Einflusses, 
in das von der Compagnie noch nicht occupirle Territorium, 
zuriickziehen? 

'Die Bearbeilung der Kohlenlager/ heisst es in dem Be- 
richt, <geht in der englischen Bucht, an der K^naiskji-Bay, 
unter der Leitung des erfahrenen Bergingenieurs Herrn Fu- 
ruhjelm von stalten. Im August 1856 wurden auf den Wunsch 
der amerikanisch- russischen Handelsgesellschaft*) zur Probe 



«) Arthiv Bd.XI S.621flF. 

^) Diese GeselUcIiaft hat iliren Sitz in S. Francisco und ist nicht mit 
der rustiich-ainerikanischen Compagnie zu verwechseln. 



jgQ AUgem«iR Liter arischea. 

Sibirien, ira Orenburg'schen , in der KirgisensU 

kaukasischcn Islhmus vornehmen. Der Weslen I 

NordgrSose von Chorasan, mehrere Theile Cenli 

Afghanistan wurden von gebiWeten Reisenden I 

waren der Schauplalt inililairischer ConQicle zw 

paischen Staalen, und LBnnen daher zwar nicht a 

erforschle LSnder bezeichnel, aber auch nichl me 

legorie ganilich unbekannler Regionen geslellt wei 

verbleiben in gegenwarliger Zeit nur noch China 

an China grSnzende Theil ven Centralasien und 

liche Undslrich von Persien. Hinsichth'ch Chin 

Liicke einigennnrsen durch die Arbeiten der Mi 

europaischen Gelehrten imd durch den Reichthui 

siscben Literalur selbst nusgefutll. Was hingeg 

BflUicben Theil von Persien belriffl , so bieten ut 

persische Lileratur noch die Beobachltingen ausliii 

senden geniigende Materialien zur Kennlniss de 

Wir wisien schlechterdings nichts Bestimmles voi 

ffitchen, ve^etabilischen und meteorologischcn ^ 

dieses Landstnchs; nicht einmal den Chararler 

graphischen und hydrographischen Systems kttnii 

geben. Ebea so verschlossen sind uns dieindustr 

ihtimer dieses Landes; es ist uns unbekanqt, 

Grade sie neue Elemente fUr die sich taglich ste: 

wickelung des europaischen Handelsgeisles am 

paischen Belriebsamkeit enlhalten mftgen. Fiir 

grophie bietet dicse Gegend eine wnhre und nocl 

Fundgntbe dar. Die Theilnahme des iran'sehen 

den Geschicken der Mensdiheit beginni den Pors 

europaischen Gelehrlen lebhafl und mit Recht eu I 

es erscheint daher alt eine nicht unwtchtige Auf] 

Volksslamm an seinem UrsilK xu sludiren. 

Indessen konnen — ^rl der Bericht fort - 
Theile dieses unbekannten Raunies uns in gleichem 
essiren. Die russische geographische Gesellscha 
der ganzen Richtung ihrer ThStigkeit eufolgei au: 



Wiisenschaftliclie Kxpedilion naeli Clioraian. 481 

lersucliung soldier Landslrecken, die in das unmitleibare Ge- 
biet unseres Valerlamles gehoren, vorzugsweisc die Rxploraliou 
derjenigen, die ihre naltirliclie Fortselzung bilden.') In diesem 
Sinne ist der nordoslliche VVinkel des gedaehten Erdslrichs 
fur ims viel inieressanler als der siidwesUiche, indem er durch 
den Cbaracler seiner Nalurproducle, seine kliuiatischen Ver- 
haltnisse, seine Einwirkung auf die Geschichle der Rnssland 
unlerworfenen Landschaflen und die Niihe der nadi Russland 
fitfarenden Haupt-Verbindongsstrassen gleichsam das ersle Glied 
der Kelle darslelll, welche das von uns fiir die Erdkunde 
Amens Gesehebene mit dem^ was von Anderen in dieser Be- 
ziehung gelhan worden, verkniipfen soil. In den der Expedi- 
tion^ erthditen Inslructionen sind die Granzen, in \velcben stdi 
ihre Untersuchungen zu bewegen baben, naher angegeben. Bei 
Erwagung der zur Ausriistung der Expedition erforderlichen 
Hulfsmiitel hat das Conseil der geograpbisehen Gesellscbaft 
sich iiberzeugty dafs die deni Verein zu Gebote stehenden Fonds 
bier nicht ausreichen wiirden, selbst wenn die Koslen den ap- 
proximativen Anscblag von 6000 Silber-Rubel jabrlicb nicht 
iibersteigen sollten. — Oas Conseil hat mithin beschiossen: 
1) die Besoldung der Mitgiieder der Expedition den Ressorts 
anheiiiizustellen, von welcben sie zur Tbeilnahnie an derselben 
berufen werden; 2) die als Transport- Kosten angesetftten 
Gelder (podjomkiyja dengi), nacbden in entfernleren Land- 
strichen Russlands vorkoaimenden Preisen , aus dem Reichs- 
sehalz auszablen zu lassen; 3) zu den Reisekosten eine Bei- 
sleuer von 1000 bis 2000 Silber Rubel aus den Geldem der 
Gesellscbaft zu verabfolgen^ und wenn dies nicht binreichen 
Yverde, die Mitwirkung der asiatiscben Departenients (im Mi«- 
nisierium der auswarligen Angelegenheiten) zu erbitten. Mit 
den ndthigen Instrumenlen wird die Expedition, ausser der 
Gesellscbaft, von dem hydrographiscben Departement des Ma- 
rine -Mioisteriums, dem Generalstabe, der Nikolai -Stern warte 



»> Jestestwennoje ich proflol/enie — heisst im Original dieser 
etwat zweideutige Aosdrock. 



! 



^g2 Allgemeifi Litefftrisciieg. 

! 



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1 



*i 



in Pulkowa uni| dem pbysikalisi^heii Hs^upt-Obs^ir ^ 
sehetK Mil der pbe):fit€n Leilung der Expediiio 
^eUdchiift, d^n Herrn Chanykow beaufUagt, als 
der durch seiner^ langjahrigen Aufenlhalt iai Ori^ 
s^iigen ^finnlnisse und s^ine gliibende Liebe zui* 
besonders g^eigneterscbeint, ansolcbesUnlernehx:! 
erwiinschten Ziele zufiihren. Die Wahl der iibrJ^^ 
isl Herrn Chonykow uberla$sei^« 

Alle oben angefiihrlen fiesehlusse des Gesell, 
seiie, die durch den Minister des Innern dem Kais 
warden, haben, wie der wirkliche Geheime RalH 1 
zeigt^ die hocbsie Bestatigung erhalten) worauf m 
riistung der Expedition geschrilten ist. Die f£ir d 
worfenen Inslruclionen uiufassen die Fac|ier der uioti 
und physikalischen Geograpbie, der Elbpographie, > 
Gescbichte und Naturgeschichte, und simi von der 
lenpj,. -Sresnetyskji, Weljanaipow-Sernow, Nebol^in, 
Abiqb, Brandt, Kupffer, Lenz und Rupreqht aus^ea 
In der Silzung v<MEn 4. (Id.) D^qeinber beric 
Besobrasaw, dafa die Ausriislung der Expedilioo nac 
vpllendel sei, und dafs in den nachsUn Tag en cille 
nier derselben iiber Tiflrs u^id Baku on/ibre» Beslzj 
abreisen wUrden. Sie beslehl aus folgend^n MiigUej 
der Expedition und oberster Dirigent aller Arbei 
j Chaoykow; als Bolaniker und Arzt der Profe^^or J 

^ Doi|)at; fiir geologische Untetsuchunger^ djar JVJa 

Dxjrpater Universilat Gobel, . und .fiir Unlersuch 
Facheder roalhemalisch^n und. phy$ikali&j!heii U 
Herr Lenz, Docenl am technoJogjsqhen Insliivu^ in P 
Fernev isl ypn S^iJLe;! djes ^^arine-IVlini3Leri^l||^ j^^. 
Lieulenant Ri^lori zur Theilnahnie an <t^>: Expf^ditipn 
dirt, d«r .Graf Keyserling macht si^ auf &ejjae ei^ene 
und. tier .Student Bienert aus Dorpat aja As^istent 
fessor Bunge mil. Bei eineni solchen Person -il k 
von deiti Unternehmen gliickliche Resullale 
Hinsicht der materiellen Hulfsmillel. ist, der G 11 



Wifltenschaftltche Expedition nach Chorasan. 483 

Attfgabe nicht wenig durch die patriotische Milwirkuiig . der 
neu gegriindeten Kaspischen Handelscompagnie erleichtert 
worden, die zur Untersliitzung der Expedition wahrend des 
kunftigen Jahrs (1858) eine Summe von 3000 Sitber-Rubel 
ausgesetzt hat. Dieser Beisleuer, neben den Zusthtissen der 
Regierung> hat es die Gesellsehaft. zu verdanken, dafs ihre 
Auslagen, wie das Conseil bestimmt versichert, trolz dem Urn- 
fang des Unternehmens in keinem Falle d^n veranschlagten 
Belrag.jyop 1000^-^2000 Ruhe|..vherpl^igeii Mncj^^bn Tielleicht 
nicht einmal erreichen werden. 



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\\' ^ Ueber die l^chifflfahrt auf dem Amur 

1 \ i m J a h r e 1 8 5 7. 

Von N. Nasi mow. 



Im Oclober 1856 wurden am Bord des amerikanischen Kauf- 
fahrers Europa, zwei auseinandergenommene eiserne Dampf- 
bote, das eine von 66, das andere von 35 Pferdekraften, nebst 
einigen Gestellen fiir die Maschinen-Werkstatl nach dem Posten 
Nikolajewsk an der Miindung des Amur gebracht. Der Clipper 
Europa halte bei seiner Ankunft im Amur-Liman mil voller 
Ladung einen Tiefgang von 18^ Fufs, und da die H5he des 
Wassers auf der Barre des Liman bei niedrigem Wasserslande 
nur 13 Fuss betragt, so musste man den Clipper durch die 
Loschung der dem Eigenlhiimer desselben gehdrigen Waaren 
erleichtem, mit welchen er den Schiflsraum angefulll halle. 
VVegen der spalen Jahreszeit war diese Arbeit mit erheblichen 
Schwierigkeiten verbunden, die jedoch durch die Mitwirkung 
der Mannschaft des Dampfers Amerika und der Transport* 
schiffe Irlysch, Baikal und Dwina (welches lelztere sich schon 
auf dem Wege nach Kronsladl befand), iiberwunden wurden. 
Kaum hatle der Dampfer Amerika die behadenen Transport* 
schiife Irtysch, Baikal und den Clipper Europa in den Hafen 
von Nikolajewsk hinein bugsirt, als der Fluss sich mit Cis zu 
bedecken anGng; viermal 24 Slunden hindurch waren die 



Ijeber die Schilffalirt auf dem Amur. 485 

ScbiiTe auf der Rhede in einer bedenklichen Lag€, hiellen sich 
aber recht gul an ihreh Ankern. Am Abend des 28. October 
(a. St.) stand das Eis bei lO^" R. Kalte, und am 29sten Mor- 
gens ging die Mannschaft von den Fahrzeugen, welche 8005a- 
jen von dem Ufer uberwinterten, zu Schlitten ans Land. 

An diesem Tage schritt man zur Erriehtung von zwei 
bedeckten Hellungen am Rande des Flusses, in denen wah- 
rend des Winters die aus Amerika herubergebrachten Dampf- 
bote Amur und Lena zusammengefugt wurden. Am 14. No- 
vember war das Eis schon so fest, dafs man einen gusseisernen 
Rahmen von 600 Pud Gewichl, fiir die Maschinen - Werk- 
stalt bestimmt, von dem Clipper nach dem Hafen schaifen 
konnte. 

Am 17. November kam einOffizier von dem Marien*PosteD 
nach Nikolajewsk, mit der Anzeige, dafs der Weg stromauf- 
wiirts sicher und die iiu Laufe des Sommers angelegten Post- 
stalionen mit allem zum Postdienst Erforderlichen versehen 
seien.^) Bis zu dieser Zeit fand die Communication xwischen 
Nikolajewsk und dem etwa 320 Werst enlfernlen Mariinsk mit 
Hunden slalt; Postslalionen existirten nichl und die Reisenden 
ubernachleten gewohnlich in den schmutzigen und kalten Gil- 
jaken-Jurlen. Am 18. November erlonle zum ersten Mai auf 
dem Amur der Schall des Kolokoltschik (Postglockchens/; der 
Militair-Gouverneur, Conlreadmiral Kasakewitsch, begab sich 
mit einigen Personen seines Stabes in drei Troika's nach dem 
IVfarien-Fosten, um die dortige Garnison zu inspiciren und die 
neuen Postslalionen in Augenschein zu nehmen. Dieses in 
der Amurregion noch nie gesehene Phanomen zog die Einge- 
borenen zu unseren Postslalionen herbei; der rasche Pferde- 
wechse] und die noch raschere Fahrt, fldfsten den sonsi so 
dreisten Giljaken grossen Respect ein; sie konpten sich kauni 
vorstellen, dafs man v«n Tschorbach (Nikolajewsk) bis Kisi 

**> Die Poststatronen werden von Kosaken, Bauern iind verabschiedeten 

Matrosen gehalten. 
Eriiinns Russ. Archiv. BJ.XYH. 11.3. 32 



jgg Alleemein LiterorlBelit;* . 

(Mariinsk) in weniger als 24 Slunden reisen ko 

der Militair-Gouverneur wieder in Nikolajewi 

begann die regelmassige Winlercommunication 

bis Mariinslt. Von dorl aus weiUv nach fJstSli 

raul werden die Poslstalionen erst jetit eingeii 

Am 9.Maiwurde der Amur, Nikolajewsk gi 

Else frei (drei Jahre nach einartder ist dies an d. 

geschehen). Am 13. Mai fuhren die Schiffe, di 

aus Pfahlen und Bohlen errichtelen Verpaljis.-ifl 

vor demTreibeis schiitzle, uberwinterl hatten, ii 

Fahrwassers binaus. Am 12ten war der Damp 

Stapel gelasaen worden, und am 25len fuhr er 

Post und einer kicinen Ladnng von Kaufmani 

dem Harien-PoBlen ab. Am Slslen v^rliefs er d 

der urn die Post, einen Theil der Waaren und 

daten nach Ust-Slrjeiolschny Karaul, am Zuean 

Schilta und des Argun zu bringen. Bis zu dit 

der Amur hei hohem Wasserslande nur vol) dem i 

gebauten Dampfboot Argun und dem Dampfcul 

befahren worden, welchev letztere im Jahre 1855 

als bis lum Flusse Burinda, der unweil Albasin 

miindel, gelangen konnte; gewohnlich fand jedo< 

municalion aut dem Flusse nur venniUelsl Barken, 

Kahne von mand^^urischer Bauart stall, und hohe 

mil mandj'urischen Boten, die meislens von Pfert 

wurden. Die Lena isl das erste Dampfschiff, das 

gem Wasser von NikolajewsL bis mr Schi/fca, d. 

Ursprung des Flusses Amur, gefahren ist. Dieses 

lialle auf seiner erslen Reise einen Tiefgang von c 

legle die Enlfernung von SOOOWerstin dreissig Ta 

Die Fahrt ging deshalb so langsam von slallen, 

noch keine Holzvoirathe am Wege zuaammeDgebi 

so dafs die Mannschaft sicb jedesmal iiber 24Stund 

aufhallen mufsle, um Holz zu fiillen, und dann, 

nachdem man auf diese VVeise einen Vorralh auf 



Ueber die Schifffalirt aaf dem Amur. 487 

eingelegt, das Holz so feuchl war, dafs es nur die HSlfte der 
erforderlichen Dampfkraft lieferle.*) 

Von dieser Zeit an begannen regeliuiissige Sommerfahrlen 
auf deni ganzen Lauf des Amur von seiner Miindung bis zur 
Quelle; lin Jahre 1857 wurde die Communication durch die 
Krondampfer Lena und Amur unterhalten; von 1858 ab wird 
die Zahl der Dampfbote nach Mafsgabe des Bediirfnisses ver«* 
mehrt werden, und man hat im diesein Zwecke bereils einige 
eiserne Fahrzeuge dieser Art in Amerika bestellt, die zur Er- 
ofTnung der SchiiTfahrt im Amur ankommen soHen. 

Die Errichtung einer regelaiiissigen Schiffsverbindung auf 
deni Amur und die genauere Bekanntschaft mit dem Liman 
desselben,- der den Eingang in den FIuss von dem Stillen 
Meere und der See von Oeholsk bildet, hat einen voUstandigen 
Umschwung in dem Leben der dortigen Einwohner bewirkt. 
Alles Nolhwendige wird ihnen jelzt zu ziemlich mafsigen 
Preisen aus dem Transbaikal-Lande und aus Amerika zuge- 
slellt. Brod, Thee, Hornvieh, Gefliigel, Pferde, Ischer- 
kessischer Taback, Brannlwein, Felle, Schafpeize, Tuch, Of- 
fizierssachen und andere Gegenstiinde kommen zu FIuss aus 
iSibirien; baumwollene, wollene und seidene Sloffe, ferliges 
Zeug, Sliefel, Wasche, kupfernes , und eisernes Geschirr, 
Kiichen- und Hausgerath, Gewiirze, Zucker^ Syrup, Wein, 
eingemachle Friichle, Cigarren u. s. w. erhalt man aus Ame- 
rika, und zwar in solcher Menge, dass bei dem Ueberfluss an 
einigen der nach Nikolajewsk gebrachten Handelsartikel im 
Jahre 1857 schon der erste Tauschversuch zwischen den 
russischen Kaufleuten und den Amerikanern gemacht werden 
konnle: so wurde das transbaikalische Pokelfleisch von den 
Amerikanern nach den Hafen des Stillen Meeres ausgefiihrl, 



^') An dem Mississippi and den anderen grossen Stromen Nord-Ame- 
rika's befinden sicb, in bestimniten Entfernungen, wood-yards, wo 
Holzvorratbe bestandig aafgestapelt sind und gut austrocknen: bei 
diesen wood-yards legen dann die voriiberfabrenden Dampfbote 
an und lassen das notbige Holz von ibren Leuten mit lliilfe der 
Zwiscbendecks-Passagiere an Bord bringen. 

32* 



4S8 Allgcmab Litcrariflobes. 

wShrend atnerikanischer Zucker und Cigarren 
gingen. Die Eingebomen versorgen ihrerseits di 
frischeti Fischen, wilden Gansen und Enten, Has 
hiihneni und Waldfiiichten , als MoUebeeren, Pi 
' Rauschbeeren , Moosbeeren, Himbeeren und E3rd 
mUse wefden, sowohl von den russischen Ooion 
den im Krondienst befindlicben Personen, am Oi 
sogen, und gegenwartig werden von Vielen sci 
ftir den ganzen Winter eingelegl. 

(Mor«k 



Bemerkungen 

fiber eine Reise auf dem Iljmeii-See ond durch 

die Umgeboogen der Stadt iStaraja-Ra^^a. 

Nach dem Ratsiscbeii des Herrn BicbwAld. 



Den alien Jahrbuchern dder Ljetopi^i zufoJge, hat sich ein 
Russisches Reich zuerst in den Umgebungen des llj men-Sees 
gebildet. Diese waren anfangs von den Finno-Tschudischen 
Stammen: Tschudj, Korely qnd Wesj bewohnt, zwiscben 
denen sich spater Normannen oder Warjago-Russen und 
Nord-Slaven, die von den Ufern der Donau hersUmmten, 
niederliessen. 

Der Verfasser halt es fur wahrscheinlich, dab die ehe- 
malige Kreisstadt und jetzt sogenannte Militairstadt (wo jenny 
gorod) i$taraja-Ru««a von den Warjago-Russen ge- 
griindet und benannt worden sei. In der That haben sich 
diese daselbst schon vor dem neunlen Jahrhundert niederge- 
lassen, nachdem sie von den Finnischen Stammen und von 
den Kriwitschen und andern &'lavischen Stammen, vonjen- 
seits des Meeres her geholt und die Regierting zu ubemehmen 
gebeten worden waren. 

So wird dann auch iStaraja-Ru««a schon zum Jahre 
1167 von dem sogenannten Sophijer Chronisten der Stadt 
N^owgorod erwahnt. Von Orten deren Namen aus dieser 
Zeii herzustanmien scheinen, werden folgende aufgezahit: der 



490 Historiscb-pbiiologiscbe Wwsenacbaften. 

Fluss Warjaga der westlich von Nowgorod etitspringt und 
siidlich von dieser Stadt in den II j men miindet.') Der Name 
des an dieser Miindung gelegenen Dorfes J a in ok erinnert 
an denNamen Jainj oder Jemj, der bekanntlich einem aiten 
Finnisehen Stamine gehorte, wahrend das Dorf iSoIjzy an 
demselben Flusse, offenbar wegen friiherer Salzgewinnung, 
nach dem Russischen 5olj, das Salz, benannt ist. 

Weiter siidwarts am Ufer des Iljmen nahe bei Koro- 
stynj, liegt ein Dorf Werjaja und ein zweiles gleichna- 
auges findet man noch siidlicher auf der Granze des P«kower 
und Nowgoroder Gouvernementi nahe bei dem Kirchdorf Po- 
lislo an dem osUichien Ufer des Sees dieses Namens, aus dem 
der Fluss Polistj entspringt. 

Weiter gegen Nordost liegt im P^kower Gouvernemenl 
der Osero Ru««koje (Russischer See), der wahrscheinlich 
nach den Warjago-Russen benannt ist. Die Rjeka Rvls- 
^kaja d. i. der Russische Fluss an dem sie wohnten,*) iiegl 
Sstlich von Nowgorod und miindet nichl weit von der Sladt 
in einen kleinen See. Noch weiter nordlich von dem Po- 
listo-See liegt der Tschudische (Tschudskoje osero) 
der nach den ihm damals' anwohnenden Tschuden benanDl 
und wohl zu unterscheiden ist von dem weit grosseren See, 
der in der westlichen Halfte des I^^kower Gouvernement den- 
selben Namen fuhrt. 

Der Name des Dorfes Tschudinowa an dem Flusse 
Snje/a, welches sudwesllich und nahe bei Staraja-Ru^^a 
lie^ty hat offenbar einen gleichen Ursprung und das etwas 



Auf der grossen Schubert^schen Spezialkarte des westlichen Rut- 
land im MaOsstabe ?on 77^77 (rergl. in d. Archive Bd. I S. 35a.f.) 
Blatt Xym, ist dieser Floss ganz ohne Namen. Dieser Umstand isi 
aber deswegen wobi von geringerer Bedeutung, weii er in derselben 
Gegend der Karte ziemlich haufig und doch kaum anzunebmen ist, 
dafs dort viele Fliisse und Bache in der That noch anbenannt ge- 
blieben seien. E. 

') Das ist ja aber zu beweisen und darf daher nicbt vorausgesetzt 
werden. Der Uebeirs. 



BemerkangeD uber eine Reise auf dem ltjmen>See etc 491 

nordlich von diesem gelegene Dorf Kriwajewa bezeichnet 
wohl einen alien VVobnsilz der Kriwitschi. 

An den westlichen und sudlichen Ufern des lljmen sind 
die alten Wohnsitze der Jamj durch viele Ortsnainen nicht 
minder deutlich zu erkennen, so z. B. durch J a mn a siidwest- 
lich vom lljmen zwischen den Kirchdorfern Ljobino und 
Gorodzy; und ein zweiies Jamna, das siidlicher nicht weit 
von dem Flusse Pohst fast auf der Granze des Nowgoroder 
und P^kower Gouvernement liegt Im Nowgoroder Gouver- 
nement kommt diese Benennung iiberhaupt ziemlich oft vor, 
so nordlich von Nowgorod bei dem Dorfe Jamno am Wol- 
chow, auch ist wahrscheinlich von demselben Ursprung der 
Gebrauch des Wortes Jam als Appellativum fiir eine Post- 
slation, welcher sich seit der Griindung der Post im funfzehn- 
ien Jahrhundert erhallen hat.') Es war dasselbe Volk der 
Jami, welches alle jene Orte zwischen Petersburg und Moskau 
angelegt hatte, und welches im dreizehnten Jahrhundert sQd- 
lich vom lljmen wohnte. Von diesem letzteren Ursprunge sind: 
Jam Podberesje, eine Station bei Nowgorod am Wolchow, 
Jam Bronniza,Jam Saizewo, Jam nowaja Rochina,*) 



'3 Der Ursprung dieser Benennung einer Poststation von dem Volks- 
namen der J a mi, musste aber damals nicht mehr klar sein, sonst 
batte man die Postbauern doch wohl gradezu Jami genannt, nicht 
aber, wie es wirklich geschehen ist: Jamschtschiki d. h. zu den 
Jams Oder Stationen gehorige Menschen. Der Uebers. 

'} Nicht weit yon dem JamRachiua liegt ein See ans der der Fhiss 
Jamniza entspringt, der sich in den Polomet ergiefst und mit diesem 
zQsammen in den Fluss Pola bei dem Dorfe Jamnina. Wiederum 
zam Ursprunge des letzteren Namens bemerkt der Verfasser noch, 
dafs es in den Cbroniken zum Jahre 1226 heifet, der Fiirst Jaro- 
«law W«ewolodowitsch sei mit den Nowgorodern iibers Meer 
gegangen naeh Jem und habe dieses erobert. Herr Bichwald glaubt 
aber, dads bier nnteir diesem letzteren Namen nicht diejenige Gegend 
za verstehen sei, in welcher die spater von Peter I. sogenannte Stadt 
Jam Oder Jam burg liegt, sondern Finnland, welches damals iiberall 
von dem Stamme der Jami oder Tschudi bewohnt gewesen sein. 

Der Uebers. 



492 Hisioriscli-philologUclie WissenschaCten* 

Jam Jajeibizy u. s. w. in der Umgegend der Sladt Waldai 
und auch Jam Mschaga am Westufer des Iljmen. Es ist 
somit auch wohl erklarlich, dafs stellenweise in dem Now- 
goroder Gouvernement rein Finnische Benennungen vorkommen 
wie z. B. Tenkjulle ,in welchem Kjulle das Finnische Wort 
fiir Dorf ist. Es giebt zwei Dorfer dieses Namens am Msta, 
nahe bei dem Dorfe Gubez, welche jelzt W^rchnija Ba- 
lagi und nijnija Balagi genannt werden.') 

In Staraja Ru««a wird ein Stadttheil jetzt Koioinei 
genannl. — Dieses Kolomez oder Kolajemez hiefs aber 
fruher der Jamezer Sumpf (Jamezkoje boloto), weil das 
dorlige sumpfige Erdreich von VVohnungen des Stammes Jem 
umgeben war und eben deshalb ist er auch spater Kolojeinez 
und durch Conlraclion Kolomez genannt worden (?)• 

Bemerkenswerth ist auch die Benennung malaja i boi- 
schaja Koreljskaja Naljutscha (die grofse und kleineK. 
N.)*) am Flusse Pol'a nicht weit von dessen Miindung in den 
Lowatj. Diese Benennungen erinnern an die Korelen 
einen Finnischen Stamm, u^elcber fruher einen bedeutenden 
Theil des Nowgoroder Gouvernemeifts inne halte. Nordlicb 
von diesen Dorfern liegt ein grofser Sumpf, welcher Newji 
Moch genannt wird und hier ist das Wort Newji, ebenso 
wie der Flussname Newa unzweifelhaft Finnischen Ursprungs 
und beide bezeichnen eine sumpfige Gegend. 

Es giebt ausserdem auch noch ein Dorf Koreljskie 
Kawjeki bei Demjanski, dessen Bewohner noch bis auf 
den heutigen Tag Korelisch sprechen, obgleich sie auch 
das Russische verslehen. Ferner leben in dem angranzenden 
Twerischen Gouvernement noch viele Korelische Familien 
und es hat sich auch der Name der Loparen eines andereo 

*) Dieses ist worUicb abersetzt. Ich verstehe aber nicbt woher man weiss, 
daCs die besagten Dorfer Tenkj alien heisseo, wahreod sie Balagi 
genannt werden?! Der Uebers. 

') Naljotscba iLommt wahrscheinlich von dem rassiscliea Wocte luka 
welcbes eine Flusskriimmang bedeutet, denn die betreffenden Ort- 
scbafCen liegen in der That an einer solchen. Der Verf. 



Bemerkungen uber eine Relte aof dem Iljmen-See etc. 493 

finniscben Stammes in^iem Namen Lopari-Griwki erballen. 

Dieser gehort einem Dorfe am Rjedja FJusse nichl weit von 

dessen Ursprung ans dem Rdjeisker See an der Granze des 

Slaroru««er Kreises mit dem P^kower Gouvernement. Es 

ist demnach wahrseheinlich dafs sich die Loparen in alten 

ZeiCen bis in diese Gegend ausgebreitet batten und erst spater 

nach dem Norden von Russland und Finn land iibersiedelten. 

And^re nicbt «la\vische Grtsnamen in dem Nowgoroder 

Gouvernement sind offenbar von den Warjago-Russen ge- 

geben worden. Dergleicben finden sieb namentlich an dem 

sodwestlichen Ufer des Ijlmen Sees, langs des Flusses 

Schelon oder Schalon, dessen Name vielleicht selbst war- 

jagisch ist. Dabin gehort das Dorf Golino/) welcbes in den 

' Chroniken scbon vor 600 Jahren vorkam. Femer der Jam 

Mschaga, der Flecken (Po^ad) 6*alJKa oder iSoljza und 

i9winort, welches vielleicht fur Swenort d. h. schwedische 

Ortschaft stand , um anzudeuten, dafs es ausschliefslich von 

Schweden oder Normannen bewohnt war. Diese Benennung 

erinnert auch an das Swin, welches mit anderen norman- 

niscben Namen in dem Friedensvertrage vorkommt, den die 

Russen unter Oleg mit dem griechischen Kaiser Leon ab- 

schlossen. Der Name 5winort ist mindestens 700 Jahre alt, 

indem er in Chroniken von diesem Alter schon vorkomml. — 

Bemerkenswerth sind auch die Namen der Fliisse Wone und 

R j e d j a von- denen der erste als ein kleiner Bach den Abfluss 

eines kleinen Salz*Sees oder -Teiches in der Stadt Staraja- 

Russst bildet und alsdann in den Pol ist fallt, wabrend der 

andere von ziemlich langem Laufe aus dem Rdejisker-See 

an der siidlichen Granze des Staroru^^er Kreises mit dem 

P^kower Gouvernement entspringt. 

Wahrseheinlich hiefsen der zuletzt genannte See und Fluss 
ursprunglich Rjede,*) was auf Schwediscb eine rothe Insel 



*y Wethaib dieser Name nicht slawbch sein and z. B. mic got nackt, 

kahl, zasamnienbangen konnte, wird nicht gesagt. D. Vebers, 

*> Ein anderer Flasf Rjedja fallt in den Wolchow und beweisC darch 



J4 Hi.toriKb-pbilt.logi.oho WUsenachaften. 

edculel, ebenso wie das Retlj-e am weslliche" 
Ijmen-Sees. Ebenso slammt ouch vielleichl def i 
linka den ein See und cin Fluss bei Slarajo-K u ■ 
on dem «uoma d.i. dem Worle mil dem die Fin 
jren Slamm bezeichnen. 

Die zuleUl genannlen drei Bache haben »t» F 
lien Schriflsliickes sclion vor 300 Jahren (uoter 
Jenennung d. Uebers.) existirt und sind walirsch* 
nals betrachllicher gewesen aU jelzt, wo der Won. 
ninka iin Sonimer fasl vollslandig auslrocktten - ^ 
len Freibricf (gvauiola) .des Grofsfursten liv «n 
witsch, der ohne Jahreszahl und Unterschrift, al>« 
ililte des 16. Jahrhunderls den Fischern*) (oder E*''sch. 
ler) Jakimowy, Michejewy, Ohschiny un<i D< 
Icowy ausgeslellt warde und welcher uberhaupt von 
tichem hislorischem Inleresse ist. Nach dessert Al^ 
der alien Biissischen Bibllothek") besagl er, 
Grofsfursl ihnen {d.h. jenen Fischern) diesen Brie/ a. 
Brlefen gegeben habe und es heisst dann: 'sie pollen 
gost (eine Kirchenabgabe ? ) und 'die geniei«ien 
(tscherny bor") nicht zahlen , dem lUauer G^sand 
<ol d. i. WBhrtcheinlich ein Steueieintreiber) keSnen ' 
geben und ihn auf ibrcin GehSfte nichl aufnehir«en; , 
der Nowgoroder Geaandle von ihnen weder VVohni 
Verpflegung oder Vorspann erhallen; sie soUett das 
Schreiber-Saiz (!?!) (aolnoi «oIi pistschei) »n die 
nen (die Bewohner von Stara ja -Ru*«a?) nicfct za 

seinen N»m»n, ^afe in dem Noweoroder und in det 
,„,., K,.l.e nlch, .,1,.. gl.loh, B„.„„„„,,„ ,„,k,„„ 

.) ta B...l.oke. to.niki, ,elol,„ w.|,„c,,„i„„„,, ,_, "■ 
fisclier oiler nut GtnndneUen Fiachehde bedcutet n 

■)P,oJolj«"" Jr.w..iR»..li.k„i Blbliolli.ii T« 
S.47. w'Snnfetpeletbargie 1789. " 

.) 0.b.r di. l.ch.rni. Ijudl o.l.r ,|„ „,,„ ^ ' 

wm Arch. Bd.ll. S.191n.f. n „ 



Benierkangen iiber eine Reise aaf dem Iljnien-See etc. • 495 

werden aber mir dem Grofsfiirsten jiihrlich je drei berkowki*) 
Honig, oder wenn es keinen Honig giebt, elwas anderes fiir 
drei Rubel lieferii. Zu Wcygeld *) sollen die Ruschanen 
sie nicht heranziehen, sie sollen aber das Holz zu eigeneui 
Verbrauche auf den Fliissen schvvemmen, die russischen (d. h. 
zur Stadt iSlaraja-Ru«sa gehorigen) Gewerbe ausiiben, Salz 
kochen aber von den Ruschanen zur Tragung ihrer Lasten 
nicht gezogen, and zum russischen Heei'e nicht gerufen wer- 
den diirfen. Der russische Po«adnik soil sie nach offenba- 
rem Diebstahl nicht richten, entweder fesselt man sie in Rus 
oder nimmt von ihm (sic! vielleicht fiir: eincm solchen) als 
Hofbesitzer^) fiinf Mar der. Im Ljubez^) sollen sie das Land 
pfliigen, wo sie Lust haben; ein Andrer soil aber dieses mir 
dem Grofsfiirsien gehorige Land nicht betrelen; die Granze 
dieses nieines Landes geht von dem Polist-Flusse zu dem 
Wojii-Bache, von dem Woja-Bache langs des Radyn- 



') D. li. je 1200Pfund, denn die Berkowka soil 10 Pud oder 400 rass. 
Pfund betragen. Dafs aber wirkliclr die vier Fischer zasammen in 
jedeiii Jahre 3600 Pfund Honig auftreiben konnten, ist etw^s be- 
fremdiich. Vielleicht ist hier unter dem russischen mjod, der Meth 
d. h. das schon stark mit Wasser versetzte gegorene Getrank aus 
Honig zu verstehen. D. Uebers. 

^) lin Russischen steht wira, welches nach Herrn Kichwald das alte 
Deutsche Wehrgeld d. h. eine Busse fiir Criminal -Verbrechen be- 
d^uten soil. D. Debars. 

^) Im Riissischen stebt dworjanin, welches jetzt durch Gdelmann ver- 
deotscht zu werden pflegt. — Die obige Phrase ist im Russischen 
gerade ebenso dnnkel wie die Uebersetzung, die wir wortlich zu 
machen versucht haben. D. Uebers. 

^) Herr Eichwald vermuthet dafs: w'Liobzje yerschrieben sei fur das- 
selbe Ijubo d. h. nach Belieben, welches gleich darauf noch einmal 
vorkommt — weil ihm jetzt kein Dorf des Namens Ljubez bekannt 
sei. Im Verfolge des Satzes ist doch aber 'Von einer bestimmten 
Oertlichkeit so sehr die Rede, dafs das Ganze sinnlos zu werden 
scheint, wenn man daa Nomen proprium auslasst. Der Satz wiirde 
dann heissen: wo sie Lust haben, sollen ^ie das Land pflugen, wo 
sie Lust haben. D. Uebers. 



496 HiitoriMib-philolognohe WiMenschaften. 

Weges nach (i«r nSchsten ^ominka (biijnajf 
der nachsten Sominka nach der weiteren ^ 
{dainaja S.) von der weileren Sominka langs 
weges (konjuschnji putj) bis zuin Rjedja-Fli 
nach dem Chobol-Bache.') Mahen {wahrscheini 
inahen) aoUen meine, des Grofsfiiraten , Russisci 
Grundfischer langs des Pferdeweges und abwarls 
Seiten der «ominka, am Ro«kri»*). Meine Dworj 
sie (Oder: soli man) nicht in das Nowgoroder Hee 
{??) und weder durch den Biriisch') noch durch dei 
Beamten sollen meine russiachen Fischer in irgend 
R,echtshandel vorgefordert werden, sondern wenn m 
sie elwasausaufechlenhat,so soil nur der Fang- und Ja 
(lowfchji) von mir, dein Grofsfiirslen ous, gegen 6 
dieser soil aber keinen Andern an seiner Stelle aufr 
ohne mich, den Grofsfursten, soil man (sie) nichl ric 
ohne meinen Slellverlreler (Nainjeslnik); voifordern 
sie aber vom NikoU-Tage bis zur teredo chresi 
der Autrufer soli von ihnen fiir die Relse eine G v i w n j 
und es Isl auch (ihnen??) der Heuschlag der Heiiige 
Golles gegeben und dieser Heuschlag soil von det 
gemiibl werden, von dem Winlerwege bis zum K 
Bacbe.') — Dieser niein, des Grofsfursten, Brief sel ii 



') So Bteht in <ter Urseliriri, Uerr Eichwald yeiinutliet abei 

wcliobolei ratecliei Tenchrieben sei Hir wsobolei r 

dann heisien warde nach dem Zobelliacbe. jy 

') Herr Kichwald glanbt, dad dieaes doen jetzt ntcht mehr 

nen Flau oiei Bach bedeote. q 

') Wahncbeinlich fur Birjatich ein Herald. 

D. V. 
*) Wortlich: Kreuze>mUle odet am KreozmiUwoch. d. 
>) Berr Eichwald beni»kt, dafs ein Bach lUetta Namena i 

bekannt and daher wolil ebenlalli anegetrocknet sei ^ 

Aenderune de« Namcna iat aber nm so miiglicher, da K< 
rntachei nichU anderea all einea Miicken-Bach bed< 
daher aine in graaceiclien Niedernngen faat aherall «i«^e 
B)gan>ol>'>rt bezeiclinel. i^ 



Bemerkmigen iiber eine Reite auf dem Iljmen-See etc. 497 

machtig und als GrofsfUrst bin ich im Stande ihn zu schiitzen^ 
und soil iiber diesen Brief kein andrer Briefe sein." 

Obgleich in der Umgegend von <S%araja-Ru««a bis jetzt 
keine alten Denkmaler gefunden worden sind, so gab es dooh 
einsty der Volkssage zu Polge, ein ausserordenllich grofses Bild 
von Perun, dem alten ^lawischen Gotle, auf einer Anhohe 
am rechten Ufer des Polist, nieht weit von der Stadt und an 
der Stelle der jetzigen Schneidemuhle. 

Auch ist der Name des Dorfes Rerun bemerkenswerth, 
welches an dem Flusse Porus, nahe bei dessen Ursprunge 
liegt. Er deulet vielleicht auf eine ehemalige besondere An- 
h3ngHchkeit der dorligen Einwohner fiir die genannte Gott* 
heil.') Denselben Namen findet man auch in derKlause (Skit) 
Peryn bei Nowgdrod, an einem Ausfluss des Wo Ich ow und an 
dieser Stelle gab es auch friiher ein Standbild von Perun.') 

Kurgane sind in der nachslen Umgebung von iStaraja- 



*) ImRusBiscben heisst diese wohl nur angefahr hiermit gleichbedeutende 
Plira8e: akto*) tscheres sin moju gramota Wei. Kn. podeet 
sifho nadnimi, i jas Kn. Wei. moga boroniti. 

') Nach Nestor hat der Grofsfiirst Wladimir dem Peron auf einem 
Hiigel einen Tempel oder ein Standbild erriclitet. Die Warjago- 
Russen brachten diesem ihrem Hanptgotte Menschenopfer grade wie 
die alten Sky then. D. Verf. 

SoUten diese Schweden wirklich so graosam gewesen sein? und 
nicht aoch dieser Tradition Uebertreibangen der christlichen Bekebrer 
zam Grande liegen? freilich aber waren solche alte Menschenopfer 
nor sehr kleinliche Anfange yon denjenigen, welche jetzt dem mo- 
demen Kriegsgotte bei jeder passenden Gelegenbeit gebracht werden* 

D. Ueb^srs. 

^) Noch jetzt liegt an dieser Stelle siidlich yon dem Jnrjewer Kloster, 
eine Einsiedelei Peryn, durch deren Anlage man jedes Andenken 
an das ehemals daselbst beiindliche Bild des Peran vertilgen wollte. 

B. Verf. 

Die Verewigung eines Naniens ware aber ein sehr yerkehrtes 

Mittel zar Vertilgnng des Andenkens an den Gegenstand, den er be- 

zeichnet. D. Uebers. 

') oder tscbto. 

D. Uebers. 



-gg HUtorisch-philologiiche Wissenschaften. 

Ru««a nichl bekannl. Siebcn Werst von der Slad 
abcr ringformig gelegle Geschiebe, welche den ob 
von Irichlerformigen Vevliefungen biiden. Es stehei 
sehr alle Weiden, so dafs') vielleichl diese Stell 
ein Opferplalz war. An andern Orlen, wie z. I 
Stromschnellen desWolchow beini Ladoga - Se. 
alle Warjagische Befesligung gestanden hat, sind 
Kurgane an ihrem Fusse in ahnlicher Weise mit v 
nilblpcken umgeben. 



') Wdrtlicb ubenetzt, obgleich nns der Nachsatz dure 
Scliluss^aas dem -Vordersatze zn entbalten scheint. 



(Die Fortsetzong folgt.) 




Archiv 



fur 



wissenschaftliche Kiinde 



von 



Russland 



Rerausgegeben 



Ton 



A. B r m nm 



Siebzehnter Band. 



Mit drei Tafeln. 



Berlin^ 

Druck und Yerlag yod Georg Reimer. 

1858. 



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wissenschaftliche Kiinde 



von 



Russia n d* 



Heraufgegefoen 



Ton 



'A. K r m a u« 



8iebs&ehnter Band 



Vlertes Heft. 



(Nit zwei Tafeln.) 



Berlin, 

Druck uod Verlag tod Georg Reimer. 

18 58. 



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Inhalt des Siebzelmten Bandes. 



lPli9iiiiliL»li«eli«nuitlie»i»ti«clie mfiMiieMfleli»iteM« 

Sfite 
Ueber die Krym^sclien Tataren. Nach dem RoMischen von Uerrn 

Radde 48 und 595 

Botaniscbe Nachrichten aber das Amarland nach Mittbeilange« 
ToU C. Maximowitschy redigirt Ton Herrn Kopreebt 
CHIerza Taf. L) 104 

Nacbtrag zo demaelben aber neoe Pflanzen- Species von Herrn 

Ruprecbt 145 

Andere Bestimmung der ton C* Mazimowitsch gesammelten und 
heobacbteten Pflanzen Ton Herrn Kegel, Director des Botan. 
Oaripns zo Petersburg 148 

Die ersten botaniscben Nacbricbten uber das Amarland ton Herrn 

Raprecht ond Kegel. (Scbluss.) 175 

Ueber den Asbest oder Steinflacbs im Kreise Newjansk 276 

Zar Erinnerang an N. J. Lobatscbewski 334 

Ueber die Ursache der sogenannten Contusionen. — Nacb dem 

Russiscben Ton A* •Saweijew 341 

I>ie Kenntbierzocht in Lappland. . ; . • 358 



SeineiMiw'« R«i»e n»ch dem Thian-Schan 

PBRgeonetrle oder die tof einer illgemeineii und •tr^ngen 

der ParaUelen gegrnndetaGeometrie von N.L ob a t ■ c b e 
Der JahrMbericht der Raaiiich-Ameriksniachen Compag 

tM«-57 

Bine wiM«n*ohaftlicb« Bxpeditiaa nacb ChorasMi. . 

Deber die SchiSahTtaDf d«m Amur 

' BemerknnKen Sbet eine Reiie mat dem lUmen-Sav und d 
Slat»j»-RaMB,MchdeDilhmimMM^H«n1l Bieb^ri 

Debet Birenjaeden in Siblrien 

Debet die Fabrl det Dunpfera Amerika im WMtllchen Oca 
13. JbU bit 14 N»*aa^e( 1U7. Nufa dem M*r^Loi £ 

Nebit Karten Taf. II nad lU . 

Ueber einige nena HinetaUen. Ton Hetrn R. Usrmftnn 

Debet AnetbacblL 

Debet Trichalcit 

Debet TherinapbjlUI 

Debar dai Yorkommen Ton Bnklai am Dral. . 

Debet PhoiphoToebalcit and Rhlit 

Debet NeOedegil, Baikerit and Asphalt Von Herm R. Her 

Debet Meiinngen det HotizonUlcamponente dee Hrdtnagn 

urn) dieTenHettaKowalakji in Sibiriem angectallte 

A. BtmaPi , 



HIMarlMh-llnsnliitlache n^lssensehM 

Relie del RuHiachen Oberaten BBrtholomaei in Haa frele Swan 

(Schlnh M Btf.XVI. S. 583) 

Die Wviataeungen, ein Finniiclm Miilitchen. . . . ^ 
Nicht-*o-wa», ein Mabrcheti aui dem tinBiachen Karelie 



VH 

Seite 
Veraachter Beweis, dass Rorik and seine WarSger nicht aat Schweden 

waren. Nach dem Scliwedischen ton Job. Ad. Lindstrom. . 31 

Ueber die Krym*8dien Tataren. Nach dem Russischen von Herrn 

Radde 48u.595 

Nacbrichten Qber das Cbanat Kokan, nach dem Rnssischen von Wei- 

jawlnow-Sernow. 254 

Der Rnsskji Wjestnik far 1857 281 

Proben Samojediseher and Sibirisch-Tataiischer Mahrdienpoesie 

nach Gastrin. , • . 307 

Denkmaler des Alterthams in Kleinasien, nach dem Rnssischen d. 

P. A. Tschiehatschew. 319 

Arbeiten der Russischen geistlichen Mission zn Peking. .... 362 

Zur medizinisch-chirnrgischen Tradition der Chinesen 367 

Arbeiten der morgenlandischen Abtheiiung der kaiserl. archao- 

logischen Gesellschaft Bd. II 371 

Semenow*8 Bericht iiber seine Reise nach dem Thian-Schan. . . 377 

Ueber die Religion der heidnischen Tscheremissen im Goayerne- 

ment Kasan 386 

Bemerkungen uber eine Reise am Ujmen-See and die Stadt Sta- 

raja-RliMa. Nach dem Rnssischen des Herrn Eichwald. 488 n. 499 

Herr N. Schtschakin and die west-enropaische Schreibang 

chinesischer Worter. Von Herrn W. Schott 564 

Ueber die Bewohner des Amnrlandes. Von Herrn Gerstfeld. . 581 

Ueber die Benennangen Jam and Jamschtschik. Von Demselben. 618 

Ueber die Samojedische Sprache mit besonderer Beziehang aaf 
die objective Conjngation derselben. Von Herrn Ha nfalyy 
and W. Schott. 620 



V 



VIU 



AllS«Mcln I«inerwrifltfM«* 



Der Rasakji Wjettnik far 1957. 



Aazeige von Druckfehlem in Bd« XLY* XYI mid XVII dieses An 



Indvuitrle vnil llMi«el. 



Der autwartige Handel Rnsalands im Jahre 1855. • . . 

Ans dem Jahresbericht der Rutsisch-Amerikanischen Han^ 
pagnie fnr 1856 — 57 

Ueber die Scbifffahrt anf dem Amur im Jahre 1857 Yon 19. N i 



Bemerkongen 
ub^r eine Reise an dem Iljmen-See und dordh 
Umgebmigen der Stadt iStaraja-Ro^^a. 

Nach dem Ratsiicheii des Hem Eicbwald. 

(FortoetsMuig.) 



£is soUen an manchen Stellen des Nowgoroder Gouver- 
nements, (wie sich Herrlgnatjew liberzeugt hat')) auch die 
sogenannlen steinernen Weiber (Kamennyja baby) 
auf den Kurganen vorkommeiiy welche im siidlichen Russland 
vorzugsweise von fipnischen Vdlkern als Denksteine auf den 
Grabern errichtet wurden.*) 

ty Yergl. dessen Abhandlong in d. Arch. Bd.XIII S. 74. D. Uebers. 

*) Hier scheint doch wieder ein keineswegt erwiesener Satz der ferae- 
ren Behaaptang, daik das Nowgoroder Gooyemement Ton Finnen 
bewobnt war, zo Grande gelegt zn werden; so sagt Castr^n (in 
d. Areb. B4.VII S.I 91)9 die berubnten Tumuli (die' man Taebn- 
dengraber zo nennen pfiegt) und Gedenksteine (die eigentlicben ka- 
mennyja baby) des Mino#insker Kreises im Jenijeiscben Goo^ 
Temement^ stammen nur zo geringerem Theile Ton Ostjaken and 
Samojeden, im Uebrigen aber von Mongolen, Kirgisen ond 
Tatar en. Vergl. ferner in d. Archive Bd. VII S. 177^ wo ganz 
aicber nicbt finnische Korgane and Kamennyja baby aus dem 
Kaakasos beschrieben werden, Arch. Bd. X S.376, Bd.XIV S. 517 n.f. 
wo die in einerlei Gregend yorkommenden Tnmuli und Denksteine 
yersehiedenen Volksstaoimen zagescbrieben sind, ibre uberwiegende 
Zabl aber den nicbt finniscben, sondem mongoliscben. Sky- 
then. — So wie aach ab abenteuerliebste Anfstellang aber denselben 
Gegenstondy in d. Arch. Bd.XII S. 116. D. Uebers. 

Erraans Buss. ArcbiT. BJ.XVU. 11.4. 33 



goo Hitloriseh-philologuche Witsensebaften. 

Siidlich von Staraja-Russa bci Kolomcncz 
das Belt eincs Baches, welches nur im Frubjahr und 
mit Wasser versehen isl, den Naoien des Furslen- 
(rutschci knjajii). Er hebst so nach den Tsch< 
liner oder Roslower Knjasen aus Rjuriks Geschlechl, 
wahrend langer Zeil an dieser Stelle gewohnt habe 
halfreilich daselbsl, ausser dem silbernen Hufbeschl 
Pferdes, noch keinerlei AlleHhumer gefunden — al 
Werst oslifch vm dieseoi Punkte sieht man noch 
Ueberbleibsel von vier SaCswasser-Brunnen und eini 
deren Mitle, an einer Slelle wo dieselben Furslcn, 
Volkssage, emen zweilen Hoflialt hesassen. 

Die sogenannlen pi^zowyja knigy (d. h. 
Schreiber-Biicher), in deoen nach einem G 
Zar Michail Feodorowitsch vom Jahre 1625 
schreibung der Sladt Staraja-Ru««a gemachl word< 
wahnen eine Befesligung> die daselbsl schon 16C 
Landzunge zwischen der Pererytiza und dem 1 
slanden hat und welche von Schweden, in G 
Dreiecks erbaut, und von zwei Seiten durch diese 
der dritleh aber durch einen mil Wasser gefiillien 
Graben geschutzt war. Die drei Wande dieser Fes 
hohe Thiirme und in der.Ecke an der Mundung 
rytiza in den Polisl, lag eine jeizk nicht mehr 
Kirche des H. Anastasius. An der Stelle dieser 
spaler der noch beslehende Pokrowskji sob 
worden. 

Die Chroniken erwahnen aber auch noch 
Walles hinter dem Graben (slarii goroc 
^^"^^""^"^"^^ 

«) D. h. die Cathedrate fur den Scbleier der MoUer Gc 

aaf dem tich das Gesicht Christi oder die ¥ era ico 

Legende abdruckte, and welcher desbalb die westl 

Annahme einer Sa. Veronica aU wahre Besitzerii 

anUflst BekannUjch aoU dabei aas va«*o z^ 

▼ wra icon. 

Veronica enUtanden und dieae Heilige daher 



Bemerkangen ilber eine Reiia an dem Itfoiett^ee etc. fiOl 

bleju) d. b. einer Befestigung, welche die Russen (Ru««kie) 
schon vor ier Herrschaft der Schweden in iSlaraja^RuMa ge^ 
baut batten.^) Auch diese Mauern sind aber jeUt vdllig ver- 
schivunden, denn man hat die Steine aus denen sie bestanden 
zum Bau von Hausern und Salssiedereien in iStaraja-Rutta 
verwendeL Jeder sogenannte gorod6k hatie damals einen 
hohen, bisweilen aber auch einen kaum sichtbaren. Wail und 
einen ihh umgebenden Graben. Es gab sehr viele solche 
Wohnplatse in dem Nowgoroder Gouvernement Die meisien 
wareh von den Warjagen gebaut und benannt worden. 
Spater nannten aber die S^iawen eine dergleichen befestigie 
Ortschaft gorodischtschey*) gorodok oder gorod und 
80 findei man denn auch jetzt noch haufig ala Dorfnamen die 
Benennungen: Gorodok, Gorodsy, Gorod^lschi oder Go- 
rodischtschi^ 2. B. wesilich von Staraja-Russa, n5rdlich 
von dem See Polis to, und als bekanntestes, Goro disohtsche 
nahe bei Nowgorod am Wolchow. 

Die genannten piszowyja knigi enlhalten auch noch 
folgende nicht unwichtige Aufsahlung der (im 17. Jahrhundert 
d. Uebers.) vorhandenen und nach ihren Beschaftigungen 
classifizirten Bewohner von iStaraja-Ru««a: 



>) Wir haben dieses wortUch iibersetzt^ versteben aber eigentlich nicht 
wen Herr Bicbwald hier mit dem Namen Rassen oder RnMlde be- 
zeichnen will* Da er namKeh zu Anfeng gesagt hat, dafs die nr- 
spriinglicbe Bevolkerung der in Kede stehenden OerUicbkeit ans 
Finn en und fi^lawen von der Donan bestanden babe, nnd da er 
femer die Benennung Warjago-Rossen for gleicbbedeatend mit 
8chweden erklart, Ton etwanigen nicht-waryagisohen Rassen 
aber fiberhanpt nicht gesprochen bat, so scheint er mit sicb selbst 
im Widersproch, indem er das Vorbandensein Ton Rassen yor der 
Ankonit der Schweden (d. b. der War)*ago-Rassen) annimmt. 

D. Uebers. 

*) Gorodischtscbe ist nichts weiter i^ls das AognientatiT yon gorod 
nnd daher so Tiel als ein grosser, alter oder scblechter gorod. 
Anoh gorodok isl offenbar eine schon Ton 81a wen nnigestaltete 
Form and daber nicht die ursprbngliche sehwedisebe. 

D. Uebers. 

33' 



502 HiitoriMh-philologitoho WttsenMhAften. 

.Sahmacber 76, FischersSl, Kirchehdiener (DjatschLi 
von duiitovog) 25, Geistliche liberhaupt in unbekannler Zahl,^) 
Oblatenbackerinnen 10,*) Starisy (d* i. ausser dem Klosler le- 
bende Nonnen) 5, Slar^i (dergl. IV16nche) 10, Glockensieher II, 
SchiiUen (strjelzi, wahrscheinlich zur^tadlwache) 62, deren 
dejjainiki (d. i. decemviri) 2 und pjalide^jatniki (d. i. 
Anfuhrer von Funfsig) 1, Thorwachter 2,') Hofmann (oder 
Thiirhuler. Russ. dwornik) 1, Vorsleher (prislaw) i, 
Bolen ( wahrscheinKch Gerichtsboten, ras^yltschiki) 8, 
Plalz- Oder Marklaufseher (ploschlschadnie djatschk])2, 
Ringer Oder Kampferl,^), SaUler2, Scbiffbauer 1, Schmiede 15, 
Brauer («u«leniki weiche sualo d.i. ein diinnes Bier oder 
sogenann ten Vorsp rung bereiiel^n) I, VVeissbrodbacker 7, 
Pasletenbacker 5, Seifensieder 1, Ofenbauer 1, LichUieher 3, 
Salzr^hrenmeisler 8, Handschuhmacber 3, Fabrlcule 5, Brod- 
backer 5, Fischhiindler (Russisch pra«olj) 3,^) Nadierinnen (?) 
(igolniza) 1, Rindennaher (lubosch^i weiche Korbe und 
andei e Gefiisse aus Bauinrinde, u. A. fiir die Salzwerke mach- 
ten) 8, Wagenmacher 1, Rohrenmacher 1, Farber2, Schnei- 
dermeister 12, Miitzenmacher 1, Kurschner 2, Schweinsborslen- 



*) Im Rnssisclien heistt diese Rlasse: kryloscliane Sing, krylo* 
schanin, welches aas xI^qos, Rustisch: kliro« und in iiblicherer 
Verdrehang kryloc enCstanden ist. D. Uebers. 

') Russisch: procwirnizy von proswira verdreht aus ngostpOQa die 
Oblate. In dem alten Texte steht profkornizi. D. Uebers. 

') So scbeint doch das rumische Wort worotniki von wore la das 
Thor ZQ ubersetzen, obgleich der Verfasser dessen Bedeutang fur 
unverstiindlich erklart D. Debers. 

*) Im RuBsisdien stebt bor^z, welches mit borjn ich ringe zosammen* 
hangt und noch jetzt fiir einen Ringkampfer liblich ist Hier ist 
vielleiobt diese Wurde titular su nehmen. Herr Eichwald schligt 
aber sogar vor, einen Schreibfehler anzunehmen und birjutsch, 
welches einen Herold bedeutet, zu lesen. D. Uebers. 

^) Der Verf. will denn dodi wahrscheinlich den mit prosobitj eiasalzea 
zttsammenhSngeoden und noch jetzt allgemein ublichen Nanten «lcr 
Fiseh handler fiir Aufkliufer beliebiger Waaren yersteben, 

D. Uebera. 



Beinerkaiigeii fiber eine Retse an dem Ujmen^See etc. 503 

b«arbeiter oder Handler (schtschetiDniki)4, Silberarbeiter 6/ 
Bdttcher2, Ledermachcr 1, Schuster 13, Molodoyniki 10, ') 
Brannlweinbrenner 3, Fassbinder 1, Heiligenmaler 4y Glaser 4, 
Bildschnitzer 3, Viehhaller 2, Theerschvveler 1, Buchbinder I, 
Stemhauerl, Knechte des Heilandsklosters 1,') Skomorochi/) 
Molodlschji 1^), Zinsbauern (ijaglie) in nicht angegebner 
Zahl, Pferdekneehte 2, Aufseher der Kaufhdfe 11, Fuhrleute 3, 
Kletnkramer (eigentlich Span«sammler, schtsehepetilnilniki 
von ^chtschepka der Span) 1, Knoblauch- und Zwiebel- 
handler 7, Aerzte 1, Aderlasser 1, Scharfricbier 1, Sargmacher 1, 
Kramer in den Buden des Kaufhofes 236, Pfichter der stad* 
lischen Heuschlage 63, desgl. der Fischpllltze 14. Els gab iin 
Ganzen gegen 800 Handwerker; die Gesammtzahl des zu ^ta- 
raja-Ru««a gehorigen zinspffichtigen Volkes (ischern}f 
nar&d) ist aber nicht angegeben. 

Nach derselben Bescbreibung batte die Stadt 11 sieinerne 
und 6 holzerne Kirchen. Von den ersteren bestehen 4: die 



Dieser Name ist ganz unverstUndliclu D. Uebers. 

^) Im Russiscben stebt: bobylei <S|}a««kago inonastyrja and 
bohyl bedeutet jetzt einen Bauer ohne Land und obne Haus oder 
einen: Kinlieger. D. Uebers. 

^) Aucb diese Benennung scheint Unerklarlicb, und zwar trotz der bin- 
ZQgefugten russiscben Anmerkung von Herrn Kicbwald: '^vielleicbt 
sind es berumziebende Geiger oder andere Musikanten und Sanger: 
das Wort (also: skomorocb) kommt von skaramuz, womit man 
in der deutscben Spracbe einen Spafsmacber bezeicbnet*V — Denn 
1) ist die Ableitung des Wortes skomorocb von skaramuz docb 
mindestens zweifelbaft; 2) bezeicbnet man mit skaramucio 
auf dem italieniscben Tbeater, wo es zu Hause-und von wo aus es 
etwa auch einigen Deutseben verstandllcb geworden Ist, keinen SpaOs- 
macher und nocb viel weniger einen Musikanten, sondern einen 
Grofssprecber ; 3) aber ist, wenn der Yerfasser, obgleicb er es nicbt 
sagt, etwa an das sebr unklare deutscbe Wort Scbarmiitzel ge- 
dacbt bat, dieses durcii verzweifelnde Ktymologen tbeils zu dem grie- 
chiscben /m^^^, tbeils zu dem engliscben skirniisb gezogen,. von 
Spafismacbern und Musikanten also in beiden Fallen gleicb fern ge- 
balten worden. D. Uebers. 

) Eine gleicbfalls unerklarte Benennung. D. Uebers. 



g|>4 aMorinh-fMtoloctMhe WisMiiMliallvn. 

MiniDer(Minin8kaJa),')dieKreusigung-(Pjalii 
die NicoUi- (Nikolskaja) und Georgen- (Ge« 
Bkaja)Kirche noch jetot im urspriinglicheo Zustand, 
gen sind iheils bsi den EinKUen der Schweden') um 
theils durch Feuersbriinste zersUSrt. Eb gab auss 
£laraja-Rua«a noch 9 Kloster-Kirchen, xusami 
26 Kirchen, welches sehr gering ist gegen die fast 
liche Angabe eines Chroni§leii, daCs Nowgoro d daa 
an 400 Kirchen und naoienlUch tnehr dergleichen als 
Jahre besessen habe. (!!) 

Die Ansahl der damals in Staraja-RuAffa 
MSnche ist nicht angegeb'en; sie war ab«r jedenfall 
als die ihrer Nachfolger, die in dem etnzigen Klost 
welches von den 9 genannt^n ubrig geblieben isL 

Jelzt {d. h. im Jahre 1854) ist SUraja-Ru 
Hauplort der Verwaitung der Militaircolonien ina Non 
Witebsker and Mogilewer Gouvernement Diese sind 
zirke geUietlt und es gehOren dazu zusammen 
65128 Manner 
und 67636 Weiber. 

In der Stadt 5taraja-Ru>«a giebt es aber at 
nur 2172 Burger und zusacuuen an Civil und Mill 
8168 Menschen. 

Den jetzt iiblichen Namen Hat dieser Ort von sei 



') In dieier Kircbe ttt eine Glocke, deren Inteiniache Inschri 
Saa lie 1672 in Labeck Ton einem gewJHea Albert I 
gegOMcn warile. Bin ^nneniet ConninniongefSIa in 
Kireh* tritg:t eine ruMiiehe Inidirift and iat ent 166 Tahre 

D. V 

').HoKliclierweiie sollle auch irhoa oben S. 501 unter "H«r 
der Schweden io Staraja-Ratja" niebt dia Herrscbi 
nigen Sthweden, welche m» Warjagen nannle, sondern 
■ndem Scbireden venUnden werdea, welobe weit apater ibi 
deuen za RuMen gewordenen Stammgenouea iibarfielen. Ii 
FaUe ware die doitige Aeoueriuig d«« Verfauera erUarlioh 
D. Ueb« 



Bemerfcengw Sber eine Reise an dem IQineaTSee etc. SOS 

grfindern, den War;ago-Russen erhalten.') IhreBewohner 
faiessen friiher: Raschani und werden auch jelzi tioch sowohl 
von den Bewohnem der umgebenden Ddrfer als aach von 
den Russen selbst') als Ru^^kie oder eigentliche Russen be- 
seichnet Ursprlinglich stammen sie ^ber offenbar von Tschu* 
den, darauf deuteii die im «taro-ru8sischen Kreise und in den 
angranzenden (Theilen der) Gouvernements von Pskow und 
TSver gebrauchlichen zweiradrigen Karren, welche mit den 
noch jetst in Finnland^ von den Finnen gebrauchien iiberein- 
siimmen, bei den Slaven aber nirgends vorkommen. — 

Jetzt wird in jener Gegend freilich iiberall Russisch ge^ 
sprechen, aber ohne Zweifei nur tiach dem Eridaefaen einer 
den alten Einwohnem von 5taraja-Ru#«a etgenen Sprache* 
Ihre Nachkommen haben sich ailmShlig zum Slavischen 
bequemt, dabei jedoch noch bis jetzt einige fremdartige Worte 
behalten. 

Die Aussprache ist in dieser Gegend der Grois-Russischen 
oder Moskauischen ahnlich, unterscheidet sich aber dadi^rch, 
dab alle Vokale gehorig (?) (najstojaschtschim obrasom) aus- 
gesproehen werden') und mit Betonung der erSten Silbe, so 
sagen sie z. B. choroscho und nicht choroscho; r6dnoi 
moi und nicht rodnoi moi. Von fremdarligen Redensarten 
bemerkt man z. B. pachatj isbu wortlich die Wohnung 
ackern oder pfliigen fiir wymesti komnatu, das Zim^ 
mer fegen; und so sagen sie denn auch nicht: pachatj 
pole fiir das Feid pfliigen sondern oratj pole/) 



*) Wir baben dies scbon oben gehdrt, aber es ist nicbt wabncheinlich, 
daCs man eine Stadt schon bei ihrer Grondong eine alte, «taraja 
genannt habe. D. Uebers. 

*j Hiernach. erkennt man also aneh jetzt noch in den Dorfbewobnern 
im Nowgoro<]er Gonyemement die Fremden oder Nicbt-Rnssen. 

D. Uebers. 

*) Beiumntlich ist es aber grade far die Moskaner charakteristisch, da(s 
tie die in der rnssischen Scbrift als o ond als a bezeicbneten Lante 
gleich anssprechen. D. Uebers. 

*) Welches wobi mit a r a r e zasanimenhangen konnte. O r j a ich pflage 



SOS Hklorlscb-philoloeiMlke WiisensclwftMi. 

Mit dem Worle Otawa beseichnen sie Grummet oder 
das Heu yom zweilen SchniU, diesen Ausdruck konnen aie 
aber von eingewanderten 51aven erhallen haben, denn er ist 
auch in Klein - Russland iiblich. Strjekawa bedeutet bei 
ihnen die Brennnessel,^) so dafs deren sonstiger Name'kra- 
piwa nur eUva von den Stadtem verstahden wird. Buinaja 
Toj d. h. worUich frecher oder toller Roggen bedeutel 
bei ihhen so viel als uppiger Roggen (^'irnaja roj).*) Pe- 
rechwatka nennen sie das FriUisliick. Poujin ein zweites 
Abendbrod.') Strada nennen sie die sum Cinbringen des 
Roggen und Hafer bestimmte Zeit und me^'in die Zwiscben- 
seit zwischen diesen beiden Aerndten/) — endlich bezeichnet 
bei ihnen oturitj die Bewegung eines Kahnes nacb einer 
andern Richtung als nach der der SlrSmung/) 

oder ackere and otawa GrnmmeC tind Qbrigens ganz bekannte und 
Yon alien Lezicographen als Rassisoh aofgenommene Synonyma 
▼on paachn und von podrost Wir haben anch die aufdiesefol- 
genden Aafiihrungen des russiachen Textea oben wiedergegeben, ob- 
gleich wir darin nirgends eine nicht-flaTische oder eine nklit 
anch in anderen Theilen Ton Russland iibliche Wurzel erkennen 
konnen. D. Uebers. 

') Sollte dieser Ausdmck nfcbt yielleicht besser: strekawa geschrieben 
werden and dann mit dem echt slaYischen: strekaja icb steche, 
strekanie das Stechen,v so wie anch TielieicbC mit dem iiberaU in 
Russland nblichen strekasa eine Heoschrecke zasammenhangeii ? 

D. Uebera. 

*) Das A^djectiTnm boiny ist in sehr ahnlicher Bedeatang iiberall in 
Russland gebrSnchlich z.B. heisstin den Volksliedern buinaja go- 
to wa der Braosekopf, der jungen Lenten, im Gegensatz zn den ge- 
aetzteren Alton zngeschrieben wird. D. Uebers. 

') Rin solcbes kann slayisch dnrchans nicht analoger wie eben poujin 
genannt werden, auffallend ist daher etwa nur das Vorkommen der 
Sacbe aber nicht deren Benennung. D. Uebera. 

*) Strada, welches offenbar mit stradatj leiden oder geqoaU sein 
zusammenhangt, ist bekanntlich der echt slaviscbe Ansdrnck fur die 
Aerndtezeit und niejin ist wiederum die echt slavisdi* Bezeichnung 
einer Zwischenzeit. D. Uebers. 

*) Oturitj ist fur eben diesen Begriff ein wohl den moisten Russen 
bekannter Ausdruck. D. Uebera. 



Bemerkungen liber eine Reise an dem Iljmen^See etc. 507 

B^T lieis^t tiier (wie uberall in Russland und bei vielen 
andern 51a ven. D. Uebers.) ein hohes Ufer. Fur die Haupt- 
ricfalungen des Windes haben die Fischer auf dem Ujmen fol* 
gende Benennungen : S] ewer (d. i. Norden) fiir den Nordwind, 
Mokrik (wortlich derNasse oder der NSssende) fiir den West- 
wind, Simnjak (d. h. der winterliche) fiir den Osiwind, Scha- 
lonik fiir den siidwesllichen, Poludennik (d. h. der mittag- 
liche) fiir den Sadwind und Peretsehuja fiir einen siidost- 
licben, w.elcher weder Schnee noch Regen aber ein sehr un- 
angenehmes (sic!) Welter bringl. Padara nennen sie starken 
Wind mil starkem Regen und mogen dieses Wort wohl aus 
dem Einglischen entlehnt haben, endlieh heisst bei ihnen Po- 
wjetr ein schwacher aber giinstiger und For de win der beste 
Segelwind. ') Die auf dem See iiblichen Fahrzeuge heissen 
Soiminy and Soimy; die ersteren sind flachbodige Last- 
schiffe sum Transport von Feldfriichten und anderen Waaren, 
die anderen rundlicbe (?) Fahrzeuge') fiir Passagiere. Das 
Wort «oima ist wohl finnischen Ursprungs, denn es erinnert 
an den Namen 5uoma, den die Finnen einem Manne ihres 
Stammes beilegen. 

Eine andere Art von Kahn wird Laiba genannt und 
eben diesen Ausdruck gebrauchten ehemals die Kuren oder 
Li wen auf der Insei Esel in Kurland, sowie noch jetzt die 
Lett en. Die in den alten Chroniken vorkommenden Benen- 
nungen: na^ad, utschan und ladji fiir ahn liche Fahrzeuge 
sind dagegen jetzt vollig unbekannt. 

Wjeschka nennen die Fischer am Lowat und an den 



*) Bekanntlich ist dieses mit gelinder Verdrelmng aus dem Hollandischen 
entnommeBe Wort einer der offiziellen Aasdriicke der russiscben 
Marine- und daher mit vielen andern yon gleichem Ursprung durch 
Seefahrer uberall ins Innere des Landes verbreitet leorden. 

D. Uebers. 
') Icli Termuthe nnr, dafs ungefahr so etwas unter dem russiscben 
Ausdruck yerstanden sein soil, der in wortlicher Uebersetzong mir 
ganz unyerstandlich lautet: bint en und yorne mit einem Kiele. 

D. Uebers. 



gOg HiBtoriacb-philologUehe Wissensch^ufleffv. 

Ufcrn des lljmen, eine auf yier Pfahlen errichl< 
hiiUe, deren Fufsboden hoch genug liegt, um von i 
selbst bei hohein Slande, nicht erreicht eu ^verden, 
man im Winter abbricht. Die Benennung dicacr 
ist offenbar ein Deminutivum von W j ej a , welt 
Chroniken eine zeltartige PfahlhiiUe (schalasch) 
Thurm beaeichnet.*) 

Unter 5urower Waaren («urowskie loiva 
man jetzl (in 5taraja-Ru««a) alle bunlen Stoffe 
Wolleund Leinwand,welcheEurFrauenkIeidung diei 
bedeutete aber dieser Ausdruck nur die roihen seid 
und, nach einer dem Verfasscr von dem geAehri 
biirger Herrn A. A. Sjewerikow mitgelheilten B 
bezog er sich damals auf die Namen der Sladl ^ 
dem Flusse Serejj, durch welehe diese Waaren 
kamen, indem man bei ihrem Transport den^ dstlic 
des alten Handels befolgte. Ueber diesen VVeg 
iSjeweriltow, dafs Nestor ihn bei Bespreefaung 
des Apostel Andreas gut beschrieben habe^ und 
diese Beschreibung von der in den byzaniinischen Schr 
vorkommenden nur dadurch unterscheide, dafs sie ei 
vom Dnjepr bis an den Lowat reichende Tragslelle 
erwahnt, so wie auch einen See Newo der in das wa 
Meer munde. Sie nennt dagegen nicht die Newa, wa 
lich weil diese danials noch kiirzer war als jefzt. D 
leute fiihrlen ihre Waaren den Dnjepr abwarts, bei 
vorbei bis zu dem Flecken Dubrowna und gingen 
zu Lande (iiber eine gegen 50 Werst iange TragsleJ/^ 
der Stadt und dem See Babinowitsh und an den Fli 
tsche^a. Auf diesem schifften sie sich wieder ein unc 



^) Wjescheljak heisst auch bei den Rassen in Ochozkjand i 
tscbatka ein "aas Standern und wagerecbten Qnerstangen zu 
gesetztes Geriist zum Trocknen der Fiscbe** und hangt dann 
mit wjeschatj aufbangen zusammen. Vergl. Erwan^s R 
die Erde u. s. w. Ablh. I Bd. 3 S. 14 u. 466. D ^ 



BemerkuBgeii iiber ekke Reise an dem IlJmen^See etc. 509 

ibm abwarts bis sur Dwina. Hier spaltete sich dieser Weg 
in Bwei Zweige, von denen der eine gegen Westen die Dwina 
ab warts bis zur Ostsee fiibrte; es war dies der West-Weg 
(put sipadnyi) der Skandinaven. Der andere zog sich dst* 
licber und hiess deshalb auch der Ost-Weg. Diesen letz- 
teren befolgle aucb der Apostel Andreas and auf eben 
demselben kamen auch die jSurojer Waaren, von der Miin- 
dung der LuUehe^a in die Dwina, die Dwina aufwarts an 
der Sladt Surojtt vorbei bis surMiindung derToropa und 
darauf bri Toropes vorbei bis sum Dorfe Wolok, welches 
an denn Ufer der Sereja noch jeUl besteht Hier wurden 
sie von neuem eingeschifft und gelangten eu Wasser bis zur 
KuBJa, auf der Kunja bis sum Lowatj, und auf dem Lo-* 
watj bis in den Iljmen-See und so weiler. Dieses Weges 
bedienten sieh sowobl die griechischen Kaufleute seit Herodots 
Zeit, als auch Skandinaven, War/ago-Russen, Golenund Finnen; 
auch kamen auf demselben die iSlawen von den Ufem der 
Donau iiber das Schwarze Meer und den Dnjepr nach Russ* 
land und liessen sich an den Ufern und Zufliissen des letz«> 
ieren Flusses und an denen der Dwina nieder. Die Umge- 
bungen des unteren Laufes der Dwina fanden sie indessen 
von anderen Stammen schon stark bevolkert und drangen 
deshalb von denselben aus, liings der Flusse Welikaja und 
Lowat an den lljmen, den Wolchow, den Pskower (oder 
Ple^kower) See und so weiter. Bei dem Handel durch den 
ostlichen Weg blieben die Waaren, welche aus Griechenland 
kamen, ISngere Zeit in der Stadt 5tar^ja. Es bildeten sidi 
daselbst Niederlagen oder Entrepots und eben dadurch mag 
wohl derNamen von 5u rower Waare entstanden sein.*) In 



*) I^aeh Karamsin sollen indessen die Snrower Waaren (^arow- 
Bkie towary) ihren Namen von dem Asowschen Meere erbalten 
baben, welches fraher der •Snrower See (snrowskoje osero) 
hiess. Die Genoeser bracliCen dieselben an dieses Meer and sie 
-warden yon dort auf dem Don and dann aaf der Wolga nadi Mos- 
kao verschiffC. Anm. d. Verf. 



510 Historlscb-iihitolopiscbe Wissenscliaften. 

eben dieser Gegend besteht wenigstens noch jeizt und sell 
alien Zeiten der Waarentran^port zu Lande von der Toropa 
an die 5ereja. Denselben Namen (Suroja) gaben die 
Russen aucb der Sladt Sudak in der Krym und sie nannten 
audi alle taurischen Kaufleute 5uro/ani. Man sieht dies 
aus einer Chronik des XUI. Jahrhunderts, in der es heisst, dafs 
zu Wiadimir (in Galizien) Deutsche, ''Surojzy" und 
Juden leblen. Ferner kamen uach der Nikaner Chronik, 
nach Moskau im Jahre 1356 Surojer Kaufleute («uroj- 
skie kupzy) und der Woskre«en«kji ljetopi« besagt 
zum Anfang des XIV. Jahrhunderts bei Beschreibung der Tod- 
tung des Knjas Michail Twer^kji: ''der Don«Fiass welcher 
sich ergiessi in das Surojer Meer'* (Don rjeka, ije teischel 
vv* more fi^urojskoe). Ebenso nahm auch Dmiirj'i Don«koi 
zehn 5urojer Kaufleute aus Moskau mit sich, als er gegen 
Maoiai zu F'elde zog und als Tochtamysch Moskau belagerle, 
bewaffneten sich zum Schutze der Stadt zugleich mil den Ein- 
wohnern auch dieTuchhilndler (fukonniki) und die <Su- 
ro/ane. Unter Tuchhandler verstand man damals namen tlicb 
die Handier mit hanseatischen. d. h. deulschen Tiichern und 
5urojer Kaufleute heissen auch jetzt noch, nicht blofs in 5ta- 
raja-Ru««a, sondern auch in Moskau und Petersburgi alle Sei- 
denhandler. 

fi^taraja-Ru««a war ehemals von grofsen Siimpfen und 
Waldern umgeben, wie man aus den oben erwahnten Pi^zo- 
wyja knigy ersieht. Die grSfsere Ausdehnung der Siimpfe 
bing mit den slarkeren Austritten des Ilj men -Sees tusam- 
men, durcfa welche damals ein grofser Theil der Stadt unter 
Wasser gesetzt wurde, und die dichteren Waider verursachlen 
wieder ein langeres Verweilen des Schnees und eine grofsere 
Ansammlung der Wasser, welche dem See zu Gute kamen. 
Gegen Westen reichte in jeneii alten Zeiten der Ilj men langs 
des Schelon-Flusses bis zum Flecken Soljzy, so dafs sich 
auf dieser Strecke anstalt des Flusses eine grofse Buchi be- 
fand, und ebenso erstreckte sich der See gegen Nord^Ost bis 
zur Station Bronnizy, indem er aus der ganzen Niederung 



etc. ' 

Bemerkmigen ubet eine Reise an dem lljm©'*'^ v^ 

swisehen dem Wolchow und Msta eine n^v ^^^V^ . ^^ 
unterbroehene Wasserflache bildele. Damals scVie^^^ S^^^^^'^ 
Tulibeler Busen (Tulibelskji saliw) Caal bi^. ^ fe^^^^x^^ 
Rutf^a und von da noch bis an das Dorf Tu\^bU ^/*^^ -^^v^ 
zu haben; welches durch seinen Namen aut so\cV^^ t^^ s^"^' 
deatet. Der Polls I musste bei solchem Wass^^ ^^tA^^' 
lljmen-See, das ganze Jahr hindurch schiHbar sc^^' . ^^^ ^^^ 
dem war dann auch der nSrdliche Busen zwiscbef^ ^^^ , jgV 
dungen des Wolchow und Msla so aiisgedeVio^* ae^ '5^' 
Wasser, welches gegen NO bis an den Siiezer " M. ^ 
lezkji saliw) reichte, den besonderen Namen A^^ ^^b**' 

Sees fuhrte.*) . ^b^^ \ ^ 

Die allmalige AusroUung der W alder*) ^^^^^^^^t ^ ^>^C 
liche Auslrocknung der Sumpfe in der iJegend von ^ .^^ ^ ^ 
Rnssa haben den jelzigen Zusland des Sees und ^^^^^ ^^^ 
fortdauernde Verflachung veranlasst. Jelzt isl das yr^t'^^^ 
ehemals mit einer Befesligung versehene ^^^^ ^ iwSl^^^^ 
das einzige an dem die Tiefe des 1 1 j "^ ^ ^ "^^^ci ii befii^^ ^ 
abnimmt. Die Felsen, welche sich an ^*^^^J jj/^c^^^ 
werden bei jedem Sturme unlerwaschen, ""^ . , • ^^ _ 

fokenden Einstiirzungen wird hier die - Aus ' o :,^ 
. u t -u J • j^r T^ord-Ost-Seile so 

etwas vermehrl, wahrend sie an der ^^^^^_^gorod und 
abnimrol, dafe die ahen Bewohner von rNowg nci ^^^ 

- T^ «-ii andes (also ini ^ 

*) Kben deswegen heisst auch wohl bei Jo^ jvf a aisLner-Hee * ^^t 
bnndert. D. Uebers.) der Iljmen - S e ^ - ^ • 

« ein betracbtlicher U^i^^ ^ ^^ 
') In altenZeiten wurde uber den Ilj ni e n ^ porphyogenete \^^^^ 

getrieben. So sagt der Kaiser Cons tan tm . ^ ,, ja/g ^jl^ tt^ ^ 

Item Werke "de administrando ^"^ f^'^^^lbotani, Lenzan^ ^ ^ "^V ^^ 
Kriwitsclien undLensanenen (Sl»t>'» j,. zu Ka/men au^ ^O ^^ 
den Winter iiber sogenannte monoxyl^ ' ^alJaificlien B« ^^^^ 
Banmstamme, in ibien Bergen (d. h. »"^ * hinab br'dchte ^^t^O^^t 

fertigten und diese zuerst an den I>nJ*'P vTariago-Rusg^ ^^^ ^' 
darauf den Rossen verkauften d. h. "^ ^^j y^j^ de ^jk^ Si 

scbon damals an den DnjeprqueUen '^^*^"|^ Constantino ^^^^fc.^ ^'c/j^ 
liber da« Schwarze Meer mit den Grie«li«'" ^^^1 ^^ ^, 

trieben. * ^ ^^nde/ 



I 



512 Historisch --i^ilologiMhe WiMemebaflm* 

Staraja-Ru^^a eine deulliche Veranderang erkanal haben und 
ihr die Verschlechtening des Fischfanges zuschreiben. Der 
See hat jetzt bei hochstem Wasserstande nur 15 Fuss und 
bei niedrigem kaum 6 Fuss Tiefe, so dafs auch viele Bache, 
welche ihr Wasser vom Wolchow oder aus dem See erhieiteo, 
jetzt gansliefa verschwinden. Auch der Polist und Poru^je 
sind jetzt im Sommer nur selten schiffbar und sogar der Lo* 
watj kann nur noch mit kleinen Kahnen befahren werden. 
Es ist sehr interessant dafs, im Gegensatz hierroit, der Seiiger- 
See, auf der hochgelegnen waldaischen Ebene im Twerischen 
Gouvemement, eine betrachtlicfae Tiefe besiizt. Sie betragt 
bis zu 30 iSajen (210 engiische Fuss) und es liegen eine Menge 
von Insein in diesem Wasser. So haben ohne Zweifei auch 
die Umgebungen von Staraja-Ru««a friiher ausgeseheii.^) In) 
Friihjahr ist auch jetzt noch zwischen dieser Stadt und dem 
Iljmeh die ganze Gegend unter Wasser, so dais man die 
Ufer desLovi^atj nur an hervorragenden Strauchern erkennt 
Auch die gewohnlichen Ufer des Polist sind dann iiber- 
schwemmt und die bei der Stadt liegenden kldinen Seen wie: 
der Sinez, Obluk, Dobrynsker, Chwolistower, Igol- 
sker, Kamenez, Sereber^ker, Marizker, Sominko u. A 
hangen durch Wasserbetten mit dem Ujmen zusammen und 
sind ausserordentlich reich an Fischen, -welche aus dem Ilj* 
men stromaufwarts in sie gedrungen sind. Im Fruhjahr steigen 
grofse Schaaren von Fischen aus d^r Osl-See in die Newa, 
aus der Newa in den Ladoga-See, aus diesem in den Wol- 
chow, und gelangen so in den Iljmen, von dem sie endlich, 
je wasserreicher er ist, um desto weiter in die ZuQusse dringen 
und um so reichiicher gefangen werden. Eben deshalb wer- 
den in dem Iljmen nicht selten Schnapel (Russisch: 5igi. 
Salmo lavareius) gefangen, welche aus der Newa stammen, 
wiihrend ubrigens nur Fische, die sich gew5hnlich in siiss^u) 



Dafs aber die Wasser-Tiefe in historischen Zeiten von 210 Fuss (wie 
|>eim Seliger See) auf 6 Fuss abgenommen baben solUe, ist docb 
wohl kaam anzunebmen. D. Uebers. 



Bemerkimgen aber eiiie Reiae an dem Iljineii-Sae etc. 513 

Wasser au hallen pflegen, in den mehr genannten Seen vor* 

kommen* Es sind diese namentiich: der Stint (russisch 

S^BJatok. Sabno Eperlanus)^ derWels (russisch iSo ma. Si" 

Imrus Glanus), der sogenannle Scheraper (?), die Zope 

(russisch Sap a* Cyprmu^ Sapa^ Pallas), der Syrtj (Cyprinus 

iacHstriSy der namentiich in den Stromschnellen des Wolchow 

und im Ladoga-See gefangen wird), die Karausche (russisch 

kara«« Cyprinus Carassius), der Padust, die Pldt2e(russ. 

Plotwa. Cyprinus eryihrops), dieRothfeder (russisch J as. 

Cypritms idus), der Brachsen (russisch Les^cbtsch. Cy^ 

prisms Brama), die Schleihe (russisch Lin. Cyprinus Tinea. 

L.), dl^r Griind ling (russisch Piskar. Seriola. Cuv.(?)), die 

Quappe (russisch Nalim. Gadus loia)y der Zandej (russ. 

iSudaL> Perca lucioperra), der Barscb (russisch Okun. 

Perca fluviaiilis), der Kaulbarsch (russisch Jo rsch. Perca 

eemua) und der Hecht (russisch Schlschuka. Esox 

lucius)y welche alle auch im Lowatj vorkommen, aber selten 

im Polistj, der immer nur weniges und durch das Einmiinden 

der Wone und anderer Abflusse von tiefen Quellen, etwas 

salziges Wasser fubrt. Der Fischfang ist nur dann ergiebig, 

wenn wahrend des Fruhjahra^) in alien Fliissen ein boher 

Wj^serstand eintrilt — 1854 wo die Sommerregen ausbliebeny 

waren der Lowatj, Polist und Poru«je gar nicht ausge*' 

tretcD^ sie blieben ohne Verbindung mit den Seen der Slaro* 

russer Niederung, und es stiegen gar keine Fische auf warts 

au8 dem I Ij men. DerPoru^je war nur 2 Arschin (4|7 engl. 

Fuss) breit, obgleich er oft 15mal breiter wird, und die an 

seinem hohen Ufer stehenden Gebaude tbeilweis unter Wasser 

seish Bei hohem Wasserstande werden die meisten Fische 

in dem See 5ominka gefangen, welcher dem Jurjewer-^ 

Kloster in Nowgorod gehort und ebenso wie die ubrigen an 

den Meislbietenden verpachtet wird. Die Fische ziehen aus 

dem gleicbnamigen Flusse nach den tiefsten Slellen dieses. 

Sees. Man schliefst, nachdem dieses geschehen ist, die Fluss- 



*) Nach dem Folgenden solHe es aber Sommers heusen. D. Uebers. 



V 
^1 



t 



5] 4 IfitCoriscb^phtlologis^e WMMnsebmteii. ' 

miindung mtitelst ernes Pfahlsaunes uml fangt dann c 
abgesperrten Fische mit Netzen. 

Den Boden des II j men bildet ein so weicher 
dais ein Mensch ntehr als Fuss tief in ihn einsinkt 
dori Tina genaont/) und besieht au» verscliiedeiieii 
Pflanzen. Im Winter bedeckt sieh der Iljmen mit 
Eise, dafs man darauf sehr sicher zu SchlHien von 
Ru««a nach Nowgorod zu fahren pflegt. Dies 
meistens vom November oder December bis sum 
April in Gebrauch. Das Eis wird gewdhntich eii 
(2^ englische Fuss) dick; bisweilen bleibt es^erdiic 
sich der See bei gtlindem Frosle uberzogen hal^ 
dann dieser Eisspiegel mit einer bofaen Schneescliicl 
>vird. In solchen Fallen bleibt die SefaliCteiiiiihrt 
See den ganzen Winter iiber gefahrlieh. 

An dem siidlichen und wesllichen Dfer des I 
das Klima milder als in grdfseren Abstanden von 
Aepfel, Birnen, Pflaumen und Kirschen reifen dah< 
rostynj weit^besser als in fSiaraja-Ru^^a, w< 
schen fast immer sauer sind. Im Ganzen ist das Kli 
Gegend rauher als das von :RevaI so dafs s. 6. 
kastanie (Aesculus hippocasttmum), die bei dem 
Orte ganz gut gedeiht, in der Umgcgend des II j 
selten einen Winter iiberdauert') Ausserdem isl nui 
in Rede stehenden Gegend di^ fruchlbare Erdschichl 
erde (?)) weniger dick ak bei Reval.j W^izen wi 
Ujmengegendmcht;geb^uty ^sfondernnur Gerstei Hafer, 
Hirs^ und ganz besonders Flachs und Hanf. Die acl 
den Soldaten, welche die Haupibevolkerung des St 

*) Tina der Schlamm oder MoraH, tiniptyi, tinowatj i 

inorastig sind ganz bekannte rassische Worte. D, 

. *) Ebento istes bei Petersburg, wahrend auch bei Riga • 

kastapie noch fortkomrat. Vergl. Erman Reise u. s, 

Ben Bd.I S. 120, 38, 13 ond 8, wo die Verbreitungsgrai 

^ Baiunes zuin er^ex^ MaJ. ausfiihrlicber unterauclU warde. 

^ . / D. p 



CftiiMi MsmadieDi bctr tib c n ien FImMmni mcIH bids su 
cignttii Bi^rf, sondern audi vam Veri^uf wid in SiteFMi 
SUtM bikbte Aeae* Erseugaiss «ft«i sehr bedeulendeii (kin- 
MMfftikd. Do* meisie Flaefas wird ib den Ufern d«s P<A8^ 
QDd d«8 P4inij)e grade sudliefa ^eo Aaraja^u«#a gdbaut, so 
itrie aueb am Lowatj inid deasen Nebcttflilaseii. Neeb bedeu*^ 
tettdw bt.iAar dUse Caliur im Pakower Go«vemMWttl mi 
Plasm ficbelan, wo 4er Fleckm Aoijaa don MUie^milrt 
oflMS ^w9bafAi§im Fladiabandtis fa^det Dieser ist oral ki ^m 
leMeo Jdiren den Bewohnem ven Soljaa aogefaUen, nael^ 
Ama 9M aieh bis dahin in don HSnden der Starorusaar befondeii 
ball^ tmd ea> gtsdiah dioaes Ihmls in Folge van ungldeklichoa 
Sfwetllaftioiiefi imd Vorlittion einigor Staronttser CapitaUaUn, 
Ibab wegen das bodanlonden Vofraihs an baaFem Golde bei 
ian Bewohsern van 5ol|Ba und wegra dor bossern Wasser* 
vadbindkaig diaaaa Ortes mil Nowgorod. Dio Barken, wokbe 
dodt den Schelon und den lljmen<-5ee voniffoljza naeh 
N aw go red geheRy halten sicfa an dem heben w^esUieken Ufer 
dicecn Sees and werd«i deshalb dnrch slarke Stilrme wdi 
weB%«r gefahrdet als die Fahrzeuge von Ataraja^Rnasa, 
wekbc 4en See seiner ganaen Breile naeh §berfabren miissen, 
^hA dabei eft bMcln£gl werden odor aaeh ginaHch m Gnmde 
gehen. -*** Der HofaK irod der Sabcbandely wekhe senst von 
den Starorussen ebeaialb stark betrieben w«rden, sind jeltl 
fftefilid^ in VeriaU. I>er eralere hat sugleieh mit der Ausrot* 
ISBg 4er Wilder aMmahlig aufgehort, se da6 jetzt die Ansfabr 
von Hois nur aus dem Demjansker Kreise desNowgoroder 
GeuvetBcin^At eriblgt, so wie aaeh von der Stadi Cbobn im 
P#fc«wer OouvemeBient und aus der Umgegend von Sa- 
latachje im siebenten Bexirke der ackerbauenden SoIdateUi 
ve'o die Regierung mehr als 36000 De«jatinen Wald besitst') 



■) Aus dem P«kow«r GonTernetneiit gelangt eine ungeheuere Menge 
Hots nadi 5t8Taja-Ro««a far die Salzsiederei der Regiemog. 
INWes wfrd gegen 408 Went weft aaf dem LowaCj and aof dem 
potistj and swar gegen die Strdmnng des letxteren Flaaget traas- 
portirt D. Verl 

Rum. Arekiv. ad.X¥U. H. 4. 34 



J 



miilits^r mUw idle A biuikiiHi.dflt »«Uw aif i^ 

««b6teU, ^r in dm ielstam 2Mi ci««h 4be fiori^^if^ 
bdytidtii gimtBl^h «kg«itcUi wMdtfi ial,«MMiecfteiiiiBt««B^ 

hcU «u Pfiof^s^^ ^ ^^^ StUmmm jange fiiffcen ^^m 

i#0Bd^ lUfthaifa in di^iaii Tugeu v#r aJkJii^&eiitftt wA lotoft f 
AttcksiGiii^il dm ZerMimm^ ^c W.iiM«r dMglMhBn jBii 
eitiB Verfaaof m die ,£4adi .gehradbi; efamae twird j&ftlkfc^ 

in«5sisaber Z«ifar«cbmiAg). juu Si^^^av^'^/rmg^ vaAt^ 

Amboo.. H^uaMy .obgkicb «i> ui« 4i«M> ZmH- f^mihxMmh 
tbircbMK 'b^iu Graa ^»t <l«n Fj^«rii giebi. ^f^s wivd I 
dw T^pifiMw^dmi /van* den HiriMi jo«hfiMarh.i -gfesd 
w«b:b^ iis.Friili^t»-4i«i fUsde vftn 4ieMi» timmm^Sk abei 

«» .leMbftf r^ .Aib9«b9lM«iig 4w Tamntkm mrim uh, ^dtgleieh 
b«bMd«Ueji'jB«iiMie aii^^ , 

») lite Terteaer mdnt, iwe aut dem FolgencJctB iMv^^oi^^iit, vifM 
r. *rn ^WM«*^ 4«it,PaBitwr ec(i)lge|4e AiwHl^i^ft -r- 4^^^ a»Ci 

^^rofc^en^^afsstabe erfolgen miUsen und werde», ▼eratSit 
* ' selbst\ — I> I 



I 

r 



Bemerkmif^ .51^ i^e Eefl? i^n flw fflm^i^ee etc ^fjf 

3|^li)lf 94/Mf Sand^eQ tjfagon, de^^ in foJ^ da von merdem 
in g^y^'mw Q^gp^der^ g^nze WaJ^r*) aiisg^roiljel. 

I^fo^t miader wiicbtig (wie ebeoiad 4«r Hol^handel) ist 

jfAsI fiir ^Uraja-Ru*^«i der Handiel mi H«,u, dei^n a^f de? 

^cl)t(^ J^ii^derungen a»n Woleho\y, pj^ Schelon, Lo^ 

wiitj, Pojistj, Para^jf und ander^p Flus^eo wach^f nar 

mentlicb ip deqa Starprijt^er I^vc^e ewi .woh|riepUei)d)es Grrys 

in angewdhnHcher Meng?. Ps ^e.rden daher jungehe^re Kahne 

mH^-fiey^ welche nicht aellejpi 5090 Pud geladen haben^ uber 

den'JIjmen und durcb den Wolchow in den Ladoga* 

K^i^al und von d^ di^rch 4}(^ N.i^wa nach Petersburg b^f 

f$rd^ wo d^ ^e^ voi; <S?taraja-Bu^«j!|i besonder? gul bf^ 

iaMt wix4» Die Hei^alh geyvabrt deiji grofst;en Vortheil p^ 

4eii SieNen wflcbe das Friihjahr iiber unter passer stehen» 

4€^n die^^ zeigen sich, nachdeua^e durcb dije il>omn^erwarme 

troo&ep geworden sind, besonder3 grasreich. Etwas bdhei* 

gelegme ^yippfige Stellen x^rerden durch AbzMgagraben brauch'^ 

b»r gem^icfaty die man bis mi den Niedertihg^n filhrt, au^cb 

bed^l m^n sich zur Vertilgung de^ Mooses , welebes auf 

si^warveixi Sumpfboden ;bu wach$en pflegt, does eigenthilm'- 

iichc^ fbeil-ahnlichen eisernen Wer^zeuges, mil weichem man 

di« iVVurzeln de$ Mooses und anderer Sumpfgewachge ab* 

sdbfteidejty ^m die Pflanzen selbs(, auf dem Boden der sie ge* 

t^^e^ bat, der Paidniss zu iiberlas^en. Aehnlicbe Stellen 

warden auch durch Ueberschiitlung mit Sand so wesenllich 

Vidiii^SBer^ dafs s^e schon itn zvvek^en ^ahre Ha/er Uragen und 

di9,vop einen i;nit jedem Jahre w^^chsenden Crtrag gewahren. 



T*^ 



*| N^m^alliff^ L ijo d en w alder. Vergl. in d. Arcbiye VI, 73. yi, j^d. 
V. 8* &o'yne auoh uber eine and^re Holzverscliwenduqg I, 20& u.a. 

D. Uebers. 

^1 Hfit dergleichen breiten H(enkahnen ist die Fahrt iiber den lljinen 

'** '^ett' jfeftbHicher als mit' den sogenannten 'hominy, die ein Segel 

'^''itil '^itt^toi Ma^te fftliren lind einige Jabre lang brancbbar bleiben. 

' ^Mt ^Men abler nibht knebr als IdOO Pod Seii oder iOOO Pnd Flaflb« 

oder Hafer. Jene grofsen KSbne dienen ntir za einer Fabrt nach 

p^terfburg. P. Varf. 

34* 



tig Bistorisch - phftblogische Wlssen 

tin solcher Boden hal nichl sellep das Anseh^ 

erde (oder von 6em in Russland so genanntei 

som*)), und ist, wenn die Entwasserungsgrabe 

Feld umgeben, gut gelegl und breil genug sind, 

lich fruchtbar. Besonders bemerkenswerlh ist 

das Gut Ramuschewo, aa( wclchem der Be 

A. Aklelschejew vollig nutzkse Siimpfe am 

watj in hochfil ergiebige Felder verwandell ha 

In vielen andern von kleinen Seen unterb 

derungen dcrselben Gegend, liegen mitlen im 

HSgel Oder HiigelrUcken von sandigem Boden , 

nengeholzen bestenden, wieOasen in einer Wii 

und bier Bori genannt warden. So unter an 

sech^en Bezirke der Militaircolonie bei dem D< 

siidKch von der Kreisstadl Bjelobjelsk und 

Gr&nze des P«kower Gouvernemenl, ferner in 

halfle des 7. Bezirks der genannten Colonic, wo d 

unigebene dichle Tannenwald einer Menge von K 

Aufenthdit dienl. In Folge eben dieses sehr , 

Verhaltnisses fuhren noeh viele Dorfer der beti 

gend den Beinamen ostrow d. h. Insel, oder 6 

stere ist, oft nur durch eine starke Wasserabnal 

Zeit in der die Benennung enlslanden ist, zu er 

ietil liegen viele sogenannle Inseln mitten in ein 

Ebene. 

Besonders viek Sumpfstellen und kleine See 
sbhon gesagO bei Bjelobjelsk und bei Doljii 
von dem grosseren Poiisto-See, auf einer h 
vbn Wdch^r eine Menge von Bachen gegen Osl 
watj, niich Norden zu Jem Poruaje und Po/i 
Westen zu dem^Schelo|i abfliessen. Auf dieser 
Ebene wachsen Moose, besonders Sphagnum palu 
aueh weit seltner Andromeda palifaUa und Ledu 
ferner wo das VVasser sich sammelt, Drosera r 



') Vergl. in d. Archive Bd.IX S.15, XV, 532 u.A. 



'^ 



B«merkiiogen nber. eUe Reise an deoi Ujmen-See etc. 5|^ 

DroM^m l^gifoUa^ Comarum patustre^ Pedicularis palu$Ms^ 
PedieukirU Scepirum Caralinum und andere (dem Standoii 
nach? D. Uebers.) ahnliche Krauter. Von Nadelhdizern biidei 
fmJwuperu9 (russisch Mojje welni k) ansehnliche Gestrauche, 
iiuch wachst daselbst nichi selteo Beiula nana, in fraheren 
Jahrhunderlen Irugen diese Siiinpfe ungeheure Waldungeo, 
wie man ^araus ersiehl, dafs daselbst aiis Tiefen von mehr 
ak 6 Fills, grosseund dicke Wurcelo von Taonen und aadern 
Copiferen ausgegraben werden; auch findet man nicht seiten 
in der Nahe ^dieser Wurzein, Stammstucke die meisi abg^auen 
sind und waj^erecht li^en; Die ehenialigen WaMer siiid akp 
dutch Menscbenhande ausgerottel und in Folge der Ansauns- 
lung der Tagewasser an den vertieften SCellen durchSqupfe 
eipsetot worden. 

Die genannten Baumwurzeln sind in dem Sumpfbod^n 
sebwai;iK und in Kohle verwandelt worden, auch hat der BodM 
von yielen verfaulten Pflanzenrest^i dieselbe Farbung und die 
Bescbaffenheji von wahrer Dammerde (oder Ischerno^om) 
ai^^o^imen. Moos findel sich iiberali in diesem Beden und 
awar io um so verSnderterem Zuslande und urn so dichter ge- 
acliic)ijlet, je. tiefer man es ausgrabt. Man kann drei Abthei- 
lungen in dieser Moosschicht unterscheiden, von denen die bdden 
UAtereB einen vorirefllichen Torf enlhatien, der dureh Destil- 
laiJQD ') cine sehr sch5ne schwarie Kohle iiefert; die oberste 
.Abtbeilung enthalt wenig verandertes und vottkonmen kenni* 
Jbcbe^ Moos. Den Unlergrund alter dieser Torfsiimpfe bildet 
eiQ fester blauer Thon, der oft 7 Fuss hoch von der vegeta- 
biliachcD Schicht bedeekt ist. Diese letztere verdient daher 
ia der Umgegend von Bjelobjelsk und Doljino um so 
mebr Bcachtung ala der HobmangeL in dieser Gegend tchon 
aoasersi fohlbar wird und bei der RaubigkcM di^ Klima, tur 
AofiKiCkung eines neuen HettmatafiEiIds^ aufs' #ingeiilklft auf- 
fordcri. '• ' '■ =^^' ' ' '' - - 



'XSiidbt dvch Verbrannaaa^ (At •farieaija) wie mm V^rsebea 
. im EossisebaB geschriebeB ist. 0. Retort. 



K|0 HUfaniKh-plilUdoBtaofce WiMWUWfiaAMi 

Das genannte Vorkotainm vOh H»l«warK« 

Aah die AusroUung der Walder von W«i«feT 
fortgeaChritten irt, denn Waider wdth* darcl 
ausgeieichnel <ind, Bndel man jeUl Bsllich 
sumpflen Slelten jenseil des Lowatj in der 1 
SAlatsclije ah d«m Plusse Raboga. 

Eiii«h artd«rn Qegenstand der bidustrie un 
bildet schon scit sehr alten Ztiten fUr die Be'sro 
|-dja-Rti4«a das KttchaaU, welches Quellen in 
in d«r Umgriiiing «othalten.') Nach dtn aielure 
MoWyia knigy odAf stalistiscben BesebreibiiMg«' 
tll^ls in difeSer Stadt gegen 600 Satui«der«ien. i 
leulen geh8rleli und gegen 300 Bnden, ib welcb 
SalshaDdel betrieben wurde. Auch siehl man . 
Ttilmmer Von RGhren, in welcheti damals die 5< 
Hmiplrteervoire Iri die HSusei- gefuhrt wuf-rf«, d 
n» iidi fast alle tnit der Coclur bescKafligt«n. 
jeddch nu* im Winter betrieben, soWotil weii dnfli 
mil Ftachfang, Kttmbau uud anderen Oewarben a 
d» dnch weil di« Sole behaftntlich dariih Gefri 
trirt, Und das Sab dann mil weniger B^ennmat< 
gewonnen wird. 

Man hatle In j^def Siederei nur «itie gtiBBe. 
Iddpipeditcbe Siedepfanne, Von etwa 4,7 Fusa LaK 
TlHe utid 1,8 Fuis Breile; Gradirwerke g«b ea • 
ilUiii, deittt die jetst b«) Aaraja-RwM vtrhMiden 
««r etWa 60 Jshren crbAut worden. 



'} ttie 8dM|0«ilIen di< bei StmraiR<Rki*k orfd sn An 
paHkUn VonRnidaiKl ii*d ton Nbrdallan, dm! dei 
■M ««MUcben Banj^ Mbr nnerwarteter Weite^ tlicili ■■< 
SliiHBKiDt welahet dam lam DcTonlichen SobiohteHjil 
oMred d«r engliscben Geognosten enbjirichl, UieiU 
demcelben enbpringen , hftbea wir in d. AreliiTe fieUx 
/ igl, Bd. I S. 71, 81 D.f. lU, S. 18, 155, 164, VIII, S.14: 
«h Mch d. RaiMUi uSd. X» Ai^Mt Koabnali; 8t 
-FakteKlion, Deroniioha. D. 



In altoti Z«tttoi g>b w vieHwCtil audi 4* dvr Mitte d*r 
SUA «•* saliirfidM Sftliqiiclfe, weMie dfMlef cbi»» -unw»t 
ii>A*cbcn AMiMs m dm P»l}sl geftiiMteit heL Jetot i|Ui«a 
iwr «l> ««(*» Bnd« der SlaM «i»r ^aiiqwll*, W^she Mrh 
Ah aiMM 'SpHnglmiaiieli in eJiHitR 8jHMD«Unehe vor derda^ 
•dtisl AwgtriehtetMi Heilin»l«U sfwMeJt. Dm ifl- dwb gfegva* 
bcMa-fiMktti'A^W T^aMM gauRiindleJWawerdMietlreBi lifih 
sielt- iMkA in Wifrter trngefroren-imd' WHnie -Mli«r-nt cinvin 
yfrtr 4«w Beek«n' «rbalit9ti'£t4te m Mien -Badvtn WnalBt. 
Di«wr TcKhbt d18 cngKMhc FuM'ilmg wid in 4es- BiMe 
266 englische Fuas breit. An dem einen Knde, wo er N^ttlifc 
•te«r^ SeJil«us« abgelaMw wird,-bMrj^ «hei die ftreifd nur 
tt eif^ia^ie fme. — Di<i St^-sUht ;da^iD AnvtMolnUtlidr 
4^7 mgliscKe-Fvni' bdch uttd derttn Mmbo (nM^I -Wi* httdi'- 
•t«to-£tMde 1066 Kubili -•S*reh-(372^gB'eng»m%e ffiabik^ 

Fwi.). 

Bh««ak wm-de tber dtfese Sole -von d^ ScUame aot; 
doHh R&fam Bu den Grid>r)Miasefn-d«e SnUvrarkn gehifeel^ 
man hat abar dieses Verfahren ai^gegeben And ds^egen dia 
ga^iwanW <&ftriiynftrSolfii«tte neben-'dnit Salawerka selbst 
erbohrt. - '■ ' ' 

Ebenso hat man auch neben jener alien Quelle durch ein 
wSlrrend der Jahre 1819 bts I83l' niedet^cbrachtes Bohrloch 
caia oeua, den sogenannlen Dit-ektorskji kljutsch {Dr- 
reclflv-QueUe) in der Heilanstalt selbst gewonnen. Das Bohr- 
taeh iat &Si& «nglit^e Fma li«f, und das SaUwaaser ergiefst 
sieti mta datiiselbeii in einem 0,& FiMa-dvoken'SlraMe MriU in 
d!e f&r Kranke heslimtnten BSder, theils in einen 'Pei«h, der 
seinen Abftnss in den Badi'Wotia ha 
in der oben erWahnteti T^rkunde vork 
Bohrbriuitien, neben welctieni noch e: 
nommen el>«i" unvoUendel geblieben isl 
Br britigt di6 Sole au9 620 englisch 
jiihrticb 300000 Fud Salz, ^otu 504 
Sete od«r das Dreifache di^ea Volume an frei ausAteHender 



l«briacM wurden.*) — Da* aitbeii -detn Ka 
flUte Bohrioch soHle bis «i eirter belrachCii«h 
;ebradit wtwdea, ii* ArMt iat abe? weg>ea «ler ; 
niche dw "steinigen Sdiichten 'des n>tli«n Si 
loten eingmteilt worien, dtrni'-es «tnd •Mwme 
lem Loche ahgebrochanr di«i mftft aicbt WioAer 
amntc.*) W«in 4ie«»s Loefc davD»ppc»]Ce :*ton 
luent genanntni'«Bhak^>lMM«i: m wtirdv 'ea 
Bcfitnrter&Si)le-^MCirtitiiid-<Tiidleieht-aacb- da 
mcjit faaben, voo welchtin dia^ittigMi QueU< 

Msgeken. 

., .. Das W«ster d«r ^ R^' >^bendan QiiaJJ' 
UDd iltmbstcklig' - B«itn Kochea wird-ea aber ; 
cicbt^eia«n ^eiBsen ^ipsniidoFse^lag. In deKi . 
dasMlbe .dia.-^'WitUer uad jUMimer sehr na) 
Temparatitf t«o -f'^* R^umur utid einea billt 
Geacbmack, wdebep dem des^ -Kiaspwohen Meei 
Buoitlicb in d«r Balchanis«h&n «der anderDfla 

whr.ibn^flb ufc*) 

..-.- Nach «iMr Analyse von. Prat Schmidt in 
biiU die GewiclUseinheit des AaroruMer QueUwi 

') Eliie Ansabe Set LSthigkeit Oder dei ipexif. Gevii 

fenileii igolewSre'cvrei'taHigef alt das Obige, aoi we 

'el«» idnleAeA'ktmiti dt«li-diB era d. Sole turn mii 

ibre* Gewicbtn '^ Mh oalbaltan «nd' ein ipez. GeK. 

!ii 6. 5M wird dera 

1 mehrere " Bobnol 
th bekanndicb nicht 
lergegangen iit, eiii 

' dam aatarlScbeB mf 

I 

*) Der Herr Verfutei antiert bier noch die du nicbt t 

licbe TermathgnK, dab du Steinialz (in o<ler salti 

niioheii Sebicliten) ana einem Meere enUUTider 

welohM all ei noch eiUtitte, dem Kttpficbsn t«& Sbi 



, tv 



BcMw k Big f ffc tlwr-etife fMi^-daf'^wi l^niM^ee etc. 

Bfildtm Clil#rfiaMiim, 
^ (^000106 CfafoHUiKuin, 

0^002000 SebwefekiMre KalkarA^, 
0,OeiaOO €Mereakiii<n, 
<^00I74« Chl^rmagtiemuiii, 
0^000616 BroauHigtestimr, 
O^OeeOeO Kohlensfture Kalkerde, 
0,068010 KebleoBaure Magnesia, 
0,060005 Kdbl^Maures Bkenexydul, 
0(000001 Ki^setMiire/oder 



•1 



susammen 0,019836 an festen Bestandtheilen.M 

Der Verfasser bemerkt noch, dafs man aus der Mutter- 
laiige, die in denCocluren zuruckbteibt'und welcbejetztnur zur 
Vcrbesserung der Bader gebraucht wird, das Chlorcalcium 
gewinnen konnte und erin'nerl ah dessen Anwendbarkelt zur 
firzeugung von Kalle> zur'EnlWass'crung u. s. w/; s6' iVie auch 
t^tilormagnesium, welches in der Farberei und 1>ci der 
Pipierfabrikation zu veirwerlhen seii 

Die aus geringer Tiefe enlspringenden Quellen sind bei 
itflaraja-Hu««a, oft dichl'neben den aus der Tiefe slam- 
nienden Salzquellen, vbllkommeh salzfrei; dagegefn wird '^j^er 
eine weile Ausdehnung des unterirdischeo Salzvprralhs durch 
das Vorkommen von Solquellen und anderen Anzeiclien bis 
auf betrachtliche Enifernungen von jener Stad& erwiesen. So 
iJimnU bei Nowgorod in gegraberien Brunnen das anfangs 
frische 'Wasser mil der Zeil einen bittersalzigen Geschmack 
an) und man kennt ferner viele salzhaltige Quellen langs des 
Schelonfluases, unter anderep ^i dem in der Miiie zwischen 
SUraja-Ruwa ^nd Nowgorod gelegenep Dorfe M^ehaga, 
wo firiiher auch Coctureo besUoden; femer bei dem Flecken 
Sol'y^i^ und bei den Ddrfem Podgoschtscfai und i$4>lo- 
nizka u. s. w-. ... 



^^ te 4ImMmImii^ Bt»H tO,^ aol IMO,^ ansteH 19,886 wie w lieiMen 
mo^weMi ia Mm dbrifeit Angalieii iiielitt Terichriebro iyt. 



Ausser diesen natiirlicbMi i- b. wd^ .9Wttmimt 
welcbe oordlidh imd weslVsh vo!t «>«r»ja -#*■*. 
Met man dwRlciebeo Mufa siidiwllirt voa 
Sudl, so >.B. in den WiiliUrH bai M«re:^« < 
logenannten Nowaj«-Bu««a tm FIttMe PoAa 

Man kann wohl pkM bftiwciCeln d«if» diesr 
lung der Saliquelleo v»n eiwai aMi so .aaMge< 
Irduchen SleinuU-: Vorrath« JiwriUul* a««h ihwl 
ui den Zarisyner KqlirlMth tltr ^ali^ffasAt 4e. 
Wauer* der an der QberfkialM mu 1% Plfocei 
840 engUscbe Fosb Tiefe bis su 4 Procent suge 
Anlage. eines noch liefer«B Bohrloches Wjtre su 
Sahwerkes ausserst wunacllCDSwerlh, urn so mf 
ielil bestehenden die Lollii^k^ it der ausfliessendc 
bia aof l%Proceiit abgenounncn hal,') und sell 
Gradirung, welche man hier seelw bis acbt A 
bqlt, kaiiot auf 4 ProcenL gebracht wird. Em 
die ungeheure Warmemenge, ^« (ur Veraiedu 
achwachen Sole gebraucht wird, und,.die schnel 
rune der Walder in deren Folge die Bewohner 
barles Nowgoroder oder 'I'werachen QnuvempHwn 
lichen HoUbedarfkaum noch geniigen kobnen, so 
man nachstens genSthigt sein wird, dieSalzsiederei 
deren Brennmaterial als itm bisher ausschlielslich 
Hol» zu belreiben. Der Verfasaer bringl datu i 
dent Borowitscher Kreise vorkoinmende Braun 
Torflager in Vorschlag, welche er in den Siimpf 
jino und Bjelofcjeljsk gesehen hal — auch rai 
Concentration der Sole d«s Auafrierens tu bediei 
in alien Zeiten be! 5tBraJa'-Ru«sa in GebraucI 

■) l)er Terfnater riieint, well ilie dnrChgeriMteteii gDiBe 
in itm Bohrloctie za tiel TagewBMer totreten taueH 

■) Tgi). iber Mw ADW«*4anB diwei vorttaSli«6u Cmhw 
in «il>irt««ba» SM m ^ dw tto * KTMiiVBt^ oa dii 
. ,9n. BiM. S. iS. Bd.9. 8. Sit, S3B. 



B€Bi6rJi MlgM fWMP' kmte w^H§- itil ^AeiA fffflMWMSee etc. 936 

niHmM jund wtriehe, wte gesftgi, « M^ » Mai t^m <l«ir 

W&Bge Bieti^olMing, d4^ Ktfufig^n Regelf und die gerts^e 
<V8Mli^, dte de#'8dti^6[t«r MlKH^ bn StA^^raja^JRii«9ii i^'oti^m* 
MM. t 6i« ^HUifiilf le^nC ^ta^bsr gegeyl dais Sxfie dts 
April,*) der SMQmer kaum in der zweilen \¥0eb# im iumii 
£Me polite Wi&rme sUigi bis za 30^ Reaumur,*) obgleich um 
dieselbe Zcit die Luftietnperatur am Morgen und Abend nar 
7 bis S'* R. und des Nachls noch weniger betragt. In der 
Irockesen Jahresteii fatli viel Regen und nicht selten bei 
tesserst beftigen und kalien Winden, Hagel von betrachtlieher 
6i#Cie. Ini Herbal tat das WeUer ausserordentlich feuchl and 
Ptgneriecfa, audi fi^Ui nicht selton Scbnee, der zvvar, wean die 
S»BDe auim Voracban kommt, wieder sehtniht, die Luf(fe«ieh- 
t^keit aber nock betrScbllich varmehrt. Im Winter endlich 
sinkt die LufUemperatur biaweitoa auf — 30^ R», auch fallt 
viel Schnee, welcher aber nicht selten hex plolfllich eintreten* 
dem gelinden Wetter wieder schmitet. Im Sommer weht fast 
iniiii«r starker Wind — am hftufigsten aus Nordosi, wobei die 
Feucbtigkeit am ineislen waehsi. 



'm 



Der Verfasser erzabll min nocb, dafs es in 5taraja<^ 
Ruaaa seit alten Zdlen^ fiir zuiraglich g^goUen hat kranke 
Kdrperiheile mit Salzwasser zu waschen^ und beschreibt ao< 
dann die Badeanstalteni die in der genannten Stadt s^i 1836 
auf Verordnung der Regierung bes|lehen« Sie scheinen sicb 



*) Icb habe diese und die folgenden Angaben in die Europaische Zeit- 
rechnang ans der sogenannten alten oder Rassiscben amgesetzt. 

D. Uebers. 

'} Doeb Fobl kaani an einem gegen ^tralung v«n erwannten lesten 
Kjtr|»em geborig geschutzten Themometer ? J>. Uebers. 



m 



HiitMMli *fliUolo(lMbe 



4 



voD d«D abnlicheij Eiiiriohtoig«, *« ill l>^ 
jedcm S«Uw«rk« m Snden siwl, nur etvtrjt 
sebeidnere AiMtaUwg und vielkkht aiwfa 
Frequens zu imlerscheidOT, 4«fm es aoUea d^aej 
Tage voB 6 Ubr Morgeos bis 10 Ubr AbeA«l« 
f^iHHiiiaen warden, und dab« ooeb iwei Bas^ana 
Min, wekhe reapcklive 250 uDd.iSO KraiML« gU 
iMhoieii kaonen. 



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ie Bftrenjagd in iSlbirien. 

Yon Knjas Ko«trow. 



In vielen ymn den Gtmvernements des mtttieren Russlands, 
die nur sparsam mit diciiten Urwaldern versefaen sind, ist der 
Bar ein seltenes PhSnomen — so aelten, da6 sein ptMeliches 
Erscheinen die gante Umgegend in Aufruhr bringt. ErbKcken 
ein Bauer oder eine Bauerin, die in den Wald gingen, um 
Rnl2& zu filHen oder PAze und Beeren zu sammeln, ein soMies 
Thier, so eilen de 3ber Hals and Kopf nach Hause und be- 
Kehlen ilber das Gesehene in den iiberfriebensten AusdrQcken. 
ftasch verbreitet sich dtese Kunde, natCiriich mit angemessehen 
Zusalzen, durch die benacfabarten D6rfer und Weiier und er^ 
reicht endlich irgend einen jagdiiebenden Gulsbesitser, der, 
6oU weiss warum nnd woher, als sieherer SehfiUe beruhmt 
ist Ohne Zeitverlust ladef dieser einige andere Jagdfreundis 
ein und am bestimmlen Tage erscheinen bei ihrn ein Dutoend 
Gulsbesitzer und eben so viele oder noch inehrere von thren 
Hausbedienten, die gleichfalls fttr Meister in der Sdiiesskunst 
gelten. Sie sind alfe vom Kopf bis zu den Fi&ssen bewaffnet — 
so bewaflnet, wie, glaub' ich, unsere tapferen Vertheidig^r 
SebaslopoPs sich nie zu ihren ndcblKchen AusfiHen gegeA 
einen weit formidabieren Feind bewaffheien. Vor Allem un^ 
tefsuehen die versammelten BarenjKger aufs sorgfaltigste ihrt 
Gewefare, prdbiren ihre Jagdmessef-, Dolehe, Hirschfiinger ele.. 



§28 Hiftoriidi-pldlologiMlie Wiisenrabaflni. 

und die erfahreneren Weidmaimer gebeo deti weniger ge&bteii 
ibre Ratbschlage und Inatruclionen. Hierauf lafet der Wirdi 
ein Fruhsltick auftragen, uad wahrend die Gatie iiiren Leuten 
den Birengsien Befehl erikeilen, sich nicht zu beirinlcen, brmgen 
sie selbsl, vermulblich uin ihre Krafte zu alarkeq, dem Bacchus 
die gehorigen Libalionen dar. Wie viele interessante Jagd- 
geschichten kann man nicht bei einem soichen Dejeuner horen! 
Soil man den Erzahiungen der Anwesenden Glanben scbenken, 
so giebt es nichl Einfi;i unter ihnen^ der>{^icht^i|feiiigsl;ens ein* 
mal in seinem Leben eine Heldenihal vollbracHl hMtte, die in 
den Annalen der Jagd unaterhUeh (zu aein verdicBte. Naeh 
dem Frlihstuek — in den Kampf mil dem Baren. Dergleichen 
Jagden fiihren in der Regel zu Nichls; man reitet, reiiet durch 
den VVald; ohne den Bar zu finden, und b^tebt sieh daim 
xmf^ tia^aey .UiM.1 V^4au«i;nd9 d^ e# nifJb^l gelwgi^m den JEiiiubiqr 
P4|0l) Gf^iUir z|i. M^tirw, Wird a^. #4C W^ 4^<4 PW9 
KfVN^ IW^f^waBlelw Zi49U ^eAmd^n vUi>d dimh «^i| nj»i»h tiip*- 
(W5W#tliM«re».erl«gt ^ a dami 4aue^ dfrJubtl iw mfk^ftm^ 
of]^ kaM«a ^)|A (ATOf^heu . withes FeJl mehrere )?age.l|ii|4prfQl|. 
n#^,;hort |H#D aiM^ >vi^r.v9iij<4e# omw^M M^l^ec^^afiil^ 
a^v . {^icht^ £Wi« iivahrsc^efnlicHe fir^ak^Oig^n j^kf^r die^y^ 
ik^m v^nif|til4$il*Gi^$^ateii.^ .^0 g«ht es ^i met j^'inff^/i^ 
ip^ vieie^ Th^ileii R^^laiids .w^ yie ia^ :ea m¥ih /«s^igaiefi9 
2^1: erw^erin g|l/ii)b§, der ick «eU, laiigea.|J«yb|reii ei^. Beiwihiffiefr 
<$i|Nriepa ^m» : ^ 

Q^% ^ii4ff9 4^ir^> ii^n difiM Jfigd \m una i^4iiil>i>*M^ 

^^^ 'fteitpifl m Kr^iae MiQ^aifisJ^ idi^s >6om^ie^ii^n^9M9 J^^i* 
#1^ 4«id 0^ar 9^hi lUlein. .die Ahertgiiv,^ 4Ji« sfi^ £af(t ai|A- 
^i^^W^h nHi.^^m Weidwerk . b^ach^fifgem aonder^ aiw^ j4»f 
rHf^i^^ohf^ Bm^^9 dj^ BMi* ibf e ffeie ^eit d^mil t^^JJleiu 
-. , %)i M^i .4ie .Ja«d tegebend — uo^- zw^ niiiht jvi^ f^D 
6«tl9il9i9 <hia n)«tfi naeh 0e«jatine9.mia$t, «endern in dJif Tnjbg/Q, 
;^ma»a|^ Mr VVald wd Gcde uo.d tnicl^ ^ipe ^f^is^iipbf .3py|r 
^Iv^j^., eine Taija^ 4ie G0U.Wi^i|is» w«t» '^egia^tmid .@tHJt 

mi»^ w<Q, ^uftiprj; -r- v^ci^^i wh.,4^ .lu«9iffiQ^Mwej: jmr ^mt 






diW'iiinif ^ft ^U Bttim e n an den Sdiail li«f€stigt, und aassar^ 
4&m 4ragt tr «a<<Mrtel eiw MMear, voa dem ^ »idi dbrifMi 
fiMi aiofnftls IrMmt. fhit <b6glei4<eii vwei Kameradftii, e^en iwi 
tewafiuft wb ev ^etbat. Dine Lust aiber (it e», ihre Mandver 
zM ib«obciolit«i), JWvtiR sit ^inem ^reH' begegnen, der in Russ* 
IwmI dir g;tftH*eM0i wM. Das Dtnikel 4«r Taiga verbirgt 
Taiiiead# mn tkr)n»' vvtw^ogsneir T^at«ii> «od sis ii<^n^ ei 
niilil^ ustelds^an sn enimilfmi litbiAf;tm habeA a^ch Nieh^ 
)cij;«riN«tfikifl Baron Abealett«r b«slanden, d«reii fAth d«r ^U 
Mkger rlAnnan ' kl)fm(e. Vm die WahriMit so ssg^sn, ist d^Mr 
hisaiyaBir mebliueiliiiteh fronmi^iviRl^ksinosweges Mlildysllg's 
ef igmft irar dbsm an, i^ivn' mi vckd: Hunger gequail ^wird 
«isr Msam mm Am sa ltay|i*Kii#eM;^ aber b«i aliedem darf 
OMfti niobft rifPgemsWi date sir ain Thiw ist, ausgestaltet ilnil 
lwcb*bai*r Knift^ niirbltget) Taeseii und ilatften Zilhncii. Wer 
von den Jagdlustigen der itmtitesi '^w^brnemeuif^ wlir^e mm 
gjbiibMh dsfa 4ner diinder einM Bitr eicrfaeh mil Siboken ladt- 
gcsebtac^ •'toibeiv; :dalis mail iiM ^gst^mm^ bat) sioh i^ 
SdblattiHie flu badvft, Ms sr vsr fttei^keH «>itikam; dais os 
hiasigen) Battsra 'BogM ^etungtn isi, lliff 4ebendig an «iner 
Sakim§^ m- ikme DAder 'Bu 'bringan? Und dodi iassen siel 
IfirtiaJfa'^iaaa FiMa Beiapfeie awfuhMi. 

^ UntoT' d^ idlev Eaanvohnern' (^tav^jiiy) dieser Gegand 
iat der .AbMrglaidM verb^eiiei, dafe der Biir voa weiiem Mil 
rsadhi landilm' immm iMdkgeki. Zur 2issl de* leMen ^Krieges 
oalgten *sick ka Sehtt0chsai»kev Dialfici des Kririseis MtnusituA 
uii|;«wjiiitoliek mk Qircsi, und 4iie wareo sa dreidi, dafs sit 
m^jti ki»im di& Dilrfisf dttisrionvagleD, ohnefubrigtns besanderea 
SchmABnr. amamneklmu iDie'^awbm mtinieny da& ^ dm im 
Ktia^Si artDjI^aasfliiie IMiU neekenf imd its auftcMsben waJUan. fan 
Wvifer ^dti( JUnres »lfi54 btinetliitn einsi Itinf Kinder, die m 
der^ Nalie das Dtdba jficbaneittkaja naf dtoHi Bist des Jenitei 
spitilen^ einen Baren, der aus dem Walde bervorkam und 
ui^ ilMi|in^4WiM9§il^m ^hfitf^ pali^l;^. Per allesi« von 
dlMtii Jiioiem mocble fadehstens funfaahii JWir ^1 aain. Zu*- 



,00 HUtoiiMb-fUl'dacUcIn WWHMbMA* 

■nt eradbraken m gewaUig und fiof en aa , » 
lu schrewn. Ein solches Gffsehrei wmr dena 
B0(^ nicht ^opgdwmineB; gsu verdulsl Ikielt 
Kinder eine Weile an, Iwhrte ihnen 4ana d 
«ille wiein zieiplich •cbnell in dea Wald K«r 
eraiathigt, ergriffen die Knaben St&eke und a«Kz 
ling nach. &■ lief imnwr wfflUr, sie hinter 
Schnae lag eben recbt hochiUnd aU diWT Bi 
gelasgte, sank er unautborlich ei» uod koontfi 
lottgsam («rU>ewegen. Dieses dauerte wofal e 
da- BSr endlich in ^ne Grube fiei, die gau . 
«[iilU war. UioaonBi verwchie ei, ^icb .ivie' 
beikeit ; er konnle nar den Kopf aua dem Scbne' 
und Llaglich heulen. Die Kindw gi«gen rahii 
ftcIiLugin iha niit ihren SniiUeln todt uikI sci 
Xriamph nach Hauae. \\ i*. e> «ch hier «rgal 
Isgte Bar ein mehr als fahriger.') 

Unwait der St^dt MinutiiMk, auf dem . W 
KirGhd»rfe Lugaw^je, bafiode],. aich ein sals 
mehr bittersalaiger See, der Tagwrakoje Onero I 
in einer Schlufifat twiachen svej Ber^eo, wovon 
log, dcT andere mUWald bedeckt isL Seine Ob 
einen Raum von 2^ Werri ein. Die Gegetid 
ab«r des Sommera, aur Zeit der gri»aeD -tLUu 
dem See se ackeusaliche Auadiinatuigcn out., 
nicht nahen kann, ofane aich 4i« Nase uwubal 
tritl des HeiJiatea hingegen iat vo> dicaein G 
mehr tu bemerkcn. Der See hat etwaeinan 
isl duaserst sehlamnHg und » einxalneo Stsili 
ringer Auadehnung mit dicbtem Sohilf be.wacbBi 
1854 kam ein Bauer von Dorfe Schuoersk «u 
war lu MariUe geweaen.halta die EiseUf^iase 
wvlhichaft Bail VorUtNl vetkai^ und bei dieaer 1 

') FBr (lieien, «ie (6» M* BnJefen "BSre*" tit twifir 
allaift T«T«iitwMttich. 



imlatfSliii^ lOcMg gelnmken. DeB Berg hiriabreitend , der an 

B«i See siOfely sah er pldtolieh etwa fttnfsig Sajen von ihbi 

eteeif ziemKch grossen Bit ganz ruhig des Weges einher wan- 

Aelfi. Vom Brdnmtweiq benebelt, halt der Bauer, ohne eine 

^rtilere W^ife bei sieh tu haben, ais das Messer, s(ein Pferd 

My imi^et es an den nachsten Bauni und stiirztskh, eine ha- 

tmie S«ttUtige (ark^n) in der Hand, anf den Bir. In dem- 

idben Augenbtiek tassen sieh Otookeni5ne und Gesang ftl)ren: 

«|W' ftofAit^istxig iLommt auf mehreren Dreispannern aus der 

BM% cmd Mnter ihm emige Bauemtelegen-, die vom Markte 

•stiltlclLkeliren. Der Bit, der dich vidl^cbi einbildet, dafs man 

sraf Hm «lagd maehe und sehon nicht weit von sich einen viei^ 

s<inilt%e)Q tHufi/k vbA ^erworrenem rothed Bart, eine Sehling^ 

jMr'ter Haodl uimI aus veitetarHalse schreiend, wahmknmt, ge* 

fflfh 'in Sehrecken und eilt spornstreii^B nadi dein S«e -^ 

ihor nach der Verfotger. 0er Hodizeitszug bfeibt ein pdafr 

Ifinuten slehen, siehl sieh die Sa^he an und geht hierauf seiner 

Weg^, after die anderen Pattern, dre gleichfalls H^it gemacht 

iMben, ktfnnen der Verscfdiung^ nicht widerstehen, sf^ an d^r 

ligd so bethetligen. Der'BUr' haiCe sich in den See giiworJFen; 

^soi* da er ihn zum ScAWhiimen vfel ^li seieht fand, io suchte 

eiHHifli^ cu durehwaten , tnti an d^s etftglsgengedetzte Ufer zu 

Iftlftiigen. Bitttge von den Batiem spreifglefh'lhm zu Pferrffe 

M^egen, ^iHtrend dndere/aus Leibeskrfiflen schreiend und 

a^weiil ale radgHeh in deti See hineinreilend, ihn mft Stein- 

wttrfen vjerfoigten. Der B^r btieft un^ufhoriich im Schlamme 

tftfoken, slelperte and fiel an den uneb^n^en Steflen, wotyei er 

tfiaiicben * ScMuck votf dem ekefhafteh' bitiers'arzigen Wassei* 

llNBi^-intffitte, erreiefate abet doch mfl Atelfe und Noth die an^ 

4«te iSeile des See^. Binrge funf2^n Si^htitt von dem DK^ 

Mgiit fsle ihii jfedech ein neuer Sleinhagei und'ausserllenr'be- 

oMrfcle'er, dafs ^aehrere'von den Bau^in ftieh sHibh'lm^Wafde 

Siiclia 6«fies verheisrsende Kntittei geschnitten hatlM. Ed'tiii^ 

ibn keine imdere Wahl, als Kehrt zu maehen. Dieselbe**6e^ 

Xiliirfitn iirirtdm-hwUtn nirlr Tirrllnirhti^hnmnrj nhnnltfifn es ^i^ern 

ttiit'Sfl»proD9iifien Jdgern eiafiel, mt^ iler Smilt d A*^ dem 

BmaM Rum. Archiv. Bd.XVll. H 4. 35 



ggQ ffiitorii^».»>i l t lnirMw H fcii i S p haf 



d^Hi Spiel «ift E4ide«ftti maiDheti* ' 4Jn4€r4esi«i 

wd 4et nUde Bfir blieb faai in il« MiOe 

enidcMoMeiv, wi« es 6ehi«n, ^^edtiidig sii mm 

liget sieh entfefittteii. la der That kottnlen 

Mrfangm^ and sie gmgett ndft g«gM^itigta 

Mender, 4ifB Ktimr (hra* gedaolift hakes^ 

beniibmg«B« AlieiB d«r tfrsle V^rfolgar 4e# 

niii «ieht aiifei«d«iiv er «lieFJiacfa4et# Mif O 

and b^gab -si^ ai»^falgtiHlen MorgMi geUiri 

4aii >S#e, in: 4«8«» I^Ae ef dett ^Bar Hv'md 

In d«f Tlial «ah^ er ibn eiwa faUftdcirl; iSa/c 

1^^ sohM verreckt Dar Schres^ 4m firsi 

biHer«iMg4i W^M^'battrn'^aia-ackhtiAiieh ei 

wirkuiig aUf den araHeft Pels herv(H^^«clil 

Tfaier v^n g««» 'T^^claikkM Okfienmntoii 

Im Dorft *Bfliak des^^SchuNh^tiakar 1 

Bauer, <kr^aii der ganMi* Uangegend 4adi 

iMa ar lainioai iai«iat»'Air mSA deet Aipkan ^ 

\x^mkt in46tgi^saiep'yfm$^ ^n. fieaagter f 

eiil«l^^tt( ^ W/ag 4U aekier m den Biev^eD 

beer^; um ein Pferd einftufingeni woaso .er 4 

Zw^eke' ^eb^fioaMiebeii hafeaen Arkati* oaiti 

jSd^rill iNMO^ QMt iLfeiiiMi''Bwkei»geairiipp 

tttgauf, da ptttzlieb io geiiager Enltonung c 

oaoh eiiier ViartAHUDde' sab- «r g^^a tror 

beiivfiftf bar«)U ^erwulNlelefi'^Mr. IMe ^i:^ 

Mii^'waf., :]km -im At4ati lOber dm N«ok< 

sMveUe, iB^ ffirtlen Gaiapp dilvaii <aii apMiij 

ibtf^ er JDiV ^ef^tiel^aAdthmti^ wie 41^ es k«^ 

bftlte. Oer Arkan war %aieBili«i^ kmg, al^ 

skA der B^r 4arte niehi'blrtia^eh) und 9r { 
R«ileF^]n«^«Manr*«iBft' aich >aftiib# lAr den 
mi^pheti. Vntetdeaaen- apremgie' d4a l^fovd 
ind^tii der itonar «9^ noaiiflb^fiifh ^dfe Hfttfiiai 
HP) daa Umanniuigaii de$ Biireii^ au -Kigali 



nmf mimk 6#ui9 imfei wp i i yt iw i dw er ^ panrmtl uiiu'eiten 
](«jQll(f^ Jifk iter P^ifc^ W«r jedAcb ^ip p«ii«w4?r B^anim nicbt 
iKftOWf il4« dap. EMir «'^f«i|gt und wpvon 4^ <^ii»fe ibo y^-r 

ttMiet .l)iNi»ti«: vw d^ Tftl^i «ii .so .iMeiiphtwd i 4aCs s^ mk 
dM).^fifi| oaitmi^Py Hlfx»^ difi Fjiliten f^sH vor 4i^ StM:^ ^f Ui;^ 
' und iho jialiiHich ti>dt hinsUr^i^tiPb^ J)m Wflrtl^ 4^s F^Uf3 
WW^ hmMm^ tn^ dji( Drei ]ir#4:lbeilt Ein 4^ii4ernM4 fing 
4^ IMU^Jb^ 6 WW eiMtf ji^geii Aar fini^ df^ kfk^ i|i|4 

JE4I ffkk ami den n^gefiibfitepi Tha^if^fhen vm .G^niip 
hervor, wte drekt der hiesige BaufiCi ^em 4^ t>p$ea :iui4 
l^iiftigaii TMer, ¥ae 4^r 3dr> g^gfuniber^ sicb be9W<9tr Um 
90. iM^llMPar erschiiifsit 09 » daU er, flWirb yjb^lea Jag^^mi 49r 
fS^imiimcfaw Proyiiis^p» 4«n f'viKfiHg«|#n 3{ir** ^k v«riwigh 

P#b4i:if^llgjpig» 4«fn fl^r. iinfi^hibdr V/exd^i^MV 4er m Kaoipf 

nut eiii«m .9f icbitn A;«)m jcmak^pH Anm U^m dayon kpwine. 

Rur^Wi i^ m^ }l^t fnn&lpd&Wf^g ^fhfe ^abl«n, i^ir 
OMR Meb(.«s ])iw<a«, 44^ ftr m^ m9^ hm^f^^^^lt^ ^m^ 

in «wi^ friibflM^ ^Hg^ 4ur^^tijf^ er .mt wd^neQ .{^ii^br 

babern des edlen Weidwerks die Taigen. Den Baren brac^lf 
4IHP Jg^obr ucb«ri|i» Tq4^ ^^ JiftKa9PMi\ >.^.a^V*et^ .4#b er 

^IWMP^ b«fJbiW^ft 4w«irf» 41(9 <(r i^st^ebniDimUrqiffig ^rl^ 

h9i», mA 4^^ 4#r vf^igsijt^ npioh ^wmen wiw«* Da.h^ 

36* 



§§^ Histornh%-p^!i]^tilie''1^^eiis%aft«n. 

Am 18. Juni lKi2 • bfeghb sich P^iri?gow ,' in Ge^fllschaft 
des Colonislen Iw'an Scharuff/4er iliii 6ft aiif seinen Bareth* 
jagden begleitel hatfe, riach der Taiga; Sff Wefsl 'Von keinem 
Wohnorl. Ihr Weg fBhrte sie zuerst nacli' difrrh Dorfe JCToft- 
kowskoje und dann 'an den Flnss Oja. DM Of^r dieses scfaSneir, 
sanft fiiessendeh Stroroes sihd nfiit dlchtem Wal^e bedecj:^ 
weshalb sie vbn den Jagern 'hStifig besfucht Werden. Am 
21. Juni befand sich Pe^gbw mit seifieVn GefShVlen'an dem 
morastigen, kriimmungsrcfifche'n Bache Miffltschalyk, 'tf^rln die 
Oja ^t; sie setzten iiber Vlenselben uhd wolften'Mch zeb 
Werst marsdhiren, uni daiin ttx iilernachteh uhd ^m folgenden 
Morgen turn AVigriff iu schreiten. 

Uer Abend brach berah, als sie, \&ti deUi iilfhwtbrigieti 
Wege ermiidet, in der Fei^e das ihneh scKon Iangs%4)cflcaniite 
Nachtlager erbliekten — eine robe BaumstannmhiiUe («i*trb), 
das gemeinsehafliiche Asyl der Jager. -Eine kteine Rauch- 
wolke stieg fiber 5hr aiif/ 

Pe«egbW uhd seih Camerad glaubten znerst, dafli^Lafld* 
streicber bier eine Zuflucht gesucht hStten. Sie' braucfiUn 
diese zwar nicht zu'furehlen, da si6 gilt' bewalfnet ibi^^ihsea 
und Messerh waren; da sie jedocb nfcht wissen k6nnten/ttit 
wie vielen sblcher^Xefale 'iie es zu thun' hal)en wifftn^fti, so 
nSberten sie sidb vofsiichtig and von fainten'^der Pfutte. 

Im Inn^ren derselben liefsen' sich zwei StiVfitneii,'^K5ren, 
die den beiden Jagern bekannt waren. Das Gesprach 'df'bhte 
sich 'um die Bemerkiihg, dafs' d^f'h^'Ale iingesch^efaie Bar 
riichi mehr weft lauf^n kdnne"; dafs er ohne ZweiflfTtt^der 
Nacht* cfepiren wiirde And daffs es daher leichl SfeWf'tetis^e, 
ihn morgbhintlei'¥4ahe des S^wjetly Bjelnik zn'fititfen. Soiieisst 
e!n tekannterr, ilwa zehn Werst von dieser Sttellle ^legcncr 

fndBm die Jager 'das GesprSch belausidhten, dds'in -te 
Hdlte g^fdbrt wurde, Warf'Jedier derri andern feinett^JBIiekio 
imd in der Seele Beider sHeg der straftfare iSedanke fef.'di* 
Fribchte fremdtff Arbeit tu geniessen iirid sich des'sfngrilMko^c^ 
nen Baren zu bemachtigen. 'P^jregow fliiMerte Vfies iidiiciB 



iQ^lltiteo iiMLObi;.ili«fl»r niekie mahendi imt dem Kepf^ und 
iB|l^4eQ» , Auaruf : Hilf.GoUl giogen.steJn die HiHie. hiaem. 

Sie fanden dort zwei ihnen bekannte.JigerMis eincixu be^ 
iilu^faiirl€iiAorle» dseiBaaernPascbenin inid Pntlmow^ .Ohne 
3il^^w#ft,an6i!it6ii ziir lasstn, unlerhielt skh P€iego^ nebst 
aqNmn . C^wagrndett ^im ZeiMang mU iimen von diesfixi uhd 
j^AfiAi) J^e^siofa jdiHiQ.8GUiifea.iuid begfmn bald zn aclmaf*- 
cheo. In der TJiai aber, schlosa er die gioi^eNacht kern Auge. 
^cKajMi mmsbie. sioh in.der dmieren.nnd raucherigen Hiilte 
die.,Dinii»e«uiig4>beinerkbarr kaUui wehle die frische Morgen* 
ItiA iaidie/.haib pS&ne TMr, aJsPe^egow sein^i Gefahrten 
anatiefs, iim t eif^^^eckte iind sicfa sum. Aufbmch riiatete* la 
diesiem Augenblicke,.erwacl^e. aiieb, finer der andereh Jager. 
Mii.^itic Bctoierlmn^ dafs^ zi^tniieb frub aafbrachen^ wiinschte 
er-. ih^b «ioe , gj&okliiebe Reiae,. drehte sicb auf die andere Seite 
uad^ainhUef wieder tein^. i, 

Eg Mvar ein wundervdler, entziiekender Morgen. In der 
Nii||8*bfti die. Taiga ein iippiges Griin dar, wahrend sieki der 
Fer«0 jdunkjeibiaue Tintea seigte. Es weble ^von.ibr eine er- 
{ri/gnQ^oaile iJQnd bebjbeode Kiible. ..Oaa dichte Gras war mit 
katbew ^ ^ perlmiden . TbAu bedeckt^ der jedes BlaUeben, jede 
FiohliBlimidf'l ^^^^^' ' i*ADgei' ettnneicle, aich Pe«egow in der 
Folge .d|^«e9 ww^erviiUenr^ j^&iijckend^n Jl^toi^gena. ~ 

sMsJdiQf^crstito StraMim .der .^nnelbeaehieiien sefaon die 
W%fdi/ 4«r Bamne^ ah Peaeg0.w und. Schffi'un> sieh einen 
Weg durcb das Dickicht des WMfis undswiadicadie Stamoie 
haftvnfoulter, koloaaalevJCedern^iijpd J^acchM ^bafaaend, die 
emts^dei; j^rlttVin. fQiedieJ%ewori'ea k^iie^im iet St^Ue kameoi 
WDuii«^ 4m .verwiindeim oder. gtiddtateiv Bar. w finden^ub- 
ieofe^. %far Hmen offoele aidi letsne |p«raufnig^ Wie^e, mi4 dich^ 
teoa Gms bedeckt , welehes an metu-eren Punklttn slarL^ aer- 
(r#le». scfaba* {Vliiten du|*oh, die Wiase jucblan|^lte siek ein 
Miei%€^i6#<^ der aicb im Graae uad im Gealifipp irerlpr. Axt 
eiwito$totter«wo: der Bfcb aieh et^^vas iefi#eHerjte,.big am Raod^ 
d€ib«am^^$MBr dem; Graiieo(hf«b«dbimaie|Qndefib Waasers ein 



MbndrtDbbM OdbrOU rta wl icfc * fir wwie fUAttar Mk Dm 
geqmM, ittitiki ar beiiiiidig dm Kdpl sif 4effi W«lt#r »eigli 
imd e* gi«rig task. 

Pe«eg#w liMd Schanw stMielMni iieh iinb «iilMMiht M 
tt^ha afe sidgRehi usd jtd^Mdlie tMi hinler tin diekv Iibtk, 
dM ilmen loi FaU ritoe* Ungl&dift ab^ SdMte diiMli.«iite^ 
PeMJ^w sited einge faftfathn tS^brill ^m Hwmemk'ABkhm 
der iiaeh V^vairredMig dtn vraieii Sch«ai hlMa ^ >' 

Einige MiDaleb w«reii4ii tiefeUv Attte^vopgHgw^ iach- 
don dk Jdger Pa«lo gfefassl haMan. PUksiMh. M^IkMiimii. 

Sldiarim nusiie fahige^ehoaaefi halMll, dJ^ dar^lr nek 
ntir ailirieliteia «id ^nco' Biicb tiii tich wmii ohNii aMi lii 
dor Slelle te riUiren- Pe#agaw gab Fbuer^^ 

Er enriihllt tlaahktr Mftat^ ^dda im^ kanm a«iM BttclM 
▼m dar Slotea <«o4oklii> idigawMOMHi Julta, ab dat Bit 
in zwei bis drei Spriingen bei ihm war^ aith .aitf dii HiatM ^ 
Mne stalka Md fllil dar gattsav Wmbli^aiiiaa KSvpaia sieh 
atif deft JSger* st«iniia« • Psaegaw iMim Qataa- ihm M liagidi 
tind lalit begami 'dar Bar ihi>- tiadi HaimtnskMit' an^ ^mkam^ 

Mabrcre Mai riaf datiungMelMcba Jttgar ieiMm flafihvla 
aa: "^ScMaia^ Brlldar^'' «ber Sdiama sohtMM mtkk, 4m ^mtk* 
sabeialiek sain Gen^r anl^ laden imMle. JDia la^mgan Aafai- 
blicice schieaaa d^Hi arioaw-PaJi^pDar ain« 'gaaws BMgksiti 

fiodlich knaHia der iaiig afavartala Scboai' iFOwMteD 
SaharuBii Im Na'liara 4tr BSr ae»n aiatas 4»flar fabran mi 
wasf aieh iHi< 4m flatten f aM^ 

Ak Psaagow dia Augen iiiiela^ aab ar, dafr<4a9 Mr 
sabaa dkiH bar ScbaruD iMr. Bm aifnbraiier tHgar^rglaibte 
S^bama aiah <ron ibm ktoatiMiiaiiy indaai ar am di^ birdi* 
b^nMilM 'Akft¥ ea gaiMq; ^4hin ^bs diiv aifl ^ainsifsa lU 
DasOrai vm" vM daflttlMNi saUliplrig} er glilt aiis «ad (U 
Waiiar erimiart siah Pasagow iMr , dafe ar, aMsar- tStnrft 
aabieoi CafDaradan all baKan imd aelhit sabwar vtrMal^ aiob 
in daih iippigeB, dicblaii Ctase ^arbarg uod WMk 4aii Oik 
an kriaafaan bagahmi sra dia liigarbMla kg9 a^ sabhi p pta sich 
aw* balbe WeM ^vnil ted aafaria 4aiui dbs baibiikrifktik 






^ 



"^•"^ *»« gX«^^ ^^^S^"^ ^•'^••C- 












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8ol3|e». * 2iwu Tage 9fSiit brachte iuiiP««e| 
is . da» Pofff S«b«adieiialuje. 

. Em tf af sicb., ^Ufe der. Civit«Gouv.emi€Mr ( 
Zeil darcfa Scbusehtaakoie rmU. Voni dwA Ui 
doc fiich niit;Peff0jpw er^i^MihiMet 8clMflkl< 
Aakoiift'.in.MiBUfirtskeineO'AriUy uoi dew Ve 
•lattd xu Uiiten. Iter Artt kam » JiiQtemticbt 
sehiiitske den Kopf, nabin eina Prise^ rielb d 
dm Alt Uuinfimd fobr wMer 4av«>ii^ ^hoe. di 
miiig ztt-aeiMr' Wiade<hi«aiellaQg mi §*Ii^i». 
. Im Dorfe Scbuicbonskoje Wbi(» dmiials 
das aiehy nd^ ^daiix Qerut einar Ui9l»a«ai»e ^ 
allar mdgliebei Krai^UKitim bMOMUUgiA, j 
Arm und das Bein Peaegow's in Bauairiiid€ 

. . . Om %i^a»er V df i^^hres^ 1«S@ . wape: uAg 
In, ,d^r diuiipiigeA bba^ aiif rCAnrm abataa^a^ s 
lag Peaegowy Tag tmd Nacbi vim ftlyriad 
Fii^gm 41ih1 l^wlii^B^iiiaigAhdii. JQiei ver^vir|H»d 
baganttciikt«tt.#jterii;.>a«ji aai ni«teien ^^h da 

Daa Ersle, waa Pe^egpw tbiai^^U,^^ g. 
waiv aemer Fran xuzuaehwdren, dafs, falla it 
bctfa,. so tindgO) UNindie Erde v«^fteh|ing^in» . w 
ihma^Aeiiifdm wmi^ in .di# li^i^ aufsdie Ba 
Um ja nicht in Versuchung «u kommeii . vc 
Na^hbAK ^ifiHrt sa^a Blicbat^ die:%^ vi^ 
Ireo gedi^.baM«4* Updt dieaM-tiiai ^r. bm Ji 
daatiiiijiidei^ Badiaiiariidiaai. leiA e4im4 ttjn t 

,o«8^Jii^U»gl6cL a«hriafc. Peaegoi^ niehu 
demVmfiimMt date dia« Bar, dw {^^ ^ 
der ''mrngale*' gew^sep sei. "D^t jai 5 
viarjigffaHi Baaen,'!. aagia^er^ **^m m%^ a^l 
sich nichl genug vor ibw in Acbl nehm^ 



m 



sMwrle * bmb 4m, fJufe eptdn ^er»igBtaft.Bi^ vdUgsUnK fiinf 
Jahre vorher erlegt habe und da£»4ieieri^oU sohomtier fiM*: 

QtMOIiiBtor }4en\VmMgm^ voa fiaitM) .^etwes 'iimr«rimMiidl#»* 

Ulvg^ iin4- tM»*«s-$]cii il«ohl^ oeiimefi) dafe:dti8«r;Bihr}:efllskt*^' 
viendgile gewesen, obgieieh er d«4liireb4mMft^«iim^£ufe«l- 

vcdkinte. >*M 1 ' V li . ;■ . • .^: /< ;. •. V 

>' M»eg»iv^ Juf'^iiber ^/#«)ir. britet im^ HarbstilttS nvw* 
er. wkAer .4;mIb ant dtn-Bctneil hntf iwrfiai sinh/ver, ^mr 
{ftftt t Zm# #Mi -iHiii ; aft %mig ODdf aHde idem AekerbiHi va 
wteiin/' lo.darThAl'b^sorgi^ er deo gansw Wfiilev hnidsii^ 
suie Ji^iiili^hiA Angelegenlteilen, ehne aueh nur ait db Taigft^ 
zu denkem 

Der Friihling kam heran; es war um die Zeit der Pe- 
trewka (Tag des beiligen Petrus). Pe^egow wollte frisehes 
Graa maheti. Er spannte sein Pferd var die Telega , nahm 
seine Senae und fuhr ant die Wiese. 

Der Tag war heifs, scbwiil sogar, aber wunderbar scbl^n. 
Et berracble eine vdliige SliHe, am Himmel war nicbt die 
leiaeaie Spur einer Welke sichtbar und am blauen Horizeni 
delmle sicb die untibersebbare Taiga aus, gleichsam in liefes 
Traumen versunlLen* Hocb iiber ibr ragten zum Himmel emper 
die vielgesUiltigen, phaniastischen Kanten des acbneebedeckten 
Bjelagorje. 

Pe^egow selzte sich auf einen Hugel, einem kleinen Bache 
gegenuber, der die Wiese durehstrdmte , beftete seine Augen 
auf. die entfemie Taiga und verfiel in Nachdenken. 

Sie ersebien ibm in ihrer langst bekannlen, rdzenden Ge- 
sialt — griin, blutbenreicb, schweigend, gebeimnissvoll. 

Er gedaebie seines fniheren Lebens, setzte sicb auf die 
Triega und kekrle nach Hause zuriiek/obne einen einzigen 
Halm geinahi zu baben. Diesen ganzen Tag iiber war er 
ausserst tiefsinnig. 

Am folgenden Morgen ging Pe^egow zu dem Nacbbar 
und kaafte seine Bdcbse wieder zuriick. 



Hiitoritcb^fiifclot<ti>» VinmiAaftof 



NMktiiMr Wedw ultolte tr MM HbrA 
mi ria wMar m «6 Taiga. 

Saldtm flM aMhrtre iahm fetgaogtB. 
yfM Bodi m DutoMd Birati trleg^ aW • 
niilik BOigabW) ibfii 4«r Blr^ nril den ir je 
iMtr lMlt«^ d«r fiiofrilgile g««rMfii m; «r b 



Vor dem St Peters -Tage des heuriget 
QafegMAeil, di» Dorf Sdraickflfiikojt m I 
«ift Peaogorw ttiwr Mint Jagd-BriiMtie'TO f 
m ImtB kk'Hm au ant rufco* Abtf er wi 
WmIm vm Nduam Mcb der Taiga abgeg 
ail ach i aaaa w ^ < 



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' vom 'tvi. Juli bis 1 4. November fSStf. 

1Mb dtin Ukrtkoi S^iidib p 



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4 hA 



(Hi«rtii 2w«i kaHMi. Yitf. n tra^ M.) 



JlF^r Daftipfer Amenka, auf welcheM sfcfi dfer mit einer ausser- 
ordenfIi£hed Mission an die Regierungen von China und Japan 
beauftragie Admiral Graf t^utiatin befand, trat am 13. Juli 
1S&7 *) seine l^ahrt von Nikotajewsk nach dem Golfe f^etscheD 
und anderen Hafen des Oestfichen Oceans an. 

Die Reise auf dem Amur-Liman bis zum Cap Lasarew, 
die b^ def ersten Erforschung des Fahrwassers so viel Muhe 
und Zeit kostete, wurde von dem Dampfer in weniger als 
t2 Slunden zuriickgelegt, und die an den Hauptwindungen 
dles^r Passage aufgestellten Bojen machen sie jetst voUkommeo 
•iclier. Bel dem geringen Tiefgang des Dampfers konnle er 
frotz A^t heranbrechenden Nacbt seine Pahri iiber die Untiefen 
foftsetten, die sich von dem genannten Cap weit nach Siiden 
siehen, und noch Vor Sonnenaufgang lief er in die Casirtes- 

Bai eiA. 

In dieser Bucht ist ein kleiner russischer MiUtairposien 
MMbUi Moi wahMnd der NfttigftlionMeik wird ew Wachi- 



li IMI 11 t>ll 



*) MeM Mil)' «H# ft%om»to Dates sM hi Mm •e fl fin am iH ii nvti^ii Stjl 

Ail. 



3 



Hfai*»rl««ii-I4«««» 




uEi^n &ioh Knit 



hiff aus Nikolajewsk hieher ^ 

iiiMlungaegetodenFahrzeuge^^ ^-^.^ 

5f in d«r Caalries-Bai aa, tim g^r^ogooe . 
1 nchroen, die aus dem 60 \?Verst davon 
rwarlct warden. Alsdann st^taert^- — - 
jif dcr Insel Sachalin, wo m«n &ioh 
ad dan Sohooncr Kamtschadttl , de. »« 
)amp{ers bcfand, damit. bel»^«ii /wollJL^. 

Bci'^ Schwi^^g''**^*** mil. WieljcH^ni' ^^ 
ler noch mangeUnftW- Bulfa<»nt:ft^l ^ «o4.--. d^^ *" 
^laUea beiw 0^ Dm verks^Upffl ^wskTy Knur%(t 
lebaft fiinf Tage verwend^t w^^rd^ci , ciiad ^ 
rika konnte 4aber ewl^^m Id^^Ottli. ^e Fahr 
Man hatte die Absichli sr<jb »^,»l«J^^i Jxxk d^ 
von Sachalin «u baUen, una di« KarL< 
and in der Breite von 4Q^ N. d«n 
mil 15 Mann ws jirfWd. ku . i^i^tx^n^ 
Gegeu4 »«. iHil^rsufih^n, die . d^jr^ 
bildet und d€fn..An8C^^inie ^^^ol;^ 
s^wiacben j^er wesUi^ken und o^ 
dichte Nebei verhinderte . J^dcxsi^ . 
habcnaj.da* Ufer vw ^acli^ll^ yv^ir 
Und stwar ym auf einige» Stunden ^ 
ub€r. Der Daippfer r^ktetc^ d^h^r 
Westkuslc . des- Japanischerfc IVJ e^res 
ohne von der. diwlen Routte ab^u^ -^^ 
kiUu uniersuchen ay koni^^K^, .' ^^- ^*^« 
auf ihr^r IcUten P«hrt nicht 'a 
4en #i>gWhe» S^^Mffen, \^x% J ah 





:<^.Jrt 




Auf 4er ganwn Ueberfahr^ 



re issa 



Schitfcii Halfe zu teUten und ii^ 









Bericht nb. &; 1M^9t*bimpm^AmfHktt tr0MriHlcben Ocean. IM 

VJHcKti^/ hteVrschfen b^tiMige 1Ve6«l^ b^ ^chwlEA^hem, nttt^ M- 
weilen starker werdendem, contraren Winde vor. Au8 dfesMl 
Orinde rtfAt^ der 'D^fripta', der mrit ^Oet votlett i/adung 
Wenntoalerfaf bel^iister w^r and dfen Sehooner Kamldeb^ai 
fffr- Sdilepptau hahe/'tiur-langiato vor. Die' auf ider int»el 
Si^l^litr eihgenommenen KoMeh, die ifi^ 'deh ^usd^ren Schfk4i^ 
ten geh()rten und, wegeh des Mahgek art geli6Wgen''E)t]^tolH^ 
fioMg^mltfeln, zu sehr ^ueirsMfcfcrtt Wlrrfen, wurdeii in so grofser 
^[^iBfitM vert)raifcH <l^^ ^^c Dainpfer sr^4ion nacl^'dtebn» Vageii 
e^ ^n&tn ¥6rfMh i^M Vfto Sk^hbbfi^r Catnfldlsha^haii flidiM 
nehftien konnte. Die v&llige SlWe'b^ntiti^^tyd, 4fe'aili 25l J^ 
Mttdi'.^^egUi'^^^ der 8l[^otfner neben den DaWpfer tiliil die 
ffArladcH^g -^^rd «ogteich v^genomirfenf; ^UnleHesseif scrtsr^ 
Hii 'AmeHka %ren W«fg fort^, fuhr b^i teleh^^hi N^bel^iMleH Iri 
%(W^ei*'fihcrerhung y<>n d«tal Land^ i^Mler^'^abet ^IWa z#ei 
Sthiiden vdr MUtag klSi^ sicfa itr^Hoflimi atf Md mm'siA 
(Md atii*Ufer eine tftiF den Kanrieft ^icht Mgeg^^M i^lWvMHt, 
Blkt^ itr man den Dtftnpfer ttnverzttfffidi sdeuefn Ktefe^ 
'^^'Oril dfese Z«ii beMd ^(bh'^^'Olikihpfer eiriM 4>M#H%il 
^Mi^ dWi Ooritinente, "ih ^SfUjfen Tiefe, ^dte sich b^l i^ Ati^ 
tMi^ning an d^ss Lafid^ 4Um§li^ afif 20 ^faind iftfdticR^^uri&Ai- 
^ veritiinderte. Die BinfidrH'sifbieti ifkrat' diirDh Wei fdN 
^ Etlande verdeck^ ^ aber, t^ie e» sMi in «^ 9^tgt 
iAiswies, ifefch'Landi^g^ lt)i( d^^KfMt^^erbvfrtdiin^ wiil«<etH 
MMSHdeih man zwisehen di& treiden EHhgaUgs^-Vdrgebh^^i^, 
^elie MwOi di^^ HtttbiriSMn g^Mtk wepmi UM«0O »tf^ 
t^ eifiander^lfegen,' hindifrcb gefatihen; iTikrid' es ^leh,^ dttfe d«f 
Meerbusen aus- drei Buciiten besiehe. Der DBtdpH^ f^^*ik 
'der' sfHHTchaten von ihnen Anker, die gerilumiger als ^ie an- 
dti^fi'tdfd ddrdN^dib^ ti^' vimrff^Mft^^AHMMii^ tm Vn^sten 
^eschSUt isi Diese Bucht bielet alie Vortheite eines ftatem 
Ar die^Ausbesserung und Afmirung von ScUffen dar, w2breffd 
*^ ndrdlicbe als eine- yortreffliche Rliede fdr s(^icfae dienen 
kaifa, die* arch zur Abfakrt' bereiteii* rt Bei der siidiicheB Buehi 
Uegl eiii Baasini welches gleichsam von dtr Nviiir sur Er- 



NJM^pnv^ W 140P 4ar 58f'J% O. ^c« oi^eir 



4Nl,Wtr,|NMi«SelN»f)« Karte «M«si«l||, ^^ 

C)#8 (44W4 un* i?©!* SU W4*4<t^ir Jimi- t 

ChiMMfQ Ml' Rift |i;r«t«ft«Mp b«^Kafti_^ ^T*" 






«^(Qil ,(U«wn, 'T*!^** 4<W :«|<Uxllil!ii? ***^^««»» 
4«in|^e die Amiril^ «qp JJp^ Jr»*r ***^^ ^»-iu 




Bericht lib. ^tWiMHIi^yfc mti i yn rm m ^ lU i; «iilMieii Ocean. ^Mft 



4im^w«k)i iBlit ^ o mmi C^mam»4» ati« Land «« Mflzeft tMd 

Stmmm*4^MtigM§ ^M^^ «idi )e4#«h 4er Hlmfiid ttttf mil 
glicMifeheMnsJfii^'^ eiiieiii' iAogeiiblMrv «ife tfer Daniflir' an 
tintr iMdi ivvl-bofuhr, Mih^ d^ wfliif^ ^^Im * gtriMiige 'M 

■ »j M C M5«i fw* «iadi 4ei»^6^ii 4i«di^ii(l^ OhfondMH^m; ttnd inati 
ptk ^ ^ » <lb cmiM ri^t tai ^r> ii«ilfgiifn( Otga.") Vdr <tetti 
fikagMg wi'«6MeH»«'*eftydeii tN^ ^in^^Ulrf^ F^cto^Mrf, 
wtMMitiiehDiQaiiFffer V0li d^ NM^aite*iiiitiftihrw froMl^', ihi 
i|«d#eli^ 4kf Vtofi flMf rai«I^Ui'auf44iit^niraMindc4^, ad 
%tg^'Mfc* 4iMlki> MH tiiginaid''benM#tmd MMarle Maihiirf'^^ 
rMt mmA^ NonMM !i« *ilte>fi«i'M(fe}ft.'< ^ffnt^fdesstii'tia^r 4<s 
jyjiiini ywi>HWB, «giri ate>{JtilJ rt * a w fcii ifli g AaHM'telMild'dahcik* 
^ad am filgwdcM T»^, 4aii' £7. iuy, vHMIftidM. Ofe feinare 

<0iilie *tifui4ti^ Mgaiegt tfv^ill^' im iiiiiitef^uiHIe dkrtatbmi 

Mien MiMtfng'W v«iMMMi^t' iat,' tMs' «)i^ 

iiilArrili HfcllTiHTlftTl <iitte eMMtfaii kdnftM. 4Bi ^ikvmm^ 

t t'l ' '^ '"' •'' ^ 

..,^4)flH «ai Mftf 4i^ M#iK«^i^Kr4e^ 7^ «^anl MiP#y «#i9i.ii|iifi 

^.^ l^lipll^fl (n^94(^) 9ll|r9>f|!^^ f|e4eaOflS||M»W,fle^,Ai|Wi## 

^^ wahftclieinlick oi«ht. bekannt war, Si^ heifst .(^rt:. Port Mich^fl 

Seymoar. Die Breite stimmt mit der von den Russen beobacbteien 

^^^beireifi, %t>er die Onge ist, ^e die der m^Bten atff der engfi^i^en 

' *^t^ f^neiihufim Ptfnkai, tf,^' BI^Mer, MbiR^ 189^19' O. ton 

Oreeawieh. 





m frucbAlirefl Thai, =^^' .^ ^er RkMa 
m sfUiefeeii, Mk bii sa«l Port iSl; WUtdi 
ab die nachtte VerbiiHhifi jfi^lra««e s^ i sc A# H i 
Olga-Bui dieiit. AHe B^i^, wehhe dfesei 
seine ^iile Anfurth*' umg^eben, mid mit Wa/ 
weldiem Indefe Mn Batthols 4^e«ierln wurd 
vo» guSiierem Vttdmige be6^4^ki ^tohwu/Hi 
loehr' land^itiwaiid, we 4ie Se t ifi ^adt ittid' 
kAHiBiendeii' sahigen Attsdttnatong^it Atem W 
I^Bderikk md. Dies beweisi ^ •Mmiltge-Z 
Bi ttiel wi on e t i der Biuale,' je wtfiier ^nan dch 
fiecnty wat auf etner Fahrl den Ffofs. faknmf 1 
de^ v^ii W^faen b die BM flIBi. ScJiJibar &ai 
Ftftifs'iiieht^eBMii; nadi tmer B«rre nondFtifl 
4i#i ei^ awar eiiie TMe v^n^ M Mat 20^Fii(8^ afre 
,8k4€kt f0n MdkajtM S Wersi^ Weiderkin- ver 
■ill iBioa *liciii|^e jMieiiey weleiie steii dttpch vas 1 1 
4a9 ^fMr dietevi -Ptufkle nanefnli^ sewe Fn 
miimMt b t gu it; weilcr iihtetiy tiadi der 0i 
daa gaMe Thai - v^rzugsweise «tt8 Stt mpfly^ <ton. 
Hjlctie atiid ^iw^^ cJiineaiAdne H i iii i i ei ' ^ ^ iie ii • g erMrc * 
aith Aadiifer und GMeii mR Weiaeli, roHretkehe 
lalietai trtid ▼erachtidegieii- laa A fei i n ■ Feld^ und Kj 
b^fmim. Bd Aniidil def* Fff^emden ^rgriiefi 41 
eiHi^ die Fliiebi> md el mtr-daher^ teider HHJ 
HmM fSriLuadigiiBgeii Hker dk Gegen^ und 'Bhet 
htingen ^aii deif chui^isekeii ftegieiiHig'eiwusMM 
etii0 def Weg ant -dm* «iieli^ dmeti Oertlififal 
die Mandjurei liegt und die Bebdrden jenes Be 
jkrerUntdrlbaM* geaHitlM, ateh Mdi der<liwdj 
grihren^ ao aebdiil aa> ridiefi'^dafe die' liter kbmh 
lib^W 96 wie die in foH »f.1¥liidWiii- befihtfK6hen; 
tend eigennrtacfilig verlassen haben und' die Oewal 
nicfat mehr anerkennen. Mand/uren wiirden dage 
j#z|i r^eh bei 4etn eraten Besufihe dieaer 1^6^ 
Fregatte Pallaa im Jahre 1654 angelraffcii. 



Beridit iib. d^JTlOftrt. ^U^mfim Jk^mluki. OMttichen 

NMk Aufoa^ftc d«r OJga^Bai^ gab loan iii^ i 
\ennfihnmi 4^r Kiisle we§mMm§eh an Zeit und 
br^ieiulan Nebek auf uml stou^i^ goradesweges 
HiwiUaB. Ea ifit uiilbin dem Dao^rfer Amerika iiich 
doa fiodi imerforscbUn Tfaail der Wfiilku«U des J 
m^etm voUsiandag aui b^cbiigeo; iiuksa«n hal er 
\fiUim Zcii . durich dit FrqjaUQ Palias und die 
Kriqpischilfe |;«auiehien Eoldeckuageo durdi die 1 
»wei^ nmien HSfen vermchrt, die nebea dm% P 
odi^ NapokoDt Br uoei SUiart, M^y il A. von dem 
lie voiircffUcM^ii AnkerplaU^ ztogen^ dMrch wc 
di«9^ £Loste ausieicbAeU . . 

9ei cUr Abiahrt aii» Nikolajtwst b«Ue nuMi in 
g<tf»fifO^ xUli der Damf^er bewpteachlkb die cbiaei 
Wlis3er befabrea wiirde, we die SleiBkoU«i ael 
Rjreiae ei^c^ und mitunicr ger uickt au- iiaben 
^i$MUn Qruiide war Pert Hamilten, ia Folge eeinei 
l««ge, wm Depoi fur die Kohieu erwiiUl vferden, < 
Slihooiier Kamlecbadal oder aoderee Faiurxewgpn dei 
FJetille .dertbtn geecluifft weiden .selUen. Um die 1 
CM hjntif iiiy* J welcbe d^e aoi Port Uamilien wobs 
reiwr der ErneliMuig einea adehen Depeta e&tg 
Vimtf^j .wurde ea fiir n^ibig ^ebaUea, aie davon 
tm» su aeUen,, weabAib der .Daenpfer am .1. Auga 
lifle. Die Kareaoer beaeicbneteB gera eioeu Puoli 
.diiiJKjthUo MftfapeidierB koAAle^ und verapacben b 
ladttiig . behiiUlieb. zp aeia. Man erklirie ihnen, • 
;iJH;e Fusie«ge beloboi werden wiirde»y und-Uebeii 
lEtoilck^ wa ■ es .den BefeUababeco der ruaaiacbeu 
ut^rgpbei^ .web)be die Ki^Uen braebfcta. Sobald di 
Iwifir mil-.dfft Koreinem boeadigi waren matd d< 
aiek..«ut Waaaer veraoigl baUe^ ateuerie er Docb ap 
Tai^.aaa .4tm Port HaouUea ueh dem Golf nm 
Dm Reiae. diyich daa Japaniscfce- und Uelbe.Meer 



«) Wefen hler glekMdli m^-UmU MfsOii iit 

ROM. ArehiT. BO. XVO. It 4. 3( 



^ miftdrM^4iai«»^Ml* WiMe 



beiUMicUg klarem uod itili^m Welter 
f^hr nihig gan* dichl an der KiifU van JC^ 
durch 4«i stth ihr anschlicssenden Arobij 
lahHoseB Menge von kleincin Uiseb odei* ^tT^ 
Felten besael isl. Aaf dieser Fahrt b^di^ 
tm Jahre 1865 in EngUod b€raiw^0|^b«iiei 
neueslen Corrcclionen. Dodi wuidea io d 
richtigkeUen bem«rki^ nidit mur hiosiMdiUiefa 
Uftrs atlbgt, sondern aueh in B#sug ojuti d 
dein viel« Eilande entweder gar. meUi o<ier 
aind. U^brigeiia sind di»sa Kartan die l»cs 
jeUt hat; die benacrklen Fohler wurdao v 
der Amerika aorgsam notirt. und auf ame^ 
Aomik angehai^leii) Kartobeai dieaer Gevvi 
mt welch^ aieb ^acfa dei* Cara des DMnp 
jtwsk nach tlem Qaii von Pat^cJMi findel* 
deinaelben folgen woUtn,. wird die Insel At 
.Bleere ak ein gvAer. P^mki ^uar .Qestimmvng 
tm Verificirung 4c^ Chmnamtter dieni^tw 
iiiael paaairt, sq k^nn .n>an.g#rad«gwt|^ mnt 
imig loaateuc^'ii ihmI daaaelbe, wi# daa in 9«ini 
cwaila kle^o Ei^W Alc9a(e> in einer E4itfarmi 
ooiaegeln. N«obd«aai Aer Dainp<er das^ Cji^ S 
ftkhigelataan, zeigta et meh i^ei Vergieicbunj 
dar Kart^, dafa aof iaiat^rer die 'm Inner^a 
b^adan 6«rg£ zwiffchen Sofa^aniAing und d 
£iogang dea Bafens Weirhairwej fekllen^ 'waa 
:der Gegend sel^.ertchweiTc^ vvQade, weim mai 
eines ZufaU daa C^ Schaatimg adbal m^t 
Aach wurde die relative Lege dieae^ Cap » an 
gange dea Hafen^ WeUhai-w^ NW. ^^ g^un 
auf der Kacle NWi 80^ an^aeigi iak Ac ^ 
voriiberfabready hieii aich ier Dttuapfer. stela in 
Ufera.. in . einer . Eotferoung.. von, i bit 4 MeikBi 
man die Eipgange in die Hafen Wei-bai-wei i 
klar untersckeiden.u^ 4ie Be&^tjgian^ vap D 



Bericiit ob. dv Wlaiit. IMhafliiifii iaiMdka i. 0«t(llthen Ocean. 649 



\ 



iiclitigen konnle. In diese Hiifen kahn man oline jedi Sdiww* 
rigkeit mit alleiiriger Htife der Getmralkarte ekilafufen. lit 
^s nieiil gdrad«r nftilng, 90 thtit man bdsser, sich des Nacfats 
^flEi^ VM nidlt 80 nahern , s^diem sich Heber irr ein^ni Ab^ 
^iwde ^rin eiwa' 16 MeUatt itt h^en^ um nicht unter ^ 
^^|en ' d«r 'Pkefaeitiet^ie m gerathen, tiie sich toicht in tlk 
Siehri»be Oder idiift Mtfer des'FriirzeUgs verwickdn tttenen. 
■ B^r Sfadt Den*terfiati*fu fast geg«ntrb«r liegl eiiie InseU 
S^^ifpCf wetche das Gelbe M«6r voii dete Qolf Pittscbdi trenttl 
ttts^ mdirere^Einfahrtan in d^ letzteren bikkL Die Amcr^ 
^vlftlU die 8(idlich»le dersclbeb, tlen- Camil: A^on- Mktotad , d«r 
^iiF^gen ^diner Ei'kemAaTkeH'imd Minet TIefe ffir^eiir Dtfmpf*- 
srciSff' die bei}Q«ftiste ki ObtiroM in dmiftm <>imal von den 
^^vcslKchstai Vof^^tm-^derPiDvttix Schantmig eki subm^riiM 
Riff auf 6 Meilen in der aiefatang von NW. &F liicir bfnsiefai, 
s<i^ ianii man^es didreh leiehi Tehnevden. Htertu iai ^stYMhig, 
v^n Dsten kbmiiiend, in die Mitte des Gansds hinemzusleuern 
%t«d| d^i* Meridian defSO.*^]^itze' der ^nseKSehansan pasairettdy 
^ekin der N^e cferfaisein Miae%ia-nnd Ta*he^ohan 2d haltbi. 
lii eiher fintfertiiifig' vtm wcnige^ ^ta einer Metie voti detisei* 
b«i, te-af derDam^fer Tiefen von^^ tind'7 fe/en. Im A}tg»» 
ncfttifieli wbejiil diea^rOanat fikr 4i^ SdiiSfahrt ^ehr geeignel, 
caiid TOO den- bemerkieti Versehinfien g^rtet, dttfthfahr iksk 
der Dampfer das ibigende Mai in der Daoimentng. Gt" '^ 
^ i hUt schqg darnm dd^ anderen Str^en vorxu^tiehen, i^ii in 
*^Me i iut WeineKlandc nerslreut sind, die bci IWwMtMfs dei 
O^imclikeit WW M tnibem Wetted tek*t verwechs^ w«td«a 
MSfitiOT;. I» dem Canal beim €ap Lb«)tiseh«ig ^^ "^^^ 
*ie«a!tog«' vo^genemnaen ifTid <einSge Iniclgrtipipett *^^ ^^* 

v«aiig'uiieffor«*ig«Wiebei.. - .wv^Oi.«A ^ 

Bei fmchciH Na.- oder O.-Wina bietet ^^^^^^ ^^ 
^aot«o etee hifilanglicii aie&ere Rhede 4a^, ^\ji, ^^ uwi^g^" 
^nc^a^vtiogeD diss Windea abwdrlen ^^"**^^**^*^^^^,^ totf^ 

^81 ttberdies die losekr, welche diese Sir afe^^ y^" 




550 




*0 ^ m^ 

•"^'c- w!« Fiewch und Vegetafc- «!»«*«» 



** Von Miaol.0 nach der MuT.-d — 

•*" ^1 Bach aen TieCe« rie^«.«n.^ «o 

!^Rhededie«en. In Hor.b«rgK'.-t>i.r««t«>.-y" .^ 
IT trtber WittefUBg 4«r€t.e .s «ti 



ill t.«ber Wittefung «-«r»i.« «8 oim 

1 Sffien verring*"***" TieCe v aucfa 
USen UmrtaBdw «ur 4^«C 3 ode 



Am 5. AiTg«»i •nretcKte- 
lichen Theil des Golfs ^on « 



lichen Theil des uoiis von eetscheli «r^«&i:, u 
i„ «ifler E«tf«*w«»g **»» ^^ Meilen vttm UCer u 
^^ 15 9ub b«» o««l»»€«TO W amerstende. Grd/s4 
«e «iii«r TiB«eTOtt & und « Sajea bediirfen^ u 
_wu, WMl«n von Uftor tniknm •wmrm^^.x.;^^ .m...^^ », 




ai 



Wcgw *«»^**«^«n Wi„d«8 uwd Welleasc 

«P»cki»nW e»w8r^»wtiB«t|s^H^ Subakcro - B«imte 
aB»ll«5he« ChartWer vl«^«^^^^^ ^^^^^ ^^ KauOet 



«« deft Siw^k d«r A^nkaaft d*s Schifies 
ii«* Vermitthing wurd« em Scbreibwi. a 

^'^ "^^ SL P*'^"^^*'g abgeCerligl 



"^'tlvt^'^^T ^•.aan.nrteWH. da.- be 
^ische M«.6ver w.ederhoUen: die Zei* in nate/a 



II 

ii 

IBI 



Bericht nb. d« Ffthrl «k Iktm^hnr AmtrtiksL L OtttHeben Ocean. g51 

handhngin zu TeroohlciiiMn ; aie .versiieherkeB, dab der Man-- 
dariiiy der dasSchrctben annehmei) k&nne, abvi^s^ftd sei, dafs 
er aber baid suruckkchren und an Berd das Dampfiers kom- 
in^n werde. 

In dms^ V«rhandkingeQ vai^ngen mehfere Tage, md 

em blieb mchts wtit«r tibrig, ala sieh h}U Gadidd zu waffnm. 

Aoi 16. Augu^ erklirten endlkh die ebmemei^en Beamian, 

^mk mm Gkick eia boher Wiirdefitvageir aiif amer Inapeelio»ar 

Teue in dar ProviAz . angekomman aai, der. aitf ihie BiUa aio^ 

garwiUfgl babe, diev6n dew Oia«ipfer gebracbUn Papierein 

" Btnpfang so nehmea und aie iiach Peking au beC&rdern. Ohne 

2veifel war ^iaa eine oene Fi«4e; die ebinesiadiaft LocaK 

b'eaailen batten nar Zeit gewinaen wallen , um iiber die An* 

Wubft des' Dampfers nach Pekwg s» beriebten^ und der War-' 

^^Nbntrdger, voa dein kie apraehen-^w^ar von der.RegieniSig 

~ ^igois an dem besi^ten Zw^vk naeb id^ara PeiUbe geachkkt 

^^^iden* Naeb langen. Verhandiunf^n fttber daa Ceremoabii 

^^igte man sieb' dariiber, dafs die. Qbioaaiacbe.GxiseUem am 

f^Mgenden Tege au einer Unlerredung^nik^^eni Gcafea^ Put'* 

\^%ki an Bard kooaiien soUe. t .m 

^ ^ • ' Am :16. Attgnsi eracbien der bofae WiirdenAragar am 6:Ubr 
^iaeimialtags and wurde mit den Eliren enipCangi^^dta aesaaan 
^^^ 9amge gebiSfbrlen. Naeb* den ee^ea gegenaettigm H^fliehkeiten 
^ fjt aiiterteef, dafa, abwobl niebi dasn verpffiehtet^ er a«ii Freimd^ 
scbaft und unter aebwerer Veraatwaetliehk^ daa Deaumaal 
danaiiaYen welle, aber unter der Bedtngung^ da& <Ue Aatwort 
tifi ''^^ Kja«lita Oder dem Amur geacbttakl ^eiMie; aia mxn hammX 
If ''I'eht einging, verwaigerle ec jede {emere Belb^iKguag aa der 
'Sdtrhe, ben»erkle jedeeh,<da£i er den>General*^aUveviiear< der 
jJfiijteiiproTiitzen van Allem in Kenninife «alwa >«^tt«> ^^^ 
i^m iii •c'** Tagen eine Aalweit »a-ei>warlfla. aei., ^a 
f ^ August traf aacb witkHcb d^ GebalM. ^s R<m»ao*«^ <^ 
k iiaral - Gout